Posts Tagged ‘Commons’



Technik, die Wikipedianer begeistert – GLAM on Tour in Dresden

Explosivdarstellung einer Spiegelreflexkamera EXAKTA Varex IIa, Foto: Plenuska [CC BY-SA 4.0]

Ein Gastbeitrag von Benutzer:Mellebga, Wikipedia-Autor

Vom 04.03. bis 07.03.2016 hatten 30 Wikipedianer die Gelegenheit, sich in den Technischen Sammlungen und im Verkehrsmuseum in Dresden informieren zu lassen, zu fotografieren, neue Artikel anzulegen und bestehende Artikel zu ergänzen bzw. zu korrigieren. Begonnen wurde die GLAM-on-Tour-Station am Samstag mit den im Ernemannhaus untergebrachten umfangreichen Technischen Sammlungen, nachdem es am Freitagabend eine Begrüßung der Teilnehmer sowie des anwesenden Direktors der Technischen Sammlungen und einigen Mitarbeitern der Museen durch die am Ort Beteiligten im Dresdner Schießhaus gegeben hatte.

Knapp 1800 Fotos auf Commons hochgeladen

Bislang wurden knapp 1800 Fotos, einige davon als ausgezeichnet bewertet, von Objekten aus den beiden Institutionen hochgeladen, über 20 Artikel neu bebildert und einige Artikel wurden neu angelegt, erweitert und aktualisiert. Für interessierte  Leser stehen die bisher für die Wikipedia bzw. Wikimedia Commons erzielten Ergebnisse dieser GLAM-Tour im Dokumentationsbereich der Projektseite zur Verfügung. Den Museumsleitungen und ihren engagierten Mitarbeiterinnen und -mitarbeitern gebührt der Dank aller Tourteilnehmerinnen und -teilnehmer für die bereitwillige Öffnung ihrer Häuser und die gute Betreuung.

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Zwischen Steinmännchen und Wikipedia – Der 11. Wikimedia-Salon zum Thema „K=Kollaboration“

Bei der 11. Veranstaltung aus der Reihe Das ABC des Freien Wissens, die am 08. Oktober in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland in Berlin stattfand, ging es um den Begriff der Kollaboration und darum, welche Art der Zusammenarbeit in der vernetzten Welt gebraucht wird, um Allgemeingüter zu schaffen. In der Diskussion zeigte sich, dass der Begriff der Kollaboration an sich umstritten ist, und verschieden interpretiert werden kann. Zu Gast: Der Migrationsforscher, Autor und Journalist Dr. Mark Terkessidis, die freie Wissenschaftlerin Dr. Phil. Friederike Habermann sowie Christoph Kappes, Berater und Netztheoretiker. Der Publizist und Soziologe Dr. Volker Grassmuck hat einen Video-Einspieler zur Diskussion produziert.

Der inzwischen elfte Wikimedia-Salon aus der Reihe „Das ABC des Freien Wissens“ stand dieses Mal unter dem Buchstaben K. Was lag da näher, als eines der Grundprinzipien der Wikimedia-Projekte zum Thema zu machen: Kollaboration. Dabei ging es um die Frage, welches Potenzial kollaborative Prozesse für die Wissensproduktion im Netz haben und wie diese ausgestaltet sein müssen, um die Entstehung von Allgemeingütern und Freiem Wissen zu begünstigen. Zunächst einmal stellte sich jedoch heraus, dass der Begriff der Kollaboration an sich durchaus unterschiedlich definiert und bewertet wird.

Beim elften Wikimedia-Salon diskutierten: Dr. Mark Tekessidis, Dr. Friederike Habermann & Christoph Kappes (v.l.n.r.), Bild von Christopher Schwarzkopf, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Kollaboration ≠ Kollaboration

Wie Mark Tekessidis in seinem einführenden Vortrag verdeutlichte, weist der Begriff der Kollaboration eine gewisse Ambivalenz auf. Während er nämlich in Kontinentaleuropa aufgrund seiner Assoziation mit den Menschen die zur Zeit des Nationalsozialismus mit den deutschen Besatzern zusammenarbeiteten, historisch bedingt eine pejorative Bedeutung aufweise, sei der englische Begriff collaboration, der in den letzten Jahren eine immer stärkere Verwendung auch hierzulande findet, eher neutral konnotiert und beziehe sich auf die Form der Zusammenarbeit verschiedener Akteure.

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Einladung: Das ABC des Freien Wissens „K=Kollaboration. Ohne Zusammenarbeit keine Commons?“

Am Donnerstag, den 08. Oktober, 19 Uhr, findet die nächste Ausgabe des Wikimedia-Salons “Das ABC des Freien Wissens” statt, diesmal in Kooperation mit der Berliner Gazette-Konferenz UN|COMMONS. An diesem Abend soll diskutiert werden, was Kollaboration als Prinzip bedeutet. Welches Potenzial entfalten kollaborative Strukturen in der vernetzten Gesellschaft, und welche Art von Kollaboration ist wichtig, um Gemeingüter und Freies Wissen zu fördern?


 

Wir laden herzlich ein zum ABC des Freien Wissens:

Schöne (neue) Zusammenarbeit? Foto: Aythami Melián Perdomo, [CC BY-SA 2.5]

„K=Kollaboration. Ohne Zusammenarbeit keine Commons?“

Donnerstag, 08. Oktober, 19 Uhr
Wikimedia Deutschland e.V.
Tempelhofer Ufer 23-24

Impulsreferat:
Dr. Mark Terkessidis, Migrationsforscher, Autor und Journalist

Weitere Gäste:
Dr. Phil. Friederike Habermann, Autorin und freie Wissenschaftlerin
Christoph Kappes, Berater und Netztheoretiker

Moderation: Sabrina Apitz, berlinergazette.de

Video-Einspieler: Prof. Dr. Volker Grassmuck, Publizist und Soziologe

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GLAM on Tour im Schloß Caputh – Stiftung Preußische Schlösser und Gärten lädt Wikipedia-Aktive ein

Ein Gastbeitrag von Ralf Roletschek, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor

Detail aus dem Deckengemälde im Vorgemach des Kurfürsten im Schloss Caputh. Samuel Theodor Gericke, Public domain

Am Wochenende vom 4.-6. September zeigte sich der Herbst in Caputh bei Potsdam schon von seiner ungemütlichen Seite. Gut, daß die 12 Wikipedianerinnen, Wikipedianer und Commons-Fotografen, die von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten eingeladen wurden, in einem echten Schloß Zuflucht fanden. Die mittlerweile 8. GLAM on Tour Station hat Wikimedia Deutschland diesmal gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin Brandenburg und mit mir als Wikipedia-Koordinator durchführt.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin Brandenburg (SPSG) ist Eigentümerin des Schlosses Caputh. Es gehört zu den mehr als 20 Schlössern, die von der SPSG verwaltet und gepflegt werden. Vor 17 Jahren wurde das Barockschloß am Schwielowsee aufwendig saniert und lockt nun wieder Hunderte Besucher an.

12 Fotografierende, 700 Fotos, 7500 Fayencefliesen

Farbkalibrierung im Fliesensaal. Foto: Ralf Roletschek [GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html)]

Es lohnt sich, selbst nach Caputh zu kommen, nicht nur, aber auch, weil es bisher wenige Fotografien von und aus dem Inneren des Schlosses gab. Aufgrund des so genannten Sanssouci- Urteils benötigt jeder, der über den privaten Gebrauch hinaus Bilder von den Schlössern der Stiftung machen möchte, eine kostenpflichtige Genehmigung von der Stiftung. Nach dem windigen Wochenende ändert sich das nun, siehe Dokumentationsseite mit den fast 700 Fotos, die während der GLAM on Tour Station entstanden und bereits hochgeladen wurden. Die Bilder können auch am Fotowettbewerb Wiki loves monuments teilnehmen.

Nach einer ausführlichen  Führung durch das Schloß konnten wir uns in einem Arbeitsraum aufhalten, wo einige sich bereits an Recherchen für die Artikelarbeit machten. Hier konnten wir auch das entsprechende Fotoequipment auspacken, und legten los. Besonders schön war, daß nach anfänglichen Berührungsängsten die anderen Besucher des Schlosses und auch das Personal sich sehr interessiert zeigten und sogar hier und da assistierten. So wurden etwa die Fenster von außen abgedunkelt, um störendes Licht zu minimieren.

Eine fotografische Herausforderung war der historische Fliesensaal mit 7500 einzelnen Motivfliesen, zu dem nun auch ein Wikipedia-Artikel und eine Commons-Kategorie entstand. Einige der entstandenen Bilder wurden auf Commons bereits als ausgezeichnet bewertet. Auch die Stiftung selbst hat sich in Vorbereitung auf die Veranstaltung einen Wikipedia-Account angelegt und kann nun sachkundig auf Fragen auf den Diskussionsseiten eingehen oder Anregungen geben.

Vieles geschafft, 19 Schlößer to go

In Aktion für Comons im Schloss Caputh. Foto: WikiAnika [CC BY 3.0]

Erstmals wurden nun Ehrenamtliche der Wikimedia-Projekte für ein Pilotprojekt eingeladen und bekamen die Gelegenheit, sich frei im Schloß zu bewegen und Gemälde, Vasen, Büsten etc. zu fotografieren. Die besondere Veranstaltung mit Prämierencharakter war nicht nur für das Schloßpersonal und die Mitarbeitenden der Stiftung interessant, sondern auch den Potsdamer Neuesten Nachrichten einen Artikel wert.

In den gut 5 Stunden haben wir, aufgeteilt in Gruppen, viel geschafft zu fotografieren, aber natürlich nicht alles. Außerdem warten noch 19 weitere Schlösser darauf, für die Wikimedia-Projekte erkundet zu werden. Auf der Grundlage dieser ersten, für beide Seiten spannenden Aktion hoffen wir nun natürlich auf weitere gemeinsame Aktivitäten. Nach diesem Wochenende sind wir auf jeden Fall optimistisch!

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Monsters of Law Nr. 6 oder: Gibt es ein Recht am Bild der eigenen Katze?

Monster Bildrechte? Foto: By Gerrard St monster mural, by Aviva West, [CC BY-SA 2.0]

 Was müssen Fotografinnen und Fotografen beachten, wenn sie ihre Bilder bei Wikimedia Commons hochladen oder über eine andere Plattform unter einer freien Lizenz veröffentlichen möchten? Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich frei lizenzierte Bilder nutzen möchte? Ansgar Koreng, Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Urheber- und Medienrecht und passionierter Hobbyfotograf, der selbst aktiv bei Wikimedia Commons ist, führte bei der sechsten Veranstaltung der Reihe Monsters of Law durch das „Minenfeld Bildrechte„.

Stellen wir uns vor, wir möchten ein Bild eines öffentlichen Gebäudes machen, beispielsweise dem Brandenburger Tor, und dieses anschließend im Internet unter einer freien Lizenz veröffentlichen, damit es von allen Menschen für ihre jeweiligen Zwecke nachgenutzt werden kann. Zunächst unproblematisch, könnte man meinen, schließlich gestattet uns ja die Panoramafreiheit, urheberrechtlich geschützte Werke im öffentlichen Raum, wie eben Gebäude oder auch Kunstwerke, zu fotografieren und die Bilder weiterzuverbreiten, ohne dass wir dafür die Urheberin kontaktieren und um Erlaubnis ersuchen müssen. Jedoch ist die Panoramafreiheit strenger ausgelegt, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. So muss das, was fotografiert wird, nicht nur vom öffentlichen Raum aus abgelichtet werden, sondern es bedarf auch immer der Nennung der Urheberin, im genannten Fall der jeweiligen Architektin. Dies, so merkte Koreng an, geschehe bei den in Wikimedia Commons hochgeladenen Bildern so gut wie nie, obwohl die Nichtnennung der Urheberin streng genommen eine Urheberrechtsverletzung darstelle (die wohlgemerkt in den seltensten Fällen zu einem Rechtsstreit führt).

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Monsters of Law: „Minenfeld Bildrechte: Was Sie zu Fotografie und Nachnutzung wissen müssen.“

Nicht erschrecken! Rechtliche Fragen bei Monsters of Law. Foto: By Gerrard St monster mural, by Aviva West, [CC BY-SA 2.0]

Die Veranstaltungsreihe Monsters of Law wurde von Wikimedia Deutschland ins Leben gerufen, um sich juristischen Fragen rund um Freies Wissen und seinen Rahmenbedingungen anzunehmen.

Ansgar Koreng, Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Urheber- und Medienrecht, spricht am 28. Mai bei Wikimedia Deutschland über das Thema Bildrechte.


Monsters of Law:

„Minenfeld Bildrechte: Was Sie zu Fotografie und Nachnutzung wissen müssen.“

Referent: Ansgar Koreng, Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Urheber- und Medienrecht ,
Wann: Donnerstag, 28.05., 18 Uhr, (Einlass 17:30 Uhr)
Wo: Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, Berlin


Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, uns an diesem Tag ab 18 Uhr zu besuchen. Dem Format der Reihe entsprechend wird der Abend aus drei Teilen bestehen, einem Vortrag unseres Referenten, einer Frage- und Diskussionsrunde und einem informelleren Teil mit Getränken.

 

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Transatlantische Arbeit an strukturierten Daten in Berlin

The English version of this post can be found here.

Letzte Woche hatte Wikimedia Deutschland Besuch zu einer ganz besonderen technischen Gesprächsrunde in der Berliner Geschäftsstelle. Mitglieder des Multimedia-Teams der Wikimedia Foundation in San Francisco, Entwicklerinnen und Entwickler für Wikidata bei Wikimedia Deutschland und Mitglieder der Freiwilligen-Community kamen dort zusammen, um Wikimedia Commons und strukturierte Daten zu besprechen.

Strukturierte Daten war in vielen technischen Gesprächen auf der diesjährigen Wikimania in London ein wichtiges Thema. Es handelt sich um das Prinzip hinter Wikidata — einer freien Wissensdatenbank, in der Daten gefiltert, sortiert und abgefragt werden können. Auch mit der Möglichkeit zur Bearbeitung durch Menschen und Maschinen geht es über die Speicherung von Wikitext in einer spezifischen menschlichen Sprache hinaus. Die Technik im Maschinenraum von Wikidata ist ein Projekt namens Wikibase, mit dem Daten strukturiert gespeichert werden können. Ideen, dass Wikimedia Commons, der freie Fundus an Mediendateien, von strukturierten Daten und dem Einsatz von Wikibase profitieren könnten, gab es schon seit geraumer Zeit, ebenso Überlegungen dazu, Commons einfacher in der Benutzung zu machen und die lizenzkonforme Nachnutzung von Bildern zu vereinfachen. Das einwöchige Meeting in Berlin brachte Wikimedianer von beiden Seiten des großen Teichs zusammen und markierte einen Startpunkt für den Planungs- und Diskussionsprozess.

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Transatlantic work on structured data in Berlin

Die deutsche Version dieses Beitrags findet sich hier.

Last week Wikimedia Deutschland was happy to welcome guests for a special technical discussion that spawned an entire week at the headquarters in Berlin. Members from the multimedia team of the Wikimedia Foundation in San Francisco, members from the team developing software for Wikidata at Wikimedia Deutschland and technical experts and developers from the volunteer community came together to discuss Wikimedia Commons and structured data.

Structured data was an important topic in many talks on technology at this year’s Wikimania in London. It is the principle behind Wikidata — a free knowledge base with data that can be filtered, sorted, queried, and of course edited by machines and human beings alike, all in a way that goes beyond storing wikitext in a specific human language. The technology in the engine room of Wikidata is a software project called Wikibase which stores data in a structured way. Ideas that Wikimedia Commons, the free repository of media files, could benefit from structured data and Wikibase have been floating around for a long time, as have thoughts about making Commons more user-friendly and make license-conforming re-use of pictures easier. The weeklong meeting in Berlin marked the starting point of a planning and discussion process that brought together Wikimedians from both sides of the pond.

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Wiki Loves Monuments 2014 – eine statistische Auswertung

Dieser Beitrag entstand zusammen mit Bernd Gross, basierend auf dessen umfangreicher Analyse des diesjährigen Wettbewerbs Wiki Loves Monuments. Der Text wurde in Teilen direkt übernommen.

Seit 2011 gilt Wiki Loves Monuments (WLM) als der weltweit größte Fotowettbewerb mit den meisten Einreichungen. Dabei stellen Fotografen ihre Bilder zu Kulturdenkmalen zur freien Weiternutzung über das Medienarchiv Commons zur Verfügung. Der internationale Wettbewerb fand nun bereits zum 4. Mal statt. Eine statistische Auswertung von Bernd Gross gibt einen interessanten Einblick:

WLM-2014 Deutschland: Zahl der täglich hochgeladenen Fotos (kumulativ), Datei: Dr. Bernd Gross, CC-BY-SA 4.0

Für Deutschland wurden 35.666 Fotos (Stand 3.10.) zu Kulturdenkmalen hochgeladen. Insgesamt haben sich 40 Länder mit rund 250.000 Fotos an diesem Wettbewerb beteiligt. Der Anteil Deutschlands liegt somit bei 14 %.

Bayern liegt dabei in Deutschland mit 8938 Bildern weit vorne. Von Kulturdenkmalen aus dem Freistaat wurden annähernd doppelt so viele Bilder hochgeladen, wie aus den zweit- und drittplatzierten Bundesländern Thüringen (4722) und Sachsen (4187). Die gesamte Aufstellung nach Bundesland findet sich hier.

An dem Wettbewerb beteiligten sich 651 Fotografinnen und Fotografen (User auf Commons), von denen 477 (= 73%) zum ersten Mal an einem der großen Wikimedia-Fotowettbewerbe teilgenommen haben. Die verbleibenden 174 Teilnehmenden waren bereits in mindestens einem der WLM-Wettbewerbe der Vorjahre bzw. im Rahmen des Fotowettbewerbs um Naturschutzgebiete „Wiki Loves Earth“ aktiv. Von 570 WLM-Teilnehmern im Jahr 2013 beteiligten sich 99 erneut im Jahre 2014 an WLM, was 17 % entspricht. Im Jahr davor lag diese „Wiederholungsquote“ bei lediglich 12 %, und im Jahr 2012 nur bei 9 %.

Uploads im Rahmen des Fotowettbewerbs „Wiki Loves Monuments“ in Deutschland in den Jahren 2011-2014, Datei: Dr. Bernd Gross, CC-BY-SA 4.0

An sämtlichen bisherigen vier WLM-Wettbewerben 2011 bis 2014 nahmen 27 Wikimedianer teil. Auch dazu findet sich eine ausführliche Liste auf der Projektseite.

Der Erfolg des Fotowettbewerbs misst sich vor allem aber auch an der Weiternutzungsrate der Bilder. Am 5. Oktober 2014 – also wenige Tage nach Abschluss des Wettbewerbs – waren bereits 5948 Fotos (=17 %), die im Rahmen von Wiki Loves Monuments 2014 (de) hochgeladen wurden, in Artikel oder Listen der deutschsprachigen Wikipedia bzw. von Schwesterprojekten und anderssprachiger Wikipedias eingebunden. Die Galerien dieser Fotos sind hier zu sehen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass viele Fotos in den kommenden Monaten in Artikel und Listen eingebunden werden und eine Nutzungsrate von ca. 30-40 % erreicht wird.

Die Juroren des Wettbewerbs werden sich vom 17. bis 19. Oktober in Hamburg treffen, um die Gewinner auszuwählen.

Mit Unterstützung durch Wikimedia Deutschland werden die Ergebnisse des Wettbewerbs auf der vom 6. bis zum 8. November 2014 in Leipzig stattfindenden denkmal-Messe, der Europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung vorgestellt.

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Des einen Bibel – des anderen Computerspiel

„Willkommen auf Europeana 1914-1918 – mit neuem Design! Wir haben die Inhalte auf dieser Website deutlich erweitert und verbessert“ so begrüßt Europeana seine Besucherinnen und Besucher zum Relaunch der Website seit gestern Abend. Mit großem Aplomb  –  Konferenz, Ausstellung „Unlocking sources in Berlin“ und feierlichem Empfang der geladenen Gäste durch gleich drei Herrinnen:  Barbara Schneider-Kempf, Direktorin der Staatsbibliothek, Monika Grüttters, Staatsministerin für Kultur, und Jill Cousins, Direktorin der Euopeana Foundation – geht die Plattform online. Sie lädt die interessierte Öffentlichkeit ein, sich mittels 500.000 Quellen aus Bibliotheken, Archiven und von Privatpersonen aus ganz Europa mit dem Ersten Weltkrieg  zu beschäftigen.

Diese Bibel rettete wörtlich einem jungen Soldaten im Ersten Weltkrieg das Leben. Ein Granatsplitter konnte das Buch nicht durchdringen. Von Gottfried Geiler via Europeana CC BY SA

Ein Portal mit enormer Vielfalt

Soldaten-Liedersammlungen und Noten für Märsche, Bilderbücher für Kinder in Comic-Anmutung und Filmmaterial, wie eine Wochenschau aus Österreich von 1915, belegen die heute befremdliche Kriegsverherrlichung der öffentlichen Einrichtungen und der Multiplikatoren wie Journalisten und Verleger. Kontrastiert wird dieses Material durch Quellen aus privaten Nachlässen, zum Beispiel einem Tagebuch mit handschriftlichen Einträgen und eingeklebten Zeitungsausschnitten. Aber nicht nur Material aus den Kriegsjahren 1914-18, sondern auch moderne Medien, die nur über die Kriegsthematik einen Bezug zum „Großen Krieg“ aufweisen, wurden in die Europeana 1914-1918 collections  aufgenommen, wie etwa ein Wahlplakat der SPD 1990. Ein wahrer virtueller Schatz, wie Kulturstaatsministerin Grütters gestern Abend lobte.

 Diversität ist gut, aber nicht immer

Die Diversität der Exponate setzt sich, zu unserem Bedauern, auch in den Lizenzen fort. Wie auch sonst in der Europeana hat das Zeigen Vorrang vor der Nachnutzung. Es finden sich gemeinfreie neben solchen Dateien, die unter der CC BY SA-Lizenz stehen. Sie sind also frei nachnutzbar, für kommerzielle Zwecke ebenso wie  für die Wikipedia. Aber ein mir vom Umfang nicht bekannter Anteil von Einträgen bleibt in der Lizenzfrage ambivalent, oder es wird vorgeschrieben, dass die Lizenzrechte abgefragt oder erworben werden müssen. Dabei weist das normale Template der Ergebnismaske den Button „Wikipedia“ auf. Was als eigener Service für Wikipedia gedacht ist, kann nicht umstandslos genutzt werden, wenn die Lizenzen nicht mit den Vorgaben von Wikimedia Commons kompatibel sind. D.h. Wikipedianer müssen sehr sorgfältig prüfen, ob sie das Material nur zitieren, oder tatsächlich das Bildmaterial verwenden können, ohne gegen proklamierte Lizenzen zu verstoßen.

Cui bono

Cui bono?, fragte der Römer und meinte: Wem nützt es? Ein Streifzug durch das immense Material lohnt sich. Einzigartig sind die in über 80.000 digitale Dateien zusammengetragenen mehr als 7.000 persönliche Geschichten, die man mittlerweile auf Europeana 1914-1918 finden kann. Jede und jeder kann jederzeit neue Inhalte hinzufügen. Dann das spannende Filmmaterial. Das Projekt European Film Gateway 1914 präsentiert rund 660 Stunden digitalisierte Filme und über 5.600 filmbezogene Materialien. Damit werden von dem erhaltenen Fünftel der damaligen Produktion wesentliche Teile leichter zugänglich gemacht. Womöglich inspiriert durch das Sammelprojekt der Europeana zu privaten Quellen des „Großen Krieges“ lanciert Ubisoft im Gedenkjahr 2014 ein neues Computerspiel. Das Spiel „Valiant hearts“ basiert auf realen Briefen von Beteiligten des Ersten Weltkriegs aus fünf verschiedenen Ländern.

Private Briefe aus dem Krieg bilden das Fundament für das ungewöhnliche Computerspiel „Valiant hearts“. Screenshot aus dem Trailer von Ubisoft.

Wer wird in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten, in denen  das 100. Gedenkjahr zum Beginn des Ersten Weltkriegs die Erinnerung wachrüttelt, das Material nutzen? Und wofür? Wird das Beispiel der Nationalbibliotheken aus acht europäischen Ländern andere GLAM-Einrichtungen motivieren, ihre Digitalisate ebenfalls freizugeben? Immerhin hat die Staatsbibliothek Berlin für dieses Portal ihre sonstige Politik der nicht-kommerziellen Beschränkung im großen Umfang aufgegeben und sich auf das Wagnis des Freien Wissens eingelassen. Ein beherzter Schritt, den Wikimedia Deutschland gern unterstützen möchte. Wer hat Interesse, dieses Material vielleicht in einer Schreibwerkstatt für die Wikipedia zu erschließen, und so die Quellen einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Erste Gespräche mit den Projektkoordinatoren an der Staatsbibliothek haben begonnen. Mehr Informationen unter kultur@wikimedia.de.

 

 

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