Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie



Monatsbericht Februar 2012

POLITIK UND GESELLSCHAFT

ACTA und die Folgen

Die bundesweiten Demonstrationen am 11. Februar haben das internationale Anti-Piraterieabkommen ACTA endgültig ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Es zeigte sich, dass insbesondere die Geheimverhandlungen und die konsequente Ausklammerung einer Verbraucherschutzperspektive viele Menschen vor den Kopf stoßen. Wie bereits im Blog berichtet, beteiligten auch wir uns mit einem Redebeitrag an der zentralen Kundgebung in Berlin. In einem weiteren Statement für die Online-Präsenz der Tagesschau kritisierten wir an ACTA vor allem den damit verbundenen Chilling Effect: “Wir sorgen uns um die sozialen und kulturellen Folgen von Eingriffen auf dem kurzen Dienstweg. Denn Gesetze haben Strahlkraft, sie beeinflussen das Handeln von Nutzern nicht erst dann, wenn im eigenen Briefkasten die erste Abmahnung liegt.”

Angesichts der breiten öffentlichen Diskussion hat die EU-Kommission den Vertragstext dem Europäische Gerichtshof (EuGH) zur Begutachtung vorgelegt. Da dieses Verfahren – das erste seiner Art nach dem Lissabon-Vertrag – möglicherweise dauern kann, ist der ursprünglich avisierte Fahrplan für die Ratifizierung damit hinfällig. Eine interessante Pointe könnte nach Ansicht von Beobachtern darin liegen, dass ein Begriff wie “Freiheit des Internets” durch den EuGH erstmals in seinem Gehalt und seiner Reichweite definiert werden müsste, um überhaupt einen Maßstab für die mögliche Einschränkung von Grundrechten durch ACTA abgeben zu können.

Gebührengelder und Nutzungsfreiheiten

Der Gesprächskreis zu urheberrechtlichen Themen im Rahmen des Berliner Co:llaboratory stellte seine Sitzung am 21. Februar ganz unter das Thema “Die Unternutzung öffentlich finanzierter Werke”. Diese wird vor allem deshalb als Problem empfunden, weil sie den selbstgewählten Anspruch, im 21. Jahrhundert endlich “Wissensgesellschaft” bzw. “Bildungsrepublik” zu sein, systematisch untergräbt. Wie Jan Engelmann in einem kurzen Inputreferat ausführte, hat sie häufig etwas mit Nichtwissen (über das Vorhandensein, den urheberrechtlichen Status von Werken), Nichtkönnen (mangelnde Ressourcen zur Erfassung und ggfs. Freigabe) oder auch Nichtwollen (aus Trägheit oder institutionellem Egoismus) zu tun.

There is something in the air: DLR gibt Bilder unter Creative Commons-Lizenz heraus

Nicht immer sind Inhaltebefreiungsmaßnahmen so atemberaubend schnell wie bei den israelischen Streitkräften im letzten Jahr. Ende Feburar hat die Kommunikationsabteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt bekanntgegeben, dass sie nach Rücksprache mit dem Justiziariat wo immer möglich Creative-Commons-Lizenzen (solche, die für die Nutzung in Wikipedia geeignet sind) verwenden werden. Dies ist vor allem immer dann möglich, wenn das DLR alleinige Nutzungsrechte an Bildmaterial hält. Zwischen der ersten Anfrage von Wikimedia Deutschland und dieser Bekanntgabe liegen fast 2 ½ Jahre. Blogbeitrag und Pressemitteilung dazu von uns hier.

PR-/ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die redaktionellen Inhalte wurde festgelegt und die Artikel liegen bereits größtenteils vor. Die neue Projektseite  in der Wikipedia hat zwar noch nicht die erhoffte Aufmerksamkeit, dennoch haben sich einige Autoren gemeldet und Ideen für Beiträge eingestellt.  Erscheinungstermin ist Mitte / Ende März.

Tätigkeitsbericht 2011

Im April wird unser Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011 veröffentlicht. In den letzten Wochen wurde die 40-seitige Broschüre konzipiert, redaktionell mit Texten und Daten vorbereitet und abgestimmt. Wie die Tätigkeitsberichte der letzten Jahre wird auch der aktuelle Bericht als Druckausgabe und online zur Verfügung stehen. Eine englische Zusammenfassung ist ebenfalls geplant. Eine Übersicht der Berichte 2004-2010 gibt es auf der WMDE-Webseite.

Wikipedia-Buch

Am 16. März, 18.00 Uhr, wird eine Lesung aus dem Buch “Alles über Wikipedia” im Rahmen der Leipziger Buchmesse in der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) stattfinden. Zugesagt haben die Autoren Schlesinger, MarcusCyron, WiseWoman, Daniel Mietchen und Poetrist Kheshrau. Anfragen bezüglich weiterer Lesungen, Buchexemplare etc. bitte per E-Mail an Catrin Schoneville.

BILDUNG UND WISSEN

Der Monat Februar war im Bereich Bildung und Wissen sehr ereignisreich: nicht nur personell (durch den Teamzuwachs) sondern auch inhaltlich.

Hochschulprogramm

Das Hochschulprogramm geht im Sommersemester mit sechs Veranstaltungen an fünf Hochschulen (München, Marburg, Stuttgart, Potsdam, Halle-Wittenberg) an den Start. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Geschichtswissenschaft, von der Archäologie bis hin zur Sportgeschichte. In der kommenden Zeit werden die universitären Lehrkräfte von den Referenten, erfahrenen Wikipedia-Autoren, soweit geschult, dass sie ihre Studenten in der Artikelarbeit unterweisen können.

Schulprojekt

Wikipedia macht Schule” konnte den Fokus auf Lehrerschulungen in diesem Monat mit 5 Lehrerschulungen fortführen. Neben den Workshops wird nun damit begonnen, Pilotprojekte zu konzipieren, die Aufschluss über die Umsetzbarkeit der inhaltlichen Arbeit im Unterricht für Lehrer geben sollen.

Silberwissen

Im Programm Silberwissen wurden Einführungsvorträge in der Anna-Seghers-Bibliothek in Berlin und am Sitz der Gesellschaft für Erdkunde ebenfalls in Berlin gehalten. Während beider Veranstaltungen gab es lebhafte Diskussionen. Am 26. Februar beteiligte sich Elvira Schmidt gemeinsam mit den Chronisten aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark an der Geschichtsbörse in Potsdam. Während des landesweiten Treffens von Geschichts- und Heimatvereinen konnten Interessenten für die nächsten Workshops in Berlin und im Land Brandenburg gewonnen werden. Anfragen zu Vorträgen und Workshops über  die Mitarbeit bei Wikipedia kamen von Seniorenuniversitäten bzw. anderen Seniorenbildungsträgern. Insbesondere aus dem Raum Stuttgart gab es mehrfache Nachfragen. Hier sind die ersten Termine vereinbart. Festlegungen der ersten Termine gibt es auch mit der Initiative „Erfahrung-Teilen“ in Hannover. Erarbeitet und abgeschickt wurden außerdem die Berichte zum Stand des EU-Projekts TAO.

Wir freuen uns darüber, bei dem Referententreffen der Bildungsprogramme vom 2.-4.März drei neue Bewerber für das Referentennetzwerk begrüßen zu dürfen. Bei diesem Treffen werden wir erstmals programmübergreifend zusammenarbeiten, Synergien ermöglichen. Damit spiegelt sich auch hier die inhaltliche Weiterentwicklung des Bereiches wider.

COMMUNITY-BEZIEHUNGEN / FREIWILLIGENFÖRDERUNG

Die AdminCon 2012

“Admin werden ist nicht schwer, Admin sein dagegen sehr” – dieser Vortrag von Alice Wigand bei der WikiCon 2011 in Nürnberg ist nicht ohne Folgen geblieben. Aus ihm entstand die Idee eines Treffens der Wikipedia-Administratoren, organisiert durch die Community und unterstützt von Wikimedia Deutschland und Österreich in Form der “AdminCon”. Am 1-3. Juni 2012 findet in der Tagungsstätte Kloster St. Gertrudis in Hadersleben im Harz ein Wochenendworkshop statt, der sich mit Rolle, Selbstverständnis und Aufgaben von Administratoren in der deutschsprachigen Wikipedia auseinandersetzt. Eingeladen sind Admins wie Nicht-Admins, die am Thema interessiert sind. Alle Details zu Planung, Programm und Anmeldung finden sich auf den Projektseiten in der Wikipedia.

Zedler-Preis 2012

Die Jury für den Zedler-Preis steht nun fest. Nach der Wahl der Jurymitglieder aus Wikipedianern haben wir im Februar viele externe Fachleute angesprochen und für die Jury gewinnen können. Eine ausführliche Vorstellung der Jurorinnen und Juroren findet sich im Blog. Nun hat die Jury bis Mitte April Zeit, die Vorschläge zu sichten und dann Nominierte und Gewinner zu bestimmen. Ansprechpartnerin rund um den Zedler-Preis ist Nicole Ebber.

Wiki Loves Monuments 2012

Die Vorbereitungen zu Wiki Loves Monuments 2012 laufen auf Hochtouren, in Deutschland wie auch weltweit. Für den deutschen Teil des Bilderwettbewerbs hat [[Benutzer:Brücke-Osteuropa]] ein Kick-off-Seminar organisiert, das unterstützt von Wikimedia Deutschland am 30.-31. März in Dresden stattfinden wird. Wikimedia hat ein Zimmerkontingent für auswärtige Teilnehmer reserviert. Reisekosten werden auf dem üblichen Weg erstattet. Ansprechpartner ist Johannes Rohr.

WikiWomenCamp 2012

Wikimedia Deutschland plant die Vergabe von Stipendien für das WikiWomenCamp in Buenos Aires, Argentinien (23. – 25. Mai). Das Camp möchte Frauen der internationalen Wikimedia-Bewegung ein internationales Forum bieten, um Themen rund um die Gender Gap-Diskussion. Der Februar war geprägt durch den Austausch mit den Organisatorinnen zu Themen wie Kostenschätzung, Logistik und Auswahlprozedere. Mehr Infos zu dem Verfahren der Stipendienvergabe werden in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Bei Fragen, Anregungen und Ideen wendet euch bitte an Julia Kloppenburg.

Community-Projektbudget 2. Runde

Die Ergebnisse der zweiten Förderrunde des Community-Projektbudgets wurden im Februar veröffentlicht. Aus 62 Ideen wurden 30 eingereichte Anträge. Aus diesen wurden vom Community-Projektbudget-Ausschuss nach eingehender Prüfung und Beratung sechs Projekte mit einem Gesamtbudget von 123.420 Euro zur Förderung ausgewählt. Sebastian Sooth aus der Geschäftsstelle unterstützt die Arbeit des Ausschusses und hat alle Antragsteller informiert.

Toolserver

Im Amsterdamer Rechenzentrum des Toolservers haben die Toolserver-Admins Daniel Baur und Marlen Caemmerer im Februar weitere notwendige Wartungsarbeiten direkt vor Ort durchgeführt und die restliche Hardware zur Speicherplatzerweiterung eingebaut. Unterstützt bei der Organisation der Arbeiten wird das Toolserver-Team von Sebastian Sooth.

Community Space

Die Verhandlungen mit Vermietern und möglichen Partnern für die Räumlichkeiten des CommunitySpace und der WMDE-Geschäftsstelle in Berlin gingen auch im Februar weiter. Sebastian Sooth freut sich über Interessenten, die Lust haben, diese Räumlichkeiten mitzugestalten und zu unterstützen – ob in Berlin oder in anderen Orten.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER arbeiteten wir im Februar an der Fertigstellung eines Toolkits, das verschiedene Wikipedia-Analysewerkzeuge in gebündelter Weise darstellt. Diese Werkzeuge werden im Rahmen des Projekts von uns bzw. unseren Projektpartnern erstellt. Mit diesem zentralen Zugriffsort wollen wir interessierte Nutzer einladen die aktuellen und zukünftigen Werkzeuge auszuprobieren, zu testen und zu kommentieren. Die Veröffentlichung auf dem Toolserver wird in den nächsten Tagen erfolgen.
Außerdem arbeiteten wir, gemeinsam mit Projekt-Kollegen vom Karlsruher Institute für Technologie (KIT) und dem Inštitut Jožef Stefan (JSI),  an einer Einreichung für die WebScience 2012. In dieser stellen wir das Toolkit und seine Funktionalitäten näher vor.

Weitere Fragen und Anregungen gerne an Angelika Adam oder an render@wikimedia.de.

Wikipedia Academy 2012

Mitte Februar fand der zweite Vorbereitungsworkshop für die Wikipedia Academy statt. Das Organisationskomitee hat dabei – gemeinsam mit Nicole, Angelika und Denis – erste Ideen für Programmpunkte und Formate gesammelt, potenzielle Referenten identifiziert und weitere logistische und inhaltliche Rahmenbedingungen besprochen. Das akademische Programmkomitee ist nun ebenfalls vollständig: Wir konnten 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Reviewprozess der eingereichten Vorträge gewinnen. Der ‚Call for Papers‘ läuft noch bis Ende März und wir freuen uns auf rege Beteiligung! Zur Zeit überarbeiten wir die Webseite und lassen ein Logo entwerfen. Alle Fragen und Anregungen gerne an Nicole Ebber oder academy@wikimedia.de.

VEREINSENTWICKLUNG

Wikimedia Conference 2012

Nicole Ebber war im Februar hauptsächlich mit der Vorbereitung der Wikimedia Conference beschäftigt. Zur Unterstützung bei allen logistischen Aufgaben konnten wir Danny B. (Benutzername) von Wikimedia Tschechien gewinnen. Harel Cain (Wikimedia Israel) kümmert sich derweil darum, dass alle eingeladenen Chapter je zwei Repräsentanten nach Berlin senden und stellt das Programm zusammen. Neben Flugbuchungen, Zimmerreservierungen, Catering und Technikanfragen gilt es vor allem auch, die vielen Anfragen und Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu beantworten. Alle Fragen und Ideen zur Wikimedia Conference nimmt Nicole unter conference@wikimedia.de entgegen.

Mitgliedschaft

Im Laufe des Februars hat Wikimedia 56 neue Mitglieder aufgenommen, davon 30 aktive und 26 Fördermitglieder. Damit hat Wikimedia Deutschland 1328 Mitglieder, davon 371 Förder- und und 957 aktive Mitglieder. Fünf Mitglieder haben im Februar ihren Austritt erklärt. In der Nachfolge des Fundraisers 2012 ist bei Wikimedia zudem eine große Zahl an Aufnahmeanträgen eingegangen, die derzeit abgearbeitet werden. Die Umstellung der Mitgliederverwaltung auf ein neues, effizienteres System ist derzeit in Vorbereitung.

FUNDRAISING

Die Herbstkampagne liegt zwar schon eine gefühlte Ewigkeit zurück, für das Fundraising ist sie jedoch noch sehr präsent. Denn im Februar bereiteten wir wie immer den Versand der Zuwendungsbescheinigungen vor. Nicht nur während der Kampagne gab es Rekorde zu vermelden: Wir gehen von rund 70.000 Empfängern aus, mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr! Erst wenn der Versand Anfang März abgeschlossen ist, ist auch für uns die Kampagne 2011/12 vorbei. Dazu haben wir in den letzten Wochen sämtliche Daten aufbereitet und Testgruppen konzipiert. Wie letztes Jahr wollen mit den Spenden-Quittungen viele neue Mitglieder gewinnen.

Desweiteren hält uns die internationale Diskussion rund um das  Fundraising auf Trab. Nach der Erarbeitung unseres Positionspapiers “Wikimedia’s culture of sharing” Ende Januar haben wir für das Finance Meeting in Paris Mitte Februar Argumente und Fakten zusammengetragen, um unsere Position auf diesem so wichtigen Treffen zu verdeutlichen. Wir sind weiterhin der festen Überzeugung, dass lokales Fundraising effektiver und den Bedürfnissen der Spender am ehesten entsprechen kann.

Da die beiden Aufgabenbereiche sehr zeitintensiv waren, verzögert sich leider der umfassende Abschlussreport der Kampagne. Dieser wird in Kürze nachgereicht. Als Vorgeschmack können wir an dieser Stelle den Report von Wikimedia Frankreich empfehlen.

 

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Interessante Termine im März

* 16. März, Leipzig: ‚Leipzig liest‚, Autoren lesen aus dem Buch ‚Alles über Wikipedia‘

* 16.-18. März, Nürnberg: 10. Fotoworkshop

* 30.-31. März, Dresden: Kick-off-Meeting Wiki Loves Monuments Deutschland 2012

* 29.03.-01.04., Berlin: Wikimedia Conference

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Wikimedia:Woche 9/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (9/2012)=

  • Beitragende: Anneke Wolf, Alice Wiegand, Michael Jahn, Catrin Schoneville

 

Foundation & Vereine

HALBJAHRESBERICHT DER WIKIMEDIA FOUNDATION

Mitarbeiter der Wikimedia Foundation haben einen Arbeitsbericht veröffentlicht, den sie in Form einer Präsentation dem Board of Trustees der Foundation vorgestellt haben.

WIKIMEDIA FOUNDATION UND TELENOR

Nach der Kooperation mit dem Mobilfunkanbierter Orange hat die Wikimedia Foundation eine offizielle Partnerschaft mit dem Unternehmen Telenor angekündigt. Für vorerst sieben asiatische und südeuropäische Länder bietet Telenor für deren Kunden künftig tariflosen Zugang zu Wikipedia an.

REVIEW DER FELLOWSHIP-IDEEN

Es sind eine Reihe von Ideen für Fellowships bei der WMF eingegangen. Nun sollen sie begutachtet, kritisiert und bewertet werden. Die WMF ist daran interessiert, auch Freiwillige in diesen Prozess einzubeziehen und erklärt das Prozedere auf:

UMFRAGE ZUR PRIORISIERUNG DER FINANZMITTELVERTEILUNG

Die Wikimedia Foundation bereitet eine Umfrage zur Mittelverteilung vor, um festzustellen, an welchen Stellen neben dem reinen Betrieb der Infrastruktur die Communitys Spendengelder einsetzen möchten und an welchen nicht. Die Umfrage wird derzeit in viele Sprachen übersetzt.

WIKIMEDIA SCHWEDEN

Die Länderorganisation in Schweden hat am 25. Februar einen neuen Vorstand gewählt. Einzelheiten vorerst nur auf Schwedisch:

IBEROCOOP CONFERENCE 2012

Die gemeinschaftliche Konferenz der lateinamerikanischen Wikimedia-Organisation wird 2012 von Wikimedia Chile organisiert und findet in Santiago statt. Um die Organisation hatten sich außerdem noch Mexiko sowie Brasilien beworben.

Studien und Statistik

WIKIMEDIA RESEARCH NEWSLETTER

Der Wikimedia Research Newsletter für Februar 2012 ist erschienen. Darunter unter anderem die Bedeutung des ersten Edits und das Verhältnis von Gender und Konflikt-Aversion.
Neue Recherchen zum Thema Gendergap, die auf der CSCW Conference in Seattle vorgestellt wurden:

Projekte und Initiativen

MEMORY MIT COMMONS

Wikimedia CR hat einen kurzen Erfahrungsbericht über ein Memory-Spiel mit Motiven des WikiProjekts „Protected Areas“ veröffentlicht. Das Spiel soll zugleich über Wikimedia Commons und geschützte Naturorte informieren, …und Spaß machen. Es ist als PDF verfügbar. WMCR hat außerdem 1.000 Exemplare produzieren lassen, um sie an Partner und öffentliche Personen zu verteilen.

ZEDLER-PREIS 2012: DIE JURY STELLT SICH VOR

Im Mai 2012 wird das erste Mal der Nachfolger der Zedler-Medaille, der „Zedler-Preis für Freies Wissen 2012“ verliehen. Jetzt stehen die 15 Jurymitglieder fest.

KICK-OFF-SEMINAR FÜR WIKI LOVES MONUMENTS 2012

In Dresden wird am 30. und 31. März ein Seminar stattfinden, das den Startschuss für den diesjährigen (weltweiten) Fotowettbewerb gibt. Es soll ein Organisationsteam zusammengestellt werden, das den Wettbewerb in Deutschland umsetzt. Gäste aus anderen Ländern sind auch gerne gesehen.

DEUTSCHES ZENTRUM FÜR LUFT- UND RAUMFAHRT

Dank einer Initiative von WMDE stellt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt eigene Bilder ab sofort unter freie Lizenz:

Termine

LEIPZIGER BUCHMESSE

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse findet am 16. März, 18.00 Uhr, in der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) eine Lesung aus dem Buch ‚Alles über Wikipedia‘ statt.
Ort:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7
04105 Leipzig
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Accessibility-Studie für Wikipedia

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Third Age Online (TAO) hat die Stiftung „Zugang für alle“ (ZfA) eine Zugänglichkeitsstudie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt. Grundlage für die Studie waren die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die von der Web Accessibility Initiative (WAI) empfohlen werden. Damit liegt erstmals ein umfassender Bericht für das Projekt Wikipedia vor, der die Einschränkungen der Zugänglichkeit nach WCAG 2.0 thematisiert. Der Bericht wurde von der Stiftung ZfA ins Englische übersetzt, unter eine freie Lizenz gestellt und der Wikimedia Foundation zur Verfügung gestellt. Da gerade unter dem Codenamen „Athena“ eine neue Oberfläche für MediaWiki entwickelt wird, sollte so früh wie möglich auf die Einhaltung der Richtlinien geachtet werden.

In großen Teilen werden die Richtlinien bereits eingehalten. Im Abschlussbericht werden allerdings noch einige Punkte genannt, die einer Optimierung bedürfen. In Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation und der Entwickler-Community wird Wikimedia Deutschland jetzt dafür sorgen, dass die Einschränkungen der Zugänglichkeit möglichst schnell behoben werden. Obwohl die Studie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt wurde, wird die Behebung auch die Zugänglichkeit aller anderen Sprachversionen verbessern.

Die notwendigen Anpassungen beziehen sich überwiegend auf die Verwendung von Screenreadern und die Bedienung der Oberfläche mit der Tastatur. In den meisten Fällen können die Mängel durch eine Anpassung der MediaWiki-Software oder eine Überarbeitung der Skins behoben werden. Einige Punkte lassen sich jedoch lediglich durch die Erweiterung der Bearbeitungsrichtlinien verbessern.

Eine Zusammenfassung und der vollständige Bericht der Studie kann auf der Projektseite „Third Age Online“ eingesehen werden.

Die aus diesem Bericht resultierenden Änderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Hinterlegen eines Standardwertes für die von Screenreadern vorgelesene Beschreibungen in eingebetteten Grafiken/Fotos
  • Korrekte Auszeichnung und strukturelle Anpassung von Überschriften zur besseren Orientierung von ScreenReader-Benutzern
  • Korrekte Verwendung von Linklisten
  • Weitgehenden Verzicht von Tabellen als Gestaltungshilfe
  • Anpassung der Infoboxen an die korrekte Verwendung von Tabellen
  • Überarbeitung der Navigationsleiste, um Kompatibilität mit Screen-Readern zu gewährleisten
  • Konsistente Auszeichnung externer Links für Screen-Reader
  • Hinzufügen der Schreibweise von Artikeln anderer Sprachversionen in der Sprache des Benutzers, vor allem bei Sprachen mit nichtlateinischer Schrift
  • Korrekte Auszeichnung von Eingabefeld-Beschriftungen und Pflichtfeldern in Formularen
  • Anpassung des Editors und des Audio-Players an Steuerungsmöglichkeiten per Tastatur
  • Bereitstellen eines Gadgets zur stärkeren Hervorhebung des Tastaturfokus
  • Anpassung der Definition von Schnellzugriffstasten gemäß der WCAG-Richtlinien

Folgende Punkte sind als weitere Bearbeitungsrichtlinien diskussionsbedürftig:

  • Stärkere Etablierung aussagekräftiger Bildbeschreibungen für eingebundene Grafiken/Fotos
  • Überschriftenstrukturierung und -auszeichnung auf Portalseiten
  • Auszeichnung von fremdsprachigen Teilen eines Artikels
  • Aufgreifen der Diskussion über die zusätzliche Sprachversion „Einfaches Deutsch“
  • Format und Auszeichnung von Datentabellen

Die Verwendung von sogenannten „Captchas“ wurde im Bericht ebenfalls als Einschränkung in der Zugänglichkeit angemerkt. Die Diskussion darüber läuft auch schon seit einigen Jahren. Eine akzeptable Lösung, die sowohl automatisierte Zugänge verhindert als auch die Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderungen ermöglicht, wurde noch nicht gefunden.

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Verstärkung fürs Team

Cornelia Trefflich und Phillip Wilke, Foto: Michael Jahn, CC-BY-SA 3.0

Obwohl es schon wirklich eng ist in der Wikimedia Geschäftsstelle in Schöneberg, sind im Februar zwei neue Mitarbeiter hinzu gekommen. Unmögliches wird möglich gemacht – und so rückt man zusammen, improvisiert, stellt hier und da noch Tische, Stühle und Computer auf! Die, gefühlt exponentiell wachsende Arbeit, muss ja gemacht werden. Die zwei Neuen, das sind Cornelia Trefflich und Phillip Wilke. Heute möchten sie sich kurz vorstellen:

 

Cornelia, gerne auch Conny, mag keine Dreien in Altersangaben, ist in Halle (Saale) geboren und hat Englisch, Spanisch und Kulturwissenschaften in Leipzig studiert.

Ich unterstütze den Bereich Bildung & Wissen bei der Restrukturierung. Die Programme ‘Silberwissen’, ‘Wikipedia macht Schule’ und das Hochschulprogramm verfügen über ein gemeinsames Referentennetzwerk und sollen auch inhaltlich enger verknüpft werden. Deswegen übernehme ich gerade jede Menge Koordinationsaufgaben und maile und telefoniere viel mit engagierten Freiwilligen und Referenten. Damit kenne ich mich durch meine Arbeit beim ICJA Freiwilligenaustausch weltweit schließlich aus. Mich reizt besonders die Zusammenarbeit mit hoch motivierten Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen, die sich alle für die Idee des freien Wissens begeistern und einsetzen. Ich freue mich schon darauf, viele engagierte Referenten auf dem im März stattfindenden Camp kennen zu lernen.

 

Phillip, Jahrgang 1983, gebürtiger Hannoveraner, dessen Namen fast jeder erst mal falsch schreibt.

An der TU Berlin habe ich Geschichte und Kommunikationswissenschaften studiert. Ich bin neu im Team PR- und Öffentlichkeitsarbeit und arbeite gemeinsam mit Catrin und Michael. Gerade die projektbezogene Pressearbeit werde ich in Zukunft verstärken. Deswegen werde ich auch viel mit Nicole zusammen arbeiten und ihr immer Mal wieder eine helfende Hand reichen. Viele Baustellen also, aber Kopf-Wirrwarr bin ich durch meine Tätigkeiten bei verschiedenen Medien und Verlagen sowie der ehrenamtlichen Pressearbeit beim Kongress atoms&bits ja bereits gewohnt. Schon vorher habe ich die Wikipedia zur täglichen Recherche genutzt. Die Idee des freien Wissens nun hauptberuflich voranzutreiben und publik machen zu dürfen, ist für mich eine große Ehre und anspornende Aufgabe zugleich.

So, dann gehen wir mal Kaffee trinken und das Mate-Lager plündern. Im Anschluss wird wieder gearbeitet. Versprochen!

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Wir können auch anders – ACTAvismus für Freies Wissen

Anti ACTA demo Cologne 2012, © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Vielleicht wird der 11. Februar 2012 einmal als der Tag angesehen werden, der in seiner Wirkung dem 10. Oktober 1981 gleichkam. Damals demonstrierten ca. 300.000 Menschen im Bonner Hofgarten gegen Pershing-Raketen und den NATO-Doppelbeschluss. Die Fernsehbilder der friedensbewegten Massen, unter ihnen der etwas ungelenk tanzende Joseph Beuys, wurde für viele zum Generationenerlebnis, das sie nachhaltig beeinflusste.

Nach Meldungen der örtlichen Veranstalter waren am Samstag etwa 120.000 Menschen auf Deutschlands Straßen unterwegs, um gegen das Handelsabkommen ACTA zu protestieren. Das ist schlicht erstaunlich. Wer noch vor Tagen prophezeit hätte, dass sich ganze Kohorten von Schülern, Studierenden, netzpolitisch Engagierten und besorgten Bürgern zu einer bunte Regenbogenkoalition zusammenfinden würden, um gegen einen spröden, fast schon hermetischen Vertragstext aufzuparadieren, der wäre wohl für verrückt erklärt worden.

Den zweitstelligen Minusgraden trotzend, machten die lärmenden, hüpfenden und vor allem friedlichen Demonstranten ihren Unmut gegen mögliche Verschärfungen bei der Rechtedurchsetzung im Internet publik. Ein Teilnehmer in Düsseldorf sagte der Tagesschau, das Internet sei sein bevorzugter Lebensraum und der ACTA-Protest schlicht als “Umweltschutz” zu verstehen. Nicht auszudenken, wie sich ein schöner Julitag auf die Mobilisierung ausgewirkt hätte.

Das Besondere an diesem 11. Februar 2012 war, dass sich an ihm sehr öffentlichkeitswirksam ein weit verbreitetes Unbehagen artikulierte: die Sorge, dass die andauernden Copyright Wars das Internet irreversibel verändern könnten. Denn analog dazu, wie Schutzfristverlängerungen den Aufbau einer reichhaltigen Public Domain auf lange Sicht einschränken, könnten auch restriktive Sanktions- und Eingriffsprozeduren schwer wieder zu beseitigen sein, sobald sie einmal etabliert sind.

Wie hier bereits berichtet, gibt ACTA materiellrechtlich nicht allzu viel her. Aber es wird von vielen Menschen als ein Symptom gesehen für einen schleichenden Rückbau des Web 2.0 zu einem reinen Distributionskanal, von dem dann nur noch starke kommerzielle Plattformen und “walled gardens” profitieren. Der Medienrechtler Thomas Stadler prophezeit nun weiteren Druck der Urheberrechtslobby, um “ihre Individualinteressen notfalls auch gegen das Gemeinwohl durchzusetzen”. Dabei habe “gerade das Netz … uns mit großartigen Projekten wie Wikipedia gezeigt, dass die Verbreitung von Wissen und Information nach ganz anderen Spielregeln funktionieren kann, als bis vor kurzem angenommen.”

Als die Initiatoren der Berliner Stop-ACTA-Demo kurzfristig eine Anfrage an die Geschäftsstelle richteten, ob wir einen Redebeitrag für die Kundgebung liefern könnten, sagte ich spontan zu. Angesichts der Irritation bei Teilen der politischen Klasse, die der Wikipedia-Blackout vor einigen Wochen ausgelöst hat, schien der Zeitpunkt äußerst angebracht, ein kurzes Plädoyer für Freies Wissen und die Notwendigkeit einer Urheberrechtsreform zu halten. Das ist im Kontext einer Demonstration nicht gerade einfach. Reden müssen zugespitzt und vor allem knapp sein. Aber selbst jene Wikipedianer und geschätzten Kollegen, die ebenfalls vor Ort waren, dürften aufgrund des brummenden Stromgenerators für die PA ohnehin nicht allzu viel verstanden haben. Deshalb hier nochmals meine Ansprache im Wortlaut:

Die Bundesregierung hat es bislang versäumt, die deutsche Öffentlichkeit über ihre Position zu ACTA ausreichend zu informieren. Dafür bemühte sich gestern ein Abgeordneter der CDU um die phantasievolle Formulierung, ACTA sei ein hilfreicher Weg ‘zu einer globalen Verständigung über den Schutz von Urheberrechten’. Diese Meinung hat der Mann exklusiv.

Ich unterstelle dem Unionspolitiker noch nicht einmal, er handle mit dem Vorsatz der bewussten Täuschung. ‘Asume Good Faith’ ist ein ehernes Gesetz bei uns. Es ist wohl eher so, dass er schlicht kein Verhältnis zu der Kultur des Teilens hat, die gleichsam in die Geburtsurkunde des Internets eingeschrieben ist.

Mit den frühesten Programmierer-Communities und der Open-Source-Bewegung entstand eine Art Kochtopf-Ökonomie, in die jeder etwas hineingeben kann. Im besten Fall entsteht durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Zutaten etwas Neues, Besseres, das mehr ist als nur die Summe seiner Teile.

Dieses freiwillige Geben und Nehmen, die gemeinsame Inhalteherstellung und ihre freie Weiternutzung hat globale Freiwilligen-Projekte wie Wikipedia überhaupt erst möglich gemacht. Deren Kultur des Teilens wird vorangetrieben von Menschen, die selbstorganisiert an einem faszinierenden Projekt arbeiten: dem kostenlosen, offenen Zugang zu Wissen für die gesamte Welt.

Haben diese Menschen ein Problem mit dem Urheberrecht? Nein. Im Gegenteil hat die Wikipedia-Community wohl eine beispiellose Kompetenz zu kompliziertesten Detailfragen im Bereich geistigen Eigentums entwickelt. Sie verbringt unzählige Stunden darauf, dass die WP-Seiten frei von rechtsverletzenden Inhalten sind.

Dass der Ruf nach einer verschärften Ahndung von Rechtsverstößen nun aber ausgerechnet von Politikern kommt, die auf ihren eigenen Websiten äußerst lax mit fremden Bildmaterial umgehen, ist ein Treppenwitz der Geschichte.

Wieso maßen sie sich an, ACTA und seine möglichen Folgen ganz durchdringen zu können, wenn sie noch nicht einmal über die Rechte und Pflichten im gegenwärtigen Urheberrecht Bescheid wissen?

Warum kümmern sie sich nicht besser um die Erarbeitung eines zeitgemäßeren Urheberrechts, das für Internetnutzer, also auch sie, zu verstehen und zu handhaben ist?

Eines sei zugestanden: Der Text von ACTA wurde im Laufe der Zeit erheblich entschärft. Trotzdem bedeutet das Abkommen weiterhin eine Gefahr, auch für die Verbreitung Freien Wissens. Denn konsequent weitergedacht, würde der direkte Zugriff durch Rechteinhaber wohl auch Inhalte-Plattformen wie Wikipedia kaputtregulieren.

Nun hat Wikipedia ja vergleichsweise gut funktionierende Mechanismen der Selbstkontrolle. Eine Verpflichtung zur stärkeren Überwachung und Sanktionierung der Nutzer/innen würde aber unweigerlich auf Kosten dessen gehen, was User Generated Content eigentlich ausmacht: Kreativität, Offenheit und eben auch Vertrauen. Assume good faith.

Sobald wir IP-Adressen vorhalten, Klarnamen zuweisen oder für sämtliche Rechtsverstöße auf verlinkten Seiten haften müssten, wäre dies zweifellos das Ende eines beispiellosen Gemeinschaftsprojekts. Freies Wissen braucht, um wirklich frei von wirtschaftlicher Einflussnahme und politischer Zensur zu sein, Schutz vor unverhältnismäßigen Eingriffsmaßnahmen.

Wir stehen für die Zivilgesellschaft und ihren Wunsch nach Zusammenarbeit. ACTA steht für die einseitigen Interessen der Rechteverwerter. Diese zeigen gegenwärtig eine Tendenz, die unschätzbaren Möglichkeiten, die das Netz gerade für freie, ungehinderte Meinungsäußerung und gemeinschaftliche Wertschöpfung bietet, durch aggressives Lobbying beschneiden zu wollen.

Ihr Anliegen, mit digitalen Gütern Geld zu verdienen, ist zweifellos legitim. Doch ihr Ansinnen, auf dem Altar bestehender Geschäftsmodelle das gesamte Ökosystem des Netzes nachhaltig zu verändern, ist es nicht.

In diesem Zusammenhang hat die Politik nicht die Aufgabe, bestimmte Geschäftsmodelle gegenüber anderen zu bevorzugen. Sie soll lediglich einen Rahmen für faire Wettbewerbsbedingungen schaffen – zwischen den Kulturindustrien, deren Kunden wir alle sind, und jenen neuen Plattformen, die Informationen bündeln und die unseren Alltag erheblich erleichtern.

Von Berlin aus richten wir deshalb die dringende Bitte an die Bundesregierung und das Europäische Parlament: Die möglichen Kollateralschäden von ACTA müssen stärker gewichtet werden als die Profitinteressen einer sich zunehmend verhärtenden Branche! Und deshalb muss der Ratifizierungsprozess nicht nur ausgesetzt, sondern ganz gestoppt werden! Denn wir verdienen mehr als ein Abkommen, das in Hinterzimmern ausgehandelt wurde und offensichtlich nicht dem Gemeinwohl dient.

 

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Ausblick – Zielplanungsworkshop 2012

Am Wochenende des 28./29. Januar trafen sich die Mitarbeiter der Wikimedia-Geschäftsstelle zu einem gemeinsamen Workshop. Ort der Veranstaltung war das Berliner Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg. Auf dem Programm stand die Jahresplanung unserer Arbeit. Erstmals haben wir uns nicht direkt der Besprechung einzelner Maßnahmen und Programme gewidmet. Stattdessen befassten wir uns bewusst und intensiv mit den von der Mitgliederversammlung beschlossenen Zielen des Wirtschaftsplans 2012. Was müssen wir schaffen, um sie zu erfüllen? Welche An- und Herausforderungen beinhalten sie genau? Wie organisieren wir uns am effektivsten?
Demnächst veröffentlichen wir, was wir konkret zu jedem einzelnen Ziel vorbereitet haben und nun ausarbeiten. Damit beginnen wir gleichzeitig eine regelmäßige Berichterstattung, über die im Folgenden noch mehr zu lesen ist. Hier zunächst also ein allgemeiner Rückblick auf das Wochenende und unseren Arbeitsansatz für das Jahr 2012.

Grundlagen: Zieldenken

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte orientiert sich die Geschäftsstellenarbeit des ganzen Jahres an vorab gesteckten Einzelzielen. In den Jahren zuvor gab es das nicht. Zur Orientierung dienten stattdessen der Kompass 2020 sowie die Erfahrung mit erfolgreichen oder weniger erfolgreichen Maßnahmen des Vorjahres. Mit der Zielsetzung für 2012 gehen wir einen Schritt weiter, hin zu besserer Planbarkeit. Alles, was wir tun, muss für die Erfüllung mindestens eines der sieben Ziele relevant sein. Einzelne Aktivitäten wie der Zedler-Preis, die nächste WikiCon, das Projekt WikiData, Literaturstipendien, Pressemaßnahmen oder „Wikipedia macht Schule“ sind wichtige Beiträge zur Förderung Freien Wissens. Sie stehen stellvertretend für alle Aktivitäten des Vereins. Wie aber lässt sich messen, wie beispielsweise der Zedler-Preis zum Ziel der verbesserten Weiternutzung oder zu verbesserter Freiwilligenförderung beiträgt? Und wie macht man das für die Vielzahl der anderen Projektideen? Der gedankliche Abstand zwischen Einzelmaßnahmen und den abstrakten Zielen ist zu groß. Besser lässt sich Zielführung überprüfen, wenn genau definiert ist, welche gemeinsamen Anforderungen alle einzelnen Aktivitäten erfüllen müssen. Um das zu klären, haben wir im Rahmen des Treffens Hauptaufgaben gebündelt und Meilensteine für 2012 bestimmt.

Hauptaufgaben und Meilensteine

Ein gutes Beispiel ist das Ziel, im Jahr 2012 doppelt so viele Freiwillige bedarfsgerecht zu unterstützen wie im letzten Jahr. Unter bestehende Maßnahme fallen hier unter anderem das Community-Projektbudget, das Literaturstipendium, Akkreditierungen, OTRS-Workshops und vieles mehr. In diesem Jahr können auch weitere, neue Maßnahmen gestartet werden. Alle diese Aktivitäten haben jedoch gemeinsam, dass sie Förderprogramme sind, für die bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden müssen, die Konzeption, Umsetzung und Auswertung verlangen. In unserem Workshop haben wir für jedes einzelne Vereinsziel Hauptaufgaben und Meilensteine entwickelt, mit denen genau das getan werden kann. Darin sind gebündelte Arbeitsaufträge enthalten, wichtige Termine und aufeinander aufbauende Planungsschritte. Damit diese Möglichkeiten der Zielüberprüfung auch angewendet werden, haben wir außerdem für jedes Ziel ein betreuendes Team aus zwei Mitarbeitern gebildet, das für die Jahresbegleitung verantwortlich ist.

Zielverantwortliche und Berichtverantwortliche

Nach wie vor ist uns sehr wichtig, dass unser Team in flachen Hierarchien gemeinsam an den Aufgaben des Vereins arbeitet. Damit das so bleibt, lassen wir die einzelnen Mitarbeiter weiter das tun, was sie am besten können: an einzelnen Maßnahmen arbeiten und sich kreativ austauschen. Es muss allerdings jemanden geben, der alle Maßnahmen eines Zieles koordiniert, den Überblick behält und sich beratend mit den einzelnen Beteiligten austauscht. Darum haben wir für die sieben Ziele sieben “Zielverantwortliche” unter den Mitarbeitern bestimmt. Sie sind diejenigen, die auf den roten Faden bei der Arbeit an den Zielen 2012 achten. Gleichzeitig haben sie wie alle anderen Projektmanager auch ihre eigene Jahresplanung. Die Aufgabe der Zielverantwortlichen soll sie nicht von ihren übrigen Aufgaben abhalten. Unterstützt wird deshalb jeder von ihnen durch einen “Berichtverantwortlichen”, der alle Berichte verfasst und sozusagen Protokoll über die Entwicklungen führt. Auch die Berichtenden werden sich weiter vor allem ihren eigentlichen Aufgaben widmen. Mit der Arbeitsteilung dieser “Doppelspitzen” stellen wir sicher, dass möglichst effizient darauf hingearbeitet wird, unsere Ziele zu erreichen. Welcher Mitarbeiter ziel- oder berichtsverantwortlich ist, erfahrt ihr in kommenden Berichten zu den einzelnen Zielen. Mindestens ein Mal pro Quartal werden diese Berichte veröffentlicht. Sie dienen damit gleichzeitig der Information über unsere Arbeit und der Selbstüberprüfung.

Und wie war’s nun?

Wenn die kurzen Ausführungen über unsere Planungen den Eindruck erwecken, dass viel über die Materie gesprochen, diskutiert und abgewogen wurde, …dann stimmt das! Neben vielen Vorschlägen, Kritik und Beobachtungen ist vor allem viel Leidenschaft für die Projekte des Vereins in das Wochenende eingebracht worden. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung!

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Wikimedia:Woche 2/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und ihrer Ländervertretungen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (2/2012)=

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

 

Quellen dieser Ausgabe:

 

Beitragende: Anneke Wolf, Martina Nolte, Delphine Ménard, Jürgen Fenn, Michael Jahn

==Foundation & Vereine==

ZUR STELLUNG DER FÖRDERVEREINE IN DER WIKIMEDIA-BEWEGUNG

Die Geschäftsführerin der Wikimedia-Foundation, Sue Gardner,  stellt im Auftrag des Kuratoriums (‚Board of Trustees) im Meta-Wiki vier Empfehlungen für ein grundlegend neues Verhältnis zwischen der Foundation und den Fördervereinen (Chapters) vor, das insbesondere die globale Spendenverteilung betrifft. Durch die Neuregelung würde sich aber darüber hinaus auch die Struktur der Wikimedia-Bewegung insgesamt nachhaltig ändern. Der Vorschlag hat zu einer umfangreichen und lebhaften Diskussion in Wikipedia, auf mehreren Mailinglisten und im Meta-Wiki geführt.
Im Einzelnen sieht der Entwurf folgende Neuerungen vor:
  • Die jährlichen Fundraiser-Kampagnen sollen komplett von der Foundation durchgeführt werden.
  • Die Chapter können aber darüber hinaus auf anderen Wegen eigene Spenden außerhalb der Wikimedia-Wikis einwerben.
  • Die Stiftung vergibt auf Antrag Fördermittel (“Grants“) an Vereine, Gruppen und Einzelpersonen weltweit, um die Community und die Ziele der Wikimedia Foundation zu fördern.
  • Über die Vergabe der Fördermittel soll ein neu zu schaffendes Gremium, das “Funding Allocations Committee“ (FAC), entscheiden.
Die Schlussfassung des Vorschlags soll dem Kuratorium am 3. Februar 2012 vorgelegt werden. Wikimedia Deutschland prüft den Entwurf eingehend und bereitet eine Stellungnahme hierzu vor.

WIKIMEDIA OUTREACH

Der Entwurf für das Campus-Ambassador-Programm an zwei Universitäten in Kairo (siehe Wikimedia:Woche 1/2012) ist veröffentlicht worden. Mit dem Pilot-Programm soll umfassend erprobt werden, ob das Ambassador-Programm der Wikimedia Foundation an ägyptischen Hochschulen mit Erfolg umgesetzt werden kann. Die Studenten werden Artikel zur arabischen Wikipedia beitragen.

WIKIMEDIA SPANIEN

Die Monatsberichte von Oktober bis Dezember 2011 wurden veröffentlicht.

WIKIMEDIA FRANKREICH

(Redaktioneller Hinweis: Danke an Delphine Ménard für eine deutsche Zusammenfassung der französischen Beiträge.)
In Guyane (in Cayenne) fand eine Veranstaltung der “Délégation générale à la langue française et aux langues de France“ (regionale Delegation zur französischen Sprache und zu den Sprachen Frankreichs) statt, um sich darüber Gedanken zu machen, wie man mit den Sprachen französischer Überseegebieten umgeht. Wikimédia France wurde eingeladen und hat einen Bericht über den Status dieser Sprachen in den Wikimedia-Projekten vorgestellt. Außerdem wurde ein Autoren-Workshop abgehalten.
Die Veranstaltung hatte das Ziel, Empfehlungen an den Kultusminister über Mehrsprachigkeit in den französischen Überseegebieten zu präsentieren. In den Empfehlungen gab es – im Bereich Digital – einen ausdrücklichen Bezug auf die Wikipedia–/Wikimedia-Projekte. Sie wurden als essenzieller Träger von Sprachen und Kultur bezeichnet.

WIKIMEDIA ESTLAND

Wikimedia Estland hat einen Buchscanner angeschafft, um gemeinfreie Werke zu digitalisieren.

WIKIMEDIA FOUNDATION & BRASILIEN

Auf der Suche nach einem Leiter für Programmentwicklung in Brasilien führte Barry Newstead gemeinsam mit Wikipedianern Bewerbungsgespräche in Brasilien durch. Näheres zum Auswahlprozess und zum Stellenprofil:

WIKIMEDIA AUSTRALIEN

In Zusammenarbeit mit dem Paralympischen Komitee Australiens veranstaltet Wikimedia Australien einen Artikelwettbewerb. Zwei Gewinnern wird ermöglicht, die Paralympischen Spiele 2012 in London vor Ort für Wikimedia Commons, Wikinews und Wikipedia zu begleiten.

==Technik==

WMF-ENTWICKLERBERICHT DEZEMBER 2011

Der Entwicklerbericht für Dezember ist erschienen. Darin unter anderem der Prototyp des Visuellen Editors, eine neue Version des Article-Feedback-Tools und die Veröffentlichung von WebFonts. Weitere Themen: HTTPS-Unterstützung für den mobilen Zugriff auf Wikipedia oder die Möglichkeit, eine Lizenzvorauswahl im Upload Wizard für Wikimedia Commons festlegen zu können.

MEDIAWIKI-ROADMAP 2012

Der Wikipedia Signpost blickt voraus auf Entwicklungen bei MediaWiki, die aus der neu veröffentlichten Roadmap ersichtlich sind. Während die Entwicklung der Erweiterung LiquidThreads faktisch zum Stillstand gekommen ist, liegt der Schwerpunkt des Ausbaus in den nächsten Monaten auf der Erleichterung des Zugangs zu Wikipedia von mobilen Endgeräten aus. Es wird eine Wikipedia-App für Android geben, außerdem soll “Wikipedia Zero“, eine „Light“-Version der Wikipedia-Oberfläche für den mobilen Einsatz, bei “Orange Tunisia“ getestet werden. “Mobile-friendly editing“ soll im März aktiviert werden, während Benutzer in Asien und Afrika ohne vollwertigen Zugang zum Internet auf Wikipedia mit SMS und USSD zugreifen werden können.
Die MediaWiki-Entwicklung selbst wird von Subversion zu Git wechseln.

LOCALISATION TEAM

Die Übersetzungs-Erweiterung für MediaWiki wurde um Funktionen ergänzt, die den aktuellen Status von Übersetzungen anzeigen. Soll soll vermieden werden, dass Zeitaufwand in weitestgehend fertig übersetzte Textpassagen investiert wird.

==Projekte und Initiativen==

MEILENSTEIN AUF WIKISOURCE

Am 4. Januar 2012 wurde auf der deutschsprachigen Wikisource ein neuer Meilenstein erreicht: Der Artikel „Aus alter Zeit“ aus der Gartenlaube des Jahres 1874 ist das Werk mit der Nummer 24.000.

ZEDLERPREIS

Die Wahl der Jury aus Wikipedianern für den Zedlerpreis für Freies Wissen ist abgeschlossen. Hier gibt es die Gewählten:

==Termine==

WMF-OFFICE HOURS

Am 12. Januar 2012 um 23.30 Uhr findet eine Office-Hour mit Sue Gardner statt. Das Thema ist derzeit noch offen.
Am 13. Januar 2012 findet um 20.00 Uhr eine Office-Hour mit Howie Fung, Oliver Keyes, Fabrice Florin und Dario Taraborelli um Article-Feedback-Tool, Version 5, statt
*IRC: #wikimedia-office auf Freenode.net.
*Webchat: http://webchat.freenode.net/ Channel: #wikimedia-office

OPEN KNOWLEDGE MEETUP BERLIN

Die Open Knowledge Foundation Deutschland startet ein neues regelmäßiges  Treffen für alle, die sich für Open Knowledge und Open Data interessieren. Immer am zweiten Dienstag eines Monats in Berlin, ab 18 Uhr.

TECHNIK-TERMINE

21.-22. Januar 2012: San Francisco Hackathon
10.-12. Februar 2012: Pune Hackathon (Indien)
10.-12. Februar 2012: GLAMcamp Washington, DC
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Wikimedia:Woche 1/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und ihrer Ländervertretungen. Auf Anregung seitens der Community wird der donnerstägliche Mailing-Newsletter hier erstmalig auch im Blog von Wikimedia Deutschland veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Wikimedia:Woche (1/2012)

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:
Quellen dieser Ausgabe:

Foundation & Vereine

FUNDRAISER 2011 ABGESCHLOSSEN

Die Spendenkampagne 2011 war die erfolgreichste bisher seit 2003. Es wurden weltweit 20 Millionen US-Dollar eingenommen. In Deutschland beliefen sich die Einnahmen auf über 3,8 Millionen Euro.

DIE GESICHTER DER SPENDENKAMPAGNE

Im Blog der Wikimedia Foundation werden die Personen kurz mit Foto und ein paar Informationen vorgestellt, die mit Banner-Aufrufen am Fundraising der Foundation teilgenommen haben:

WIKIMEDIA OUTREACH GOES EGYPT

Anfang 2012 wird es beim Campus-Ambassador-Programm der Wikimedia Foundation ein Pilotprojekt in Ägypten geben. Der Leiter des Programms Frank Schulenburg und Projektmanagerin Annie Lin besuchten Mitte Dezember 2011 Professoren, Studenten und ägyptische Wikipedianer, die an einer Mitarbeit interessiert sind. Ziel ist es, die arabische Wikipedia zu verbessern und auszubauen. Teilnehmen werden Studenten bei sechs Professoren an der Ain Shams Universität und an der Universität Kairo.  Es sollen 4–6 Kurse gebildet werden, aus denen jeweils nur die besten Studenten Beiträge für Wikipedia schreiben sollen.

NEUE NUTZUNGSBEDINGUNGEN FÜR ALLE WIKIMEDIA-PROJEKTE

Der Justiziar der Wikimedia Foundation Geoff Brigham hat bekanntgegeben, dass die Entwurfs- und Diskussionsphase zur Neufassung der Nutzungsbedingungen, die genaugenommen Lizenzbedingungen sind, nach 120 Tagen abgeschlossen sei. Der ursprüngliche Entwurf sei dabei mehr als 200 mal geändert worden. Die Diskussionsbeiträge füllten ausgedruckt mehr als 320 Seiten.
Die Neufassung der „terms of use“ soll vor allem verständlicher gefasst sein als die bisherigen Bedingungen. Die Rolle der Foundation als Projekt-Hoster werde darin deutlicher herausgearbeitet. Für wiki-übergreifenden Vandalismus werde es die Möglichkeit einer Wikimedia-weiten Benutzersperre geben. Bei zukünftigen Änderungen soll die Community in der Regel 30 Tage lang beteiligt werden.
Die neuen Nutzungsbedingungen werden nun intern weiter geprüft und dann dem Stiftungsvorstand zur Beratung und zum Beschluss zugeleitet.

TELEFONKONFERENZ DES WMDE-PRÄSIDIUMS

Im Wikimedia-Forum wurde das Protokoll der ersten Telefonkonferenz des 1. Präsdiums von Wikimedia Deutschland veröffentlicht. Achtung: Anmeldung erforderlich.

Studien und Statistik

RESEARCH NEWSLETTER

Der monatliche Newsletter der Wikimedia Foundation über Forschung mit Wikimedia-bezogenen Inhalten wurde veröffentlicht. Die Themen:
  • Wissenschaftler der Universität Melbourne haben einen Vergleichstest zwischen Fachquellen und Wikipedia bezüglich Artikel über psychische Störungen durchgeführt. sie kommen zu dem Schluss, dass Wikipedia im Vergleich nur sehr selten sachliche Fehler enthält, die Themen aber weniger breit behandelt werden als in Fachmagazinen.
  • Eine Gruppe von Psychologen hat zu untersuchen versucht, inwiefern sich die Veröffentlichung von Details des so genannten Rorschach-Tests in Wikipedia auf die Verlässlichkeit des Tests für Psychologen auswirkt. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass nicht mehr davon ausgegangen werden kann, Testpersonen würden nicht vorher schon Informationen zum Test besitzen.
  • Ein Student der University of Nebraska-Lincoln untersuchte den Anteil von Rechtschreibfehlern in der englischen Wikipedia-Sprachversion. Er kommt zum Ergebnis, dass dieser Anteil in den letzten Jahren stetig gestiegen ist.
  • Wissenschaftler der Stanford Universität haben über die statistische Auswertung einer Yahoo-Toolbar 1900 englischsprachige Wikipedia-Benutzer nach Ihrem Browserverhalten untersucht. Demnach sind diese Benutzer aktiver in Online-Recherche und Nachrichtenkonsum als der durchschnittliche Web-Nutzer, aber auch affiner gegenüber popkulturellen Themen.
  • Das Fachmagazin „Nucleic Acids Research“ widmet sich in einer Spezialausgabe den Möglichkeiten, biologische Datenbanken mittels Wikis und kollaborativer Arbeitstechniken zu verbessern. (In der Passsage auch ein Link zum „Gen-Wiki“)
  • Einer Studie im Magazin „First Monthly“ wird der typische Wikipedia-Artikel von einer kleinen Benutzergruppe (12) und im Schnitt mit 21 Bearbeitungen erstellt.
Ausführliches:

NEUES ZUM FRAUENANTEIL IN WIKIMEDIA-PROJEKTEN

Laura  Hale hat auf der Gendergap-Mailingliste auf ein Tool hingewiesen, mit  dem man die Anzahl und den Anteil der weiblichen Autoren in einigen  Wikimedia-Projekten anzeigen lassen kann. Dabei wird die  Geschlechtsangabe in den Benutzereinstellungen ausgewertet. Die höchsten  Frauenanteile haben demnach die slowenische Wikisource (77,59%), die  polnische Wikiquote (42,31%) und die slowenische Wikipedia (35,79%).  Auch die portugiesischen Wikibooks, Wiktionary und Wikiquote kamen auf  etwa 30% weibliche Bearbeiter.
In  der Diskussion des Beitrags wurde die Aussagefähigkeit der  Geschlechtsangabe problematisiert. Der Anreiz, seine  Geschlechtszugehörigkeit in den Benutzereinstellungen einzutragen, ist  sicherlich auch abhängig davon, ob dies aus sprachlicher Hinsicht  erheblich ist. Beispielsweise gibt es in der englischen Wikipedia nur  „user“, in der deutschen Wikipedia dagegen „Benutzer“ und  „Benutzerinnen“. So könnte sich auch der hohe Frauenanteil in den  Projekten in slawischen Sprachen erklären. Außerdem ist systemseitig  regelmäßig die männliche Form voreingestellt. Um die Statistik  aussagefähiger zu machen, wurde deshalb vorgeschlagen, die  Voreinstellung bei  Neuanmeldungen beispielsweise monatlich  abzuwechseln.

Technik

WEBFONTS

Für die MediaWiki-Erweiterung für Webfonts wurde eine neue Hilfe-Dokumentation eingerichtet. Die Wikimedia-Foundation sucht noch Freiwillige zur Überstzung.

Projekte und Initiativen

GLAM-AKTIVITÄTEN IM DEZEMBER

Eine Zusammenstellung aller GLAM-Aktivitäten des Monats Dezember 2011 findet sich im folgenden Link:

AMBASSADOR PROGRAM

Im Foundation-Blog wird von der Initiative des Medienprofessors Michael Mandiberg berichtet, der ein kleines Team inklusive eines Wikipedia-Ambassadors aufbaute, um seine Studenten bei der Arbeit an Wikipedia-Artikeln für Leistungsnachweise zu unterstützen:

Termine

WIKIMEDIA OFFICE HOURS

6. Januar 2012, 20.00 Uhr MEZ: Office hours mit Howie Fung, Dario Taraborelli, Fabrice Florin, Oliver Keyes zum neuen “Article Feedback Tool“

  • IRC:  #wikimedia-office auf Freenode.net.
Am 5. Januar 2012 gab es eine Fragestunde mit dem “Wikimedia Foundation features development team“:
Eine Übersicht über alle bisherigen Office hours:
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Das Wikipedia Hochschulprogramm – Erste Schritte

Wikimedia Deutschland hat in den letzten Monaten intensiv an der Ausarbeitung des deutschen „Wikipedia Hochschulprogramms“ gearbeitet. Studenten sollen Wikipediaartikel zu vorher bestimmten Themen bearbeiten oder auch verfassen, was am Ende des Semesters als Leistung in die Seminarnote miteinfließt. Dieses Programm soll einerseits der Wikipedia neue kompetente Autoren verschaffen, andererseits der akademischen Lehre die bisherige Skepsis gegenüber der Wikipedia nehmen und aufgeschlossenen Lehrstuhlinhabern nützlich sein. Begleitet werden die Studenten dabei von ihrer Lehrkraft, die wiederum von einem erfahrenen Referenten geschult und beraten wird. Denn – dass die Wikipedia unter einem Rückgang an Autoren leidet, ist bekannte Tatsache. Die Wikimedia Foundation hat nicht zuletzt daher das Universitätsprogramm „Wikipedia Ambassadors“ ins Leben gerufen, in dem Professoren in ihren Kursen an den Universitäten gezielt die Wikipedia als Arbeitsplattform einsetzen.

Die Referenten des Wikipedia Hochschulprogramms, Köln 2011 (Foto: Annie Lin, CC-BY-SA)

Bereits Anfang Dezember hatte sich Wikimedia Deutschland mit interessierten Universitäten zu einem ersten Gespräch in Göttingen getroffen. Am letzten Wochenende, dem 17./18. 12. fand nun ein erstes Treffen in Köln statt, zu dem zehn zukünftige Referenten im Rahmen eines Orientierungsworkshops eingeladen waren. Denis Barthel und Elly Köpf von Wikimedia Deutschland stellten das Hochschulprogramm den Anwesenden vor, Annie Lin und Frank Schulenburg, als Vertreter der Foundation, berichteten ausführlich über ihre Erfahrungen mit dem Programm in den den USA, Kanada, Ägypten, Brasilien und Indien. Ein zentraler Punkt des Workshops war die Frage, welche Besonderheiten deutschsprachiger Universitäten vorliegen, ein weiteres wichtiges Thema war die Frage nach der Kommunikation zwischen den von Wikimedia eingesetzten Referenten, den Lehrkräften an den Universitäten und den Studenten. Anhand von Beispielen wurden positive, aber auch negative Aspekte erkannt und die Grenzen einer solchen Kooperation ausgelotet. Die mögliche Einbindung der Wikipedia in den universitären Lehrplan anhand eines detaillierten Entwurfs für den Ablauf eines Semesters erschien den Teilnehmern schlüssig und durchführbar. Zwei Gruppen erarbeiteten weitere detaillierte Stichpunkte zu den Themen Wikipedia-Grundlagen (Urheberrecht und Plagiat, Wikipedia-Syntax und Organisationsstruktur der Wikipedia) sowie zur Einbindung der Wikipedia in die Lehre (Lernziele, Lehrpraxis und abschließende Bewertung). In ihrem Schlussreferat berichtete Annie Lin am Sonntagnachmittag über die Lektionen, die Wikimedia aus dem Programm bisher gelernt hat: Was würden wir wieder tun und was machen wir lieber nicht noch einmal.

Die Veranstaltung verlief in einer äußerst konzentrierten Form und verschaffte den Teilnehmern das Gefühl umfassend über das komplexe Thema und seinen Möglichkeiten informiert worden zu sein. Die Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit war vorhanden, alle Beteiligten verliessen Köln hochmotiviert für die kommenden Herausforderungen.

Dieser Text ist gemeinsam von Schlesinger, Elly Köpf und Denis Barthel verfasst worden.

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Die Wikimedia Foundation veröffentlicht Jahresbericht 2010-2011

Die Wikimedia Foundation hat vor einigen Tagen ihren Jahresbericht  für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2010 bis 30. Juni 2011 veröffentlicht. Bereits zum vierten Mal gibt die Foundation damit einen Bericht über ihre Aktivitäten ab. Und nicht nur das, der neue Bericht würdigt besonders die weltweiten Aktivitäten der Community und das großartige Engagement der Freiwilligen. Der Jahresbericht beginnt mit der Erklärung: ‚The way the world tells its story‘. Unter diesem Titel werden Projekte, großartige Leistungen und Erfolge der weltweiten Community vorgestellt. Dazu gehört selbstverständlich auch das diesjährige 10. Jubiläum von Wikipedia, dass weltweit gefeiert wurde. Neu und besonders erfreulich ist, dass es eine Zusammenfassung des Jahresberichts neben Englisch in weiteren 6 Sprachen gibt (arabisch, japanisch, spanisch, portugisisch, französisch und deutsch).

Und noch etwas ist neu und nachahmenswert: Den Jahresbericht gibt es nicht nur im PDF-Format sondern auch in einer Wiki-Version, in der Kommentare und weitere Anregungen erwünscht sind!

Zu den Highlights des Berichts gehören u.a.:

  • weltweite Bildungsprogramme
  • technische Entwicklungen
  • Erweiterung mobiler Plattformen
  • Wikimania 2010 in Danzig, Polen
  • der Arabische Frühling in Wikipedia
  • 10. Geburtstag von Wikipedia
  • 2010/11 Spendenaufruf und Spender

Die Vorbereitungen für den Tätigkeitsbericht von Wikimedia Deutschland laufen bereits und wir werden unseren Bericht im März 2012 veröffentlichen. Ideen und Anregungen dazu gern an catrin.schoneville@wikimedia.de

p.s. Und da die ‚Kleinen‘ oft vergessen werden, auch noch Gratulation an Wikimedia Österreich, die ihren Tätigkeitsbericht ebenfalls kürzlich veröffentlicht haben.

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