Archiv für die ‘Kultur’ Kategorie



Bananen-Pong vs. Borderless-App – Bei “Jugend hackt” entwickelten Jugendliche Anwendungen für ihren Alltag

Jubel brandet auf, als Erique und Noah zwei Bananen so in ihren Händen bewegen, dass auf dem Screen ein Ball von zwei animierten Bananen hin und her gespielt wird. Die beiden jüngsten Teilnehmer von „Jugend hackt“ verlassen nach der Präsentation strahlend die Bühne. Beim Bananen-Pong funktioniert Obst mit Alufolie und Kabeln versehen als Joystick. Viele der Anwendungen, die von den über 60 Jugendlichen (darunter 11 Mädchen)  am Sonntagnachmittag im Jugendhaus Königstadt vorgestellt wurden, wirken schnell improvisiert, unperfekt, aus dem Alltag gegriffen. Gerade darum aber umso beeindruckender, da sie von den 12 bis 18-Jährigen aus ganz Deutschland an nur einem Wochenende entwickelt wurden. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem von Wikimedia Deutschland, auch Jens Ohlig vom Team Forschung und Entwicklung war als Mentor dabei.

Jugendliche programmieren gemeinsam bei „Jugend hackt“ Foto: Flickr-Nutzer OKF DE, Lizenz: cc-by-sa 2.0 (via)

Die Open Knowledge Foundation hatte zu den ersten deutschen Hack Days speziell für Jugendliche eingeladen, bei denen gemeinsam Anwendungen programmiert wurden, die bei kleinen oder großen Herausforderungen des Alltags helfen. So wurde die App Kleiderfrosch vorgestellt, die Wetterdaten einer Stadt so umwandelt, dass sie angezeigen, wie man sich heute am besten anzieht. Beim Projekt Jugend wählt können Meinungen und Kommentare zu bestimmten Themenbereichen von Parteien abgeben werden, auf deren Grundlage dann Statistiken und ein differenzierteres Wählerbild Jugendlicher entstehen. Die Plattform Borderless soll helfen, auf Basis von Open Street Map kollaborativ den Grad der Barrierefreiheit von Orten zu taggen.

Die Veranstaltung fand als deutsches Pendant zu Young Rewired State statt, einem seit Jahren bestehenden Netzwerk, das Hack Days mit hunderten von jungen Teilnehmern wie etwa das Festival of Code auf der ganzen Welt veranstaltet. Durch diese Treffen werden junge Programmiertalente gezielt gefördert, sie können sich austauschen und vernetzen. Das Interesse, Fähigkeiten gemeinsam anzuwenden ist auch in Deutschland groß; viel Talent, Know How und Begeisterung liegen brach, das wird an diesem Sonntag klar. „Wie viele von euch haben Code in der Schule gelernt?“ fragt Emma Mulqueeny, Initiatorin von Young Rewired State – kaum Reaktionen. „Und wie viele von euch haben sich das selbst beigebracht?“ – fast alle Arme gehen hoch. Eine bestehende Diskrepanz zwischen dem, was heute gelehrt wird und dem, was die Jugendlichen interessiert, was sie machen wollen und könnten, wurde hier offensichtlich.
Besonderen Spaß habe es gemacht, so viele Jugendliche, gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten etwas zu entwickeln, statt wie meist alleine. Die größte Arbeit, erzählen viele der Teilnehmer bei ihren Präsentationen, habe das Auslesen von Daten für die Anwendungen, etwa die Umwandlung von Geodaten in Adressen für den Trinkbrunnenfinder gemacht. Hier wurde klar, wie praktisch und schlicht notwendig es wäre, Daten von Verwaltungen maschinenlesbar verfügbar zu machen. Für die Jugendlichen bliebe dadurch deutlich mehr Zeit für die eigentliche, inhaltliche und kreative Arbeit. Die Notwendigkeit für die Zugänglichkeit und freie Nachnutzbarkeit von Verwaltungsdaten muss hier also nicht trocken vermittelt werden, sie ist für die Jugendlichen bereits mit Händen zu greifen. Wikimedia Deutschland setzt sich für Open Government Data ein, damit beim nächsten „Jugend hackt“ noch mehr Zeit für die eigentlichen Ideen und ihre Umsetzung bleibt.

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Deutsche Digitale Bibliothek: Stand des Probebetriebs

Auf Einladung der Arbeitsgruppe Kulturelles Erbe des Internet & Gesellschaft Collaboratory gab es am 5. September in den Räumen der Berliner Staatsbibliothek eine Vorführung zum aktuellen Stand der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB). Die Präsentation übernahm Frank Frischmuth, DDB-Geschäftsführer.

Eine sehr erfreuliche Nachricht gab es dort hinsichtlich der Lizenzierung der Metadaten zu den in der DDB eingestellten Objekten: In einer bald für Entwickler freizuschaltenden API der DDB werden ausschliesslich die unter Creative C0mmons Zero freigegebenen Metadaten weitergegeben.  Wie in früheren Blogpostings (April 2012 und November 2012) berichtet, hat man sich bislang noch nicht festlegen können, ausschliesslich unter Creative Commons Zero freigegebene Metadaten in die DDB aufzunehmen. Der Kooperationsvertrag benennt war CC0 als Regelfall, erlaubt aber den Einrichtungen, auf die Freigabe der Metadaten zu verzichten. Diese Entscheidung ist insbesondere deshalb bedauerlich, weil die DDB als nationaler Aggregator für Europeana arbeiten soll und darum am Ende auf Daten sitzen wird, die aus lizenzrechtlichen Gründen gar nicht an Europeana weitergegeben werden können. Die Entscheidung, nur CC0-freigegebene Metadaten über die API anzubieten ist eine pragmatische und sinnvolle Entscheidung. Konsequent weitergeführt wird sie in der Entscheidung münden, genauso wie Europeana ausschliesslich CC0-Metadaten von Kooperationspartnern anzunehmen.

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Im Kulturbereich aktive Wikipedianer kommen zum 2. GLAM-Treffen zusammen

Im Alten Rathaus von Hannover trafen sich vergangenes Wochenende 10 aktive Wikipedianer und Mitarbeiterinnen von Wikimedia Deutschland. Hauptthema des Treffens war die Kulturarbeit der deutschsprachigen Wikimedia-Bewegung.

Das erste Halbjahr, berichtet Barbara Fischer, Kuratorin für Kulturpartnerschaften, stand ganz im Zeichen der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut. Nach dem Einsatz des Wikipedian in Residence im vergangenen Jahr konnten wir jetzt weitere Ergebnisse der Zusammenarbeit zusammentragen:

Wikidata trifft Archäologie

2. GLAM-Treffen in Hannover
Foto: User:Matthias Süßen, CC-BY-SA 3.0

Als erstes konkretes Ergebnis der Zusammenarbeit richtete WMDE mit dem Deutschen Archäologischen Institut das Symposium “Wikidata trifft Archäologie” in der Bibliothek des Auswärtigen Amtes in Berlin aus. (Hier der Trailer) 50 Wissenschaftler und Laien der Archäologie diskutierten die Herausforderungen der Geisteswissenschaften durch die Digitalisierung. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Digitalisierung eine große Chance für Wissenschaft und Bürger gleichermaßen sei. Wissenschaftliche Daten werden in ihrer digitalisierten Form breiteren Zielgruppen zugänglich und können ganz neu befragt und interpretiert werden. Die Engländer verwenden den illustrativen Begriff Citizen Science.

Interaktive Limeskarte

Das zweite konkrete Ergebnis der Zusammenarbeit ist die interaktive Limeskarte. Hier haben Wikipedianer aus dem Limesprojekt, ein Programmierer des WMDE-Render-Projekts, Wikidata und das Deutsche Archäologische Institut unter der Koordination von WMDE zusammengearbeitet und eine völlig neuartige Darstellung des Grenzverlaufes des römischen Reiches im Lauf der Jahrhunderte erstellt. Alle Befestigungsanlagen sind einzeln aufgeführt; falls es einen Wikipedia-Artikel zu ihnen gibt, dann ist dieser verlinkt. Diese Zusammenarbeit ist exemplarisch für die Geduldsübung, die in der Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen, auch GLAMs genannt (nach dem englischen Akronym GLAM= Galleries, Libraries, Archives and Museums), erforderlich ist. Alle Anwesenden konnten dies nur seufzend bestätigen. Weiterlesen »

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#ZDFcheck – ZDF meets Wikimedia

Die #ZDFcheck-Redaktion bei der Arbeit (Foto: Kristina Hofmann, CC-BY)

Seit Mai 2013 läuft das Projekt #ZDFcheck, in dem das ZDF auf http://zdfcheck.de mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl Statements von Politikern prüft. Als Wikipedian in Residence betreue ich diese Zusammenarbeit und Freiwillige aus Wikimedia-Projekten, die gerne mitchecken möchten. Letzten Freitag fand eine Veranstaltung statt, die den übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin Wikipedia und die Hintergründe etwas näher bringen sollte.

Einen GLAMourösen Touch hatte die „interaktive Präsentation“ schon, zu der die #ZDFcheck-Redaktionschefin Sonja Schünemann im Namen der Redaktion und im Namen von Wikimedia Deutschland alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios eingeladen hatte. Daran hatte wohl nicht allein der Prosecco Schuld.

Circa 15 Gäste fanden in der Redaktion des #ZDFcheck in der 7. Etage ein, die nach anfänglichem Kennenlernen unseren Erläuterungen zum Projekt und zu den Hintergründen der Wikipedia gebannt lauschten und kritische, interessierte Rückfragen stellten. Häufig ergab sich so aus einer einzelnen Rückfrage eine ganze Diskussion, etwa über die Eingangskontrolle, die Möglichkeit zur politischen Manipulation von Artikeln und – gerade für die Journalistinnen und Journalisten des ZDF natürlich interessant – die Nutzbarkeit von Wikipedia als Rechercheinstrument. Das Thema „freie Lizenzen“ war den meisten Teilnehmenden kein absolutes Neuland mehr, obwohl sich auch einiges Staunen über die Möglichkeiten des Creative-Commons-Lizenzbaukastens in seiner ganzen Pracht auftat.

Erfreut waren wir darüber, dass auch die Wikipedia-Schwesterprojekte, insbesondere Wikimedia Commons, auf Interesse stießen und teilweise bereits bekannt waren. Nach dem Präsentationsteil bildeten sich noch mehrere Grüppchen, die, teils in der Abendsonne auf der Dachterrasse, teils an Laptops verteilt in der Redaktion selbst, verschiedene Themen noch einmal nachrecherchierten und Detailfragen klärten.

Besonders spannend fand ich ein Projekt zur Erstellung eines abteilungsinternen Wikis, in dem die internen Arbeitsabläufe so zugänglich gemacht werden sollen, dass sie von überall aufgerufen und bei Fehlern direkt von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angepasst werden können – ganz im Wiki-Stil also.

Im Nachgang haben wir viel positive Rückmeldung erhalten und man darf gespannt sein, welche weiteren Aktivitäten sich aus diesem Anstoß ergeben haben.

Bisher sind im Rahmen des Projekts gut 30 Grafiken unter der Freien Lizenz CC-BY entstanden, die von Netzneutralität bis Photovoltaik unterschiedlichste Themen behandeln. Sie können nun in die Wikipedia eingebunden oder anderweitig nachgenutzt werden. Wer Lust hat, sich als Helferin oder Helfer am Check zu beteiligen, kann sich gern über tim-moritz.hector@wikimedia.de an mich wenden – den Ablauf des #ZDFchecks zeigt auch das folgende Video:

 

Der Ablauf des #ZDFcheck – ein Zwischenbericht. Video: ZDF, CC-BY.

 

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„My beautiful life thanks to PLV“ bei 91 Dezibel

Auf der diesjährigen Wikimania in Hongkong war die Zukunft der Wikipedia eines der großen Themen. Unter dem Titel “Imagine the Wikipedia in 2022” luden Dirk Franke und die Autorin die anwesenden Zukunftsforscher unter den Wikipedianern ein zu visionieren.

Rote Plüschsitze, goldene Tressen, Marmor und auf Hochglanz lackiertes Holz. Wir befinden uns im kühlen Jockey Auditorium der Politechnischen Universität in Hongkong. So scheint es. In Wirklichkeit ist dies die geheime Starbahn der Wikimania Zeitmaschine. Denn 10 Sekunden nach Beginn des Countdown landen geschätzt 200 Menschen im Jahr 2022.

Drei dominante Trends prägen die Online Welt: Personalisierung, Vernetzung und Visualisierung. Dabei steht Personalisierung für die tatsächliche oder scheinbare am User orientierte Ausrichtung aller IT gestützten Dienstleistungen und Produkte. Vernetzung umfasst nicht nur Personen und Institutionen, sondern auch in exponentieller Weise die Vernetzung mit dem Internet der Dinge. Ob Auto oder Fernseher, alle Dinge um uns interagieren mit uns. Sie senden Informationen, die wiederum unmittelbar auf unsere Umgebung zurückwirken. Schließlich wird das unbedingte Visualisierungsdiktat dazuführen, dass die Wikipedia in 10 Jahren 70% Bildanteil zu 30% Textanteil aufweisen und die Fähigkeit sich auf Texte einzulassen, die zwei Tweetlängen überschreiten, gegen Null tendieren wird.

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P für Personalisierung. Als einer der großen Online-trends.

Die Vision des Organisationssoziologen Benjamin Mako Hill

Das große Online Projekt in 2022 ist die NEWPEDIA. Nachdem in der Wikipedia ein siebenstufigen Wizard eingeführt wurde, dem jeder folgen muss, bevor er/sie  einen Artikel editieren darf, starteten ein paar Open Knowledge Fans ein neues Projekt: die NEWpedia. Hier kann jeder beitragen in der Art, wie er will. Die Wikipedia ist in die Bedeutungslosigkeit abgesunken und alle nutzen nur noch NEWpedia. Etwaige Parallelen zur Nupedia sind ganz zufällig.

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The Wikipedia Ltd. nach Christophe Henner

Als Reaktion auf sinkenden Spendeneinnahmen in Folge der steigenden Lebensmittelpreise nach den Turbulenzen auf den Finanzmärkten und Mißernten im Zuge der globalen Klimaveränderung beschloss die Wikimedia Foundation sich in ein kommerzielles Unternehmen umzuwandeln und verkaufte Werbeflächen in der Wikipedia. Dies war erst der Anfang des erfolgreichsten Medienunternehmens des vergangen Jahrzehnts. Im Jahr 2022 zahlt man nicht nur dafür, die Wikipedia werbefrei zu lesen, man zahlt auch dafür in der Wikipedia editieren zu dürfen, man zahlt für die Nutzung der Wikipedia und natürlich sind die Möglichkeiten der Werbung viel ausgefeilter als einfache Clips am Rande der Artikel. Der Börsengang steht unmittelbar bevor.

“Back to the Roots and have fun” meint Melissa Parisi

Die Wikipedia ist zu ihren Anfängen zurückgekehrt. Jeder kann einfach sich auf das Editieren konzentrieren, die Edit-Wars haben aufgehört und man hat einfach wieder Spaß daran in der Wikipedia mitzuarbeiten.

L für Linking up, der 2. große Online Trend. Hier dargestellt durch eine Kunstinstallation im Stromnetz von San Franzisko.

Alle Museen sind wikifiziert orakelt Glambora

GLAM Institutionen im Jahr 2022 begrüßen längst keine Besucher mehr, sondern interagieren mit Usern über die präsentierten Inhalte. Die gesellschaftliche Relevanz des kulturellen Erbes definiert sich nahezu ausschließlich über die Publikumsinteressen. Sinneserfahrungen, emotionale Narrative und Authenzitität sind zentrale Motive für einen Ausstellungsbesuch. Raumerfahrung und Kontextualisierung sind die entscheidenden Kriterien zum Erleben der Sammlungen vor Ort. Unterstützen lässt sich der emanzipierte User hierin durch einerseits seine sozialen Netzwerke, die ihm / ihr Orientierung im enormen Kultur- und Informationsangebot versprechen, andererseits durch Wissensaggregatoren wie die Wikipedia, die ihn / sie über geeignete Schnittstellen auf seine /ihre Bedarfe zugeschnittene Hintergrundinformation zum Objekt bieten. Im Netz stellt er / sie ganz individuell digitale Inhalte zusammen und generiert daraus neue Interpretationsansätze. Die Mitarbeiter der GLAM-Einrichtungen diskutieren in den jeweiligen Foren diese Interpretationen mit den Usern. Forschung im akademischen Sinne stellt nur einen Bruchteil der Arbeit dar, das Befüllen der Wikipedia Plattformen ist in das Zentrum gerückt. Entscheidend für die Wikipedia war es, dass interaktive Anwendungen sich einfach in die Wikipedia integrieren ließen.

Die Wikipedia wandert in den Untergrund glaubt Dirk Franke

In zehn Jahren editiert nur noch eine Elite tatsächlich in der Wikipedia. An der quirligen Oberfläche buhlen unzählige Apps ( ) und APIs um die Gunst des Lesers. Sie alle speisen sich aus der Wikipedia. Zum Beispiel: Bots lesen Artikelinhalte aus und lesen sie vor, wenn man etwa vor einem Denkmal steht. Den meisten Anwendern ist gar nicht bewusst, dass sie die Wikipedia-Inhalte nutzen und die meisten Wikipedia-Autoren sind darüber auch nicht unglücklich. So können sie ungestört von den immer wilderen und schrilleren Inhalten ihren Mikrokosmos der komplexen Regularien der Wikipedia pflegen. Es ist nur eine kleine Schar von Savants, die so zusagen im Keller des Wissens die Wikipedia in Reinkultur fortführen.

Stimmen aus dem Auditorium

Aus Indien: Es gibt nur noch eine Wikipedia und ein Übersetzungsprogramm für alle Sprachen dieser Welt.

Aus Hongkong: Wiki wird zum allumfassenden Lebensstil. Selbst das reale Leben ist wikifiziert.

Aus Südafrika: Der Regionalität des Wissens wird mehr Rechnung getragen und aus der Gegenwart fallendes Wissen wird multimedial in der Wikipedia konserviert.

Aus Deutschland: Wikipedia wird es zwar noch geben, aber der Bildungsaspekt wird sehr viel wichtiger sein als heute.

Aus Niederlanden: Wikipedia findet Eingang in die Grundschulen. Das Problem der nur kurzzeitig relevanten Artikel, die nicht aktualisiert werden, wird gelöst sein.

Aus Hongkong: Durch exzessives Crowd Sourcing werden alle verfügbaren Daten in die Wikipedia integriert und über entsprechende Schnittstellen so aufgearbeitet, dass ich mich über jedes Ding oder Thema meiner Wahl auf dem Niveau informieren kann, wie ich es in diesem Augenblick wünsche.

Aus den USA: Das Vorbild der Wikipedia als riesiges globales Projekt der Zusammenarbeit strahlt auf andere gesellschaftliche Bereiche aus.

Aus Deutschland: In der Zukunft werden nicht aktualisierte Artikel automatisch gelöscht.

Aus Argentinien: In zehn Jahren gibt es entweder eine chinesische Wikipedia oder gar keine mehr.

Aus Südafrika: Die Wikimedia Foundation muss gegebenenfalls in eine Region umziehen, wo Pressefreiheit wirklich garantiert wird.

Aus unbekannt: In der Zukunft können wir auch das verborgene Wissen auf den Diskussionsseiten für die Wikipedia nutzen.

V für Visualisierung. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, sprach Napoleon. Der 3. der Online Trends.

Jetzt kam der Applausometer zum Einsatz. Zwei Tendenzen standen zur Wahl.

Option A: Die Wikipedia bewahrt ihre Qualität und ihre Grundsätze.

Option B: Die Wikipedia öffnet sich. Sie wird bunt, multimedial und schließt interaktive Anwendung ein.

Ein Brausen, Trampeln, Klatschen und Johlen ließ den Staub der Ehrwürdigkeit des Jokey Auditoriums im Saal tanzen und dann stand das Ergebnis fest. 91 Dezibel wurden für die Option B gemessen. Das war doppelt so laut wie für Option A. Eine Mehrheit der Zukunftsforscher im Saal sieht die Zukunft der Wikipedia demnach in der Öffnung.

Und wie sehen Sie die Zukunft der Wikipedia? Schreiben Sie uns Ihren Kommentar oder nehmen Sie teil an der Umfrage “Predict Wikipedia’s future”.

Bildnachweise:

Bild 1: Katja Ullrich via Wikimedia Commons CC BY SA
Bild 2 Katja Ullrich vie Wikimedia Commons CC BY SA
Bild 3 Napoleon traversing the Alpes. Painting by J.L. David, Schloss 
Charlottenburg Berlin via Wikimedia Commons CC BY SA

 

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GLAM in Hongkong

Hongkong beherbergt die diesjährige Wikimania. In diesem Beitrag geht es um GLAM bzw. Kultureinrichtungen vor Ort.

Hongkong ist die schnellste Stadt der Welt, so sagt man. Hongkong hat eine hohe Luftfeuchtigkeit und Hongkong hat trotz seiner kleinen Fläche eine recht bewegte Geschichte. Vier Faktoren, die selten förderlich für die Entwicklung einer lebendigen GLAM Landschaft sind. GLAM steht auch in Hongkong für Galleries, Liberaries, Archives und Museums. Aber ich war selten in Museen, die von einem derart lebhaften Publikum besucht wurden.

 

Besucher aller Altersstufen interessieren sich für die Mitmach-Experimente im Museum der Wissenschaften in Hongkong.

 

Aber spannender fand ich als GLAM-Kuratorin die GLAM Session auf der diesjährigen Wikisym in Hongkong. Tatsächlich waren sowohl private als auch staatliche GLAM Institutionen da. Allgemein zeigte man sich interessiert, hielt sich jedoch mit konkreten Zusagen eher zurück. Ein wichtiger Aspekt sind natürlich auch hier Freie Lizenzen. Entscheidender waren die Fragen nach dem Aufbau von sinnvollen Metadatenstandards. Hier scheint man in der glücklichen Situation zu sein, dass man nicht verschiedene existierende Systeme harmonisieren muss, sondern die Chance hat, gleich von Anfang an einen gemeinsamen Standard zu entwickeln. Eine Herausforderung wird es sein, Wikipedianer aus Hongkong mit den GLAM Institutionen zusammenzubringen.

Auf der Wikisym traf ich Magdalene Lee. Sie arbeitet für die Terese Coleman Fine Arts Ltd. Diese kommerzielle Galerie hat angefangen, ihre wertvollen textilen Sammlungsstücke überwiegend aus der Qing Dynastie (1616 – 1911) zu dokumentieren. Interessanter Weise kommen die meisten Stücke nicht aus dem chinesischen Mutterland, wie man in Hongkong sagt, sondern aus USA und Europa. Herrlich farbig bestickte Mäntel von konfuzianischen Beamten des kaiserlichen Hofes, Satteldecken aus Tibet oder kaiserlich gelbe Thronpolster gelangten quasi als Souvenirs aus dem alten China in den Westen.

„Drachengewand“ eines kaiserlichen Beamten, blaues Atlasgewebe, bestickt mit Atlasstich, Knötchenstich und Anlegetechnik in Seide, „Pferdehuf-Manschetten“ und Verschluss mit Brokatborte; China, Qing-Zeit; spätes 19. Jh.; Museum für Angewandte Kunst Frankfurt am Main, Inv. Nr. 14629 (Schenkung Hermann Reich). Ein sehr ähnliches Drachengewand befindet sich auch in der Coleman Sammlung in Hongkong.

Heute, Generationen später, stehen diese „Mitbringsel“ auf Auktionen zum Verkauf und gelangen durch die Terese Coleman Ltd zurück nach China. Jedoch nicht für immer, denn die Galerie lebt vom Handel. Daher ist es besonders wichtig die gefährdeten Stücke zu dokumentieren, bevor sie wieder in privaten Besitz übergehen. Die sehr hochauflösenden und auch künstlerischen Aspekten genügenden Fotos werden bisher sehr aufwändig gedruckt oder für die Herstellung der Verkaufskataloge verwandt. Aber Magdalene würde gern eine frei zugängliche Datenbank aufbauen um damit das kulturelle Erbe tatsächlich zugänglich zu machen. Magdalene kam gleich auf die Wikimania, um sich weitere Informationen zu holen und um lokale Wikipedianer kennenzulernen, mit denen sie zusammenarbeiten kann. Die ersten Begegnungen haben bereits stattgefunden.

Die letzte chinesische Kaiserin Empress Dowager Cixi ( – ), 1890. Ein Gruß aus der Vergangenheit.

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Braunschweig wird zur Römerstadt: Wikipedia ist dabei

tl;dr Knapp 20 WikipedianerInnen verbrachten drei Tage im Braunschweigischen Landesmuseum, fotografierten Ausstellungsobjekte, lauschten wissenschaftlichen Vorträgen und begannen mit Artikelarbeit zu verschiedenen Themen rund um das sogenannte Harzhornereignis.

„Einen “Roten Römer” bitte.“ Die Verkäuferin reicht ein belegtes Brot mit getrockneten Tomaten. Unübersehbar, ganz Braunschweig ist im Römer-Fieber.

In den Werkstätten des Landesmuseums
Foto: Lilli Iliev (WMDE), CC-BY-SA 3.0

Ab 1. September läuft hier im Braunschweigischen Landesmuseum die große Niedersächsische Landesausstellung zu den außergewöhnlichen Funden am Harzhorn, die weltweites Interesse in der archäologischen Fachwelt erregen. 2008 wurden nahe Kalefeld militärische Fundstücke im Erdreich entdeckt, auf deren Grundlage sich Gefechte zwischen Römern und Germanen im 3. Jhd. n.C. rekonstruieren lassen. Das Areal der Grabungen entpuppte sich schließlich als besterhaltenes antikes Schlachtfeld Europas. Ein erstaunlicher Fund, zumal dieses jahrhundertelang in Vergessenheit geratene Ereignis ganz neue historische Erkenntnisse zu Tage bringt; die Forschungen dazu dauern weiter an. Bevor die große Ausstellung und der zu erwartende Besucherandrang richtig losgehen, reisten nun knapp 20 WikipedianerInnen und Aktive im GLAM-Bereich vom 21.-23. Juni nach Braunschweig, um von Wissenschaftlern und Archäologen einen exklusiven Einblick in die Ausstellung, den Forschungsstand und den historischen Kontext zu bekommen. Die Zusammenarbeit zwischen Wikimedia Deutschland und dem Braunschweigischen Landesmuseum lief im Rahmen des Projektes GLAM on Tour, das die Vernetzung von ehrenamtlich Aktiven der Wikipedia mit Mitgliedern und Mitarbeitenden von Kultur- und Gedächtniseinrichtungen fördert.

Museum und Schlachtfeld werden erkundet

Editathon im Braunschweigischen Landesmuseum
Foto: Isimon49, CC-BY-SA 3.0

In Braunschweig freute sich die Direktorin des Landesmuseums bei der Begrüßung der WikipedianerInnen darüber, nun auch zu den vielen Kulturinstitutionen zu gehören, die weltweit mit Freiwilligen der Wikipedia zusammenarbeiten. In den Räumen des BLM gaben Vorträge von Wissenschaftlern und der Kuratorin der Ausstellung einen tieferen Einblick zu verschiedenen Aspekten des historischen Kontextes der Schlacht am Harzhorn und dem aktuellen Forschungsstand. Eine Bestandsaufnahme und Ideensammlung der Artikel rund um die Thematik gab es bereits im Vorfeld auf der Projektseite der Veranstaltung, jetzt konnte vor Ort beim Editathon mit ersten Artikelarbeiten begonnen werden. Der archäologische Restaurator des Museums führte die mit Fotoapparaten ausgerüsteten WikipedianerInnen in Gruppen durch die Depots des Museums, in denen Objekte für kommende Ausstellungen schlummern. Auch die Werkstätten des Museums wurden erkundet, in denen die Fundstücke restauriert und für die Ausstellung aufbereitet werden.

Dr. Michael Geschwinde und Dr. Petra Lönne, unterstützt von User:Nightflyer Foto: Medvedev, CC-BY-SA 3.0

Besonderes Highlight des Wochenendes war eine Exkursion zur Fundstelle am Harzhorn. Bei bestem Wetter spazierten die WikipedianerInnen gemeinsam mit dem Prospektionsleiter Dr. Michael Geschwinde und der Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne die Wege ab, auf denen sich einst Römer und Germanen erbitterte Kämpfe lieferten. Fachkundig wurden Fragen an das Forschungsteam gestellt und etwa hier gefundene Hipposandalen, antike Vorläufer der Hufeisen, auf Abbildungen begutachtet. Die langjährigen Wikipedianer Southpark und Stepro gaben in ihrem Vortrag “9 1/2 Geheimnisse der Wikipedia” einen interessanten Einblick hinter die Kulissen der Wikipedia für Mitarbeitende des Museums, das interessierte Braunschweiger Publikum und geladene Presse. Im Anschluss hatten die Gäste beim Musketiertreffen Gelegenheit, gleich einmal selbst das Schreiben, Bebildern und Editieren in der Wikipedia auszuprobieren. Von erfahrenen WikipedianerInnen unterstützt, wurden erste Schritte in der Wikipedia gemacht, die bei Einigen vielleicht den Grundstein für die eigene Autorenschaft legen.

Fortsetzung? Folgt!

Exkursion zur Fundstelle bei Kalefeld
Foto: Medvedev, CC-BY-SA 3.0

Viele Artikel wurden seit dem letzten Wochenende bereits neu angelegt, bearbeitet oder aktualisiert, so gibt es inzwischen einen Artikel speziell zur Ausstellung “Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn” sowie viele weitere Beiträge und Fotos rund um das historische Ereignis und die Forschungen dazu. Eine Auswertung der Veranstaltung durch die Teilnehmenden ist in der Veranstaltungsdokumentation zu finden. Besonderer Dank gilt dem Wikipedia-Autor Brunswyk, der durch sein großes ehrenamtliches Engagement viele Beteiligte für die Veranstaltung begeistern konnte, sowie allen Mitarbeitenden des BLM, die unseren Besuch zu einem wirklich tollen und lehrreichen Erlebnis gemacht haben!

Für beide Seiten, das BLM und die WikipedianerInnen, war es ein gelungenes Wochenende. Das BLM profitiert von den neuen Artikeln in der Wikipedia, die häufig erste Anlaufstelle für Museumsbesucher und Interessierte ist. Für die Museumsmitarbeiter war es zudem besonders interessant, die Menschen hinter der Wikipedia kennenzulernen. Für die kulturbegeisterten Aktiven der Wikipedia war die Veranstaltung währenddessen eine schöne Gelegenheit, andere WikipedianerInnen kennenzulernen, die an den gleichen Themen arbeiten und gleichzeitig einen ganz persönlichen Einblick in das Museumsleben zu bekommen.

Mitarbeitende des Museums lauschen Wikipedia-Vortrag
Foto: Isimon49, CC-BY-SA 3.0

Die sichtliche Begeisterung, mit der das Harzhornereignis und die zugehörige Artikelarbeit begangen wird, verbindet WikipedianerInnen und Museumsleute. Beste Voraussetzungen für weitere gemeinsame Kooperationen; im Gespräch ist bereits eine Zusammenarbeit im Rahmen der im nächsten Jahr stattfindenden Ausstellung zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges.

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Wikipedianer gehen in Braunschweig unter die Römer

Braunschweigisches Landesmuseum (Foto: M. Kruszewski; CC-BY-SA 3.0)

Kommendes Wochenende reisen rund 20 Wikipedianer nach Braunschweig, um im Vorfeld der großen Landesausstellung “Die Römer kommen! Roms vergessener Feldzug” alles über das römische Schlachtfeld am Harzhorn zu erfahren.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts GLAM on Tour statt, das lokale Kulturkooperationen mit Wikipedia-Gruppen fördert. Drei Tage lang öffnet das Braunschweigische Landesmuseum für die Wikipedianer seine Pforten, um einen Überblick über die sensationellen Funde der Grabungsstelle bei Kalefeld zu geben, die in der Fachwelt für Aufsehen sorgen. 2008 wurden hier Fundstücke entdeckt, die auf ein Gefecht zwischen Römern und Germanen im 3. Jhd. n.C. hindeuten.

Ein willkommener Anlass, um GLAM-Aktivisten und Wikipedianer aus dem Raum Braunschweig einzuladen, die Grabungsstelle im Vorfeld zu erkunden, mit Artikelarbeit zu beginnen, zu fotografieren und mit Wissenschaftlern, Archäologen und Museumsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung stehen ein Vortrag zur Wikipedia und ein Musketiertreffen für Interessierte und Wikipedia-Neulinge. Besonders vergnüglich und ertragreich für die Artikel- und Fotoarbeit wird sicherlich die gemeinsame Bus-Exkursion zum Schlachtfeld (einige Plätze sind noch vorhanden, bei Interesse hier anmelden). Das Programm ist umfangreich, die Fachliteratur für die Quellenarbeit und die Fundstücke zum Fotografieren im Museum bereitgestellt, WLAN und Hashtag eingerichtet, die Sinne geschärft. Man darf gespannt sein!

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14 Tage #ZDFcheck – ein Zwischenbericht

Wie zuletzt an dieser Stelle berichtet, ist vor zwei Wochen der ZDF-Faktencheck (#ZDFcheck) angelaufen. Im Rahmen dieses Projektes arbeiten eine Redaktion im ZDF-Hauptstadtstudio, Phoenix und Wikimedia gemeinsam an einem Faktencheck im Vorfeld der Bundestagswahl, in dem Politikeraussagen geprüft werden. Seit 13. Mai sitze ich nun als Wikipedian in Residence im Hauptstadtstudio des ZDF in Berlin in der ZDFcheck-Redaktion und betreue die Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland e. V.. Alle sind herzlich dazu eingeladen mit zu recherchieren und die Arbeit zu kommentieren und sich so zu beteiligen. Insbesondere freuen wir uns auf Hinweise von Wikipedianern, anderen Wikimedianern und der übrigen Netz-Community.

Im Laufe der letzten beiden Wochen haben wir rund 135 Hinweise von zahlreichen Freiwilligen erhalten, davon waren bereits vier Wikipedianer. Die Testphase des Formats, in der wir unsere Arbeitsweise geklärt haben, ist jetzt abgeschlossen. Fünf Thesen konnten wir bereits durch den Check schicken. Dabei gehen wir in mehreren Schritten vor: Zunächst definieren wir, was wir genau checken, um die Aussage dann nach und nach in ihre Einzelteile zu zerlegen. Diese prüfen wir dann auf ihren Wahrheitsgehalt.

Dr. Eckart Gaddum, ZDF-Hauptredaktionsleiter Neue Medien, fasst die Woche auf heute.de zusammen. Auch der NDR und die RheinZeitung berichten über das Format. Das politische Umfeld hat bereits sensibel auf das neue Format reagiert. Ein vollständiges Medienecho und weitere Informationen findet sich im FAQ in der Wikipedia und im Pressespiegel von Wikimedia.

Beispiel für eine Infografik, hier: Kinder in Kindertagesbetreuung

Eine Besonderheit des Checks ist, dass nicht nur die Möglichkeit zum Mitmachen besteht, sondern, dass alle erstellten Infomaterialien (Texte, Bilder und Videos) unter einer Freien Lizenz stehen. Dazu verwenden wir die Lizenz CC-BY. Gemeinsam mit der Grafikerin des ZDF und der Beratung von Wikipedianern erarbeiten wir so auch gezielt Material, das in der Wikipedia noch fehlt.

Die Kommentare von Wikipedianern und anderen Ehrenamtlichen aus den Wikimedia-Projekten, die die Software dezent hervorhebt, beobachtet die Redaktion mit besonderem Interesse, da wir von dieser Gruppe sehr hochwertige Beiträge erwarten. Bei Rückfragen oder Recherecheanfragen stehe ich besonders dieser Gruppe auf meiner Benutzerseite jederzeit zur Verfügung.

Die erste Runde von Materialien, fünf Infografiken, die im Bereich deutscher Innenpolitik verwendet werden können, wurde am Freitag auf Commons transferiert. Sie stehen unter einer Freien Lizenz und können jetzt weiter kategorisiert und eingebunden werden. Mithilfe dabei ist gern gesehen, auch hier stehe ich für Fragen gern zur Verfügung!

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Erkenntnis kommt durch Teilen.

Druckfrisch liegt sie vor mir auf dem Tisch: die neue, verbesserte Auflage der so genannten GLAM-Broschüre, eine Handreichung für Kultureinrichtungen und Gedächtnisinstitutionen im deutschsprachigen Raum zu den Potenzialen der Zusammenarbeit mit Wikimedia-Projekten. Auf dem Cover –  jetzt in einer höheren Auflösung – teilt Eva mit Adam die Frucht der Erkenntnis. Das ist die zentrale Botschaft der Broschüre: Erkenntnis kommt durch teilen. Gerade weil Albrecht Dürers Werk seit Jahrhunderten gemeinfrei ist, konnten wir das Motiv variieren und für unser Cover neu interpretieren. Der im Hintergrund durchschimmernde Wikipedia-Ball schlägt den Bogen von Adam und Eva zu uns in die Gegenwart.

Wir möchten Kulturinstitutionen ermuntern, und hier besonders diejenigen, die unter dem englischen Akronym GLAM für Galleries, Libraries, Archives und Museums zusammengefasst werden, sich aktiver in die Wikimedia-Projekte einzubringen. In fünf kurzen Kapiteln beleuchten wir verschiedene Aspekte. Besonderen Wert haben wir auf die Darstellung der unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit gelegt. Angefangen von einer einfachen Beratung, wie man Inhalte durch Freie Lizenzen im Netz sicht- und nutzbarer machen kann, über die Herausforderung, wie man sich als Institution regelkonform und konstruktiv in die Wikipedia einbringt, bis hin zu den Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Real-Life-Modus, wo Menschen in Fotoexkursionen oder Schreibwerkstätten einander begegnen. Wohlgemerkt immer vorausgesetzt, dass es gelingt, für die Gemeinschaft der Wikipedianer und Wikimedianer attraktive Angebote zu machen. Dafür haben wir den Text der Vorjahresauflage, die unter großem zeitlichen Druck für die Veranstaltung „Zugang gestalten!“ entstand, vollständig neu geschrieben. Inhalte wurden gestrafft und stringenter in der Argumentation dargestellt. Beibehalten haben wir das durch viele Fotos und ein luftiges Layout aufgelockerte Design. Den Abschluss bildet ein kurzer Selbsttest zum Ankreuzen: „Wie halten Sie es mit der Wikipedia?“ Die Broschüre ist eine Einladung an Mitarbeiter und vor allem Führungskräfte in den GLAM Institutionen, mit uns direkt Kontakt aufzunehmen. Alles weitere erwächst dann im gegenseitigen Dialog.

Die Broschüre ist ab sofort  als PDF verfügbar. Gern schicken wir sie aber auch postalisch. Alle Bestandteile der Broschüre stehen unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0. Der Text der Broschüre kann in der Wikipedia weitergeführt werden.

Sie erreichen uns telefonisch unter 030 219 158 26 – 44, per email unter kultur@wikimedia.de oder hinterlassen Sie einen Kommentar. Wir kommen gern mit Ihnen ins Gespräch.

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