Posts Tagged ‘Bildung’



Wissen teilen – Frauen starten gemeinsam in die Wikipedia

Eybisch-Klimpel, CC-BY-SA 3.0

Der Anteil weiblicher Autoren in der Wikipedia ist erschreckend gering. Wikimedia Deutschland organisiert in diesem Jahr daher eine Reihe von Aktionen, um auf dieses Ungleichgewicht hinzuweisen. Erste Veranstaltungen fanden bereits mit dem Frauen Computer Zentrum Berlin und den Frauenring Kiel statt. Der erste Workshop in diesem Rahmen fand nun am Dienstag in Berlin gemeinsam mit der Beratungsstelle Frau und Beruf e.V. für Frauen im beruflichen Übergang statt. Zum Pilotprojekt im IT-Trainingsraum der Beratungsstelle ber-IT kamen zehn Teilnehmerinnen, die Wikipedia zwar ausgiebig nutzen und schätzen – jedoch bisher beim Versuch, daran mitzuwirken, auf Hindernisse gestoßen sind und allein nicht weiter kamen.

Entstanden war die Idee zu diesem Workshop aus zwei Problemen heraus: Zum einen stellte Cornelia Eybisch-Klimpel in ihrer Beratungsarbeit fest, dass hervorragend ausgebildete und ambitionierte Frauen, die in der Phase des beruflichen Übergangs darunter leiden, dass ihr Wissen nicht abgefragt wird, sie es nicht teilen und aktualisieren können. Dadurch steigt die Gefahr, fachlich den Anschluss zu verlieren. Das wirkt sich zunächst negativ auf das Selbstwertgefühl aus und in der Folge dann auch auf den (zumindest gefühlten) Marktwert. Viele vermissen zudem die Vernetzung mit Experten und die Versorgung mit Informationen, die bei der Jobsuche so wichtig sind. Zum anderen kann Wikipedia davon profitieren, wenn mehr weibliche Autoren an der Enzyklopädie mitarbeiten. Nur neun Prozent der Wikipedianer sind weiblich – es fehlt also ein wesentlicher Teil der Sicht auf die Welt in unserer größten Online-Enzyklopädie.

„Vernetzung“ das war auch das Stichwort, welches sich durch den gesamten Workshop zog. Die Idee lag daher nahe, die jobsuchenden Frauen und Wikipedia zusammen zu bringen. Die Hindernisse wurden im Workshop klar beim Namen genannt: Zum einen die fehlende Zeit und zum anderen das Gefühl, mit den ersten Editierversuchen ins anonyme Leere zu tappen. Eine Teilnehmerin berichtete davon, dass ein Beitrag von ihr bereits gelöscht wurde. Aus solchen Erfahrungen resultierte die Angst, dann womöglich unfreundlich kommentiert auf einer „Löschliste“ zu landen. In der Diskussion stellte sich heraus, dass für die Arbeit in der Wikipedia der Aspekt der intensiven Diskussion über Fachthemen jedoch auch als mögliche Chance gesehen werden kann.

Köpf, CC-BY-SA 3.0

Nach anfänglicher Skepsis war es für die Teilnehmerinnen gut, jemanden zur Seite zu haben, der aufklären kann: Dass es zum Beispiel Hilfeseiten in der Wikipedia und das Mentorenprogramm gibt, dass es Plattformen und Portale für Rückfragen und Unterstützung von Frauen gibt und dass jede Aktivität auch wieder rückgängig gemacht werden kann. Während des Workshops begannen die Teilnehmerinnen sofort damit, selbst aktiv zu werden und Artikel direkt zu verbessern, Wartungsbausteine zu entfernen und sich inhaltliche Gedanken zur eigenen Arbeit zu machen. Der freundlich gemeinte Baustein, der nach der Anmeldung auf den Diskussionsseiten der Benutzer erschien, sorgte bei den Teilnehmerinnen kurz für Entrüstung, da er als zu anonym und wenig einladend empfunden wurde. Offene Fragen wurden gesammelt und im laufe des Workshops abgearbeitet: Wie binde ich Bilder ein, wie kann ich grafisch Artikel aufarbeiten und was sind zulässige Quellen, waren nur drei der Fragen, die in den Gruppendiskussionen immer wieder aufkamen.

Im Anschluss an den Wikipedia-Workshop kamen die Teilnehmerinnen zu dem Schluss, dass die Hürden durch das gemeinsame Arbeiten deutlich gesenkt werden konnten, dass die „schnellen Erfogserlebnisse“ zählten und dass die Arbeit direkt „am offenen Herzen“ durchweg positiv war. Zwei Teilnehmerinnen verabredeten sich sogleich , gemeinsam einen Artikel umzuschreiben: „Der geht ja gar nicht!“ Auch die zwei Referenten konnten deutliche Unterschiede zu bisherigen Workshops feststellen, so z.B. ein größeres Bedürfnis nach persönlicher „real-live“-Vernetzung und die äußerst produktive Diskussion und offenen Fragen der Teilnehmerinnen. In einer zweiten Veranstaltung von Frau und Beruf e.V. wird es um die Frage gehen, wie die Arbeit an Wikipedia für die Jobsuche und die eigene Vernetzung helfen kann. Wikipedianerinnen, die Interesse haben, an dem zweiten Teil der Veranstaltung nächsten Dienstag (19.6.2012 18.00-21.00 Uhr) teilzunehmen, können sich gerne bei Conni Eybisch-Klimpel dazu anmelden. Wikimedia Deutschland bedankt sich bei den Teilnehmerinnen und freut sich über direkte Rückmeldung und weitere interessiete Institutionen und Partner für gemeinsame Aktionen wie diese.

Ein gemeinsamer Text von Conni Eybisch-Klimpel und Elly Köpf

 

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Bildung und Wissen – Das Referententreffen

vom 2.-4.3.2012 fand im evangelischen Tagungszentrum Hofgeismar bei Kassel das traditionelle Referententreffen statt. Aber etwas war neu: Erstmals trafen sich in entspannter Atmosphäre und gut gelaunt die Referenten/innen aller Bildungsprogramme des Bereichs Bildung und Wissen, also “Silberwissen‘‚, “Wikipedia macht Schule“ und “Wikipedia Hochschulprogramm‘‚. Neben dem gemeinsamen Austausch der Erfahrungen ging es darum, Gemeinsamkeiten zu erleben und so das Bewußtsein zu verstärken, Teil eines größeren Bereichs Bildung und Wissen zu sein.

Die Themen


Wikimedia Commons: emma7stern CC-BY-SA 3.0 *

Nach dem gegenseitigen Vorstellen und Kennenlernen erläuterten die Projektleiter/innen das Konzept “Mitmachen”: zu motivieren, bereichsübergreifend das Ziel der Autorengewinnung voranzutreiben und Wege zu finden, diese dauerhaft in die Wikipedia einzubinden. In der anschließenden Diskussion entbrannte daraus ein teilweise durchaus emotionaler Meinungsaustausch über Umgangsformen in der Wikipedia und den nicht zu übersehenden sogenannten “Gender – Gap“, also das unausgeglichene Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der Wikipedia-Autorenschaft.

Eine wichtige Komponente der Autor/innen-gewinnung sind Workshops, die das Mitarbeiten in der Wikipedia lehren. Eine Referentin berichtete von ihrem Einführungsvortrag beim Deutschen Frauenring in Kiel. Aufgeschreckt durch die niedrige Frauenquote und die Dürftigkeit von Artikeln im Bereich der Frauenvereine zeigten sich die Teilnehmerinnen vor Ort motiviert, ihr Wissen im Rahmen eines folgenden Workshops einzubringen. Die folgenden Berichte aus der Praxis wurden sachlich, aber durchaus leidenschaftlich diskutiert.

Am zweiten und dritten Tag lag der Schwerpunkt auf der Frage, wie wir “Mitmachen!” in die unterschiedlichen Veranstaltungsformen integrieren können. Übereinstimmend wurde es als das Wichtigste gesehen, den Spaß an der Mitarbeit zu vermitteln und ihn erfahrbar zu machen. Immer das Ziel vor Augen, die Wikipedia attraktiv für neue Autoren/innen zu machen, angesichts des unübersehbaren Autorenschwunds. Die Aufgabe, die Begeisterung zum „Mitmachen“ zu wecken, wurde zum Ende mit einem Zitat – in etwas abgewandelter Form – treffend zusammengefasst:

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre (…) die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.”

Antoine de Saint-Exupery (Werk: Die Stadt in der Wüste / Citadelle)

Auch die Frage, wie wir realistische und pragmatische Lösungsmöglichkeiten für die Unterstützung der in den Programmen gewonnenen Neuautor/innen finden können, prägte das Camp. Von kurzfristigen Rückfragemöglichkeiten für Workshopteilnehmer bis hin zu langfristigen Modellen, die gemeinsam mit der Community weiterentwickelt werden müssen, reichte dabei das Spektrum. Es ist ein Anfang gemacht! Die Referent/innen arbeiteten teilweise bis spät in die Nacht und nutzen jede Gelegenheit, um sich über die Programme und Erfahrungen auszutauschen.

Wir nehmen mit

Im Rahmen des Camps entstanden eine Reihe guter Ergebnisse, die die Zukunft von Bildung und Wissen bei Wikimedia Deutschland nachhaltig prägen werden. Besonders die Fantasie und die realistische Einschätzung der Referent/innen war beeindruckend! Zudem hat sich das Prinzip, dass erfahrene Referent/innen den Neulingen ihre Kenntnisse mit auf den Weg geben und neue Referent/innen ihre Ideen in die Arbeit mit einfließen lassen, bewährt. Im Nachklang zeigt sich in diesem Treffen malwieder: je unterschiedlicher die Blickwinkel auf ein Thema, desto besser und ausgereifter am Ende das Ergebnis. Danke an alle Anwesenden!

Wer Anmerkungen und Ideen hat, Lust hat, sich als Referent/in am Netzwerk zu beteiligen, oder wer Interesse an einen solchen Workshop hat, der wende sich gerne an: bildung@wikimedia.de

 

ein gemeinsamer Text von Schlesinger, Elly Köpf und Denis Barthel

 

* http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

 

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Verstärkung fürs Team

Cornelia Trefflich und Phillip Wilke, Foto: Michael Jahn, CC-BY-SA 3.0

Obwohl es schon wirklich eng ist in der Wikimedia Geschäftsstelle in Schöneberg, sind im Februar zwei neue Mitarbeiter hinzu gekommen. Unmögliches wird möglich gemacht – und so rückt man zusammen, improvisiert, stellt hier und da noch Tische, Stühle und Computer auf! Die, gefühlt exponentiell wachsende Arbeit, muss ja gemacht werden. Die zwei Neuen, das sind Cornelia Trefflich und Phillip Wilke. Heute möchten sie sich kurz vorstellen:

 

Cornelia, gerne auch Conny, mag keine Dreien in Altersangaben, ist in Halle (Saale) geboren und hat Englisch, Spanisch und Kulturwissenschaften in Leipzig studiert.

Ich unterstütze den Bereich Bildung & Wissen bei der Restrukturierung. Die Programme ‘Silberwissen’, ‘Wikipedia macht Schule’ und das Hochschulprogramm verfügen über ein gemeinsames Referentennetzwerk und sollen auch inhaltlich enger verknüpft werden. Deswegen übernehme ich gerade jede Menge Koordinationsaufgaben und maile und telefoniere viel mit engagierten Freiwilligen und Referenten. Damit kenne ich mich durch meine Arbeit beim ICJA Freiwilligenaustausch weltweit schließlich aus. Mich reizt besonders die Zusammenarbeit mit hoch motivierten Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen, die sich alle für die Idee des freien Wissens begeistern und einsetzen. Ich freue mich schon darauf, viele engagierte Referenten auf dem im März stattfindenden Camp kennen zu lernen.

 

Phillip, Jahrgang 1983, gebürtiger Hannoveraner, dessen Namen fast jeder erst mal falsch schreibt.

An der TU Berlin habe ich Geschichte und Kommunikationswissenschaften studiert. Ich bin neu im Team PR- und Öffentlichkeitsarbeit und arbeite gemeinsam mit Catrin und Michael. Gerade die projektbezogene Pressearbeit werde ich in Zukunft verstärken. Deswegen werde ich auch viel mit Nicole zusammen arbeiten und ihr immer Mal wieder eine helfende Hand reichen. Viele Baustellen also, aber Kopf-Wirrwarr bin ich durch meine Tätigkeiten bei verschiedenen Medien und Verlagen sowie der ehrenamtlichen Pressearbeit beim Kongress atoms&bits ja bereits gewohnt. Schon vorher habe ich die Wikipedia zur täglichen Recherche genutzt. Die Idee des freien Wissens nun hauptberuflich voranzutreiben und publik machen zu dürfen, ist für mich eine große Ehre und anspornende Aufgabe zugleich.

So, dann gehen wir mal Kaffee trinken und das Mate-Lager plündern. Im Anschluss wird wieder gearbeitet. Versprochen!

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