Archiv für die ‘Internationales’ Kategorie



Jahresbericht des Affiliations Committee

Das Affiliations Committee (kurz AffCom) – ins Deutsche etwa mit „Arbeitsgruppe für Wikimedia-zugehörigen Gruppen und Organisationen“ zu übersetzen – ist eines der wichtigsten Gremien im Wikimedia-Universum. Die Arbeitsgruppe wurde 2006 gegründet, damals noch als “Chapters Committee”. Das AffCom begleitet Chapter und weitere Wikimedia-Gruppen auf ihrem Weg zur offiziellen Anerkennung durch die Wikimedia Foundation. Am Ende des Bewerbungsprozesses spricht es Empfehlungen an das Board of Trustees, dem Aufsichtsgremium der Wikimedia Foundation, hinsichtlich dieser Anerkennung aus.

Wie alle ehrenamtlichen Gremien im Wikimedia-Universium muss auch das Affiliations Committee einen jährlichen Bericht über die seine Arbeit veröffentlichen. Bence Damokos, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, veröffentlichte nun den Bericht für das Jahr 2012 und zeigt, wie umfangreich aber auch wichtig ihre Arbeit ist. Der Bericht ist nachfolgend in Kürze zusammengefasst, die Langversion gibt es auf Meta und auch in deutscher Übersetzung zu lesen.

Neue Organisationsmodelle mit Hindernissen

Im Jahr 2012 gab es eine gewichtige Änderung im Verhältnis zwischen der Wikimedia Foundation in San Francisco und den weltweit vertretenen Chaptern: Zusätzlich zu dem Konzept der Ländervertretungen – Wikimedia Deutschland war bei Gründung 2004 die erste dieser Art – schuf das Board of Trustees die Möglichkeit für sogenannte thematische Organisation oder Nutzergruppen, sich ebenfalls offiziell anerkennen zu lassen. Diese beiden Konzepte haben vor allem den Vorteil, dass sie nicht derart strenge Bedingungen und Auflagen wie die Ländervertretungen erfüllen müssen. Das Affiliations Committee hatte im vergangenen Jahr vor allem mit der Einführung dieser beiden Konzepte zu tun. Problematisch erwies sich vor allem, dass die Wikimedia Foundation parallel mit der Einführung noch nicht über eine Namenskonvention für diese neuen Modelle entschieden hatte. Die Nutzung der Wikimedia-Marken verlangt stets eine Genehmigung durch die Foundation; dies führte dazu, dass sich der Anerkennungsprozess bereits im letzten erheblich in die Länge zog.

Eine weitere Neuerung ist ebenso wichtig für das Committee: Erstmals verfügen die zehn Mitglieder über ein eigenes Budget, um Reisekosten zu decken und an Gruppen, die anerkannt werden wollen, eine Anschubfinanzierung vergeben zu können. Dafür wählte die Gruppe mit María Sefidari auch eine eigene Schatzmeisterin.

Größtes Problem: Die Inaktivität der Mitglieder

Neben diesen beiden Neuerung beschreibt die Arbeitsgruppe in ihrem Jahresbericht auch die zahlreiche Probleme und Herausforderungen, mit denen die Ehrenamtlichen zu kämpfen hatten: Nur ein Bruchteil der zehn Mitglieder der Arbeitsgruppen war konstant aktiv, obwohl die Arbeit für das Wikimedia-Universum sehr wichtig ist und viel davon abhängt. Die Folge war, dass sehr viel Arbeit auf sehr wenige Mitglieder verteilt werden musste – was zu weiterer Demotivation, Erschöpfung und gar Burn-Out führte.
Um die Aktivität einzelner Mitglieder zu erhöhen bzw. deren Abwahl zu erleichtern, beschloss das Board of Trustees mittels einer Ergänzung der AffCom-Satzung unter anderem Amtszeiten einzuführen. Die Arbeitsgruppe selbst entschied sich zudem, Minimalstandards für die Aktivität der Mitglieder einzurichten. Im März schieden dann – aufgrund der neuen Satzungsergänzung – fünf der zehn Mitglieder aus, fünf neue kamen hinzu. Das Committee hofft nun, dass dieses Problem 2013 nicht mehr derart gravierend sein wird.

Blick in die Zukunft

Was bleibt nach dem Bericht? Mehr denn je wird deutlich, wie wichtig die Arbeit des Affiliations Committee ist – viele Wikimedianerinnen und Wikimedianer möchten sich organisieren, um ihre Arbeit besser zu fördern und zu bewerben und gleichzeitig neue Menschen für die Projekte zu gewinnen. Auf diesem Weg zur Institutionalisierung ist das Affiliations Committee das wichtigste Gremium, das mit Rat und Tat zur Seite steht. Das Committee selbst wünscht sich dabei in Zukunft auch proaktiv handeln zu können, um auf Gruppen in Ländern zugehen zu können und sie bei ihrer Institutionalisierung zu unterstützen.

Mitmachen!

Mit der Münchner Nutzergruppe (vorläufig unter dem Namen Wikimedia Stammtisch München) befindet sich übrigens auch eine Gruppe aus der deutschsprachigen Community im Bewerbungsprozess. Neben der Gründung eigener Nutzergruppen oder thematischen Organisationen kannst du dich auch an der Arbeit des AffCom beteiligen. So werden stets Übersetzer_innen gesucht, du kannst die Gründung neuer Gruppen begleiten und dem AffCom Feedback für seine Arbeit geben. Außerdem steht Ende 2013 die nächste Wahl an. Wenn du mit Interesse das Wachstum des Wikiversums verfolgst, Erfahrungen in der Communityarbeit hast, dir interkulturelle Kommunikation Spaß macht und du auch vor bürokratischen Aufgaben wie dem Prüfen von Satzungen und allgemeiner Verwaltung nicht zurückschreckst, dann bewirb dich für das Affiliations Committee! Ein Datum steht noch nicht fest, aber Interessierte können sich per Eintrag auf der Diskussionsseite benachrichtigen lassen.

Außerdem haben wir gerade die Projektseite Affiliations Committee in der deutschsprachigen Wikipedia angelegt, auf der wir zunächst Basisinformationen zum Affiliations Committee und den zugehörigen Organisationen weiterführende Links sammeln. Die Seite kann als erste Anlaufstelle dienen, hier können gerne Fragen auf Deutsch gestellt werden, die wir dann ans AffCom weitergeben. Außerdem werden wir dort Ende des Jahres die Wahl der neuen Mitglieder begleiten. 

Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung und stelle den Kontakt zu entsprechenden Ansprechpartner_innen im internationalen Wikimedia-Universum her.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Community wählt höchstes Gremium des Wikimedia-Universums: Board of Trustees der Wikimedia Foundation

tl;dr: Vom 1. bis 15. Juni 2013 wählt die Community drei Mitglieder des Board of Trustees sowie zwei Mitglieder und die Ombudsperson des Funds Dissemination Committee (FDC) der Wikimedia Foundation. Alle Informationen zur Wahl gibt es im Meta-Wiki: WMF-Wahlen 2013.

Q&A with the board of the Wikimedia Foundation by Pierre-Selim, on Flickr, CC-BY-SA

Das Board of Trustees ist das oberste Entscheidungsgremium der Wikimedia Foundation und besteht aus zehn ehrenamtlichen Mitgliedern. Vier Mitglieder werden vom Board selber ernannt, zwei Sitze werden von den Wikimedia Chaptern besetzt, den Communitygründer-Sitz hält Jimmy Wales, und drei Mitglieder werden alle zwei Jahre von der der Wikimedia-Community gewählt.

Um genau diese drei Community-Sitze geht es in diesem Jahr: Zur Zeit sind sie durch Ting Chen, Kat Walsh und Samuel Klein besetzt. Ting hatte bereits angekündigt, nicht erneut zu kandidieren, es wird also mindestens ein neues Mitglied geben. Für eine Amtsperiode von zwei Jahren werden nun geeignete Kandidierende aus den Reihen der Wikimedia-Communitys gesucht.

Bei einem Blick in das umfangreiche Handbuch zum Board of Trustees wird schnell deutlich, wie wichtig das Gremium nicht nur für die Wikimedia Foundation selbst, sondern auch für das gesamte Wikimedia-Universum ist. Das Board of Trustees ist entscheidend und federführend beim Anstoßen und Ausarbeiten neuer Strategien, das Board ist rechtlich verantwortlich für das Handeln der Stiftung, entscheidet über personelle Besetzungen und trägt die Vision und Mission der Wikimedia Foundation nach außen.

Board-Mitglieder sind eingebunden in die Suche nach der neuen Geschäftsführung und können später auch die Entwicklung dieser Position entscheiden mitprägen. Außerdem wird die Foundation in den nächsten Monaten den Strategieprozess neu aufrollen (der alte 5-Jahresplan ist bald überholt), auch hier ist die Beteiligung der Mitglieder gefragt.

Mit der diesjährigen Wahl bietet sich für die Communitys nun wieder die Chance zur aktiven Mitgestaltung der Wikimedia-Zukunft.

Wie kann ich mich beteiligen?

Die Beteiligungsmöglichkeiten für die deutschsprachige Community am Wahlprozedere sind vielfältig:

  • Eigene Kandidatur (Informationen für Kandidierende)
  • Bekanntmachung der anstehenden Wahlen in den lokalen Projektcommunitys
  • Aufstellung und Unterstützung eines Kandidierenden aus den deutschsprachigen Communitys
  • Unterstützung eines Kandidierenden aus dem internationalen Wikimedia-Universum, mit der oder dem sich die deutschsprachigen Communitys gut identifizieren können
  • Befragung der Kandidierenden zu ihren Vorstellungen und Schwerpunkten in der Arbeit im Board (auch auf deutsch möglich)
  • Wahl eures Lieblingskandidaten oder -kandidatin (Wahlberechtigung checken!)
  • Feedback und Diskussion zu Wahlmethode und Wahlprozess
  • Mithilfe bei Übersetzungen

Wikimedia Deutschand unterstützt gerne Kandidaturen aus den deutschsprachigen Communitys!

Warum soll ich mich überhaupt an der Wahl beteiligen?

In den vergangenen Jahren waren Interesse und Beteiligung der deutschsprachigen Communitys an den Wahlen eher verhalten. Das ist schade, denn im Grunde wird hier eine tolle Möglichkeit verspielt, sich in die Gestaltung der Arbeit des Boards und damit auch in die Entwicklung der Wikimedia Foundation aktiv einzubringen. Die deutschsprachigen Communitys haben das begründete Bedürfnis, auf dem internationalen Wikimedia-Parkett mitzumischen. In unterschiedlichen Debatten gab es immer wieder Reibungspunkte und den Wunsch nach mehr Mitsprache und Mitwirkung. Gerade für eine der größten Communitys ist diese Wahl eine gute Chance, sich mehr Gehör für die eigenen Anliegen, Vorstellungen, Sorgen und Wünsche zu verschaffen.

Mit Alice Wiegand, die einen der Chapter-gewählten Sitze inne hat, haben wir bereits ein Mitglied aus Deutschland dabei. Um genauer über die Arbeit des Gremiums zu informieren und zu erklären, was es eigentlich macht, bietet Alice an unserem offenen Sonntag in der Berliner Geschäftsstelle eine Session an.

Alice hat es in ihrem Blogbeitrag Zeit der Veränderungen bei der Wikimedia Foundation schön beschrieben:

Eine Menge Bewegung steht uns also bevor. Eine Zeit der Veränderungen, die hohe Anforderungen an ein selbstbewusstes, verantwortungsvolles und aktives Board stellt. Ein spannendes Jahr.

Welches Boardmitglied passt zu mir?

Die Wahl läuft nach dem Prinzip „Wahl durch Zustimmung mit Enthaltung“. Das heißt, die drei Kandidaten oder die Kandidatinnen mit dem bestem Verhältnis von Ja- zu Nein-Stimmen werden gewählt. Um herauszufinden, welcher Kandidierende am ehesten eure Positonen in die Boardarbeit einbringen kann, könnt ihr diese mit unendlich vielen Fragen löchern. Ergiebiger wäre hier aber möglicherweise ein gemeinsam entwickelter Fragenkatalog – in etwa vergleichbar mit den Wahlprüfsteinen, die wir zu Landtags- oder Bundestagswahlen gemeinsam mit euch erstellen.

Wenn ihr diese Idee aufgreifen möchtet, unterstützen wir euch gerne, z. B. mit Reisekostenübernahmen für potentielle Koordinierungstreffen oder beratend mit unseren Erfahrungen aus den Wahlprüfsteinen.

Der Zeitplan

Der Plan für die Wahlen ist wie folgt:

  • 24. April – 17. Mai 2013: Nominierung der Kandidierenden
  • 01.-15. Juni 2013: Wahlen
  • 16.-18. Juni 2013: Prüfung der abgegeben Stimmen
  • 18.-22. Juni 2013: Bekanntgabe der Wahlergebnisse

Weitere Informationen zur Board-Wahl

Ein Wahlkomitee aus fünf Ehrenamtlichen ist für den geregelten Ablauf der Wahlen zuständig. Mit Ralf Roletschek haben wir in diesem Jahr auch ein Mitglied der deutschsprachigen Communitys dabei.

Alle Informationen zur Wahl findet ihr auf der Meta-Seite Boardwahlen/2013. Für Fragen rund um die Wahl stehe ich euch gerne unter nicole.ebber@wikimedia.de zur Verfügung.

Und noch eine Wahl: FDC-Mitglieder gesucht!

FDC meeting, Milan, April 2013; by Mike Peel CC-BY-SA-2.5, via Wikimedia Commons

Für das Funds Dissemination Committee (FDC), der Ausschuss zur Verteilung der Wikimedia-Gelder, finden zur gleichen Zeit ebenfalls Wahlen statt. Es kommen zu den sieben konstituierenden Mitgliedern jetzt zwei zusätzliche, von der Community gewählte Ausschussmitglieder dazu. Beide werden eine Amtszeit von zwei Jahren haben.

Ebenso wird es eine Wahl für die Ombundsperson des FDC geben. Diese Person nimmt unter anderem Kritik an der Arbeit des Ausschusses entgegen und erstellt jährlich einen Bericht über das FDC. Die Ombudsperson wird ebenso eine zweijährige Amtszeit haben.

Insofern: Es stehen wichtigen Wahlen an, für die ihr nicht nur kandidieren, sondern euch auch einbringen und mitmischen könnt. Nutzt die Chance und vor allem: Go vote!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Jedem Zauber wohnt ein Anfang inne: Bericht vom Brüsseler Kick-off

Graphic Thinking. Foto: Lilli Iliev, CC-BY-SA

Wie beginnt man etwas, wofür es keinerlei Vorbild gibt? Wie findet man Zutrauen für eine Sache, die skeptische Beobachter als “zu ambitioniert” betrachten? Wie wird man Teil einer Gemeinschaft, die niemals geschlossen, sondern immer zugangsoffen und transparent sein soll?

Die Grundvoraussetzungen des Projekts “Roadmap nach Brüssel”, von dem ich hier erstmals im März berichtete, unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht so sehr von den Startbedingungen der Wikipedia 2001. Auch damals hätte es niemand für möglich gehalten, dass eine einfache Internet-Plattform zu einem international anerkannten Umschlagplatz des Wissens werden könnte.

Heute, über eine Dekade später, ist deshalb die Frage legitim: Wieso sollte es nicht auch möglich sein, dieser sozialen Bewegung auch einen politischen Arm zu verleihen, der die europäische Gesetzgebung auf ihre möglichen Restriktionen für Freies Wissen abtastet und – wann immer nötig – auf den Plan tritt?

Das Vorhaben klingt nicht nur ambitioniert, es ist es auch. Denn die Zeit hat das Wikimedia-Universum komplexer gemacht, in unterschiedliche Rollen, Territorien und Interessensgebiete auseinandergefaltet, ein unübersichtliches Gewimmel erzeugt, das für jedes (auch abseitige) Thema eine eigene Seite oder gar eine Mailing-Liste bereithält. Let’s face it: Wir sind ein riesiges Netzwerk, das gerne kommuniziert. Zuweilen etwas zu viel mit sich selbst, aber immer auch mit der Gewähr auf spannende Ideen.

Vor diesem Hintergrund erschien es uns nur konsequent, Wikimedianer zu einem direkten Gespräch am 6./7. April nach Brüssel zu laden, um intensiv über die Struktur und Arbeitsweise einer künftigen Arbeitsgruppe zu sprechen, die Freiem Wissen gegenüber der EU eine Stimme verleiht. Der Grundgedanke ist beileibe nicht neu und hat bei diversen Wikimania-Konferenzen schon eine Rolle gespielt, sich bislang allerdings nie in eine nachhaltige Struktur übersetzt.

Einen ersten Anlauf in Brüssel dazu gab es bereits im Juli 2009, der leider weitgehend folgenlos blieb. Umso mehr freut es uns, dass neben Vertretern aus Belgien, Niederlande, Italien, Estland, Bulgarien, Frankreich und Deutschland mit Lyzzy und Lodewijk eben auch zwei äußerst engagierte Wikimedianer einfanden, die seit Jahren für das Thema werben. Eine von WMDE beauftragte Studie half zudem dabei, bereits im Vorfeld die möglichen Anknüpfungspunkte für die EU-Gesetzgebung zu identifizieren und unterschiedliche Handlungsoptionen zu erörtern.

Wie das umfassende Protokoll (Danke, Lilli!) zeigt, ist es schwierig, den gesamten Diskussionsverlauf pointiert wiederzugeben. Angeleitet von der grandiosen Anna Lena Schiller hatten wir uns eben sehr viel vorgenommen. Es ist aber sehr wohl möglich, die drei wichtigsten Richtungsentscheidungen festzuhalten:

  • Die Gruppe wird in einem ersten Schritt das Monitoring laufender EU-Initiativen zu verbessern helfen und den Wikimedia-Verbund regelmäßig mit Informationen versorgen. Dabei hilft uns die professionelle NGO-Arbeit von “European Digital Rights” sowie eine eigene Kontaktperson vor Ort, die v.a. mit der Pflege der Meta-Seite, des Kalenders sowie der Wahrnehmung von lokalen Terminen betraut werden soll.

  • Neben der eher reaktiven Tätigkeit soll es in einem zweiten Schritt darum gehen, gegenüber der EU-Gesetzesgeberungsmaschine bereits 2014 (Neuwahl des EU-Parlaments sowie Einsetzung neuer Kommissare) den Handlungsbedarf bei urheberrechtspolitischen Themen zu verdeutlichen, die eng mit der Erschaffung und Verbreitung Freien Wissens verknüpft sind: Panoramafreiheit, Staatliche Werke und Verwaiste Werke. Hinsichtlich dieser drei Kernthemen gibt für jede/n Interessierte/n die Möglichkeit, sich an einer “Task Force” zu beteiligen, die Ideen sammelt und entsprechend verschriftlicht. Informationshub ist auch hier die Meta-Seite.

  • Ein solches “Liquid Lobbying” (TM) kommt natürlich nicht ohne die Unterstützung von europäischen Chaptern oder der Wikimedia Foundation aus. Deshalb werden wir in den nächsten Monaten auch noch einige Anstrengungen unternehmen, um für das Vorhaben zu werben. Dass dies nötig sein wird, hat uns die Mailänder Chapter-Konferenz gezeigt, bei der das Projekt zwar auf viel Neugier, aber auch einige Skepsis aufgrund knapper Ressourcen stieß.

Mir persönlich gibt ein Satz Hoffnung, den Stephen LaPorte (WMF) in Mailand äußerte: “We have no choice than getting engaged.” Auch Kat Walsh vom Board of Trustees signalisierte, dass es auf Seiten von Creative Commons ebenfalls großes Interesse am Aufbau einer solcher Arbeitsgruppe gibt. Die Vernetzung mit anderen “like-minded” Akteuren wird eben auch ein Weg sein, um effektiver arbeiten zu können.

Indes: Nicht jede Beteiligung an der EU-Policy-Group muss unweigerlich in “Arbeit” ausarten  – auch kurze Hinweise auf relevante Ereignisse innnerhalb und außerhalb des Movements, interessante Texte, Tweets und selbst Gerüchte helfen dabei, den Informationsaustausch über Ländergrenzen hinweg zu intensivieren. Um unkompliziert mit der Gruppe in Kontakt zu treten, haben wir auf der Meta-Seite eine Art Briefkasten eingerichtet, mit dem man entweder direkt an uns herantreten oder einfach etwas hinterlassen kann. Eine offizielle Schneckenpostfachadresse (etwa für EU-Aussendungen oder Einladungen anderer Akteure) wird es dann hoffentlich auch irgendwann geben.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (11 Bewertungen, Durchschnitt: 4,82 von 5)
Loading...

Zeit der Veränderungen bei der Wikimedia Foundation

Sue Gardners Ankündigung, von der Geschäftsführung der Wikimedia Foundation zurückzutreten, ist jetzt vier Wochen alt. Was ist in der Zwischenzeit passiert und wie geht es weiter?

Wie Sue schon in ihrer Ankündigung mitteilte, hat das Kuratorium der Wikimedia Foundation ein Transition-Team bestellt. Hier bereiten Kuratoriums-Mitglieder (Kat Walsh, Jan-Bart de Vreede und ich, Alice Wiegand), Mitarbeiter der Foundation (Gayle Karen Young, Erik Moeller und Geoff Brigham) und Sue die Suche nach Kandidaten, die Auswahl und auch den Übergang von bisheriger zur neuen Geschäftsführung vor und begleiten den Prozess. Die ersten Aufgaben sind die Auswahl einer Personalberatung, die uns versteht und über internationale Vernetzung verfügt, die Erstellung eines Stellenprofils und die Veröffentlichung der Stellenanzeige.

Die ideale Besetzung

By Abfahrt_Harburg.jpg: NordNordWest derivative work: Cornelius Kibelka (WMDE) [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Startschuss der Arbeit des Transition-Teams war am letzten Wochenende, als wir uns in Mailand im Rahmen der Wikimedia Conference trafen. Auch das Kuratorium hatte zuvor auf seinem zweitägigen Treffen mit Sue über das Profil einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers gesprochen und sich über einige Eckpunkte verständigt. Kuratorium und Transition-Team sind sich einig, dass es um weit mehr geht als nur um einen Austausch von Personen. Intensiv wurde darüber gesprochen, in welchem Status sich die Wikimedia Foundation jetzt befindet und wie sie sich weiterentwickeln soll, welche Schwerpunkte und Ausrichtung gesetzt werden müssen. Gerade jetzt, wo die Fokussierung auf zwei ganz unterschiedliche Kerngeschäfte (Technik und Vergabe von Zuwendungen) auch ganz besondere Anforderungen an die Geschäftsführung stellt, müssen wir uns darüber klar werden, was ein potentieller Kandidat eigentlich mitbringen muss, um die Foundation in diesem Sinne weiter zu entwickeln.

Deutlich wird schon jetzt, dass wir jemanden mit einem Hintergrund sowohl in Softwareentwicklung und Online-Plattformen als auch mit kollaborativen Gemeinschaften suchen. Und dass die Stellenbeschreibung von 2007 nicht mehr zu gebrauchen ist. Und dass wir keine Kopie, keine Sue.x suchen, aber jemanden, der die bisherige Entwicklung der Organisation schätzt und nachvollziehen kann, ein eigenes Profil mitbringt und die Wikimedia Foundation zu einem neuen Entwicklungsschritt führt. Keine einfache Aufgabe, denn genau jetzt legen wir fest, in welche Richtung diese Entwicklung führt und wie sich die Betreiberin der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte für die nächsten Jahre stark macht, um deren Verfügbarkeit und Attraktivität zu sichern.

Möglichkeiten der Community-Beteiligung

Ohne die Community ist die Wikimedia Foundation nichts. Und daher brauchen wir für eine erfolgreiche Suche mehr Meinungen und Ideen, als das Kuratorium allein entwickeln kann. Zurzeit gibt es diese Möglichkeiten der Beteiligung:

Neue Mitglieder für das Kuratorium gesucht

Auch wenn die Suche für die Nachfolge von Sue extern die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, stehen noch weitere personelle Änderungen bei der Wikimedia Foundation an. Nach dem Ausscheiden von Matt Halprin aus dem Kuratorium zum Jahreswechsel ist die Suche nach einem neuen Kuratoriumsmitglied noch nicht abgeschlossen, aber auf einem guten Weg.

Und dann wird es im Sommer wieder die Community-Wahl von drei Sitzen im Kuratorium geben. Ting Chen hatte bereits angekündigt, nicht erneut zu kandidieren, es wird also zumindest ein weiteres neues Kuratoriumsmitglied geben. Zeitplan und weitere Informationen finden sich auf der Meta-Seite zur Wahl.

Eine Menge Bewegung steht uns also bevor. Eine Zeit der Veränderungen, die hohe Anforderungen an ein selbstbewusstes, verantwortungsvolles und aktives Kuratorium stellt. Ein spannendes Jahr.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (13 Bewertungen, Durchschnitt: 4,62 von 5)
Loading...

Wikimedia Konferenz in Mailand: Die WCA hat ihren Platz gefunden

Die Wikimedia Chapters Association hat ihren Platz in der Wikimedia Welt gefunden. So kann man in einem Satz das Ergebnis unserer Zusammenkünfte bei der Wikimedia Conference in Mailand beschreiben. Es war ein unglaublich intensives Treffen. Kaum ist man aus einer Veranstaltung herausgekommen (die in der Regel als Workshops angelegt waren), traf man schon jemanden, mit dem man die nächsten Schritte besprechen wollte oder kurz eine Strategie diskutieren musste. Man hat richtig gemerkt, wie sich das Bild, das die Wikimedianer von der WCA haben, im Laufe der Tage geschärft hat. Neben den konkreten Aufgaben, denen wir uns jetzt endlich zuwenden, ist mittlerweile klar geworden, dass die WCA eine Organisation ist, die vornehmlich Hilfestellung anbietet und die Zusammenarbeit zwischen den Wikimedia Organisationen vereinfacht und koordiniert.

Konkret haben sich vier Aufgaben herauskristallisiert, auf die wir uns als erstes konzentrieren werden. Es gibt auch bereits erste Ergebnisse.

  • Chapters Exchange ist ein Art Tauschbörse im Meta-Wiki, der die besonderen Expertisen und Erfahrungen von einzelnen Chaptern und thematischen Organisationen sammelt und auflistet. So kann man sich auf der Suche nach Gleichgesinnten inspirieren lassen. Natürlich – es ist ein Wiki – ist das keine statische Liste, so dass alle Interessierten aufgerufen sind, auch Anfragen zu hinterlegen, beispielsweise, wenn man ein internationales Projekt durchführen möchte. Charles Andrès (WMCH) pflegt diese Liste und sorgt dafür, dass Anfragen entsprechende Aufmerksamkeit bekommen.
  • Chapters Manual dokumentiert die gute Lösungen für die Herausforderungen, denen sich Wikimedia Organisationen täglich und auf ihrem Entwicklungsweg stellen müssen. Neben einem Top-Down-Ansatz, der von einer Gliederung ausgeht, die wir allmählich mit Leben füllen, verfolgen wir auch die Mailinglisten und andere Hotspots, um die aktuellen Themen und ihre Lösungen gleich für alle zu dokumentieren. Ziko van Dijk (WMNL) hat sich bereit erklärt, dieses Projekt zu leiten. Hier sehen wir auch konkrete Ansätze, unseren Anspruch auf Mehrsprachigkeit zu verwirklichen: die Artikel und Bereiche, die bereits eine gewisse Reife erreicht haben, können einfach in andere Sprachen übersetzt werden und stehen so auch den Wikimedianern zur Verfügung, die keine Muse haben, sich in Organisationsenglisch einzuarbeiten.
  • Peer Reviews. Ashley van Haeften (WMUK) stellte auf der Konferenz eine Analyse des Estnischen Chapters vor, die viel beachtet wurde und uns unter anderem eine positive Erwähnung durch das Board-Mitglied Stu West eingebracht hat, einem der schärfsten Kritiker der WCA. Das Verfahren ist darauf angelegt, dass es leichtgewichtig ist und vielfach verwendet werden kann. Das Ergebnis war ein kurzer Report (ca. 3 Seiten), der den Zustand des Chapters beschreibt und ein paar Hinweise gibt, was man noch weiterentwickeln kann. In den nächsten Monaten werden wir weitere dieser Peer Reviews durchführen. Dabei soll das Verfahren selbst weiterentwickelt werden.
  • Hilfe bei den verschiedenen Fördermöglichkeiten. Am Sonntag haben wir uns noch mit der Frage beschäftigt, wie wir Chapters, thematische Organisationen und auch User Groups dabei unterstützen können, Gelder von der Foundation zu beantragen. Die Ideen reichen dabei von einem einfachen Leitfaden bis hin zu der Möglichkeit, die Anträge vor Abgabe durch die WCA begutachten zu lassen. Konkrete Aufgaben werden wir die nächsten Wochen entwickeln.

Daneben freue ich mich, mitteilen zu können, dass wir zwei neue Mitglieder aufnehmen konnten: Wikimedia Serbien und Wikimedia Mazedonien. Somit haben wir mittlerweile 25 der 39 Chapter in der WCA organisiert. Strukturell haben wir ein wenig Ballast abgeworfen, zwei mittlerweile unnötige Kommittees aufgelöst und die Satzung ein wenig vereinfacht. Eine Öffnung für thematische Organisationen ist angelegt und sie wurden eingeladen, bei den Aktivitäten der WCA teilzunehmen. Die Protokolle der Sitzungen sind hier zu finden (Donnerstag , Sonntag).

Wie kann man bei der WCA mitmachen? Jetzt, da wir konkrete Aufgaben angehen, sind die Beteiligungsmöglichkeiten vielfältig: Wer die internationalen Mailinglisten liest, ist aufgerufen, die Ergebnisse zusammenfassend auf Meta zu hinterlegen. Die Seiten auf Meta können sukzessive ins deutsche übersetzt werden. Das ist sicherlich sinnvoll, da viele der hinterlegen Informationen auch für die neue Form der User Groups hilfreich sein wird. Wir suchen dringen Leute, die selbst schon Gelder beim GAC oder sogar FDC beantragt haben und ihre Erfahrungen teilen wollen.

Für Anfang Mai planen wir den Start unsere WCA Journals mit Informationen über die Arbeit der Chapter, interessante Projekte, und die Fortschritte in den Arbeitsbereichen der Association.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (13 Bewertungen, Durchschnitt: 4,69 von 5)
Loading...

Tutoría in Buenos Aires (English Version)

CC-BY-SA, Katja Ullrich

The following blog post is written by German community volunteer Cornelius Kibelka (@jaancornelius), who writes about his project with Wikimedia Argentina. This is summary of the two german blog posts (see here and here. Espanol.)

—-

In 2011 I worked as an intern in the office of Wikimedia Deutschland. Among other projects I helped Nicole Ebber in organizing the Wikimedia Conference. It was a fascinating conference with Wikimedia volunteers from all over the world. Not only in terms of most different characters and personalities, but also in the ways how they work with and support the Wikimedia projects and free knowledge in general. Many of them told me their stories and their achievements, e.g. Osmar Valdebenito, at that time president of the Chilean chapter.

Invite to Buenos Aires

Still in 2012 I kept chatting sometimes with Osmar and he told me what they were busy within his chapter and later in the Argentinian one, where Osmar became Executive Director in mid 2012. Several times we were discussing and asking each other about the chapters’ work in each country. After chatting a bit, we came up with the idea that I could come to Buenos Aires to exchange more extensively about WMDE’s work and the way the German chapter manages its projects. I presented the idea to Nicole, who meanwhile became responsible for the International Affairs at WMDE, and she was excited about the unconventional idea of chapters’ exchange. So the board of the Argentinean chapter approved Osmar’s idea and invited me to come to Buenos Aires. WMAR included the project in the FDC proposal for 2013.

From three thematic areas …

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Osmar, Nicole and I defined three thematic areas, in which we wanted to work and elaborate recommendations for Wikimedia Argentina. The first and at the same time most important topic was about general strategy and administration, including questions about WMAR’s long-term strategy, goal-directed project management and in general elaborate the perception of the Argentinean chapter. Part of the discussion was also a better definition of the division of tasks between the board and the executive director. The second topic was communications in general, as Wikimedia Argentina was in the stage of hiring a communications officer in part time. The last topic was about how to motivate and support volunteers – or even how to create a kind of better community.

… to eighteen recommendations

After a week at WMDE’s office in Berlin, where I interviewed some of the staff to be up-to-date and get further input for Argentina, I took the plane to Buenos Aires on March 2. I stayed there for two and half weeks in the sweet and small office of WMAR.

It was important for me to try and get as much input as possible, and from different angles, not only from Osmar. I also interviewed the board members and some “regular” members. The discussions were quite intense. On top of that, it was important for me to understand how the chapter works, what topics people in the chapter want to focus on, what direction they want to give the chapter and which future developments they are aiming at. I was aware that many things, which work in the German context quite well, don’t work in Argentina: due to cultural reasons, but also due to political, economic and organizational reasons.

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

In the two and half weeks I discussed many ideas with Osmar and the board, elaborating recommendations how WMAR could professionalize in the next year. And the end of my stay I presented around 18 recommendations.

As the long-term strategy until now wasn’t a focus of WMAR’s work, I strongly recommend to gather all interested groups to build-up a strategy until 2015/16. Obviously, those groups shouldn’t be only the board and the employees of the chapter, but also “regular” chapter members, editors and partner organizations. As you can’t catch a normal Wikipedia with a topic like “What should Wikimedia Argentina’s strategy be until 2016” I proposed simple input meet-ups throughout the country. Doing this they could kill two birds with a stone, as at the moment there aren’t any meet-ups outside of Buenos Aires.

Another recommendation was the introduction of the Wikimedia-Woche in Spanish. The Wikimedia-Woche is a really simple weekly newsletter, consisting only in a collection of links. They’re sorted, and every link is introduced by one or two sentences. It helps to keep the track of Wikimedia Movement, especially as non-native English speaker. Osmar proposed to introduce this on an Iberocoop level, the Regional Cooperation Initiative for ibero-american chapters.

You can find my presentation in English and in Spanish on Wikimedia Commons.

Evaluation in HK

After those most interesting and intense weeks of discussion and interaction with all the Argentinean Wikimedians, I’m curious about the further developments of the chapter. The idea was that Osmar and I submit a talk to present at the Wikimania in Hong Kong about this small project. What changed in those months after the stay? What were the outcomes of this chapter exchange? Is it applicable to other chapters? What kind of conditions must be fulfilled? How does the chapter feel about it in general?

However, what I definitely learned after this project: chapters are not alone. They can support and learn from each other, independently of their size and maturity, as we share the same ideas and values. ¡Viva la colaboración! :)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Tutoría II: Zurück aus Buenos Aires

Anfang März hatte Cornelius Kibelka (@jaancornelius) hier im Blog sein Projekt Tutoría in Buenos Aires beschrieben. Seit gestern ist er aus Buenos Aires zurück und schildert nun, wie es gelaufen ist. Wir bleiben weiter dran und berichten von dieser interessanten Chapterzusammenarbeit. Here’s the English summary. Espanol.

Wikimedia Argentinien

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wikimedia Argentinien ist das älteste Chapter in Südamerika; es wurde bereits 2007 gegründet und organisierte 2009 die Wikimania in Buenos Aires. Nach der Wikimania schlief die Arbeit zunächst ein und erst seit 2011 tut sich wieder mehr im Chapter. Nachdem Beatrice Murch (jetzt Vorsitzende von Creative Commons Argentina) für ein Jahr Geschäftsführerin des Chapters war, übernahm Mitte 2012 Osmar Valdebenito, (ehemals Vorsitzender von Wikimedia Chile) die Geschäftsführung des kleinen Chapters. Nun geht das Chapter die nächsten Schritte in Richtung Professionalisierung.

Die zweieinhalb Wochen habe ich vor allem damit verbracht, einen Einblick in Osmars Arbeit zu bekommen. Zudem hatte ich die Gelegenheit, mich mit dem Großteil des Vorstandes auszutauschen. Dabei bekam ich einen guten Einblick in die Vereinsstrukturen und Themen, die das Chapter zur Zeit bewegen.

Drei große Herausforderungen

Die meines Erachtens drei größten Herausforderungen für das Chapter sind dabei alte Bekannte: Bisher stand die mittel- und langfristigen Planung nicht im Mittelpunkt, sondern mehr das Alltagsgeschäft. Zudem ist das Rollenverständnis und Zusammenarbeit von Vorständen und Mitarbeitern ein Punkt steter Diskussionen, seitdem das Chapter bezahlte Mitarbeiter eingestellt hat. Und gleichzeitig muss mit dem Wachstum einer Organisation auch die Kommunikationskultur – sowohl nach „innen“ wie nach „außen“ – mitwachsen.

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Anhand dieser drei Herausforderungen haben Osmar und ich basierend auf den zahlreichen Gesprächen Empfehlungen und Tipps für das Chapter ausgearbeitet, jeweils in den drei Themenfeldern, die wir vorher ausgewählt hatten: Allgemeine Strategie & Planung, Kommunikation und Freiwilligenarbeit. Wichtig waren hier die vorherigen intensiven Gespräche mit den Mitarbeitern von Wikimedia Deutschland während meiner Woche in Berlin. Ein paar Empfehlungen will ich hier aber kurz anreißen:

Da de facto eine langfristige, strategische Planung für das Chapter fehlt, empfehlen Osmar und ich eine „Zukunftswerkstatt“ mit allen Beteiligten (Mitarbeiter, Mitglieder, Vorständen, Communitys, Partnerorganisationen) sowie einem neutralen Moderator zu organisieren. So sollen die verschiedenen Bedürfnisse des Chapters und Wünsche an das Chapter herausgearbeitet werden. Da aber Argentinien bekanntlich nicht nur aus Buenos Aires besteht, Wikipedianer aber schwer mit dem Thema „Langfristige Strategie von Wikimedia Argentinien“ anzulocken sind, empfahl ich: Organisiert simple Treffen, auf denen Fragen wie „Wie soll das Chapter dir helfen?“ und „Was für Projekte sollen wir angehen?“ im Vordergrund stehen.

Als gut und wichtig wurde in der deutschsprachigen Community die Wikimedia-Woche angenommen, die auf schnelle und simple Weise über die Geschehnisse des Movements informiert. Gleiches habe ich Wikimedia Argentinien auf Spanisch vorgeschlagen, Osmar schlug hier vor, das direkt auf Iberocoop-Ebene zu machen.

In meinen Gesprächen mit den Mitarbeitern von Wikimedia Deutschland, erklärten mir alle, die mit Freiwilligenarbeit zu tun haben, dass diese immer auf zwei Säulen basiert: online und offline. Online sollte in den Wikimedia-Projekten die Message „Wir unterstützen euch jederzeit!“ stetig und deutlich kommuniziert werden. Offline gibt es Wikipedia-Treffen bisher praktisch nur in Buenos Aires – die perfekte Chance für das argentinische Chapter, gerade diese auch im Rest des Landes zu organisieren.

Mehr Empfehlungen sind in der Abschlusspräsentation zu finden, direkt als pdf sowohl auf englisch wie auf spanisch auf Wikimedia Commons verfügbar.

Wie geht’s weiter?

Der Austausch zwischen Osmar, María (Leak: ab Montag die neue Pressesprecherin) und den verschiedenen Mitgliedern war unglaublich intensiv und hat viel Spaß gemacht. Drei Wochen haben wir eng zusammen gearbeitet und ausgiebig diskutiert.

Damit die Ideen und Handlungsempfehlungen auch verwirklicht werden, haben der Vorstand und Osmar bereits die ersten Schritte für deren Umsetzung eingeleitet. Osmar und María berichten wöchentlich dem Vorstand, wie weit die Verwirklichung derweil vorangediehen ist. Und bei der Wikimania wollen Osmar und ich die Zusammenarbeit und erste Ergebnisse vorstellen.

Bis dahin wollen wir verschiedenen Fragen nachgehen und dokumentieren: Ist dieser Chapter-Wissenstransfer übertragbar? Können das auch andere Chapter machen? Was sind die Bedingungen?

„Annuntio vobis gaudium magnum: habemus Papam“

presidencia.gov.ar [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Das ganze war ja nicht nur als einseitiger Transfer gedacht, sondern als Austausch zwischen zwei Chaptern. Deswegen habe ich mich natürlich gefragt: Was kann Wikimedia Deutschland als Organisation davon mitnehmen?

Meine Zeit in Buenos Aires stand bekanntlich unter besonderem Schein: Just in der zweiten Woche wählten die Kardinäle im Konklave den Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, zum neuen Papst der römisch-katholischen Kirche.

Was das mit meinem Projekt zu tun hat? In den ersten Minuten, nachdem klar war, dass Bergoglio zum Papst gewählt wurde, suchte ich auf der Seite der argentinischen Präsidentschaft und der Stadt Buenos Aires nach älteren Fotos des Kardinals. Beide verbreiten all’ ihr Pressematerial unter Creative Commons Attribution (-by) bzw. Attribution ShareAlike (-by-sa), so dass ich sie geradewegs auf Commons hochlud. Sie verbreiteten sich daraufhin in rasanter Schnelligkeit durchs Internet. Ein Beweis, wie groß die Reichweite freier Medien ist. Und mir kam die Frage: Liebes Bundespresseamt, worauf wartet ihr?

Diese Anekdote macht deutlich, dass staatliche Stellen in Deutschland bei den argentinischen in Sachen „Free Content“ noch einiges lernen können.

Was mir nach diesem Projekt klar ist: Chapter stehen nicht alleine. Unabhängig von ihrer Größe und Reife können sie voneinander lernen und sich gegenseitig bei ihrer Arbeit unterstützen. Für mehr Dialog und Zusammenarbeit! :)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (18 Bewertungen, Durchschnitt: 4,67 von 5)
Loading...

Wikimedia Chapters Assocation und Chapters Dialogue

Gestern wurde der „Chair“ von der Wikimedia Chapters Association (WCA) neu gewählt. Die WCA-Mitglieder haben sich für Markus Glaser, den von der Wikimedia-Deutschland-Mitgliederversammlung gewählten WCA-Repräsentanten, entschieden. Wir freuen uns darüber, besonders im Licht der bisherige Arbeit, die von Markus innerhalb der WCA geleistet wurde. Wir wollen uns auch hier bei Fae bedanken, der die WCA als bisheriger Chair durch nicht immer leichte Zeiten so weit gebracht hat.

Berlin 2011 – Wikimedia Conference – Accountability and Legitimacy – Wir waren schon am diskutieren, lass uns weiter daran arbeiten. – von Anna Lena Schiller – CC-BY-SA

Wenn das Präsidium schweigt…

Bis jetzt haben wir, als Präsidium, ein bisschen über das Thema WCA geschwiegen, zumindest an öffentlichen Stellen. Es gibt dafür mehrere Gründen. Erstmal haben wir nach dem Brief der Wikimedia Foundation an die WCA lange und heftig diskutiert, was die WCA angeht. Wollen wir eine Antwort schreiben? Und wenn ja, was für eine Antwort? Da kam eigentlich der erste schwierige Punkt. Wir waren uns nicht einig. Und zwar, gar nicht einig. Einige hätten gerne die WCA langsam verschwinden lassen, anderen hätten eher die WCA weit und stark voran getrieben. Dann die nächste Frage. Wenn weiter, unter welcher Form? Formell und „nach Satzung“? Oder informell und eher „Grassroots“? Dann die nächste, und die nächste. Im Endeffekt haben wir es nicht unter einem Hut bekommen, und deswegen kamen weder einzelne noch offizielle Positionen aus dem Präsidium. Als Gremium ist es eigentlich ziemlich schwierig, sich von dem Schutz einer „offiziellen“ und „einzelnen“ Position zu trennen. Es gibt wenige Themen, wo wir uns so uneinig sind. Wenn das Präsidium schweigt, heisst es nicht, dass wir keine Meinung haben. Manchmal eher ganz das Gegenteil.

Also, keine offizielle und einzelne Position vom Präsidium zur WCA selbst. Dafür eine Menge Ideen und, am wichtigsten, eine Richtung, über die wir uns einig sind. Ob durch die WCA oder auf andere Art und Weise wollen wir, dass Wikimedia Deutschland die Zusammenarbeit der Chapters weiter unterstützt. Wir sind davon fest überzeugt, dass die nationalen Wikimedia-Organisationen das Herz der Diversität unserer Bewegung sind. Verschiedene Kulturen, verschiedene Ansichten, verschiedene Erfahrungen, wie man Freies Wissen verbreitet, verteidigt und fördert, sind wichtig. Die wollen wir unterstützen. Die Chapters sollten sich weiter entwickeln, sich organisieren und ihre Zusammenarbeit mit den Communities, der Wikimedia Foundation sowie untereinander weiter verstärken.

Chapters Dialogue

Wie es genau aussehen wird, ist uns nicht ganz klar, da es so viele verschieden Wege zu probieren sind. Man darf aber nicht vergessen, dass Wikipedia sich nach dem Motto „Sei mutig“ entwickelt hat. Also wir werden mutig sein, und verschiedene Wege probieren.

Der erste Weg zur weiteren Unterstützung der Chapters heißt „Chapters Dialogue„. Damit wollen wir im Voraus daran arbeiten, mit den Chapters (oder eher, den Menschen in den Chapters) zu sprechen, um heraus zu finden, was sie denken, fühlen und brauchen. Wir werden weit und breit Fragen stellen, sie zusammen fassen, und daran arbeiten, dass ein konkretes Bild entsteht, mit dem Wikimedia in Richtung der weiteren Entwicklung arbeiten kann. Dieses Projekt wird von Nicole Ebber begleitet und von ihr in die nächste Wochen hier und in anderen Stellen vorgestellt. Für die Ausführung suchen wir eine externe Person aus Wikimedia-Organisationen oder -Communities und werden diese Position entsprechend ausschreiben. Eine enge Arbeit mit der Research Gruppe der WCA wird sicher entstehen.

Was die WCA angeht: Wikimedia Deutschland ist weiter Mitglied und arbeitet weiter mit. Wir werden unseres Bestes machen, um die Idee zu unterstützen, aber lassen uns die Freiheit, genug Information zu sammeln, um allen Beteiligten die Entscheidung leichter zu machen, wie genau die internationale Zusammenarbeit innerhalb Wikimedia aussehen wird. Bis wir so weit sind, gibt es schon mehrere Stellen, wo man mitarbeiten kann, wie zum Beispiel einen Prozess entwickeln, wie Chapters „Peer Review“ üben können. Die Chapters brauchen eure Ideen. Los!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 Bewertungen, Durchschnitt: 4,90 von 5)
Loading...

Zu Besuch bei Wikimedia UK

Am vergangenen Donnerstag und Freitag war ich zusammen mit Ralf Liebau und Delphine Ménard zu Besuch bei Wikimedia UK. Nachdem im letzten Jahr bereits einige Mitarbeiter des britischen Chapters bei uns in Berlin waren, wuchs bei uns der Wunsch, uns auch mal in London blicken zu lassen. Sowohl für die Präsidiumstätigkeit von Ralf und Delphine als auch für meine Arbeit in der Stabsstelle Internationales ist der Austausch mit anderen Chaptern extrem anregend und wichtig. Begleitet hat uns außerdem Dirk Franke, der sich gerade im Rahmen des eines CPB-Projektes mit den Grenzen der Bezahlung und professionellem Schreiben für Wikipedia beschäftigt und dabei natürlich auch die internationale Community einbezieht. Über sein Treffen mit Jimmy Wales und die Chartered Institute of Public Relations berichtet er hier auf der Projektseite.

Fundraising und Mitglieder

WMUK-Stakeholder ;) CC-BY-SA Nicole Ebber

Im Office von Wikimedia UK wurden wir sehr herzlich empfangen – sicherlich nicht nur, weil wir Schokolade und Wurst aus Deutschland importiert hatten. Nach der ersten Vorstellungs- und “Hello-again”-Runde hat uns Katherine Bavage, die Fundraiserin des Chapters, Einblicke in ihre Arbeit mit Spendern aus UK gegeben. Ihr Ansatz ist unter anderem, engeren und nachhaltigeren Kontakt zu Spendern aufzubauen, deren Vorstellungen und Wünsche zu erkunden und sie andersrum durch regelmäßige Newsletter über die Arbeit des Chapters zu informieren. Ziel ist dabei vor allem, über wiederkehrende Spenden den langfristigen Support zu sichern.

Wikimedia UK hat etwa 350 Mitglieder, zu den Mitgliederversammlungen erscheinen meist um die 50-60 Personen. Aktuell sucht Katherine Wege, die Mitgliedschaft noch attraktiver zu machen. In diesem Jahr wird die Versammlung z.B. eingebettet in eine kleine Wiki-Konferenz, bei der Mitglieder und Community eingeladen sind, sich selber am Programm zu beteiligen. Auch für die Mitglieder gibt es regelmäßige Newsletter, die in Zusammenarbeit von Geschäftsstelle, Vorstand, Mitgliedern und Community verfasst werden. Hier arbeitet man gerade an einem neuen Konzept: Zukünftig wird eine Handvoll interessierte Mitglieder alle redaktionellen Tätigkeiten übernehmen; einzig Koordination und Versand werden dann noch von der Geschäftsstelle bewerkstelligt.

Strategie und Jahresplanung

Mit Richard Symonds (Office and Development Manager) und Richard Nevell (Office support) konnten wir ein wenig über die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsstelle und Board sowie über die Strategie- und Planungsprozesse des Chapters sprechen. Interessant war dabei unter anderem, dass sie im Rahmen der Strategiefindung einen “Open Day” veranstalten. Dort werden interessierte Mitglieder des Chapters, der Community, des Boards gemeinsam mit den Mitarbeitern die Pläne für die nächsten fünf Jahre von WMUK besprechen.

Nationale und internationale Events

WMUK-Büro und Mitarbeiter, CC-BY-SA Nicole Ebber

Daria Cybulska, die Eventmanagerin, hat uns ein paar zukünftige Veranstaltungen vorgestellt. London bietet sich als Veranstaltungsort für die meisten Events an, viele Mitglieder und Community-Leute leben dort, die meisten Institutionen und NGOs haben ihren Sitz in der Hauptstadt und außerdem ist sie vom Rest des Landes gut zu erreichen. Aber auch lokale Meetups außerhalb Londons werden vom Chapter organisiert und unterstützt. Ihre thematischen Schwerpunkte sind zur Zeit GLAM und Education, und so arbeitet Daria zum Beispiel an der Organisation der internationalen GLAM-Wiki-Konferenz im April. Neben der regulären Organisation setzt sie sich – ähnlich wie wir auch – mit der Frage auseinander, wie solche Veranstaltungen besser evaluiert und noch erfolgreicher werden können. Auch hier bietet sich an, Erfahrungen auszutauschen und von den Erkenntnissen der jeweils anderen zu lernen.

Dann hatten wir noch die Gelegenheit, zwei Freiwillige kennen zu lernen, die an der Bewerbung für die Wikimania 2014 in London arbeiten. Ed Saperia und James Knight haben uns einen Einblick in ihre Pläne und Ideen gegeben und wir konnten ein paar Erfahrungen aus den vergangenen Jahren mit ihnen teilen. Besonders interessant an ihrem Konzept fanden wir, dass sie zum regulären Community-Part auch einen Teil der Konferenz für die breite Öffentlichkeit gestalten möchten. Neben einzelnen Outreach-Events und Workshops soll auch eine Ausstellung dazu beitragen, neue Freiwillige und internationale Medien auf die Arbeit der Bewegung aufmerksam machen.

Abendessen und Ausblick

Das WMUK-Büro liegt in einem Haus mit vielen anderen NGOs. CC-BY-SA Nicole Ebber

Jon Davies, Geschäftsführer von Wikimedia UK, war die Woche über auf Jury Service und lud uns und sein Team am Donnerstag zum Abendessen zu sich nach Hause ein. Das ganze Team um Jon strahlt eine professionielle, enthusiastische und dabei sehr freundliche Arbeitsatmosphäre aus – sowohl tagsüber in der Geschäftsstelle als auch in entspannter Runde beim Abendessen. Hier konnten wir uns außerdem davon überzeugen, dass das Gerücht um die immer besser werdende englische Küche tatsächlich zutrifft: Jon servierte uns vorzügliche Speisen! Wir nutzten die Gelegenheit, die Gespräche vom Tage noch weiter zu vertiefen und vereinbarten mit Jon eine Fortsetzung bei der Chapters Conference in Mailand.

Zum Abschluss des Abends machten wir noch einen kleinen Ausflug in eine längst stillgelegte, unterirdische viktorianische Herrentoilete bei Kennington Cross. Jon ist Mitglied in einem Förderverein, der sich um den Erhalt solcher historischer Gebäude kümmert; er führte uns durch das stockdunkle, unterirdische Gemäuer (Fotos, Hintergrund), wo wir uns über die “Kontaktanzeigen” auf den Toilettentüren amüsieren konnten.

Herzlichen Dank an Wikimedia UK für die Gastfreundschaft, wir freuen uns sehr auf weiteren Austausch und zukünftige Zusammenarbeit! Bei der Gelegenheit sprechen wir auch noch mal die Einladung an alle Chapter und interessierte Freiwillige aus, uns in Berlin besuchen zu kommen. Es gibt – neben Club Mate und Free Wifi – viele Themen, die wir gemeinsam bearbeiten und die uns in unserer gemeinsamen Mission weiter bringen können. Wir können von unseren jeweiligen Erfahrungen und auch von unseren Fehlern lernen: Denn als globale Bewegung sind wir mehr als nur die Summe der einzelnen Teile!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...

Tutoría in Buenos Aires

Der folgende Beitrag stammt aus der Feder von Cornelius Kibelka, der über seine Zusammenarbeit mit WMAR schreibt. Wir freuen uns über diese schöne Idee und wünschen viel Erfolg! (Find an English summary here. Espanol.)

Im Rahmen meines Praktikums im Frühjahr 2011 bei Wikimedia Deutschland war eine der Veranstaltungen, die ich mit Nicole Ebber organisierte, die Wikimedia Chapters Conference 2011. Wie jedes Jahr fanden sich dort die Freiwilligen aus den mehr als 40 Wikimedia-Ländervertretungen ein. Neugierig lernte ich viele dieser Freiwilligen kennen, die alle an der gemeinsamen Mission und den Zielen des Freien Wissens arbeiten. Darunter war auch Osmar Valdebenito, zu der Zeit Vorsitzender des chilenischen Chapters.

Zwei Jahren darauf halten wir immer noch Kontakt und tauschen uns über die Chapter aus: Was sie bewegen, wie sie arbeiten und welche Ziele sie haben. Vor gut vier Monaten berief Wikimedia Argentina Osmar als neuen Geschäftsführer, um mit ihm gemeinsam eine professionelle Organisationsstruktur für das Chapter aufzubauen. Immer wieder fragte mich Osmar, wie das denn in Deutschland gemacht würde.

Von der ersten Idee

CC-BY-SA, Katja Ullrich

Ein paar Chats später schlug Osmar mir dann vor: “Hey, warum kommst du nicht einfach für ein paar Wochen nach Buenos Aires und wir arbeiten hier gemeinsam an einer ganz praktischen Form des Wissensaustausches? WMAR übernimmt alle Kosten!” Wikimedia Argentina nahm die Idee direkt in den Projektplan für 2013 und die Reisekosten in den Finanzierungsantrag an das FDC auf. Dieses wiederum empfahl die komplette Finanzierung des Projektplans und wir konnten loslegen.

In weiteren Gesprächen hat mir Osmar zunächst genauer dargelegt, welche Themen für WMAR am wichtigsten sind und wo er Beispiele in der Arbeit von WMDE sieht, die für sein Chapter interessant sind. Bei Wikimedia Deutschland kam der Wunsch von WMAR, mich als Freiwilligen bei WMDE hospitieren zu lassen, ebenfalls sehr gut an. Ganz besonders, da ich ja durch meine Praktika und die Vereinsmitgliedschaft schon seit Jahren verfolge, wie WMDE wächst und arbeitet. In Abstimmung mit Nicole – inzwischen Leiterin der Stabstelle Internationales bei Wikimedia Deutschland – haben wir dann drei konkrete Arbeitsfelder herausgarbeitet die sich besonders für so einen Wissenstransfer eignen. Zu allen drei Themen werden wir, Osmar und ich, gemeinsam konkrete Handlungsempfehlungen und Ideen für die Arbeit von WMAR ausarbeiten.

Zu konkreten Handlungsempfehlungen

Im ersten und wichtigsten Themenbereich geht es Osmar und mir vor allem um eine zielgeleitete Strategie- und Jahresplanung und das allgemeine Rollenverständnis des Vereins. Wichtig ist zudem die Klärung des Aufgabenteilung zwischen Vorstand und Geschäftsführer.

Im Themenfeld KommunikationWikimeda Argentinien stell demnächst einen Pressesprecher in Teilzeit ein – wird es uns vor allem um konkrete Ideen für die zukünftige Pressearbeit gehen. Eine meiner Ideen war diesbezüglich auch die Einrichtung einer Wikimedia:Woche für die spanischsprachige Wikimedia-Community.

Im letzten Themenfeld geht es um die Frage, wie eine argentinische Wikimedia-Community aufgebaut werden kann und wie das Chapter Freiwillige motiviert, sich zu engagieren. Auch um die Befreiung staatlicher Werke geht es hier. Eine Idee ist beispielsweise, das Instrument der bei WMDE sehr erfolgreichen Wahlprüfsteine in Argentinien auszuprobieren.

In nur drei Wochen?

Eine Woche verbrachte ich in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland und sprach mit vielen Mitarbeiter*innen dort: Über Erfahrungen der letzten Jahre und ihre Ideen für die Arbeit des Chapters – stets auch mit der neugierigen Gegenfrage angeschlossen „Wie wird denn das in Argentinien gemacht?“. Auf diese Frage kann ich natürlich erst in drei Wochen antworten.

Am Freitag war mein letzter Tag im Wikimedia-Deutschland-Büro, am Samstag fliege ich für zwei Wochen zu WMAR. Hiermit möchte ich Wikimedia Deutschland gerne danken, mich für die eine Woche aufgenommen und mir wertvolle Einblicke in die Arbeit des Vereins gewährt zu haben. Nun bin ich gespannt auf die Zeit in Buenos Aires!

Letztendlich hoffe ich auch, dass mein kleines Projekt, das aus einem Chat entstand, auch als eine Art Exempel für weitere Wissenstransfers zwischen Chaptern sein kann. Ergebnisse werden im Anschluss hier im Blog und im Optimalfall auf der Wikimania in Hong Kong vorgestellt. ¡Hasta luego!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (17 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...