Archiv für die ‘Geschäftsstelle’ Kategorie



Wikimedia-Foren zum Jahresplan

Ein spannendes Jahr in der Entwicklung von Wikimedia Deutschland geht allmählich in die Endrunde, und damit hat auch die heiße Phase der Planung für das kommende Jahr begonnen. Wie schon im letzten Jahr laden wir alle Interessierten herzlich dazu ein, sich in diesen Prozess aktiv einzumischen.

Vor einem Jahr haben wir die Jahresplanung des Vereins zum ersten Mal in einem öffentlichen, partizipativen Prozess gemeinsam mit den Mitgliedern erarbeitet, sowohl online als auch vor Ort in den größten deutschen Städten. Das Ergebnis war der Wirtschaftsplan 2012, der im November 2011 durch die Mitgliederversammlung beschlossen wurde und derzeit umgesetzt wird.

Die Erfahrungen aus diesem spannenden und herausfordernden Prozess spielen eine wesentliche Rolle bei der nun laufenden Jahresplanung für 2013. Zu den Dingen, die sich besonders bewährt haben und die wir fortführen wollten gehört die öffentliche Vorstellung und Diskussion des Entwurfs der Jahresplanung. In fünf deutschen Ballungsgebieten laden wir vom 23. bis zum 28. September 2012 zum “Wikimedia-Forum” ein, um gemeinsam den Entwurf des Jahresplan 2013 bereits im Vorfeld zur Mitgliederversammlung im November 2012 zu diskutieren, sowie Anregungen, Änderungsvorschläge und Ideen zu sammeln, die in die Erarbeitung des endgültigen Entwurfs eingehen werden.

Um sich vorab informieren zu können, wird der Entwurf des Jahresplans 2013 vor der Veranstaltung online veröffentlicht. Die Details hierzu folgen in wenigen Tagen.

Update: Der Plan ist online!

Mitdiskutieren erwünscht!

An fünf Orten über ganz Deutschland verteilt werden jeweils der Vorstand Pavel Richter, Vertreter des Präsidiums und Mitarbeiter der Berliner Geschäftsstelle anwesend sein.

In Hamburg findet das Wikimedia-Forum am Sonntag, den 23. September statt.
Ort: Intercity-Hotel, Paul-Nevermann-Platz 17, 22765 Hamburg, Nähe Bahnhof Altona
Zeit: 17:00-19:00 Uhr

In Frankfurt/Main findet das Wikimedia-Forum am Montag, den 24. September statt .
Ort: COSMOPOLITAN im Hauptbahnhof,
Zeit: 19:30-21:30 Uhr

In Köln findet das Wikimedia-Forum am Dienstag den 25. September statt.
Ort: Seminarraum der Jugendherberge Deutz, Siegesstr. 5, 50679 Köln, Gegenüber Bahnhof Köln Deutz/Messe,
Zeit: 19:00 – 21:00 Uhr.

In München findet das Wikimedia-Forum am Mittwoch den 26. September statt.
Ort: NH-Hotel Deutsche Kaiser, Arnulfstrasse 2. D-80335 München
Zeit: 18:00-20:00 Uhr

In Berlin fndet das Wikimedia-Forum am Donnerstag den 27. September statt.
Ort: Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland, Obentrautstr. 72, 10963 Berlin statt.
Zeit: 19:00-21:00 Uhr.

Bei Teilnahme würden wir uns über eine Mitteilung an community@wikimedia.de sehr freuen, damit wir den Bedarf an Plätzen und Bewirtung abschätzen können!

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Anja Jentzsch joins the Wikidata team

(Die deutsche Version dieses Eintrags ist hier.)

The Wikidata team has a new member. We’re thrilled to have Anja Jentzsch join the team as a software engineer. She will focus on quality assurance and the deployment process. This means she will will focus the team on quality and help with everything that is needed to get Wikidata up and running.

Anja, what brought you to Wikidata?

Having worked on DBpedia and the Web of Data since 2008, I am very interested in Wikidata as the new structured data hub on the Web. In 2011 I attended the Wikimedia Data Summit to discuss (together with the Wikimedia Foundation, Freebase and possible sponsors) the possibility of a data wiki for Wikipedia. This later lead to Wikidata. The last project I was working on ended and I am more than excited to join the Wikidata team.

You’re also active in DBpedia. Can you tell us a bit about that?

DBpedia is the Linked Data version of Wikipedia and was one of the first data sets on the Web of Data. It is being published since 2008 by Freie Universität Berlin and Universität Leipzig in cooperation with OpenLink Software. What it basically does is take information out of the Wikipedia articles and publishes it as structured data for third parties to work with. By now there is a huge coverage of mappings from Wikipedia templates to the DBpedia ontology for 24 Wikipedias.

(For more information about the relation between DBpedia and Wikidata see these notes.)

What will be your task in the Wikidata project?

I am one of the software developers and am mainly responsible for quality assurance and release management. So my main tasks will be to improve the overall test coverage and process as well as pushing the three Wikidata deployment phases forward.

What are you looking forward to most for when Wikidata is finished?

I am looking forward to the reception of Wikidata amongst Wikipedia editors. I am excited about all the data-driven projects and tools that will be possible. But I am even more excited about the possibilities of improving the editing process and data consumption in Wikipedia.

Welcome, Anja!

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Anja Jentzsch kommt zum Wikidata Team

Das Wikidata Team hat ein neues Mitglied. Wir freuen uns riesig, dass Anja Jentzsch das Team als Software Entwicklerin unterstützt. Sie wird sich auf Qualitätssicherung und die Inbetriebnahme von Wikidata konzentrieren. Das heißt sie wird die Aufmerksamkeit des Teams auf Qualität lenken und wird mit allem helfen das nötig ist um Wikidata aufzusetzen und zum Laufen zu bringen.

Anja, was bringt dich zu Wikidata?

Da ich seit 2008 an DBpedia und dem Web of Data arbeite, bin ich natürlich sehr an Wikidata interessiert als neues Drehkreuz für strukturierte Daten im Netz. 2011 habe ich am Wikimedia Data Summit teilgenommen um (zusammen mit der Wikimedia Foundation, Freebase und potenziellen Sponsoren) die Möglichkeit eines Datenwikis für Wikipedia zu diskutieren. Dies führte später zu Wikidata. Da mein letztes Projekt endete bin ich begeistert jetzt Teil des Wikidata Teams zu sein.

Du bist auch bei DBpedia aktiv. Kannst du uns ein wenig mehr dazu erzählen?

DBpedia ist die Linked Data Version von Wikipedia und war eines der ersten Datensätze im Web of Data. Es wird seit 2008 von der Freien Universität Berlin und der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit OpenLink Software veröffentlicht. Was es macht, ist im Prinzip Informationen aus Wikipedia Artikeln ziehen und diese als strukturierte Daten für Dritte zur Nutzung zu veröffentlichen. Mittlerweile ist die Abdeckung sehr gut mit einer Zuordnung von Wikipedia Vorlagen zur DBpedias Ontologie für 24 Wikipedien.

(Mehr Informationen zur Beziehung von DBpedia und Wikidata gibt es hier.)

Was ist deine Aufgabe im Wikidata Projekt?

Ich bin eine der Software Entwicklerinnen und hauptsächlich verantwortlich für Qualitätssicherung und Releasemanagement. Meine Hauptaufgabe wird es also sein, die Testabdeckung und -prozesse zu verbessern und die drei Wikidata Veröffentlichungsphasen voranzutreiben.

Worauf freust du dich am meisten wenn Wikidata fertig ist?

Ich freue mich darauf zu sehen wie Wikidata von den Wikipedianern angenommen wird. Ich bin begeistert von den datenbasierten Projekten und Werkzeugen die dann möglich sein werden. Aber ich freue mich noch mehr über all die Möglichkeiten wie das Editieren und die Datennutzung in Wikipedia verbessert werden können.

Willkommen, Anja!

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Ein Monat im Stadtmuseum

Seit fast einem Monat bin ich als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Wie angekündigt berichte ich nun an dieser Stelle über die ersten vier Wochen meiner Residency.

In den ersten 14 Tagen standen zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitern und die Besichtigung der diversen Sammlungen auf dem Programm. Schließlich wollte ich möglichst schnell die Arbeit der Stiftung Stadtmuseum Berlin kennenlernen, um einerseits interne Projekte entwickeln und vorschlagen zu können, andererseits Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit mit der Wikimedia-Community zu finden. Hier steht eine erste Kooperation bereits in den Startlöchern: Die auch sonst sehr aktive Redaktion Biologie hat Interesse an Fotos von den in der Naturwissenschaftlichen Sammlung aufbewahrten Vogeleiern und -präparaten geäußert. Nächste Woche schon besucht ein Wikipedia-Benutzer die Sammlung, gemeinsam mit dem zuständigen Mitarbeiter werden wir anschließend besprechen, welche Möglichkeiten es gibt. Einige ähnliche Ideen sind noch im Werden, weitere Vorschläge und Anfragen sind jederzeit willkommen.

Schon bald nach meinem Einführungsvortrag, den ich aufgrund der großen Nachfrage zwei Wochen später wiederholte, haben auch die Autorenschulungen für die Mitarbeiter begonnen. In kleinen Gruppen führe ich die Wissenschaftler aus den Sammlungen in die ihnen großteils noch unbekannte Welt hinter den Kulissen der Wikipedia ein. In Zukunft sollen sie selbst Inhalte ergänzen und Artikel verfassen, um so nach und nach das in den Depots der Stiftung Stadtmuseum Berlin gesammelte Wissen dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erstes Ergebnis dieser Bemühungen sind die Artikel zum Kalmarsund-Sandstein und zur Dresdner Pappe, viele weitere werden im Lauf der nächsten Monate folgen.

Das nächste Großprojekt auf meinem Kalender ist zurzeit der Stand zur Langen Nacht der Museen am 25. August. Im Ephraim-Palais können sich die Besucher dann nicht nur interessantes über 75 berühmte und 700 (noch) nicht berühmte Berliner erfahren, sondern sich auch über die Wikipedia, ihre Schwesterprojekte und meine Tätigkeit im Stadtmuseum informieren. Im September soll dann die Wikipedia-Community die Gelegenheit zu einem exklusiven Museumsbesuch haben: Im Rahmen des Berliner Wikipedia-Stammtischs wird es eine besondere Führung durch eines der Häuser geben, anschließend besteht die Möglichkeit, mit Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Sobald der Termin feststeht, wird er selbstverständlich auch an dieser Stelle bekanntgegeben.

Als erstes Zwischenfazit kann ich sagen, dass die Arbeit viel Freude bereitet, es aber – wie überall im GLAM-Bereich – zu konkreten Ergebnissen ein weiter Weg ist. Während in der Wikipedia jede Artikelbearbeitung, jeder Diskussionsbeitrag, jedes hochgeladene Foto sofort sichtbar ist, folgen in einer Institution wie der Stiftung Stadtmuseum Berlin auf eine Idee zunächst interne Gespräche, Abwägungen und Entscheidungen. Für letztere müssen zahlreiche Interessen und alle denkbaren Auswirkungen berücksichtigt werden, bevor schließlich ein Ergebnis zustande kommen kann. Diese unterschiedlichen Arbeitsweisen, die jeweils entscheidend für den Fortbestand der jeweiligen Einrichtung sind, miteinander in Einklang zu bringen, ist keine leichte Aufgabe, die sich auch einer immer größer werdenden Zahl Wikipedianer stellt. Alle Erfahrung zeigt jedoch: Es lohnt sich, die Herausforderung anzunehmen!

Der nächste Bericht erscheint im Vorfeld des GLAMcamps in London. Hintergrundinformationen und aktuelle Arbeitsergebnisse finden sich auch auf der Wikipedia-Projektseite.

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Bildung & Wissen – Herzlich willkommen Nils Weichert!

Der neue Bereichsleiter Bildung & Wissen, Nils Weichert. Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0

Die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland erhielt am 1. August Verstärkung: Nils Weichert wird künftig den Bereich „Bildung und Wissen“ leiten. Gemeinsam mit Elly Köpf, Elvira Schmidt, Cornelia Trefflich und Merle von Wittich soll das Profil des Bereichs geschärft werden – insbesondere durch innovative Programme, wirkungsvolle Projekte und starke Kooperationen.

Der Aufbau von Fachbereichen und die Entwicklung von Bildungsprogrammen standen bereits in den vergangenen Jahren im Zentrum der Arbeit von Nils Weichert. Der promovierte Politikwissenschaftler leitete bisher den Bereich „Demokratische Kompetenzen“ der Stiftung EJBW. Hier stand neben der forschungsbasierten Entwicklung und Umsetzung von Bildungsprogrammen und klassischer Bildungsplanung auch die Entwicklung neuer Lehr-/Lernformate und -materialien im Mittelpunkt.

Thematisch arbeitete Nils Weichert insbesondere zu Beteiligungs-, Gleichstellungs- und Kompetenzfragen und zu den Diskursfeldern Diversity und Wissen sowie Zeit und Wissen. Dabei verbanden sich wissenschaftliches Know-how mit Best Practice. Über gezielte Maßnahmen zur Qualifizierung, Strategieentwicklung oder flankierende Publikationen galt sein besonderes Anliegen dem Transfer innovativer Ansätze in unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte.

Diversität des Wissens – und hier besonders durch die Steigerung der Beteiligung von Frauen an den Wikimedia-Projekten – ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Bereichs Bildung und Wissen. Mit seinen vielfältigen Erfahrungen besonders in Gender- und Diversity-Ansätzen verspreche ich mir wichtige Impulse von Nils Engagement bei Wikimedia Deutschland.
Ich freue mich sehr darüber, dass Nils nun für Wikimedia Deutschland arbeiten wird und uns mit seiner Erfahrung unterstützt.

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The Germans – Eine Wikimania-Nachlese

Es berichtet der Stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums von Wikimedia Deutschland, Ralf Liebau.

 

Einige Blog-Beiträge von der diesjährigen Wikimania in Washington D.C. sind bereits erschienen, vielleicht folgen auch noch einige weitere. Solche Blogbeiträge sind natürlich meist persönlich gefärbt und vielleicht liegt darin auch ihre Stärke. Obwohl es nicht mein erster Besuch in Washington war, bin ich – wie andere Teilnehmer auch – von der sehr europäischen Art der Stadt überrascht gewesen. Es gibt funktionierenden Nahverkehr, Mülltrennung und überall Leihfahrräder. Andererseits zeigten sich die Gastgeber durchaus amerikanisch: ob bei der Auswahl beim täglichen Lunch, der Abschlussparty in einer Sportsbar oder bei ihrer gelebten Gastfreundschaft. Auch im Publikum waren reichlich Amerikaner vertreten, was beim Austragungsort nahe lag. Das einige ausländische Interessent/innen wegen Visa-Problemen erst gar nicht anreisen konnten, sei hier nur nebenbei erwähnt. Aus Deutschland waren diesmal mehr als 30 Personen angereist. Neben 20 Personen, die ein Stipendium erhielten, waren eine Gruppe von Mitarbeiter/innen der Geschäftsstelle sowie allein 7 Präsidiumsmitglieder in Washington dabei. Eine große Zahl, bei der sich die Frage stellt, ob dies sinnvoll und notwendig war. Dazu unten mehr.

 

Bekanntlich ist die Wikimedia Foundation eine amerikanische Stiftung. Dennoch agiert sie als weltweite (Dach-)Institution, manchmal vielleicht auch eher wie ein – nicht existentes – amerikanisches Chapter. Die Wikimania bietet da Gelegenheit, zu zeigen, welche weltweiten Erfahrungen und  Aktivitäten es gibt und was man von einander lernen kann. Das spiegelte sich (für mich) teilweise auch im Programmangebot. Teilweise, weil 1) ich natürlich nicht alles gehört habe und 2) nicht alles wirklich gut war. Dazu vielleicht eine Anmerkung. Stipendien werden teilweise vermutlich vergeben, wenn Personen auch einen Vortrag halten. Das führt dann dazu, dass Personen Vorträge einreichen, um ein solches Stipendium zu bekommen. Soweit so gut. Letztlich sitzt man dann allerdings gelegentlich in Vorträgen, wo der Vortragende nicht wirklich in der Lage ist einen Vortrag zu halten. Sei es, weil die sprachlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind, weil es vielleicht der erste Vortrag für sie überhaupt war oder weil sie schlichtweg keine Botschaft haben. Zumindest beim ersten Punkt wäre es überlegenswert, ob Englisch als einzige Konferenzsprache wirklich sinnvoll ist, wenn selbst in Washington Hinweisschilder oftmals zweisprachig sind (englisch/spanisch).

 

Hier nun aber mal zwei positive Beispiele:

  • Wiki, Women and Museums: The makings of a successful GLAM-WIKI project *

Das klang erstmal nach gleich zwei modischen Aspekten: GLAM und Women (gender-gap) und versprach nicht so viel, war aber richtig gut. Frau Dr. Allison Kupietzky vom Israel Museum in Jerusalem zeigte auf, wie und in welch vielfältige Weise sie und ihr Team Wikipedia in die Arbeit des Museum einbezieht. Was heißt einbezieht – selbstverständlich nutzt. Israel ist bis heute ein Einwanderungsland und viele Menschen sprechen neben Hebräisch auch (und teilweise besser) eine andere Sprache (beispielsweise russisch). Hier helfen viele Freiwillige beim Übersetzen von Texten und es sind oftmals Frauen, die überdurchschnittlich viel mitarbeiten. Zudem sind es teils über 80jährige, die bei der Arbeit mithelfen, die ohne Ehrenamtler/innen nicht zu leisten wäre. Beeindruckend war vor allem, wie sehr alle Beteiligten von einander profitieren und wie gut die Zusammenarbeit von Professionellen mit Ehrenamtlern ohne ideologische Vorbehalte funktionieren kann. Ein schönes Beispiel, wie ein gemeinsames Ziel verbindt und wie wichtig einzelne Menschen sind, die eine Idee voran bringen wollen.

 

  • Blocking of Wikipedia/Knockoff Wikipedias *

Ich gebe zu, den Beitrag nur gesehen zu haben, weil ich den anschließenden Slot von Benutzer:Southpark hören wollte. Über Southparks Beitrag mögen andere ausführlicher schreiben (hat mit auch gut gefallen), hier aber etwas über den Vortrag von Benutzer:Nataev. So richtig konnte ich mir unter dem Titel nichts vorstellen, war dann aber umso mehr angetan, von einer Schilderung, die von der eigenen Wikiwelt weit entfernt ist. Das Thema war die usbekische Wikipedia – besser gesagt die in Usbekistan geblockte usbekische Sprachversion von Wikipedia. Usbekistan ist für die meisten Wikipedianer vermutlich gefühlt sehr weit weg und die Kenntnisse über das Land sind auch nicht sehr berauschend. Nataev hat kurz einen Überblick über das Land und seine politische Situation gegeben, um dann über die usbekische Wikipedia zu berichten. Obwohl es rund 27 Millionen Menschen gibt, die usbekisch sprechen, wird im Land überwiegend die russische Sprachversion genutzt. Das hängt damit zusammen, dass die russische Sprachversionen deutlich mehr Artikel hat und sehr viele Bewohner auch Russisch sprechen. Vor allem aber ist die russische Sprachversion im Land (noch) frei verfügbar und die usbekische Sprachversion geblockt. Die Gründe werden von offizieller Seite nicht bekannt gegeben und Nataev konnte daher auch nur darstellen, welche mögliche politischen Gründe ein Ursache sein könnten. Spannend war vor allem, wie die usbekische Sprachversion trotzdem bearbeitet und genutzt wird und wie schwer es ist, wenn Autoren vom Ausland aus Bearbeitungen vornehmen. Einerseits war das alles sehr beklemmend, andererseits war der Mut von Nataev und seinen Mitstreitern beeindruckend. Bei einem solchen Blick über den Tellerrand bleiben eigene Problemstellungen dann doch relativ.

 

Die beschriebenen Sessions waren durchweg gut besucht, was beim Termin Funds Dissemination Committee Presentation nicht wirklich der Fall war. Dieser Termin kam relativ kurzfristig ins Programm und war auf Freitag 8:00 Uhr terminiert. Über das FDC ist an anderer Stelle schon berichtet worden und auch hier gab es nicht wirklich viel Neues, sondern es wurde der aktuelle Stand zusammengefasst. Auf dem Podium saßen unter anderen Jan-Bart de Vreede vom Board der Foundation und Sue Gardner als Geschäftsführerin. Wie sich im Lauf der Session herausstellte, waren im Publikum größtenteils ebenfalls Mitarbeiter der Foundation und weitere Board-Mitglieder. Obwohl das FDC demnächst reichlich Geld zu verteilen hat (beispielsweise an die Chapter) waren hier kaum Chaptervertreter zu entdecken. Möglicherweise lag es am frühen Termin, möglicherweise fanden andere den Termin nicht wichtig. Ich fand es dennoch erstaunlich, dass neben einem Vertreter des UK-Chapter, vor allem Deutsche im Publikum saßen. Neben Martin Rulsch, Tim Moritz Hector und Arne Klempert konnte ich Delphine Menard im Publikum erkennen, die sich zur Erheiterung aller bei Sue als „I’m Germany“ vorstellte. Eine würdige Vertreterin Deutschlands, die auch deutlich ihre Bedenken formulierte. Aber wie gesagt, viel Neues gab es nicht.

 

The Germans waren nicht nur in großer Zahl angereist, sondern sie waren auch stets präsent. Und das nicht nur auf der eigentlichen Konferenz, sondern wie auf Gesprächen im Flur zu erfahren, auch außerhalb. So haben beispielsweise unsere umtriebigen Fotografen gleich einen spontanen Besuch im Washingtoner ZDF-Studio absolviert und konnten so wechselseitig über ihre Arbeit informieren. Auf der Konferenz selbst war der Stand von WMDE ein Highlight. Nicht nur ein Infostand (kein anderes Chapter hatte einen solchen) bot ständig Informationen in gedruckter (auch auf englisch) Form an und lud zu Gesprächen ein, sondern die Programmangebote an den Tischen davor fanden reges Interesse. Ob sich Speeddating als Format durchsetzten wird – schaun wir mal, aber auch die themenbezogenen Diskussionsrunden fanden regen Zuspruch. Ich selbst war einer der männlichen Teilnehmer an der Gender-gap-Runde und kann nur anmerken, bei dem Thema stehen wir alle erst am Anfang. Was sich aber auf jeden Fall positiv berichten lässt, war der gute Eindruck den dieser Stand hinterlassen hat. Die Besucher sind während der gesamten Konferenz an den Stand gekommen und ich kann nur ein großes Danke an alle Mitarbeiter/innen und Freiwilligen für ihren Einsatz sagen. Gerade die Mitarbeiter/innen haben ein Vollprogramm auf der Konferenz absolviert und obwohl der Tagungsort nur wenige Blocks vom Weißen Haus entfernt war, konnten einige von ihnen erst am frühen Abend des vorletzten Tages zu einem kleinen touristischen Rundgang überredet werden. Wohlgemerkt, nach einem  mehr als achtstündigen Arbeitstag. Eine Anekdote am Rande: Gebrauchte Armbanduhren werden auch in Zukunft nicht als Dankeschön an Mitarbeiter/innen verteilt.

 

Natürlich ist so eine Großveranstaltung wie die Wikimania ein immenser personeller und finanzieller Aufwand. Insgesamt und aus deutscher Sicht. Lohnt sich das? Ich persönlich fand es wichtig, dass im Mutterland der Foundation das deutsche Chapter in großer Zahl vertreten war. Ich hätte mir gewünscht, dass andere Chapter auch diese Möglichkeit gehabt hätten und Wikim(p)edianer aus Ländern in denen es kein Chapter gibt, in größerer Zahl an solchen Veranstaltungen teilnehmen können. Der persönliche Austausch vor Ort ist immer ein Gewinn und ich bin mir sicher, die Teilnehmer/innen aus Deutschland haben auf vielfältige Weise die Möglichkeiten zum Lernen und Kennenlernen genutzt. Ich hoffe sehr, dass viele Begegnungen nachhaltig Wirkung zeigen werden und vielleicht demnächst Deutschland erneut Gastgeber einer Wikimania sein wird.

 

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Say Hello, Wave Goodbye ….

Seit Ende 2008 habe ich für Wikimedia Deutschland Bildungsaufgaben wahrgenommen. Dabei habe ich mich in den letzten eineinhalb Jahren mit meinen Kollegen im Team intensiv der Aufgabe gewidmet, aus isolierten Programmen und Strukturen wie “Wikipedia macht Schule” und “Silberwissen” einen eigenständigen, übergreifenden Bereich “Bildung & Wissen” zu formen. Das von uns gemeinsam entwickelte Bereichsmotto “Mitmachen!”, dass den Fokus der AutorInnengewinnung bei Wikimedia Deutschland zielgruppenoffener gestaltete, war eine wichtige Richtlinie dazu und führte zu einem intensiven und kontinuierlich produktiven Austausch insbesondere mit dem rund dreissigköpfigen Referentennetzwerk des Bereichs. Diese sehr erfüllende und schöne Aufgabe ist nun abgeschlossen, Zeit für etwas Neues.

In diesem Monat werde ich daher in den Bereich Freiwilligenförderung wechseln. Durch diesen Wechsel kann ich meine in den letzten Jahren im Bereich „Bildung & Wissen“ gesammelten Erfahrungen in einen Bereich mitbringen, der mir inhaltlich bereits wohlvertraut ist und sehr am Herzen liegt. Von Anfang meiner Tätigkeit bei Wikimedia Deutschland an haben mich Aufgaben zur Unterstützung der Communities und der Qualitätsförderung beschäftigt und in Programmen wie z.B. dem Literaturstipendium, dem Redaktionstreffen und dem Bilderschatz ihren Niederschlag gefunden. Bei meinen kommenden Aufgaben im alten/neuen Bereich möchte ich mich nun insbesondere auf die Optimierung von Strukturen und Prozessen in der Arbeit für und mit den Communities konzentrieren.

Eine besondere Erfahrung aus dem Bereich „Bildung & Wissen“, die ich mit einbringen möchte in meine neue Arbeit, sind dabei die vielen Stimmen von Lesern bzw. Menschen, die keine Wikipedianer sind. Indem diese Menschen bei zahlreichen Begegnungen mit mir ihre Sicht auf Wikipedia und Freies Wissen teilten und von der alltäglichen Bereicherung und Herausforderung berichteten, die Wikipedia für sie darstellte, veränderten Sie allmählich meine Perspektive auf die Wikipedia. Auch und gerade als Wikipedianer wurde es zum Privileg für mich, besser verstehen zu lernen, wo und warum unser aller Lieblingsprojekt gelegentlich nicht nur Begeisterung, sondern auch Stirnrunzeln, Ärger oder Hilflosigkeit auslöst bei jenen, für die es am Ende gedacht ist. So eröffnete sich mir etwas ganz Neues und ich möchte davon etwas weitergeben.

Für die unglaublich spannende und fantastisch produktive Zeit bei „B&W“ danke ich insbesondere Elly Köpf, sowie Elvira Schmidt, Cornelia Trefflich und Merle Wittich und natürlich insbesondere den Teilnehmern des Referentennetzwerks. Und ich freue mich sehr darauf, Teil eines neuen Teams aus Johannes Rohr, Julia Kloppenburg und Christoph Jackel zu werden.

Auf bald, wir lesen uns!

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Herzlich willkommen bei Wikimedia Deutschland, Manuel Merz

Manuel wird uns künftig mit gezielter empirischer Forschung und Evaluation zur Seite stehen: Mit seiner umfangreichen Erfahrung in diesen Bereichen wird er Wikimedia Deutschland beispielsweise dabei unterstützen, Projekte systematisch zu evaluieren um ihre Effektivität zu optimieren. Manuel wird uns außerdem bei strategischen Fragestellungen beraten und dort, wo für uns der größte Informationsbedarf besteht, empirische Forschungsprojekte initiieren oder selbst durchführen. Gleich zu Anfang steht die Beratung bei der Erstellung des Wirtschaftsplans 2013, sowie bei Fragestellungen rund um die Themen „Autorinnengewinnung“ und gezielter Unterstützung der bestehenden Autorengemeinschaft.

Manuel verfügt über 8 Jahre Erfahrung in der Internet- und Wikipediaforschung und promoviert derzeit an der Technischen Universität Ilmenau zum Thema „Entwicklung einer Typologie der Autorinnen und Autoren der deutsch- und englischsprachigen Wikipedia-Communities“. Auch schon in seiner Diplomarbeit („Aktive Beteiligung an Wikipedia aus sozial-kognitiver Perspektive“) und während seines Studiums der Kommunikationswissenschaft hatte Manuel sich intensiv mit Wikipedia auseinandergesetzt. Er ist außerdem freiberuflicher Softwareunternehmer und Autor eines Buchs über „Wahlkampf im Internet“. Seit 2005 engagiert Manuel sich aktiv für Wikipedia, zuletzt hat er in Koordination mit Wikimedia Deutschland die „Wikipedia Benutzerumfrage 2011“ durchgeführt (www.wikipediaforschung.de).

Manuel wird zunächst in Teilzeit für den Verein arbeiten und parallel seine Promotion weitertreiben. Ich freue mich sehr darüber, dass Manuel für Wikimedia Deutschland arbeiten wird und uns mit seiner Erfahrung unterstützt!

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Nächste Auswahlrunde zum Community-Projektbudget beginnt in Kürze

Das  Community-Projektbudget (CPB) bietet auch 2012 wieder die Möglichkeit, Community-Initiativen zur Unterstützung Freien Wissens mit Schwerpunkt auf die Wikimedia-Projekte zu fördern. Der ehrenamtliche CPB-Ausschuss kann beantragte Projekte im Rahmen eines Gesamtbudgets von 250.000 Euro fördern.

Zur Auswertung der bisherigen Erfahrungen und zur Vorbereitung der nächsten Föderrunde traf sich der neugewählte CPB-Ausschuss am 16. Juni 2012 in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland in Berlin. Mit Mitgliedern des Präsidiums wurden die Eckpunkte zum Auswahlverfahren in der nächsten Auswahlrunde besprochen. Voraussichtlich wird die nächste Ideeneinreichungsrunde am 14. Juli starten und bis 7. September gehen.

Eine Neuerung werden zwei Workshops für Antragsteller sein, einer davon Anfang August in Berlin, ein weiterer im Rahmen des größten Community-Treffens, der Wikicon 2012 in Dornbirn am 1. September. Außerdem wird der Ausschuss die Informationen zum Auswahlverfahren übersichtlicher aufbereiten und von der Geschäftsstelle stärker durch öffentlichkeitswirksame Materialien begleiten lassen. In einem ersten Schritt wurde begonnen, die Seite zum Community-Projektbudget übersichtlicher zu gestalten. Durch den Beschluss der Mitgliederversammlung werden in Zukunft alle Anträge (auf Wunsch bei abgelehnten Anträgen auch anonym) nach der Auswahl veröffentlicht, wie bisher kann die öffentliche Antragswerkstatt genutzt werden, um Anträge gemeinsam zu erarbeiten und nach Unterstützern zu suchen.

Als Sprecherin gewählt wurde Veronika Rüther-Weiß, zum stellvertretenden Sprecher wählte der Ausschuss Peter Wuttke.

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re:publica 2012 – Rückblick auf drei Tage für Freies Wissen

Wikimedia Deutschland auf der re:publica 2012 (Foto: Raimond Spekking, CC-BY-SA 3.0*; via Wikimedia Commons)

Am Freitag, den 4. Mai, endete die größte deutsche Web-Konferenz mit ihrem dritten Veranstaltungstag. Wie im Vorfeld angekündigt, war Wikimedia Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vor Ort, um über Freies Wissen aufzuklären. Die Idee dieses festen Anlaufpunkts für Neugierige zahlte sich aus. Zwar ist die re:publica traditionell ein Ort, an dem netzaffine Menschen schnell ins Gespräch kommen, aber der Wikimedia-Stand machte den Verein über alle drei Tage für jeden Besucher permanent sichtbar. Der offene Raum mit kleiner Bühne lag mitten in der Haupthalle des Veranstaltungsortes, die Zugang zu den acht Rednerbühnen der re:publica bot. An uns und unseren Themen führte also kaum ein Weg vorbei!

Unser Programm

In den Vorbereitungen zur Veranstaltung ging es uns darum, am Stand mit einem gut ausgelasteten Programm über Ziele des Vereins zu informieren und, natürlich, jederzeit für Fragen und Antworten zur Verfügung zu stehen. Erfahrene Wikipedia-Aktive und Mitarbeiter der Geschäftsstelle riefen in ihren Präsentationen und Diskussionsrunden zum Mitmachen in den Wikimedia-Projekten auf. Wiederkehrende Themen waren unter anderem Partizipation, Wikipedia im Bildungskontext, freie Lizenzen und ihre richtige Anwendung, sowie das neue Großprojekt Wikidata. Rückblicke auf einzelne Veranstaltungen werden noch folgen.

Ein Fazit ließ sich bereits direkt nach der Veranstaltung ziehen: Wir konnten viele Wissenslücken der Gäste rund um Wikipedia und Wikimedia schließen. Die Nachfrage nach unseren mitgebrachten Infomaterialien war groß und die Ehrenamtlichen standen uns mit ihrem Expertenwissen tatkräftig zur Seite. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Beteiligten!

Gespräche mit der Presse

Der Wikimedia-Stand diente uns insbesondere auch als Forum für Journalisten, um Hintergrundgespräche und Interviews durchzuführen. Es waren Medienvertreter aus aller Welt vor Ort – von Russland bis Österreich wollte man mit uns über unsere Arbeit sprechen. Einige erste Beiträge finden sich bereits im Pressespiegel – weitere werden folgen.

 

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