Mathematisches Forschungsinstitut Oberwolfach stellt Bilder unter CC-Lizenz

Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach ist seit über 60 Jahren ein Ort, an dem sich die besten Mathematiker der Welt treffen, um in der Abgeschiedenheit des Schwarzwalds, aber mit einer ausgezeichneten Bibliothek, ihre Probleme zu diskutieren. Es gibt dort zwar kein Fernsehen und auf den Zimmern keine Telephone, aber es gibt dort Photoapparate und so ist im Laufe der Jahre eine ansehnliche Sammlung entstanden, 2005 durch eine Schenkung durch Karl Jacobs stark angereichert. Diese über 9000 Bilder sind Online unter der Seite http://owpdb.mfo.de/ zu finden. Nach langen Verhandlungen durch die Wikipedianer Kmhkmh und mich stehen seit gestern die Bilder an denen das MFO die Rechte hat unter der CC-by-sa, damit sie auch in der Wikipedia verwendet werden können. Die Sammlung enthält Photos unzähliger berühmter Mathematiker; ein echter Schatz für den Bereich Mathematik in der Wikipedia. Ein erstes Beispiel ist Paul Lorenzen und viele weitere werden folgen. Im Jahr der Mathematik gewinnt diese so ein Gesicht. Vielen herzlichen Dank an das MFO! Vielleicht ein Modell für weitere öffentlich geförderte Institutionen?

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Erweiterung der Blogosphäre

Nachdem unser Blog jetzt seit über vier Monaten läuft und von den Lesern gut angenommen wird, hat jetzt auch die Wikimedia Foundation ein Blog gestartet. Ab sofort findet man unter der Adresse http://blog.wikimedia.org/ Neuigkeiten aus dem Dunstkreis der Foundation. Zum Start wünschen wir ein gutes Gelingen.

Weitere interessante Neuigkeiten aus dem Wikimedia-Universum findet man nicht nur in unserem Blog, sondern auch im deutschsprachigen Planet Wikimedia. An dieser Stelle werden eine Vielzahl von Blogpostings in deutscher Sprache, die sich mit Wikimedia-Themen auseinandersetzen, zusammen aggregiert – sehr hilfreich für einen schnellen Überblick.

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Ein Hoch auf die edlen Spender!

Die Wikimedia Foundation hat eine auf drei Jahre verteilte Spende der Sloan Foundation über drei Millionen Dollar erhalten. (Alfred P. Sloan war von 1923 bis 1937 der Präsident von General Motors.) Aus diesem Anlass hat Wlada Kolosowa von jetzt.de ein Interview zum Thema Spenden mit mir geführt. Es geht unter anderem um die Fragen, wie wir überhaupt Spenden erhalten, wer spendet und wofür das Geld wieder ausgegeben wird. (Das Foto habe ich unter anderem schon für die Interviews mit der Süddeutschen und der Mitteldeutschen Zeitung verwendet, ich brauch wohl mal ein neues …)

Und die guten Nachrichten reißen nicht ab: Soeben wurde eine Spende über 500.000 Dollar von Vinod and Neeru Khosla an die Foundation bekannt! (Vinod Khosla ist Risikokapitalgeber und Mitgründer von Sun Microsystems.)

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Personalia

Drei Mitglieder des Vorstands von Wikimedia Deutschland werden sich zukünftig auch beruflich mit Wissensplattformen, der Wikipedia und Online-Communities beschäftigen.

  • Kurt Jansson wird ab April 2008 als Redakteur für das Portal Spiegel Wissen tätig sein. Über das Portal sind alle Texte des Spiegel seit seiner Gründung im Jahr 1947 kostenlos abrufbar, hinzu kommen Artikel der Bertelsmann-Lexika und -Wörterbücher sowie der Wikipedia. Neben der redaktionellen Tätigkeit wird er vor allem mit der konzeptionellen Weiterentwicklung der Plattform beschäftigt sein. (Weitere Informationen)
  • Frank Schulenburg leitet ab März 2008 den Bereich Public outreach der Wikimedia Foundation. Zu seinen Aufgaben gehört die Organisation weiterer Wikipedia Academies sowie die Entwicklung von Strategien zur Einbindung bislang in den Projekten unterrepräsentierter Gruppen wie etwa den Sprechern kleinerer Sprachen oder älterer Menschen. Darüberhinaus wird er neue Veranstaltungskonzepte und Materialien entwickeln, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Wikimedia-Projekte erhöhen und ihr Verständnis erleichtern. (Weitere Informationen)
  • Tim Bartel ist seit Februar 2008 als Country Manager Germany für Wikia tätig. Das vom Gründer der Wikipedia, Jimmy Wales, und Angela Beesley Ende 2004 gegründete Unternehmen bietet einen kostenlosen Hosting-Dienst für Wiki-Projekte und arbeitet an der Weiterentwicklung der Suchmaschine Wikia Search, die Anfang Januar 2008 online ging. Neben dem Aufbau und der Betreuung der deutschsprachigen Wikia-Community gehören auch die Pressearbeit und die Koordination aller Aktivitäten im deutschsprachigen Raum zu seinen Aufgaben. (Weitere Informationen)
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Rücktritt

Markus Mueller hat den Rücktritt von seinem Amt als Beisitzer im Vorstand erklärt. Er gehörte dem Vorstand seit Juni 2007 an. Der verbleibende Vorstand dankt ihm für seine geleistete Arbeit und wünscht ihm alles Gute. Die Satzung sieht für diesen Fall kein Nachrückverfahren vor, so dass die Position bis zur regulären Mitgliederversammlung im Juni 2008 unbesetzt bleiben wird.

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Besuch im neuen WMF-Büro

Vor wenigen Wochen hat die Wikimedia Foundation ihren Hauptsitz aus St. Petersburg in Florida nach San Francisco in Kalifornien verlegt. Der Entscheidung für diesen Standort gingen lange und intensive Überlegungen voraus: Aus einer Auswahl von sechs Städten entschied man sich schließlich für San Francisco, da dies die besten Voraussetzungen für einen weiteren Aus- und Aufbau der Foundation bietet.

Die neuen Räumlichkeiten sind inzwischen eingerichtet, die Mitarbeiter haben sich in der neuen Umgebung eingelebt und da ich mich mit einer Reihe Wikipedianer zur Zeit in der Gegend befinde, habe ich die Gelegenheit für einen kurzen Besuch wahrgenommen.

Nach einem kurzen Gespräch mit dem „Volunteer Coordinator“ Cary Bass war klar, dass wir herzlich eingeladen seien, einmal hereinzuschauen. Mit Cary habe ich in der Vergangenheit schon mehrfach besonders im Bereich des Wikimedia Communication Committees zusammengearbeitet, hatte ihn aber bisher im „realen Leben“ noch nie getroffen.

Mit einer kleinen internationalen Gruppe machten wir uns dann Ende letzter Woche auf den Weg und wurden von geschäftigem Treiben empfangen. Die Geschäftsführerin Sue Gardner, ihr frisch gebackener Stellvertreter Erik Möller, Cary, unser „Scotty“ Brion Vibber, der Rechtsberater der Foundation Mike Godwin, der frisch gebackene Kopf des Business Developments Kul Wadhwa sowie eine Office-Managerin waren vor Ort und nahmen sich – manchmal abwechselnd – etwas für uns Zeit.

Besonders hat es mich gefreut, endlich Sue Gardner kennenzulernen, da ich bei ihrem Besuch in unserer Geschäftsstelle in Deutschland nicht anwesend war. Mein Eindruck war – wie auch bei meinen Vorstandskollegen – überaus positiv. Sue ist eine angenehme, taffe Frau die mit ihrem professionellen Handeln für die Foundation viel erreichen wird. Allgemein ist Wikimedia Deutschland bei der WMF hoch angesehen. Gefreut hat mich auch, dass nicht nur das zentrale Bücherregal mit deutschsprachigen Wikipedia-Auskopplungen des Directmedia-Verlags bestückt war, sondern auch das Titel-Cover des Sterns in Postergröße die Wand ziert.

Die neuen Räumlichkeiten der Foundation sind offen, es gibt deutlich mehr Platz als zuvor und jede Menge Whiteboards an den Wänden laden dazu ein, kreativ zu werden. Viel Zeit für tiefschürfende Gespräche gab es aufgrund der kurzfristigen Planung und der anliegenden Arbeit leider nicht, aber um einen Eindruck zu gewinnen und sich persönlich kennen zu lernen, hat sich der Kurzbesuch auf jeden Fall gelohnt.

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Wikipedia schlägt Duke Nukem forever

Wenn nicht noch alles in letztem Moment schiefgeht, hat das neue Mediawiki-Softwarefeature der gesichteten und geprüften Versionen Versionen gute Chancen, das Computerspiel Duke Nukem forever im positiven Sinne zu schlagen. Wie bei diesem Klassiker der Vaporware (Software, die lange angekündigt ist, aber nie erscheint), lautete die bisherige Antwort auf die Frage nach dem Erscheinungstermin meistens „soon“ (dt. „bald“). Während die Entwickler von Duke Nukem forever irgendwann entnervt auf ihre Webseite schrieben, der Veröffentlichungs-Termin des Spiels laute: „Wenn es fertig ist“ (engl. „When it’s done“), deutet bei den gesichteten und geprüften Versionen inzwischen alles auf einen Punktsieg für die Wikipedia hin.

Philipp Birken berichtet im Wikipedia Kurier, dass das Warten nun ein Ende hat: auf einem deutschsprachigen und englischen Testwiki wurde der öffentliche Betatest der MediaWiki-Extension Flagged Revisions gestartet. Diese Erweiterung erlaubt es, Versionen von Artikeln zu markieren, und damit Eigenschaften wie Korrektheit oder Vandalismusfreiheit festzuhalten und so Lesern gezielt qualitativ grundlegend abgesicherte Versionen zu zeigen. Auf dem deutschen Wiki werden die gesichteten und geprüften Versionen getestet, auf der englischen Seite eine leicht andere Konfiguration. Ein paar Bugs wurden bereits gefunden und die Benutzerführung muss ebenfalls noch verbessert werden. Programmiert wurde das ganze von Jörg Baach und Aaron Schulz, die dafür von Wikimedia Deutschland, Wikimedia France und der Wikimedia Foundation finanziert wurden. Nachdem die soweit fertige Erweiterung in Januar und Dezember von Tim Starling darauf geprüft wurde, ob die Server ein Anschalten auf einer größeren Wikipedia überstehen würden, wurde Anfang Februar die konkrete Konfiguration für den Betatest festgelegt. Die Testwikis wurden nun von Brion Vibber aufgesetzt. Der Betatest soll einige Wochen dauern und läuft momentan auf Hochtouren.

Während die Community der englischsprachigen Wikipedia bislang eher geringes Interesse an ihrem Testwiki zeigt, haben sich in der deutschsprachigen Version des Testwikis schon zahlreiche Communitymitglieder angemeldet und arbeiten eifrig an der Verbesserung der Oberfläche und der Funktionalität mit.Auf die Frage, wann die gesichteten und geprüfte Versionen in der deutschsprachigen Wikipedia eingeschaltet werden, gibt es inzwischen eine klare Antwort: „bald“.

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Wikimedia öffnet Newsletter-Archiv

Bislang wurden die Newsletter, mit denen Wikimedia Deutschland über seine Aktivitäten berichtet, per Mail an die Vereinsmitglieder verschickt. Ab sofort stehen alle Newsletter auch online zum Abruf bereit. Hier eine Übersicht über die bisherigen Ausgaben:

  Newsletter Nr. 1 (November 2006) (PDF, 260 KB)

  • Jury des Schreibwettbewerbs trifft sich erstmals zu realer Sitzung
  • Geschäftsstelle in Frankfurt am Main eröffnet
  • Spendenbereitschaft gut, aber nicht kontinuierlich
  • Neue Broschüren über Wikipedia und Wikisource
  • Einfacher spenden per Online-Formular
  • Personalia: Arne Klempert, Nina Gerlach, Erik Möller, Florence Devouard

Newsletter Nr. 2 (Juli 2007) (PDF,  157 KB)

  • Erster Wikimedia Community-Tag war ein voller Erfolg
  • Mitgliederversammlung 2007
  • Kurz notiert – Neuigkeiten aus der Vereinsarbeit (Einzelspende Deutsche Telekom, Redesign www.wikipedia.de, Projekt „Nachwachsende Rohstoffe“ gestartet, Toolserver, tv Hören und Sehen, Wikipedia Academy)
  • Internationales (Neue Boardmitglieder, Sue Gardner, Mike Godwin)

Newsletter Nr. 3 (September 2007) (PDF, 563 KB)

  • Zweite Wikipedia Academy
  • Kurz notiert – Neuigkeiten aus der Vereinsarbeit (Toolserver-Farm, T-Online, Denis Barthel Mitarbeiter im Projekt „Nachwachsende Rohstoffe“, Klausurtagung des Vorstands, wissenschaftliche Begleitung des Wikipedia-Schulprojekts, Barrierefreiheit)
  • Aus den Wikimedia-Projekten (deutschsprachige Wikipedia komplett durchlesen, Wiktionary 55.000 Einträge, siebter Wikipedia-Schreibwettbewerb)
  • Internationales (Wikipedia-Tag in der Schweiz, Colloque Wikipédia 2007, Gründung Wikimedia Sverige)

Newsletter Nr. 4 (Dezember 2007) (PDF, 1,7 MB)

  • Toolserver – Was ist das?
  • Neue Server für Amsterdam
  • Kurz notiert – Neuigkeiten aus der Vereinsarbeit (Bericht von der Klausurtagung des Vorstands online, Einrichtung eines Literaturstipendiums, Blog des Vereins online, finanzielle Unterstützung des Schreibwettbewerbs, Redesign Spendenseite) 
  • Aus den Wikimedia-Projekten (Treffen der Wikipedia-Fotografen in Nürnberg, RSS-Feed für den Artikel des Tages in der Wikipedia, neue Mediawiki-Erweiterungen in Wikisource)
  • Internationales (Beginn der Wikimedia Spendenkampagne 2007, erstes offizielles außereuropäisches Wikipedianertreffen in Tokyo)
  • Erste Wikipedia Academy in Südafrika
  • Frank Schulenburg im Gespräch
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Verstärkung für die Geschäftsstelle

Die Tage als Einzelkämpfer sind vorbei :) Knapp eineinhalb Jahre nach Eröffnung der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland steht nun die schon lang ersehnte personelle Erweiterung an. Ab sofort unterstützt mich Claudia Rauch halbtags bei allen anfallenden Aufgaben, insbesondere in organisatorischen und administrativen Angelegenheiten. Wie der eine oder die andere von Euch vielleicht in den letzten Monaten an ungewohnt langen Reaktionszeiten feststellen musste, war diese personelle Entlastung dringend erforderlich. Ich bin sehr optimistisch, dass wir mit Claudias Hilfe schnell wieder ein akzeptables Niveau erreichen.

Claudia hat zuletzt mehr als sechs Jahre als Produkt- und Konferenz-Managerin bei einem großen Konferenzveranstalter gearbeitet. Vorher war sie unter anderem für die Vereinigung deutscher Kinder- und Jugendtheater als Assistentin des Geschäftsführers tätig. Privat interessiert sie sich schon seit einigen Jahren für Netzthemen und ist natürlich auch fleißige Wikipedia-Nutzerin. Herzlich Willkommen!

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Logo und Livefeeds – Eine FAQ

Nach der etwas hochkochenden Diskussion auf Fragen zur Wikipedia, wollen wir die bereits dort veröffentlichten FAQs zur Logolizensierung und den Livefeeds auch hier im Blog für eventuelle Interessenten veröffentlichen.

Kommerzielle Nutzung der Wikipedia-Inhalte
  1. Ist es eigentlich erlaubt, dass Wikipedia-Inhalte kommerziell genutzt werden?
    Ja. Mittels der Lizenz, unter der alle Autoren in der Wikipedia ihre Beiträge einstellen, räumen sie Dritten das Recht der kommerziellen Weiternutzung ihrer Arbeit unter Wahrung der Lizenzbedingungen ein. Die freie Nutzbarkeit der erstellten Inhalte ist einer der Grundpfeiler der Wikipedia, auch die kommerzielle Nutzung ist durch die GNU-Lizenz für Freie Dokumentation (GFDL) ausdrücklich erlaubt.
    Der Siegeszug der Bewegung für Freie Software, aus der die Lizenz stammt, wäre ohne diese Nutzungsmöglichkeiten nicht vorstellbar gewesen. Auch Wikipedia hat von der Verbreitung, Weiterentwicklung und Anreicherung ihrer freier Inhalte durch Unternehmen schon vielfach profitiert, etwa durch mobile Zugriffsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung oder die Spende von 10.000 hochauflösenden Bildern klassischer Kunstwerke durch den Hersteller der Wikipedia-DVDs, Directmedia.
  2. Was kann ich tun, wenn ich die kommerzielle Nutzung meiner Beiträge in Wikipedia oder durch bestimmte Unternehmen/Organisationen/Personen unterbinden möchte?
    Die GFDL verbietet solche Einschränkungen der Weiternutzung. Die Mitarbeit bei Wikipedia setzt das Einverständnis der mit der GFDL verbundenen Weiternutzungsrechte durch Dritte voraus.
  3. Was ist überhaupt so schlimm an nicht-kommerziellen Klauseln?
    Erik Möller, ehemaliges Mitglied im Board der Wikimedia Foundation, hat vor einigen Jahren einen längeren Aufsatz darüber geschrieben, wo die Probleme bei sogenannten nc-Klauseln liegen. Eine zentrale Aussage liegt in dem Problem der Abgrenzung. Viele nichtkommerzielle Nutzungsarten wären nur schwer möglich, wenn jede auch nur ansatzweise kommerzielle Nutzung untersagt wäre, Beispiele dazu gibt es durch Wikipedia genug.
Logonutzung
  1. Wer entscheidet über die Nutzung des Wikipedia-Logos?
    Die Rechte zur Nutzung des Wikipedia-Logos liegen bei der Wikimedia Foundation. Für Deutschland hat die Wikimedia Foundation dem Verein Wikimedia Deutschland die Möglichkeit zur Weiterlizensierung eingeräumt.
  2. Gab es bereits andere Fälle der Logonutzung durch Dritte?
    Ja, neben Spiegel Wissen haben auch einige andere Unternehmen eine Lizenz zur Nutzung des Logos, so der Verlag Directmedia für seine Wikipedia-DVD oder T-Online für seinen Wikipedia-Mirror. Mit einigen anderen Unternehmen laufen derzeit Gespräche. Wir werden gemeinsam mit der Wikimedia Foundation prüfen, ob wir künftig eine öffentliche Übersicht über solche Lizenzverträge bereitstellen können. Darüberhinaus gibt es zahllose Fälle der einmaligen Logonutzung, bei denen von den Nutzern keine Gebühren verlangt wurden, etwa Abi-Shirts oder die unter Wikipedia:Banner und Logos beschriebenen Dinge.
  3. Warum und unter welchen Bedingungen wird das Logo überhaupt lizenziert?
    Zum Wesen freier Inhalte gehört, dass die Inhalte von Jedermann weiterverbreitet werden dürfen. Wikimedia möchte dies unterstützen und berät und unterstützt Unternehmen seit jeher dabei, dies zu tun. Gelegentlich möchten diese Unternehmen explizit darauf hinweisen, dass es sich um Wikipedia-Inhalte handelt (auch um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, sich mit fremden Federn zu schmücken). Diesen Unternehmen wird dann ggf. angeboten, Marke und Logo der Wikipedia zu nutzen. Ob und wie hoch die jeweilige Lizenzzahlung ausfällt, hängt stark vom Einzelfall ab. Finanzielle Aspekte stehen nicht im Mittelpunkt. Das Logo wird nur dann lizenziert, wenn das damit im Zusammenhang stehende Angebot der Förderung Freien Wissens dient.
  4. Was passiert mit Einnahmen durch die Lizenzierung des Wikipedia-Logos?
    Die an die Wikimedia Foundation oder Wikimedia Deutschland fließenden Lizenzeinnahmen kommen direkt der Förderung freien Wissens zugute. Sie werden vor allem dazu verwendet, neue Serverkapazitäten für die weiterhin steigenden Zugriffszahlen auf die Wikipedia bereitzustellen. Im Gegensatz zu Spendeneinnahmen kann man mit solchen Lizenzeinnahmen gut in die Zukunft planen. Auch wenn die Einnahmen aus solchen Verträgen nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmachen, so stellen sie eine wichtige Grundsicherung dar.
  5. Welche Anforderungen müssen Unternehmen erfüllen, damit sie für eine Weiterlizenzierung der Wikipedia-Marke durch Wikimedia Deutschland in Frage kommen?
    Wikimedia legt Wert auf seine Unabhängigkeit und Neutralität. Wir denken, dass wir dies durch eine größtmögliche Offenheit gegenüber möglichen Partnern erreichen – ganz so wie dies auch in der Wikipedia praktiziert wird. Insofern ist eine Partnerschaft kein politisches Statement für das jeweilige Unternehmen. Exklusivverträge gibt es ohnehin nicht. Natürlich wird dennoch jeder Einzelfall sorgfältig geprüft, insbesondere hinsichtlich der Verlässlichkeit der Partner.
Dumps und Livefeeds
  1. Wie funktioniert die Einbindung der Wikipedia-Inhalte auf fremden Websites technisch?
    Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann sich jeder unter http://downloads.wikimedia.org die Inhalte der deutschsprachigen Wikipedia in Form eines sogenannten „Dumps“ herunterladen. Dies ist eine zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogene Kopie der Wikipedia-Inhalte, die von jedem (auch zu kommerziellen Zwecken, s.o.) kostenfrei genutzt werden kann. Die zweite Möglichkeit der Nachnutzung ist diejenige über einen „Livefeed“. In diesem Fall werden die aktuellen Inhalte von der Wikimedia Foundation an einen Dritten übertragen und von ihm in dessen Internetangebot integriert. Für die Bereitstellung dieser Schnittstelle wird von der Wikimedia Foundation üblicherweise ein Nutzungsentgelt erhoben.
  2. Wer entscheidet darüber, wer Zugriff auf einen Livefeed erhält?
    Die Entscheidung über die Einrichtung eines Livefeeds liegt bei der Wikimedia Foundation als dem technischen Dienstleister. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, alle Inhalte lizenzkonform ohne eine Rücksprache mit der Foundation in Form eines Dumps zu nutzen. Auf eine solche Nutzung hat weder die Wikimedia Foundation noch Wikimedia Deutschland Einfluss; sie steht jedem kostenfrei zur Verfügung.
  3. Ist es überhaupt sinnvoll, Livefeeds anzubieten?
    Ja. Bei der Nutzung von Livefeeds kommt – im Gegensatz zur Nutzung eines Dumps – eine der Stärken der Wikipedia zur Geltung: die Aktualität. Darüberhinaus kommen die aus dem Abonnement generierten Einnahmen dem Weiterbetrieb der Wikipedia zugute.
Butter bei die Hamburger Fische
  1. Wie ist das Projekt zu Stande gekommen?
    Bereits im November 2006 kamen Vertreter des Spiegel auf Wikimedia Deutschland zu und erkundigten sich, ob die Einbindung von Wikipedia-Inhalten in ein Wissensportal grundsätzlich möglich sei. Wir haben das mit den freien Lizenzen erklärt und demzufolge bejaht. Im Juli 2007 wurde es dann etwas konkreter und es gab ein erstes Treffen in Frankfurt, bei dem wir uns die Ideen des Spiegel anhörten und das Konzept freier Inhalte sowie damit mögliche Nutzungen vorstellten. Im August reisten Frank und Arne dann nach Hamburg, um über eine konkrete Zusammenarbeit zu sprechen. Dabei waren dann auch Vertreter von Wissen Media anwesend. Anfang Dezember fand dann eine Präsentation einer weitgehend vollständigen Version in Frankfurt statt, bei der das Projekt auch Sue Gardner, der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, vorgestellt wurde. Einige Tage später gab der Spiegel eine Pressemitteilung zu dem Projekt heraus, die auch auf die Mailingliste wikide-l weitergeleitet wurde.
  2. Was bringt es, wenn etwa Spiegel Wissen Wikipedia-Artikel in sein Angebot integriert?
    Das in der Wikipedia gesammelte freie Wissen wird durch die Integration in das Wissensportal des Spiegel weiteren Nutzerkreisen zugänglich gemacht. Von dem Schritt des Spiegel, alle Ausgaben seit seiner Gründung 1947 kostenfrei ins Netz zu stellen, profitiert auch die Wikipedia, da hierdurch eine wichtige Quelle der deutschen Nachkriegsgeschichte kostenfrei zugänglich gemacht wird. Auch dass die Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group sich als Partner von Spiegel Wissen dem Konzept freien Wissens nach und nach öffnet und beide Unternehmen hier keinerlei Berührungsängste zeigen, ist ein beachtlicher Schritt und ein positives Signal für die Zukunft.
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