Archiv für die ‘Bildung’ Kategorie



Vogeleier, literarische Salons und eine lange Nacht

Seit Mitte Juli bin ich als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Wie angekündigt berichte ich an dieser Stelle über den zweiten Monat meiner Residency.

Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais
Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais

Beek100, CC-BY-SA 3.0 Unported

Das größte Projekt der letzten Wochen war die Lange Nacht der Museen, bei der die Wikipedia mit einem eigenen Stand im Ephraim-Palais vertreten war. Dessen Organisation und Vorbereitung lag in meinen Händen, den Abend über wurde ich von Barbara Fischer und drei Wikipedianern tatkräftig unterstützt. Gemeinsam informierten wir die Besucher über die Wikimedia-Projekte und bearbeiteten gemeinsam mit ihnen den Wikipedia-Artikel zu Werner-Victor Toeffling, dessen Bühnenbildentwürfe zurzeit im Ephraim-Palais zu sehen sind. Abgerundet wurde unser Auftritt durch eine Weltkarte der Letzten Änderungen und eine Demonstration der Software QRpedia.

Bereits kurz vor der Langen Nacht war der erste Wikipedianer zu Besuch in der Sammlung. Benutzer:Donkey shot von der Redaktion Biologie kam vorbei, um die in der Naturwissenschaftlichen Sammlung aufbewahrten Vogeleier und -präparate zu sichten. Der zuständige Mitarbeiter stellte die verschiedenen Teilsammlungen vor, es entwickelten sich immer wieder Fachgespräche, bei denen ich als Laie nur staunen konnte. Zum Abschluss fotografierten wir die Aufschriften der Archivschachteln und überblicksartig die freistehenden  Präparate in den Regalen. Im Laufe der nächsten Wochen sollen die „Wikipedia-Biologen“ daraus nun ihre Favoriten auswählen, die dann im Rahmen eines Aktionstags für Wikimedia Commons fotografiert werden. In den Räumen der Stiftung steht den Wikipedia-Fotografen dabei ein vollständig ausgestatteter Raum mit Fototisch und Blitzanlage zur Verfügung.

Anfang September hatte ich die Gelegenheit, ein umfangreiches und ehrgeiziges Kooperationsprojekt zwischen einer Kulturagentin, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und der Bettina-von-Arnim-Schule in Reinickendorf zu unterstützen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts werden Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe in den Häusern und Archiven des Stadtmuseums zum Thema „Literarische Salons in Berlin“ recherchieren. Die Ergebnisse sollen anschließend nicht nur in Facharbeiten, sondern auch zur Verbesserung bestehender und Neuanlage noch fehlender Wikipedia-Artikel verwendet werden. Zur Vorbereitung fand am 4. September ein Autorenworkshop in den Räumlichkeiten der Schule statt, bei dem ich dankenswerterweise von Benutzer:Schlesinger aus dem Referentennetzwerk unterstützt wurde. So konnten wir nach einem einleitenden Vortrag die Gruppe zwecks besserer Betreuung teilen; im Laufe des Vormittags wurde nicht nur der Wikipedia-Artikel zur Schule verbessert, sondern auch kurze Artikel zu deutschen Paralympioniken neu angelegt.

Neben den genannten Projekten ging natürlich auch die bald schon alltägliche Arbeit weiter voran. In Mitarbeiterschulungen entstanden Artikel zu den Berliner Amtsketten, den Fliesenbildern aus dem Fußgängertunnel des Alexanderplatzes, Neujahrsplaketten und der Künstlerin Emma Stibbon. Auch gab es Gespräche mit der Fotothek, in denen grundsätzliche Richtlinien zur Freigabe von Bildmaterial vereinbart und mögliche Großspenden und Kooperationen mit der Community erörtert wurden.

Nach dem GLAMcamp in London, das ich gemeinsam mit Benutzer:Peter Weis besuche, wird es an dieser Stelle eine umfangreiche Berichterstattung geben. Anschließend erscheint Mitte Oktober mein Abschlussbericht.

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Klicksafe: Fünf Tipps für den Umgang mit Wikipedia im Unterricht

Der Startschuss für die Zusammenarbeit mit Klicksafe und dem Bereich Bildung und Wissen ist gefallen: Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien.

Unter dem Stichpunkt „Suchen und Recherchieren im Netz“ finden sich nun fünf Artikel in anschaulicher Form zum Thema Wikipedia:

  • Wie verlässlich ist Wikipedia?
  • Woran erkenne ich einen guten Artikel?
  • Wie funktioniert Wikipedia?
  • Wie recherchiert man mit Wikipedia?
  • Wie setzt man Wikipedia im Unterricht ein?

Diese neuen Seiten geben einen guten Einblick in die Vielschichtigkeit von Wikipedia und bieten neue Ansätze für die Einbindung dieser Aspekte in den Unterricht. Speziell wird z.B. die Historie der Artikel, thematisches Arbeiten und Quellenumgang in kurzer und überischtlicher Art erläutert. Dieser zweite Schritt ebnet den Weg zu einer weiteren Zusammenarbeit für das kommende Jahr. Zusammen mit den Teilnehmenden der Wikipedia-AG, die ab Ende September mit dem niedersächsischen Kultusministerium in Hannover startet, werden dann 2013 Materialien erarbeitet, die Lehrern im Unterricht den Einsatz von Wikipedia erleichtern werden.  So lange hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack.

 

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Bildung & Wissen – Herzlich willkommen Nils Weichert!

Der neue Bereichsleiter Bildung & Wissen, Nils Weichert. Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0

Die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland erhielt am 1. August Verstärkung: Nils Weichert wird künftig den Bereich „Bildung und Wissen“ leiten. Gemeinsam mit Elly Köpf, Elvira Schmidt, Cornelia Trefflich und Merle von Wittich soll das Profil des Bereichs geschärft werden – insbesondere durch innovative Programme, wirkungsvolle Projekte und starke Kooperationen.

Der Aufbau von Fachbereichen und die Entwicklung von Bildungsprogrammen standen bereits in den vergangenen Jahren im Zentrum der Arbeit von Nils Weichert. Der promovierte Politikwissenschaftler leitete bisher den Bereich „Demokratische Kompetenzen“ der Stiftung EJBW. Hier stand neben der forschungsbasierten Entwicklung und Umsetzung von Bildungsprogrammen und klassischer Bildungsplanung auch die Entwicklung neuer Lehr-/Lernformate und -materialien im Mittelpunkt.

Thematisch arbeitete Nils Weichert insbesondere zu Beteiligungs-, Gleichstellungs- und Kompetenzfragen und zu den Diskursfeldern Diversity und Wissen sowie Zeit und Wissen. Dabei verbanden sich wissenschaftliches Know-how mit Best Practice. Über gezielte Maßnahmen zur Qualifizierung, Strategieentwicklung oder flankierende Publikationen galt sein besonderes Anliegen dem Transfer innovativer Ansätze in unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte.

Diversität des Wissens – und hier besonders durch die Steigerung der Beteiligung von Frauen an den Wikimedia-Projekten – ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Bereichs Bildung und Wissen. Mit seinen vielfältigen Erfahrungen besonders in Gender- und Diversity-Ansätzen verspreche ich mir wichtige Impulse von Nils Engagement bei Wikimedia Deutschland.
Ich freue mich sehr darüber, dass Nils nun für Wikimedia Deutschland arbeiten wird und uns mit seiner Erfahrung unterstützt.

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Was hat Wikipedia mit einer Stadt gemeinsam?

Dieser Artikel wurde verfasst von Jana Hochberg, die Wikimedia Deutschland seit kurzem im Bereich „Bildung und Wissen“ als Referentin unterstützt. Dazu hat sie am 27.07.2012 an einer Schulung teilgenommen, die sie und ihre Kolleginnen bei ihren ersten Schritte in der Wikipedia unterstützt. Die Schulung der drei neuen Interessentinnen fand in der Geschäftsstelle in Berlin statt. Vielen Dank an alle Beteiligten!

 

de:user:Zakysant, CC-BY-SA-3.0

Pulsierend, atmend und schwitzend empfängt mich Berlin in der letzten Woche. Das Referenten-Treffen von Wikimedia lenkte meine Wege an diesen ersten sommerlich heißen Tagen in die flimmernde Hauptstadt – mitten hinein, nicht etwa an den abkühlenden Wannsee. Ein Seitenkanal der Spree befindet sich jedoch in der Nähe und lies die Hoffnung auf Abkühlung bestehen.

Wieder einmal wird bei meiner Ankunft in dieser bittersüßen Stadt Flexibilität und Querdenken gefordert. Eine gesperrte U-Bahn-Station durchbricht zaghaft entstandene Routinen vergangener Berlin Aufenthalte. Berlin ist eben anders und das ständig!

Genau der richtige Standort für Wikimedia, finde ich!

 

Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung freien Wissens e.V. unterstützt verschiedene Projekte, welche gemeinsames Wissen kollaborativ aufarbeiten. Um den Umgang mit freiem Wissen zu fördern, steuern Wikimedia-Referenten immer wieder verschiedene Andockmöglichkeiten an. Wikimedia Deutschland-Referenten sind in vielen unterschiedlichen Städten zu Hause. Ab und zu ergibt es sich, dass sich die vielfältigen Wege der Referenten überschneiden oder zusammengeführt werden. So wie an diesen heißen Tagen.

Gekennzeichnet sind dann auch diese Treffen beispielsweise von Humor, Fröhlichkeit, dem Suchen nach neuen Ansatzmöglichkeiten und dem Aufbrechen von Routinen.

Das größte Projekt der Wikimedia Foundation ist die Wikipedia – die freie Online-Enzlyklopädie.

Angeregt durch die Teilnehmer stelle ich mir Wikipedia immer wieder in den nächsten Stunden als metaphorische Stadt vor, die für jeden Besucher einen ganz eigenen Spielplatz anbietet. Auf welchen Spielplatz ich mich wohl gern bewege?

Die Stadt als Projektionsfläche / Metaebene zu benutzen auf die man immer wieder zurückgehen und von dort aus neu starten kann, ist ein spannendes und aufregendes Stilmittel. Die Landingpage bildet dabei den Hauptbahnhof ab, von der aus jeder seinen eigenen individuellen Weg in die Wikipedia finden kann, egal, ob er als Tourist an der Oberfläche vorbeischaut oder in den Tiefen der Kanalisation hinabsteigt und an der Verbesserung des kollaborativen Riesenprojektes arbeitet.
In Wikipedia tummeln sich Techniker, Community-Interessierte, Enzyklopädisten, Kritiker und viele andere Varianten, die sich auch manchmal überschneiden.

Weiterhin befassen wir uns mit inhaltlichen Fragen zur Wikipedia, wie auch organisatorischen Fragen zu einem exemplarischen Aufbau eines solchen Seminars, wie bspw.:

  • Welche Regeln liegen der Wikipedia?
  • Wie weit kann man den Artikeln vertrauen?
  • Wie kann ich meine Zuhörer abholen?
  • Wie kann ich die komplexen Strukturen einfach darstellen?
  • Was für technische Probleme können sich in einem Seminar ergeben, wenn mehrere an der Wikipedia gleichzeitig editieren?
  • Wie funktionieren Wikis?

J. Hochberg, CC-BY-SA 3.0

Die Zeit ist an diesem Tag nur so an einem vorbei geflogen. Mit vielen abkühlenden Getränken, frischem Obst und Eis, lies sich sogar die sommerliche Hitze in ein wohltuendes mittägliches Sonnenbad mit anregender Diskussion in einem der typischen vielfältigen Straßenrestaurants Berlins umwandeln.

Fast jeder kann seinen Platz in dieser Stadt finden.

:D
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Warum in Wikipedia mitmachen? Videointerviews vom WikiWomenCamp

Gastbeitrag von Nathalie Köpff

Nathalie Köpff war Stipendiatin des WikiWomenCamps und wird bald im Referentennetzwerk tätig sein.

 

Frauen in der Wikipedia… davon gibt es vergleichsweise wenige. Um sich darüber auszutauschen und erste Gründe herauszufinden, warum Frauen Zeit und Mühe in Wikipedia stecken, und warum eben nicht, trafen sich bereits Mitte Mai Frauen aus aller Welt in Buenos Aires zum WikiWomenCamp. Auf dem ersten WikiWomenCamp wurden die Ursachen der geringen weiblichen Beteiligung besprochen und erste Ansätze für Aktionen diskutiert. Wer mehr darüber erfahren möchte, – es gibt einen Bericht über das Camp der WikiWomen.

17 Frauen aus elf Ländern nahmen hieran teil, so gab es auch die Gelegenheit, sie nach ihrer persönlichen Wikipedia-Geschichte zu fragen. Wie kamen diese Frauen zur Wikipedia, wie sehen diese engagierten Frauen das Projekt und was motiviert sie, sich in der Wikipedia zu beteiligen. Die Videos könnt Ihr über die folgenden Links ansehen.

Vielen Dank an alle Interviewten. Es hat sehr viel Spaß gemacht, das Gespräch mit Euch zu führen.

Nathalie Köpff

 

Beatriz Busaniche Beatriz Busaniche unterstützt Wikimedia Argentinia und half das WikiWomenCamp zu organisieren. Sie ist Professorin an der Universität in Buenos Aires und ist in der Freien-Software Community sehr aktiv. Sie hat noch nie darüber nachgedacht, was sie an der Stange hält, aber auf jeden Fall ist ein wichtiger Punkt, dass normale Leute großartige Dinge tun. Du und ich, „You are part of something big.“

Siska Doviana Siska Doviana aus Indonesien ist Mitbegründerin von Wikimedia Indonesien und  sieht unter anderem einen persönlichen Vorteil:  „I don’t want my writing to be wasted.“

Charlene Foster Charlene Foster kommt  aus Südafrika und ist eine der Direktoren der Wikimedia Südafrika. Dazu engagiert sie sich in vielen Sozialprojekten. Wikipedia bedeutet für sie: „Bringing people together in terms of dicussing environment, students and education.“

Sue Gardner: Die gebürtige Kanadierin ist Exekutive Director der Wikimedia Foundation. Sie sieht die große Bedeutung der Wikipedia auch in einer Art Bildungsauftrag. Sie selbst bleibt dabei, denn „it feeds my curiosity“.

Laura Hale Die nach Australien ausgewanderte US-Amerikanerin ist VizePräsidentin der Wikimedia Australien und hat das WikiWomenCamp mit iniitiert: Wikipedia gives the chance to „develop professional type experiences“ and it is a „great way to show how people do certain things.“

Netha Hussain Die Medizinstudentin ist vor allem in der indischen Wikipedia aktiv und schätzt den Zusammenhalt und die Möglichkeiten durch die Community sehr: „I got to know a lot of people just because of being a Wikipedian.“

Kounila Keo Kounila Keo ist eine junge Journalistin aus Kambodscha. Aus einem Land kommend, in dem freie Meinung und Wissen nicht selbstverständlich sind, sagt sie: „Access to information is the most rewarding element of our lives.“

Anastasia Lvova Anastasia Lvova aus Russland sieht die persönliche Entwicklung durch das Schreiben in der Wikipedia als eine Bereicherung: „Wikipedia gives people not only information but skills.“

María Sefidari María Sefidari ist Mitbegründerin der Wikimedia Espana. Sie schreibt sehr viel in der Wikipedia und selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind, aber spätestens, wenn sich jemand bei ihr für einen ihrer Beiträge bedankt, merkt sie: „Maybe it’s important to someone somewhere in the world.“

 

 

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Zwei Wikimaniacs – Ein Rückblick

Es berichten der Wikipedia-Autor Tim Moritz Hector, einer von 20 Ehrenamtlichen, die Wikimedia Deutschland mit einem Reisestipendium für die Wikimania unterstützt und Elly Köpf, Mitarbeiterin von Wikimedia Deutschland im Bereich „Bildung und Wissen“.

By FelixH, CC-BY-SA-3.0

Die Wikimania 2012 ist fast vorbei und Tim Moritz und Elly stellen fest: Es gab eine Reihe an Begriffen, welche uns durch die gesamte Veranstaltung begleitet haben:

Neulinge – Unterstützung –  Hilfe – Usability – Umgangsformen – Feedback – …

Alle beschäftigen sich mit der Frage, wie die Einstiegshürden für Neulinge gesenkt werden können und was die Community dazu beitragen kann. Auch Sue Gardner (Executive Director Wikimedia Foundation) brachte in ihrer Abschlusssession die Aufgabe an die Community zum Ausdruck,  eine freundlichere Athmosphäre für Neulinge zu schaffen und bezog sich dabei auf die sinkende Anzahl an Neuautoren.

Es gibt viele Ansätze und Ideen, wie diesem Problem begegnet werden kann, daher möchten wir unsere Highlights dazu mit euch teilen:

  • Hilfeseitenprojekt in Wikipedia von Peter Coombe (Fellow Wikimedia Foundation): Den „Wildwuchs“ der Hilfeseiten neu zu strukturieren.
  • Teahouse  initiiert von Sara Stierch (Fellow Wikimedia Foundation): Ein Ort in der Wikipedia, an dem Neuautoren auf freundliche Art und Weise Unterstützung bekommen und sich im Bereich „Guests“ auch einander vorstellen können.
  • Feedback-Tools, Templates und Moodbars: wie Tim Moritz bereits in seinem Blogpost berichtete. Auch die Foundation berichtete in ihrem Blog über den Moodbar.
  • Bildungsprojekte: Wie Elly bereits in ihrem Blogpost berichtete. Zudem fand im Rahmen der Wikimania gestern abend ein Education Meetup statt, auf dem sich Wikimedia-Bildungsprojekte aus der ganzen Welt vernetzte.
  • und vieles mehr!

Es wird sich zeigen, welche dieser Ansätze von der deutschsprachigen Community Unterstützung finden. Sie bieten in jedem Fall ausreichend Spielraum für individuelle Anpassungen und laden zu dem ein, was den Unterstützern Freien Wissens im Blut liegt: Dem Remix!

 

 

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„Wikipedia und Bildung“ – Eine Reise durch die Wikimedia-Welt

By Rock drum, CC-BY-SA 3.0

In Washington dreht sich derzeit einiges um die Frage, wie man neue Unterstützer für die Idee Freien Wissens gewinnen kann. Auf der Wikimania, dem größten Treffen der Wikipedia- und Wikimediabewegung, wird neben technischen Aspekten der Usability auch über die Rolle von Bildungsprojekten für die Gewinnung neuer Autoren diskutiert.

So viele Projekte gibt es in den unterschiedlichen Ländern, dass man kaum einen Überblick über alle Aktivitäten haben kann. Eine Konferenz von dieser Größe bietet hier den perfekten Einstieg in die Recherche internationaler Projekte und Aktivitäten. Da beginnt sie also, meine „Reise“in die Wikimedia-Bildungswelt:

Den Anfang findet meine Reise  – natürlich –  in den USA. In einer Session zum Thema „College Students‘ Perceptions of the Wikipedia-Assignment Experience“ berichtet Mona Ibrahim von Ihren Erfahrungen, die sie als Psychologieprofessorin am Concordia College in Minnesota gemacht hat. Sie hat einen genauen Ablauf eines Wikipedia-Projekts formuliert. In diesem beschreibt sie genau, worauf ein Dozent achten sollte. Besonders wichtig ist aus ihrer Sicht das direkte Vorführen des Bearbeitens eines Artikels im Kurs und der Hinweis auf fehlende Seiten, die in der Wikipedia noch benötigt weden. Dennoch beschreibt sie das Feedback der Studenten wie folgt:

Ich hatte das Gefühl mehr Schaden anrichten zu können, als Gutes tun zu können.

Meine zweite Station führte mich direkt nach Mexiko. Leigh Thelmadatter berichtete von Ihren Erfahrungen mit Wikipedia in der Universität. Ihr Ansatz in den Sozialwissenschafen ist es, die Vielsprachigkeit ihrer Studenten zu nutzen. „Wikipedia als fremde Kultur“ einzuführen, hilft ihr dabei, den Studenten die Eigenheiten zu vermitteln, die bei diesem Kulturschock auftreten können. Sehr spannender Ansatz, der das Schreiben eher als kulturelle Praxis wahnimmt und die Kommunikation in den Vordergrund stellt. Verbunden mit GLAM-Aktionen sieht sie ein großes Potential darin, Studenten durch soziale Aktivitäten zum aktiven Mitmachen zu gewinnen. Ihr Fazit: Schreiben muß Spaß machen und die Studenten persönlich und direkt ansprechen!

Persönliche Ansprache ist wichtig, da konnte ich das „Speed-Dating“ gleich dazu nutzen, mit einem Dozenten der Polytechnic of Namibia ins Gespräch zu kommen: Er arbeitet in seinen Seminaren bereits seit 2010 mit Wikipedia. In diesem Kontext beschäftigt er sich mit der Einbindung indigener Sprachen und gesprochenen Quellen. Sein Problem dabei liegt in der schwierigen Belegbarkeit mündlicher Überlieferunen und der Frage, wie er Studenten motiviren kann, weiterhin aktiv zu bleiben. Eine Frage, die in diesem Bereich immer wieder aufkommt.

Next stop: England! Sehr spannend, neben den vielen Aktivitäten rund um Monmouthpedia, ist die Zusammenarbeit von Wikimedia UK mit den Manchester Girl Geek Dinners. Das Konzept dahinter: Frauen treffen sich zum gemeinsamen Abendessen und lernen anschließend gemeinsam, wie man selbst aktiv wird in Wikipedia. Im September wird es zudem in Leicester eine Konferenz zu Wikipedia in Education geben.

Ich lege einen Zwischenstop auf meiner Reise rund um das Wikipedia-Bildungs- Universum ein. Bei unserem „Education Meetup“ stellen Denis und ich die Arbeit des Bereiches Bildung und Wissen vor und gemeinsam diskutierten wir Fragen rund um einzelne Aktionen zu Wikipedia im Bildungsbereich. Faszinierend, wie viele Initiativen es gibt! Erfreulicher Weise nutzten alle Teilnehmer diese Gelegenheit dazu, sich gemeinsam über Motivation und Hürden in der Arbeit mit neuen Autoren auszutauschen und zu vernetzen. Zeit für ein Zwischenfazit: Allen Programmen und Initiativen gemeinsam scheint die Erfahrung des negativen (oder gar fehlenden) Fedbacks zu sein und zur gleichen Zeit die Stärker der persönlichen Einladung und Unterstützung. Jedoch, die Reise hat gerde erst begonnen …

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Wikipedia im Unterricht – Pilotprojekt: „Wikipedia-AG“

„Mach mit und zeig, was du weißt!“ Unter diesem Motto wurde heute in Hannover ein Pilotprojekt mit dem niedersächsischen Kultusministerium gestartet, in dem Lehrer dabei unterstützt werden, Wikipedia bewusst in ihren Unterricht einzubinden. Schule als Ort, an dem aktiv Kompetenzen vermittelt werden, um sich in einer digitalen Welt zurechtzufinden. Mit einem solchen Ansatz lassen sich gleich mehrere Anknüpfungen an den Lehrplan finden: Wikipedia als Quelle zur Förderung der Lesekompetenz, der Medien- und Informationskompetenz und der Schreibkompetenz. Als einmaliger Ort, an dem ein Nutzer nicht nur die Möglichkeit hat, Texte zu lesen und zu prüfen, sondern auch selbst aktiv sein Wissen hinzuzufügen.

Teilnehmer des Projekts sind fünf Pilotschulen aus Stadt und Region Hannover. Zwei von jeder Schule benannte Lehrkräfte erhalten vom Kultusministerium je zwei Anrechungsstunden für die Mitarbeit im Projekt. Die Schule sorgt im Gegenzug dafür, dass in mindestens vier verschiedenen Lerngruppen und mindestens drei verschiedenen Fächern Erfahrungen mit Wikipedia als Quelle und als Publikationsmedium gesammelt und dokumentiert werden. Die hier gewonnenen Erfahrungen werden in Material für Lehrkräfte einfließen. Handlungsschwerpunkte des Projekts sind die aktive Kompetenzvermittlung für die Lehrkräfte und die Gewinnung weiblicher Autoren.

Für einen erfolgreichen Start in das Projekt erhielten die Lehrkräfte der Projektschulen heute gleich eine einführende Fortbildung zu Wikipedia von Raimond Spekking und Elly Köpf. Im Zentrum standen der Austausch zu offenen Fragen und die Vermittlung wichtiger Tipps, die bei der aktiven Mitarbeit bedacht werden sollten. In die Fortbildung flossen sämtliche Erfahrungen aus den drei Programmen des Bereichs „Bildung und Wissen“ mit ein und lieferten so einen vielschichtigen Erfahrunghintergrund, besonders Erfahrungen aus den Lehrerworkshops und Piloten mit Schülern aus dem Programm „Wikipedia macht Schule“. Materialien zu Wikipedia-AG wurden für die Lehrer vorab auf der Lehrplattform Wikiversity eingestellt. In einem extra Arbeits-Raum zu Wikipedia können sich hier Lehrende über den Einsatz von Wikipedia im Unterricht austauschen und gesammelte Erfahrungen einsehen.

Bis zum Projektschuljahr 2012/2013 bleibt nun noch ausreichend Zeit für die Lehrer, erste Schritte in der Wikipedia zu machen und sich selbst mit der Bearbeitung erster Artikel vertraut zu machen. Neben den zehn Lehrkräften nahmen an der Schulung auch drei Betreuer von Multimediamobilen der Niedersächsischen Landesmedienanstalt teil. Diese werden sich für eine weitere Verbreitung der Inhalte über die fünf Schulen hinaus stark machen und das gelernte Wissen in ihre Praxis mit einbauen. Während des kommenden Projektjahres finden noch weitere Fortbildungen statt, an denen alle Projektlehrkräfte teilnehmen und bei denen sie den Wikipedia-Unterricht im eigenen Unterricht gemeinsam planen, bereits gemachte Erfahrungen ausgetauscht und Ergebnisse festgehalten werden können.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Ministerium und den teilnehmenden Lehrern!

Partner:

Auf der Webseite von Wikimedia Deutschland finden Sie die Pressemitteilung zu diesem Thema.

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Say Hello, Wave Goodbye ….

Seit Ende 2008 habe ich für Wikimedia Deutschland Bildungsaufgaben wahrgenommen. Dabei habe ich mich in den letzten eineinhalb Jahren mit meinen Kollegen im Team intensiv der Aufgabe gewidmet, aus isolierten Programmen und Strukturen wie “Wikipedia macht Schule” und “Silberwissen” einen eigenständigen, übergreifenden Bereich “Bildung & Wissen” zu formen. Das von uns gemeinsam entwickelte Bereichsmotto “Mitmachen!”, dass den Fokus der AutorInnengewinnung bei Wikimedia Deutschland zielgruppenoffener gestaltete, war eine wichtige Richtlinie dazu und führte zu einem intensiven und kontinuierlich produktiven Austausch insbesondere mit dem rund dreissigköpfigen Referentennetzwerk des Bereichs. Diese sehr erfüllende und schöne Aufgabe ist nun abgeschlossen, Zeit für etwas Neues.

In diesem Monat werde ich daher in den Bereich Freiwilligenförderung wechseln. Durch diesen Wechsel kann ich meine in den letzten Jahren im Bereich „Bildung & Wissen“ gesammelten Erfahrungen in einen Bereich mitbringen, der mir inhaltlich bereits wohlvertraut ist und sehr am Herzen liegt. Von Anfang meiner Tätigkeit bei Wikimedia Deutschland an haben mich Aufgaben zur Unterstützung der Communities und der Qualitätsförderung beschäftigt und in Programmen wie z.B. dem Literaturstipendium, dem Redaktionstreffen und dem Bilderschatz ihren Niederschlag gefunden. Bei meinen kommenden Aufgaben im alten/neuen Bereich möchte ich mich nun insbesondere auf die Optimierung von Strukturen und Prozessen in der Arbeit für und mit den Communities konzentrieren.

Eine besondere Erfahrung aus dem Bereich „Bildung & Wissen“, die ich mit einbringen möchte in meine neue Arbeit, sind dabei die vielen Stimmen von Lesern bzw. Menschen, die keine Wikipedianer sind. Indem diese Menschen bei zahlreichen Begegnungen mit mir ihre Sicht auf Wikipedia und Freies Wissen teilten und von der alltäglichen Bereicherung und Herausforderung berichteten, die Wikipedia für sie darstellte, veränderten Sie allmählich meine Perspektive auf die Wikipedia. Auch und gerade als Wikipedianer wurde es zum Privileg für mich, besser verstehen zu lernen, wo und warum unser aller Lieblingsprojekt gelegentlich nicht nur Begeisterung, sondern auch Stirnrunzeln, Ärger oder Hilflosigkeit auslöst bei jenen, für die es am Ende gedacht ist. So eröffnete sich mir etwas ganz Neues und ich möchte davon etwas weitergeben.

Für die unglaublich spannende und fantastisch produktive Zeit bei „B&W“ danke ich insbesondere Elly Köpf, sowie Elvira Schmidt, Cornelia Trefflich und Merle Wittich und natürlich insbesondere den Teilnehmern des Referentennetzwerks. Und ich freue mich sehr darauf, Teil eines neuen Teams aus Johannes Rohr, Julia Kloppenburg und Christoph Jackel zu werden.

Auf bald, wir lesen uns!

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Silberwissen – Erfahrung teilen

Bildung & Wissen setzt sich mit seinen verschiedenen Programmen für die Förderung und Gewinnung von neuen Wikipedia-Autoren und die Aufklärung über Freies Wissen ein, so auch im Programm Silberwissen.

Teilnehmer am DGPT-Workshop (April 2012) im Museum für Kommunikation, Berlin (Foto: Elvira Schmidt, CC-BY-SA 3.0)

„Ich bin Rentner und habe aus eigenen Erfahrungen zahlreiche Kenntnisse über Geographie und Geschichte Norwegens und möchte dazu Beiträge zur Wikipedia leisten.“
– liest man auf der Seite eines Benutzers aus dem Programm Silberwissen.

 

Wussten Sie schon?

Über das 2010 ins Leben gerufene Silberwissen gibt es im Zwischenfazit durchaus viel Positives zu berichten: Ein „Silberwisser“- Benutzer ist seit 2011 dabei und hat mittlerweile über 140 Beiträge in mehr als 60 Artikeln. Doch nicht nur das: Zwei andere Neuautoren schafften es auf die Startseite der Wikipedia unter der Rubrik „Schon gewusst?“ und ein dritter konnte seinen Beitrag als Artikel des Monats im Brandenburg-Portal platzieren.

Die ersten Schritte

Die ersten Schritte sind oft die schwierigsten, so auch in Silberwissen. Was in den Einführungs-Workshops immer wieder auftaucht, sind zweifelnde Fragen – dass da wirklich jede/r mitschreiben kann? – und Nachfragen zur Qualitätskontrolle der Artikel – was passiert denn eigentlich, wenn jemand etwas Falsches dort hinein schreibt? Auch erwies sich, dass jene Teilnehmer/-innen, die ein spezielles Thema mitbrachten eher ihren ersten, eigenen Artikel (!) fertig stellten. Dazu gehören z.B. Artikel wie Otto Antoine, die Indoeuropäische Telegraphenlinie, der Vertrag von Karlstad, (…). Besonders wichtig für die älteren Teilnehmenden ist auch das Wiederholen von technischen Abläufen. Dies ist eine kleine Herausforderung für unsere Referenten und alteingesessenen Wikipedianer, denen viele technische Fähigkeiten schon längst in Fleisch und Blut übergegangen sind. Dennoch: Die Nachfrage am Programm ist sowohl bei Bildungsträgern als auch bei Älteren hoch – was sich u.a. an der insgesamt gestiegenen Anfragenzahl zeigt.

 

Hürden meistern

Zugleich haben wir Erfahrungen gewonnen, die verdeutlichten, wo Silberwissen noch ausbaufähig ist. So scheint die Vorstellung für manche Senioren „da selbst mitzuschreiben“, beängstigend. Sie kommen zwar gern zum „Einführungsvortrag“, wenn es ans „Mitmachen“ geht, nimmt das Interesse jedoch deutlich ab. Es zeigte sich, dass es in kleineren Orten tendenziell schwierig war, genügend Interessenten für einen (oder gar mehrere) Workshops zu begeistern. Als problematisch hat sich auch die Heterogenität der Zielgruppe selbst erwiesen. Schon in der Altersgruppe zwischen 55 und 75 können unter Umständen Teilnehmer/-innen mit sehr unterschiedlichen Ausgangskenntnissen im Umgang mit Computern und Internet liegen. Nicht zuletzt hing das Gelingen eines Kurses auch stark vom Engagement und Interesse der kooperierenden Bildungsträger ab.

 

Selbst aktiv werden

Nach anderthalb Jahren hat die Bekanntheit von Silberwissen durch die zunehmende Vernetzung erheblich zugenommen. Gerade bei älteren Menschen ist der persönliche Kontakt Dreh- und Angelpunkt. Der mehrfach geäußerte Wunsch nach weiteren von erfahrenen Wikipedianern begleiteten Workshops, über die ursprünglich geplanten hinaus, belegt diesen Bedarf. So kam es, dass nach mehreren Workshops weitere Treffen geplant und durchgeführt werden konnten. Doch allein mit dem Artikelschreiben geben sich die engagierten Teilnehmer/-innen längst nicht zufrieden. Was wäre ein guter Artikel ohne Bilder? Zunächst geht es darum, eigene Bilder hochzuladen und mit einem Artikel zu verknüpfen. Unsere „Silberwisser“ bringen viel Zeit und Geduld auf, um interessante Bilder quasi nebenbei zu „befreien“- Zeit und Geduld, die Berufstätige nicht immer aufbringen könnten.

Möchten Sie uns bei unserer Arbeit unterstützen, haben Sie Fragen oder wollen Sie am Programm Silberwissen teilnehmen, dann schreiben Sie uns eine Mail.

 

Elvira Schmidt und Cornelia Trefflich

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