Spiegel und so

Nach der Diskussion bei Fragen zur Wikipedia zum Spiegel-Wissens-Portal in dem auch die Wikipedia integriert ist, folgende Gedanken von meiner Seite:

  • Erstens wer nicht möchte, dass die von ihm geschaffenen Inhalte auch kommerziell genutzt werden, darf bei der Wikipedia (oder einem anderen Schwesterprojekt) nicht mitarbeiten. Eine andere Alternative gibt es nicht. Denn diese Nutzungsmöglichkeiten garantiert die Lizenz unter der die Inhalte stehen und dies werden auch neuere Versionen dieser Lizenz garantieren.
  • Der Spiegel (genauer gesagt das für dieses Portal neu gegründete Unternehmen, was aber hier nichts zur Sache tut) hat das Recht genutzt, dass ihm die GFDL einräumt, nämlich die Inhalte der Wikipedia kostenfrei zu nutzen. Man kann darüber streiten, ob die Verwendung nach dem Gentleman Agreement der GFDL entspricht. Nur sei man sich darüber im Klaren, dass nach dieser Vorgehensweise bereits viele andere Nachnutzer die Inhalte der Wikipedia anbieten. Und dies wurde bisher immer toleriert. Warum dies hier nicht der Fall sein sollte, ist mir schleierhaft.
  • Und wenn dem Verein vorgeworfen wird, er würde mit der Kooperation eine nicht lizenzkonforme Nutzung der Wikipedia unterstützen, der müsste auch gegen die Bereitstellung der Snapshots der Wikipedia vorgehen, denn damit werden ja nicht lizenzkonforme Nutzungen der Wikipedia-Inhalte erst recht ermöglicht. Aber wenn jemand sich an den Verein wendet und nachfragt, wie man möglichst lizenzkonform die Inhalte einbinden kann, dass dies bei der derzeitigen Fassung der GFDL zu 100% faktisch nicht möglich ist, sollte eigentlich klar sein, der wird verbal abgestraft. Absurder geht es kaum.
  • Der Spiegel bezahlt nicht für die Inhalte (was bei einer freien Lizenz auch etwas absurd wäre), sondern für die Nutzung des Logos und die Bereitstellung eines Live-Feeds, was bereits vorher in ähnlicher Form durch andere Unternehmen genutzt wird. Das heißt der Spiegel hat sich eine eigene Datenbank aufgebaut und wird von der Foundation mit allen Änderungen beliefert und bezahlt dafür eine Pauschale an die Foundation. Wo hier der Ausverkauf der Wikipedia oder ähnliches passieren soll, erschließt sich mir nicht. Im Gegenteil: dieser und andere Partnerschaften tragen zumindest zu einem kleinen Teil zur Finanzierung der Wikipedia und der anderen Projekte bei.
  • Das Projekt mit dem Spiegel war bereits weit vor der Bekanntmachung des Brockhaus nur noch online zu agieren, geplant und in der Umsetzung. Dass die Bekanntmachungen des Brockhaus und die Liveschaltung des Spiegels zeitlich zusammentrafen ist reiner Zufall. Vielleicht hat der Spiegel den Launch der Seite ein paar Tage nach vorne gezogen, das dürfte es aber auch schon gewesen sein. Man beachte auch, wann der  Verein die Kooperation bekannt gemacht hat, da war vom Brockhaus noch keine Rede.
  • Das Ziel und der Zweck des Vereins Wikimedia Deutschland ist die Verbreitung und Förderung freien Wissens. Und genau das wurde hier getan.
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Internationale Wikimania-Konferenz lädt nach Ägypten

Wikimania 2008, die diesjährige Konferenz der Wikimedia-Foundation findet vom 17. bis 19. Juli in der Neuen Bibliothek von Alexandria (Bibliotheca Alexandrina) in Ägypten statt. Bis zum 16. März können noch Beiträge eingereicht werden! Erwartet werden wissenschaftliche Einreichungen, Beiträge aus und zu den Communities der Wikimedia-Projekte (Wikipedia, Wikimedia Commons, Wikibooks, Wikisource, Wikinews, Wiktionary, Wikiversity, Wikiquote) und ihrer Infrastruktur, sowie zum Thema Freies Wissen im Allgemeinen. Die Konferenz ist nach Frankfurt (2005), Boston (2006) und Taipeh (2007) die vierte Veranstaltung ihrer Art und findet zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent statt.

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Geschäftsstelle hat jetzt einen Brockhaus

und der wurde freundlicherweise vom Lawblog spendiert. Unser Geschäftsführer Arne Klempert zu dieser kleinen Spende:

Wenn uns schon ständig vorgeworfen wird, für das Ableben des Brockhauses verantwortlich zu sein, dann wollen wir wenigstens das Andenken bewahren und eine Brockhaus-Enzyklopädie für die Nachwelt konservieren.

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Die WMF-WWM-Verschwörung

WMF = Wikimedia Foundation (Betreiber der Wikipedia)
WWM = Wer wird Millionär? (bekannte TV-Quiz-Show)

RTL nennt es „einen einzigartigen Abend bei Wer wird Millionär?„, in der Wikipedia ist es „business as usual“.

Am 1. Februar verfolgt ein großer Teil der deutschen Fernsehnation gespannt, wie Gabriele Weber bei Günther Jauch bis zur 500.000-Euro-Frage durchmarschiert. Sie war schon dreimal erfolglos in der Auswahlrunde, hatte dafür aber bei ihrem vierten Anlauf am Freitag die gesamte Sendezeit zur Verfügung.

Die Kandidatin beantwortete alle Fragen bis zur 125.000-Euro-Frage ohne auf einen der vier Joker der Risikovariante zurückzugreifen. Hier erst zog sie ihren 50:50-Joker, obwohl sie schon zuvor die Antwort richtig erläutert hatte. Die folgende 500.000-Euro-Frage lautete schließlich:

„In welcher Stadt befindet sich das Generalsekretariat von Interpol?“

A: Palermo
B: Utrecht
C: Lyon
D: Zürich

Ohne Hilfe konnte Frau Weber diese Frage nicht beantworten. Von ihren drei verbleibenden Jokern wählte sie zunächst den erweiterten Publikumsjoker. Nur ein Zuschauer aus dem Publikum traute sich eine Antwort zu – Utrecht. Da er sich nicht zu 100 Prozent sicher war, sollte ein Telefonjoker weitere Hilfe geben. Dieser musste jedoch bei der Frage passen. So kam auch noch der Publikumsjoker zum Einsatz, der folgendes Ergebnis brachte:

A: 1 % (Palermo)
B: 50 % (Utrecht)
C: 9 % (Lyon)
D: 40 % (Zürich)

Obwohl der sehr hohe Prozentsatz der Antwort D (Zürich) ins Auge fiel, entschied sich die Kandidaten zu passen und mit 125.000 Euro das Spiel zu beenden. Daraufhin beglückwünschte Herr Jauch Frau Weber, aber vor der spannenden Auflösung der Frage wurde gegen 21:00 Uhr ein Werbeblock geschaltet, so dass die Fernsehzuschauer die Möglichkeit hatten, die richtige Antwort per SMS-Gewinnspiel abzugeben. Auf diese Weise lassen sich zwar nicht 500.000-Euro, aber immerhin 5.000 Euro gewinnen.

Bis hierhin hatte das Ganze nichts mit der Wikipedia zu tun. Nun hat sich aber herumgesprochen, dass man den einen oder anderen Fakt doch ganz gut in der Online-Enzyklopädie recherchieren kann :-). Und dies wird auch gerne bei Gewinnspielen getan.

Während die korrekte Antwort bereits seit 2004 im Artikel Interpol zu finden war, wurde sie – um 21:00 Uhr – von einem nichtangemeldeten Besucher auf „Utrecht“ geändert. Diese Änderung wurde eine Minute später revertiert. Um 21:05 wechselte der angebliche Sitz erneut zu „Utrecht“, eine Minute später zu „Berlin“. Daraufhin folgte ein Revert, danach war „Zürich“ an der Reihe. Nach „Penisland“, Grüßen an alle Wer-wird-Millionär?-Seher und einigen weiteren Änderungen wurde der Artikel um 21:10 schließlich revertiert und halbgesperrt, so dass er für nichtangemeldete Benutzer nicht mehr bearbeitbar war.

Obwohl die falsche Antwort „Utrecht“ insgesamt nur etwa zwei Minuten im Artikel stand (eine Minute davon mit kleinem ‚u‘), wurde er in dieser Zeit von einer Vielzahl Menschen aufgerufen. Zum einen von interessierten RTL-Zuschauern, die für sich selbst gerne eine Antwort haben wollten, zum anderen aber natürlich auch von Teilnehmern des SMS-Gewinnspiels. Vielen dieser Personen ist die Funktionsweise der Wikipedia augenscheinlich nicht bekannt…

Anbei ein kleiner Auszug von Mails, die uns erreicht haben:

gestern wurde im Verlauf einer Fernsehsendung (Wer wird Millionär,RTL). kurzfristig der Standort des Generalskretariats Interpol, von Lion auf Utrecht geändert!!

Ich vermute eine Zusammenarbeit mit Ihnen und dem Sender RTL, da es um eine Menge Geld ging. Ich perönlich halte das für Betrug und werde aus diesem Grund Ihre Plattform nicht mehr aufsuchen.

Leider mußte ich feststellen, das man sich nicht auf eure Informationen verlassen kann. Es geht um eure Information in Bezug auf den Sitz von Interpol. Ich habe bei „Wer wird Millionär“ auf Grund eurer Info, 0,50 Cent,ausgegeben um dann festzustellen das es eine falsche Information von eurer Internetseite ist. Da stand Utrecht und nicht Lyon. 2 Minuten später stelle ich fest, das ihr die Seite geändert habt, weil ihr Mist gebaut habt. Zwar gut für die anderen die zukünftig auf eure Seite gehen, aber enttäuschend für mich, weil ich mich auf eure InfoŽs verlassen habe. Ich weiss zwar nicht ob euch das wirklich interessiert,aber ich fühle mich verarscht.

Auf der Diskussionsseite des Artikels wurde vermutet, dass Mitarbeiter von RTL diese Änderung absichtlich vorgenommen haben um Telefonjoker zu irritieren. Dies ist nicht möglich, da die Sendung im Vorfeld aufgezeichnet und nicht live gesendet wird. Die Argumentationsstruktur lässt sich dadurch aber nicht stören:

ich weiß zwar nicht, wie man eine „Falschmeldung“ so ohne Weiteres einfügen kann;aber dann ist es wohl auch möglich,das es ein Mitarbeiter von RTL war. Ich meine die Sendung läüft um einen Tag zeitversetzt, demzufolge sind auch Zuschauer und Telefonjoker live dabei.
Fall`s man sich zum manipolieren „einlocken“ muss, werden Sie das sicherlich ,in Ihrem eigenen Interresse, rausfinden.
Wenn Sie es überhaupt wollen??

Schlussfolgerung: Wir haben noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Ach, bevor ich es vergesse. Die richtige Antwort ist tatsächlich Lyon. Die Weisheit der Vielen hat hier versagt.

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Programm der re:publica’08 veröffentlicht

Der erste Programmentwurf der Konferenz re:publica 2008 steht, auch wenn nach und nach weitere Vorträge und Workshops dazu kommen werden; sogar während der Konferenz soll man sie noch einreichen können. Der vieldeutige Veranstaltungstitel lautet in diesem Jahr „Die kritische Masse“.

Fest steht schon, dass Malte Ziewitz einen Vortrag zu Wiki-Governance halten wird, Untertitel: „Selbstorganisation und Konfliktbewältigung auf kollaborativen Plattformen am Beispiel Wikipedias“. Auch unsere Leib-und-Magen-Juristen Till Jaeger und Thorsten Feldmann sind vor Ort und klären die Frage „Was dürfen wir bloggen?„. Und ich selbst werde mit Elmar Geese vom Linux-Verband und weiteren Teilnehmern zum Thema „Free Culture / Wir wählen die Freiheit“ diskutieren.

Die Atmosphäre im letzten Jahr war klasse, und auch die Paneldiskussion zur „Zukunft der Wikipedia“ hat, nicht zuletzt dank interessanter Fragen aus dem Publikum, viel Spaß gemacht (Fotos bei flickr). Sicher wird sich ein Besuch der Konferenz auch in diesem Jahr lohnen.

Die re:publica 2008 findet vom 2. bis 4. April in der Kalkscheune in Berlin-Mitte statt. Achja, und natürlich gibt es auch ein re:publica-Wiki.

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Mathematik. Alles was zählt.

Am vergangenen Mittwoch war es soweit. In der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG eröffnete Bundesministerin Annette Schavan das diesjährigeWissenschaftsjahr „Jahr der Mathematik“. Wie schon im vergangenen Jahr wird Wikimedia Deutschland auch diesmal wieder dabei sein – mit der dritten Wikipedia Academy in Deutschland. Nach der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (2006) und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur (2007) konnte in diesem Jahr die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften als Kooperationspartner gewonnen werden. Wikimedia-Vorstandsmitglied Frank Schulenburg dazu: „Wir sind überglücklich, dass wir die Academy erneut gemeinsam mit einem solch hochrangigen Partner ausrichten dürfen. Die Erwartungen sind groß und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“ Kurze Filmsequenzen von der Auftaktveranstaltung des Jahrs der Mathematik und erste Eindrücke vom Veranstaltungsort in der Nähe des Berliner Gendarmenmarkts bietet das folgende Video.

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Interview der c’t mit Jimmy Wales

Jimmy Wales hat der c’t ein Interview gegeben, in dem er über das Projekt Wikia Search und aktuelle Entwicklungen in der Foundation berichtet.

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Wikimedia Deutschland unterzeichnet Cape Town Open Education Declaration

Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Vorstand von Wikimedia Deutschland beschlossen, die Cape Town Open Education Declaration zu unterzeichnen. Diese Deklaration entstand bei einem kleinen Treffen von Aktivisten im Bereich Freie Bildung und Freies Wissen im September 2007, das vom Open Society Institute und der die Stiftung des Linux-Unternehmers Mark Shuttleworth in Kapstadt ausgerichtet wurde. Ziel des Treffens war es zu untersuchen, wie die verschiedenen Initiativen zusammenarbeiten können und damit eine bessere Wirkung erzielt werden kann. Die dort beschlossene Deklaration ist das erste konkrete Ergebnis dieses Prozesses. Zu den Erstunterzeichnern und Autoren der Deklaration gehören unter anderem die Organisatoren des Treffens, der Musiker Peter Gabriel, der Initiator des Internet Archive Brewster Kahle und der Gründer der Wikipedia Jimbo Wales.

Der Kern der Deklaration besteht aus den folgenden drei Punkten:

  • Lehrende, Schüler und Studenten werden ermuntert und aufgefordert Mitglieder der „Open Education“-Bewegung zu werden und freie Bildungsmaterialien zu erstellen, zu nutzen und weiterzuentwickeln.
  • Autoren und Verleger werden aufgefordert ihre Ressourcen frei zugänglich zu machen. Lizenzen sollen dabei so gestaltet werden, dass eine Weitergabe, Weiterentwicklung, Übersetzung und Veränderung der Inhalte möglich wird.
  • Regierungen, Universitäten, Schulen und Verwaltungen werden aufgefordert freie Bildungsmaterialien zu einem Thema mit Priorität zu machen. Bildungsmaterialien, die durch öffentliche Gelder geschaffen wurden, sollen grundsätzlich frei sein.

Die Deklaration wird als Ausgangspunkt einer breiten Bewegung für freie Bildungsinhalte und Freies Wissen gesehen und alle Interessierten werden eingeladen daran teilzunehmen und die Deklaration zu unterzeichnen. Der Vorstand von Wikimedia Deutschland ist der Meinung, dass die Ziele der Deklaration mit den Zielen und der bisherigen Tätigkeit des Vereins übereinstimmen und hat die Deklaration deshalb gestern unterzeichnet.

Weiterhin hat der Vorstand beschlossen, für die Wartung und den Betrieb des Toolservers 5000 € bis Ende 2008 bereitzustellen. Über die Rolle und die Aufgaben des Toolservers hatten wir in der Dezemberausgabe des Vereins-Newsletter ausführlich berichtet.

In einem weiteren Beschluss wurde der Etat für die Digitalisierung von gemeinfreien Werken durch das deutschsprachige Wikisource-Projekt bis Ende 2008 verlängert. Für Digitalisierungen stehen damit bis Ende diesen Jahres 1500 € bereit.

[Update 31.01.2008]

Kurt hat in den Kommentaren auf ein Video aufmerksam gemacht, in dem Mark Shuttleworth die Ziele der Deklaration und der Open-Education-Bewegung erläutert:

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Lagom, Semla und viel Aufbruchstimmung: Academy-Vorbereitungstreffen in Göteborg

Nachdem am vorletzten Wochenende ein Academy-Vorbereitungstreffen in Wrocław stattgefunden hatte, ging es am vergangenen Wochenende zu einem Treffen mit schwedischen Wikipedianern nach Göteborg. Wieder stand die Vorbereitung einer Wikipedia Academy auf dem Programm – der ersten in Skandinavien. Hier einige Eindrücke von meiner Reise nach Schweden.

Von Göttingen aus ging es zunächst mit dem ICE nach Hamburg, von dort aus mit einer kleinen zweimotorigen Propellermaschine des Typs ATR 42 weiter nach Göteborg. Am Flughafen Landvetter nahm mich Lennart Guldbrandsson (Användare:Hannibal) in Empfang, mit dem ich in den letzten Wochen intensiven E-Mail-Kontakt gehabt hatte. Lennart ist der Vorsitzende von Wikimedia Sverige, dem jüngsten Mitglied in der Familie der Wikimedia-Chapter. Wikimedia Sverige startete bei seiner Gründung im Oktober letzten Jahres mit über 80 Mitgliedern und gehört damit gleich von Beginn an zu den mitgliederstärksten nationalen Wikimedia-Sektionen.

Nachdem es aufgrund einer Orkanwarnung am Freitagabend noch so aussah, als würde das Arbeitstreffen am Samstag buchstäblich ins Wasser fallen, hatten wir dann doch sehr viel Glück. Der angekündigte Sturm fiel schwächer als erwartet aus und so konnten schließlich auch die auswärtigen schwedischen Wikipedianer sicher und wohlbehalten nach Göteborg gelangen.

Zum Auftakt fand am Samstagvormittag zunächst ein Stadtbummel durch Göteborg statt, bei dem wir zwar alle beinahe vom Wind weggeblasen wurden, der aber viel Raum für ein ausgiebiges Kennenlernen bot. Gegen Mittag versammelten sich dann zehn schwedische Wikipedianer in einem netten Restaurant im Zentrum Göteborgs – gespannt darauf, was es wohl mit dieser „Academy“ auf sich habe.

Die schwedische Wikipedia gehört mit über 270.000 Artikeln zu den größeren Sprachversionen, leidet aber laut Aussage der schwedischen Wikipedianer unter einem Mangel an Mitarbeitern. Die Community ist von vielen Teilnehmern aus der in Skandinavien traditionell starken Open-Source-Szene geprägt – die Aussicht auf die gezielte Anwerbung von Autoren auch aus anderen Fachbereichen ließ deshalb schon bald Begeisterung aufkommen. Damit war schon nach kurzer Zeit klar, dass eine Academy stattfinden solle – die Entscheidung über den genauen Termin und den Ort (im Gespräch sind vor allem die Traditionsuniversitäten Lund und Uppsala) soll aber nach einer Abstimmung mit der Community erst in den nächsten Wochen fallen.

Interessiert waren die schwedischen Wikipedianer vor allem an qualifizierten Antworten auf die Fragen, welche Fehler man bei der Organisation einer Academy vermeiden sollte und welches die genauen Rezepte seien, damit die Veranstaltung ein Erfolg wird. Darüberhinaus bestand großes Interesse an der deutschsprachigen Wikipedia im allgemeinen – gilt diese doch im Ausland generell als besonders qualitätsbewusst und innovativ.

Für mich persönlich war der Aufenthalt in Göteborg – wie schon das vorangegangene Wochenende in Polen auch – von großer Herzlichkeit und einem intensiven Gedankenaustausch geprägt. In langen Gesprächen mit Lennart lernte ich nicht nur viel über die schwedischen Wikimedia-Projekte, sondern auch einiges über Lagom, Semla und Snus. Mit etwas Glück könnte darüber hinaus auch meine langfristige Planung zur Finanzierung der afrikanischen Academy-Projekte zum Erfolg führen. Joakim Larsson, der zweite Vorsitzende des schwedischen Chapters ist aktives Mitglied der schwedischen Grünen und könnte vielleicht die für die Einwerbung von Geldern dringend benötigten Kontakte herstellen. Schließlich hat Schwedens Regierung schon in der Vergangenheit umfangreiche Mittel für Projekte in Afrika bereitgestellt.

Ein besonderer Erfolg für Wikimedia Sverige war die Tatsache, dass im Laufe des Treffens gleich drei der Teilnehmer spontan zu Mitgliedern wurden: zwei Schweden und ein Deutscher ;-) Ich bin mir sicher, dass dies nicht meine letzte Reise nach Schweden war…

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Freiwillige für Wikimedia-Fundraising gesucht

Das Fundraising ist einer der Kernbereiche für eine spendenbasierte Organisation wie Wikimedia Deutschland. Ob es um eine Erweiterung der Geschäftsstelle, um den Start neuer Projekte oder einfach nur um eine Absicherung des Status quo geht – immer ist das Wohl und Wehe von einer ausreichenden finanziellen Ausstattung abhängig. Deshalb wollen wir diesen Bereich jetzt professionalisieren und uns dazu externes Know-How ins Haus holen.

Heute nachmittag haben Arne und ich uns in unserer Geschäftsstelle mit Thomas Kreuzer, dem Geschäftsführer der in Frankfurt beheimateten Fundraising Akademie (http://www.fundraising-akademie.de) getroffen. Zunächst haben wir ihm einen Überblick über die organisatorischen Strukturen unseres Vereins, der Foundation und der Wikipedia-Community gegeben, um dann mit ihm gemeinsam zu beraten, welche Einnahme-Instrumente wir in 2008 gezielt weiterentwickeln wollen.

Geplant ist nun ein zweitägiges Seminar, das im Februar in unserer Frankfurter Geschäftsstelle stattfinden soll und bei dem wir gemeinsam mit zwei Referenten insbesondere die Bereiche

  • Aufbau eines Großspender-Fundraisings
  • Sponsoring von Wikimedia-Events

bearbeiten wollen. Von Seiten des Vereins haben neben Kurt, Arne und mir auch Sebastian und Lyzzy bereits Interesse signalisiert. Bei einer maximalen Teilnehmerzahl von sieben Personen sind damit noch zwei Plätze für engagierte Wikimedianer offen.

Als Termine stehen die Wochenenden vom 16./17. oder 23./24. Februar zur Auswahl. Wer Interesse daran hat, sich in diesem Bereich in Zukunft aktiv und dauerhaft zu engagieren, schickt möglichst bald und unter Angabe eines der beiden genannten Termine eine kurze, formlose Mail an info@wikimedia.de

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