Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie



Freistellungsbescheid 2007

Nach der Abgabe unserer Steuererklärung für das Jahr 2007 hat der Verein Wikimedia Deutschland Ende letzter Woche seinen Freistellungsbescheid für das Kalenderjahr 2007 erhalten.

Das ist für uns ein kleiner aber wichtiger Grund zur Freude, weil er doch eine offizielle Bestätigung unserer ganzen Mühen darstellt.

Nach der Überprüfung unserer tatsächlichen Geschäftsführung bestätigt uns das Finanzamt Berlin mit diesem Bescheid, im Sinne der Gesetze und unserer Vereinszwecke agiert zu haben. Der Bescheid bestätigt uns auch, daß wir weiterhin ausschließlich gemeinnützigen Zwecken dienen und somit auch weiterhin körperschafts- und gewerbesteuerbefreit sind. Außerdem sind wir damit berechtigt, Zuwendungsbestätigungen für Spenden an den Verein auszustellen.

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Wikimedia digitalisiert unveröffentlichten Augenzeugenbericht von Napoleons Russlandfeldzug

Scannen der Handschrift im Göttinger Digitalisierungszentrum
Scannen der Handschrift im Göttinger Digitalisierungszentrum

Gestern mittag war es soweit: der bislang unveröffentlichte Bericht eines Teilnehmers an Napoleons Russlandfeldzug wurde im Göttinger Digitalisierungszentrum digitalisiert. Die Scans der wertvollen Handschrift werden zunächst auf Commons hochgeladen und dienen anschließend als Grundlage für eine Veröffentlichung in der freien Quellensammlung Wikisource.

In seiner Schrift mit dem Titel Bemerkungen über den Feldzug gegen Rußland in den Jahren 1812 und 1813 mit Hinsicht auf Cultur, Sitten, Landesart und Gebräuche schildert ein Angehöriger eines unter Napoleon Bonaparte kämpfenden sächsischen Husarenregiments seine Erlebnisse auf dem Weg der Grande Armée ins russische Reich. Die der geschichtswissenschaftlichen Forschung bislang noch unbekannte Quelle gibt einen anschaulichen Einblick in die Erlebnis- und Gedankenwelt eines Teilnehmers des Feldzuges, an dessen Ende die Flucht und fast vollständige Zerschlagung von Napoleons Grande Armée stand.

Bilder vom Digitalisierungsvorgang sind auf Wikimedia Commons abrufbar.

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Kochen für die Wikipedia

Nilz Bokelberg (auf der re:publica 2007)
Nilz Bokelberg (auf der re:publica 2007)
Foto: heins-mit-z / Lizenz: BY-NC-SA

Wenn während der Europameisterschaft ein Deutschlandspiel im ZDF übertragen wird, haben es andere Sender schwer, dem etwas entgegen zu setzen. In diesem Fall zeigt man aufgrund der zu erwartenden niedrigeren Einschaltquoten lieber einmal eine Wiederholung.

Der Sender VOX zeigte so am vergangenen Sonntag eine Aufzeichnung der Sendung „Das perfekte Promi Dinner“ vom 10. Juni 2007. Am Herd standen Nicole Belstler-Boettcher, Michaela May, Thomas Fuchsberger und Ex-VIVA-Moderator Nilz Bokelberg.

Ohne die Leistung der anderen Teilnehmer zu bewerten: Nilz beim Kochen zuzuschauen ist definitiv lustig. Er gehört zur „Internet-Generation“ und so wird das Rezept auch schnell online auf dem neben der Spüle stehenden Laptop nachgeschlagen. Interessant für Wikipedianer wurde es aber besonders am Ende der Sendung – was wir letztes Jahr noch nicht bemerkt hatten: Nilz kündigte an, seinen Gewinn auf ein Obdachlosenprojekt und Wikipedia zu verteilen. Vielen Dank!

Grund genug, ihm ein paar Fragen zu stellen:

Tim: Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Teil deines Gewinns gerade für Wikipedia zu spenden?

Nilz: Ich glaube es ist wichtig für die Leute zuverlässige Wissensquellen zu haben. Nun kann in der Wikipedia ja auch immer alles geändert werden – man könnte sie also für unzuverlässiger als alles andere halten. Aber diese offene Struktur hat sich letzten Endes doch bewährt und das finde ich nicht nur großartig, sondern auch wichtig. Freies Wissen für alle, nur so kann das was mit dem mündigen Bürger werden.

Tim: Kannst du dich noch an deinen ersten Kontakt mit der Wikipedia erinnern?

Nilz: Puh… nicht wirklich. Aber ich war wohl ziemlich beeindruckt und habe wohl auch am Anfang nicht ganz verstanden, was das eigentlich sein soll. Müsste über Google da gelandet sein. Aber das ist ja auch das Schöne bei Anwendungen, die so wichtig im Alltag für einen selbst geworden sind: Es fühlt sich an, als seien sie schon immer da gewesen.

Tim: Hast du schon selbst Bearbeitungen vorgenommen oder neue Artikel verfasst?

Nilz: Ne gar nicht. Ich habe wohl mal einen Account angelegt und ich weiss auch noch das ich irgendetwas ändern wollte, was nicht stimmte, aber ich kann einfach nicht faktisch schreiben. Deswegen hab ich es lieber gelassen, anstatt das Thema einer Löschdiskussion zu werden…:)

Tim: Falls du die Möglichkeit hättest, dir drei beliebige Veränderungen an der Wikipedia zu wünschen, die direkt umgesetzt werden. Was würdest du ändern?

Nilz: So spontan fällt mir da gar nichts ein. Ich finde zu gewissen Zeitpunkten die Relevanzdiskussionen etwas übertrieben, denn ob der SV Hintertupfingen eine sportliche Relvanz in der Geschichte des Eisstockschiessens hat, sei erstmal dahin gestellt. Da er aber ein existierender Verein ist oder war, müsste das meiner Meinung nach schon reichen für einen Eintrag. Denn wenn das in 10 Jahren auch nur ein einziger sucht, dann hat sich der Eintrag schon gelohnt. Falls er hilfreich war. Privatpersonen brauchen wirklich keinen Eintrag.

Tim: Du bist ja mit deinem Blog Weltfrieden selbst seit geraumer Zeit im „Web 2.0“ aktiv. Wie siehst du die Zukunft von traditionell erstellten Medien im Verhältnis zu Angeboten, die auf UCG (=user generated content) aufbauen? Welche Vor-/Nachteile gibt es nach deiner Auffassung bei den jeweiligen Ansätzen?

Nilz: Ich denke das alles kann nur funktionieren, wenn es sich noch mehr verzahnt. Nur das eine oder das andere ist mittlerweile zu wenig. Allerdings bringt es auch nichts sich andauernd gegenseitig die Köppe einzuhauen. Von wegen Blogger-vs.-Journalismus-Debatte. Die deutsche Blogosphäre tut sich schwer mit ihrer Professionalisierung resp. Kommerzialisierung. Man kann manchen Leuten einfach nicht oft genug über den Kopf streicheln und sagen: Nein, es ist wirklich nicht schlimm, wenn jemand mit dem was er gerne macht Geld verdient. Die Diskussion zehrt an den Kräften deutscher Blogs und schwächt ihre Position im Ganzen. weil sie sich dann wieder auf dieses Thema einlassen müssen, das wirklich niemanden ausser Blogger selbst interessiert, und selbst da auch nur einen kleinen Teil. Ich habe mich zum Beispiel davon verabschiedet, übers bloggen zu bloggen, weil das „normale“ User einfach mal so gar nicht interessiert. Trotzalledem: Ich möchte auf meine mogendliche auf Papier gedruckte Zeitung nicht verzichten. Die hat schon den absoluten Vorteil, das ich sie auch mit aufs Klo nehmen kann, was mit einem Laptop immer ein ziemlicher Act ist. Beide Medien können wunderbar nebeneinander exitieren, sie müssen sich nur aufeinander einlassen. Und vom anderen lernen. Deswegen lese ich zum Beispiel so gerne Niggemeier, weil der quasi „Best of both Wolds“ verkörpert. Bloggender Journalist oder journalistischer Blogger. Desweiteren sollen alle aber auch das bleiben, was sie sind: Blogger oder Journalisten. Bitte nicht den anderen nachahmen…

Tim: Warum hat dein Wikipedia-Artikel noch kein freies Foto von dir? :-)

Nilz: Dann sollt ich wohl mal eins hochladen, aber ich habe immer Angst etwas zu dem Eintrag über mich beizusteuern, weil das dann immer so aussieht, als wenn ich den gepimpt hätte, um besser dazustehen…:) Und die Löschdiskussion um mein Foto würde ich wohl nicht ertragen…

Tim: „Nilz in 3 Sätzen“?

Nilz: Ich halte mich für stylischer, als ich bin. Ernähre mich, hauptsächlich, von Kommunikation, Musik, Nikotin, Wasser mit Fruchtgeschmack und Saté-Spiessen. Und ich kann nicht streiten.

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Wer macht kollaborative Mitmach-Websites barrierefrei?

Ganz wikimäßig stiegen wir am gestrigen Dienstag in den Workshop „Der Beitrag der Nutzer zur Barrierefreiheit“ ein. Die Aktion Mensch veranstaltete die Tagung „Konzepte und Zukunftsbilder für ein barrierefreies Internet“ und hatte Experten und Webworker eingeladen, über Barrierefreiheit im so genannten Web 2.0 zu diskutieren. Als Vertreterin von Wikimedia e.V. durfte ich den o.g. Workshop mit drei Experten moderieren. Das waren Michael Jendryschik als Webentwickler, Nicole Weißkopf vom deafhood blog bei chip.de und Maria aka Benutzer:lecartia als Vertreterin des BIENE-Projekts in Wikipedia. Weiterlesen »

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Wikimedia öffnet Newsletter-Archiv

Bislang wurden die Newsletter, mit denen Wikimedia Deutschland über seine Aktivitäten berichtet, per Mail an die Vereinsmitglieder verschickt. Ab sofort stehen alle Newsletter auch online zum Abruf bereit. Hier eine Übersicht über die bisherigen Ausgaben:

  Newsletter Nr. 1 (November 2006) (PDF, 260 KB)

  • Jury des Schreibwettbewerbs trifft sich erstmals zu realer Sitzung
  • Geschäftsstelle in Frankfurt am Main eröffnet
  • Spendenbereitschaft gut, aber nicht kontinuierlich
  • Neue Broschüren über Wikipedia und Wikisource
  • Einfacher spenden per Online-Formular
  • Personalia: Arne Klempert, Nina Gerlach, Erik Möller, Florence Devouard

Newsletter Nr. 2 (Juli 2007) (PDF,  157 KB)

  • Erster Wikimedia Community-Tag war ein voller Erfolg
  • Mitgliederversammlung 2007
  • Kurz notiert – Neuigkeiten aus der Vereinsarbeit (Einzelspende Deutsche Telekom, Redesign www.wikipedia.de, Projekt „Nachwachsende Rohstoffe“ gestartet, Toolserver, tv Hören und Sehen, Wikipedia Academy)
  • Internationales (Neue Boardmitglieder, Sue Gardner, Mike Godwin)

Newsletter Nr. 3 (September 2007) (PDF, 563 KB)

  • Zweite Wikipedia Academy
  • Kurz notiert – Neuigkeiten aus der Vereinsarbeit (Toolserver-Farm, T-Online, Denis Barthel Mitarbeiter im Projekt „Nachwachsende Rohstoffe“, Klausurtagung des Vorstands, wissenschaftliche Begleitung des Wikipedia-Schulprojekts, Barrierefreiheit)
  • Aus den Wikimedia-Projekten (deutschsprachige Wikipedia komplett durchlesen, Wiktionary 55.000 Einträge, siebter Wikipedia-Schreibwettbewerb)
  • Internationales (Wikipedia-Tag in der Schweiz, Colloque Wikipédia 2007, Gründung Wikimedia Sverige)

Newsletter Nr. 4 (Dezember 2007) (PDF, 1,7 MB)

  • Toolserver – Was ist das?
  • Neue Server für Amsterdam
  • Kurz notiert – Neuigkeiten aus der Vereinsarbeit (Bericht von der Klausurtagung des Vorstands online, Einrichtung eines Literaturstipendiums, Blog des Vereins online, finanzielle Unterstützung des Schreibwettbewerbs, Redesign Spendenseite) 
  • Aus den Wikimedia-Projekten (Treffen der Wikipedia-Fotografen in Nürnberg, RSS-Feed für den Artikel des Tages in der Wikipedia, neue Mediawiki-Erweiterungen in Wikisource)
  • Internationales (Beginn der Wikimedia Spendenkampagne 2007, erstes offizielles außereuropäisches Wikipedianertreffen in Tokyo)
  • Erste Wikipedia Academy in Südafrika
  • Frank Schulenburg im Gespräch
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Logo und Livefeeds – Eine FAQ

Nach der etwas hochkochenden Diskussion auf Fragen zur Wikipedia, wollen wir die bereits dort veröffentlichten FAQs zur Logolizensierung und den Livefeeds auch hier im Blog für eventuelle Interessenten veröffentlichen.

Kommerzielle Nutzung der Wikipedia-Inhalte
  1. Ist es eigentlich erlaubt, dass Wikipedia-Inhalte kommerziell genutzt werden?
    Ja. Mittels der Lizenz, unter der alle Autoren in der Wikipedia ihre Beiträge einstellen, räumen sie Dritten das Recht der kommerziellen Weiternutzung ihrer Arbeit unter Wahrung der Lizenzbedingungen ein. Die freie Nutzbarkeit der erstellten Inhalte ist einer der Grundpfeiler der Wikipedia, auch die kommerzielle Nutzung ist durch die GNU-Lizenz für Freie Dokumentation (GFDL) ausdrücklich erlaubt.
    Der Siegeszug der Bewegung für Freie Software, aus der die Lizenz stammt, wäre ohne diese Nutzungsmöglichkeiten nicht vorstellbar gewesen. Auch Wikipedia hat von der Verbreitung, Weiterentwicklung und Anreicherung ihrer freier Inhalte durch Unternehmen schon vielfach profitiert, etwa durch mobile Zugriffsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung oder die Spende von 10.000 hochauflösenden Bildern klassischer Kunstwerke durch den Hersteller der Wikipedia-DVDs, Directmedia.
  2. Was kann ich tun, wenn ich die kommerzielle Nutzung meiner Beiträge in Wikipedia oder durch bestimmte Unternehmen/Organisationen/Personen unterbinden möchte?
    Die GFDL verbietet solche Einschränkungen der Weiternutzung. Die Mitarbeit bei Wikipedia setzt das Einverständnis der mit der GFDL verbundenen Weiternutzungsrechte durch Dritte voraus.
  3. Was ist überhaupt so schlimm an nicht-kommerziellen Klauseln?
    Erik Möller, ehemaliges Mitglied im Board der Wikimedia Foundation, hat vor einigen Jahren einen längeren Aufsatz darüber geschrieben, wo die Probleme bei sogenannten nc-Klauseln liegen. Eine zentrale Aussage liegt in dem Problem der Abgrenzung. Viele nichtkommerzielle Nutzungsarten wären nur schwer möglich, wenn jede auch nur ansatzweise kommerzielle Nutzung untersagt wäre, Beispiele dazu gibt es durch Wikipedia genug.
Logonutzung
  1. Wer entscheidet über die Nutzung des Wikipedia-Logos?
    Die Rechte zur Nutzung des Wikipedia-Logos liegen bei der Wikimedia Foundation. Für Deutschland hat die Wikimedia Foundation dem Verein Wikimedia Deutschland die Möglichkeit zur Weiterlizensierung eingeräumt.
  2. Gab es bereits andere Fälle der Logonutzung durch Dritte?
    Ja, neben Spiegel Wissen haben auch einige andere Unternehmen eine Lizenz zur Nutzung des Logos, so der Verlag Directmedia für seine Wikipedia-DVD oder T-Online für seinen Wikipedia-Mirror. Mit einigen anderen Unternehmen laufen derzeit Gespräche. Wir werden gemeinsam mit der Wikimedia Foundation prüfen, ob wir künftig eine öffentliche Übersicht über solche Lizenzverträge bereitstellen können. Darüberhinaus gibt es zahllose Fälle der einmaligen Logonutzung, bei denen von den Nutzern keine Gebühren verlangt wurden, etwa Abi-Shirts oder die unter Wikipedia:Banner und Logos beschriebenen Dinge.
  3. Warum und unter welchen Bedingungen wird das Logo überhaupt lizenziert?
    Zum Wesen freier Inhalte gehört, dass die Inhalte von Jedermann weiterverbreitet werden dürfen. Wikimedia möchte dies unterstützen und berät und unterstützt Unternehmen seit jeher dabei, dies zu tun. Gelegentlich möchten diese Unternehmen explizit darauf hinweisen, dass es sich um Wikipedia-Inhalte handelt (auch um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, sich mit fremden Federn zu schmücken). Diesen Unternehmen wird dann ggf. angeboten, Marke und Logo der Wikipedia zu nutzen. Ob und wie hoch die jeweilige Lizenzzahlung ausfällt, hängt stark vom Einzelfall ab. Finanzielle Aspekte stehen nicht im Mittelpunkt. Das Logo wird nur dann lizenziert, wenn das damit im Zusammenhang stehende Angebot der Förderung Freien Wissens dient.
  4. Was passiert mit Einnahmen durch die Lizenzierung des Wikipedia-Logos?
    Die an die Wikimedia Foundation oder Wikimedia Deutschland fließenden Lizenzeinnahmen kommen direkt der Förderung freien Wissens zugute. Sie werden vor allem dazu verwendet, neue Serverkapazitäten für die weiterhin steigenden Zugriffszahlen auf die Wikipedia bereitzustellen. Im Gegensatz zu Spendeneinnahmen kann man mit solchen Lizenzeinnahmen gut in die Zukunft planen. Auch wenn die Einnahmen aus solchen Verträgen nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmachen, so stellen sie eine wichtige Grundsicherung dar.
  5. Welche Anforderungen müssen Unternehmen erfüllen, damit sie für eine Weiterlizenzierung der Wikipedia-Marke durch Wikimedia Deutschland in Frage kommen?
    Wikimedia legt Wert auf seine Unabhängigkeit und Neutralität. Wir denken, dass wir dies durch eine größtmögliche Offenheit gegenüber möglichen Partnern erreichen – ganz so wie dies auch in der Wikipedia praktiziert wird. Insofern ist eine Partnerschaft kein politisches Statement für das jeweilige Unternehmen. Exklusivverträge gibt es ohnehin nicht. Natürlich wird dennoch jeder Einzelfall sorgfältig geprüft, insbesondere hinsichtlich der Verlässlichkeit der Partner.
Dumps und Livefeeds
  1. Wie funktioniert die Einbindung der Wikipedia-Inhalte auf fremden Websites technisch?
    Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann sich jeder unter http://downloads.wikimedia.org die Inhalte der deutschsprachigen Wikipedia in Form eines sogenannten „Dumps“ herunterladen. Dies ist eine zu einem bestimmten Zeitpunkt gezogene Kopie der Wikipedia-Inhalte, die von jedem (auch zu kommerziellen Zwecken, s.o.) kostenfrei genutzt werden kann. Die zweite Möglichkeit der Nachnutzung ist diejenige über einen „Livefeed“. In diesem Fall werden die aktuellen Inhalte von der Wikimedia Foundation an einen Dritten übertragen und von ihm in dessen Internetangebot integriert. Für die Bereitstellung dieser Schnittstelle wird von der Wikimedia Foundation üblicherweise ein Nutzungsentgelt erhoben.
  2. Wer entscheidet darüber, wer Zugriff auf einen Livefeed erhält?
    Die Entscheidung über die Einrichtung eines Livefeeds liegt bei der Wikimedia Foundation als dem technischen Dienstleister. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, alle Inhalte lizenzkonform ohne eine Rücksprache mit der Foundation in Form eines Dumps zu nutzen. Auf eine solche Nutzung hat weder die Wikimedia Foundation noch Wikimedia Deutschland Einfluss; sie steht jedem kostenfrei zur Verfügung.
  3. Ist es überhaupt sinnvoll, Livefeeds anzubieten?
    Ja. Bei der Nutzung von Livefeeds kommt – im Gegensatz zur Nutzung eines Dumps – eine der Stärken der Wikipedia zur Geltung: die Aktualität. Darüberhinaus kommen die aus dem Abonnement generierten Einnahmen dem Weiterbetrieb der Wikipedia zugute.
Butter bei die Hamburger Fische
  1. Wie ist das Projekt zu Stande gekommen?
    Bereits im November 2006 kamen Vertreter des Spiegel auf Wikimedia Deutschland zu und erkundigten sich, ob die Einbindung von Wikipedia-Inhalten in ein Wissensportal grundsätzlich möglich sei. Wir haben das mit den freien Lizenzen erklärt und demzufolge bejaht. Im Juli 2007 wurde es dann etwas konkreter und es gab ein erstes Treffen in Frankfurt, bei dem wir uns die Ideen des Spiegel anhörten und das Konzept freier Inhalte sowie damit mögliche Nutzungen vorstellten. Im August reisten Frank und Arne dann nach Hamburg, um über eine konkrete Zusammenarbeit zu sprechen. Dabei waren dann auch Vertreter von Wissen Media anwesend. Anfang Dezember fand dann eine Präsentation einer weitgehend vollständigen Version in Frankfurt statt, bei der das Projekt auch Sue Gardner, der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, vorgestellt wurde. Einige Tage später gab der Spiegel eine Pressemitteilung zu dem Projekt heraus, die auch auf die Mailingliste wikide-l weitergeleitet wurde.
  2. Was bringt es, wenn etwa Spiegel Wissen Wikipedia-Artikel in sein Angebot integriert?
    Das in der Wikipedia gesammelte freie Wissen wird durch die Integration in das Wissensportal des Spiegel weiteren Nutzerkreisen zugänglich gemacht. Von dem Schritt des Spiegel, alle Ausgaben seit seiner Gründung 1947 kostenfrei ins Netz zu stellen, profitiert auch die Wikipedia, da hierdurch eine wichtige Quelle der deutschen Nachkriegsgeschichte kostenfrei zugänglich gemacht wird. Auch dass die Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group sich als Partner von Spiegel Wissen dem Konzept freien Wissens nach und nach öffnet und beide Unternehmen hier keinerlei Berührungsängste zeigen, ist ein beachtlicher Schritt und ein positives Signal für die Zukunft.
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Spiegel und so

Nach der Diskussion bei Fragen zur Wikipedia zum Spiegel-Wissens-Portal in dem auch die Wikipedia integriert ist, folgende Gedanken von meiner Seite:

  • Erstens wer nicht möchte, dass die von ihm geschaffenen Inhalte auch kommerziell genutzt werden, darf bei der Wikipedia (oder einem anderen Schwesterprojekt) nicht mitarbeiten. Eine andere Alternative gibt es nicht. Denn diese Nutzungsmöglichkeiten garantiert die Lizenz unter der die Inhalte stehen und dies werden auch neuere Versionen dieser Lizenz garantieren.
  • Der Spiegel (genauer gesagt das für dieses Portal neu gegründete Unternehmen, was aber hier nichts zur Sache tut) hat das Recht genutzt, dass ihm die GFDL einräumt, nämlich die Inhalte der Wikipedia kostenfrei zu nutzen. Man kann darüber streiten, ob die Verwendung nach dem Gentleman Agreement der GFDL entspricht. Nur sei man sich darüber im Klaren, dass nach dieser Vorgehensweise bereits viele andere Nachnutzer die Inhalte der Wikipedia anbieten. Und dies wurde bisher immer toleriert. Warum dies hier nicht der Fall sein sollte, ist mir schleierhaft.
  • Und wenn dem Verein vorgeworfen wird, er würde mit der Kooperation eine nicht lizenzkonforme Nutzung der Wikipedia unterstützen, der müsste auch gegen die Bereitstellung der Snapshots der Wikipedia vorgehen, denn damit werden ja nicht lizenzkonforme Nutzungen der Wikipedia-Inhalte erst recht ermöglicht. Aber wenn jemand sich an den Verein wendet und nachfragt, wie man möglichst lizenzkonform die Inhalte einbinden kann, dass dies bei der derzeitigen Fassung der GFDL zu 100% faktisch nicht möglich ist, sollte eigentlich klar sein, der wird verbal abgestraft. Absurder geht es kaum.
  • Der Spiegel bezahlt nicht für die Inhalte (was bei einer freien Lizenz auch etwas absurd wäre), sondern für die Nutzung des Logos und die Bereitstellung eines Live-Feeds, was bereits vorher in ähnlicher Form durch andere Unternehmen genutzt wird. Das heißt der Spiegel hat sich eine eigene Datenbank aufgebaut und wird von der Foundation mit allen Änderungen beliefert und bezahlt dafür eine Pauschale an die Foundation. Wo hier der Ausverkauf der Wikipedia oder ähnliches passieren soll, erschließt sich mir nicht. Im Gegenteil: dieser und andere Partnerschaften tragen zumindest zu einem kleinen Teil zur Finanzierung der Wikipedia und der anderen Projekte bei.
  • Das Projekt mit dem Spiegel war bereits weit vor der Bekanntmachung des Brockhaus nur noch online zu agieren, geplant und in der Umsetzung. Dass die Bekanntmachungen des Brockhaus und die Liveschaltung des Spiegels zeitlich zusammentrafen ist reiner Zufall. Vielleicht hat der Spiegel den Launch der Seite ein paar Tage nach vorne gezogen, das dürfte es aber auch schon gewesen sein. Man beachte auch, wann der  Verein die Kooperation bekannt gemacht hat, da war vom Brockhaus noch keine Rede.
  • Das Ziel und der Zweck des Vereins Wikimedia Deutschland ist die Verbreitung und Förderung freien Wissens. Und genau das wurde hier getan.
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Geschäftsstelle hat jetzt einen Brockhaus

und der wurde freundlicherweise vom Lawblog spendiert. Unser Geschäftsführer Arne Klempert zu dieser kleinen Spende:

Wenn uns schon ständig vorgeworfen wird, für das Ableben des Brockhauses verantwortlich zu sein, dann wollen wir wenigstens das Andenken bewahren und eine Brockhaus-Enzyklopädie für die Nachwelt konservieren.

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Freiwillige für Wikimedia-Fundraising gesucht

Das Fundraising ist einer der Kernbereiche für eine spendenbasierte Organisation wie Wikimedia Deutschland. Ob es um eine Erweiterung der Geschäftsstelle, um den Start neuer Projekte oder einfach nur um eine Absicherung des Status quo geht – immer ist das Wohl und Wehe von einer ausreichenden finanziellen Ausstattung abhängig. Deshalb wollen wir diesen Bereich jetzt professionalisieren und uns dazu externes Know-How ins Haus holen.

Heute nachmittag haben Arne und ich uns in unserer Geschäftsstelle mit Thomas Kreuzer, dem Geschäftsführer der in Frankfurt beheimateten Fundraising Akademie (http://www.fundraising-akademie.de) getroffen. Zunächst haben wir ihm einen Überblick über die organisatorischen Strukturen unseres Vereins, der Foundation und der Wikipedia-Community gegeben, um dann mit ihm gemeinsam zu beraten, welche Einnahme-Instrumente wir in 2008 gezielt weiterentwickeln wollen.

Geplant ist nun ein zweitägiges Seminar, das im Februar in unserer Frankfurter Geschäftsstelle stattfinden soll und bei dem wir gemeinsam mit zwei Referenten insbesondere die Bereiche

  • Aufbau eines Großspender-Fundraisings
  • Sponsoring von Wikimedia-Events

bearbeiten wollen. Von Seiten des Vereins haben neben Kurt, Arne und mir auch Sebastian und Lyzzy bereits Interesse signalisiert. Bei einer maximalen Teilnehmerzahl von sieben Personen sind damit noch zwei Plätze für engagierte Wikimedianer offen.

Als Termine stehen die Wochenenden vom 16./17. oder 23./24. Februar zur Auswahl. Wer Interesse daran hat, sich in diesem Bereich in Zukunft aktiv und dauerhaft zu engagieren, schickt möglichst bald und unter Angabe eines der beiden genannten Termine eine kurze, formlose Mail an info@wikimedia.de

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Tintenfische für freies Wissen

Das ging fix: Vor wenigen Stunden hat der Systemadministrator Mark Bergsma im Amsterdamer Rechenzentrum 15 neue Server in Betrieb genommen, die den Europäern Zugang zu den Wikimedia-Projekten, allen voran der Wikipedia, sichern. Finanziert wurden sie aus den Spendeneinahmen des Wikimedia Deutschland e.V.

60.000 Euro haben die neuen Rechner gekostet, die als Zwischenspeicher (Cache Proxies/Squids = „Tintenfisch„) eingesetzt werden. Sie ergänzen die bereits bestehenden 15 Squid-Rechner, die ebenfalls von Wikimedia Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Da die neuen Maschinen bessere Leistungsdaten haben (Intel Xeon Dual-Core 2.0 Ghz, 16 GB Ram, 4×73 GB Disk 15000 RPM) konnten die bestehenden Kapazitäten mehr als verdoppelt werden.

Dies war auch dringend nötig: Die Zugriffe auf Wikimedia-Projekte steigen weiterhin an. Mit sieben Milliarden angezeigten Artikeln pro Monat müssen die Wikimedia-Server mehr als 50.000 Anfragen pro Sekunde (!) verkraften. Die bisherige Kapazität war nahezu erschöpft.

Infrastruktur Rechenzentrum Amsterdam
Übersicht über die Infrastruktur des Amsterdamer Rechenzentrums (Squids: unten rechts)

Weltweit sorgen 90 Squid-Proxies dafür, dass die Inhalte der Wikimedia-Projekte möglichst zügig ausgeliefert werden können. 10 Stück – gespendet von Yahoo! (2005) – stehen im Wikimedia-Rechenzentrum in Seoul und versorgen die asiatischen Nutzer. Unsere 30 Rechner in Amsterdam beliefern Europa, der Rest der Welt wird von 50 Squids aus den USA bedient.

Der allergrößte Teil der Nutzer greift unangemeldet auf die Seiten zu, so dass keine Verbindung zu einem Datenbankserver notwendig ist. Stattdessen wird aus dem Zwischenspeicher die letzte „statische“ Version ausgeliefert. Dies entlastet die zentralen Datenbankserver ungemein. Alleine in Europa laufen 80-98 % aller Wikipedia-Zugriffe über die Amsterdamer Rechner. Ohne eine Zwischenspeicherung von Inhalten würde die Wikipedia unter den vielen Anfragen innerhalb weniger Sekunden zusammenbrechen.

PS: Momentan laufen nur 29 Server, da eines der neuen Geräte einen Defekt hat (vermutlich am Netzwerkinterface). Mark kümmert sich drum.

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