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Relevanz in der Diskussion – Was kommt eigentlich in die Wikipedia und was nicht?

Wie bereits kurz angekündigt laden wir interessierte Wikipedianer, Blogger, Journalisten und generell alle Freunde des Freien Wissens zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Relevanz in der Diskussion – Was kommt eigentlich in die Wikipedia und was nicht?“ nach Berlin ein.

Auf dem Podium sitzen:

Moderator ist Pavel Richter, der Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland.

Die Debatte ist in den letzten Tagen und Wochen sehr breit geführt worden; ganz offensichtlich gibt es einen enormen Bedarf auch ausserhalb der Wikipedia, die Richtung des Projekts zu diskutieren. Als gemeinnütziger Verein freut sich Wikimedia Deutschland, die Plattform für einen regen Meinungsaustausch zu bieten. Die Einladung haben wir spontan ausgesprochen und sind sehr gespannt auf die Resonanz. Die Podiumsteilnehmer werden zu Beginn ihre Sicht auf die aktuelle Diskussion darlegen. Das Publikum kann sich ebenfalls vor Ort oder Online via Chat und Twitter beteiligen. Wir freuen uns auf eine spannende und offene Diskussion.

Zum Technischen: Es wird mit 90% Sicherheit einen Audio-Livestream geben (der Link folgt), ebenso einen IRC-Chat (im freenode-IRC-Netzwerk auf dem Server irc.freenode.net (Raum folgt noch)-  irc://irc.freenode.net/) und Fragen können auch gerne via Twitter gestellt werden (#WMDE).

Die Veranstaltung findet am 5. November 2009 um 18:00 Uhr in den Vereinsräumen von Wikimedia Deutschland, Eisenacher Str. 2, 10777 Berlin statt. Aus Platzgründen ist eine Anmeldung dringend erforderlich: Schickt bitte bis zum 3. November eine Mail an podium@wikimedia.de . Habt dafür Verständnis, dass nur teilnehmen kann, wer eine Teilnahmebestätigung  von uns per Mail bis 4. November erhalten hat.

Pressevertreter bitten wir, sich unter catrin.schoneville@wikimedia.de anzumelden.

Update (2.11.09, 19:30 Uhr): Es haben sich bis heute Abend 42 Leute angemeldet, dazu kommen noch die Podiumsteilnehmer und die Angestellten des Vereins. Damit haben wir die Kapazität unserer Räumlichkeiten  erreicht. Weitere Anmeldungen sind daher leider nicht mehr möglich. Alle, die sich bisher angemeldet haben, bekommen  morgen eine Bestätigungsmail. Und bitte kommt nicht unangemeldet – wir haben keinen Platz mehr und können Euch wirklich nicht reinlassen. Zum Trost gibt es aber einen Live-V ideo-Feed (ja, sogar mit Ton!). Details dazu folgen hier schnellstmöglich.

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Kein Mensch ist irrelevant?!

Aktuell wird in der Wikipedia, in vielen Blogs und auf Twitter über eine wichtige und immer wiederkehrende Frage diskutiert: Was ist Relevanz? Welche Personen sollen einen eigenen Wikipedia-Artikel haben, welche Organisationen, welche Ereignisse sind so wichtig, dass sie in einer Enzyklopädie Aufnahme finden sollten?

Auf der einen Seite gibt es die „Inklusionisten“, die grundsätzlich dafür sind, möglichst viele Themen in der Wikipedia mit einem eigenen Artikel zu behandeln, solange diese Artikel den Grundprinzipien entsprechen: Neutralität im Inhalt und im Stil, verständlich und informativ und mit Belegen versehen. Hier wird also nicht der Artikelgegenstand als Maßgabe für die Aufnahme genommen, sondern die Qualität des Artikels.

Die „Exklusionisten“  hingegen berufen sich bei der Frage, ob etwas einen eigenen Artikel haben sollte oder nicht, auch auf die Wikipedia:Relevanzkriterien. In diesem umfangreichen Kriterienkatalog hat sich die deutschsprachige Community für eine Vielzahl von Themen auf Kennzahlen oder Merkmale geeinigt, die die Relevanz eines Themas messbar machen sollen.

Die aktuelle Debatte, die sich an der Löschung des Artikels „Missbrauchsopfer gegen Internetsperren“ (MOGIS) entfacht hat, zeigt aber auch etwas anderes: Es ist für jemanden ohne lange Erfahrung innerhalb der Wikipedia enorm schwierig, sich mit den dortigen Regeln und der Form der Diskussion Vertraut zu machen. Häufig reden die Parteien aneinander vorbei, Argumente für das Löschen werden als „Zensur“ beschimpft, Argumente für das Behalten eines Artikels als „Selbstdarstellung“ oder „Werbung“; gelegentlich entgleist die Diskussion auch völlig. Hier treffen unterschiedliche Erfahrungen und unterschiedliche Stile aufeinander – und es ist nicht immer leicht für Neulinge, sich da zurecht zu finden und die Nuancen einer solchen Diskussion zu erfassen. Zugleich ist es nicht immer einfach für erfahrenen Wikipedianer, sich auf die Sichtweise von „Externen“ einzulassen. Missverständnisse sind programmiert.

Der Verein Wikimedia Deutschland, dessen Ziel die Förderung und Verbreitung Freien Wissens ist, möchte dabei helfen, diese Missverständnisse auszuräumen. Wir laden daher kurzfristig für den 5.11. um 18.00 Uhr (der Termin kann sich aber eventuell noch ändern) in die Räumlichkeiten des Vereins in Berlin ein, um mit Vertretern der einzelnen Positionen zu diskutieren. Dazu laden wir auch Online-Journalisten und Redakteure von Blogs ein, die selbst nichts mit der Wikipedia zu tun haben. Möglichst unterschiedliche Perspektiven und Argumentationen sollen bei diesem Gesprächstermin berücksichtigt werden. Selbstverständlich sind Zuschauer ebenfalls willkommen, die Diskussion wird offen sein. Das Programm wird gerade von uns zusammengestellt und in den kommenden Tagen hier veröffentlicht, Tipps und Hinweise sind auch hier stets willkommen: info@wikimedia.de

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Die beste aller möglichen Enzyklopädien?

Wikimedia Deutschland setzt sich seit Jahren dafür ein, die Qualität der Wikimediaprojekte zu verbessern, als Beispiele seien die Wikipedia Academies, die Literaturstipendien oder die gesichteten Versionen genannt. Die Überzeugung, dass es uns nicht nur darum gehen kann, dass die Inhalte auf den Wikimediaprojekten frei, sondern auch gut sind, spiegelt sich deswegen auch in einigen Punkten der Visionen wieder. Ich denke, dass Wikipedia das Potenzial hat, die beste aller vorstellbaren Enzyklopädie zu sein. Gleiches gilt für Wikibooks und Co. Dieser Gedanke wirft direkt einige Fragen auf: Was ist eigentlich gute Qualität und wie bewerten wir diese? Wie können wir die Erstellung von qualitativ hochwertigen Inhalten als Verein unterstützen? Wie kriegen wir Fachleute dazu, ihr Fachwissen beizutragen? In ihrer Freizeit? Die Beantwortung dieser Fragen ist Teil der folgenden Ziele, die in den nächsten fünf Jahren verwirklicht werden sollen:

  1. 20% der aktiven Autoren sind Wissenschaftler, die in ihrem Fachbereich tätig sind
  2. Jeder WP-Artikel hat einen für den Leser einfach zu erkennenden Qualitätsindikator
  3. Alle Themenbereiche werden effektiv von Redaktionen betreut
  4. Autoren haben die Kompetenz, effektiv zur Sammlung Freien Wissens beizutragen
  5. Die Qualität der Wikimedia-Inhalte wird bewertet
  6. Wikimedia-Projekte werden wissenschaftlich untersucht, die Ergebnisse fließen zur Verbesserung in die Projekte ein
  7. Jedes Wikimedia-Projekt wird mit einem klaren Profil wahrgenommen
  8. Rechtliche Rahmenbedingungen werden bei der Sammlung und Verbreitung Freien Wissens beachtet

Im Kompass 2020 findet ihr diese Ziele ausführlicher erklärt und habt die Gelegenheit, diese direkt zu kommentieren. Jetzt ist es an euch: Kommentiert unsere Ideen und Vorschläge. Wenn ihr Interesse daran habt, dass wir diese Ziele bis 2014 auch erreichen, dann meldet euch für das Planungsteam Qualität.

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Freiwillige vor!

Die im Januar 2001 gegründete Online-Enzyklopädie Wikipedia dürfte das ehrgeizigste Freiwilligen-Projekt der Welt sein. Gut 300.000 angemeldete Autoren arbeiten freiwillig und unentgeltlich an diesem Projekt mit, gut 7.000 Autoren an der deutschsprachigen Ausgabe. Hinzu kommen die Freiwilligen in den Wikipedia-Schwesterprojekten und natürlich auch diejenigen, die sich freiwillig in der Vereinsarbeit engagieren. Dieses „Heer von Freiwilligen“, seien es Autoren, Mitarbeiter des Support-Teams oder Vereinsmitglieder, sind wichtige Menschen, um die wir uns intensiv bemühen müssen.

Im Rahmen des Ressorts Freiwilligenförderung haben wir uns daher überlegt, wie wir diese Menschen bei ihrem Engagement unterstützen können. Wie können wir mehr kontinuierlich mitarbeitende Autoren gewinnen? Wie können wir Fachautoren die Mitarbeit bei Wikipedia schmackhaft machen? Wie können wir bislang unterrepräsentierten Gesellschaftsgruppen einen Zugang zu den Wikimedia-Projekten verschaffen? Wie schaffen wir für ehrenamtliche Mitarbeiter ein gutes Arbeitsklima? Wie können wir den Verein Wikimedia Deutschland e. V. bekannter machen und die Vorteile einer Mitgliedschaft im Verein besser herausstellen? Was müssen wir tun, damit unsere freiwilligen Helfer gerne ihre Freizeit für Wikipedia, andere Wikimedia-Projekte, Vereinsarbeit oder Veranstaltungen des Vereins opfern?

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten – wir haben es trotzdem versucht. Das Ergebnis sind die folgenden acht Ziele:

1. Mitarbeit in den Wikimedia-Projekten ist für Fachautoren attraktiv.
2. Die Autorenschaft spiegelt die Vielfältigkeit der Gesellschaft wider.
3. Autoren arbeiten kontinuierlich mit.
4. Engagement im Verein ist für aktive Mitglieder der Community besonders attraktiv.
5. Wikimedia-Support ist kompetent und wird geschätzt.
6. Der Verein hat eine breite Mitgliederbasis.
7. Freiwillige werden professionell und tatkräftig unterstützt.
8. Die Leistung Freiwilliger wird vom Verein gewürdigt.

Im Kompass 2020 findet ihr diese Ziele ausführlicher erklärt und habt die Gelegenheit, diese direkt zu kommentieren. Jetzt ist es an euch: Kommentiert unsere Ideen und Vorschläge. Wenn ihr Interesse daran habt, dass wir diese Ziele bis 2014 auch erreichen, dann meldet euch für das Planungsteam Freiwilligenförderung.

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Wikimedia: Jederzeit spielend leicht

»Es ist so dunkel, ich hör dich nicht.« Mein erstes Aufeinandertreffen mit Gehörlosen brachte mich zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken. Gegen welche Barrieren Blinde ankämpfen, damit hatte ich mich schon länger beschäftigt. Aber welche Schwierigkeiten Menschen mit Lernbehinderung oder mit motorischen Einschränkungen haben, wusste ich nicht. Das Gehörlose eine eigene Kultur haben, war mir unbekannt. Eines fasziniert mich dabei immer wieder: Wie das Internet von allen Menschen genutzt werden kann, um selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Um einzukaufen, zu plaudern, zu lernen. Selbstbestimmt tätig werden zu können, ist für Menschen mit Behinderungen wichtig.

Der unkomplizierte Zugang zu Informationen ist für uns alle essentiell und sorgt für eine schnelle Entwicklung unserer Gesellschaft. Wie schön, den exzellenten Artikel zum Kinderlied Drei Chinesen mit dem Kontrabass in Sekundenschnelle abrufen zu können, ohne erst eine Enzyklopädie in der Bibliothek ausleihen zu müssen. Noch erfreuter ist darüber meine blinde Freundin, die sich das Einscannen des Textes aus dem Buch sparen kann und keine sehende Hilfe benötigt. Enttäuscht ist dagegen mein gehörloser Bekannter, weil er kein Gebärdensprachvideo zu dem Artikel anschauen kann.

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Wahlprüfsteine – Die Antworten sind da!

So, nun sind sie raus, die Antworten der Parteien auf die „Wahlprüfsteine von Wikimedia Deutschland e.V. zur Bundestagswahl 2009“. Zu finden sind sie auf unserer Webseite Wahlprüfsteine09.

Befragt haben wir die im Bundestag vertretenen Parteien  zu folgenden Themen:

  • Nachhaltigkeit bei intellektuellen Investitionen des Bundes (etwa durch Ausweitung §5 UrhG und Open-Access)
  • Digitale Reproduktion urheberrechtlich nicht mehr geschützter Werke
  • Nutzung urheberrechtlich verwaister Werke
  • Leistungsschutzrecht für Verlage
  • Netzneutralität für Internetserviceprovider
  • Rolle der Wikipedia in der Bildungs- und Forschungspolitik

Geantwortet haben tatsächlich alle angeschriebenen Parteien, was uns ausgesprochen freut. Die Wahlprüfsteine waren auch für uns ein Prüfstand, ob wir das inhaltlich gestemmt bekommen und wie wir von den Parteien wahrgenommen werden. Denn ich sehe diesen ersten Versuch als Beginn eines politischen Dialogs, wir werden in Zukunft die neu geknüpften Kontakte nutzen können, wir werden die politische Debatte in den uns betreffenden Feldern nicht nur beobachten, sondern auch beeinflussen und mitgestalten.

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Vorstandsklausur in Berlin

Liebe Vereinsmitglieder,

am vergangenen Wochenende hat sich der Vorstand zu einer zweitägigen Klausur getroffen. Das machen wir in der Regel zweimal im Jahr und im Gegensatz zu den sonst üblichen telefonischen Vorstandssitzungen sind diese persönlichen Treffen immer eine sehr gute und wichtige Gelegenheit, anstehende Themen einmal in aller Ruhe und Ausführlichkeit miteinander zu besprechen. Diese Klausur fand in einem Tagungshaus in Berlin Wannsee statt, nicht weit vom historisch bedeutsamen Haus der Wannseekonferenz.

Der Fokus der Klausur lag auf der Weiterführung der im Frühjahr gestarteten Planung zur langfristigen Entwicklung des Vereins. Um das Ganze etwas greifbarer zu machen, haben wir diesem Projekt den griffigen Namen „WMDE-Kompass 2020“ gegeben. Mit diesem Kompass sollen die bisherigen WMDE-Aktivitäten und Projekte gefasst, überprüft und in einen größeren Rahmen eingebettet werden, um uns und euch Orientierung für die Zukunft (die kommenden zehn Jahre) und auch den Weg dorthin zu geben.

Das klingt erstmal ein bisschen wolkig, wird aber auch noch sehr konkret.

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FAQ zum Disput National Portrait Gallery / Derrick Coetzee / Wikimedia Commons

Worum geht es genau?

Die „National Portrait Gallery“ (NPG) hat am 10. Juli 2009 einem Nutzer der Wikimedia Commons (Derrick Coetzee) durch eine Anwaltskanzlei eine Email zugeschickt, in der diesem rechtliche Schritte angedroht werden. Im Kern geht es um ungefähr 3.000 Bilder, die der Benutzer auf Wikimedia Commons hochgeladen hat. Die NPG fordert von ihm unter anderem, dass er diese Dateien von Wikimedia Commons löscht. Eine Kopie des Schreibens findet sich unter http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Dcoetzee/NPG_legal_threat

Was ist der aktuelle Stand dieses Disputs?

Seit dem 17. Juli 2009 gibt es direkte Kommunikation zwischen der Wikimedia Foundation und der NPG, um den Streit beizulegen. Derrick Coetzee wird anwaltlich durch Fred von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation vertreten, die sich um Rechtsfragen im digitalen Kontext verdient gemacht hat. Es wurden bislang keine umstrittenen Bilder gelöscht. Wir können davon ausgehen, dass die NPG von Abmahnungen oder Prozessen absehen wird, solange noch verhandelt wird.

Worauf begründet die NPG ihren Anspruch?

Die NPG bestreitet nicht, dass die Werke aufgrund ihres Alters nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Allerdings sieht sie in der Digitalisierung der gemeinfreien Werke eine Leistung, die nach britischem Recht geschützt ist. Das Digitalisat eines gemeinfreien Werkes ist damit aus der Sicht der NPG nicht mehr gemeinfrei. In dem anwaltlichen Schreiben verweist die NPG zudem noch auf den Schutz von Datenbankwerken und sieht in dem Zusammenfügen von Bildausschnitten (entstanden durch die Lupen-Funktion der NPG-Webseite) eine Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen. [update 21. Juli 2009: Die NPG ist außerdem der Ansicht, dass durch den Besuch der Seite eine vertragliche Vereinbarung mit dem Besucher der Seite zustande kommt („browse-wrap license“), deren Bestimmungen hier verletzt worden seien. Danke für den sachdienlichen Hinweis in den Kommentaren. ^ms]

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Bundestag beschließt Internetzensur

Der deutsche Bundestag hat in seiner gestrigen Sitzung mit den Stimmen der großen Koalition das Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen beschlossen. Die Initiatorin, Bundesfamilienministerin von der Leyen von der CDU, begrüßte dies als „wichtiges gesellschaftliches Signal“, als ob Kinderpornographie noch stärkerer Ächtung bedürfe. Kritiker wie der Arbeitskreis Zensur nennen das Gesetz einfach nur Internet-Zensur-Gesetz. Die damit beschlossenen technischen Maßnahmen einigen sich tatsächlich eher wenig dazu, eine echte Zensur auszuüben, von der Verhinderung von Kindesmissbrauch mal ganz abgesehen, sondern eher dazu, die Verbreiter von Kinderpornographie davor zu warnen, dass sie im Blickfeld der Ermittler stehen.

Der dazugehörige Dammbruch bleibt bedrohlich. So meldete der CDU-Politiker Thomas Strobl bereits am Tag nach der Verabschiedung, er prüfe bereits eine Ausweitung der Sperren auf „Killerspiele“. Schon im Vorfeld hatten Interessengruppen dies für andere Themenbereiche gefordert. Ebenso ist zu befürchten, dass eine wirkungslose Aktion wie diese, sobald mal eine Interessengruppe mit Internetkompetenz dahintersteht, in eine wirksame Internetzensur verwandelt wird. Schließlich wird die Abgrenzung von Exekutive und Judikative aufgelöst, die nachträgliche stichprobenartige Prüfung von täglich wechselnden Listen alle drei Monate ist kein Ersatz.

Wikimedia hatte dieses Jahr Erfahrung mit solchen Sperrungen, als der Zugang zum Artikel zu einem Scorpions-Album auf der englischen Ausgabe für Benutzer aus Großbritannien wegen der Darstellung auf dem Cover durch eine englische Internetzensurorganisation gesperrt wurde. Es ist nicht abwegig, dass dies nun wieder passiert, allerdings in Deutschland.

Ebenso ärgerlich ist der Umgang der beiden Volksparteien mit dem massiven Wiederstand aus dem Netz, ausgedrückt in einer Rekordzahl von über 134.000 Unterzeichnern einer Epetition an den Bundestag: Auf die Kritikpunkte am Gesetz wurde ungenügend eingegangen, das Gesetz im Schweinsgalopp durch den Gesetzgebungsprozess getrieben. Frau von der Leyen trifft sich heute, also einen Tag nach Verabschiedung mit der Verfasserin der Petition, Franziska Heine.

Einen hoffnungsfrohen Kommentar zu dem Thema habe ich allerdings irgendwo in der Blogosphäre lesen können: Nachdem die FDP in einer kleinen Anfrage entlarvt hatte, dass die Argumentation der Bundesregierung für die Sperren auf beschönigten bis erlogenen Fakten beruhte, ging dies durchs Netz. Es wird dort auch nicht vergessen. Das Internet ist heute so sehr wie noch nie ein Ort, an dem Interessierte (auch Internet-Ausdrucker) den Wahrheitsgehalt von Behauptungen nachprüfen können. Und wir helfen dabei.

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Arne Klempert im Board of Trustees

Arne Klempert, Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied von Wikimedia Deutschland und bis September 2008 Geschäftsführer des Vereins, wurde in das Board of Trustees berufen, den Vorstand der Wikimedia Foundation.

Im Frühjahr 2008 beschloss das Board eine Erweiterung des Gremiums auf zehn Sitze.  Zwei der Sitze sind demnach von den nationalen Sektionen (Chapter) nach einem gemeinsamen Auswahlprozess zu besetzen. Neben Wikimedia Deutschland beteiligten sich 21 weitere Wikimedia Sektionen an der Auswahl und Nominierung. Neben Arne als neuem Mitglied wurde Michael Snow, der bereits seit Ende 2007 Mitglied im Board ist, aufgestellt. Jan-Bart de Vreede, der zweite Vorsitzende des Boards, bestätigte am Freitag auf der Mailingliste der Foundation die Bestellung beider bis Ende Juli 2010.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner neuen Aufgabe, Arne!

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