Archiv für die ‘Technisches’ Kategorie



Hacken in San Francisco

Zwischen dem 20. und 23. Januar durfte ich in San Francisco am “Wikipedia Hackathon” teilnehmen, einem Workshop für Softwareentwickler, bei dem es darum ging, gemeinsam an neuen Features zu arbeiten und interessierten Neulingen die Arbeit an und mit MediaWiki näher zu bringen. Besonders im Vordergrund stand dabei die Entwicklung von “Apps” für Smartphones: Die Wikimedia Foundation hat kürzlich die Offizielle Wikipedia-App für die Android-Plattform vorgestellt, mit der Wikipedia-Artikel bequem auf dem Telefon gelesen werden können. Nun wurden die gesammelten Erfahrungen mit der Entwicklergemeinde geteilt, neue Funktionen (wie “zufällige Seite”) hinzugefügt und Ideen für weitere Anwendungen entwickelt. Das gab auch mir die Gelegenheit, mit der Programmierung von Android-Telefonen zu experimentieren.

Den Preis für die beste Neuentwicklung während des Hackathons gewann ein Projekt, dass zwar für Handys gedacht ist, aber ganz ohne Smartphone-Funktionen auskommt: per SMS kann ein Wikipedia-Artikel angefragt werden, der dann von einem Dienst vorgelesen wird. Der Preis ist eine Reise für zwei Mitgleider des Siegerteams: sie dürfen zu einem weiteren Wikimedia-Event irgendwo auf der Welt fahren — vermutlich zum nächsten Hackathon, nämlich dem, den Wikimedia Deutschland voraussichtlich im Frühjahr veranstalten wird.

Zwischen all den spannenden Gesprächen mit erfahrenen und auch ganz neuen MediaWiki-Entwicklern fand ich noch Zeit für meinen eigenen kleinen „Hack“: MediaWiki soll in Zukunft neben Wiki-Links auch die HTML-Syntax für Links zulassen. Das ist wichtig, um Metadaten wie zum Beispiel Bildlizenzen mit Hilfe von Mechanismen wie HTML5 Microdata oder RDFa maschinenlesbar in Wikiseiten einbinden zu können.

Den Aufenthalt in San Francisco konnte ich außerdem nutzen, um die Arbeit am Wikidata-Projekt mit der Wikimedia Foundation zu koordinieren. So konnte unter anderem die Abläufe für den Test und die Integration der neuen Software in die Wikimedia-Landschaft geklärt und diverse Detailfragen zur Umsetzung besprochen werden. Diskutiert haben wir zum Beispiel, ob und wie sich Änderungen an zentral gespeicherten Datensätzen auf Beobachtungslisten in den einzelnen Wikipedias niederschlagen sollen.

Es war gut, Wikidata bei den Mitarbeitern der Wikimedia Foundation bekannter zu machen, und es war schön, die Unterstützung und Begeisterung für das Projekt zu spüren. Es gibt noch viel zu tun für Wikidata, aber es scheint, als sei alles auf dem besten Wege.

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Wikimedia Technik Report Juli 2011

Im Blog der Wikimedia Foundation ist der Technik Report für Juli 2011 (englisch) erschienen. Hier eine gekürzte Wiedergabe auf deutsch (alle Links führen zu den englischen Originalseiten mit weiterführenden Informationen).

Zusammenfassung

  • Laufende Datenübertragung vom Hauptrechenzentrum in Florida zum neuen Rechenzentrum in Virginia
  • Installation des Artikel-Feedback-Features für alle Artikel in der englischen Wikipedia und Installation des Stimmungsbarometer („mood bar“)
  • erfolgreiche Installation des MySQL-basierten Parser-Caches für alle Wikimedia-Wikis
  • mittelfristige Betrachtung des Projektes „Summer of Code

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TIFF Bilder können jetzt direkt verwendet werden.

Ravana approaches Sita during her captivity. Nina Paley, CC-BY-SA


TIFF-Bilder können jetzt direkt in der Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten verwendet werden. Nachdem die Hallo Welt Medienwerkstatt im Autrag von Wikimedia Deutschland die benötigte MediaWiki-Erweiterung fertig gestellt hatte, konnte sie heute nach einem Review durch die Server-Administratoren für alle Wikimedia-Projekte aktiviert werden.

Freuen wird das alle, die viel mit qualitativ hochwertigen Bildern arbeiten: TIFF ist ein beliebtes Format in der Reproduktionstechnik, im Bibliothekswesen und für wissenschaftliche Anwendungen. Das liegt unter anderem daran, dass TIFF-Dateien mehrere Bilder (z.B. Buchseiten) enthalten können, und dass sie zusätzliche Informationen zum Beispiel zum Farbmanagement unterstützen.

Hochladen konnte man TIFF-Dateien nun schon seit einiger Zeit. Und nicht alle TIFF-Dateien, die hochgeladen wurden,  lassen sich jetzt anzeigen: einige sind schlicht zu groß, manche auch kaputt, oder es haben sich Dateien in einem anderen Format als TIFFs verkleidet eingeschlichen.

Wer das neue Bildformat einmal ausprobieren möchte, findet in der entsprechenden Kategorie auf Commons reichlich Auswahl. Viel Spaß!

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MediaWiki im Unternehmen: Das wiki4enterprise-Nutzertreffen

Gemeinsam mit der Twoonix Software GmbH und der Abacus Alpha GmbH organisiert Wikimedia Deutschland das dritte MediaWiki-Nutzertreffen „wiki4enterprise“. Bei der Veranstaltung treffen sich Anwender zum gemeinsamen Dialog über die erfolgreiche Nutzung von MediaWiki in Unternehmen und Organisationen.

In der HomeBase Lounge, Köthener Str. 44, 10963 Berlin, werden die Teilnehmer von 10 – 17 Uhr am Freitag, den 25.06. 2010 interessante Impulsvorträge sowie Erfahrungsberichte zu hören bekommen.

Ausführliche Informationen samt Agenda finden sich im wiki4enterprise-Planungswiki zum 25.06., weitere Hintergründe im Twoonix-Blog:

Immer mehr Unternehmen orientieren sich an dem Schlagwort Enterprise 2.0. Das heißt, dass Firmen eine neue Unternehmenskultur anstreben. Die Tendenz bewegt sich von der hierarchischen, zentralen Steuerung hin zur autonomen Selbststeuerung von Teams, die von Managern eher moderiert als geführt werden. Mit welchen Mitteln das realisiert werden kann, erfahren Sie beim MediaWiki-Nutzertreffen.

Wissensmanagement 1.0 wurde über Jahrzehnte in der Wissenschaft und Literatur diskutiert, die Erfolge waren mager, in der Realität des Arbeitsalltages im Unternehmen kam wenig davon an. Mit Web 2.0, Enterprise 2.0, Wikis und Social Software wird die Learning Organization, das lernende Wissensunternehmen nun seit ein paar Jahren Realität. Wenn Sie mitmachen wollen – just push the Edit-Button – it’s a wiki.

Für interessierte Unternehmensvertreter sind noch einige Plätze frei. Wir freuen uns auf konstruktiven Austausch in der HomeBase Lounge!

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TIFF-Bilder bald direkt im Wiki

Vor fast einem Jahr hatte Wikimedia Deutschland die Entwicklung einer MediaWiki-Extension zum Einbinden von TIFF-Bildern in Wiki-Artikel ausgeschrieben. Nun ist es endlich soweit: die Hallo Welt Medienwerkstatt, die den Auftrag erhalten hatte, hat den PagedTiffHandler fertiggestellt.

Damit lassen sich TIFF-Dateien, wie sie in der Bildreproduktion aber auch im wissenschaftlichen Betrieb üblich sind, direkt im Wiki anzeigen, so wie es bereits mit JPG oder PNG-Dateien möglich ist. TIFF-Dateien können aber nicht nur ein, sondern mehrere Bilder enthalten. Auch hierfür bietet die neue Erweiterung die notwendigen Werkzeuge an.

Um TIFF-Dateien in Wikipedia und auf Wikimedia Commons verwenden zu können, muss die Extension noch von den Systemadministratoren begutachtet und aktiviert werden. Eine entsprechende Anfrage wird in den nächsten Tagen vorbereitet. Wir hoffen, dass die neue Funktion schon in wenigen Wochen zur Verfügung stehen wird.

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Bessere Betreuung für den Toolserver

Der Toolserver hat jetzt einen hauptamtlichen Admin:  Wikimedia Deutschland hat River Tarnell ab dem 1. Februar mit der Betreuung und Wartung des Toolservers beauftragt. River hat den Toolserver mit aufgebaut und war stets sehr aktiv dort. Aber wenn man so etwas in der Freizeit macht, ist nicht immer Zeit für alles, dann bleibt schon mal was liegen. Dies führte in der Vergangenheit immer wieder zu Ausfällen des Servers. Das soll mit dem Auftrag an River nun verbessert werden. Zusätzliche Absprachen über das Vorgehen in Notfällen sorgen dafür, das der Toolserver in Zukunft zu mindestens 99% verfügbar sein wird.

Die Verpflichtung eines hauptamtlichen Admins wird auch die ehrenamtlichen Administratoren und Mitarbeiter des Toolservers von nervigen Routineaufgaben entlasten, um die sich in Zukunft River kümmern wird. Ehrenamtliche Mitarbeit wird auch weiterhin eine der tragenden Säulen eines erfolgreichen und produktiven Toolservers sein.

Wir danken allen Mitarbeitern für den großartigen Einsatz bislang, und freuen uns auf eine noch bessere Zusammenarbeit in Zukunft!

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Hack the Wiki beim CCC: neue Werkzeuge für die Community

In den letzten Monaten wurden immer wieder auch außerhalb der Wikimedia-Community Ideen zur Verbesserung der MediaWiki Software diskutiert. Um diese Ideen zu bündeln und weiterzuentwickeln veranstaltet Wikimedia Deutschland beim 26. CCC Kongress am 27.-30. Dezember in Berlin den Hack the Wiki-Workshop. Dort möchten wir interessierte Menschen aus der Hacker-Gemeinschaft, die sich auf dem Kongress treffen, mit Entwicklern der MediaWiki-Software zusammenbringen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, Verbesserungen zu diskutieren und an Lösungen zu arbeiten.

Wir hoffen, dass dieser Workshop dazu beiträgt, Ideen zu sammeln und die Arbeit an Verbesserungen der Wikipedia selbst sowie neue Arten der Weiternutzung der Wikipedia-Daten zu koordinieren.

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Wikimedia Foundation unterstützt den Toolserver mit 30.000 EUR

Im April haben wir bei der Foundation Geld dafür beantragt, den Toolserver stabiler gegen Ausfälle zu machen (Antragstext, englisch). Hintergrund ist, dass eine der Hauptfunktionen des Toolservers besonders fehleranfällig ist. Der Toolserver hat Kopien der Daten von allen knapp 780 Wikis der Wikimedia Foundation, also den Wikipedias in allen Sprachen und allen anderen Wikimedia-Projekten wie den Wiktionaries, Wikibooks, Commons, etc. Diese Daten werden live auf den Toolserver gespielt, hierbei sollte es allenfalls ein paar Sekunden Verzug geben. Allerdings fällt diese „Datenreplikation“ manchmal aus, oder schlimmer, arbeitet fehlerhaft. Dann wird es notwendig, den gesamten Bestand noch einmal zu kopieren und die Replikation neu anzufahren. Das kann Tage und Wochen dauern – und in dieser Zeit haben Benutzer des Toolservers keine aktuellen Daten. Und, noch schlimmer, gibt es während dieser Zeit kein aktuelles Backup der Daten außerhalb des Datencenters in Tampa.

Diese etwas wackelige Situation soll nun verbessert werden: wir wollen von jeder Datenbank zwei Kopien haben, statt nur einer. So bleibt eine verfügbar wenn die andere ausfällt, die Tools haben aktuelle Daten und es gibt immer ein Backup „off site“ in Amsterdam. Um das zu erreichen, brauchen wir drei neue Datenbank-Server – und die können wird mit den 40.000 Dollar (knapp 30.000 Euro) von der Foundation jetzt kaufen. Bis die Online sind, wird es zwar noch ein paar Monate dauern, aber wir freuen uns jetzt schon!

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Neue Server für den Toolserver und OpenStreetMap

Gestern hat Wikimedia Deutschland fünf neue Server bestellt. Drei davon werden für das OpenStreetMap-Projekt verwendet, und drei werden den Toolserver Cluster erweitern. Müssten es dann nicht sechs sein? Nein, denn einer der Server wird für OpenStreetMap im Toolserver Cluster eingesetzt! Und das ist wohl auch der interessanteste:

Auf diesem neuen „Map-Toolserver“ werden interessierte Programmierer die Gelegenheit haben, mit den Daten des OpenStreetMap-Projekts zu arbeiten und Werkzeuge bereitzustellen, die diese Daten nutzen. Zugang zu dem neuen Server wird, ähnlich wie bislang auch für andere Toolserverprojekte, auf Anfrage gewährt. Wir hoffen, der OpenStreetMap-Community auf diese Weise bei der Entwicklung neuer Werkzeuge helfen zu können.

Besonders interessant ist natürlich die Integration von OpenStreetMap in Wikipedia, die bereits beim Entwicklertreffen besprochen wurde. Sie soll automatisch Karten zu Ortsartikeln generieren und auch interaktive Karten bereitstellen, auf denen sich der Benutzer frei bewegen kann. Für diese Integration werden die übrigen zwei neuen OpenStreetMap-Server benutzt.

Die zwei verbleibenden Server für den Toolserver Cluster sind eine Investition in die Stabilität und Leistungsfähigkeit des Toolservers: ein Server wird unseren ältesten Datenbankserver ablösen, dem zunehmend die Puste ausgeht. Der zweite wird dafür sorgen, dass künftig mehr Rechenleistung für Bots zur Verfügung steht.

Insgesamt hoffen wir mit dieser Anschaffung die Stabilität des Toolserver-Projekts zu erhöhen, die OpenStreetMap-Community zu unterstützen und die Integration von interaktiven Karten in Wikipedia zu erlauben.

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Wenn man die Kamera im Nacken spürt…

„Behavioral Targeting“ ist der Fachbegriff für die Auswahl möglichst passender und interessanter Inhalte (meistens Werbung), basierend auf dem Verhalten und den Nutzungsgewohnheiten eines Menschen.

Per se ist das eigentlich gar keine schlechte Idee. So sollte der Nutzen bei werbefinanzierten Angeboten nicht nur für den Anbieter, sondern auch für den Besucher größer werden, da die Werbung – zumindest in der Theorie – eher seinen Interessen entspricht. Gleichzeitig muss einem jedoch bewusst sein, dass dabei eine Menge Daten anfallen, die ein relativ genaues Bild von einem aufzeigen.

Unabhängig vom Nutzen sollte aber eines gewährleistet sein: Jeder sollte für sich selbst bestimmen können, ob er an dieser Form der Datenanalyse teilnehmen möchte oder nicht. Und nicht nur das: Er sollte sein explizites Einverständnis dazu geben.

Diese Grundannahme wird von dem Unternehmen Phorm unterlaufen. Phorm setzt nicht auf der Verbraucherseite an, sondern greift entsprechende Daten direkt bei Internetprovidern ab. In Großbritannien hat Phorm mit mehreren großen Providern eine Allianz geschlossen, so dass es sich Zugriff auf die Surfgewohnheiten von mehr als 70 % aller Haushalte mit Breitbandanschluss gesichert hat.

Im Gegensatz zu einem Anbieter, der auf seinen eigenen Seiten Behavioral-Targeting-Techniken nutzt, hat Phorm keinen Zugriff auf die Inhalte anderer Anbieter und die Klickstreams der Nutzer. Um dieses „Problem“ zu umgehen setzten die mit Phorm zusammenarbeitenden Provider Deep packet inspection (DPI) ein und greifen damit tief in die Privatsphäre der Nutzer, sowie in die Funktionalität und die Freiheit des Internets ein.

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