Archiv für die ‘Bildung’ Kategorie



Was hat Wikipedia mit einer Stadt gemeinsam?

Dieser Artikel wurde verfasst von Jana Hochberg, die Wikimedia Deutschland seit kurzem im Bereich „Bildung und Wissen“ als Referentin unterstützt. Dazu hat sie am 27.07.2012 an einer Schulung teilgenommen, die sie und ihre Kolleginnen bei ihren ersten Schritte in der Wikipedia unterstützt. Die Schulung der drei neuen Interessentinnen fand in der Geschäftsstelle in Berlin statt. Vielen Dank an alle Beteiligten!

 

de:user:Zakysant, CC-BY-SA-3.0

Pulsierend, atmend und schwitzend empfängt mich Berlin in der letzten Woche. Das Referenten-Treffen von Wikimedia lenkte meine Wege an diesen ersten sommerlich heißen Tagen in die flimmernde Hauptstadt – mitten hinein, nicht etwa an den abkühlenden Wannsee. Ein Seitenkanal der Spree befindet sich jedoch in der Nähe und lies die Hoffnung auf Abkühlung bestehen.

Wieder einmal wird bei meiner Ankunft in dieser bittersüßen Stadt Flexibilität und Querdenken gefordert. Eine gesperrte U-Bahn-Station durchbricht zaghaft entstandene Routinen vergangener Berlin Aufenthalte. Berlin ist eben anders und das ständig!

Genau der richtige Standort für Wikimedia, finde ich!

 

Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung freien Wissens e.V. unterstützt verschiedene Projekte, welche gemeinsames Wissen kollaborativ aufarbeiten. Um den Umgang mit freiem Wissen zu fördern, steuern Wikimedia-Referenten immer wieder verschiedene Andockmöglichkeiten an. Wikimedia Deutschland-Referenten sind in vielen unterschiedlichen Städten zu Hause. Ab und zu ergibt es sich, dass sich die vielfältigen Wege der Referenten überschneiden oder zusammengeführt werden. So wie an diesen heißen Tagen.

Gekennzeichnet sind dann auch diese Treffen beispielsweise von Humor, Fröhlichkeit, dem Suchen nach neuen Ansatzmöglichkeiten und dem Aufbrechen von Routinen.

Das größte Projekt der Wikimedia Foundation ist die Wikipedia – die freie Online-Enzlyklopädie.

Angeregt durch die Teilnehmer stelle ich mir Wikipedia immer wieder in den nächsten Stunden als metaphorische Stadt vor, die für jeden Besucher einen ganz eigenen Spielplatz anbietet. Auf welchen Spielplatz ich mich wohl gern bewege?

Die Stadt als Projektionsfläche / Metaebene zu benutzen auf die man immer wieder zurückgehen und von dort aus neu starten kann, ist ein spannendes und aufregendes Stilmittel. Die Landingpage bildet dabei den Hauptbahnhof ab, von der aus jeder seinen eigenen individuellen Weg in die Wikipedia finden kann, egal, ob er als Tourist an der Oberfläche vorbeischaut oder in den Tiefen der Kanalisation hinabsteigt und an der Verbesserung des kollaborativen Riesenprojektes arbeitet.
In Wikipedia tummeln sich Techniker, Community-Interessierte, Enzyklopädisten, Kritiker und viele andere Varianten, die sich auch manchmal überschneiden.

Weiterhin befassen wir uns mit inhaltlichen Fragen zur Wikipedia, wie auch organisatorischen Fragen zu einem exemplarischen Aufbau eines solchen Seminars, wie bspw.:

  • Welche Regeln liegen der Wikipedia?
  • Wie weit kann man den Artikeln vertrauen?
  • Wie kann ich meine Zuhörer abholen?
  • Wie kann ich die komplexen Strukturen einfach darstellen?
  • Was für technische Probleme können sich in einem Seminar ergeben, wenn mehrere an der Wikipedia gleichzeitig editieren?
  • Wie funktionieren Wikis?

J. Hochberg, CC-BY-SA 3.0

Die Zeit ist an diesem Tag nur so an einem vorbei geflogen. Mit vielen abkühlenden Getränken, frischem Obst und Eis, lies sich sogar die sommerliche Hitze in ein wohltuendes mittägliches Sonnenbad mit anregender Diskussion in einem der typischen vielfältigen Straßenrestaurants Berlins umwandeln.

Fast jeder kann seinen Platz in dieser Stadt finden.

:D
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Warum in Wikipedia mitmachen? Videointerviews vom WikiWomenCamp

Gastbeitrag von Nathalie Köpff

Nathalie Köpff war Stipendiatin des WikiWomenCamps und wird bald im Referentennetzwerk tätig sein.

 

Frauen in der Wikipedia… davon gibt es vergleichsweise wenige. Um sich darüber auszutauschen und erste Gründe herauszufinden, warum Frauen Zeit und Mühe in Wikipedia stecken, und warum eben nicht, trafen sich bereits Mitte Mai Frauen aus aller Welt in Buenos Aires zum WikiWomenCamp. Auf dem ersten WikiWomenCamp wurden die Ursachen der geringen weiblichen Beteiligung besprochen und erste Ansätze für Aktionen diskutiert. Wer mehr darüber erfahren möchte, – es gibt einen Bericht über das Camp der WikiWomen.

17 Frauen aus elf Ländern nahmen hieran teil, so gab es auch die Gelegenheit, sie nach ihrer persönlichen Wikipedia-Geschichte zu fragen. Wie kamen diese Frauen zur Wikipedia, wie sehen diese engagierten Frauen das Projekt und was motiviert sie, sich in der Wikipedia zu beteiligen. Die Videos könnt Ihr über die folgenden Links ansehen.

Vielen Dank an alle Interviewten. Es hat sehr viel Spaß gemacht, das Gespräch mit Euch zu führen.

Nathalie Köpff

 

Beatriz Busaniche Beatriz Busaniche unterstützt Wikimedia Argentinia und half das WikiWomenCamp zu organisieren. Sie ist Professorin an der Universität in Buenos Aires und ist in der Freien-Software Community sehr aktiv. Sie hat noch nie darüber nachgedacht, was sie an der Stange hält, aber auf jeden Fall ist ein wichtiger Punkt, dass normale Leute großartige Dinge tun. Du und ich, „You are part of something big.“

Siska Doviana Siska Doviana aus Indonesien ist Mitbegründerin von Wikimedia Indonesien und  sieht unter anderem einen persönlichen Vorteil:  „I don’t want my writing to be wasted.“

Charlene Foster Charlene Foster kommt  aus Südafrika und ist eine der Direktoren der Wikimedia Südafrika. Dazu engagiert sie sich in vielen Sozialprojekten. Wikipedia bedeutet für sie: „Bringing people together in terms of dicussing environment, students and education.“

Sue Gardner: Die gebürtige Kanadierin ist Exekutive Director der Wikimedia Foundation. Sie sieht die große Bedeutung der Wikipedia auch in einer Art Bildungsauftrag. Sie selbst bleibt dabei, denn „it feeds my curiosity“.

Laura Hale Die nach Australien ausgewanderte US-Amerikanerin ist VizePräsidentin der Wikimedia Australien und hat das WikiWomenCamp mit iniitiert: Wikipedia gives the chance to „develop professional type experiences“ and it is a „great way to show how people do certain things.“

Netha Hussain Die Medizinstudentin ist vor allem in der indischen Wikipedia aktiv und schätzt den Zusammenhalt und die Möglichkeiten durch die Community sehr: „I got to know a lot of people just because of being a Wikipedian.“

Kounila Keo Kounila Keo ist eine junge Journalistin aus Kambodscha. Aus einem Land kommend, in dem freie Meinung und Wissen nicht selbstverständlich sind, sagt sie: „Access to information is the most rewarding element of our lives.“

Anastasia Lvova Anastasia Lvova aus Russland sieht die persönliche Entwicklung durch das Schreiben in der Wikipedia als eine Bereicherung: „Wikipedia gives people not only information but skills.“

María Sefidari María Sefidari ist Mitbegründerin der Wikimedia Espana. Sie schreibt sehr viel in der Wikipedia und selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind, aber spätestens, wenn sich jemand bei ihr für einen ihrer Beiträge bedankt, merkt sie: „Maybe it’s important to someone somewhere in the world.“

 

 

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Zwei Wikimaniacs – Ein Rückblick

Es berichten der Wikipedia-Autor Tim Moritz Hector, einer von 20 Ehrenamtlichen, die Wikimedia Deutschland mit einem Reisestipendium für die Wikimania unterstützt und Elly Köpf, Mitarbeiterin von Wikimedia Deutschland im Bereich „Bildung und Wissen“.

By FelixH, CC-BY-SA-3.0

Die Wikimania 2012 ist fast vorbei und Tim Moritz und Elly stellen fest: Es gab eine Reihe an Begriffen, welche uns durch die gesamte Veranstaltung begleitet haben:

Neulinge – Unterstützung –  Hilfe – Usability – Umgangsformen – Feedback – …

Alle beschäftigen sich mit der Frage, wie die Einstiegshürden für Neulinge gesenkt werden können und was die Community dazu beitragen kann. Auch Sue Gardner (Executive Director Wikimedia Foundation) brachte in ihrer Abschlusssession die Aufgabe an die Community zum Ausdruck,  eine freundlichere Athmosphäre für Neulinge zu schaffen und bezog sich dabei auf die sinkende Anzahl an Neuautoren.

Es gibt viele Ansätze und Ideen, wie diesem Problem begegnet werden kann, daher möchten wir unsere Highlights dazu mit euch teilen:

  • Hilfeseitenprojekt in Wikipedia von Peter Coombe (Fellow Wikimedia Foundation): Den „Wildwuchs“ der Hilfeseiten neu zu strukturieren.
  • Teahouse  initiiert von Sara Stierch (Fellow Wikimedia Foundation): Ein Ort in der Wikipedia, an dem Neuautoren auf freundliche Art und Weise Unterstützung bekommen und sich im Bereich „Guests“ auch einander vorstellen können.
  • Feedback-Tools, Templates und Moodbars: wie Tim Moritz bereits in seinem Blogpost berichtete. Auch die Foundation berichtete in ihrem Blog über den Moodbar.
  • Bildungsprojekte: Wie Elly bereits in ihrem Blogpost berichtete. Zudem fand im Rahmen der Wikimania gestern abend ein Education Meetup statt, auf dem sich Wikimedia-Bildungsprojekte aus der ganzen Welt vernetzte.
  • und vieles mehr!

Es wird sich zeigen, welche dieser Ansätze von der deutschsprachigen Community Unterstützung finden. Sie bieten in jedem Fall ausreichend Spielraum für individuelle Anpassungen und laden zu dem ein, was den Unterstützern Freien Wissens im Blut liegt: Dem Remix!

 

 

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„Wikipedia und Bildung“ – Eine Reise durch die Wikimedia-Welt

By Rock drum, CC-BY-SA 3.0

In Washington dreht sich derzeit einiges um die Frage, wie man neue Unterstützer für die Idee Freien Wissens gewinnen kann. Auf der Wikimania, dem größten Treffen der Wikipedia- und Wikimediabewegung, wird neben technischen Aspekten der Usability auch über die Rolle von Bildungsprojekten für die Gewinnung neuer Autoren diskutiert.

So viele Projekte gibt es in den unterschiedlichen Ländern, dass man kaum einen Überblick über alle Aktivitäten haben kann. Eine Konferenz von dieser Größe bietet hier den perfekten Einstieg in die Recherche internationaler Projekte und Aktivitäten. Da beginnt sie also, meine „Reise“in die Wikimedia-Bildungswelt:

Den Anfang findet meine Reise  – natürlich –  in den USA. In einer Session zum Thema „College Students‘ Perceptions of the Wikipedia-Assignment Experience“ berichtet Mona Ibrahim von Ihren Erfahrungen, die sie als Psychologieprofessorin am Concordia College in Minnesota gemacht hat. Sie hat einen genauen Ablauf eines Wikipedia-Projekts formuliert. In diesem beschreibt sie genau, worauf ein Dozent achten sollte. Besonders wichtig ist aus ihrer Sicht das direkte Vorführen des Bearbeitens eines Artikels im Kurs und der Hinweis auf fehlende Seiten, die in der Wikipedia noch benötigt weden. Dennoch beschreibt sie das Feedback der Studenten wie folgt:

Ich hatte das Gefühl mehr Schaden anrichten zu können, als Gutes tun zu können.

Meine zweite Station führte mich direkt nach Mexiko. Leigh Thelmadatter berichtete von Ihren Erfahrungen mit Wikipedia in der Universität. Ihr Ansatz in den Sozialwissenschafen ist es, die Vielsprachigkeit ihrer Studenten zu nutzen. „Wikipedia als fremde Kultur“ einzuführen, hilft ihr dabei, den Studenten die Eigenheiten zu vermitteln, die bei diesem Kulturschock auftreten können. Sehr spannender Ansatz, der das Schreiben eher als kulturelle Praxis wahnimmt und die Kommunikation in den Vordergrund stellt. Verbunden mit GLAM-Aktionen sieht sie ein großes Potential darin, Studenten durch soziale Aktivitäten zum aktiven Mitmachen zu gewinnen. Ihr Fazit: Schreiben muß Spaß machen und die Studenten persönlich und direkt ansprechen!

Persönliche Ansprache ist wichtig, da konnte ich das „Speed-Dating“ gleich dazu nutzen, mit einem Dozenten der Polytechnic of Namibia ins Gespräch zu kommen: Er arbeitet in seinen Seminaren bereits seit 2010 mit Wikipedia. In diesem Kontext beschäftigt er sich mit der Einbindung indigener Sprachen und gesprochenen Quellen. Sein Problem dabei liegt in der schwierigen Belegbarkeit mündlicher Überlieferunen und der Frage, wie er Studenten motiviren kann, weiterhin aktiv zu bleiben. Eine Frage, die in diesem Bereich immer wieder aufkommt.

Next stop: England! Sehr spannend, neben den vielen Aktivitäten rund um Monmouthpedia, ist die Zusammenarbeit von Wikimedia UK mit den Manchester Girl Geek Dinners. Das Konzept dahinter: Frauen treffen sich zum gemeinsamen Abendessen und lernen anschließend gemeinsam, wie man selbst aktiv wird in Wikipedia. Im September wird es zudem in Leicester eine Konferenz zu Wikipedia in Education geben.

Ich lege einen Zwischenstop auf meiner Reise rund um das Wikipedia-Bildungs- Universum ein. Bei unserem „Education Meetup“ stellen Denis und ich die Arbeit des Bereiches Bildung und Wissen vor und gemeinsam diskutierten wir Fragen rund um einzelne Aktionen zu Wikipedia im Bildungsbereich. Faszinierend, wie viele Initiativen es gibt! Erfreulicher Weise nutzten alle Teilnehmer diese Gelegenheit dazu, sich gemeinsam über Motivation und Hürden in der Arbeit mit neuen Autoren auszutauschen und zu vernetzen. Zeit für ein Zwischenfazit: Allen Programmen und Initiativen gemeinsam scheint die Erfahrung des negativen (oder gar fehlenden) Fedbacks zu sein und zur gleichen Zeit die Stärker der persönlichen Einladung und Unterstützung. Jedoch, die Reise hat gerde erst begonnen …

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Wikipedia im Unterricht – Pilotprojekt: „Wikipedia-AG“

„Mach mit und zeig, was du weißt!“ Unter diesem Motto wurde heute in Hannover ein Pilotprojekt mit dem niedersächsischen Kultusministerium gestartet, in dem Lehrer dabei unterstützt werden, Wikipedia bewusst in ihren Unterricht einzubinden. Schule als Ort, an dem aktiv Kompetenzen vermittelt werden, um sich in einer digitalen Welt zurechtzufinden. Mit einem solchen Ansatz lassen sich gleich mehrere Anknüpfungen an den Lehrplan finden: Wikipedia als Quelle zur Förderung der Lesekompetenz, der Medien- und Informationskompetenz und der Schreibkompetenz. Als einmaliger Ort, an dem ein Nutzer nicht nur die Möglichkeit hat, Texte zu lesen und zu prüfen, sondern auch selbst aktiv sein Wissen hinzuzufügen.

Teilnehmer des Projekts sind fünf Pilotschulen aus Stadt und Region Hannover. Zwei von jeder Schule benannte Lehrkräfte erhalten vom Kultusministerium je zwei Anrechungsstunden für die Mitarbeit im Projekt. Die Schule sorgt im Gegenzug dafür, dass in mindestens vier verschiedenen Lerngruppen und mindestens drei verschiedenen Fächern Erfahrungen mit Wikipedia als Quelle und als Publikationsmedium gesammelt und dokumentiert werden. Die hier gewonnenen Erfahrungen werden in Material für Lehrkräfte einfließen. Handlungsschwerpunkte des Projekts sind die aktive Kompetenzvermittlung für die Lehrkräfte und die Gewinnung weiblicher Autoren.

Für einen erfolgreichen Start in das Projekt erhielten die Lehrkräfte der Projektschulen heute gleich eine einführende Fortbildung zu Wikipedia von Raimond Spekking und Elly Köpf. Im Zentrum standen der Austausch zu offenen Fragen und die Vermittlung wichtiger Tipps, die bei der aktiven Mitarbeit bedacht werden sollten. In die Fortbildung flossen sämtliche Erfahrungen aus den drei Programmen des Bereichs „Bildung und Wissen“ mit ein und lieferten so einen vielschichtigen Erfahrunghintergrund, besonders Erfahrungen aus den Lehrerworkshops und Piloten mit Schülern aus dem Programm „Wikipedia macht Schule“. Materialien zu Wikipedia-AG wurden für die Lehrer vorab auf der Lehrplattform Wikiversity eingestellt. In einem extra Arbeits-Raum zu Wikipedia können sich hier Lehrende über den Einsatz von Wikipedia im Unterricht austauschen und gesammelte Erfahrungen einsehen.

Bis zum Projektschuljahr 2012/2013 bleibt nun noch ausreichend Zeit für die Lehrer, erste Schritte in der Wikipedia zu machen und sich selbst mit der Bearbeitung erster Artikel vertraut zu machen. Neben den zehn Lehrkräften nahmen an der Schulung auch drei Betreuer von Multimediamobilen der Niedersächsischen Landesmedienanstalt teil. Diese werden sich für eine weitere Verbreitung der Inhalte über die fünf Schulen hinaus stark machen und das gelernte Wissen in ihre Praxis mit einbauen. Während des kommenden Projektjahres finden noch weitere Fortbildungen statt, an denen alle Projektlehrkräfte teilnehmen und bei denen sie den Wikipedia-Unterricht im eigenen Unterricht gemeinsam planen, bereits gemachte Erfahrungen ausgetauscht und Ergebnisse festgehalten werden können.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Ministerium und den teilnehmenden Lehrern!

Partner:

Auf der Webseite von Wikimedia Deutschland finden Sie die Pressemitteilung zu diesem Thema.

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Say Hello, Wave Goodbye ….

Seit Ende 2008 habe ich für Wikimedia Deutschland Bildungsaufgaben wahrgenommen. Dabei habe ich mich in den letzten eineinhalb Jahren mit meinen Kollegen im Team intensiv der Aufgabe gewidmet, aus isolierten Programmen und Strukturen wie “Wikipedia macht Schule” und “Silberwissen” einen eigenständigen, übergreifenden Bereich “Bildung & Wissen” zu formen. Das von uns gemeinsam entwickelte Bereichsmotto “Mitmachen!”, dass den Fokus der AutorInnengewinnung bei Wikimedia Deutschland zielgruppenoffener gestaltete, war eine wichtige Richtlinie dazu und führte zu einem intensiven und kontinuierlich produktiven Austausch insbesondere mit dem rund dreissigköpfigen Referentennetzwerk des Bereichs. Diese sehr erfüllende und schöne Aufgabe ist nun abgeschlossen, Zeit für etwas Neues.

In diesem Monat werde ich daher in den Bereich Freiwilligenförderung wechseln. Durch diesen Wechsel kann ich meine in den letzten Jahren im Bereich „Bildung & Wissen“ gesammelten Erfahrungen in einen Bereich mitbringen, der mir inhaltlich bereits wohlvertraut ist und sehr am Herzen liegt. Von Anfang meiner Tätigkeit bei Wikimedia Deutschland an haben mich Aufgaben zur Unterstützung der Communities und der Qualitätsförderung beschäftigt und in Programmen wie z.B. dem Literaturstipendium, dem Redaktionstreffen und dem Bilderschatz ihren Niederschlag gefunden. Bei meinen kommenden Aufgaben im alten/neuen Bereich möchte ich mich nun insbesondere auf die Optimierung von Strukturen und Prozessen in der Arbeit für und mit den Communities konzentrieren.

Eine besondere Erfahrung aus dem Bereich „Bildung & Wissen“, die ich mit einbringen möchte in meine neue Arbeit, sind dabei die vielen Stimmen von Lesern bzw. Menschen, die keine Wikipedianer sind. Indem diese Menschen bei zahlreichen Begegnungen mit mir ihre Sicht auf Wikipedia und Freies Wissen teilten und von der alltäglichen Bereicherung und Herausforderung berichteten, die Wikipedia für sie darstellte, veränderten Sie allmählich meine Perspektive auf die Wikipedia. Auch und gerade als Wikipedianer wurde es zum Privileg für mich, besser verstehen zu lernen, wo und warum unser aller Lieblingsprojekt gelegentlich nicht nur Begeisterung, sondern auch Stirnrunzeln, Ärger oder Hilflosigkeit auslöst bei jenen, für die es am Ende gedacht ist. So eröffnete sich mir etwas ganz Neues und ich möchte davon etwas weitergeben.

Für die unglaublich spannende und fantastisch produktive Zeit bei „B&W“ danke ich insbesondere Elly Köpf, sowie Elvira Schmidt, Cornelia Trefflich und Merle Wittich und natürlich insbesondere den Teilnehmern des Referentennetzwerks. Und ich freue mich sehr darauf, Teil eines neuen Teams aus Johannes Rohr, Julia Kloppenburg und Christoph Jackel zu werden.

Auf bald, wir lesen uns!

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Silberwissen – Erfahrung teilen

Bildung & Wissen setzt sich mit seinen verschiedenen Programmen für die Förderung und Gewinnung von neuen Wikipedia-Autoren und die Aufklärung über Freies Wissen ein, so auch im Programm Silberwissen.

Teilnehmer am DGPT-Workshop (April 2012) im Museum für Kommunikation, Berlin (Foto: Elvira Schmidt, CC-BY-SA 3.0)

„Ich bin Rentner und habe aus eigenen Erfahrungen zahlreiche Kenntnisse über Geographie und Geschichte Norwegens und möchte dazu Beiträge zur Wikipedia leisten.“
– liest man auf der Seite eines Benutzers aus dem Programm Silberwissen.

 

Wussten Sie schon?

Über das 2010 ins Leben gerufene Silberwissen gibt es im Zwischenfazit durchaus viel Positives zu berichten: Ein „Silberwisser“- Benutzer ist seit 2011 dabei und hat mittlerweile über 140 Beiträge in mehr als 60 Artikeln. Doch nicht nur das: Zwei andere Neuautoren schafften es auf die Startseite der Wikipedia unter der Rubrik „Schon gewusst?“ und ein dritter konnte seinen Beitrag als Artikel des Monats im Brandenburg-Portal platzieren.

Die ersten Schritte

Die ersten Schritte sind oft die schwierigsten, so auch in Silberwissen. Was in den Einführungs-Workshops immer wieder auftaucht, sind zweifelnde Fragen – dass da wirklich jede/r mitschreiben kann? – und Nachfragen zur Qualitätskontrolle der Artikel – was passiert denn eigentlich, wenn jemand etwas Falsches dort hinein schreibt? Auch erwies sich, dass jene Teilnehmer/-innen, die ein spezielles Thema mitbrachten eher ihren ersten, eigenen Artikel (!) fertig stellten. Dazu gehören z.B. Artikel wie Otto Antoine, die Indoeuropäische Telegraphenlinie, der Vertrag von Karlstad, (…). Besonders wichtig für die älteren Teilnehmenden ist auch das Wiederholen von technischen Abläufen. Dies ist eine kleine Herausforderung für unsere Referenten und alteingesessenen Wikipedianer, denen viele technische Fähigkeiten schon längst in Fleisch und Blut übergegangen sind. Dennoch: Die Nachfrage am Programm ist sowohl bei Bildungsträgern als auch bei Älteren hoch – was sich u.a. an der insgesamt gestiegenen Anfragenzahl zeigt.

 

Hürden meistern

Zugleich haben wir Erfahrungen gewonnen, die verdeutlichten, wo Silberwissen noch ausbaufähig ist. So scheint die Vorstellung für manche Senioren „da selbst mitzuschreiben“, beängstigend. Sie kommen zwar gern zum „Einführungsvortrag“, wenn es ans „Mitmachen“ geht, nimmt das Interesse jedoch deutlich ab. Es zeigte sich, dass es in kleineren Orten tendenziell schwierig war, genügend Interessenten für einen (oder gar mehrere) Workshops zu begeistern. Als problematisch hat sich auch die Heterogenität der Zielgruppe selbst erwiesen. Schon in der Altersgruppe zwischen 55 und 75 können unter Umständen Teilnehmer/-innen mit sehr unterschiedlichen Ausgangskenntnissen im Umgang mit Computern und Internet liegen. Nicht zuletzt hing das Gelingen eines Kurses auch stark vom Engagement und Interesse der kooperierenden Bildungsträger ab.

 

Selbst aktiv werden

Nach anderthalb Jahren hat die Bekanntheit von Silberwissen durch die zunehmende Vernetzung erheblich zugenommen. Gerade bei älteren Menschen ist der persönliche Kontakt Dreh- und Angelpunkt. Der mehrfach geäußerte Wunsch nach weiteren von erfahrenen Wikipedianern begleiteten Workshops, über die ursprünglich geplanten hinaus, belegt diesen Bedarf. So kam es, dass nach mehreren Workshops weitere Treffen geplant und durchgeführt werden konnten. Doch allein mit dem Artikelschreiben geben sich die engagierten Teilnehmer/-innen längst nicht zufrieden. Was wäre ein guter Artikel ohne Bilder? Zunächst geht es darum, eigene Bilder hochzuladen und mit einem Artikel zu verknüpfen. Unsere „Silberwisser“ bringen viel Zeit und Geduld auf, um interessante Bilder quasi nebenbei zu „befreien“- Zeit und Geduld, die Berufstätige nicht immer aufbringen könnten.

Möchten Sie uns bei unserer Arbeit unterstützen, haben Sie Fragen oder wollen Sie am Programm Silberwissen teilnehmen, dann schreiben Sie uns eine Mail.

 

Elvira Schmidt und Cornelia Trefflich

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Wissen teilen – Frauen starten gemeinsam in die Wikipedia

Eybisch-Klimpel, CC-BY-SA 3.0

Der Anteil weiblicher Autoren in der Wikipedia ist erschreckend gering. Wikimedia Deutschland organisiert in diesem Jahr daher eine Reihe von Aktionen, um auf dieses Ungleichgewicht hinzuweisen. Erste Veranstaltungen fanden bereits mit dem Frauen Computer Zentrum Berlin und den Frauenring Kiel statt. Der erste Workshop in diesem Rahmen fand nun am Dienstag in Berlin gemeinsam mit der Beratungsstelle Frau und Beruf e.V. für Frauen im beruflichen Übergang statt. Zum Pilotprojekt im IT-Trainingsraum der Beratungsstelle ber-IT kamen zehn Teilnehmerinnen, die Wikipedia zwar ausgiebig nutzen und schätzen – jedoch bisher beim Versuch, daran mitzuwirken, auf Hindernisse gestoßen sind und allein nicht weiter kamen.

Entstanden war die Idee zu diesem Workshop aus zwei Problemen heraus: Zum einen stellte Cornelia Eybisch-Klimpel in ihrer Beratungsarbeit fest, dass hervorragend ausgebildete und ambitionierte Frauen, die in der Phase des beruflichen Übergangs darunter leiden, dass ihr Wissen nicht abgefragt wird, sie es nicht teilen und aktualisieren können. Dadurch steigt die Gefahr, fachlich den Anschluss zu verlieren. Das wirkt sich zunächst negativ auf das Selbstwertgefühl aus und in der Folge dann auch auf den (zumindest gefühlten) Marktwert. Viele vermissen zudem die Vernetzung mit Experten und die Versorgung mit Informationen, die bei der Jobsuche so wichtig sind. Zum anderen kann Wikipedia davon profitieren, wenn mehr weibliche Autoren an der Enzyklopädie mitarbeiten. Nur neun Prozent der Wikipedianer sind weiblich – es fehlt also ein wesentlicher Teil der Sicht auf die Welt in unserer größten Online-Enzyklopädie.

„Vernetzung“ das war auch das Stichwort, welches sich durch den gesamten Workshop zog. Die Idee lag daher nahe, die jobsuchenden Frauen und Wikipedia zusammen zu bringen. Die Hindernisse wurden im Workshop klar beim Namen genannt: Zum einen die fehlende Zeit und zum anderen das Gefühl, mit den ersten Editierversuchen ins anonyme Leere zu tappen. Eine Teilnehmerin berichtete davon, dass ein Beitrag von ihr bereits gelöscht wurde. Aus solchen Erfahrungen resultierte die Angst, dann womöglich unfreundlich kommentiert auf einer „Löschliste“ zu landen. In der Diskussion stellte sich heraus, dass für die Arbeit in der Wikipedia der Aspekt der intensiven Diskussion über Fachthemen jedoch auch als mögliche Chance gesehen werden kann.

Köpf, CC-BY-SA 3.0

Nach anfänglicher Skepsis war es für die Teilnehmerinnen gut, jemanden zur Seite zu haben, der aufklären kann: Dass es zum Beispiel Hilfeseiten in der Wikipedia und das Mentorenprogramm gibt, dass es Plattformen und Portale für Rückfragen und Unterstützung von Frauen gibt und dass jede Aktivität auch wieder rückgängig gemacht werden kann. Während des Workshops begannen die Teilnehmerinnen sofort damit, selbst aktiv zu werden und Artikel direkt zu verbessern, Wartungsbausteine zu entfernen und sich inhaltliche Gedanken zur eigenen Arbeit zu machen. Der freundlich gemeinte Baustein, der nach der Anmeldung auf den Diskussionsseiten der Benutzer erschien, sorgte bei den Teilnehmerinnen kurz für Entrüstung, da er als zu anonym und wenig einladend empfunden wurde. Offene Fragen wurden gesammelt und im laufe des Workshops abgearbeitet: Wie binde ich Bilder ein, wie kann ich grafisch Artikel aufarbeiten und was sind zulässige Quellen, waren nur drei der Fragen, die in den Gruppendiskussionen immer wieder aufkamen.

Im Anschluss an den Wikipedia-Workshop kamen die Teilnehmerinnen zu dem Schluss, dass die Hürden durch das gemeinsame Arbeiten deutlich gesenkt werden konnten, dass die „schnellen Erfogserlebnisse“ zählten und dass die Arbeit direkt „am offenen Herzen“ durchweg positiv war. Zwei Teilnehmerinnen verabredeten sich sogleich , gemeinsam einen Artikel umzuschreiben: „Der geht ja gar nicht!“ Auch die zwei Referenten konnten deutliche Unterschiede zu bisherigen Workshops feststellen, so z.B. ein größeres Bedürfnis nach persönlicher „real-live“-Vernetzung und die äußerst produktive Diskussion und offenen Fragen der Teilnehmerinnen. In einer zweiten Veranstaltung von Frau und Beruf e.V. wird es um die Frage gehen, wie die Arbeit an Wikipedia für die Jobsuche und die eigene Vernetzung helfen kann. Wikipedianerinnen, die Interesse haben, an dem zweiten Teil der Veranstaltung nächsten Dienstag (19.6.2012 18.00-21.00 Uhr) teilzunehmen, können sich gerne bei Conni Eybisch-Klimpel dazu anmelden. Wikimedia Deutschland bedankt sich bei den Teilnehmerinnen und freut sich über direkte Rückmeldung und weitere interessiete Institutionen und Partner für gemeinsame Aktionen wie diese.

Ein gemeinsamer Text von Conni Eybisch-Klimpel und Elly Köpf

 

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Bildung und Wissen unterwegs – iMedia und co

Neben den Workshops, die wir in ganz Deutschland regelmäßig durchführen, standen in diesem Monat für den Bereich „Bildung und Wissen“ wieder mehrere Tagungen auf dem Programm. Wir waren daher u.a. am 22. Mai 2012 auch in diesem Jahr wieder mit einem Stand auf der iMedia, der großen zentralen rheinland-pfälzischen Lehrertagung in Mainz, vertreten, um dort das Programm Wikipedia macht Schule und den Bereich zu präsentieren. Über 1300 Lehrerinnen und Lehrer nahmen an der Tagung teil, und das Interesse an Wikipedia im Unterricht hat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal erheblich zugenommen. Cornelia Trefflich und der freie Referent Jürgen Fenn verteilten Informationsmaterial, standen für viele Einzelfragen zur Verfügung und haben Anfragen zu weiterführenden Informationen entgegengenommen.

Gut 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zu dem Workshop zum Thema „Wikipedia im Unterricht – Chance oder Risiko?!“ und beteiligten sich an einer konstruktiven Diskussion, die am Ende auf die Frage hinauslief, was es für die Pädagogik bedeute, wenn das Wissen jederzeit über das Internet für alle abrufbar ist. Die gestellten Fragen spiegelten auch gut die Erfahrung wieder, die wir in sonstigen Workshops beobachten. Wie sollte unter den gegebenen  Umständen Medienkompetenz und Informationskompetenz im Unterricht bestmöglich hergestellt werden? Wie kann man die Inhalte in Wikipedia angesichts ihrer Allgegenwärtigkeit auch in den Suchmaschinen kritisch prüfen? Und welche Möglichkeiten gibt es für Lehrer und Schüler, sich an der Erstellung von Inhalten für Wikipedia zu beteiligen?

Im direkten Gespräch am Stand nahm die Frage nach lizenzrechtlichen und urheberrechtlichen Fragen gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Aufgrund der Diskussion um Open Educational Ressources (OER) durch den sogenannten „Schultrojaner“ und den engen Vorgaben für das Kopieren von Materialien, die von den Schulbuchverlagen angeboten werden, sehen sich viele Lehrerinnen und Lehrer vor erhebliche Probleme gestellt, wenn sie mit ihren Schülern vollständig digital arbeiten möchten. Deshalb ist das Interesse an Lehrmaterial, das unter einer freien Lizenz steht, erheblich gewachsen. Entsprechend der Konkretisierung der Fragen auf die Weiternutzung Freier Inhalte war auf der Tagung das neue Faltblatt, das Wikimedia Deutschland zu freien Lizenzen erstellt hat, stark nachgefragt. Darin wird die lizenzkonforme Nutzung freier Inhalte anschaulich erklärt. Bilder von Wikimedia Commons und Wikipedia-Artikel können ohne Einschränkungen für Arbeitsblätter und Präsentationen im Unterricht verwendet werden, daher ist auch hier das Interesse groß.

Tags darauf waren wir auf der Fachtagung Globales Lernen digital vertreten, die im Rahmen der Mediale vom Studiengang Online-Journalismus der Hochschule Darmstadt ausgerichtet wurde. An der Konferenz nahmen zahlreiche Referenten aus dem Bildungsbereich sowie von NGOs teil, die an grundlegenden Informationen über die Entwicklung im Web 2.0 und im Bildungswesen interessiert sind. Das Interesse an dem Thema Freies Wissen und Globales Lernen war groß (die Inhalte der Präsentation stehen auf Wikiversity zur Verfügung). Insbesondere zu den Initiativen der Wikimedia Foundation zum Abbau der Digitalen Kluft zwischen Nord und Süd mittels einer Zusammenarbeit mit einem Mobilfunkprovider in Afrika sowie durch das Outreach-Programm ergab sich eine interessante Diskussion aufgrund der Nachfragen zu dem Impuls des Referenten. Es besteht großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit seitens der Hochschule zur Vermittlung von grundlegenden Informationen über Wikipedia, über freie Inhalte und über die Arbeit der Wikimedia Foundation und der Fördervereine, das wir gerne aufgreifen.

Wikimedia Deutschland hat sich in diesem Jahr die Weiternutzung Freier Inhalte zum Ziel gesetzt und freut sich, im Rahmen der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Open Educational Resources, eine Beitrag leisten zu können. Interessierte können ihre Lehrmaterialien auf der Plattform Wikiversity zur Verfügung stellen, um sie dort gemeinsam unter freier Lizenz zu teilen und weiterzuentwickeln. Gerne klärt Wikimedia auch über die Nutzung und Bearbeitung der Inhalte auf und unterstützt Sie bei ihren Fragen. Abschließend zeigt sich für den Bereich Bildung und Wissen, dass rund um „Freies Wissen“ und „Bildung“ derzeit vieles im Umbruch ist und der Bereich einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die theoretische Diskussion um OER mit der praktischen Nutzung zu verknüpfen. Wir freuen uns auf die weitere Arbeit mit Euch und stehen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Es grüßen, Jürgen Fenn und Elly Köpf

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MAI-Tagung: Museums and the Internet

Seit 2001 treffen sich netzafine Museumsmenschen zur MAI-Tagung, Akronym für „Museums And the Internet“. Nachdem in den Jahren zuvor schon Helge Rieder das Wikipedia-Fähnlein hoch gehalten hatte, sollten die Wikimedia-Projekte, sollte vor allem Wikipedia im Jahr 2012 eine deutliche Präsenz zeigen. 2012 gehört der GLAM-Bereich zu den Schwerpunkten der Wikimedia-Arbeit, sei es durch die ersten offiziellen Zusammenarbeiten beim „Wikipedian in Residence“ oder bei „Wiki Loves Monuments„. So nahm ich einmal mehr an einer Fachtagung teil, dieses mal jedoch auch in einer aktiven Rolle.

Nachdem die Tagung am Montag dem 21. Mai in der Alten Handelsbörse eröffnet wurde, stellte Ivana Scharf ihren Versuch des Crowdfundings für kulturelle Bildung vor, es folgten Geo- und Culturecachingvorschläge für den musealen Bereich. Viele der folgenden Beiträge beschäftigten sich mit der Nutzung mobiler Endgeräte, der Barrierefreiheit und dem Einsatz des Internets für die schulische Bildung. Ebenfalls vorgestellt wurde das Projekt „Linked Heitage„. Am zweiten Tag drehte sich vieles um Social-Media-Themen: Facebook, Google+, Youtube und Blogs.

Letzter Vortrag im Social-Media-Block war mein Beitrag „Wikipedia trifft Museen – der „Wikipedian in Residence“ und andere Formen der Kooperationen zwischen Museen und Wikipedia“. Es war mein erster Vortrag und auch meine erste selbst erstellte Präsentation. Wie mir hinterher freundlicherweise versichert wurde, habe ich mich dabei nicht blamiert. Es war schwer, alle meine Themen in nur 15 Minuten unterzubringen. Doch trotz der Kurzform in allen Bereichen konnte ich nur meine beiden ersten, letztlich auch die Wichtigsten, vorstellen. Nach einer sehr kurzen Einleitung angereichert mit einigen Statistiken stellte ich wie im Titel schon angezeigt das „Wikipedian-in-Residence“-Konzept vor. Danach das Tagungsmodell „Wikipedia trifft…“, für das in näherer Zukunft „Wikipedia trifft Museen“ geplant ist. Zu „Wiki Loves“ – „Art“ und „Monuments“ – kam ich leider nicht mehr, ebenso wenig zum Hochschulprogramm. Aber auch das was ich präsentierte wurde sehr positiv aufgenommen. Sowohl „Wikipedia trifft Museen“, als auch „Wikipedia trifft Archäologie“, wurde erfreut zur Kenntnis genommen und vielfach direktes Interesse angemeldet. Auch das Residence-Programm fand Interesse, obwohl auch einfache Schulungen der Museumsmitarbeiter angefragt wurden.

Nach meinem Vortrag folgten zwei Stunden mit Kurzvorträgen, vor allem zu praktischen Beispielen der Nutzung der neuen Medien im musealen Raum. Sicher war nicht jedes Thema aus wikipedianischer Sicht von Interesse, dennoch sind diese Blicke über den Tellerrand immer wieder sehr erfrischend. Und einmal mehr konnte ich eine Sache lernen: das Interesse an Wikipedia und auch das praktische Interesse an Zusammenarbeiten ist weit verbreitet.

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