Wikimedia digitalisiert unveröffentlichten Augenzeugenbericht von Napoleons Russlandfeldzug

Scannen der Handschrift im Göttinger Digitalisierungszentrum
Scannen der Handschrift im Göttinger Digitalisierungszentrum

Gestern mittag war es soweit: der bislang unveröffentlichte Bericht eines Teilnehmers an Napoleons Russlandfeldzug wurde im Göttinger Digitalisierungszentrum digitalisiert. Die Scans der wertvollen Handschrift werden zunächst auf Commons hochgeladen und dienen anschließend als Grundlage für eine Veröffentlichung in der freien Quellensammlung Wikisource.

In seiner Schrift mit dem Titel Bemerkungen über den Feldzug gegen Rußland in den Jahren 1812 und 1813 mit Hinsicht auf Cultur, Sitten, Landesart und Gebräuche schildert ein Angehöriger eines unter Napoleon Bonaparte kämpfenden sächsischen Husarenregiments seine Erlebnisse auf dem Weg der Grande Armée ins russische Reich. Die der geschichtswissenschaftlichen Forschung bislang noch unbekannte Quelle gibt einen anschaulichen Einblick in die Erlebnis- und Gedankenwelt eines Teilnehmers des Feldzuges, an dessen Ende die Flucht und fast vollständige Zerschlagung von Napoleons Grande Armée stand.

Bilder vom Digitalisierungsvorgang sind auf Wikimedia Commons abrufbar.

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Kochen für die Wikipedia

Nilz Bokelberg (auf der re:publica 2007)
Nilz Bokelberg (auf der re:publica 2007)
Foto: heins-mit-z / Lizenz: BY-NC-SA

Wenn während der Europameisterschaft ein Deutschlandspiel im ZDF übertragen wird, haben es andere Sender schwer, dem etwas entgegen zu setzen. In diesem Fall zeigt man aufgrund der zu erwartenden niedrigeren Einschaltquoten lieber einmal eine Wiederholung.

Der Sender VOX zeigte so am vergangenen Sonntag eine Aufzeichnung der Sendung „Das perfekte Promi Dinner“ vom 10. Juni 2007. Am Herd standen Nicole Belstler-Boettcher, Michaela May, Thomas Fuchsberger und Ex-VIVA-Moderator Nilz Bokelberg.

Ohne die Leistung der anderen Teilnehmer zu bewerten: Nilz beim Kochen zuzuschauen ist definitiv lustig. Er gehört zur „Internet-Generation“ und so wird das Rezept auch schnell online auf dem neben der Spüle stehenden Laptop nachgeschlagen. Interessant für Wikipedianer wurde es aber besonders am Ende der Sendung – was wir letztes Jahr noch nicht bemerkt hatten: Nilz kündigte an, seinen Gewinn auf ein Obdachlosenprojekt und Wikipedia zu verteilen. Vielen Dank!

Grund genug, ihm ein paar Fragen zu stellen:

Tim: Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Teil deines Gewinns gerade für Wikipedia zu spenden?

Nilz: Ich glaube es ist wichtig für die Leute zuverlässige Wissensquellen zu haben. Nun kann in der Wikipedia ja auch immer alles geändert werden – man könnte sie also für unzuverlässiger als alles andere halten. Aber diese offene Struktur hat sich letzten Endes doch bewährt und das finde ich nicht nur großartig, sondern auch wichtig. Freies Wissen für alle, nur so kann das was mit dem mündigen Bürger werden.

Tim: Kannst du dich noch an deinen ersten Kontakt mit der Wikipedia erinnern?

Nilz: Puh… nicht wirklich. Aber ich war wohl ziemlich beeindruckt und habe wohl auch am Anfang nicht ganz verstanden, was das eigentlich sein soll. Müsste über Google da gelandet sein. Aber das ist ja auch das Schöne bei Anwendungen, die so wichtig im Alltag für einen selbst geworden sind: Es fühlt sich an, als seien sie schon immer da gewesen.

Tim: Hast du schon selbst Bearbeitungen vorgenommen oder neue Artikel verfasst?

Nilz: Ne gar nicht. Ich habe wohl mal einen Account angelegt und ich weiss auch noch das ich irgendetwas ändern wollte, was nicht stimmte, aber ich kann einfach nicht faktisch schreiben. Deswegen hab ich es lieber gelassen, anstatt das Thema einer Löschdiskussion zu werden…:)

Tim: Falls du die Möglichkeit hättest, dir drei beliebige Veränderungen an der Wikipedia zu wünschen, die direkt umgesetzt werden. Was würdest du ändern?

Nilz: So spontan fällt mir da gar nichts ein. Ich finde zu gewissen Zeitpunkten die Relevanzdiskussionen etwas übertrieben, denn ob der SV Hintertupfingen eine sportliche Relvanz in der Geschichte des Eisstockschiessens hat, sei erstmal dahin gestellt. Da er aber ein existierender Verein ist oder war, müsste das meiner Meinung nach schon reichen für einen Eintrag. Denn wenn das in 10 Jahren auch nur ein einziger sucht, dann hat sich der Eintrag schon gelohnt. Falls er hilfreich war. Privatpersonen brauchen wirklich keinen Eintrag.

Tim: Du bist ja mit deinem Blog Weltfrieden selbst seit geraumer Zeit im „Web 2.0“ aktiv. Wie siehst du die Zukunft von traditionell erstellten Medien im Verhältnis zu Angeboten, die auf UCG (=user generated content) aufbauen? Welche Vor-/Nachteile gibt es nach deiner Auffassung bei den jeweiligen Ansätzen?

Nilz: Ich denke das alles kann nur funktionieren, wenn es sich noch mehr verzahnt. Nur das eine oder das andere ist mittlerweile zu wenig. Allerdings bringt es auch nichts sich andauernd gegenseitig die Köppe einzuhauen. Von wegen Blogger-vs.-Journalismus-Debatte. Die deutsche Blogosphäre tut sich schwer mit ihrer Professionalisierung resp. Kommerzialisierung. Man kann manchen Leuten einfach nicht oft genug über den Kopf streicheln und sagen: Nein, es ist wirklich nicht schlimm, wenn jemand mit dem was er gerne macht Geld verdient. Die Diskussion zehrt an den Kräften deutscher Blogs und schwächt ihre Position im Ganzen. weil sie sich dann wieder auf dieses Thema einlassen müssen, das wirklich niemanden ausser Blogger selbst interessiert, und selbst da auch nur einen kleinen Teil. Ich habe mich zum Beispiel davon verabschiedet, übers bloggen zu bloggen, weil das „normale“ User einfach mal so gar nicht interessiert. Trotzalledem: Ich möchte auf meine mogendliche auf Papier gedruckte Zeitung nicht verzichten. Die hat schon den absoluten Vorteil, das ich sie auch mit aufs Klo nehmen kann, was mit einem Laptop immer ein ziemlicher Act ist. Beide Medien können wunderbar nebeneinander exitieren, sie müssen sich nur aufeinander einlassen. Und vom anderen lernen. Deswegen lese ich zum Beispiel so gerne Niggemeier, weil der quasi „Best of both Wolds“ verkörpert. Bloggender Journalist oder journalistischer Blogger. Desweiteren sollen alle aber auch das bleiben, was sie sind: Blogger oder Journalisten. Bitte nicht den anderen nachahmen…

Tim: Warum hat dein Wikipedia-Artikel noch kein freies Foto von dir? :-)

Nilz: Dann sollt ich wohl mal eins hochladen, aber ich habe immer Angst etwas zu dem Eintrag über mich beizusteuern, weil das dann immer so aussieht, als wenn ich den gepimpt hätte, um besser dazustehen…:) Und die Löschdiskussion um mein Foto würde ich wohl nicht ertragen…

Tim: „Nilz in 3 Sätzen“?

Nilz: Ich halte mich für stylischer, als ich bin. Ernähre mich, hauptsächlich, von Kommunikation, Musik, Nikotin, Wasser mit Fruchtgeschmack und Saté-Spiessen. Und ich kann nicht streiten.

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Qualifizierungsprogramm für ältere Ehrenamtliche zu „Wikipedia-Trainern“ gestartet

Mit finanzieller Unterstützung von Wikimedia Deutschland startete am vergangenen Montag die weltweit erste Qualifizierung für ältere Menschen zu „Wikipedia-Trainern“. Langfristiges Ziel ist es, die bislang vergleichsweise geringe Beteiligung älterer Menschen an der Wikipedia zu erhöhen. Die zukünftigen Wikipedia-Trainerinnen und -Trainer sollen dazu befähigt werden, eigene Wikipedia-Autorenschulungen in Senioren-Internetcafés durchzuführen.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung trafen sich im Diakonischen Werk in Düsseldorf rund 20 Ehrenamtliche aus Senioren-Internetcafés und Bildungseinrichtungen. In Vorträgen und Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen ersten Blick hinter die Kulissen der Wikipedia werfen.

Der Kurs unter dem Titel „Wikipedia in Senioren-Internetcafes“ ist auf sechs Wochen ausgelegt und wird über die „Virtuelle Ideenschmiede“ auf der Lernplattform des Forums Seniorenarbeit NRW angeboten. Auf eine Einführungsphase, in der Grundkenntnisse im Umgang mit der Wikipedia vermittelt werden, folgt eine Werkstattphase, in der gemeinsam Konzepte für Wikipedia-Einsteigerseminare entwickelt werden sollen.

Die im Anschluss an den Onlinekurs geplanten Angebote vor Ort sollen von älteren Ehrenamtlichen in Senioren-Internetcafés durchgeführt werden. Diese Senioren-Internetcafés sind mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, Verbänden und freien Trägern in vielen Orten in Nordrhein-Westfalen entstanden.

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Wer macht kollaborative Mitmach-Websites barrierefrei?

Ganz wikimäßig stiegen wir am gestrigen Dienstag in den Workshop „Der Beitrag der Nutzer zur Barrierefreiheit“ ein. Die Aktion Mensch veranstaltete die Tagung „Konzepte und Zukunftsbilder für ein barrierefreies Internet“ und hatte Experten und Webworker eingeladen, über Barrierefreiheit im so genannten Web 2.0 zu diskutieren. Als Vertreterin von Wikimedia e.V. durfte ich den o.g. Workshop mit drei Experten moderieren. Das waren Michael Jendryschik als Webentwickler, Nicole Weißkopf vom deafhood blog bei chip.de und Maria aka Benutzer:lecartia als Vertreterin des BIENE-Projekts in Wikipedia. Weiterlesen »

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Gesichtete und geprüfte Versionen nun aktiv

Nicht ganz zwei Monate nach der klaren Aussage, dass die gesichteten und geprüften Versionen in der deutschsprachigen Wikipedia „bald“ implementiert werden, ist es nun soweit! Letzten Samstag gab es in den frühen Morgenstunden einen Testlauf, bei dem noch einige wenige Fehler auftraten, die nun behoben wurden. Heute, am 6. Mai, wurde nun die Erweiterung erneut in der deutschsprachigen Wikipedia angeschaltet.

Da die Funktionalität erst heute aktiviert wurde, ist die große Mehrzahl der Artikel momentan noch nicht gesichtet. Weitere Informationen zur Vorgehensweise finden sich auf der Seite Hilfe:Gesichtete und geprüfte Versionen.

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Mathematisches Forschungsinstitut Oberwolfach stellt Bilder unter CC-Lizenz

Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach ist seit über 60 Jahren ein Ort, an dem sich die besten Mathematiker der Welt treffen, um in der Abgeschiedenheit des Schwarzwalds, aber mit einer ausgezeichneten Bibliothek, ihre Probleme zu diskutieren. Es gibt dort zwar kein Fernsehen und auf den Zimmern keine Telephone, aber es gibt dort Photoapparate und so ist im Laufe der Jahre eine ansehnliche Sammlung entstanden, 2005 durch eine Schenkung durch Karl Jacobs stark angereichert. Diese über 9000 Bilder sind Online unter der Seite http://owpdb.mfo.de/ zu finden. Nach langen Verhandlungen durch die Wikipedianer Kmhkmh und mich stehen seit gestern die Bilder an denen das MFO die Rechte hat unter der CC-by-sa, damit sie auch in der Wikipedia verwendet werden können. Die Sammlung enthält Photos unzähliger berühmter Mathematiker; ein echter Schatz für den Bereich Mathematik in der Wikipedia. Ein erstes Beispiel ist Paul Lorenzen und viele weitere werden folgen. Im Jahr der Mathematik gewinnt diese so ein Gesicht. Vielen herzlichen Dank an das MFO! Vielleicht ein Modell für weitere öffentlich geförderte Institutionen?

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Erweiterung der Blogosphäre

Nachdem unser Blog jetzt seit über vier Monaten läuft und von den Lesern gut angenommen wird, hat jetzt auch die Wikimedia Foundation ein Blog gestartet. Ab sofort findet man unter der Adresse http://blog.wikimedia.org/ Neuigkeiten aus dem Dunstkreis der Foundation. Zum Start wünschen wir ein gutes Gelingen.

Weitere interessante Neuigkeiten aus dem Wikimedia-Universum findet man nicht nur in unserem Blog, sondern auch im deutschsprachigen Planet Wikimedia. An dieser Stelle werden eine Vielzahl von Blogpostings in deutscher Sprache, die sich mit Wikimedia-Themen auseinandersetzen, zusammen aggregiert – sehr hilfreich für einen schnellen Überblick.

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Ein Hoch auf die edlen Spender!

Die Wikimedia Foundation hat eine auf drei Jahre verteilte Spende der Sloan Foundation über drei Millionen Dollar erhalten. (Alfred P. Sloan war von 1923 bis 1937 der Präsident von General Motors.) Aus diesem Anlass hat Wlada Kolosowa von jetzt.de ein Interview zum Thema Spenden mit mir geführt. Es geht unter anderem um die Fragen, wie wir überhaupt Spenden erhalten, wer spendet und wofür das Geld wieder ausgegeben wird. (Das Foto habe ich unter anderem schon für die Interviews mit der Süddeutschen und der Mitteldeutschen Zeitung verwendet, ich brauch wohl mal ein neues …)

Und die guten Nachrichten reißen nicht ab: Soeben wurde eine Spende über 500.000 Dollar von Vinod and Neeru Khosla an die Foundation bekannt! (Vinod Khosla ist Risikokapitalgeber und Mitgründer von Sun Microsystems.)

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Personalia

Drei Mitglieder des Vorstands von Wikimedia Deutschland werden sich zukünftig auch beruflich mit Wissensplattformen, der Wikipedia und Online-Communities beschäftigen.

  • Kurt Jansson wird ab April 2008 als Redakteur für das Portal Spiegel Wissen tätig sein. Über das Portal sind alle Texte des Spiegel seit seiner Gründung im Jahr 1947 kostenlos abrufbar, hinzu kommen Artikel der Bertelsmann-Lexika und -Wörterbücher sowie der Wikipedia. Neben der redaktionellen Tätigkeit wird er vor allem mit der konzeptionellen Weiterentwicklung der Plattform beschäftigt sein. (Weitere Informationen)
  • Frank Schulenburg leitet ab März 2008 den Bereich Public outreach der Wikimedia Foundation. Zu seinen Aufgaben gehört die Organisation weiterer Wikipedia Academies sowie die Entwicklung von Strategien zur Einbindung bislang in den Projekten unterrepräsentierter Gruppen wie etwa den Sprechern kleinerer Sprachen oder älterer Menschen. Darüberhinaus wird er neue Veranstaltungskonzepte und Materialien entwickeln, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Wikimedia-Projekte erhöhen und ihr Verständnis erleichtern. (Weitere Informationen)
  • Tim Bartel ist seit Februar 2008 als Country Manager Germany für Wikia tätig. Das vom Gründer der Wikipedia, Jimmy Wales, und Angela Beesley Ende 2004 gegründete Unternehmen bietet einen kostenlosen Hosting-Dienst für Wiki-Projekte und arbeitet an der Weiterentwicklung der Suchmaschine Wikia Search, die Anfang Januar 2008 online ging. Neben dem Aufbau und der Betreuung der deutschsprachigen Wikia-Community gehören auch die Pressearbeit und die Koordination aller Aktivitäten im deutschsprachigen Raum zu seinen Aufgaben. (Weitere Informationen)
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Rücktritt

Markus Mueller hat den Rücktritt von seinem Amt als Beisitzer im Vorstand erklärt. Er gehörte dem Vorstand seit Juni 2007 an. Der verbleibende Vorstand dankt ihm für seine geleistete Arbeit und wünscht ihm alles Gute. Die Satzung sieht für diesen Fall kein Nachrückverfahren vor, so dass die Position bis zur regulären Mitgliederversammlung im Juni 2008 unbesetzt bleiben wird.

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