Archiv für die ‘Wikipedia’ Kategorie



Wikidata kommt in die nächsten zwei Wikipedien

Vor etwa zwei Wochen hat die Ungarische Wikipedia als erste Wikipedia angefangen die Sprachlinks von Wikidata zu nutzen. Heute rollen wir die Integration auf zwei weiteren Wikipedia Sprachversionen aus: Hebräisch und Italienisch.

Von diesem Zeitpunkt an beziehen auch sie ihre Sprachlinks von Wikidata und müssen sie nicht weiter im lokalen Wikitext speichern. Existierende Sprachlinks im Wikitext werden allerdings weiterhin funktionieren. Weitere Details stehen in diesem früheren Blogeintrag.

Was kommt als Nächstes?

aktueller Stand der Benutzeroberfläsche von Phase 2 von Wikidata

Als nächstes wird die englischsprachige Wikipedia für die Nutzung von Sprachlinks von Wikidata freigeschlaten. Dies ist aktuell für den 11. Februar geplant. Wenn es dabei keine Probleme gibt und alles wie geplant verläuft werden alle anderen Wikipedien am 27. Februar folgen.

Die Inbetriebnahme von Aussagen (Phase 2 von Wikidata) ist vorläufig für den 4. Februar auf Wikidata geplant und wenige Wochen später auf den ersten Wikipedien. Damit kannst du Aussagen erstellen, das heißt Eigenschaften die Objekte untereinander und mit Bildern auf Wikimedia Commons verknüpfen. So wirst du zum Beispiel in der Lage sein eine Eigenschaft “Kind” zu erstellen. Dann kannst du eine Aussage mit Hilfe dieser Eigenschaft zum Objekt für Marie Curie hinzufügen um zu sagen, dass sie die Mutter von Irène Joliot-Curie und Ève Curie ist. Du kannst dann eine weitere Eigenschaft “Porträt” erstellen. Mit Hilfe dieser Eigenschaft kannst du dann eine weitere Aussage zum Objekt für Marie Curie hinzufügen um auf ein Porträt von ihr auf Wikimedia Commons zu verlinken. Du kannst alle diese Aussagen untermauern indem du Belege hinzufügst. Du kannst das bereits auf dem Wikidata Testsystem ausprobieren. Wir würden uns sehr über Rückmeldungen auf dieser Kontaktseite oder Fehlerberichte auf bugs.wikimedia.org freuen.

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Erste Schritte von Wikidata in der ungarischen Wikipedia

Wikidata, Wikimedias neues Projekt für strukturierte Daten, ist noch in der Entwicklung, doch heute machen wir einen weiteren Schritt, um es für alle Wikipedien und die Welt nutzbar zu machen. Heute haben wir die erste Phase von Wikidata in der ersten Wikipedia freigeschaltet: und zwar in der ungarischen Sprachversion.

Das Projekt bisher

Aufbau eines Wikidata Objekts

Wikidata ist in einem begrenzten Umfang seit Ende Oktober 2012 online. In der Zwischenzeit ist eine Menge passiert. Wichtige Community-Seiten wurden erstellt und umfangreich genutzt, Einführungs- und Hilfeseiten wurden geschrieben, Fehler behoben, neue Features entwickelt und natürlich wurden viele Objektseiten erstellt – über 2 Millionen sind es mittlerweile. Über 3 Millionen Änderungen wurden auf Wikidata seit Beginn des Projekts von aktuell über 500 aktiven Editoren vorgenommen. Die ersten Administratoren wurden gewählt und aktuell gibt es 68 von ihnen. Das alles ist viel mehr als wir, das Entwicklungsteam, uns erhofft hatten. Danke an alle, die sich daran beteiligen, Wikidata zu einem großartigen und nützlichen Projekt zu machen. Wir fühlen uns geehrt, eine Rolle dabei zu spielen.

In dieser ersten Phase ist es möglich, Objektseiten zu erstellen, Bezeichnungen, Beschreibungen und Aliasse in verschiedenen Sprachen hinzuzufügen und Wikipedia-Artikel zum selben Thema in verschiedenen Sprachen zu verlinken.

Was passiert jetzt?

Verbindungen zwischen Artikeln vor Wikidata

Verbindungen zwischen Artikeln mit Wikidata

Jetzt, da die Editoren (mit der Hilfe einiger Bots), all diese Links zu den zugehörigen Artikeln in den verschiedenen Wikipedien gesammelt haben, ist es an der Zeit, sie auch zu nutzen. Das beginnt heute in der ungarischen Wikipedia. Bisher wurde ein Wikipedia-Artikel mit einem Artikel zum gleichen Thema in einer anderen Wikipedia-Sprachversion verlinkt, indem ein spezieller Link im Wikitext des Artikels, Sprachlink genannt, hinzugefügt wurde. Das war für jeden Artikel in jeder Sprache notwendig. Diese Redundanz brachte viele Probleme mit sich. Ab heute wollen wir zu einem anderen System migrieren – einem in dem diese Links nur einmal in Wikidata gespeichert werden und jede Wikipedia ihre Sprachlinks von dort bekommt. Ab heute kommen die Sprachlinks auf der ungarischen Wikipedia von Wikidata. Die existierenden Sprachlinks im Wikitext werden weiterhin funktionieren bis ein Editor sich entscheidet, sie zu entfernen.

Die nächsten Schritte

In den nächsten Wochen planen wir, dieses Feature auf zwei weiteren Wikipedien anzuschalten, der hebräischen und der italienischen.
All diese Arbeit ist die Basis für die zweite Phase von Wikidata, an der wir parallel arbeiten und die anfängt Form anzunehmen. In der zweiten Phase geht es darum, solche Informationen zu speichern, die man üblicherweiße in Infoboxen findet. Das ist zum Beispiel die Einwohnerzahl eines Landes, die Länge eines Flusses oder das Geburtsdatum einer berühmten Person.

Mitmachen

Wikidata ist ein neues Projekt und das ist deine Chance es mitzugestalten. Es gibt viele Wege mitzumachen. Diese Seite erklärt, wie man sich als Editor, Entwickler, Übersetzer und mehr beteiligen kann.

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First steps of Wikidata in the Hungarian Wikipedia

(Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.)

Wikidata, Wikimedia’s new project for structured data, is still in development but today we are taking another step towards bringing it to all Wikipedias and the world. Today we have enabled the first phase of Wikidata on the first Wikipedia: the Hungarian Wikipedia.

The project so far

Layout of a Wikidata item

Wikidata has been online in a limited state since the end of October 2012. Since then a lot has happened. Important community pages have been created and used extensively, introductory and help pages have been written, bugs fixed, new features developed and of course a lot of item pages have been created – over 2 million by now. Over 3 million edits were done since the start of Wikidata by currently over 500 active editors. The first administrators have also been voted on and there are currently 68 of them. All this is much more than we, the development team, had hoped for. Thank you to everyone who is taking part in making Wikidata an amazing and useful project. We feel humbled to play a role in it.

In this first phase it is possible to create item pages, give them labels, descriptions and aliases in different languages and add links to the Wikipedia articles on the topic in various languages.

What happens now?

Language link connections between articles before Wikidata

Language link connections between articles with Wikidata

Now that the editors (with the help of a few bots) have collected all these links to articles on the various Wikipedias it is time to make use of them. This starts on the Hungarian Wikipedia today. So far linking between an article in one language edition of Wikipedia to an article on the same topic in another language edition of Wikipedia happened by adding a special link in the wikitext of the article, called a language link. This had to happen in each article in each language. This redundancy caused a lot of issues. Starting today we want to move to a different system – one where all these links are just stored once in Wikidata and each Wikipedia gets its language links from there. Starting today on the Hungarian Wikipedia language links are coming from Wikidata. The existing language links in the wikitext will continue to work until an editor decides to remove them.

The next steps

Over the next weeks we plan to enable this feature on two more Wikipedias that have requested it, the Hebrew and Italian Wikipedia.
All this work is the basis for the second phase of Wikidata that we are working on in parallel and that is starting to take shape. Phase 2 is about storing information typically found in infoboxes like the number of inhabitants of a country, the length of a river or the date of birth of a famous person.

Contribute

Wikidata is a new project and this is your chance to help shape it. There are many ways to contribute. This page explains how to contribute as an editor, developer, translator and much more.

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„Hast du gefunden, wonach du suchtest?“ – Ein Wikipedia-Tool für Leser

Ende Juli diesen Jahres wurde in Washington auf der Wikimania, der grossen jährlichen Konferenz der Wikimedia-Bewegung, das sogenannte Article Feedback Tool vorgestellt. Dahinter verbarg sich ein kleines Zusatzprogramm zur Wikipedia in Gestalt eines unscheinbaren kleinen Kastens am Ende des Artikels. Er gibt Wikipedia-Lesern die Möglichkeit, den von ihnen gerade gelesenen Artikel positiv, neutral oder auch negativ zu bewerten und die Bewertung um einen individuellen Kommentar zu ergänzen. Einfach und schnell, ohne Umwege über komplizierte Diskussionsseiten.

Zu diesem Zeitpunkt war das Tool bereits über ein halbes Jahr in der englischsprachigen Wikipedia im Einsatz und hatte spannende Ergebnisse gezeigt. Angelika Adam und Denis Barthel von Wikimedia Deutschland stellten in einem ersten Bericht den Aktiven der deutschsprachigen Wikipedia-Community das Tool vor und tatsächlich löste der Bericht erstes Interesse bei einigen Wikipedianern aus. In den folgenden Wochen fand sich eine kleine Gruppe zusammen, die den Einsatz als Pilotprojekt auch in der deutschsprachigen Wikipedia erörterte. Von nun an wurden Dokumentations- und Hilfeseiten übersetzt, Software eingedeutscht und für den Start konfiguriert, Artikellisten aufgebaut, Moderationssysteme diskutiert und nicht zuletzt nach intensiver Diskussion auch eine Umfrage zur Umsetzung einer Pilotphase durchgeführt. So gewann Ende Oktober dann die Initiative abschliessend an Fahrt, als bemerkenswert produktive und harmonische Zusammenarbeit zahlreicher Wikipedianer, begleitet von Wikimedia Deutschland und der Wikimedia Foundation.

Zum heutigen Tag wurde das Artikel-Feedback-Tool für alle Leser der deutschen Wikipedia angeschaltet. Zuvor war es für rund eineinhalb Wochen nur intern sichtbar, eine Zeit, während der vor allem kleinere Fehler behoben wurden. Rund 15.000 Artikel der deutschsprachigen Wikipedia werden ab jetzt für 4 Monate mit dem charakteristischen Kasten für Rückmeldungen versehen sein. Neben den drei vollständigen Themenbereichen „Säugetiere“, „Schach“ und „Heavy Metal“ wird in rund 1500 von Wikipedia-Autoren selbst ausgesuchten sowie in 1500 per Zufall ausgewählten Artikeln das Tool aktiviert. Allen Lesern wird so ermöglicht, unkompliziert Rückmeldung zu einzelnen Artikeln zu geben – die Studien aus der englischsprachigen Wikipedia zeigen inzwischen sogar, dass man sich nicht nur zu Artikeln äußert, sondern auch mehr als zuvor aktiv an der Bearbeitung beteiligt. Wer es einmal ausprobieren möchte, schaue im Wikipedia-Artikel zum Gießener Studentendoppelgrab.

Noch ist das Artikel-Feedback-Tool ein experimentelles Feature. Unverhofftes kann geschehen, Neues wird kommen. Bereits jetzt ist absehbar, dass im Januar eine neue, weiter verbesserte Version zu erwarten ist. Im Mai wird die Community dann abschließend entscheiden, ob das Artikel-Feedback-Tool dauerhaft und für alle Wikipedia-Artikel bereitgestellt werden soll. Bis dahin ist Gelegenheit für alle Wikipedia-Leser, diese neue Möglichkeit zu nutzen und quasi im Vorbeigehen einen Beitrag zur Verbesserung ihrer Wikipedia zu leisten.

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Neues Video – Unterstützen Sie Wikipedia!

Während der diesjährigen Wikipedia-Spendenkampagne haben bereits über 150.000 Menschen mit einem Beitrag die Förderung Freien Wissens unterstützt. Das ist großartig und zeigt, wie viele Leser sich mit der Grundidee der Wikipedia identifizieren und der ehrenamtlichen Arbeit vertrauen. Heute veröffentlichen wir ein kurzes Video, in dem Wikipedia-Leser und Pavel Richter zu Wort kommen. Es erinnert daran, wie selbstverständlich Wikipedia mittlerweile für Millionen von Menschen geworden ist.
 

Unterstützen Sie Wikipedia! von Wikimedia Deutschland auf Vimeo.

 

Vielen Dank an alle Beteiligten, also an das kleine Team, das dieses Video kurzfristig umgesetzt hat, und zuerst und vor allem an die Leser, die spontan und mit Begeisterung dafür zur Verfügung standen! Der Clip ist unter anderem auch auf www.wikipedia.de eingebunden.

Was Menschen bewegt, für Wikipedia zu spenden, schreiben sie übrigens auch sehr oft auf. Im Spendenticker von Wikimedia Deutschland sind tagtäglich Kommentare von Unterstützern nachzulesen.

 

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Sexismus in der Wikipedia: Einladung zur IRC Office-Hour

Eine heftige und trotz aller Emotionen doch in vielen Punkten konstruktive Diskussion hat sich aus den Blogbeiträgen (Zur Sexismus-Debatte in der Wikipedia und Gastbeitrag der femgeeks: Die deutsche Wikipedia unter der Lupe) ergeben, die wir in den letzten Wochen zum Themenkreis “Frauen in der Wikipedia” publiziert haben. Über 200 Kommentare trafen dazu ein, eine Rekordbeteiligung in unserem Blog.

Besonders interessant wurde es dabei immer dann, wenn in der Diskussion grundsätzliche Fragen angesprochen wurden – wie die Strukturhindernisse für bisher unterrepräsentierte Gruppen in der Wikipedia. Um uns diesem Punkt konzentrierter und intensiver widmen zu können, laden wir alle Interessierten herzlich zu einer sogenannten „Office Hour“ via IRC ein.

90 Minuten lang möchten wir mit Euch live und direkt per Chat über diese Fragen sprechen. Wir haben Wikipedianerinnen eingeladen, die von ihren Erfahrungen erzählen und wünschen uns eine interessante und ergiebige Diskussion.

Die IRC Office Hour findet am kommenden Mittwoch, den 12.09.2012 ab 18 Uhr statt.

IRC? Zur Teilnahme habt Ihr zwei Möglichkeiten:

Am einfachsten ist der Zugang über http://webchat.freenode.net/?channels=wikimedia-de. Dort gebt Ihr einfach einen selbst gewählten Benutzernamen und das Captcha ein.

Wer einen eigenen IRC-Client besitzt, kann sich damit über Freenode (irc.freenode.org) am Chat #wikimedia-de beteiligen. Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und eine respektvolle, konstruktive Diskussion.

Ihr könnt gerne Themenwünsche oder andere Anregungen in den Kommentaren äußern.

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Gastbeitrag der femgeeks: Die deutsche Wikipedia unter der Lupe

Wie im letzten Beitrag Zur Sexismus-Debatte in der Wikipedia angekündigt, haben wir das Gemeinschaftsblog femgeeks, das sich bereits frühzeitig zu Wort gemeldet hat, um eine kritische Analyse der Situation gebeten. Wir danken ihnen herzlich für den ausführlichen Beitrag und die Möglichkeit, ihn auch hier bei uns zu veröffentlichen. Zum besseren Verständnis mancher Begriffe oder Zeichen verweisen wir auf das femgeeks-Glossar.

Och Mensch Finchen, kleines Knuddelchen. 10 Stunden am Tag Artikel  korrigiert, gegen den allmächtigen Patriarchalismus angekämpft und am Ende doch verloren? Nimms positiv, jetzt hast Du viel mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens: Kochen, Abwaschen, Putzen, Schuhe kaufen und für den Partner da sein. Schreib doch mal bei Stupidedia, die brauchen Dich da ganz dolle und da kannst Du auch mit wenig Zeiteinsatz wirklich noch was bewirken. Auf dass Pi endlich kleiner als 3 wird, das ist nämlich mysogyn und faschistisch!

Das ist nur einer von vielen ähnlichen Kommentaren, mit denen in der Wikipedia-Community auf Fiona Baines Ankündigung reagiert wurde, ihre Arbeit für die deutsche Wikipedia niederzulegen.

Inhaltsübersicht

  1. Einleitung
  2. Rückblick
  3. Reaktion der deutschen Wikimedia
  4. Ist-Analyse
    1. Frauenanteil in der Wikipedia
    2. Weitere relevante Ergebnisse aus den Studien
    3. Teilhabestrukturen
    4. Allgemeiner Umgang mit neuen Autor_innen
    5. Umgang mit neuen weiblichen* Autorin_nen
    6. Umgang mit aktiven Frauen*
    7. Was ist schon legitimes Wissen?
    8. Warum trotzdem Wikipedia?
  5. Vorschläge für die Zukunft
    1. Solidarität
    2. Sanktionen
    3. Netiquette/Regelwerk
    4. Beobachten
    5. Öffentlichkeit
    6. Awareness-Team/Krisenteam/Diskriminierungsbeauftragte
    7. Schulungen/Workshops
    8. Aufhebung der Plicht zum generischen Maskulinum
    9. Überdenken von Relevanz
    10. Bewusstsein

Einleitung

Dass Wissensproduktion ein umkämpftes Terrain ist und dieser Fakt in der deutschen Wikipedia deutlich sichtbar ist, schrieb Charlott in ihrem Artikel “Wessen Wissen in der Wikipedia?“.  Fiona Baines Artikeln und Beiträgen (aber auch denen anderer feministisch verorteter Autor_innen) wurde die Validität abgesprochen, eine entbrannte Diskussion mündete in öffentlichen Schikanen, sexistischen Angriffen und Cyber-Mobbing.

Inzwischen hat das Thema weitere Kreise gezogen und nun ist bekannt, dass Fiona Baine  nicht mehr willens war, die Schikanen zu ertragen und sich endgültig sperren ließ.

Die Maskulisten-Szene feiert inzwischen sich und ihren “Erfolg”, ist aber offensichtlich nicht gewillt, die öffentlichen Diffamierungen von Fiona und anderen ihr gegenüber solidarischen Wikipedianer_innen zu unterlassen. Und: Es ist auch nicht das erste Mal, dass so etwas geschieht. In den Jahren 2005/2006 engagierte sich Barbara Mürdter bei der Wikipedia, auch sie wurde durch Maskulisten gemobbt und verließ letzten Endes im Winter 2006 Wikipedia. Sie betonte damals, die Wikipedia auch wegen der Admins zu verlassen, da diese die Angriffe gegen sie deckten.

Rückblick

Auf den geringen Frauenanteil von ca. 13% (weltweit) im Jahr 2010 reagierte Sue Gardner, Direktorin der Wikimedia Foundation, Anfang des Jahres 2011 mit dem erklärten Ziel, die Frauenbeteiligung bis zum Jahre 2015 auf 25% zu steigern. Der Gender Gap in der Wikipedia wurde insbesondere durch eine Studie der UNU-MERIT, einem Forschunsgzentrum der United Nations University, mit der die Wikimedia Foundation kollaborierte, transparent.

Natürlich würden mehr Frauen* nicht automatisch mehr feministisches Wissen und weniger Sexismus in der Wikipedia bedeuten. Doch die geringen Anteile von Frauen* sind mit Sicherheit auch nicht förderlich und machen Ausschlüsse einfacher.

Reaktion der deutschen Wikimedia

Glücklicherweise ist nun auch bei Wikimedia Deutschland, der Förderverein der deutschsprachigen Wikipedia 1, im deutschen Sektor der Wikimedia Foundation das Problem aufgegriffen worden und eine Bereitschaft erkennbar, anti-diskriminierende Strukturen und Hilfsangebote zu etablieren, die Autorinnen Anreize schaffen, in der Wikipedia zu partizipieren. Inzwischen wurde eine Mailingliste eingerichtet, die der stärkeren Vernetzung und einem intensiveren Austausch unter Frauen* dienen soll.

Erfreulich ist, dass unsere Redaktion eine Anfrage von Wikimedia mit der Bitte erhielt, die existierenden Strukturen in der deutschen Wikipedia einer kritischen Analyse zu unterziehen und Überlegungen zu treffen, wie die Problematik zu behandeln sein könnte. Zu dem Zeitpunkt hatten wir eh einen solchen Artikel geplant. Die Anfrage aber untermauerte und bekräftige die Motivation dafür und die Wichtigkeit der Thematik.

IST-Analyse

Frauenanteil in der Wikipedia

Neben der eingangs erwähnten Studie, aus der im Jahr 2010 ein Frauenanteil von knapp 13% hervorging, wurde im darauf folgenden Jahr eine weitere Untersuchung durchgeführt. Eine Steigerung des Frauenanteils wurde dieser zur Folge nicht erreicht. Ganz im Gegenteil war im Jahr 2011 ein Anteil von nur noch 8.5% Autorinnen zu verzeichnen.

Weitere relevante Ergebnisse aus den Studien

Weiterhin erwähnenswert ist, dass gemäß der Erhebung aus dem Jahr 2010 23% der Befragten (unabhängig vom Geschlecht) nicht bei Wikipedia partizipieren, weil sie “Angst davor haben, Fehler zu machen und deshalb Ärger zu bekommen” (“I am afraid of making a mistake and getting “in trouble” for it.”). In der Studie aus dem Jahr 2011 findet das Stichwort “Harassment” erstmals Erwähnung, ein Teil der partizipierenden Frauen* “fühlt sich belästigt” und empfindet die Community als eine “sexualisierte Umgebung”.

Teilhabestrukturen

Jede_r, der_die an der Entstehung von freiem Wissen mitwirken möchte, kann – prinzipiell – in der Wikipedia-Community mitmachen. Im Artikel Beteiligen heißt es u. a.

Sofern du Texte schreiben kannst, kannst auch du hier mitarbeiten. Du brauchst keine Hilfsmittel, die technischen Anforderungen sind minimal.

Es gibt ein Tutorial, in dem beispielsweise erklärt wird, wie Interessierte sich anmelden können, was sie beim Erstellen der Texte beachten sollten, wie neue Artikel angelegt und bestehende modifiziert werden können.

In dem Artikel Belege sind die Wikipedia-Grundsätze aufgeführt, die sicherstellen (sollen), dass die “Glaubwürdigkeit” der Wikipedia erhalten bleibt. Hilfe können Autor_innen oder solche, die es werden wollen, über Mentorenprogramme erhalten.

Doch wie sind die Strukturen, wenn Autor_innen angegriffen werden?
Eine offizielle Stelle für Diskriminierungen gibt es jedenfalls nichts. Eine erste Möglichkeit bei Angriffen gegen die eigene Person wäre eine Vandalismusmeldung . Falls sich die Probleme auf Diskussionen zu einem bestimmten Artikel beschränken, gibt es die Möglichkeit, eine „Dritte Meinung“ einzuholen. Auch das Ansprechen von Admins/Adminas ist eine Möglichkeit. Ganz am Ende bleibt das Schiedsgericht.

All diese Gremien und Möglichkeiten sind aber nicht besetzt durch Menschen, die besonders geschult sind im Umgang mit Diskriminierungen, viel eher sind sie auf Meinungsverschiedenheiten ausgelegt. Diskriminierungen sind aber keine verschiedenen Meinungen und erfordern oftmals eine bestimmte Sensibilisierung um sie zu erkennen.

Weiterlesen »

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Gib Lesern eine Stimme – Artikel-Feedback in neuem Gewand

Ein Blogbeitrag von Angelika Adam und Denis Barthel.

Ein Nachhall von der Wikimania: Dort stellte Fabrice Florin, Entwickler der Wikimedia Foundation, am zweiten Tag in einem Vortrag mit dem Titel Giving Readers a Voice: Lessons from Article Feedback v5 die Version 5 des Article Feedback Tools vor.  Zugleich präsentierte er Untersuchungsergebnisse zur Frage, wie das AFT (die Abkürzung sei erlaubt) sich eigentlich im praktischen Einsatz bewährt.

Eine doppelt interessante Fragestellung, insbesondere für deutschsprachige Wikipedianer. Wem dies alles nichts sagt (ist ja auch schon lang her): das AFT ist ein Werkzeug in der Tradition eines Tools, das 2008 in der deutschen Wikipedia live geschaltet wurde. Anhand eines schulnotenartigen Schemas sollte damals Lesern die Möglichkeit gegeben werden, einzelne Merkmale der Artikel zu beurteilen. Die deutschsprachige Community äußerte damals in einem Meinungsbild nicht zuletzt starke Zweifel an der Zweckmäßigkeit solcher Beurteilungen und setzte die Abschaltung dieses Tools durch.

Das war auch ein klares Signal gegen das Article Feedback Tool, da es ebenfalls die schematisierte Beurteilung der Qualität eines Wikipedia-Artikel erlaubte und daher in der deutschen Wikipedia nie zum Einsatz kam. In der englischen Wikipedia wurde die Version 4 im Juli 2011 vollständig eingebunden, Leser konnten seither dort die Artikel bewerten, indem sie für vier verschiedene Parameter jeweils 1 (besonders schlecht) bis 5 (besonders gut) Sterne vergaben. Die Parameter waren

  • Trustworthy – Ist dieser Artikel und seine enthaltenen Quellen vertrauenswürdig?
  • Objective – Ist der Artikel ausgewogen und umfassend formuliert?
  • Complete – Beinhaltet dieser Artikel die wichtigsten Informationen zu diesem Thema?
  • Well-Written – Ist der Artikel gut strukturiert und geschieben?

Die von Fabrice und seinem Team vorgenommenen Untersuchungen zu den Auswirkungen dieser Methode bestätigten die damaligen Befürchtungen der deutschen Wikipedianer: die Bewertungen wurden selten wirklich objektiv vorgenommen, vielmehr beurteilten Leser, ob sie das Thema oder den Hauptautoren mögen oder eben auch nicht. Und so zogen die Entwickler für die neue Version 5 die entsprechenden Konsequenzen. Diese neue Version arbeitet nicht mehr mit der Sternevergabe, sondern gibt den Lesern die Möglichkeit zusätzlich zu einer Einschätzung als positiv, neutral oder negativ einen Kommentar zu schreiben.

Diese direkte Möglichkeit zum Feedback ist offensichtlich zugänglicher als die Diskussionsseite. Zugleich bietet sie weitere Funktionen. So ist es möglich, vorherige Feedbacks zum Artikel zu bewerten, um sie zu priorisieren. Am meisten zeigt sich der Wert des Tools aber darin, dass es die Leser deutlich mehr zum eigenständigen Editieren ermuntert, so die Studien des Teams um Fabrice Florin.

In diesem kleinen, englischsprachigen Video kann man sich die Funktionalität des AFT kurz zusammen gefasst ansehen. Derzeit ist die Version in etwa 3% der englischen WP eingebunden, wer das Ganze einmal praktisch sehen möchte, kann es z.B. am Artikel zu Barack Obama probieren. Bis Ende Juli sollen 10% der englischen Wikipedia eingebunden sein und Ende September die gesamte englische Wikipedia. Ob die deutschsprachige Wikipedia das AFT einführt, obliegt der Community. Die bisher beanstandeten Fehler jedenfalls sind erfreulicherweise durch die neue Version gegenstandslos geworden.

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Say Hello, Wave Goodbye ….

Seit Ende 2008 habe ich für Wikimedia Deutschland Bildungsaufgaben wahrgenommen. Dabei habe ich mich in den letzten eineinhalb Jahren mit meinen Kollegen im Team intensiv der Aufgabe gewidmet, aus isolierten Programmen und Strukturen wie “Wikipedia macht Schule” und “Silberwissen” einen eigenständigen, übergreifenden Bereich “Bildung & Wissen” zu formen. Das von uns gemeinsam entwickelte Bereichsmotto “Mitmachen!”, dass den Fokus der AutorInnengewinnung bei Wikimedia Deutschland zielgruppenoffener gestaltete, war eine wichtige Richtlinie dazu und führte zu einem intensiven und kontinuierlich produktiven Austausch insbesondere mit dem rund dreissigköpfigen Referentennetzwerk des Bereichs. Diese sehr erfüllende und schöne Aufgabe ist nun abgeschlossen, Zeit für etwas Neues.

In diesem Monat werde ich daher in den Bereich Freiwilligenförderung wechseln. Durch diesen Wechsel kann ich meine in den letzten Jahren im Bereich „Bildung & Wissen“ gesammelten Erfahrungen in einen Bereich mitbringen, der mir inhaltlich bereits wohlvertraut ist und sehr am Herzen liegt. Von Anfang meiner Tätigkeit bei Wikimedia Deutschland an haben mich Aufgaben zur Unterstützung der Communities und der Qualitätsförderung beschäftigt und in Programmen wie z.B. dem Literaturstipendium, dem Redaktionstreffen und dem Bilderschatz ihren Niederschlag gefunden. Bei meinen kommenden Aufgaben im alten/neuen Bereich möchte ich mich nun insbesondere auf die Optimierung von Strukturen und Prozessen in der Arbeit für und mit den Communities konzentrieren.

Eine besondere Erfahrung aus dem Bereich „Bildung & Wissen“, die ich mit einbringen möchte in meine neue Arbeit, sind dabei die vielen Stimmen von Lesern bzw. Menschen, die keine Wikipedianer sind. Indem diese Menschen bei zahlreichen Begegnungen mit mir ihre Sicht auf Wikipedia und Freies Wissen teilten und von der alltäglichen Bereicherung und Herausforderung berichteten, die Wikipedia für sie darstellte, veränderten Sie allmählich meine Perspektive auf die Wikipedia. Auch und gerade als Wikipedianer wurde es zum Privileg für mich, besser verstehen zu lernen, wo und warum unser aller Lieblingsprojekt gelegentlich nicht nur Begeisterung, sondern auch Stirnrunzeln, Ärger oder Hilflosigkeit auslöst bei jenen, für die es am Ende gedacht ist. So eröffnete sich mir etwas ganz Neues und ich möchte davon etwas weitergeben.

Für die unglaublich spannende und fantastisch produktive Zeit bei „B&W“ danke ich insbesondere Elly Köpf, sowie Elvira Schmidt, Cornelia Trefflich und Merle Wittich und natürlich insbesondere den Teilnehmern des Referentennetzwerks. Und ich freue mich sehr darauf, Teil eines neuen Teams aus Johannes Rohr, Julia Kloppenburg und Christoph Jackel zu werden.

Auf bald, wir lesen uns!

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Admin sein ist nicht (so) schwer – Admin bleiben dagegen (vielleicht) schon? Oder auch nicht

Gut 30 Wikipedianer haben das erste Juniwochenende zusammen in einem abgelegenen Kloster am Rande des Harz verbracht, um über Adminthemen zu sprechen. Auch wenn es Uneingeweihte kaum glauben möchten – das war wirklich das erste Treffen seiner Art! Die Administratoren der deutschsprachigen Wikipedia sind entgegen der Gerüchte eben kein engverknüpftes Netzwerk, dass sich kennt und regelmäßig trifft, sondern eher eine bunte Truppe von Einzelkämpfern, die regelmäßig jeder für sich allein das Rad neu erfindet.

Admincon 2012 vortrag populism
Admincon 2012 vortrag populism

Hat die AdminConvention daran etwas geändert? Ja und nein und auch vielleicht doch:

Unter den etwa 30 Teilnehmern der Admincon waren nicht ganz 20 Admins – also nur ein kleiner Teil der insgesamt derzeit ca 280 Administratoren. Darunter fanden sich „Schlafadmins“ genauso wie „Poweradmins“, „Glücksadmins“, „Gelegenheitsadmins“, „Bauchgefühladmins“ und weitere Selbstzuschreibungen.

Überrascht war ich von der konzentrierten und extrem disziplinierten Gesprächsatmosphäre und der Bereitschaft aller Teilnehmer, ihr Verhalten zu reflektieren und in Frage zu stellen. Was erwarten die Wikipedianer von den Admins? Was erwarten die Admins von anderen Admins? Wieviel Aktivität kann einem Admin abverlangt werden? Wieviel Inaktivität ist tolerabel? Wem schadet Inaktivität und wodurch? Wie kann Adminaktivität, die sich nicht in Logbucheinträgen niederschlägt besser gewürdigt werden? Was ist mit Entscheidungen, vor denen sich alle drücken? Brauchen wir (provozierend gefragt) einen „Admin vom Dienst“ um zu verhindern, dass Anfragen und Probleme unbearbeitet ins Archiv wandern? Pauschale oder sogar einfache Antworten hat diese Admincon nicht formulieren können. Über die Relevanz der aufgeworfenen Fragen zeigte sich aber ein großer Konsens.

Admincon 2012 grosse runde
Admincon 2012 grosse runde

Ein ähnlich großer Konsens herrschte zwischen den Anwesenden darüber, dass die Widerwahlmöglichkeit inzwischen etabliert und akzeptiert ist. Auch wenn die Einträge auf den Wiederwahlseiten für Admins manchmal schmerzhaft sind und es nicht immer angenehm ist, damit umzugehen, mochte keiner der anwesenden Admins das System als solches missen. Die Erfahrungen mit Wiederwahlen, die durch Einträge auf den Wiederwahlseiten erzwungen wurden, zeigen, dass das System im Großen und Ganzen gut funktioniert und eben gerade nicht zum Scherbengericht verkommt.

Ich persönlich habe Wikipedianer selten auf eine so fokussierte, konstruktive Weise diskutieren sehen. Gleichzeitig habe ich selten so gelacht, wie bei der abendlichen Pantomimesession, als aus dem „Baustein:Spielwiese benutzen“ das „Portal:Rasenpflege“ wurde oder aus „bitte Vorschau beachten“ der „Stielaugenbaustein“. Viele Themen, die den Admins am Herzen liegen, konnten nur gestreift werden, die Liste mit Wunschthemen fürs nächste Mal ist lang – das Orgateam steht für die nächste Runde schon in den Startlöchern. — poupou

AdminCon zum Nachlesen:

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