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Die Digitalen Römer – Wikidata trifft Archäologie

 

Teilnehmer des Symposiums
Foto: Katja Ullrich (WMDE) CC-BY-SA 3.0

Am Samstag, den 16. März hat Wikidata die Archäologie getroffen.
Bei dem eintägigen Symposium zur Anwendung von Geodaten in den Alterswissenschaften wurde oft die Datenwelt rund um den Limes, den Grenzwall des Römischen Reiches zwischen dem 1. und dem 6. Jahrhundert n.Chr., als Beispiel für gelungene Ansätze der digitalen Wissensvermittlung herangezogen.

Für mich als in Hessen geborenes Präsidiumsmitglied, der oft das Kastell Saalburg in seiner Jugend besuchte, eine Möglichkeit in Erinnerungen zu schweben. Wir trafen uns, im Gegensatz zum ersten Treffen des Wikipedia-Limesprojekt nicht auf der Saalburg, sondern in der wunderbaren Bibliothek des Auswärtigen Amtes in Berlin.

 

Das Symposium war ein Kooperationsprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und der Wikimedia Deutschland e.V. – Dank für die Möglichkeit in diesem Rahmen zu produktiver Arbeit zusammenzukommen geht an Nicole Kehrer, Pressereferentin des DAI, Prof. Dr. Reinhard Förtsch, dem wissenschaftlichen Direktor für Informationstechnologien am Deutschen Archäologischen Institut und der Spiritus Rector des Symposiums und an Barbara Fischer, Kuratorin für Kulturpartnerschaften bei der Wikimedia Deutschland e.V.

Bevor es am Schluss des Symposiums engagiert um die Zukunft der breiten Wissensvermittlung sowie die Chancen und Umsetzungsschritte einer offeneren Wissenschaft und Gesellschaft ging, wurden einige beeindruckende Tools und Plattformen vorgestellt. Diese zeigen auf unterschiedlichste Weise, wie mit dem offenen Austausch von Daten der Alterswissenschaften breite Bevölkerungskreise und interessierte Fachöffentlichkeit neue Wissenswelten betreten können.

Gerade die karten-basierte Darstellung von historischen Fakten in Raum und Zeit zeigt besonders schön die Potentiale für Wissen und Bildung, wenn offene strukturierte Datensätze zusammenfliessen. Ein wunderschönes Beispiel, das aus einer privaten Initiative entstanden ist, wurde von René Voorburg vorgestellt. Ursprünglich entwickelt, weil er mit seinen beiden Söhne unterwegs eine altertümliche Stätte des Limes gesehen hatte, entwickelte er mit großer Leidenschaft und später einigen Mitstreitern vici.org „Veni, vidi, [wi:ki:]“ Eine Online-Karte, auf der man die historischen Stätten verorten kann.

Bibliothek des Auswärtigen Amtes Berlin
Foto: Katja Ullrich (WMDE) CC-BY-SA 3.0

Dr. Elton Barker von der Open University, Southhampton präsentierte Pelagios (Pelagios: Enable Linked Ancient Geodata In Open Systems), einen Netzwerkknoten für Linked Open Data in der weiten See der Altertumswissenschaften. Eine weitere, bereits beeindruckend umfangreiche karten-basierte offene Datenbank wurde von Prof. Tom Elliot (University of Alabama, Tuscaloosa, USA) vorgestellt: Pelaides. In seinem Vortrag zeigte er beispielhaft, wie sich die verschiedensten offenen Datenbanken weltweit vernetzten und somit neue Chancen entstehen.

Im Rahmen des erst kürzlich weltweit gestarteten Wikidata-Projektes wurde vom RENDER-Team die interaktive Limes-Karte vorgestellt, mit der der User sehen kann, wie sich der Limes mit seinen Kastellen über die Jahrhunderte entwickelte. Das seit 7 Jahren in der Wikipedia laufende Limesprojekt wurde von seinem Initiator Hartmann Linge mit einer beeindruckenden (Zwischen)-Bilanz vorgestellt.

„Quo vadimus?“ – Zum Schluss des Symposium gab es noch eine lebendige Diskussion, in die sich auch Peter Henrich von der Deutschen Limes Kommission kritisch einbrachte. Es wurde die Notwendigkeit deutlich, dass unnötiger Streit auf der operativen Ebene einem neuen Bewusstsein weichen sollte. Einem Bewusstsein dafür, dass „altehrwürdige Gatekeeper“ und die Vertreter einer offeneren Wissenswelt aufeinander zugehen müssen, damit gesellschaftliche Ziele definiert werden können, wie wir verantwortungsvoll eine neue Qualität in der Wissensvermittlung und den Erkenntnisgewinn für jedermann und jedefrau in einer digital vernetzten Welt gestalten können. Wikidata, wenn auch noch jung, stellt hierfür eines der Werkzeuge dar, mit denen Wissensfelder und Sprachen überwunden werden können. Ein spannender Aufbruch, gemeinsam frisch ans Werk.

 

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„Schulbuch-O-Mat“ – Ein freies Schulbuch zum Mitmachen!

Mit der „School-Of-Open“ hat unsere Tour durch Freie Projekte rund um das Themenfeld der Open Educational Resources (OER) begonnen mit einem Projekt für ein Freies Schulbuch geht es weiter! Projekte zum Mitmachen stellen sich vor und suchen Unterstützung!
Das Projekt Schulbuch-O-Mat hat sich zum Ziel gesetzt ein Freies Schulbuch (unter Creative Commons -Lizenz) zu verfassen. Nächsten Freitag habt ihr in Berlin die ultimative Gelegenheit die Macher des Schulbuch-O-Mat-Projekts zu treffen und sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Es wird ein Arbeitstreffen werden, dass wirklich den Begriff „arebeiten“ verdient hat, denn das Projekt ist mitten drinnen!
Eingeladen sind Bio-Lehrer/innen, Lehrer/-innen, Student/-innen, Kreative – Förderer freien Wissens, die ihr Wissen und ihre Kenntnisse für ein CC BY-SA Bio-Schul-E-Book begeistert zur Verfügung stellen.

Mitzubringen: Bereitschaft, ein Unterkapitel (eine Seite) des Schulbuches an diesem Nachmittag gemeinsam mit einem Team fertigzustellen. Von Quellenauswahl, über Recherche, Lizenzprüfung, didaktischer Anpassung und finaler Umsetzung in LOOP (Mediawiki-Technik) spannt sich der inhaltliche Bogen des Workshops.
Wir freuen uns sehr, das Projekt bei uns begrüßen zu können und hoffen, dass sich viele helfende Hände finden, die den Community-Gedanken des Projekts unterstützen. Für Getränke und Internet ist gesorgt.

 

Wann: 22.3.2013, 13 bis 17 Uhr

Was: Offener Workshop

Wer: SCHULBUCH-O-MAT

Wo: Wikimedia Deutschland e.V., Obentrautstraße 72, 10963 Berlin

Um Anmeldung vorab per Mail wird gebeten.

 

 

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Wikimedia traf die „School of open“

Das erste Treffen der deutschen „Schoo of Open“ -Community fand am 2.3.2013 bei Wikimedia Deutschland statt. Der Verein zur Förderung Freien Wissens und Creative Commons luden dazu ein, sich einen Tag lang aktiv mit der „School of Open“, einer Initiative der P2PU-Universität und Creative Commons, zu beschäftigen. Ziel des Treffens war es:

Gemeinsam mit euch wollen wir einen Tag lang intensiv an dem Ausbau der bisherigen Kurse arbeiten. Es dreht sich daher alles um Tools und Themen rund um den freien Zugang zu Wissen. Jeder kann Kurse neu erstellen und übersetzen – aber am besten geht es gemeinsam. Nach einem kurzen Input von Creative Commons legen wir dann los mit der Arbeit. Also bringt eure Ideen und Themen mit und lasst uns gemeinsam unser Wissen teilen! (siehe Wikimedia Blog vom 15.2.2013)

Und los gings! Beeindruckend war die Begeisterung aller Teilnehmenden von Beginn an. Alle wollten direkt loslegen, um die Debatte um Open Educational Ressources in Deutschland voranzubringen. Nach einer Vorstellungsrunde und einer Einführung von Elly Köpf (WMDE) und John Weitzmann (CC) begann die Arbeit in Kleingruppen. Folgende Themen wurden für die Gruppenarbeit gefunden:

1. Wikimedia Commons ist die größte Freie Bilddatenbank. Viele sind jedoch unsicher in der Nutzung. Daher die Idee einen Kurs zu erstellen, der erklärt, wie man Dateien auf Wikimedia Commons hochlädt und was man beachten muss:
2. Viele Lehrer wissen nicht was OER ist und warum das für die Lehre wichtig sein könnte:
Wie kommt OER also in die Schule? Hier gab es die Idee einenOER-Erklärkurs zu machen, was die Vorteile angeht.
3. Der bereits bestehende Kurs „Coyright for educators“  sollte übersetzt werden.
(Am Ende wurde er nicht umgesetzt, da anstatt dessen lieber 4. weiter verfogt wurde)
4. Als wichtig erachtet wurde es, einen Meta-Kurs auf Deutsch zu erstellen, der erklärt „Wie mache ich einen Kurs auf P2PU?“
Idee: „Übersetzen How to make a P2PU-course“. Hier ist noch einiges zu tun!
Das Fazit des Tages sieht folgender Maßen aus:

„School-Of-Open-Workshop WMDE“ by Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

  • Es ist einfach und macht echt Spaß!
  • Es sind 3 neue Kurse angelegt worden.
  • Es gibt noch viel zu tun! Kurse können ergänzt und übersetzt werden.
  • Wärend der Open Education Week wird die school of Open weiter Fahrt aufnehmen!
  • Das nächste Treffen der school of open wird im Rahmen des „Hive„-Berlin am 10.4.2013 in der Open Knowledge Foundation stattfinden
  • Die ersten 3 Kurse werden zur School of Open angemeldet
  • Hier könnt ihr alle News mitbekommen!
  • Hier könnt ihr mit diskutieren und euch vernetzen!
  • Und ganz wichtig zu Beginn eines neuen Projekts: Ihr könnt auch Bugs berichten! So wie wir am Samstag.
Es gibt noch viel zu tun und wir hoffen, dass wir mit diesem ersten Schritt dazu beitragen konnten das Thema Freie Bildungsinhalte in Deutschland voranzubringen! Weitere Informationen dazu, was wir an dem Tag besprochen haben findet ihr im Pad. Weitere Infos zum Thema OER in diesem Jahr noch so planen findet ihr auf unserer Projektseite. Bis bald also!
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Citizen Science oder der Versuch dies zu übersetzen

Die Leibniz-Gemeinschaft (vollständigWissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V.) ist ein Zusammenschluss deutscher Forschungsinstitute unterschiedlicher Fachrichtungen. Schreibt die Wikipedia. Letzten Donnerstag und Freitag fand das Kick-Off zum Forschungsverbund Science 2.0 der Leibniz Gemeinschaft in Hamburg statt. Der Forschungsverbund, zu dem Wikimedia Deutschland (WMDE) auf Initiative von Dr. Daniel Mietchen eingeladen wurde, fokussiert die Fragestellung, wie Web 2.0 Konzepte in wissenschaftlichen Forschungs- und Publikationsprozesse integriert werden. 26 Forschungsprojekte stellten sich an zwei Tagen vor. Dr. Nils Weichert, Bereichsleiter für WMDE Bildung und Wissen, Dr. Daniel Mietchen, Wikimedian, und ich als  Kuratorin für Kulturpartnerschaften loteten in vielen dieser Projektrunden mögliche Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit aus. Zwei Projekte, die ich besonders spannend fand: Das Projekt des ZEW Mannheim widmet sich der Fragestellung „Ökonomie- und Sozialwissenschaften in der Wikipedia“. Es untersucht zehntausende von Artikeln über ihre Entstehung, Vernetzung und Dynamik und wie stark Ökonome und Sozialwissenschaftler der Leibnizinstitute selbst als aktive Editoren in der Wikipedia agieren. Das Projekt Scholarlib der GESIS Sozialwissenschaftler will ganz bewusst Bedingungen schaffen, um Soziale Netzwerke mit wissenschaftlichen Inhalten aus Fachportalen stärker  zu verschränken. Hier könnten Wikimediaprojekte auf beiden Seiten eine Rolle einnehmen, sowohl als soziales Netzwerk als auch als Wissensportal. Alle Projekte hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Lizensierungsfragen gehörten zu den wiederkehrende Fragen. Oft fiel der Begriff Citizen Science. Ist Wikipedia Citizen-Science per se? Warum greifen Übersetzungen wie Bürger-Forschung oder Zivil-Wissenschaft nicht, was wäre die adäquatere Übersetzung? Ist die Wikipedia ein wissenschaftliches Publikationsmedium? Und wer zitiert wann in seinen wissenschaftlichen Arbeiten die Wikipedia?

Warum sind diese Fragen wichtig für uns? In der Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund Science 2.0 können wir viele nach wie vor  bestehende Fehleinschätzungen der Wikimedia-Projekte korrigieren, wir können werben für einen freien Zugang und die offene Weiternutzung der Ergebnisse aus den Forschungsprojekten des Verbundes, aber  auch generell für eine Open Access Policy mit einer dezidierten freien Weiternutzung der Forschungseinrichtungen  werben. Und wie die obigen Fragen zeigen, können wir in der Auseinandersetzung auch lernen, uns aus anderen Perspektiven zu sehen und unsere Projekte fortzuentwickeln. Wir haben in Hamburg vereinbart, dass wir  einen Kooperationsvertrag anstreben. Kernstück soll ein Wikipedian in Residence als zentraler Vermittler zwischen den Forschungsinstituten und Kultureinrichtungen der Leibniz Gemeinschaft und den Wikipedia-Communities sein.

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Wikimedia trifft die “School-Of-Open”

Open Educational Resources, also Freie Bildungsinhalte, werden in Deutschland derzeit viel diskutiert. Es wird in diesem Rahmen auch über Plattformen zum Mitmachen gesprochen, doch bislang sind die Angebote für Online-Kurse auf Deutsch noch sehr begrenzt. Das wollen wir ändern!

Wikimedia Deutschland setzt sich für die Förderung Freien Wissens ein. Im Bereich Bildung + Wissen beschäftigen wir uns in diesem Jahr intensiv mit dem Thema “Open Educational Resources” und dabei natürlich auch mit der kollaborativen Erstellung freier Inhalte. Nähere Informationen finden sich dazu in unserer Projektplanung für 2013, zu der Feedback und Anmerkungen immer willkommen sind. Wichtig ist es uns, Menschen zu vernetzen und über die Nutzung freier Inhalte aufzuklären. Gerade im Bildungsbereich gewinnen Formate zum Selbstlernen an Bedeutung. Bildung findet längst nicht mehr nur in Schulen statt, sondern ist ein Experimentieren und Hinterfragen klassischer Bildungsstrukturen und die aktive Partizipation und aktive Wissensaneignung geworden.

Beginnen wollen wir das Jahr daher mit einem Workshop gemeinsam mit Creative Commons und der Initiative “School of Open” ! Die Initiative von Creative Commons und der Peer-2-Peer University (P2PU) hat das Ziel, Onlinekurse zu entwickeln, die dabei helfen, freie Inhalte und Tools zu erstellen, zu nutzen und weiterzuentwickeln. Es gibt bereits englische Kurse zu Wikipedia und zur Nutzung freier Inhalte, aber bislang noch nichts auf Deutsch. Auch zum Thema „Freie Bildungsinhalte“ ist noch nichts in den Kursen vertreten. Es gibt also noch viel zu tun. Im Rahmen der Open-Education-Week kann dann weiter daran gearbeitet werden.

Gemeinsam mit euch wollen wir einen Tag lang intensiv an dem Ausbau der bisherigen Kurse arbeiten. Es dreht sich daher alles um Tools und Themen rund um den freien Zugang zu Wissen. Jeder kann Kurse neu erstellen und übersetzen – aber am besten geht es gemeinsam. Nach einem kurzen Input von Creative Commons legen wir dann los mit der Arbeit. Also bringt eure Ideen und Themen mit und lasst uns gemeinsam unser Wissen teilen!

Links:
https://p2pu.org/en/schools/school-of-open/
http://creativecommons.org/weblog/entry/33041

Wann:  Samstag 2.3.2013, 11.00 – 16.00 Uhr

Was: Offener Workshop

Wer: Wikimedia Deutschland, Creative Commons Deutschland, Begeisterte Förderer Freien Wissens, die Lust haben ihr Wissen zu teilen

Wo: Obentrautstraße 72, 10963 Berlin
Anmeldung bitte bis zum Mittwoch 27.2.3013 per Mail

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Goethe trifft Wiki

 

Gastbeitrag von Aleksander Dera

Das Goethe-Institut Budapest hat im Jahr 2011 ein Projektwiki mit dem Titel “Bildung macht Schule” angelegt, in dem länderübergreifend an durch das Goethe-Institut Budapest ausgewählten Schulen in der Region Mittelosteuropa an Freien Inhalten gearbeitet wird. In einer ersten Phase haben Lehrende mit ihren SchülerInnen Inhalte erarbeitet, die zunächst von den Lehrenden eingestellt wurden. In einem zweiten Schritt wurden nun die SchülerInnen direkt von unserem Referenten Aleksander Dera geschult, damit diese die Inhalte selbst einstellen können. Dabei standen die Aufklärung über und die Erstellung von Freien Inhalten im Mittelpunkt. Die Schulungen fanden im Oktober und November 2012 in Vilnius, Krakau und Budapest statt.

 

„Schnell mal ein Wiki machen“

Ob der alte Goethe sich wohl in einem Wiki zurechtgefunden hätte und seine Werke vielleicht sogar dort veröffentlicht hätte? Das Institut, das seinen Namen trägt, hat Gefallen an Wikis gefunden. Das Goethe-Institut, das u.a. die deutsche Sprache im Ausland fördert, hat ein Projekt gestartet, um ein Wiki auch im Deutsch-Unterricht einzusetzen. Wie die Teilnehmenden allerdings schnell merkten, heißt Wiki zwar schnell, aber „schnell mal ein Wiki machen“, dazu braucht es dann doch etwas mehr. Was liegt näher, als sich dieses bei den Fachleuten der Wikipedia zu holen?! Und so war ich, über Wikimedia Deutschland, im Einsatz in Vilnius, in Krakau und zuletzt in Budapest. Begleitet wurde ich von Michael Hauke vom Goethe-Institut in Budapest.

 

Hürdenlauf mit Mediawiki

Die Schüler, von 14 bis 18 Jahren, hatten die Aufgabe zuvor zum Thema „Armut“ in ihrer Umgebung zu recherchieren und die Materialien mitzubringen. Dies hatten sie mit Hilfe ihrer Lehrer auch meist fleißig getan. Weiterhin war das Deutsch, mit Ausnahmen, hervorragend. Jeweils Freitag und Sonnabend fanden die Kurse statt, für die Schüler ein zusätzlicher Schultag, in Vilnius noch dazu der Anfang der Ferien! Trotz allem waren sie bis zum Schluss hochmotiviert und interessiert. Als gestandener Wikipedianer war ich nun ganz verwundert, warum das ganze nicht an einem Tag erledigt werden könnte und vermutete die Sprache als Hinderungsgrund. Aber weit gefehlt. Mediawiki birgt mehr Hürden als man glaubt, vom Urheberrecht ganz zu schweigen.

 

Bilder sind nicht gleich Bilder

Foto: doctormo, CC-BY-SA 3.0

Zu Beginn eine Frage an die Schüler: Wie sieht ein guter Text aus? Das haben die Schüler erarbeitet und mir standen die Haare zu Berge. Texte müssten etwa unbedingt bunt sein, sonst ist es langweilig. Der „Aber-Die-Wikipedia-Richtlinie“-Reflex sprach an, wurde aber erfolgreich von mir unterdrückt. So gibt es nun Klicki-bunte-Texte, bunte Hintergründe, Linkcontainer, usw.

Ins Urheberrecht der drei Staaten musste ich mich kurz einarbeiten, aber zum Glück ist es nicht so unterschiedlich; Details waren nicht gefordert. Die Schüler waren schon mit den Grundlagen ausgelastet. Trotz „Theorie-Kurs“ und nachfolgender praktischer Übungen wurden geschützte Bilder hochgeladen. Auf Nachfrage waren sie dann auch in der Lage zu erklären, warum sie gerade eine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Auch für mich eine interessante Übung; viele „böse Urheberrechts-Vandalen“ sind vielleicht schlicht überfordert.

Am Ende hatten die Schüler dann Artikel mit unterschiedlicher Qualität erstellt, einiges gelernt und auch Spaß gehabt. Das Interessanteste für die Schüler? Nein, ich glaube nicht, dass es zu erraten ist: das Urheberrecht! Die Schüler gaben in ihrem Feedback explizit das Thema als besonders interessant und spannend an. Meine Verwirrung hat sich immer noch nicht gelegt.

Persönlich waren es eine sehr interessante Erfahrung und ich hoffe, dass das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt wird.

Aleksander Dera

 

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Schulbuch-o-Mat – Ein Freies Schulbuch im Selbstversuch

By Jkadavoor, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

„Ein Schulbuch unter einer freien Lizenz sollte man mal machen, in einem Bundesland anwendbar sollte es sein und am besten gemeinsam von vielen erarbeitet werden sollte es“, sagten die einen. – „Aber nein, ohne einen Verlag dahinter ist so ein Projekt gar nicht möglich!“ sagten die anderen.

Der Wunsch nach einem Best-Practice-Beispiel durchzieht die deutsche Debatte um Open Educational Resources (OER) und das davon konkret betroffene klassische Schulbuch seit Beginn diesen Jahres. Nun haben sich Heiko Przydhodnik und Hans Wedenig dieser großen Aufgabe ein Freies Schulbuch (unter Creative Commons -Lizenz cc-by) zu verfassen, angenommen.

Ihr Thema: Die Biologie! Seit dem 14.11.2012 haben sie begonnen, Spenden für ihr Vorhaben, ein Freies Schulbuch für die 7./8. Klasse innerhalb des Rahmenlehrplans der Sek1 Berlin zu sammeln. Innerhalb kurzer Zeit berichteten Netzpolitik und andere Medien über ihr Vorhaben. Auf die Berichte müssen nun Taten folgen, um dieses Projekt zu einem erfoglreichen Ende zu bringen, denn es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wikimedia Deutschland unterstützt dieses Vorhaben daher mit 500€ und dem Aufruf um weitere Unterstützung.

Warum spenden? Für Wikimedia begründet sich das mit dem Vereinsziel, Freies Wissen in der Gesellschaft zu fördern. Dies steht hinter allem was wir tun. Aber einige Gründe können für viele gelten: Der Themenbereich Open Educational Resources bietet nun einen konkreten und wirkungsmnächtigen Anlass, das Ziel Freien Wissens im Alltag der Menschen zu verankern. Freie Bildung ist eine zentrale Schnittstelle dafür. Innerhalb diese Themenfeldes bietet das Freie Schulbuch ein ganz konkretes Beispiel, den Mehrwert und die Chancen Freier Inhalte für alle sichtbar zu machen und Nachahmungseffekte auf breiter Basis auszulösen. An die Erstellung des Buches knüpfen sich natürlich eine ganze Reihe weiterer Themen, die sich rund um Aufklärung und Unheberrechtsfragen ranken. Grundlage aller weiterer Schritte bleiben jedoch Initiativen einzelner Vorreiter.

Was nun? Das Projekt ist gerade erst gestartet, immernoch fehlt der Großteil der benötigten 10.000€. Unter den bisherigen Unterstützern finden sich bereits bekannte OER-Vertreter ebenso wie Lehrer und Eltern. Wir können nur dazu aufrufen, sich an dieser Initiative zu beteiligen, um der Freiheit der Bildungsmaterialien ein Zeichen zu setzen.Wer kein Geld geben kann, der kann auch direkt mit den beiden Initiatoren in Kontakt treten und anderweitig helfen. Jede Hilfe ist wilkommen!

Und was wenn …? Ein solches Pilotprojekt ist natürlich nicht gefeit davor, dass es scheitert. Dessen sind sich alle bewusst. Aber hätten sich die Autoren hinter der Wikipedia diese Frage zu Anfang allzu oft gestellt, gäbe es Wikipedia heute sicher nicht. Frei nach der Devise der Wikipedia wünschen wir dem Projekt demnach alles Gute und hoffen, dass es viele weitere Unterstützer (egal ob finanziel oder auf anderen Wege) findet: Seid mutig!

PS: Und wer weiß, vielleicht ist es auch ein Bild aus Wikimedia Commons, dass schon ein erster Schritt sein kann ...

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Freie Inhalte in der Schule: Willst du noch oder teilst du schon?

Skizze OER-Motivationsfilm, Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

Am Wochenende trafen sich in Ilmenau beim EduCamp wieder einmal Lehrer, Bildungsaktivisten und Querdenker, um über Bildung in Zeiten des Web 2.0 zu diskutieren. Die dortigen Gespräche bieten einen guten Anlass, die dort angesprochenen Facetten rund um Open Educational Resources (OER) auf praktischer Ebene einmal zusammenzufassen.

Im Anschluss an das OER-Camp vor zwei Monaten in Bremen lag der Schwerpunkt meiner Gespräche diesmal auf der Frage, wie jeder Einzelne das Thema Open Educational Resources voranbringen kann. Gleich zu Beginn des Camps fand sich eine bunte Gruppe interessierter Pädagogen zusammen, um ein Konzept für einen OER-Motivationsfilm zu erarbeiten. Basierend auf den Ergebnissen des Wettbewerbs „Why Open Education matters?“ von Creative Commons (bisher nur auf Englisch vorhanden) haben wir uns über Chancen und Hinderungsgründe an der Beteiligung an OER ausgetauscht und einen ersten Entwurf für eine Skizze erarbeitet. Wer die Ideen weiterspinnen will, der tue das. Ganz im Sinne kollaborativen Arbeitens freuen wir uns über eine Weiterentwicklung und Umsetzung.

Willst du noch …?

Bei der Erarbeitung der Motivationsskizze wurden Hinderungsgründe gesammelt, die Lehrende davon abhalten ihre Inhalte freizugeben. Genannt wurden:

  1. Angst: Sowohl vor dem Abmahnwesen der Verlage als auch vor der Rückmeldung der Kollegen
  2. Unkenntnis über Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und sonstige rechtlichen Fragen.
  3. Vermischung von digital verfügbar und rechtlich frei weiterverwendbar: Es besteht oftmals der Eindruck, dass es doch schon viele „frei verfügbare“ Materialien im Netz gibt.  Warum man selbst auchnoch Inhalte freigeben sollte erscheint daher (s.o.) als unlogisch.
  4. Remix: Unklarheit über die Frage wo ein neues Werk beginnt und wie weit ein bestehendes geschützt ist.
  5. Mentalität zu teilen: Der Mehrwert kollaborativen Arbeitens ist bei Lehrenden noch wenig praktiziert. „Andere nutzen meine Inhalte und sehen dann, wo meine Schwächen liegen“ anstatt einer positiven Sicht auf das gemeinsame Weiterbearbeiten.

… oder teilst du schon?

Skizze zu OER (Ausschnitt), Ralf Appelt, CC-BY-NC-SA 3.0

Auch Chancen von OER wurden in der Session gesammelt:

  1. Aktualität der Inhalte durch die Bearbeitbarkeit gegenüber Schulbüchern
  2. Niedrige Kosten bei der Beschaffung als Lehrer
  3. Mehr Zeit für Methodenplanung
  4. Virtuelles Teamwork: Die Förderung der Idee, sich beim gemeinsamen Arbeiten weiterzuentwickeln
  5. Längerfristige Zeitersparnis durch mehr Vielfalt an Inhalten (Remix)
  6. Remixen mit Schere und Klebstift ist bereits Praxis

Aufbauend auf diesem Start ins Wochenende teilte sich das weitere Wochenende in die Aspekte „erstellen und weiterverwenden“ und „Finden“ freier Inhalte.

Erstellen und weiterverwenden

In der samstäglichen Session zu dem freien Lehrbuch der Initiative „L3T“ wurde Aspekt der Erstellung die Problematik des Formats angesprochen. Ein als PDF vorliegendes Lehrbuch wird, trotz freier Lizensierung, als geschlossenes Buch wahrgenommen und der Gedanke „Bücher zu zerschnippeln“ sei doch eher unüblich. Probleme der Weiterverwendung wurden am Sonntag in der Session „Du darfst…“ aufgegriffen. Idee der Session war es, Lehrenden aufzuzueigen was sie konkret mit dem bestehenden Urheberrecht und der Creative Commons-Lizenzen tun dürfen. Weg vom Verbot hin zur Ermutigung! Hier wurde zugleich das Potential einer positiven Herangehensweise sichtbar. Zum Beispiel: Lehrer, die selbst Inhalte frei lizensieren können auf den von Creative Commons angebotenen Lizenzgenerator zurückgreifen. In wenigen Abfrageschritten wird hier die gewünschte Lizenz ermittelt.

Ein Beispiel für die kollaborative Erarbeitung von Onlineinhalten wurde in einer abendlichen Runde am Beispiel von Wikiversity und dem ZUM.Wiki diskutiert. Beide Plattformen unterstützen Lehrer dabei Freie Inhalte kollaborativ zu entwicklen und beide Plattformen suchen nach Unterstützung. Ein auf beiden Plattformen aktiver Benutzer erzählte von seinen Erfahrungen und brachte sein Problem in der Arbeit mit Wikiversity auf den Punkt: Die komplizierte und daher fehlende Einbindung von Multimediainhalten. Aus seiner Sicht sind gerade Videos eine wichtige Säule beim onlinebasierten Lernen 2.0. Das Gespräch endete damit, dass der Wunsch geäußert wurde gegenseitig stärker voneinander zu profitieren. Wie dies geschehen kann, liegt jedoch in der Hand der aktiven Autoren.

Weitere Tipps zum Erstellen freier Inhalte finden sich außerdem in dem parallel zum EduCamp veröffentlichten Dossier zu Open Educational Resources von pb21.

Finden

Auch die Frage wie ein Lehrer freies Material finden und wie er seine eigenen Inhalte auffindbar machen kann, beschäftigte einige beim EduCamp. Ein spannendes Beispiel bietet hier die Verwendung von Tags, die Inhalte im Netz kategorisieren und damit auffindbar machen. Die schlichte Idee freie Inhalte auffindbar zu machen indem sie mit maschinenlesbaren Lizenzen versehen werden, kann große Wirkung erzielen. Auf der Webseite zu EduTags wird erklärt wies geht! Ein weiterer Aspekt, der für das Auffinden Freier Inhalte für Lehrer hilfreich ist, ist die erweiterte Suchfunktion der großen Suchmaschinen, die man hier im Überblick findet. Für die Unterrichtsvorbereitung mit Freien Inhalten, empfiehlt sich ebenfalls ein Blick in die komplett frei lizensierten Wikimediaprojekte Wikimedia Commons (Bilder), Wikisource (Freie Quellensammlung).

Vielen Dank an das Orga-Team des EduCamps Ilmenau und die vielen interessanten Gespräche. Abschließend bleibt festzustellen, den meisten Diskussionen rund um OER würde das Thema einer der letzten Sessions gut tun: Ermutigung! Denn jeder kann sich aktiv beteiligen und an der Verbreitung und Erstellung Freier Inhalte mitwirken.

Wer Interesse hat, den Dialog zum Thema OER fortzusetzen, der kann mich gerne persönlich oder per Mail ansprechen. 

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Zwei Wikimaniacs – Ein Rückblick

Es berichten der Wikipedia-Autor Tim Moritz Hector, einer von 20 Ehrenamtlichen, die Wikimedia Deutschland mit einem Reisestipendium für die Wikimania unterstützt und Elly Köpf, Mitarbeiterin von Wikimedia Deutschland im Bereich „Bildung und Wissen“.

By FelixH, CC-BY-SA-3.0

Die Wikimania 2012 ist fast vorbei und Tim Moritz und Elly stellen fest: Es gab eine Reihe an Begriffen, welche uns durch die gesamte Veranstaltung begleitet haben:

Neulinge – Unterstützung –  Hilfe – Usability – Umgangsformen – Feedback – …

Alle beschäftigen sich mit der Frage, wie die Einstiegshürden für Neulinge gesenkt werden können und was die Community dazu beitragen kann. Auch Sue Gardner (Executive Director Wikimedia Foundation) brachte in ihrer Abschlusssession die Aufgabe an die Community zum Ausdruck,  eine freundlichere Athmosphäre für Neulinge zu schaffen und bezog sich dabei auf die sinkende Anzahl an Neuautoren.

Es gibt viele Ansätze und Ideen, wie diesem Problem begegnet werden kann, daher möchten wir unsere Highlights dazu mit euch teilen:

  • Hilfeseitenprojekt in Wikipedia von Peter Coombe (Fellow Wikimedia Foundation): Den „Wildwuchs“ der Hilfeseiten neu zu strukturieren.
  • Teahouse  initiiert von Sara Stierch (Fellow Wikimedia Foundation): Ein Ort in der Wikipedia, an dem Neuautoren auf freundliche Art und Weise Unterstützung bekommen und sich im Bereich „Guests“ auch einander vorstellen können.
  • Feedback-Tools, Templates und Moodbars: wie Tim Moritz bereits in seinem Blogpost berichtete. Auch die Foundation berichtete in ihrem Blog über den Moodbar.
  • Bildungsprojekte: Wie Elly bereits in ihrem Blogpost berichtete. Zudem fand im Rahmen der Wikimania gestern abend ein Education Meetup statt, auf dem sich Wikimedia-Bildungsprojekte aus der ganzen Welt vernetzte.
  • und vieles mehr!

Es wird sich zeigen, welche dieser Ansätze von der deutschsprachigen Community Unterstützung finden. Sie bieten in jedem Fall ausreichend Spielraum für individuelle Anpassungen und laden zu dem ein, was den Unterstützern Freien Wissens im Blut liegt: Dem Remix!

 

 

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„Wikipedia und Bildung“ – Eine Reise durch die Wikimedia-Welt

By Rock drum, CC-BY-SA 3.0

In Washington dreht sich derzeit einiges um die Frage, wie man neue Unterstützer für die Idee Freien Wissens gewinnen kann. Auf der Wikimania, dem größten Treffen der Wikipedia- und Wikimediabewegung, wird neben technischen Aspekten der Usability auch über die Rolle von Bildungsprojekten für die Gewinnung neuer Autoren diskutiert.

So viele Projekte gibt es in den unterschiedlichen Ländern, dass man kaum einen Überblick über alle Aktivitäten haben kann. Eine Konferenz von dieser Größe bietet hier den perfekten Einstieg in die Recherche internationaler Projekte und Aktivitäten. Da beginnt sie also, meine „Reise“in die Wikimedia-Bildungswelt:

Den Anfang findet meine Reise  – natürlich –  in den USA. In einer Session zum Thema „College Students‘ Perceptions of the Wikipedia-Assignment Experience“ berichtet Mona Ibrahim von Ihren Erfahrungen, die sie als Psychologieprofessorin am Concordia College in Minnesota gemacht hat. Sie hat einen genauen Ablauf eines Wikipedia-Projekts formuliert. In diesem beschreibt sie genau, worauf ein Dozent achten sollte. Besonders wichtig ist aus ihrer Sicht das direkte Vorführen des Bearbeitens eines Artikels im Kurs und der Hinweis auf fehlende Seiten, die in der Wikipedia noch benötigt weden. Dennoch beschreibt sie das Feedback der Studenten wie folgt:

Ich hatte das Gefühl mehr Schaden anrichten zu können, als Gutes tun zu können.

Meine zweite Station führte mich direkt nach Mexiko. Leigh Thelmadatter berichtete von Ihren Erfahrungen mit Wikipedia in der Universität. Ihr Ansatz in den Sozialwissenschafen ist es, die Vielsprachigkeit ihrer Studenten zu nutzen. „Wikipedia als fremde Kultur“ einzuführen, hilft ihr dabei, den Studenten die Eigenheiten zu vermitteln, die bei diesem Kulturschock auftreten können. Sehr spannender Ansatz, der das Schreiben eher als kulturelle Praxis wahnimmt und die Kommunikation in den Vordergrund stellt. Verbunden mit GLAM-Aktionen sieht sie ein großes Potential darin, Studenten durch soziale Aktivitäten zum aktiven Mitmachen zu gewinnen. Ihr Fazit: Schreiben muß Spaß machen und die Studenten persönlich und direkt ansprechen!

Persönliche Ansprache ist wichtig, da konnte ich das „Speed-Dating“ gleich dazu nutzen, mit einem Dozenten der Polytechnic of Namibia ins Gespräch zu kommen: Er arbeitet in seinen Seminaren bereits seit 2010 mit Wikipedia. In diesem Kontext beschäftigt er sich mit der Einbindung indigener Sprachen und gesprochenen Quellen. Sein Problem dabei liegt in der schwierigen Belegbarkeit mündlicher Überlieferunen und der Frage, wie er Studenten motiviren kann, weiterhin aktiv zu bleiben. Eine Frage, die in diesem Bereich immer wieder aufkommt.

Next stop: England! Sehr spannend, neben den vielen Aktivitäten rund um Monmouthpedia, ist die Zusammenarbeit von Wikimedia UK mit den Manchester Girl Geek Dinners. Das Konzept dahinter: Frauen treffen sich zum gemeinsamen Abendessen und lernen anschließend gemeinsam, wie man selbst aktiv wird in Wikipedia. Im September wird es zudem in Leicester eine Konferenz zu Wikipedia in Education geben.

Ich lege einen Zwischenstop auf meiner Reise rund um das Wikipedia-Bildungs- Universum ein. Bei unserem „Education Meetup“ stellen Denis und ich die Arbeit des Bereiches Bildung und Wissen vor und gemeinsam diskutierten wir Fragen rund um einzelne Aktionen zu Wikipedia im Bildungsbereich. Faszinierend, wie viele Initiativen es gibt! Erfreulicher Weise nutzten alle Teilnehmer diese Gelegenheit dazu, sich gemeinsam über Motivation und Hürden in der Arbeit mit neuen Autoren auszutauschen und zu vernetzen. Zeit für ein Zwischenfazit: Allen Programmen und Initiativen gemeinsam scheint die Erfahrung des negativen (oder gar fehlenden) Fedbacks zu sein und zur gleichen Zeit die Stärker der persönlichen Einladung und Unterstützung. Jedoch, die Reise hat gerde erst begonnen …

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