Archiv für die ‘Internationales’ Kategorie



Tutoría III: Neues aus Buenos Aires

Vielleicht erinnert sich mancher noch daran: im März war ich als Freiwilliger für zwei Wochen nach Buenos Aires gefahren, um einen Erfahrungsaustausch zwischen Wikimedia Deutschland und Wikimedia Argentinien zu initiieren. Gemeinsam hatten Osmar Valdebenito, Geschäftsführer von WMAR, und ich 18 Handlungsempfehlungen erarbeitet, die dem Chapter zur Professionalisierung den Weg weisen können.

Osmar Valdebenito, Geschäftsführer von Wikimedia Argentinien (von Niccolò Caranti, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Inzwischen sind gut fünf Monate seit meiner Abreise aus Buenos Aires vergangen. Zeit also zurückzublicken und zu schauen, was Wikimedia Argentinien in der Zwischenzeit gemacht hat. In einem langen Skype-Gespräch Mitte Juli und beim Treffen auf der Wikimania in Hongkong konnten Osmar und ich schauen, was seit März geschehen ist.

Osmar führte mir vor Augen, dass die alltägliche Aufgabenlast des Chapters derart hoch ist, dass kaum Zeit für darüber hinausgehende Aufgaben über bleibt. Zusätzlich seien die Anforderungen durch das Funds Dissemination Committee (FDC) nicht zu unterschätzen: die zahlreichen Berichte (Monats-, Quartals- und Jahresberichte) zu erstellen und die Maßgabe, zum 1. Oktober bereits den neuen Jahresplan für 2014 fertiggestellt zu haben, stellten das Chapter auf eine harte Probe. Auch fehle es an Zeit, all die spannenden, tollen und aufregenden Projekte, mit denen auch die Freiwilligen zu gewinnen seien, umzusetzen. Eine doch sehr nüchterne Einschätzung.

Doch zu meinen Handlungsempfehlungen: wir hatten gemeinsam 18 Empfehlungen aus drei Bereichen (Allgemeine Verwaltung & Strategie, Kommunikation und Freiwilligenarbeit) erarbeitet, jeweils in kurz- und mittel-/langfristige Maßnahme unterschieden.

Am weitesten vorangeschritten: Kommunikation

Wie ich bereits in meinem zweiten Blogbeitrag schrieb, stellte Wikimedia Argentinien kurz vor meiner Abreise eine zweite Mitarbeiterin ein: María Cruz übernahm in Teilzeit die Aufgaben einer Pressesprecherin und Kommunikationsbeauftragten (encargada de comunicaciones). Mithilfe von María konnte WMAR den eigenen Anspruch erfüllen, nun auch aktiv zu kommunizieren, beispielsweise zu laufenden und abgeschlossenen Projekten beständig Blogbeiträge zu veröffentlichen und damit über die eigene Arbeit zu informieren. Auch eine komplette Überarbeitung der Webseite war dringlich – diese konnte vor Anfang August veröffentlicht werden und genügt nun auch den Anforderungen an eine moderne Homepage. Inzwischen beschäftigt sich María mit der Entwicklung eines eigenen Corporate Designs und gleichzeitig mit der Frage, welche Informationsmaterialien für die Projektarbeit des Chapters benötigt werden. Auch eine Kontaktdatenbank von Journalisten ist derzeit im Entstehen. Osmar und ich konnten hier das Resumée ziehen: schon durchaus viel geschafft, aber es gibt noch immer genug zu tun!

Ernüchternde Umsetzungen

Im Bereich der Freiwilligenarbeit erklärte mir Osmar selbst, dass noch sehr viel zu tun sei. Von den Handlungsempfehlungen sind praktisch noch keine umgesetzt. Wieso? Wahrscheinlich deswegen, weil diese am meisten Kommunikation mit Freiwilligen erfordern. Im Bereich der Kommunikation selbt sind es dagegen Aufgaben, die vorrangig innerhalb der eigenen Geschäftsstelle erfüllt werden können.

Im Bereich der Verwaltung und Strategieentwicklung gibt es noch viel Entwicklungspotenzial. Einen gemeinsamen Google-Kalender für Vorstand und Mitarbeiter gibt es inzwischen. Es war angedacht, intern Projektfortschritte über ein Projektmanagementsystem (“Redmine”) festzuhalten, das bisher allerdings auf seine Einrichtung wartet. Auch eine Richtlinie für Interessenskonflikte – eine Anforderung seitens der Wikimedia Foundation – ist bisher nur im Anfangsstadium. Die Entwicklung eines Strategieplans bis 2016, der vielleicht wichtigste Teil, wurde – zu meinem Erstaunen – komplett gestrichen und das vor allem aus einem Grund: Zeitmangel. Wie auch bei Wikimedia Deutschland (und der Foundation und anderen vergleichbaren Organisationen) nimmt die Erstellung des Strategieplans extrem viel Zeit in Anspruch. Diese stand bisher einfach nicht zur Verfügung, so Osmar.

Danach war ich doch, ob der erreichten Fortschritte, sehr ernüchtert. Und fragte mich selbst: Hat meine Arbeit überhaupt etwas gebracht?

Oha: Teil der neuen Global South-Strategie

Asaf Bartov, Mitarbeiter der Wikimedia Foundation und Beauftragter für die Entwicklung der Wikimedia-Projekte im sog. Globalen Süden (von HPNadig, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Die Wikimania in Hong Kong war dann doch mein Retter und Beweis für die Sinnhaftigkeit meines Projektchens. Seit Jahren ist die Foundation versucht, die Wikimedia-Projekte, allen voran Wikipedia, in den Ländern des Globalen Südens voranzubringen. Die Projekte in Brasilien und Indien waren bisher von geringem Erfolg gekrönt. Aus diesem Grunde präsentierte Asaf Bartov, Head of Global South Relationships der Foundation, eine „New Global South Strategy“ (pdf). Wichtigstes Element der neuen Strategie: die Foundation engagiert sich nur noch in Ländern mit bereits vorhandenen Strukturen oder zumindest starken Projekt-Communitys.

Zu einem dieser ausgewählten Länder gehört auch Argentinien, in der Präsentation erschienen sogar bereits erste Maßnahmen. Osmar erklärte, wie das Gespräch zwischen Asaf und Wikimedia Argentinien lief: die Frage war „Wie können wir euch unterstützen, abgesehen von finanziellen Zuwendungen?“. Daraufhin antwortete Wikimedia Argentinien mit eben diesen Handlungsempfehlungen, die wir gemeinsam erarbeitet hatten. So wird die Foundation beispielsweise unterstützenden Berater („facilitator”) für die Erarbeitung des Strategieprozesses bereitstellen, so dass auch diese Empfehlung verwirklicht werden kann.

Dieser kleine Erfolg zeigt mir, dass meine Mühe zumindest nicht ganz umsonst gewesen ist.

Fazit: Es wurde nicht so viel erreicht, wie ich mir gewünscht hätte. Aber: das argentinische Chapter hat einen aus meiner Sicht guten Weg eingeschlagen, um auch weitere Schritte der gemeinsam entwickelten Handlungsempfehlungen erfolgreich umzusetzen. :)

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Chapters Dialogue beginnt!

Auf der Wikimania in Hong Kong waren unglaubliche viele Menschen des Wikiversums vertreten (von Qweaz, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Für das Kick-Off des Chapters Dialogue hätten wir – die Stabsstelle Internationales – uns keinen besseren Ort als die Wikimania 2013 in Hong Kong wünschen können: Zahlreiche Menschen der Wikimedia-Chapter aus aller Welt sowie Mitglieder der Wikimedia Foundation, des Boards of Trustees, des Funds Dissemination Committees (FDC) und des Affiliation Committees (AffCom) kamen zusammen, um fünf Tage lang das breite Themenspektrum des Wikimedia-Universums zu diskutieren. Die perfekte Gelegenheit für Nicole Ebber und Kira Krämer also, um mit möglichst vielen Leuten über unser neues Projekt „Chapters Dialogue“ zu sprechen. Für Kira bot sich sogar die Möglichkeit, bereits erste Interviews führen zu können.

Was ist Chapters Dialogue nochmal?

Bei dem Projekt Chapters Dialogue geht es darum, Bedürfnisse, Ziele und persönlichen Geschichten von allen Wikimedia-Chaptern und weiteren Organisationen strukturiert zu sammeln und auszuwerten, um ein gemeinsames Verständnis der momentanen Situation des Wikimedia-Universums zu schaffen. Und was könnte einen Dialog besser starten, als ein persönliches Gespräch? Hierfür gab es auf der Wikimania genügend Gelegenheiten.

Vorstellung des Projekts auf der Pre-Conference der Wikimania

Gestartet sind wir mit einer zweistündigen Session auf der sogenannten Pre-Conference, welche die zwei Tage vor der eigentlichen Konferenz stattfand: Nicole Ebber und Kira Krämer stellten das Projekt und die geplante Vorgehensweise vor, um anschließend die Diskussionsrunde zu eröffnen und Feedback von den Teilnehmern einzusammeln. Gerade bei den Fragen, die wir vorab auf Meta-Wiki veröffentlicht haben, gab es viel Diskussionsbedarf:

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Doch wir können davon lernen / Wie wir leben wollen*

Die Verbesserung der Erde, Foto: Niccolò Caranti, cc-by-sa 3.0

Im Jahr 2004 gründete sich Wikimedia Deutschland als erste nationale Ländervertretung der Wikimedia Foundation („Chapter”) außerhalb der USA. Seit der Gründung des Vereins sind zahlreiche weitere Chapter in der Welt dazugekommen – erst letzte Woche konnten wir mit Wikimedia Uruguay das 40. Chapter in der Wikimedia-Familie aufnehmen. Doch Chapter sind nicht mehr alleine – inzwischen sind auch thematische Organisationen und Nutzergruppen dazu gekommen. Das Wikimedia-Universum verstehen wir als großes Netzwerk von Organisationen, die miteinander arbeiten und Projekte voranbringen.

Für Wikimedia Deutschland ist die internationale Zusammenarbeit wichtiger denn je. Wir arbeiten im Interesse einer gemeinsamen Mission und mehrerer Online-Projekte, die nationale Grenzen nicht kennen. So sehen wir auch die Arbeit der Chapter: Grenzenlos und in beständiger Partnerschaft. Doch um unsere Zusammenarbeit verstärken zu können, sind wir der Ansicht, dass wir bisher viel zu wenig wissen. Was sind eigentlich Chapter? Wie arbeiten sie? Was bewegt sie? Wir teilen das gemeinsam Ziel, aber haben wir auch einen gemeinsam Weg dahin? Wie ist das Verhältnis zwischen Ländervertretung und Online-Community: Näher, enger, anders als in Deutschland? Wie können wir mehr voneinander lernen?

Unsere Idee: Chapters Dialogue

Kira Krämer, Expertin im Bereich Design Thinking & User Research,
Foto: Ralf Roletschek, cc-by-sa 3.0

Um an dieses Wissen zu gelangen, haben wir das Projekt Chapters Dialogue ins Leben gerufen. Damit wollen wir die Bedürfnisse, Ziele und persönlichen Geschichten von allen Chaptern und den Organisationen in der Wikimedia-Bewegung strukturiert sammeln und auswerten.

Für die nächsten sechs Monate unterstützt uns Kira Krämer, Expertin in den Bereichen Design Thinking & User Research. Zusammen werden wir das Projekt gestalten, umsetzen und evaluieren. Das Ziel des Chapters Dialogue ist es, einen Überblick über die Welt der Wikimedia Chapter und ihrer zahlreichen Stakeholder zu gewinnen.

 

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist ein „process framework”, das sich stark auf Kontext, Werte und Bedürfnisse des Nutzers fokussiert (Nutzer sind für uns in diesem Falle die Chapter). Der nutzerzentrierte Ansatz sieht es vor, eine Fragestellung erst aus allen Blickwinkeln zu beleuchten und zu verstehen, bevor man mit Überlegungen zu möglichen Lösungen anfängt. Das erlaubt es, ein tiefes Verständnis über alle Beteiligten und den komplexen Kontext zu erlangen. Design Thinking hat einen starken, sogenannten „iterativen” Charakter: Das heißt, dass der Arbeitsprozess im Verlauf des Projektes immer wieder angepasst werden kann. Damit können Fehler direkt korrigiert und Erkenntnisse gleich in die Tat umgesetzt werden.

Mit dem Feedback, das wir von den einzelnen Chaptern und weiteren Beteiligen (Wikimedia Foundation, Affiliations Committee, Funds Dissemination Committee, Wikimedia Chapters Association, lokale Communities) einsammeln, werden wir “iterativ” unser Vorgehen immer wieder anpassen, korrigieren, erweitern. Wir wollen das Projekt offen und transparent gestalten und laden alle Chapter und interessierten Personen ein, sich zu beteiligen.

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WMF-Wahlen 2013: Die Ergebnisse sind da!

Samuel Klein,
von Niccolò Caranti, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons

Phoebe Ayers,
von Ragesoss, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons

María Sefidari,
von Niccolò Caranti, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons

Am Montag verkündetete der Wahlausschuss der diesjährigen Wikimedia-Wahlen (wir berichteten) die Ergebnisse für die drei Wahlgänge – zu wählen waren drei Menschen für das höchste Aufsichtsgremium der Wikimedia Foundation, das Board of Trustees, zwei Menschen für den Spendenverteilungsausschuss (Funds Dissemination Committee) und eine Ombudsperson für den Spendenverteilungsauschuss. Hier sind die Ergebnisse:

Für das Board of Trustees wurden gewählt:

Für den Spendenverteilungsauschuss wurden gewählt:

Für die Position der Ombudsperson des Spendenverteilungsauschusses wurde gewählt:

Die Vorstellungen der Kandidierenden und die zahlreichen Fragen der Community mit den Antworten der Kandidieren sind auch weiterhin online. So könnt ihr euch jetzt und jederzeit darüber informieren, wie die einzelnen Kandidaten sich zu unterschiedlichen Themen positionieren.

Fazit

Der Wahlausschuss zieht insgesamt ein positives Fazit. Insbesondere die vereinfachte Wahlmethode (Ja/Nein/Enthaltung vs. Schulze-Methode bei der letzten Wahl) und die Nutzung von Wikimedia-Serven (im Gegensatz zu externen Servern bei der letzten Wahl) hätten die Organisation der Wahl vereinfacht. Dennoch musste die Wahl aufgrund von Komplikationen mit der Wahlsoftware um gut eine Woche verschoben werden.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Wahl die Vielfalt des globalen Wikiversums deutlich macht: Vier der sechs gewählten Personen sind Frauen, gleichzeitig sind die verschiedensten Communities stärker repräsentiert als zuvor. Erfreulich ist auch, dass viele der Gewählten in ihren lokalen Chaptern aktiv sind – das unterstreicht nochmal die hohe Bedeutung der Wikimedia-Ländervertretungen für das internationale Zusammenspiel.

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank!

Wir gratulieren allen ganz herzlich und freuen uns auf eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit! Aber auch die Kandidaten, die dieses Mal auf den hinteren Plätzen gelandet sind, gebührt ein Dankeschön für ihr Engagement, denn eine solche Kandidatur inklusive der Beantwortung der vielen Fragen macht viel Arbeit. Ganz besonderer Dank geht natürlich an den Wahlausschuss, welcher den ganzen Kraftakt ehrenamtlich gestemmt hat.

Wahlbeteiligung und Motivation

Die Wahlbeteiligung sank erheblich im Vergleich zur Wahl vor zwei Jahren. Damals stimmten etwa 3368 Personen mit, dieses Jahr wählten 1809 Menschen mit.

Ein großes Dankeschön geht an all die, die ihre Stimme abgegeben haben. Etwa 240 Menschen (die genauen Zahlen gibt das Wahlkomitee im Laufe der Woche bekannt) haben sich aus den deutschsprachigen Projekten an der Wahl beteiligt und damit gezeigt, dass ihnen die internationale Dimension der lokalen Arbeit sehr wohl bewusst und wichtig ist. Ich persönlich freue mich über jede einzelne abgegebene Stimme!

Wie war’s?

Mich würde nun interessieren, ob wir das Interesse mit der Übersetzung der Profile und Q&A sowie das häufige Trommeln für die Wahl auf unterschiedlichen Kanälen steigern oder zumindest wecken konnten. Erstmals haben wir in derartigem Umfang Texte übersetzt und der Community zur Verfügung gestellt.  War das nützlich? War das zu wenig? Wären andere Informationsformate besser? Sollten wir das bei solchen Anlässen wiederholen? Sind die Fragen und Antworten überhaupt informativ? Wir freuen über eure Rückmeldung, gerne per Mail an nicole.ebber@wikimedia.de oder oder (noch besser) auf der eigens dafür eingerichteten Wikipedia-Projektseite.

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Was scheren mich die Wikimedia-Marken- und Datenschutzrichtlinien?

tl;dr: Die Foundation bittet die Communities um Anregungen und Diskussion zur Überarbeitung der Markenrichtlinie und der Datenschutzrichtlinie.

Neben den Board- und FDC-Wahlen (wir berichteten) stehen gerade noch weitere Themen auf der internationalen Wikimedia-Agenda, die für die lokalen Communities von hoher Relevanz sind.

Die Wikimedia Foundation lädt die Communities ein, Kommentare und Anregungen zur Reform der Markenrecht- und Datenschutzrichtlinien abzugeben. Beide Diskussionsprozesse werden sich noch über Monate hinziehen: Zunächst wird allgemeiner Input gesammelt, dann werden die neuen Richtlinien entworfen und weiter diskutiert, bis man sich letztendlich auf eine hoffentlich für alle Beteiligten sinnvolle und positive Endfassung einigt. Einige erinnern sich vielleicht noch an den Diskussionsprozess zu den Nutzungsbedingungen aus dem Jahr 2011.

Markenrichtlinie

Die aktuelle Markenrichtlinie, die die Verwendung von Wikimedia-Wort- und Bildmarken regelt, wurde zuletzt im Jahr 2009 aktualisiert und soll nun gemeinsam mit interessierten Movement-Partnern und Communities überarbeitet werden. Ich zitiere hier aus der Übersetzung des WMF-Statements auf Meta:

Wikimedia-Logo

Die Wikimedia-Marken stehen für die hohe Qualität, Integrität und Offenheit der Projekte der Wikimedia-Bewegung und dienen zur Verhinderung irreführender, schädlicher und verwirrender Aktivitäten, die sich negativ auf unser Leitbild auswirken könnten. Die Wikimedia Foundation wahrt die Interessen der Community von Ehrenamtlichen, die täglich am Aufbau des guten Rufs mitarbeiten, für den die Marken stehen. Wir sind rechtlich verantwortlich dafür, durch unsere Leitlinien und Vorgehensweisen die Markenrechte zu bewahren und zu schützen. Gleichzeitig möchten wir es den Mitgliedern der Community so einfach wie möglich machen, die Marken zu nutzen, um unser Leitbild zu unterstützen.

Wir wollen daher eine Diskussion über eine Aktualisierung unserer Markenrichtlinie und markenbezogenen Vorgehensweisen führen. Uns interessiert eure Meinung dazu, wie unsere Marken für die Mitglieder der Community, Organisationen der Bewegung und Dritte zum Einsatz kommen sollten.

Geoff Brigham und Yana Wellinger (WMF-Justiziare) geben in ihrem Statement Einblick in die Dinge, die ihrer Meinung bisher gut laufen und strengen einige generelle Überlegungen zur Aktualisierung von Markenrichtlinie und markenbezogenen Vorgehensweisen an.

Am Ende bitten sie um Kommentare und Bedenken zu einer neuen, geänderten Markenrichtlinie und Vorgehensweisen. Interessierte können sich dabei an folgenden Fragen entlanghangeln, oder eigene Themen in die Diskussion einbringen: Weiterlesen »

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Eure Chance: Die WMF-Wahlen haben begonnen!

tl;dr: Die wichtigsten Wahlen in der Wikimedia-Universum haben begonnen. Alle Kandidierenden samt Fragen und Antworten (in deutscher Sprache!) sowie den Link zum Wahlinterface auf Meta.

Q&A with the board of the Wikimedia Foundation by Pierre-Selim via Wikimedia Commons, CC-BY-SA

Mit einer Woche Verzögerungen haben am Samstagmorgen die wichtigsten Wahlen im Wikimedia-Universum begonnen: Alle Mitglieder der Community sind dazu aufgerufen, drei Vertreter für das Board of Trustees und zwei neue Mitglieder für den Spendenverteilungssauschuss (FDC) plus eine Ombudsperson zu wählen. Der Wahlzeitraum geht bis zum 22. Juni 2013, die Ergebnisse sollen zwischen dem 25. und 28. Juni veröffentlicht werden.

In den vergangenen Jahren waren Interesse und Beteiligung der deutschsprachigen Communities an den Wahlen eher verhalten. Das ist schade, denn im Grunde wird hier eine tolle Möglichkeit verspielt, sich in die Gestaltung der Arbeit von Board und FDC und damit auch in die Entwicklung des Wikimedia-Universums aktiv einzubringen. Die deutschsprachigen Communities haben das begründete Bedürfnis, auf dem internationalen Wikimedia-Parkett mitzumischen. In unterschiedlichen Debatten gab es immer wieder Reibungspunkte und den Wunsch nach mehr Mitsprache und Mitwirkung. Gerade für eine der größten Communitys ist diese Wahl eine gute Chance, sich mehr Gehör für die eigenen Anliegen, Vorstellungen, Sorgen und Wünsche zu verschaffen.

Gibt es deutschsprachige Kandidierende?

Ja, gibt es!

Delphine Ménard (Benutzerin:Notafish), derzeit stellvertretende Vorsitzende von Wikimedia Deutschland, kandidiert für eine der beiden Plätze im Funds Dissemination Committee. Des Weiteren geben verschiedene Kandidierende an, dass sie zumindest grundlegende Sprachkenntnisse des Deutschen verfügen: Jeromy-Yu Chan (Yuyu), Samuel Klein (Sj), und Michel Aaij (Drmies).

Aber da ist ja alles auf Englisch!

Vieles ist auf Englisch, zugegeben. Dennoch haben wir – die Stabsstelle Internationales, zur Zeit bestehend aus Cornelius Kibelka, der mich als Werkstudent unterstützt, und mir – daran gearbeitet, viele der Seiten auch auf Deutsch zugänglich zu machen. Alle Vorstellungen der Kandidatinnen und Kandidaten sind ins Deutsche übersetzt worden. Des Weiteren haben wir zumindest einen Großteil der zahlreichen Fragen an die Kandidierenden samt Antworten übersetzt. Und natürlich ist das Wahl-Interface selbst auch auf Deutsch verfügbar.

Damit haben nun alle die Chance, sich auf Deutsch über ihre Wunschkandidaten zu informieren und sich aktiv an der Wahl zu beteiligen. Anschließend möchten wir dann gerne auswerten, ob dieses Vorgehen für euch als Wahlberechtigte hilfreich war und gemeinsam überlegen, für welche weiteren Anlässe solche umfassenden Übersetzungen sinnvoll sein können.

Ok, verstanden, aber wo ist denn jetzt der Wahllink?

Wahlen (Abbildung ähnlich); Bundesarchiv, Egon Steiner, CC-BY-SA via Wikimedia Commons.

Alle Links im Banner, die derzeit in allen Wikimedia-Wikis zu sehen sind, führen auf die deutschsprachige Meta-Seite zur Wahl. Von dort aus ist es nur ein Klick weiter zum Wahl-Interface.

Bin ich denn überhaupt stimmberechtigt?

Du kannst von jedem registrierten Benutzerkonto abstimmen, das du auf einem Wikimedia-Wiki besitzt. Du darfst nur einmal abstimmen, egal wie viele Accounts du hast. Du bist wahlberechtigt, wenn du:

  • nicht in mehr als einem Projekt gesperrt bist,

  • nicht im Projekt, von dem aus du wählst, gesperrt bist,

  • kein Bot bist,

  • in den Wikimedia-Wikis mindestens 300 Bearbeitungen vor dem 15. April 2013 getätigt hast (Bearbeitungen auf mehreren Wikis können zusammengefasst werden, wenn deine Konten in einem globalen Konto zusammengefasst sind),

  • und mindestens 20 Bearbeitungen zwischen dem 15. Dezember 2012 und dem 30. April 2013 getätigt hast.

Was macht das Board of Trustees?*

Das Board of Trustees, zu Deutsch in etwa mit „Kuratorium“ zu übersetzen, ist nach amerikanischem Stiftungsrecht das höchste Organ der Wikimedia Foundation und trifft alle maßgeblichen Entscheidungen über die Zukunft der Wikimedia-Projekte. In welche Richtung werden sich die Wikipedia, die Commons und ihre Schwesterprojekte sowie die gesamte Bewegung in Zukunft entwickeln? Welche Maßnahmen werden getroffen, um neue Autoren zu gewinnen? Welche technischen Neuerungen werden finanziell vorangetrieben? All diese Fragen und noch viele weitere beschäftigen die Mitglieder des Kuratoriums und sind auch für die lokalen Communities höchst interessant. Deswegen haben die Communities das Recht, ihre Vertreter in diesem Gremium selbst zu bestimmen (fünf der zehn Kuratoriumsmitglieder werden direkt durch die Community gewählt, von diesen stehen aktuell drei Plätze zur Wahl) und damit auch die Richtung vorzugeben, die sie für die Richtige halten.

Was macht das Funds Dissemination Committee?

Das Funds Dissemination Committee, zu Deutsch in etwa „Spendenverteilungsausschuss“, arbeitet eng mit dem Board of Trustees zusammen und legt diesem Vorschläge vor, in welcher Art und Weise die zur Verfügung stehenden Mittel verwendet und verteilt werden sollen. Jährlich durchlaufen viele Wikimedia Chapter – auch Wikimedia Deutschland – einen vom FDC koordinierten Prozess, um im Rahmen einer Förderung Gelder zugewiesen zu bekommen, mit denen lokale Projekte umgesetzt werden können. Das FDC überwacht des Weiteren regelmäßig die Verwendung der gewährten Mittel durch die Geldempfänger und sichert so einen verantwortungsvollen Umgang mit den Spendenmitteln der Wikimedia-Bewegung.

Was macht die Ombudsperson?

Die Ombudsperson – derzeit ist es mit Susana Morais eine Ombudsfrau – dient als Schlichterin zwischen den verschiedenen Beteiligten im Prozess des FDC, also zwischen Bewerberinnen, Empfängerinnen, dem Verteilungssauschuss selbst, dem Board of Trustees und den Mitarbeiterinnen der Foundation. Die Ombudsperson dokumentiert die Prozesse und nimmt jederzeit Kritiken und Beschwerben in Bezug auf den Verteilungsprozess an. Im letzten Jahr wurden die Ombudsperson bspw. bei zweiten Runden des Förderprozesses angerufen, nachdem die Bewerbungen von Wikimedia Hongkong und Wikimedia Tschechien keinen Erfolg hatten.

Und wenn ich noch andere Fragen habe?

Wenn du allgemeine Frage hast, kannst du diese jederzeit auf der Diskussionseite im Meta-Wiki (egal in welcher Sprache) stellen.

Wenn du technische Probleme hast, kannst du dem Wahlkommittee gerne direkt eine Mail schreiben (board-elections@wikimedia.org). Ralf Roletschek ist Mitglied im Wahlkommittee und beantwortet dir die Fragen gerne auch in deutscher Sprache.

Und natürlich stehe ich in der Stabsstelle Internationales (nicole.ebber@wikimedia.de) für Fragen und Anregungen ebenfalls gerne zur Verfügung. Mich interessiert besonders eure Rückmeldung zur erstmaligen Übersetzung der Q&A und ich bin neugierig, ob und wie ihr generell dem Geschehen rund um die Wahl folgt. Jedenfalls: Go vote! :)

 

* Einige der Texte stammen aus einer Mail von Thomas Planinger (WMAT), vielen Dank für die schöne Vorlage!

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Die Suche nach der neuen Geschäftsführung der Wikimedia Foundation hat begonnen

Die Suche beginnt!

Vor gut acht Wochen verkündete Sue Gardner, dass sich von ihrer Position als Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation zurückziehen wird. Damit beginnt eine Zeit der Veränderung bei der Stiftung, die alle Wikimedia-Projekte betreibt und unterstützt. Das Board of Trustees, höchstes Aufsichtsgremium der Stiftung, hat das sogenannte Transition-Team gebildet, bestehend aus einigen Boardmitgliedern, Mitarbeitern der Stiftung sowie Sue Gardner selbst. Dieses Team leitet die Suche und Einführung der neuen Geschäftsführung und sammelt gleichzeitig auch den Input aus den Communities.

Bereits am Wochenende hatte Jan-Bart de Vreede, Leiter des Transitions-Teams einen Entwurf der Stellenausschreibung auf Meta veröffentlicht und um Kommentare gebeten. Nun hat die Wikimedia Foundation die offizielle Jobausschreibung gestartet: Wikimedia Foundation: Executive Director. Die Suche wird von m/Oppenheim Associates betreut und begleitet, einem Unternehmen, das auf Personalvermittlung im NGO-Bereich spezialisiert ist

Die Vorsitzende des Board of Trustees, Kat Walsh, betont in einem ausführlichen Beitrag im Blog der Foundation, dass die Ausschreibung bewusst sehr frei und offen gehalten ist. Man sei nicht auf eine bestimmte Art von Person festgelegt. So könne es sein, dass diese aus den USA kommt – oder aus anderen Teilen der Welt; sie kann dem Wikimedia-Universum angehören – oder gerade die ersten Schritte auf’s Wiki-Parkett wagen; sie kann langjährige Führungserfahrungen in der Softwarentwicklung besitzen, oder im NGO-Bereich – alles ist möglich! Die Suche soll bis Oktober abgeschlossen sein – bis dahin steht Sue Gardner weiterhin an der Spitze der Foundation.

In ihrem Blogbeitrag bittet Kat darum, die Stellenanzeige möglichst weit und breit zu verteilen, um die Suche auch auf Kreise jenseits der gewohnten Filterbubbles auszudehnen: Nutzt eure manigfaltigen Online- und Offline-Kanäle und verbreitet diese Stellenausschreibung!

Weitere Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten

  • Im Meta-Wiki hat das Transition-Team eine Anlaufstelle eingerichtet, die nochmal alle Informationen aufführt und zeigt, wie und wo man sich in den Recruitment-Prozess einbringen kann.
  • Nach der ersten Sichtung der Bewerbungen wird es Vorstellungsgespräche mit dem Transition Team und den Mitarbeitern der oberen Managementebene der Foundation geben. Die Bewerber werden auch angehalten, die Communities kennenzulernen (sollten sie diese noch nicht kennen). Dazu mehr im weiteren Verlauf der Suche.
  • Sue Gardner hat Leitlinien für die Arbeit der Wikimedia Foundation erstellt. Diese sind aber bisher weiterhin ein Entwurf, auch hier wird um Mitarbeit gebeten, damit die neue Geschäftsführung eine Orientierungshilfe hat.
  • m/Oppenheim Associates freut sich über jede E-Mail an info@moppenheim.com, egal ob Vorschläge für Bewerber, Bewerbungen selbst, Informationen, etc.

Neben dem Feedbackkanal über die Meta-Seiten gibt es aktuell noch eine tolle Möglichkeit, sich in die Transition einzubringen: Vom 1. bis 15 Juni 2013 laufen die Wahlen für drei Community-Sitze im Board of Trustees. Das Board wird intensiv in die Suche eingebunden sein und zusammen mit dem Transition-Team die Einführung der neuen Geschäftsführung begleiten. Ihr könnt die Kandidierende zu ihren Vorstellungen der neuen Geschäftsführung befragen und ihnen bei Gefallen eure Stimme geben!

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Jahresbericht des Affiliations Committee

Das Affiliations Committee (kurz AffCom) – ins Deutsche etwa mit „Arbeitsgruppe für Wikimedia-zugehörigen Gruppen und Organisationen“ zu übersetzen – ist eines der wichtigsten Gremien im Wikimedia-Universum. Die Arbeitsgruppe wurde 2006 gegründet, damals noch als “Chapters Committee”. Das AffCom begleitet Chapter und weitere Wikimedia-Gruppen auf ihrem Weg zur offiziellen Anerkennung durch die Wikimedia Foundation. Am Ende des Bewerbungsprozesses spricht es Empfehlungen an das Board of Trustees, dem Aufsichtsgremium der Wikimedia Foundation, hinsichtlich dieser Anerkennung aus.

Wie alle ehrenamtlichen Gremien im Wikimedia-Universium muss auch das Affiliations Committee einen jährlichen Bericht über die seine Arbeit veröffentlichen. Bence Damokos, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, veröffentlichte nun den Bericht für das Jahr 2012 und zeigt, wie umfangreich aber auch wichtig ihre Arbeit ist. Der Bericht ist nachfolgend in Kürze zusammengefasst, die Langversion gibt es auf Meta und auch in deutscher Übersetzung zu lesen.

Neue Organisationsmodelle mit Hindernissen

Im Jahr 2012 gab es eine gewichtige Änderung im Verhältnis zwischen der Wikimedia Foundation in San Francisco und den weltweit vertretenen Chaptern: Zusätzlich zu dem Konzept der Ländervertretungen – Wikimedia Deutschland war bei Gründung 2004 die erste dieser Art – schuf das Board of Trustees die Möglichkeit für sogenannte thematische Organisation oder Nutzergruppen, sich ebenfalls offiziell anerkennen zu lassen. Diese beiden Konzepte haben vor allem den Vorteil, dass sie nicht derart strenge Bedingungen und Auflagen wie die Ländervertretungen erfüllen müssen. Das Affiliations Committee hatte im vergangenen Jahr vor allem mit der Einführung dieser beiden Konzepte zu tun. Problematisch erwies sich vor allem, dass die Wikimedia Foundation parallel mit der Einführung noch nicht über eine Namenskonvention für diese neuen Modelle entschieden hatte. Die Nutzung der Wikimedia-Marken verlangt stets eine Genehmigung durch die Foundation; dies führte dazu, dass sich der Anerkennungsprozess bereits im letzten erheblich in die Länge zog.

Eine weitere Neuerung ist ebenso wichtig für das Committee: Erstmals verfügen die zehn Mitglieder über ein eigenes Budget, um Reisekosten zu decken und an Gruppen, die anerkannt werden wollen, eine Anschubfinanzierung vergeben zu können. Dafür wählte die Gruppe mit María Sefidari auch eine eigene Schatzmeisterin.

Größtes Problem: Die Inaktivität der Mitglieder

Neben diesen beiden Neuerung beschreibt die Arbeitsgruppe in ihrem Jahresbericht auch die zahlreiche Probleme und Herausforderungen, mit denen die Ehrenamtlichen zu kämpfen hatten: Nur ein Bruchteil der zehn Mitglieder der Arbeitsgruppen war konstant aktiv, obwohl die Arbeit für das Wikimedia-Universum sehr wichtig ist und viel davon abhängt. Die Folge war, dass sehr viel Arbeit auf sehr wenige Mitglieder verteilt werden musste – was zu weiterer Demotivation, Erschöpfung und gar Burn-Out führte.
Um die Aktivität einzelner Mitglieder zu erhöhen bzw. deren Abwahl zu erleichtern, beschloss das Board of Trustees mittels einer Ergänzung der AffCom-Satzung unter anderem Amtszeiten einzuführen. Die Arbeitsgruppe selbst entschied sich zudem, Minimalstandards für die Aktivität der Mitglieder einzurichten. Im März schieden dann – aufgrund der neuen Satzungsergänzung – fünf der zehn Mitglieder aus, fünf neue kamen hinzu. Das Committee hofft nun, dass dieses Problem 2013 nicht mehr derart gravierend sein wird.

Blick in die Zukunft

Was bleibt nach dem Bericht? Mehr denn je wird deutlich, wie wichtig die Arbeit des Affiliations Committee ist – viele Wikimedianerinnen und Wikimedianer möchten sich organisieren, um ihre Arbeit besser zu fördern und zu bewerben und gleichzeitig neue Menschen für die Projekte zu gewinnen. Auf diesem Weg zur Institutionalisierung ist das Affiliations Committee das wichtigste Gremium, das mit Rat und Tat zur Seite steht. Das Committee selbst wünscht sich dabei in Zukunft auch proaktiv handeln zu können, um auf Gruppen in Ländern zugehen zu können und sie bei ihrer Institutionalisierung zu unterstützen.

Mitmachen!

Mit der Münchner Nutzergruppe (vorläufig unter dem Namen Wikimedia Stammtisch München) befindet sich übrigens auch eine Gruppe aus der deutschsprachigen Community im Bewerbungsprozess. Neben der Gründung eigener Nutzergruppen oder thematischen Organisationen kannst du dich auch an der Arbeit des AffCom beteiligen. So werden stets Übersetzer_innen gesucht, du kannst die Gründung neuer Gruppen begleiten und dem AffCom Feedback für seine Arbeit geben. Außerdem steht Ende 2013 die nächste Wahl an. Wenn du mit Interesse das Wachstum des Wikiversums verfolgst, Erfahrungen in der Communityarbeit hast, dir interkulturelle Kommunikation Spaß macht und du auch vor bürokratischen Aufgaben wie dem Prüfen von Satzungen und allgemeiner Verwaltung nicht zurückschreckst, dann bewirb dich für das Affiliations Committee! Ein Datum steht noch nicht fest, aber Interessierte können sich per Eintrag auf der Diskussionsseite benachrichtigen lassen.

Außerdem haben wir gerade die Projektseite Affiliations Committee in der deutschsprachigen Wikipedia angelegt, auf der wir zunächst Basisinformationen zum Affiliations Committee und den zugehörigen Organisationen weiterführende Links sammeln. Die Seite kann als erste Anlaufstelle dienen, hier können gerne Fragen auf Deutsch gestellt werden, die wir dann ans AffCom weitergeben. Außerdem werden wir dort Ende des Jahres die Wahl der neuen Mitglieder begleiten. 

Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung und stelle den Kontakt zu entsprechenden Ansprechpartner_innen im internationalen Wikimedia-Universum her.

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Community wählt höchstes Gremium des Wikimedia-Universums: Board of Trustees der Wikimedia Foundation

tl;dr: Vom 1. bis 15. Juni 2013 wählt die Community drei Mitglieder des Board of Trustees sowie zwei Mitglieder und die Ombudsperson des Funds Dissemination Committee (FDC) der Wikimedia Foundation. Alle Informationen zur Wahl gibt es im Meta-Wiki: WMF-Wahlen 2013.

Q&A with the board of the Wikimedia Foundation by Pierre-Selim, on Flickr, CC-BY-SA

Das Board of Trustees ist das oberste Entscheidungsgremium der Wikimedia Foundation und besteht aus zehn ehrenamtlichen Mitgliedern. Vier Mitglieder werden vom Board selber ernannt, zwei Sitze werden von den Wikimedia Chaptern besetzt, den Communitygründer-Sitz hält Jimmy Wales, und drei Mitglieder werden alle zwei Jahre von der der Wikimedia-Community gewählt.

Um genau diese drei Community-Sitze geht es in diesem Jahr: Zur Zeit sind sie durch Ting Chen, Kat Walsh und Samuel Klein besetzt. Ting hatte bereits angekündigt, nicht erneut zu kandidieren, es wird also mindestens ein neues Mitglied geben. Für eine Amtsperiode von zwei Jahren werden nun geeignete Kandidierende aus den Reihen der Wikimedia-Communitys gesucht.

Bei einem Blick in das umfangreiche Handbuch zum Board of Trustees wird schnell deutlich, wie wichtig das Gremium nicht nur für die Wikimedia Foundation selbst, sondern auch für das gesamte Wikimedia-Universum ist. Das Board of Trustees ist entscheidend und federführend beim Anstoßen und Ausarbeiten neuer Strategien, das Board ist rechtlich verantwortlich für das Handeln der Stiftung, entscheidet über personelle Besetzungen und trägt die Vision und Mission der Wikimedia Foundation nach außen.

Board-Mitglieder sind eingebunden in die Suche nach der neuen Geschäftsführung und können später auch die Entwicklung dieser Position entscheiden mitprägen. Außerdem wird die Foundation in den nächsten Monaten den Strategieprozess neu aufrollen (der alte 5-Jahresplan ist bald überholt), auch hier ist die Beteiligung der Mitglieder gefragt.

Mit der diesjährigen Wahl bietet sich für die Communitys nun wieder die Chance zur aktiven Mitgestaltung der Wikimedia-Zukunft.

Wie kann ich mich beteiligen?

Die Beteiligungsmöglichkeiten für die deutschsprachige Community am Wahlprozedere sind vielfältig:

  • Eigene Kandidatur (Informationen für Kandidierende)
  • Bekanntmachung der anstehenden Wahlen in den lokalen Projektcommunitys
  • Aufstellung und Unterstützung eines Kandidierenden aus den deutschsprachigen Communitys
  • Unterstützung eines Kandidierenden aus dem internationalen Wikimedia-Universum, mit der oder dem sich die deutschsprachigen Communitys gut identifizieren können
  • Befragung der Kandidierenden zu ihren Vorstellungen und Schwerpunkten in der Arbeit im Board (auch auf deutsch möglich)
  • Wahl eures Lieblingskandidaten oder -kandidatin (Wahlberechtigung checken!)
  • Feedback und Diskussion zu Wahlmethode und Wahlprozess
  • Mithilfe bei Übersetzungen

Wikimedia Deutschand unterstützt gerne Kandidaturen aus den deutschsprachigen Communitys!

Warum soll ich mich überhaupt an der Wahl beteiligen?

In den vergangenen Jahren waren Interesse und Beteiligung der deutschsprachigen Communitys an den Wahlen eher verhalten. Das ist schade, denn im Grunde wird hier eine tolle Möglichkeit verspielt, sich in die Gestaltung der Arbeit des Boards und damit auch in die Entwicklung der Wikimedia Foundation aktiv einzubringen. Die deutschsprachigen Communitys haben das begründete Bedürfnis, auf dem internationalen Wikimedia-Parkett mitzumischen. In unterschiedlichen Debatten gab es immer wieder Reibungspunkte und den Wunsch nach mehr Mitsprache und Mitwirkung. Gerade für eine der größten Communitys ist diese Wahl eine gute Chance, sich mehr Gehör für die eigenen Anliegen, Vorstellungen, Sorgen und Wünsche zu verschaffen.

Mit Alice Wiegand, die einen der Chapter-gewählten Sitze inne hat, haben wir bereits ein Mitglied aus Deutschland dabei. Um genauer über die Arbeit des Gremiums zu informieren und zu erklären, was es eigentlich macht, bietet Alice an unserem offenen Sonntag in der Berliner Geschäftsstelle eine Session an.

Alice hat es in ihrem Blogbeitrag Zeit der Veränderungen bei der Wikimedia Foundation schön beschrieben:

Eine Menge Bewegung steht uns also bevor. Eine Zeit der Veränderungen, die hohe Anforderungen an ein selbstbewusstes, verantwortungsvolles und aktives Board stellt. Ein spannendes Jahr.

Welches Boardmitglied passt zu mir?

Die Wahl läuft nach dem Prinzip „Wahl durch Zustimmung mit Enthaltung“. Das heißt, die drei Kandidaten oder die Kandidatinnen mit dem bestem Verhältnis von Ja- zu Nein-Stimmen werden gewählt. Um herauszufinden, welcher Kandidierende am ehesten eure Positonen in die Boardarbeit einbringen kann, könnt ihr diese mit unendlich vielen Fragen löchern. Ergiebiger wäre hier aber möglicherweise ein gemeinsam entwickelter Fragenkatalog – in etwa vergleichbar mit den Wahlprüfsteinen, die wir zu Landtags- oder Bundestagswahlen gemeinsam mit euch erstellen.

Wenn ihr diese Idee aufgreifen möchtet, unterstützen wir euch gerne, z. B. mit Reisekostenübernahmen für potentielle Koordinierungstreffen oder beratend mit unseren Erfahrungen aus den Wahlprüfsteinen.

Der Zeitplan

Der Plan für die Wahlen ist wie folgt:

  • 24. April – 17. Mai 2013: Nominierung der Kandidierenden
  • 01.-15. Juni 2013: Wahlen
  • 16.-18. Juni 2013: Prüfung der abgegeben Stimmen
  • 18.-22. Juni 2013: Bekanntgabe der Wahlergebnisse

Weitere Informationen zur Board-Wahl

Ein Wahlkomitee aus fünf Ehrenamtlichen ist für den geregelten Ablauf der Wahlen zuständig. Mit Ralf Roletschek haben wir in diesem Jahr auch ein Mitglied der deutschsprachigen Communitys dabei.

Alle Informationen zur Wahl findet ihr auf der Meta-Seite Boardwahlen/2013. Für Fragen rund um die Wahl stehe ich euch gerne unter nicole.ebber@wikimedia.de zur Verfügung.

Und noch eine Wahl: FDC-Mitglieder gesucht!

FDC meeting, Milan, April 2013; by Mike Peel CC-BY-SA-2.5, via Wikimedia Commons

Für das Funds Dissemination Committee (FDC), der Ausschuss zur Verteilung der Wikimedia-Gelder, finden zur gleichen Zeit ebenfalls Wahlen statt. Es kommen zu den sieben konstituierenden Mitgliedern jetzt zwei zusätzliche, von der Community gewählte Ausschussmitglieder dazu. Beide werden eine Amtszeit von zwei Jahren haben.

Ebenso wird es eine Wahl für die Ombundsperson des FDC geben. Diese Person nimmt unter anderem Kritik an der Arbeit des Ausschusses entgegen und erstellt jährlich einen Bericht über das FDC. Die Ombudsperson wird ebenso eine zweijährige Amtszeit haben.

Insofern: Es stehen wichtigen Wahlen an, für die ihr nicht nur kandidieren, sondern euch auch einbringen und mitmischen könnt. Nutzt die Chance und vor allem: Go vote!

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Jedem Zauber wohnt ein Anfang inne: Bericht vom Brüsseler Kick-off

Graphic Thinking. Foto: Lilli Iliev, CC-BY-SA

Wie beginnt man etwas, wofür es keinerlei Vorbild gibt? Wie findet man Zutrauen für eine Sache, die skeptische Beobachter als “zu ambitioniert” betrachten? Wie wird man Teil einer Gemeinschaft, die niemals geschlossen, sondern immer zugangsoffen und transparent sein soll?

Die Grundvoraussetzungen des Projekts “Roadmap nach Brüssel”, von dem ich hier erstmals im März berichtete, unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht so sehr von den Startbedingungen der Wikipedia 2001. Auch damals hätte es niemand für möglich gehalten, dass eine einfache Internet-Plattform zu einem international anerkannten Umschlagplatz des Wissens werden könnte.

Heute, über eine Dekade später, ist deshalb die Frage legitim: Wieso sollte es nicht auch möglich sein, dieser sozialen Bewegung auch einen politischen Arm zu verleihen, der die europäische Gesetzgebung auf ihre möglichen Restriktionen für Freies Wissen abtastet und – wann immer nötig – auf den Plan tritt?

Das Vorhaben klingt nicht nur ambitioniert, es ist es auch. Denn die Zeit hat das Wikimedia-Universum komplexer gemacht, in unterschiedliche Rollen, Territorien und Interessensgebiete auseinandergefaltet, ein unübersichtliches Gewimmel erzeugt, das für jedes (auch abseitige) Thema eine eigene Seite oder gar eine Mailing-Liste bereithält. Let’s face it: Wir sind ein riesiges Netzwerk, das gerne kommuniziert. Zuweilen etwas zu viel mit sich selbst, aber immer auch mit der Gewähr auf spannende Ideen.

Vor diesem Hintergrund erschien es uns nur konsequent, Wikimedianer zu einem direkten Gespräch am 6./7. April nach Brüssel zu laden, um intensiv über die Struktur und Arbeitsweise einer künftigen Arbeitsgruppe zu sprechen, die Freiem Wissen gegenüber der EU eine Stimme verleiht. Der Grundgedanke ist beileibe nicht neu und hat bei diversen Wikimania-Konferenzen schon eine Rolle gespielt, sich bislang allerdings nie in eine nachhaltige Struktur übersetzt.

Einen ersten Anlauf in Brüssel dazu gab es bereits im Juli 2009, der leider weitgehend folgenlos blieb. Umso mehr freut es uns, dass neben Vertretern aus Belgien, Niederlande, Italien, Estland, Bulgarien, Frankreich und Deutschland mit Lyzzy und Lodewijk eben auch zwei äußerst engagierte Wikimedianer einfanden, die seit Jahren für das Thema werben. Eine von WMDE beauftragte Studie half zudem dabei, bereits im Vorfeld die möglichen Anknüpfungspunkte für die EU-Gesetzgebung zu identifizieren und unterschiedliche Handlungsoptionen zu erörtern.

Wie das umfassende Protokoll (Danke, Lilli!) zeigt, ist es schwierig, den gesamten Diskussionsverlauf pointiert wiederzugeben. Angeleitet von der grandiosen Anna Lena Schiller hatten wir uns eben sehr viel vorgenommen. Es ist aber sehr wohl möglich, die drei wichtigsten Richtungsentscheidungen festzuhalten:

  • Die Gruppe wird in einem ersten Schritt das Monitoring laufender EU-Initiativen zu verbessern helfen und den Wikimedia-Verbund regelmäßig mit Informationen versorgen. Dabei hilft uns die professionelle NGO-Arbeit von “European Digital Rights” sowie eine eigene Kontaktperson vor Ort, die v.a. mit der Pflege der Meta-Seite, des Kalenders sowie der Wahrnehmung von lokalen Terminen betraut werden soll.

  • Neben der eher reaktiven Tätigkeit soll es in einem zweiten Schritt darum gehen, gegenüber der EU-Gesetzesgeberungsmaschine bereits 2014 (Neuwahl des EU-Parlaments sowie Einsetzung neuer Kommissare) den Handlungsbedarf bei urheberrechtspolitischen Themen zu verdeutlichen, die eng mit der Erschaffung und Verbreitung Freien Wissens verknüpft sind: Panoramafreiheit, Staatliche Werke und Verwaiste Werke. Hinsichtlich dieser drei Kernthemen gibt für jede/n Interessierte/n die Möglichkeit, sich an einer “Task Force” zu beteiligen, die Ideen sammelt und entsprechend verschriftlicht. Informationshub ist auch hier die Meta-Seite.

  • Ein solches “Liquid Lobbying” (TM) kommt natürlich nicht ohne die Unterstützung von europäischen Chaptern oder der Wikimedia Foundation aus. Deshalb werden wir in den nächsten Monaten auch noch einige Anstrengungen unternehmen, um für das Vorhaben zu werben. Dass dies nötig sein wird, hat uns die Mailänder Chapter-Konferenz gezeigt, bei der das Projekt zwar auf viel Neugier, aber auch einige Skepsis aufgrund knapper Ressourcen stieß.

Mir persönlich gibt ein Satz Hoffnung, den Stephen LaPorte (WMF) in Mailand äußerte: “We have no choice than getting engaged.” Auch Kat Walsh vom Board of Trustees signalisierte, dass es auf Seiten von Creative Commons ebenfalls großes Interesse am Aufbau einer solcher Arbeitsgruppe gibt. Die Vernetzung mit anderen “like-minded” Akteuren wird eben auch ein Weg sein, um effektiver arbeiten zu können.

Indes: Nicht jede Beteiligung an der EU-Policy-Group muss unweigerlich in “Arbeit” ausarten  – auch kurze Hinweise auf relevante Ereignisse innnerhalb und außerhalb des Movements, interessante Texte, Tweets und selbst Gerüchte helfen dabei, den Informationsaustausch über Ländergrenzen hinweg zu intensivieren. Um unkompliziert mit der Gruppe in Kontakt zu treten, haben wir auf der Meta-Seite eine Art Briefkasten eingerichtet, mit dem man entweder direkt an uns herantreten oder einfach etwas hinterlassen kann. Eine offizielle Schneckenpostfachadresse (etwa für EU-Aussendungen oder Einladungen anderer Akteure) wird es dann hoffentlich auch irgendwann geben.

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