Archiv für die ‘Geschäftsstelle’ Kategorie



Wikimedia Deutschlands Projektsteckbriefe 2013 – Eine Einladung

Im November 2012 beschloss die Mitgliederversammlung unseres Vereins den Jahresplan 2013. Darin sind die Ziele formuliert, die uns das gesamte Jahr über bei unseren Maßnahmen zur Förderung Freien Wissens anleiten werden. Ich freue mich, dass wir heute Kurzfassungen der konkreten Projekte veröffentlichen, mit denen wir die Ziele des Jahresplans erreichen wollen. Die insgesamt 22 Steckbriefe zu den Projekten sind nun gesammelt im Meta-Wiki eingestellt. Kommentare sind herzlich willkommen!

Der Begriff Planung ist kein einfacher, denn er kann intuitiv als etwas Fertiges, als unveränderbare Tatsache verstanden werden. Es ist mir sehr wichtig, dass unsere Projektplanung genau das nicht sein soll. Wir präsentieren diese Projekte nicht, sondern teilen ihren Fahrplan mit Euch – so wie er jetzt, zu Jahresbeginn aussieht. Eure Reaktionen können und werden die Wege mitbestimmen, die einzelne Maßnahmen oder Projekte über das Jahr gehen werden.

Die Einladung zu Kommentaren ist also vielmehr eine Einladung zum Kennenlernen der Projekte und zum Austausch mit den Ansprechpartnern. Die Veröffentlichung der 22 Kurzbeschreibungen verstehe ich als ersten Schritt dahin, möglichst viele Interessierte an der Entwicklung der kommenden Monate aktiv teilhaben zu lassen.

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Kulturaffin und weitgereist: Lilli Iliev verstärkt Bereich Politik & Gesellschaft

Lilli Iliev, Bild: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0

Wir freuen uns sehr, Lilli Iliev als neue Mitarbeiterin bei Wikimedia Deutschland e.V. zu begrüßen. Um unsere Kooperationen im kulturellen Sektor und den Kontakt zum Politikbetrieb weiter auszubauen, wird Lilli zukünftig als Projektassistentin den Bereich Politik & Gesellschaft unterstützen. Zusammen mit Barbara Fischer wird sie die GLAM-Aktivitäten betreuen und sich etwa durch Recherchen und redaktionelle Tätigkeiten beim Ausbau der politischen Kontakte im Inlands- und EU-Kontext beteiligen.

Lilli ist Absolventin der Studiengänge Kulturwissenschaften und Literatur-Ästhetik-Philosophie. Sechs Jahre lang arbeitete sie als persönliche Assistentin der Vorsitzenden des Kulturausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus.

Zuletzt war sie bei irights.lab Kultur an der Organisation der Konferenz „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ beteiligt, die im Oktober 2012 in Kooperation u.a. mit Wikimedia Deutschland e.V. stattfand. Durch ihre langjährige Tätigkeit im kulturpolitischen Bereich sowie durch verschiedene Praktika, etwa im Goethe-Institut Sofia und in der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft in Moskau, hat Lilli einen guten Überblick über die Breite der Kulturlandschaft und kennt die Arbeitsweisen unterschiedlicher Kulturinstitutionen. Über deren Perspektive auf die Free-Culture-Bewegung sagt sie:

Die Skepsis vieler etablierter Kulturinstitutionen gegenüber einer digitalen Öffnung ist häufig  größer als die Wahrnehmung der sich bietenden Chancen, die sich durch sie auch für die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des eigenen Hauses bieten.

Wer mit Lilli direkt in Kontakt treten möchte, kann dies lilli.iliev@wikimedia.de tun.

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Freiwiligenförderung wird Team Communitys

Bild: gemeinfrei

Ein Bereich des Büros von Wikimedia Deutschland e.V. benennt sich um: von “Freiwilligenförderung” auf “Team Communitys”.

Warum Communitys, nicht Communities?

Das schreibt anscheinend der Duden so vor: Eingedeutschtes würde nicht mehr der Rechtschreibregel des Englischen folgen, meint er.

Warum Communitys, nicht Freiwilligenförderung?

Bei “Freiwilligenförderung” könnte die Aktiv-Passiv-Verteilung zu Missverständnissen führen: “Wir fördern Euch, Ihr werdet von uns gefördert…”. Das trifft einfach die Realität der Wikimedia-Projekte nicht, wo Freiwilligkeit die Standardeinstellung ist (nicht die extra zu benennende, bemerkenswerte Ausnahme) und wo die Beteiligten nicht vorrangig förderungsbedürftig, sondern vorrangig aktiv und kompetent sind. Immerhin sind das ja die Leute, die tausendfach hochwertige qualitative Inhalte geschaffen haben, und außerdem noch eine Organisationsstruktur, die ihresgleichen sucht (im Positiven; das Negative gibt es wohl auch anderswo…)

Jedenfalls möchten wir den Kontakt als einen der Zusammenarbeit sehen, nicht als ein asymmetrisches Fördern/Gefördert-Werden. Vermutlich war der Begriff “Freiwilligenförderung” ohnehin nie in diesem Sinne gemeint; da er aber derlei unangenehme Assoziationen wecken kann wählen wir lieber einen anderen.

Vorschläge für Die Optimale Bezeichnung werden noch entgegengenommen; einstweilen würden wir uns mit “Team Communitys” behelfen.

Warum Communitys, nicht Community?

Wäre wohl beides denkbar, wenn man alle Beteiligten an den Wikimedia-Projekten als eine gemeinsame, zusammengehörige Community sieht, die gleichzeitig intern vielfältig untergliedert ist: nach Projekten, nach Tätigkeitsarten, nach Funktion, nach Persönlichkeitstypus, nach Ansicht und Einstellung. Welche Rolle der Verein und die Angestellten in diesem gemeinsamen Ganzen spielen kann und soll ist für mich eine besonders spannende Frage. Da wir uns vorgenommen haben, uns speziell mit dieser Frage und ihren vielen Facetten nächsten Jahr besonders zu widmen, hoffen wir auf viele interessante Gespräche dazu!

Tut der Bereich jetzt etwas anderes?

Auf jeden Fall laufen die bisher bestehenden Funktionen wie Kostenerstattungen und Organisationshilfe bei Treffen weiter. Was sich darüber hinaus entwickelt, ist Gegenstand der schon oben erwähnten Frage, zu der wir auf einen regen Austausch hoffen. :-)

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Neu im Team: Wenke Storn ist unsere Eventmanagerin

Darf ich vorstellen? Wenke Storn ist seit dem 1. November 2012 unsere neue Eventmanagerin. Wenke wird zum einen meine bisherigen Aufgaben rund um die Organisation von Wikimedia-Veranstaltungen übernehmen, zum anderen aber auch unser gesamtes Eventmanagement professionalisieren und eine zentrale Ansprechpartnerin für Veranstaltungen jeder Art sein. Momentan arbeiten wir zusammen an der Übergabe und ich freue mich sehr, mein Wissen und die Erfahrung der letzten 2,5 Jahre in gute Hände weiter geben zu können und mich dann stärker der Internationalen Zusammenarbeit zu widmen. Herzlich Willkommen, Wenke!

 

Wenke Storn (Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0)

Die 11. Mitgliederversammlung und der offene Sonntag stehen vor der Tür, die Vorbereitungen laufen für mich als die neue Eventmanagerin bei Wikimedia Deutschland auf Hochtouren und ich freue mich, die ersten Vereinsmitglieder gleich zu Beginn meiner Arbeit kennenzulernen. In meiner neuen Rolle ist es mein Ziel, das Eventmanagement im Verein zu vereinfachen und vor allem die Communitys bei Ihren vielfältigen Veranstaltungen tatkräftig zu unterstützen.

Zu meinem Hintergrund: Meine letzten zwei Jahre in Berlin waren von der Konzeption und Organisation von Wirtschaftskonferenzen in der D/A/CH Region geprägt. In den vier Jahren zuvor hatte ich die Chance, bei drei NGOs mit ganz unterschiedlichen Missionen in der französischen Schweiz zu arbeiten: Beim Kinderhilfswerk Terre des hommes organisierte ich mit 2.500 Ehrenamtlichen eine Schweiz-weite Fundraising-Aktion; bei der Fußball-Europameisterschaft UEFA EURO 2008 unterstützte ich die Communications- und Ceremonies-Abteilungen; und beim Weltwirtschaftsforum, welches Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Academia und gemeinnützigen Organisationen auf Kongressen zusammenbringt, um u. a. Public-Private-Partnerships und Corporate Citizenship zu fördern, lag mein Schwerpunkt in der zielgruppengenauen Kommunikation in Vorbereitung auf die Veranstaltungen.

Nun freue mich auf die aufregende Zeit im Wikimedia-Universum und vor allem auf die Zusammenarbeit mit den zahlreichen, hoch engagierten Ehrenamtlichen. Für Fragen und Anregungen stehe ich euch immer zur Verfügung. Ihr könnt mich unter wenke.storn@wikimedia.de erreichen.

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Team komplett!

Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wenn im November die Spendenkampagne beginnt, dann ändert sich der Alltag im Team Fundraising schlagartig. Was bedeutet es, wenn plötzlich Banner die Seiten von Wikipedia zieren und unsere Spendenaufrufe von Millionen Menschen gelesen werden? Wenn, wie im letzten Jahr, 160.000 Spenden in einem kurzen Zeitraum von nur zwei Monaten eingehen? Ein kleiner Sturm bricht los: Die Telefone klingeln heiß, das Postfach füllt sich rasant. Noch während eine E-Mail beantwortet wird, folgen postwendend die nächsten zwei.

Zum Fundraising gehört eben nicht nur die Konzeption und Durchführung der eigentlichen Kampagne. Ganz wesentlich ist ebenso, da zu sein, wenn Spender dringende Fragen, Wünsche und Probleme haben. Von Anfragen zur Mitgliedschaft bis Zusendungen von Spendenquittungen, reicht der so wichtige Bereich des Spendenservice. Mehr als 100 E-Mails pro Tag wollen beantwortet werden, im gesamten Kampagnenzeitraum 2011 ging die stattliche Zahl von 5.000 E-Mails bei uns ein. Adressen müssen korrigiert, Fragen über die Verwendung der Gelder beantwortet und besorgte Spender beruhigt werden: “Nein, wir werden den Betrag nicht abbuchen, der aus Versehen eine Null zu viel enthällt.”

In der nun kurz bevorstehenden Herbstkampagne ist tatkräftige Unterstützung gefragt. Daher freuen wir uns, dass unser Team in den Kampagnenmodus schaltet und sich von drei auf fünf Mitarbeiter vergrößert: Johanna Havemann (Praktikantin) und Wladimir Raizberg (Werkstudent) werden in den nächsten Monaten vorrangig im Spendenservice und bei der Datenpflege mit anpacken. Manchmal wird es einer fast buddhistische Geduld bedürfen, wenn man etwa zum wiederholten Male den mit Verve vorgebrachten Vorwurf liest, man solle doch bitte Überweisungen zulassen. Dabei ist die Kontoverbindung an prominenter Stelle auf der Spendenseite zu lesen. Doch letztlich sitzt man an erster Stelle, um vor allem eines zu spüren: die enorme Dankbarkeit und Begeisterung, die unsere Spender gegenüber Wikipedia empfinden.

Hier möchten sich Johanna und Wladi kurz vorstellen:

 

Johanna

Johanna Havemann (Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0)

An der Idee von Wikipedia und deren Schwesterprojekten begeistert mich besonders, dass auch Bewohner der südlichen Welthalbkugel einen direkten Zugang zum gesammelten Wissen der Menschheit haben und entsprechend ihre eigenen Beiträge leisten können. Ausgebildet als Biologin entschied ich mich gegen Ende meiner Promotionszeit, im Bereich Grundlagenforschung gezielt meinen sozial- und umweltpolitischen Ambitionen nachzugehen. Beispielsweise konnte ich umfangreiche Arbeitserfahrungen bei den Vereinten Nationen und einer pan-afrikanischen NGO machen und lebte dafür einige Monate in Kenia und Südafrika. Danach folgten Projektarbeiten u.a. in Ghana, und schließlich eine Ausbildung zum EU-Fundraiser hier in Berlin. Im Hinblick auf die anstehende Herbstkampagne motiviert mich neben der Kommunikation mit den Spendern besonders der innovative, zeitgemäße und spannende Ansatz des Online-Fundraisings.

 

Wladimir

Alles fing mit einer kleinen Aufgabe als freier Mitarbeiter an. Aus der ersten ergab sich eine zweite, aus der zweiten eine dritte, aus der dritten eine vierte… Bis ich schließlich im Oktober 2012 in den Kreis des Fundraiser-Teams als Werkstudent aufgenommen wurde. Meine Entscheidung und meine Motivation für Wikimedia zu arbeiten, ruhen auf zwei Säulen: Zum einem dem freundlichen Team, welches mich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen hat. Zum anderen der Unterstützung des wunderbaren Projektes Wikipedia, welches ich als Student immer wieder (leider inoffiziell) gerne nutze, um mir einen ersten Überblick über ein für mich neues Thema zu verschaffen. Wie bereits angedeutet studiere ich noch. Um genau zu sein, ist Stadt- und Regionalplanung mein Fach, in dem ich bereits den Master-Abschluss anstrebe. Das Thema Stadt begeistert mich auch außerhalb des Studiums, deswegen setze ich mich in meiner Freizeit fotografisch damit auseinander.

 

Wir heißen Johanna und Wladimir herzlich bei uns Willkommen und freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Wenn Ihr noch Fragen habt zu unserem Team oder zu Herbstkampagne, dann schaut doch mal auf unserer Portalseite vorbei!

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Nicole Lieger – Neu bei Wikimedia Deutschland

Nicole Lieger; (Foto: Michael Jahn, CC-BY-SA 3.0)

Ich freue mich, mit 1. Oktober 2012 meinen ersten Arbeitstag im Büro von Wikimedia Deutschland feiern zu können: als Leiterin des Bereichs Freiwilligenförderung.

Einen großen Teil meines bisherigen Lebens habe ich mit Engagement in sozialen Bewegungen und Arbeit in damit assoziierten Organisationen verbracht. Von meiner Sozialisierung bei Amnesty International (in lokalen Gruppen, Vorstand, EU Büro und internationalem Mandatskomitee) über das Management eines Masters in Peace Studies bis zur Leitung eines menschenrechtlichen Forschungsinstituts in Wien habe ich verschiedene Blickwinkel kennengelernt. Mein Schwerpunkt der letzten Jahre lag auf dem Erkunden potenzieller neuer Strategien für politische und soziale Bewegungen, insbesondere solche, die Ziele und Mittel in Einklang zu bringen suchen, die visionsfokussiert sind und die sich darauf konzentrieren, das (zumindest im Kleinen) selbst zu erschaffen, was sie auch in einer zukünftigen Gesellschaft gerne sehen wollen. Wikipedia und die Bewegung für Freies Wissen im allgemeinen sind in diesem Kontext natürlich hochspannend. Auch wenn ich als Autorin bisher nur relativ wenig editiert habe, hoffe ich doch, mit einem transdiziplinären Hintergrund in Geistes- und Sozialwissenschaften und einem gutem Maß persönlicher Leidenschaft einen konstruktiven Beitrag zum Gesamtuniversum von Wikipedia, Wikimedia und der Bewegung für Freies Wissen leisten zu können.

Ich freue mich über Kontakte aus verschiedensten Ecken dieses Universums! Ihr könnt mich unter   nicole.lieger@wikimedia.de oder auf meiner Diskussionsseite erreichen – gerne dort auch einen Gesprächstermin ausmachen!

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GLAMcamp London: Zwei Tage in der größten Bibliothek der Welt

Am 15. und 16. September fand in der British Library in London das GLAMcamp 2012 statt. Aus Deutschland reisten Peter Weis, Daniel Mietchen (Wikimedian in Residence on Open Science, Open Knowledge Foundation Deutschland) und Kilian Kluge (Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Wikimedia Deutschland) in die britische Hauptstadt.


Die British Library ist mit mehr als 15 Millionen Sammlungsobjekten die größte Bibliothek der Welt

Photograph by Mike Peel (mikepeel.net), CC-BY-SA 2.5

Das GLAMcamp fand als Ersatz für eine GLAM-Konferenz statt, die ursprünglich zu diesem Termin geplant war, im Sommer allerdings auf April 2013 verschoben wurde. Das Camp diente zwar auch der Vorbereitung dieser Konferenz, im Mittelpunkt stand aber der interne Austausch der Community.

So kamen etwa 35 GLAM-Aktivisten aus den USA und Europa in London zusammen, darunter insbesondere auch viele „Wikipedians in Residence“, die zurzeit in einer kulturellen Einrichtung aktiv sind. Die Summe an Erfahrungen und Expertise, die in London zusammenkam, war außergewöhnlich, so dass um das Tagungsprogramm herum immer wieder spannende und vor allem für die Beteiligten lehrreiche Gespräche entstanden.

Das Conference Center der British Library (die mit Andrew Gray selbst einen „Wikipedian in Residence“ beschäftigt) erwies sich als hervorragender Veranstaltungsort, nicht nur durch die ideale Lage im Herzen der britischen Hauptstadt. Die Gruppe konnte sich flexibel auf drei Tagungsräume und ein großes Foyer verteilen, die technische Ausstattung und besonders die zahlreichen im Boden eingelassenen Steckdosen ließen keine Wünsche offen.

Wo steht die GLAM-Community?

Nach der Begrüßung durch Ashley Van Haeften, Mitglied des Boards von Wikimedia UK, und der Ankündigung, dass es im Rahmen des Tagungsprogramms keine Präsentationen und Projektberichte geben werde, ging es direkt mit einer Runde „Lightning Talks“ los. Thema war beispielsweise der Mangel an Audiomaterial in der Wikipedia, fast gänzlich fehlen etwa Höreindrücke von Orten („Wie hört es sich Mittwochmorgen am Piccadilly Circus an?“), Verkehrsmitteln oder Tieren. Insbesondere für Sehbehinderte und Blinde wären solche Ergänzungen zum Text äußerst wertvoll.

Nach diesem Einstieg teilte sich die Gruppe, um in kleinerer Runde inhaltlich zu arbeiten. Ein Diskussionsthema war hierbei die Frage, was eine internationale GLAM-Organisation, also ein imaginärer Dachverband der GLAM-aktiven Wikipedianer, leisten sollte. Dieses Brainstorming brachte schnell die Stärken und Schwächen der jetzigen „GLAM-Bewegung“ zutage. So ist zwar der interne Austausch gut organisiert, aber es fehlt an zentralen Anlauf- und Beratungsstellen sowohl für Wikipedianer als auch für kulturelle Einrichtungen. Gewünscht wurde beispielsweise ein „GLAM-Callcenter“, das bei kleineren Problemen selbst Unterstützung bieten und andernfalls an die richtigen Ansprechpartner verweisen kann.

Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit den unzähligen Aktionsformen, die im GLAM-Bereich genutzt werden und versuchte, diese auf möglichst greifbare, grundlegende Konzepte zu reduzieren. Zahlreiche Veranstaltungen haben beispielsweise zum Ziel, in einer konzertierten Aktion vor Ort eine Stadt oder Region zu dokumentieren, ein ähnliches Konzept wurde sowohl im Zusammenhang mit Wiki Loves Monuments als auch mit Museen schon erfolgreich umgesetzt. In London wurde nun versucht, aus den zahlreichen Erfahrungen die wesentlichen Schritte zu extrahieren und zu möglichst übersichtlichen Anleitungen zusammenzustellen. Diese Arbeit soll fortgesetzt werden, als Musterbeispiel sei hier auf das Edit-a-thon How-to verwiesen.

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Der Jahresplan 2013 von Wikimedia Deutschland

Liebe Freunde des Freien Wissens,

“Die Communitys stehen im Mittelpunkt”
“Diversität des Wissens stärken”
“Freies Wissen in der Gesellschaft verankern”

Das sind die drei Leitmotive, die die Arbeit von Wikimedia Deutschland im Jahr 2013 bestimmen sollen. Sie haben uns, den hauptamtlichen Mitarbeitern des Vereins, dem Vorstand und den Mitgliedern des Präsidiums in den vergangenen Wochen als Richtschnur für die Erstellung des Jahresplans 2013 gedient. Was wollen wir, was will Wikimedia Deutschland im kommenden Jahr erreichen und machen? Wo liegen die Schwerpunkte unserer Arbeit, was sind unsere Ziele, welche Mittel stehen uns dafür zur Verfügung und wie wollen wir sie einsetzen?

Ergebnis dieses Prozesses ist der Jahresplan 2013, den wir gerade veröffentlich haben. Zu finden ist er im Forum des Vereins.

Im Mittelpunkt stehen vier Ziele, die wir uns für das Jahr 2013 gesetzt haben:

Ziel 1: Wikimedia Deutschland macht die Zusammenarbeit in und mit den Communitys dauerhaft einfacher und besser.
Ziel 2: Wikimedia Deutschland stärkt die Diversität des Wissens in den Wikimedia-Projekten.
Ziel 3: Wikimedia Deutschland ermöglicht es Lesern, ihre Perspektive in die Wikimedia-Projekte einzubringen.
Ziel 4: Wikimedia Deutschland verankert mit neuen Kooperationen das Konzept Freien Wissens auf breiterer Ebene.

Wie wir diese Ziele erreichen wollen, welche konkreten Veränderungen wir anstreben, welche Mittel und dafür zur Verfügung stehen und wie wir diese einsetzen wollen – dazu mehr im Jahresplan 2013.

Doch das ist erst ein Anfang – der Anfang einer hoffentlich intensiven Diskussion über diese Ziele 2013. Denn der Plan ist keineswegs fertig. Er kann und soll sich noch ändern –  wenn Ihr es wollt. Denn Wikimedia Deutschland geht auch bei der Jahresplanung einen völlig neuen Weg: Der Plan wird der Mitgliederversammlung des Vereins am 24. November zur Abstimmung vorgelegt, und bis dahin kann Jeder Ideen, Anregungen, Kritik und Änderungswünsche anbringen. Wie das genau geht ist ganz einfach, und wird am Anfang des Plans genau erklärt. Wer schon weiß wie es geht, findet die entsprechende Diskussionsseite auf Meta.

Und wer gerne vor Ort über die Planung 2013 sprechen möchtet, findet dazu auch Gelegenheit in den kommenden Tagen im Rahmen des Wikimedia Forum: Am Sonntag in Hamburg, am Montag in Frankfurt am Main, Dienstags in Köln, Mittwoch in München und Donnerstag in Berlin. Informationen zu Zeiten und Orten stehen hier: http://blog.wikimedia.de/2012/09/10/wikimedia-foren-zum-jahresplan/

Ich freue mich auf einen regen Austausch, spannende Diskussionen und tolle Vorschläge!

Pavel Richter
Vorstand
Wikimedia Deutschland e.V.

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Viel geplant, viel getan und noch viel vor

Nach zwei Klausuren und zwei kürzeren Sitzungen fand sich das Präsidium von Wikimedia Deutschland am vergangenen Wochenende im Rheingau-Taunus in Schlangenbad zusammen. Viele Punkte hatte sich das Präsidium vorgenommen und in der Bearbeitung des Wirtschafts-/Jahres-/Haushaltsplanes, den der Vorstand Pavel Richter vorgelegt hatte, einen Schwerpunkt gefunden. Rund sechs Stunden waren dafür inklusive Mittagspause, die mit der Entwicklung des Hauses des Freien Wissens natürlich ebenfalls thematisch gefüllt war, angesetzt (einmalige Anmeldung im Forum nötig). Der Samstag sollte mit einem Kulturprogramm abgerundet werden, damit man am Sonntag die weiteren Punkte Vorstandsbewertung, Strategische Planung, Wikimedia Chapters Association und den Fortschritt der selbst gesetzten Ziele motiviert angehen konnte.

Schon am frühen und späteren Freitagabend wurden die ersten Inhalte des Planes besprochen, bevor die kurze Nacht das Präsidium erwartete. Als man nach fünfstündiger Diskussion nur die Hälfte des Textes durchgearbeitet hatte, musste der Rotstift an die Tagesordnung gesetzt werden. Der Besuch eines Klosters war nicht mehr möglich und die weiteren Themen wurden auf das Essen bzw. den Sonntag ausgelagert oder gar auf eine spätere Sitzung verschoben. Doch auch dies reichte nicht aus, um am Samstagabend nach zehnstündiger Klausursitzung den Wirtschaftsplan komplett durchgearbeitet zu bekommen. Hungrig und erschöpft ging es zu einer Vinothek, wo für eine Führung weder Kraft noch Zeit vorhanden war – schließlich sollte noch die Entwicklung der Wikimedia Chapters Association besprochen werden und auch Alice Wiegand, ehemalige Schriftführerin und zweite Vorsitzenden von Wikimedia Deutschland und jetziges Mitglied im Vorstand der Wikimedia Foundation, war zum Austausch eingeladen.

Der nächste Tag begann, wie die Sitzung am Vortag geendet hatte: Noch weitere anderthalb Stunden über die geplanten Ausgaben des Vereines im kommenden Jahr waren notwendig, bis alle Teilnehmer zufrieden waren und all ihre Anmerkungen einbringen konnten. Es war eine sehr konstruktive und aufs Wesentliche gerichtete Diskussion. Die Wünsche des Präsidiums werden nun vom Vorstand Pavel Richter und seinen Mitarbeitern eingearbeitet und dem Präsidium zur Kommentierung und Abstimmung nächste Woche vorgelegt. Das Ergebnis werden Vereinsmitglieder und interessierte Gäste im Vereinsforum und auf der geplanten Tour dann bald darauf begutachten, diskutieren und verändern können.

Das Präsidium legte großen Wert darauf, dass den Mitgliedern ein möglichst allgemein verständlicher, realistischer und transparenter Plan vorgelegt wird, der in einzelnen Punkten hoffentlich zu angeregten Diskussionen unter den Mitgliedern führen wird. Für die Ausarbeitung ist dabei allen Beteiligten zu danken – wie viel Arbeit hinter dem ganzen Plan steckte, konnte an allen Ecken und Enden gesehen werden. Aber auch für jedes Präsidiumsmitglied war der ehrenamtliche Aufwand sehr hoch, ein früheres Einbinden in den Prozess wäre dabei vielleicht hilfreich gewesen, die Benutzung externer Beratung wohl ebenfalls. Die Klausur jedenfalls endete in freudiger Erwartung des fertigen Planes und mit dem gemeinschaftlichen Verlassen des Schlangenbades.

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Vogeleier, literarische Salons und eine lange Nacht

Seit Mitte Juli bin ich als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Wie angekündigt berichte ich an dieser Stelle über den zweiten Monat meiner Residency.

Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais
Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais

Beek100, CC-BY-SA 3.0 Unported

Das größte Projekt der letzten Wochen war die Lange Nacht der Museen, bei der die Wikipedia mit einem eigenen Stand im Ephraim-Palais vertreten war. Dessen Organisation und Vorbereitung lag in meinen Händen, den Abend über wurde ich von Barbara Fischer und drei Wikipedianern tatkräftig unterstützt. Gemeinsam informierten wir die Besucher über die Wikimedia-Projekte und bearbeiteten gemeinsam mit ihnen den Wikipedia-Artikel zu Werner-Victor Toeffling, dessen Bühnenbildentwürfe zurzeit im Ephraim-Palais zu sehen sind. Abgerundet wurde unser Auftritt durch eine Weltkarte der Letzten Änderungen und eine Demonstration der Software QRpedia.

Bereits kurz vor der Langen Nacht war der erste Wikipedianer zu Besuch in der Sammlung. Benutzer:Donkey shot von der Redaktion Biologie kam vorbei, um die in der Naturwissenschaftlichen Sammlung aufbewahrten Vogeleier und -präparate zu sichten. Der zuständige Mitarbeiter stellte die verschiedenen Teilsammlungen vor, es entwickelten sich immer wieder Fachgespräche, bei denen ich als Laie nur staunen konnte. Zum Abschluss fotografierten wir die Aufschriften der Archivschachteln und überblicksartig die freistehenden  Präparate in den Regalen. Im Laufe der nächsten Wochen sollen die „Wikipedia-Biologen“ daraus nun ihre Favoriten auswählen, die dann im Rahmen eines Aktionstags für Wikimedia Commons fotografiert werden. In den Räumen der Stiftung steht den Wikipedia-Fotografen dabei ein vollständig ausgestatteter Raum mit Fototisch und Blitzanlage zur Verfügung.

Anfang September hatte ich die Gelegenheit, ein umfangreiches und ehrgeiziges Kooperationsprojekt zwischen einer Kulturagentin, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und der Bettina-von-Arnim-Schule in Reinickendorf zu unterstützen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts werden Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe in den Häusern und Archiven des Stadtmuseums zum Thema „Literarische Salons in Berlin“ recherchieren. Die Ergebnisse sollen anschließend nicht nur in Facharbeiten, sondern auch zur Verbesserung bestehender und Neuanlage noch fehlender Wikipedia-Artikel verwendet werden. Zur Vorbereitung fand am 4. September ein Autorenworkshop in den Räumlichkeiten der Schule statt, bei dem ich dankenswerterweise von Benutzer:Schlesinger aus dem Referentennetzwerk unterstützt wurde. So konnten wir nach einem einleitenden Vortrag die Gruppe zwecks besserer Betreuung teilen; im Laufe des Vormittags wurde nicht nur der Wikipedia-Artikel zur Schule verbessert, sondern auch kurze Artikel zu deutschen Paralympioniken neu angelegt.

Neben den genannten Projekten ging natürlich auch die bald schon alltägliche Arbeit weiter voran. In Mitarbeiterschulungen entstanden Artikel zu den Berliner Amtsketten, den Fliesenbildern aus dem Fußgängertunnel des Alexanderplatzes, Neujahrsplaketten und der Künstlerin Emma Stibbon. Auch gab es Gespräche mit der Fotothek, in denen grundsätzliche Richtlinien zur Freigabe von Bildmaterial vereinbart und mögliche Großspenden und Kooperationen mit der Community erörtert wurden.

Nach dem GLAMcamp in London, das ich gemeinsam mit Benutzer:Peter Weis besuche, wird es an dieser Stelle eine umfangreiche Berichterstattung geben. Anschließend erscheint Mitte Oktober mein Abschlussbericht.

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