Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie



2500 Kilometer

Blick in die Buchvorstellung
Blick in die Buchvorstellung

Nach einem sehr vollen Terminkalender in der zweiten Jahreshälfte 2011 begann 2012 etwas ruhiger, zunächst nur mit einem Treffen in Kassel zu Sondierungsgesprächen für „Wikipedia trifft Museen„. In den letzten zwei Wochen war es dann aber mal wieder so weit. Begonnen hatte es am 19. März mit einer Fahrt nach Leipzig. Als ich schon halb um Berlin herum war klingelte es – der Hexer mußte auch noch nach Leipzig. Irgendwie. Naja. Noch war ich nah genug um ihn einzusammeln. Und damit begann meine Reisewoche mit einer netten Begleitung. In Leipzig besuchten wir zunächst die Buchmesse. Ja, es war schon interessant. Ich war zuletzt Ende der 1990er Jahre dort. Aber so interessant wie bei meinem ersten Besuch war es dann doch nicht mehr. Sehr voll und echte neue Informationen gab es nicht. Einzig der Besuch beim Stand der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft war etwas

ergiebiger – auch in Sachen Bücher. Abends wurde dann noch einmal das Wikipedia-Jubiläumsbuch vorgestellt, bei einem lieben Partner von Wikimedia Deutschland, der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig. Ich versuchte mich einmal als Fotograf, da ich als Vorleser eher wenig geeignet bin, konnte mich aber immerhin in der anschließenden Diskussion etwas intensiver einbringen. Alles in allem war es ein guter Tag.

Die trunkene Alte
Die trunkene Alte

Nach der Übernachtung in Weimar und der vormittaglichen Suche nach original Thüringer Rostbratwürsten ging es weiter nach München, genauer nach Oberschleißheim. Dort verbrachte ich mein Wochenende bei der Verwandtschaft. Abstecher führten mich zu einer Freundin nach München und natürlich in die Staatlichen Antikensammlungen und erstmals auch in die Glyptothek. Erstmals – war es doch erst mein zweiter Besuch in München. Fast 600 Bilder machte ich in beiden Sammlungen binnen weniger Stunden. Und sicher werden Wikimedia Commons davon in absehbarer Zeit Diverse zugute kommen.

Montag ging es weiter. Weiter zum eigentlichen Grund der weiten Reise. Zürich. Erstmals in die Schweiz. Eingeladen von Professor Beat Näf, den ich bei „Wikipedia trifft Altertum“ kennen und sehr schätzen gelernt hatte, hatte mich eingeladen. Zum einen um als Wikipedia-Vertreter in einem von ihm betreuten Kolloquium über Wikipedia zu berichten und Frage und Antwort zu stehen, zum anderen um mit ihm ein weiteres seiner Projekte zu frühmittelalterlichen Kirchen und den Möglichkeiten dieses in die Wikipedia einzubeziehen zu sprechen. Auch wenn die Tage davor und danach allesamt äußerst angenehm und positiv waren, kann ich den Tag in der schönen Stadt Zürich nur als den Höhepunkt der Reise bezeichnen. Die interessanten Gespräche mit den Teilnehmern des Kolloquiums sowie davor und danach mit Professor Näf ließen es wirklich zu einem äußerst angenehmen Tag werden. Und wie die Rückmeldungen aussehen, habe ich Wikipedia offenbar nicht ganz unwürdig vertreten. Schade nur, dass ausgerechnet an diesem Montag die Antikensammlung der Universität geschlossen war. Der Blick den man von aussen werfen konnte war schon sehr erfreulich. Ich muss eben mal wieder nach Zürich. Für alle, die mal in Zürich sind: das Restaurant im Turm des Hauptgebäudes der Universität ist einen Besuch wert!

Wenn ich schon in der Schweiz bin und an der Organisation von „Wikipedia trifft Museen“ arbeite, wäre es Unsinnig gewesen den nächsten Tag nicht dafür zu nutzen, einen Abstecher nach Basel zu machen. Dort gibt es mit dem „Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig“ das einzige Museum der Schweiz, dass sich einzig den archäologischen Hinterlassenschaften der Mittelmeerkulturen widmet. Und ja – ich konnte auch hier fotografieren. Allerdings nur für mich privat und musste dokumentieren, welche Objekte ich fotografierte. Das war dann doch etwas „strange“. Mal sehen, vielleicht kann ich ja doch ein paar Bilder frei bekommen. Abends gab es dann so etwas wie einen Basler Stammtisch. Zwei Deutsche und ein Österreicher auf der Suche nach einer Lokalität, da das Stammlokal geschlossen war. Somit konnte ich immerhin die seltsame Bahnstruktur kennen lernen.

Allamannische Kreuzfiebel mit antiker Karneolgemme
Allamannische Kreuzfiebel mit antiker Karneolgemme

Der Dienstag stand im Zeichen eines weiteren „dienstlichen“ Besuchs im Alamannenmuseum Ellwangen. Dort war ich wirklich begeistert. Ein didaktisch erstklassig aufbereitetes Museum. Danach hatte ich noch einige Zeit mich mit dem Leiter des Museum, Andreas Gut, zu unterhalten. Er schilderte mir seine Probleme mit dem Museum. Leider wird es trotz seiner überragenden Funde wohl in absehbarer Zeit geschlossen werden. Die politischen Gründe möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausbreiten, unschön und gar kulturfeindlich ist in unserem Lande leider immernoch vieles. Auch hier entstanden für Wikipedia diverse Bilder. Und ich habe wohl einen Redner für „Wikipedia trifft Museen“ getroffen.

Fazit: eine anstrengende aber sehr ergiebige Woche. Gut 2500 Kilometer habe ich zurück gelegt und fast 1400 Bilder gemacht. Einzige Dummheit: ich habe vergessen sowohl Beat Näf wie auch Andreas Gut zu fotografieren. Es bleibt eben immer etwas zu tun.

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Ein Umzug steht an

Meetings in der Küche, Telefonkonferenzen im Abstellraum und übervolle Büros – die Räume von Wikimedia Deutschland in einer Schöneberger Altbauwohnung platzen aus allen Nähten.

Eines unserer Ziele für 2012 ist die Einrichtung eines neuen Standortes mit genug Platz für das Büro, für Arbeitsflächen, die von der Community genutzt werden können und für Veranstaltungen.

Ursprünglich sollte das im ersten Halbjahr so weit sein. Da es aber gar nicht so einfach ist, geeignete und bezahlbare Flächen dafür zu finden und einzurichten, wird die Geschäftsstelle ab April übergangsweise in neue Räumlichkeiten ziehen.

In diesen Räumen, die direkt gegenüber des Deutschen Technikmuseums Berlin liegen, werden wir mit Platz für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive des neuen Wikidata-Teams  Freies Wissen noch besser fördern können. Und natürlich werden wir von dort aus weiter an der Idee arbeiten, einen Ort des Freien Wissens zu schaffen – mit CommunitySpace, Eventflächen, Platz für die Geschäftsstelle und für weitere Partner.

Obentrautstr. 72, 10963 Berlin wird daher ab 2. April die Adresse der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland sein.

Und zur Einweihung der Räume werden wir gleich nach dem Umzug einladen.

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Wer bin ich?

Ich brenne für Freies Wissen und Open Culture. Ich freue mich deshalb sehr, ab heute mit Johannes im Team Community von Wikimedia Deutschland wirken zu dürfen.

Ich hoffe dabei, viel mehr und viel ausführlicher als bisher mit Wikimedianern und Wikimedianerinnen sprechen zu können und möchte mich deshalb hier nur mit einem kurzen Überblick über mein Leben und meine Tätigkeit bei Wikipedia und Commons vorstellen: Weiterlesen »

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Wikimedia:Woche 11/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (11/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:
Beitragende: Jürgen Fenn, Anneke Wolf, Phillip Wilke, Catrin Schoneville

Foundation & Vereine

MONATSBERICHT DER FOUNDATION FEBRUAR 2012

Die Wikimedia Foundation hat den Bericht über ihre Aktivitäten im Februar 2012 veröffentlicht.

ABSCHLIEßENDE EMPFEHLUNG SUE GARDNERS AN DAS BOARD

Die abschließenden Empfehlungen Sue Gardners an das Board of Trustees der Wikimedia Foundation zur Neuordnung des Fundraisers sind am 11. März 2012 ins Meta-Wiki gestellt worden. Die Vorschläge unterscheiden sich trotz aller Diskussionen, die vorausgegangen waren, nicht wesentlich von der ursprünglichen Fassung.
Sue Gardner erläuterte ihre Vorschläge in einer „Office hour“ („Sprechstunde“) auf Freenode. Sie sei weiterhin der Ansicht, das Fundraising solle zentral und weltweit von der Wikimedia Foundation durchgeführt werden. Sollte sich der Vorstand der Stiftung dem aber nicht anschließen, so schlage sie stattdessen vor, für einen Zeitraum von drei Jahren, also bis 2015, weiter zu machen wie bisher, um aufgrund der bis dahin gemachten Erfahrungen dann erneut über die Frage zu beraten. Diesen Zeitraum halte sie für angemessen, um sich von den bisherigen Auseinandersetzungen wieder zu lösen und gemeinsam nach vorn schauen zu können.
Der Stiftungsvorstand ist derweil uneins; ein Teil neigt dazu, Sue Gardners Vorschläge zu unterstützen, während andere Vorstandsmitglieder die bisherige Regelung zum Fundraiser beibehalten möchten.

DISKUSSION UM CHAPTERS‘ COUNCIL

Im Meta-Wiki ist eine umfangreiche und lebhafte Diskussion um die Gründung des Chapters‘ Council im Gange. Dabei soll es sich um einen Verband der Fördervereine handeln, der deren Interessen gegenüber der Wikimedia Foundation gemeinsam vertritt, insbesondere bei der Diskussion um die Reform der Finanzverfassung der Wikimedia-Bewegung. Die Idee eines Chapters‘ Council war zuerst bei der Wikimania 2011 in Haifa diskutiert und dann beim Financial Meeting wieder aufgegriffen worden, das Mitte Februar 2012 in Paris stattgefunden hatte.
Derzeit werden mehrere Gründungschartas diskutiert, insbesondere sind die Rechtsform und der Sitz dieses „Vereins der Vereine“ bisher noch unklar. Einigen sich dem derzeitigen Zeitplan zufolge bis zum 25. März 2012 mindestens 12 Vereine auf einen der Entwürfe, soll es bei der Wikimedia Conference, die vom 30. März bis 1. April 2012 in Berlin stattfindet, zur Gründung kommen. Das Präsidium von Wikimedia Deutschland hat sich einstimmig für die Gründung eines Chapters‘ Council ausgesprochen.
Ziko van Dijk (WMNL) hat einen Versuch gemacht, die Entwicklung der internationalen Wikimedia-Bewegung zu veranschaulichen, er freut sich über weitere Anregungen:

NEUE MITGLIEDER IM CHAPTERS COMMITTEE

Das Chapters Committee hat fünf neue Mitglieder mit Stimmrecht ernannt (Galileo Vidoni, Lodewijk Gelauff, Maria Sefidari, Bengt Oberger und Tomasz Kozłowski). Außerdem wurde Delphine Ménard zum „non-voting adviser“ (Beraterin ohne Stimmrecht) ernannt. Die weiteren (und bisherigen) Mitglieder des Ausschusses sind Damian Finol, Ray Saintonge, Sebastian Moleski, Jeromy-Yu Chan und dem Vorsitzenden Bence Damokos. Ausgeschieden sind Nathan Carter, Austin Hair und Vladimir Medeyko.

Projekte und Initiativen

WMDE: PROJEKTMITARBEITERIN FÜR WIKIDATA STELLT SICH VOR

Lydia Pintscher wird zukünftig die Rolle einer Mitarbeiterin für „Community Communications“ im Projekt Wikidata ausfüllen. Lydia hat langjährige Erfahrungen mit Community-Arbeit innerhalb von Open-Source-Projekten. Eine ausführliche Vorstellung findet sich hier:

KIWIX LÄUFT AUCH UNTER SUGAR

Der Wikipedia-Offline-Reader Kiwix wurde auf die Desktop-Umgebung Sugar portiert und kann somit auch auf den Laptops eingesetzt werden, die mit der Initiative “One laptop per child“ vor allem im Bildungsektor in Entwicklungsländern eingesetzt werden.

WIKITV PLANT ERSTEN BEITRAG

WikiTV plant, nach den Interviews von den WikiConvention 2011 seinen ersten eigenen Beitrag bei der Wikimedia Conference Ende März/Anfang April in Berlin zu produzieren.

FREIE ACCOUNTS ZU HIGHBEAM RESEARCH FÜR WIKIPEDIA-AUTOREN

Die Suchmaschine HighBeam Research stellt in Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation freie Zugänge für ein Jahr für Wikipedia-Autoren zur Verfügung. Die Website bietet Zugriff auf über 80 Millionen Artikel aus 6.500 Publikationen, von denen die meisten nicht frei im Netz verfügbar sind: Zeitungsarchive und wissenschaftliche Zeitschriften aus den letzten 25 Jahren. Die Accounts werden ab Anfang April 2012 verteilt. Bisher wurden die zuständigen Wiki-Projekte in der englischen Wikipedia informiert. Wer sich bewerben möchte, möge sich bitte hier eintragen. Alle Wikipedianer, die seit mindestens einem Jahr mitarbeiten und die mindestens 1.000 Bearbeitungen vorgenommen haben, werden bei der Verteilung berücksichtigt. Die Zusammenarbeit wurde nach dem Vorbild der Vergabe von Zugängen zur Datenbank Credo Reference gestaltet, die vor etwa einem Jahr erfolgt war.

PHOTOKINA

Auf Initiative von Freiwilligen aus Wikipedia und Commons soll es einen Wikipedia-Stand auf der Photokina, der weltweit größten Fotomesse, vom 18. bis 23. September 2012 in Köln geben. Unter dem Projektnamen “Wikikina – Wikipedianer auf der Photokina 2012″ sollen professionelle Bildredakteure und Hobbyfotografen über die Bild- und Mitmachangebote auf Wikipedia und Wikimedia Commons informiert werden und für die Veröffentlichung unter freien Lizenzen begeistert werden. Geplante Themen sind:

* Scan- und Uploadstation
* Wikimedia Commons + Tricks & Helferlein
* Wiki Loves Monuments
* Geotagging
* GLAM
* Landtagsprojekte
* QR-Codes
* OTRS
* Enzyklopädische Fotografie & Bildbearbeitung
* Lizenzmodelle & Commons für Bildredakteure

Weitere Infos:
*http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Wikikina

Technik

WMF-DOMAINS SIND UMGEZOGEN

Am 9. März 2012 wurde der Umzug sämtlicher Domains der Wikimedia Foundation von GoDaddy zu MarkMonitor vollendet. Jimmy Wales hatte den Weggang von GoDaddy als Domainverwalter im Dezember 2011 auf Twitter angekündigt, nachdem das Unternehmen die SOPA-Gesetzgebung unterstützt hatte. Der Umzug verlief reibungslos; es gab keine Unterbrechungen bei den Wikimedia-Projekten.

Presse

Mit Spannung wurde der Spiegel-Online Artikel von Marvin Oppong innerhalb der Coummunity erwartet. Doch all die Aufregung, die sich vor allem in regen Diskussionen im Kurier entlud, war umsonst. Oppong konnte „überraschenderweise“ keine Bezahlung von Wikipedia-Autoren aufdecken. Die investigative Recherche des freien Journalisten brachte lediglich eine Kritik an der  Kommunikationsabteilung der Daimler AG hervor.

Geschichte der Enzyklopädien

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Encyclopædia Britannica diese Woche bekanntgegeben hat, es werde 244 Jahre nach der ersten Auflage keine gedruckte Ausgabe mehr geben. Die Britannica werde von nun an nur noch in digitaler Form erscheinen. Dieser Schritt wurde in der Presse weithin mit dem Erfolg von Wikipedia in Verbindung gebracht.

Termine

BUCHLESUNG „ALLES ÜBER WIKIPEDIA“

16. März, 18 Uhr, „Alles über Wikipedia“-Lesung zur Leipziger Buchmesse in der DZB (Deutsche Zentralbücherei für Blinde) mit den Wikipedia-Benutzern Southpark, DerHexer, WiseWoman und Schlesinger.

WMF-OFFICE-HOUR

Am 22. März 2012 findet eine Office-Hour zum New-Page-Triage-Projekt statt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität von neuen Artikeln in Wikipedia zu verbessern und die Eingangskontrolle zu erleichtern.

Jobangebote

Auf Initiative der Wikipedia-Autoren-Community unterstützt Wikimedia Deutschland das in Planung befindliche Projekt „Wikipedia im Landtag“. Für eine sechsmonatige Planungsphase wird ein Mitarbeiter auf Werkvertragsbasis gesucht. Inhalt des Werkvertrags ist die vorbereitende Kontaktaufnahme mit 13 Landtagen. Dabei soll das Projekt grundsätzlich vorgestellt werden.
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Wikimedia:Woche 10/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (10/2012)=

  • Beitragende: Anneke Wolf, Jürgen Fenn, Martin Rulsch, Michael Jahn

 

Foundation & Vereine

VORSTANDSWAHLEN DER WIKIMEDIA FOUNDATION

Im Juni 2012 enden die Amtszeiten zweier Mitglieder des Stiftungsrates der Wikimedia Foundation. Im Meta-Wiki sind die Selbstdarstellungen aller Kandidaten für die Neubesetzung veröffentlicht:
Bis zum 15. März werden Fragen an die Kandidaten hier gesammelt:
Wikimedia Deutschland kann zwei Stimmen im Rahmen dieser Wahl vergeben. Als Vorsitzender des Präsidiums hat Sebastian Moleski eine Seite im Forum-Wiki des Vereins eingerichtet, auf der sich über die Stimmvergabe an die möglichen Kandidaten ausgetauscht werden kann. (Anmeldung erforderlich)

BILDFILTER AUF EIS

Phoebe Ayers hat auf Nachfrage in der Foundation-l-Mailingliste geantwortet, die Entwicklung des Bildfilters für „umstrittene Inhalte“ auf Wikimedia Commons sei mit Zustimmung des Stiftungsvorstands vorübergehend auf Eis gelegt worden, weil angesichts der Finanzdiskussion zwischen der Stiftung und den Fördervereinen derzeit Wichtigeres zu tun sei. Der Stiftungsvorstand werde zudem demnächst darüber beschließen, ob die ursprüngliche Entscheidung zur Entwicklung des Filters aufrecht erhalten werden soll oder nicht.

STELLUNGNAHMEN ZUR FINANZDISKUSSION

Sue Gardner hat kürzlich einige Wikimedia-Länderorganisationen um die Beantwortung einzelner Fragen zur Durchführung der zukünftigen Spendenkampagnen und zur Spendenverteilung abgegeben. Es antworteten öffentlich:

Wikimédia France:

WMFR möchte den Fundraiser 2012 selbst durchführen. Das Subsidiaritätsprinzip diene am besten den Interessen der Wikimedia-Bewegung. Die Durchführung durch das lokale Chapter sei billiger als durch die Stiftung. Vor allem aber sei es nur so möglich, die Beziehung zu den Spendern angemessen zu pflegen und die Steuerbegünstigung für die Spenden zu erhalten.

Wikimedia UK:

WMUK bestätigte in einem eigenen Statement, dass sie die derzeitigen Pläne für Fundraising durch Länderorganisationen für zielführend hält.

Wikimedia Deutschland:

WMDE antwortete mit Bezug auf die umfassende Argumentation im Papier „Wikimedia’s Culture of Sharing“. Zusätzlich wurde erneut auf die Vorteile des Subsidiaritätsprinzips eingegangen und darauf, dass nicht Spenden, sondern Spender im Mittelpunkt der Organisationsentwicklung stehen müssen.

MONATSBERICHTE

Wikimedia Schweden hat den Monatsbericht für Februar veröffentlicht:
Wikimedia Ungarn hat den Monatsbericht für November 2011 veröffentlicht

Projekte und Initiativen

WÜNSCH DIR WAS VON DER WIKIMEDIA FOUNDATION!

Die Wikimedia Foundation erkundigt sich in einer Online-Umfrage nach den Wünschen der Community: Welche Unterstützung wünschen sich Wikimedianer von der Foundation? Im Meta-Wiki gibt es dazu eine frei ergänzbare Wunschliste. Literaturstipendien, Reisekostenerstattung, die Ausleihe von Hilfsmitteln und Rechtsschutz für Wikipedianer werden in der Umfrage bisher angeführt. Die Liste kann aber ergänzt werden.

TEESTUBE

Die Wikimedia Foundation hat eine Pilotprojekt namens „Wikipedia Teahouse“ gestartet. Mitarbeiter der WMF und freiwillige Gastgeber stehen auf der gleichnamigen Seite in der englischen Wikipedia-Sprachversion neuen Autoren als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung.

WIKIWORLDDAYS

Benutzer Pharos von Wikimedia NYC hat eine Übersicht für internationale Wikimedia-/Wikipedia-Aktionen angelegt, die als Anlaufstelle für globale Veranstaltungen dienen soll:

Technik

WMF-ENTWICKLERBERICHT FEBRUAR 2012

Der Entwicklerbericht für Februar ist erschienen. Darin unter anderem zur schwierigen Entwicklung der Swift-Infrastruktur, zum anhaltenden Erfolg der Wikipedia-App, zur Einführung von MediaWiki 1.19 in den meisten Wikimedia-Wikis und zur Vorbereitung von Subversion zu git.
*Zur ausführlichen Liste der Änderungen in MediaWiki 1.19 siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Projektneuheiten

WEBFONTS

Im Blog der Wikimedia Foundation berichten Entwickler über die Aufgabe, insbesondere für Wikisource Fonts bereitzustellen, die den teilweisen sehr alten Originaltexten vom Schriftbild ähnlich sind.

Termine

Wikimedianerinnen, die am ersten WikiWomenCamp in Buenos Aires, Argentinien, vom 23. bis 25. Mai 2012 teilnehmen möchten, können sich bis zum 18. März 2012 im Meta-Wiki um Reisestipendien von Wikimedia Deutschland bewerben.
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Monatsbericht Februar 2012

POLITIK UND GESELLSCHAFT

ACTA und die Folgen

Die bundesweiten Demonstrationen am 11. Februar haben das internationale Anti-Piraterieabkommen ACTA endgültig ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Es zeigte sich, dass insbesondere die Geheimverhandlungen und die konsequente Ausklammerung einer Verbraucherschutzperspektive viele Menschen vor den Kopf stoßen. Wie bereits im Blog berichtet, beteiligten auch wir uns mit einem Redebeitrag an der zentralen Kundgebung in Berlin. In einem weiteren Statement für die Online-Präsenz der Tagesschau kritisierten wir an ACTA vor allem den damit verbundenen Chilling Effect: “Wir sorgen uns um die sozialen und kulturellen Folgen von Eingriffen auf dem kurzen Dienstweg. Denn Gesetze haben Strahlkraft, sie beeinflussen das Handeln von Nutzern nicht erst dann, wenn im eigenen Briefkasten die erste Abmahnung liegt.”

Angesichts der breiten öffentlichen Diskussion hat die EU-Kommission den Vertragstext dem Europäische Gerichtshof (EuGH) zur Begutachtung vorgelegt. Da dieses Verfahren – das erste seiner Art nach dem Lissabon-Vertrag – möglicherweise dauern kann, ist der ursprünglich avisierte Fahrplan für die Ratifizierung damit hinfällig. Eine interessante Pointe könnte nach Ansicht von Beobachtern darin liegen, dass ein Begriff wie “Freiheit des Internets” durch den EuGH erstmals in seinem Gehalt und seiner Reichweite definiert werden müsste, um überhaupt einen Maßstab für die mögliche Einschränkung von Grundrechten durch ACTA abgeben zu können.

Gebührengelder und Nutzungsfreiheiten

Der Gesprächskreis zu urheberrechtlichen Themen im Rahmen des Berliner Co:llaboratory stellte seine Sitzung am 21. Februar ganz unter das Thema “Die Unternutzung öffentlich finanzierter Werke”. Diese wird vor allem deshalb als Problem empfunden, weil sie den selbstgewählten Anspruch, im 21. Jahrhundert endlich “Wissensgesellschaft” bzw. “Bildungsrepublik” zu sein, systematisch untergräbt. Wie Jan Engelmann in einem kurzen Inputreferat ausführte, hat sie häufig etwas mit Nichtwissen (über das Vorhandensein, den urheberrechtlichen Status von Werken), Nichtkönnen (mangelnde Ressourcen zur Erfassung und ggfs. Freigabe) oder auch Nichtwollen (aus Trägheit oder institutionellem Egoismus) zu tun.

There is something in the air: DLR gibt Bilder unter Creative Commons-Lizenz heraus

Nicht immer sind Inhaltebefreiungsmaßnahmen so atemberaubend schnell wie bei den israelischen Streitkräften im letzten Jahr. Ende Feburar hat die Kommunikationsabteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt bekanntgegeben, dass sie nach Rücksprache mit dem Justiziariat wo immer möglich Creative-Commons-Lizenzen (solche, die für die Nutzung in Wikipedia geeignet sind) verwenden werden. Dies ist vor allem immer dann möglich, wenn das DLR alleinige Nutzungsrechte an Bildmaterial hält. Zwischen der ersten Anfrage von Wikimedia Deutschland und dieser Bekanntgabe liegen fast 2 ½ Jahre. Blogbeitrag und Pressemitteilung dazu von uns hier.

PR-/ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die redaktionellen Inhalte wurde festgelegt und die Artikel liegen bereits größtenteils vor. Die neue Projektseite  in der Wikipedia hat zwar noch nicht die erhoffte Aufmerksamkeit, dennoch haben sich einige Autoren gemeldet und Ideen für Beiträge eingestellt.  Erscheinungstermin ist Mitte / Ende März.

Tätigkeitsbericht 2011

Im April wird unser Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011 veröffentlicht. In den letzten Wochen wurde die 40-seitige Broschüre konzipiert, redaktionell mit Texten und Daten vorbereitet und abgestimmt. Wie die Tätigkeitsberichte der letzten Jahre wird auch der aktuelle Bericht als Druckausgabe und online zur Verfügung stehen. Eine englische Zusammenfassung ist ebenfalls geplant. Eine Übersicht der Berichte 2004-2010 gibt es auf der WMDE-Webseite.

Wikipedia-Buch

Am 16. März, 18.00 Uhr, wird eine Lesung aus dem Buch “Alles über Wikipedia” im Rahmen der Leipziger Buchmesse in der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) stattfinden. Zugesagt haben die Autoren Schlesinger, MarcusCyron, WiseWoman, Daniel Mietchen und Poetrist Kheshrau. Anfragen bezüglich weiterer Lesungen, Buchexemplare etc. bitte per E-Mail an Catrin Schoneville.

BILDUNG UND WISSEN

Der Monat Februar war im Bereich Bildung und Wissen sehr ereignisreich: nicht nur personell (durch den Teamzuwachs) sondern auch inhaltlich.

Hochschulprogramm

Das Hochschulprogramm geht im Sommersemester mit sechs Veranstaltungen an fünf Hochschulen (München, Marburg, Stuttgart, Potsdam, Halle-Wittenberg) an den Start. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Geschichtswissenschaft, von der Archäologie bis hin zur Sportgeschichte. In der kommenden Zeit werden die universitären Lehrkräfte von den Referenten, erfahrenen Wikipedia-Autoren, soweit geschult, dass sie ihre Studenten in der Artikelarbeit unterweisen können.

Schulprojekt

Wikipedia macht Schule” konnte den Fokus auf Lehrerschulungen in diesem Monat mit 5 Lehrerschulungen fortführen. Neben den Workshops wird nun damit begonnen, Pilotprojekte zu konzipieren, die Aufschluss über die Umsetzbarkeit der inhaltlichen Arbeit im Unterricht für Lehrer geben sollen.

Silberwissen

Im Programm Silberwissen wurden Einführungsvorträge in der Anna-Seghers-Bibliothek in Berlin und am Sitz der Gesellschaft für Erdkunde ebenfalls in Berlin gehalten. Während beider Veranstaltungen gab es lebhafte Diskussionen. Am 26. Februar beteiligte sich Elvira Schmidt gemeinsam mit den Chronisten aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark an der Geschichtsbörse in Potsdam. Während des landesweiten Treffens von Geschichts- und Heimatvereinen konnten Interessenten für die nächsten Workshops in Berlin und im Land Brandenburg gewonnen werden. Anfragen zu Vorträgen und Workshops über  die Mitarbeit bei Wikipedia kamen von Seniorenuniversitäten bzw. anderen Seniorenbildungsträgern. Insbesondere aus dem Raum Stuttgart gab es mehrfache Nachfragen. Hier sind die ersten Termine vereinbart. Festlegungen der ersten Termine gibt es auch mit der Initiative „Erfahrung-Teilen“ in Hannover. Erarbeitet und abgeschickt wurden außerdem die Berichte zum Stand des EU-Projekts TAO.

Wir freuen uns darüber, bei dem Referententreffen der Bildungsprogramme vom 2.-4.März drei neue Bewerber für das Referentennetzwerk begrüßen zu dürfen. Bei diesem Treffen werden wir erstmals programmübergreifend zusammenarbeiten, Synergien ermöglichen. Damit spiegelt sich auch hier die inhaltliche Weiterentwicklung des Bereiches wider.

COMMUNITY-BEZIEHUNGEN / FREIWILLIGENFÖRDERUNG

Die AdminCon 2012

“Admin werden ist nicht schwer, Admin sein dagegen sehr” – dieser Vortrag von Alice Wigand bei der WikiCon 2011 in Nürnberg ist nicht ohne Folgen geblieben. Aus ihm entstand die Idee eines Treffens der Wikipedia-Administratoren, organisiert durch die Community und unterstützt von Wikimedia Deutschland und Österreich in Form der “AdminCon”. Am 1-3. Juni 2012 findet in der Tagungsstätte Kloster St. Gertrudis in Hadersleben im Harz ein Wochenendworkshop statt, der sich mit Rolle, Selbstverständnis und Aufgaben von Administratoren in der deutschsprachigen Wikipedia auseinandersetzt. Eingeladen sind Admins wie Nicht-Admins, die am Thema interessiert sind. Alle Details zu Planung, Programm und Anmeldung finden sich auf den Projektseiten in der Wikipedia.

Zedler-Preis 2012

Die Jury für den Zedler-Preis steht nun fest. Nach der Wahl der Jurymitglieder aus Wikipedianern haben wir im Februar viele externe Fachleute angesprochen und für die Jury gewinnen können. Eine ausführliche Vorstellung der Jurorinnen und Juroren findet sich im Blog. Nun hat die Jury bis Mitte April Zeit, die Vorschläge zu sichten und dann Nominierte und Gewinner zu bestimmen. Ansprechpartnerin rund um den Zedler-Preis ist Nicole Ebber.

Wiki Loves Monuments 2012

Die Vorbereitungen zu Wiki Loves Monuments 2012 laufen auf Hochtouren, in Deutschland wie auch weltweit. Für den deutschen Teil des Bilderwettbewerbs hat [[Benutzer:Brücke-Osteuropa]] ein Kick-off-Seminar organisiert, das unterstützt von Wikimedia Deutschland am 30.-31. März in Dresden stattfinden wird. Wikimedia hat ein Zimmerkontingent für auswärtige Teilnehmer reserviert. Reisekosten werden auf dem üblichen Weg erstattet. Ansprechpartner ist Johannes Rohr.

WikiWomenCamp 2012

Wikimedia Deutschland plant die Vergabe von Stipendien für das WikiWomenCamp in Buenos Aires, Argentinien (23. – 25. Mai). Das Camp möchte Frauen der internationalen Wikimedia-Bewegung ein internationales Forum bieten, um Themen rund um die Gender Gap-Diskussion. Der Februar war geprägt durch den Austausch mit den Organisatorinnen zu Themen wie Kostenschätzung, Logistik und Auswahlprozedere. Mehr Infos zu dem Verfahren der Stipendienvergabe werden in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Bei Fragen, Anregungen und Ideen wendet euch bitte an Julia Kloppenburg.

Community-Projektbudget 2. Runde

Die Ergebnisse der zweiten Förderrunde des Community-Projektbudgets wurden im Februar veröffentlicht. Aus 62 Ideen wurden 30 eingereichte Anträge. Aus diesen wurden vom Community-Projektbudget-Ausschuss nach eingehender Prüfung und Beratung sechs Projekte mit einem Gesamtbudget von 123.420 Euro zur Förderung ausgewählt. Sebastian Sooth aus der Geschäftsstelle unterstützt die Arbeit des Ausschusses und hat alle Antragsteller informiert.

Toolserver

Im Amsterdamer Rechenzentrum des Toolservers haben die Toolserver-Admins Daniel Baur und Marlen Caemmerer im Februar weitere notwendige Wartungsarbeiten direkt vor Ort durchgeführt und die restliche Hardware zur Speicherplatzerweiterung eingebaut. Unterstützt bei der Organisation der Arbeiten wird das Toolserver-Team von Sebastian Sooth.

Community Space

Die Verhandlungen mit Vermietern und möglichen Partnern für die Räumlichkeiten des CommunitySpace und der WMDE-Geschäftsstelle in Berlin gingen auch im Februar weiter. Sebastian Sooth freut sich über Interessenten, die Lust haben, diese Räumlichkeiten mitzugestalten und zu unterstützen – ob in Berlin oder in anderen Orten.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER arbeiteten wir im Februar an der Fertigstellung eines Toolkits, das verschiedene Wikipedia-Analysewerkzeuge in gebündelter Weise darstellt. Diese Werkzeuge werden im Rahmen des Projekts von uns bzw. unseren Projektpartnern erstellt. Mit diesem zentralen Zugriffsort wollen wir interessierte Nutzer einladen die aktuellen und zukünftigen Werkzeuge auszuprobieren, zu testen und zu kommentieren. Die Veröffentlichung auf dem Toolserver wird in den nächsten Tagen erfolgen.
Außerdem arbeiteten wir, gemeinsam mit Projekt-Kollegen vom Karlsruher Institute für Technologie (KIT) und dem Inštitut Jožef Stefan (JSI),  an einer Einreichung für die WebScience 2012. In dieser stellen wir das Toolkit und seine Funktionalitäten näher vor.

Weitere Fragen und Anregungen gerne an Angelika Adam oder an render@wikimedia.de.

Wikipedia Academy 2012

Mitte Februar fand der zweite Vorbereitungsworkshop für die Wikipedia Academy statt. Das Organisationskomitee hat dabei – gemeinsam mit Nicole, Angelika und Denis – erste Ideen für Programmpunkte und Formate gesammelt, potenzielle Referenten identifiziert und weitere logistische und inhaltliche Rahmenbedingungen besprochen. Das akademische Programmkomitee ist nun ebenfalls vollständig: Wir konnten 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Reviewprozess der eingereichten Vorträge gewinnen. Der ‚Call for Papers‘ läuft noch bis Ende März und wir freuen uns auf rege Beteiligung! Zur Zeit überarbeiten wir die Webseite und lassen ein Logo entwerfen. Alle Fragen und Anregungen gerne an Nicole Ebber oder academy@wikimedia.de.

VEREINSENTWICKLUNG

Wikimedia Conference 2012

Nicole Ebber war im Februar hauptsächlich mit der Vorbereitung der Wikimedia Conference beschäftigt. Zur Unterstützung bei allen logistischen Aufgaben konnten wir Danny B. (Benutzername) von Wikimedia Tschechien gewinnen. Harel Cain (Wikimedia Israel) kümmert sich derweil darum, dass alle eingeladenen Chapter je zwei Repräsentanten nach Berlin senden und stellt das Programm zusammen. Neben Flugbuchungen, Zimmerreservierungen, Catering und Technikanfragen gilt es vor allem auch, die vielen Anfragen und Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu beantworten. Alle Fragen und Ideen zur Wikimedia Conference nimmt Nicole unter conference@wikimedia.de entgegen.

Mitgliedschaft

Im Laufe des Februars hat Wikimedia 56 neue Mitglieder aufgenommen, davon 30 aktive und 26 Fördermitglieder. Damit hat Wikimedia Deutschland 1328 Mitglieder, davon 371 Förder- und und 957 aktive Mitglieder. Fünf Mitglieder haben im Februar ihren Austritt erklärt. In der Nachfolge des Fundraisers 2012 ist bei Wikimedia zudem eine große Zahl an Aufnahmeanträgen eingegangen, die derzeit abgearbeitet werden. Die Umstellung der Mitgliederverwaltung auf ein neues, effizienteres System ist derzeit in Vorbereitung.

FUNDRAISING

Die Herbstkampagne liegt zwar schon eine gefühlte Ewigkeit zurück, für das Fundraising ist sie jedoch noch sehr präsent. Denn im Februar bereiteten wir wie immer den Versand der Zuwendungsbescheinigungen vor. Nicht nur während der Kampagne gab es Rekorde zu vermelden: Wir gehen von rund 70.000 Empfängern aus, mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr! Erst wenn der Versand Anfang März abgeschlossen ist, ist auch für uns die Kampagne 2011/12 vorbei. Dazu haben wir in den letzten Wochen sämtliche Daten aufbereitet und Testgruppen konzipiert. Wie letztes Jahr wollen mit den Spenden-Quittungen viele neue Mitglieder gewinnen.

Desweiteren hält uns die internationale Diskussion rund um das  Fundraising auf Trab. Nach der Erarbeitung unseres Positionspapiers “Wikimedia’s culture of sharing” Ende Januar haben wir für das Finance Meeting in Paris Mitte Februar Argumente und Fakten zusammengetragen, um unsere Position auf diesem so wichtigen Treffen zu verdeutlichen. Wir sind weiterhin der festen Überzeugung, dass lokales Fundraising effektiver und den Bedürfnissen der Spender am ehesten entsprechen kann.

Da die beiden Aufgabenbereiche sehr zeitintensiv waren, verzögert sich leider der umfassende Abschlussreport der Kampagne. Dieser wird in Kürze nachgereicht. Als Vorgeschmack können wir an dieser Stelle den Report von Wikimedia Frankreich empfehlen.

 

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Interessante Termine im März

* 16. März, Leipzig: ‚Leipzig liest‚, Autoren lesen aus dem Buch ‚Alles über Wikipedia‘

* 16.-18. März, Nürnberg: 10. Fotoworkshop

* 30.-31. März, Dresden: Kick-off-Meeting Wiki Loves Monuments Deutschland 2012

* 29.03.-01.04., Berlin: Wikimedia Conference

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Wikimedia:Woche 9/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (9/2012)=

  • Beitragende: Anneke Wolf, Alice Wiegand, Michael Jahn, Catrin Schoneville

 

Foundation & Vereine

HALBJAHRESBERICHT DER WIKIMEDIA FOUNDATION

Mitarbeiter der Wikimedia Foundation haben einen Arbeitsbericht veröffentlicht, den sie in Form einer Präsentation dem Board of Trustees der Foundation vorgestellt haben.

WIKIMEDIA FOUNDATION UND TELENOR

Nach der Kooperation mit dem Mobilfunkanbierter Orange hat die Wikimedia Foundation eine offizielle Partnerschaft mit dem Unternehmen Telenor angekündigt. Für vorerst sieben asiatische und südeuropäische Länder bietet Telenor für deren Kunden künftig tariflosen Zugang zu Wikipedia an.

REVIEW DER FELLOWSHIP-IDEEN

Es sind eine Reihe von Ideen für Fellowships bei der WMF eingegangen. Nun sollen sie begutachtet, kritisiert und bewertet werden. Die WMF ist daran interessiert, auch Freiwillige in diesen Prozess einzubeziehen und erklärt das Prozedere auf:

UMFRAGE ZUR PRIORISIERUNG DER FINANZMITTELVERTEILUNG

Die Wikimedia Foundation bereitet eine Umfrage zur Mittelverteilung vor, um festzustellen, an welchen Stellen neben dem reinen Betrieb der Infrastruktur die Communitys Spendengelder einsetzen möchten und an welchen nicht. Die Umfrage wird derzeit in viele Sprachen übersetzt.

WIKIMEDIA SCHWEDEN

Die Länderorganisation in Schweden hat am 25. Februar einen neuen Vorstand gewählt. Einzelheiten vorerst nur auf Schwedisch:

IBEROCOOP CONFERENCE 2012

Die gemeinschaftliche Konferenz der lateinamerikanischen Wikimedia-Organisation wird 2012 von Wikimedia Chile organisiert und findet in Santiago statt. Um die Organisation hatten sich außerdem noch Mexiko sowie Brasilien beworben.

Studien und Statistik

WIKIMEDIA RESEARCH NEWSLETTER

Der Wikimedia Research Newsletter für Februar 2012 ist erschienen. Darunter unter anderem die Bedeutung des ersten Edits und das Verhältnis von Gender und Konflikt-Aversion.
Neue Recherchen zum Thema Gendergap, die auf der CSCW Conference in Seattle vorgestellt wurden:

Projekte und Initiativen

MEMORY MIT COMMONS

Wikimedia CR hat einen kurzen Erfahrungsbericht über ein Memory-Spiel mit Motiven des WikiProjekts „Protected Areas“ veröffentlicht. Das Spiel soll zugleich über Wikimedia Commons und geschützte Naturorte informieren, …und Spaß machen. Es ist als PDF verfügbar. WMCR hat außerdem 1.000 Exemplare produzieren lassen, um sie an Partner und öffentliche Personen zu verteilen.

ZEDLER-PREIS 2012: DIE JURY STELLT SICH VOR

Im Mai 2012 wird das erste Mal der Nachfolger der Zedler-Medaille, der „Zedler-Preis für Freies Wissen 2012“ verliehen. Jetzt stehen die 15 Jurymitglieder fest.

KICK-OFF-SEMINAR FÜR WIKI LOVES MONUMENTS 2012

In Dresden wird am 30. und 31. März ein Seminar stattfinden, das den Startschuss für den diesjährigen (weltweiten) Fotowettbewerb gibt. Es soll ein Organisationsteam zusammengestellt werden, das den Wettbewerb in Deutschland umsetzt. Gäste aus anderen Ländern sind auch gerne gesehen.

DEUTSCHES ZENTRUM FÜR LUFT- UND RAUMFAHRT

Dank einer Initiative von WMDE stellt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt eigene Bilder ab sofort unter freie Lizenz:

Termine

LEIPZIGER BUCHMESSE

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse findet am 16. März, 18.00 Uhr, in der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) eine Lesung aus dem Buch ‚Alles über Wikipedia‘ statt.
Ort:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB)
Gustav-Adolf-Straße 7
04105 Leipzig
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Accessibility-Studie für Wikipedia

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Third Age Online (TAO) hat die Stiftung „Zugang für alle“ (ZfA) eine Zugänglichkeitsstudie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt. Grundlage für die Studie waren die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die von der Web Accessibility Initiative (WAI) empfohlen werden. Damit liegt erstmals ein umfassender Bericht für das Projekt Wikipedia vor, der die Einschränkungen der Zugänglichkeit nach WCAG 2.0 thematisiert. Der Bericht wurde von der Stiftung ZfA ins Englische übersetzt, unter eine freie Lizenz gestellt und der Wikimedia Foundation zur Verfügung gestellt. Da gerade unter dem Codenamen „Athena“ eine neue Oberfläche für MediaWiki entwickelt wird, sollte so früh wie möglich auf die Einhaltung der Richtlinien geachtet werden.

In großen Teilen werden die Richtlinien bereits eingehalten. Im Abschlussbericht werden allerdings noch einige Punkte genannt, die einer Optimierung bedürfen. In Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation und der Entwickler-Community wird Wikimedia Deutschland jetzt dafür sorgen, dass die Einschränkungen der Zugänglichkeit möglichst schnell behoben werden. Obwohl die Studie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt wurde, wird die Behebung auch die Zugänglichkeit aller anderen Sprachversionen verbessern.

Die notwendigen Anpassungen beziehen sich überwiegend auf die Verwendung von Screenreadern und die Bedienung der Oberfläche mit der Tastatur. In den meisten Fällen können die Mängel durch eine Anpassung der MediaWiki-Software oder eine Überarbeitung der Skins behoben werden. Einige Punkte lassen sich jedoch lediglich durch die Erweiterung der Bearbeitungsrichtlinien verbessern.

Eine Zusammenfassung und der vollständige Bericht der Studie kann auf der Projektseite „Third Age Online“ eingesehen werden.

Die aus diesem Bericht resultierenden Änderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Hinterlegen eines Standardwertes für die von Screenreadern vorgelesene Beschreibungen in eingebetteten Grafiken/Fotos
  • Korrekte Auszeichnung und strukturelle Anpassung von Überschriften zur besseren Orientierung von ScreenReader-Benutzern
  • Korrekte Verwendung von Linklisten
  • Weitgehenden Verzicht von Tabellen als Gestaltungshilfe
  • Anpassung der Infoboxen an die korrekte Verwendung von Tabellen
  • Überarbeitung der Navigationsleiste, um Kompatibilität mit Screen-Readern zu gewährleisten
  • Konsistente Auszeichnung externer Links für Screen-Reader
  • Hinzufügen der Schreibweise von Artikeln anderer Sprachversionen in der Sprache des Benutzers, vor allem bei Sprachen mit nichtlateinischer Schrift
  • Korrekte Auszeichnung von Eingabefeld-Beschriftungen und Pflichtfeldern in Formularen
  • Anpassung des Editors und des Audio-Players an Steuerungsmöglichkeiten per Tastatur
  • Bereitstellen eines Gadgets zur stärkeren Hervorhebung des Tastaturfokus
  • Anpassung der Definition von Schnellzugriffstasten gemäß der WCAG-Richtlinien

Folgende Punkte sind als weitere Bearbeitungsrichtlinien diskussionsbedürftig:

  • Stärkere Etablierung aussagekräftiger Bildbeschreibungen für eingebundene Grafiken/Fotos
  • Überschriftenstrukturierung und -auszeichnung auf Portalseiten
  • Auszeichnung von fremdsprachigen Teilen eines Artikels
  • Aufgreifen der Diskussion über die zusätzliche Sprachversion „Einfaches Deutsch“
  • Format und Auszeichnung von Datentabellen

Die Verwendung von sogenannten „Captchas“ wurde im Bericht ebenfalls als Einschränkung in der Zugänglichkeit angemerkt. Die Diskussion darüber läuft auch schon seit einigen Jahren. Eine akzeptable Lösung, die sowohl automatisierte Zugänge verhindert als auch die Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderungen ermöglicht, wurde noch nicht gefunden.

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Verstärkung fürs Team

Cornelia Trefflich und Phillip Wilke, Foto: Michael Jahn, CC-BY-SA 3.0

Obwohl es schon wirklich eng ist in der Wikimedia Geschäftsstelle in Schöneberg, sind im Februar zwei neue Mitarbeiter hinzu gekommen. Unmögliches wird möglich gemacht – und so rückt man zusammen, improvisiert, stellt hier und da noch Tische, Stühle und Computer auf! Die, gefühlt exponentiell wachsende Arbeit, muss ja gemacht werden. Die zwei Neuen, das sind Cornelia Trefflich und Phillip Wilke. Heute möchten sie sich kurz vorstellen:

 

Cornelia, gerne auch Conny, mag keine Dreien in Altersangaben, ist in Halle (Saale) geboren und hat Englisch, Spanisch und Kulturwissenschaften in Leipzig studiert.

Ich unterstütze den Bereich Bildung & Wissen bei der Restrukturierung. Die Programme ‘Silberwissen’, ‘Wikipedia macht Schule’ und das Hochschulprogramm verfügen über ein gemeinsames Referentennetzwerk und sollen auch inhaltlich enger verknüpft werden. Deswegen übernehme ich gerade jede Menge Koordinationsaufgaben und maile und telefoniere viel mit engagierten Freiwilligen und Referenten. Damit kenne ich mich durch meine Arbeit beim ICJA Freiwilligenaustausch weltweit schließlich aus. Mich reizt besonders die Zusammenarbeit mit hoch motivierten Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen, die sich alle für die Idee des freien Wissens begeistern und einsetzen. Ich freue mich schon darauf, viele engagierte Referenten auf dem im März stattfindenden Camp kennen zu lernen.

 

Phillip, Jahrgang 1983, gebürtiger Hannoveraner, dessen Namen fast jeder erst mal falsch schreibt.

An der TU Berlin habe ich Geschichte und Kommunikationswissenschaften studiert. Ich bin neu im Team PR- und Öffentlichkeitsarbeit und arbeite gemeinsam mit Catrin und Michael. Gerade die projektbezogene Pressearbeit werde ich in Zukunft verstärken. Deswegen werde ich auch viel mit Nicole zusammen arbeiten und ihr immer Mal wieder eine helfende Hand reichen. Viele Baustellen also, aber Kopf-Wirrwarr bin ich durch meine Tätigkeiten bei verschiedenen Medien und Verlagen sowie der ehrenamtlichen Pressearbeit beim Kongress atoms&bits ja bereits gewohnt. Schon vorher habe ich die Wikipedia zur täglichen Recherche genutzt. Die Idee des freien Wissens nun hauptberuflich voranzutreiben und publik machen zu dürfen, ist für mich eine große Ehre und anspornende Aufgabe zugleich.

So, dann gehen wir mal Kaffee trinken und das Mate-Lager plündern. Im Anschluss wird wieder gearbeitet. Versprochen!

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Wir können auch anders – ACTAvismus für Freies Wissen

Anti ACTA demo Cologne 2012, © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Vielleicht wird der 11. Februar 2012 einmal als der Tag angesehen werden, der in seiner Wirkung dem 10. Oktober 1981 gleichkam. Damals demonstrierten ca. 300.000 Menschen im Bonner Hofgarten gegen Pershing-Raketen und den NATO-Doppelbeschluss. Die Fernsehbilder der friedensbewegten Massen, unter ihnen der etwas ungelenk tanzende Joseph Beuys, wurde für viele zum Generationenerlebnis, das sie nachhaltig beeinflusste.

Nach Meldungen der örtlichen Veranstalter waren am Samstag etwa 120.000 Menschen auf Deutschlands Straßen unterwegs, um gegen das Handelsabkommen ACTA zu protestieren. Das ist schlicht erstaunlich. Wer noch vor Tagen prophezeit hätte, dass sich ganze Kohorten von Schülern, Studierenden, netzpolitisch Engagierten und besorgten Bürgern zu einer bunte Regenbogenkoalition zusammenfinden würden, um gegen einen spröden, fast schon hermetischen Vertragstext aufzuparadieren, der wäre wohl für verrückt erklärt worden.

Den zweitstelligen Minusgraden trotzend, machten die lärmenden, hüpfenden und vor allem friedlichen Demonstranten ihren Unmut gegen mögliche Verschärfungen bei der Rechtedurchsetzung im Internet publik. Ein Teilnehmer in Düsseldorf sagte der Tagesschau, das Internet sei sein bevorzugter Lebensraum und der ACTA-Protest schlicht als “Umweltschutz” zu verstehen. Nicht auszudenken, wie sich ein schöner Julitag auf die Mobilisierung ausgewirkt hätte.

Das Besondere an diesem 11. Februar 2012 war, dass sich an ihm sehr öffentlichkeitswirksam ein weit verbreitetes Unbehagen artikulierte: die Sorge, dass die andauernden Copyright Wars das Internet irreversibel verändern könnten. Denn analog dazu, wie Schutzfristverlängerungen den Aufbau einer reichhaltigen Public Domain auf lange Sicht einschränken, könnten auch restriktive Sanktions- und Eingriffsprozeduren schwer wieder zu beseitigen sein, sobald sie einmal etabliert sind.

Wie hier bereits berichtet, gibt ACTA materiellrechtlich nicht allzu viel her. Aber es wird von vielen Menschen als ein Symptom gesehen für einen schleichenden Rückbau des Web 2.0 zu einem reinen Distributionskanal, von dem dann nur noch starke kommerzielle Plattformen und “walled gardens” profitieren. Der Medienrechtler Thomas Stadler prophezeit nun weiteren Druck der Urheberrechtslobby, um “ihre Individualinteressen notfalls auch gegen das Gemeinwohl durchzusetzen”. Dabei habe “gerade das Netz … uns mit großartigen Projekten wie Wikipedia gezeigt, dass die Verbreitung von Wissen und Information nach ganz anderen Spielregeln funktionieren kann, als bis vor kurzem angenommen.”

Als die Initiatoren der Berliner Stop-ACTA-Demo kurzfristig eine Anfrage an die Geschäftsstelle richteten, ob wir einen Redebeitrag für die Kundgebung liefern könnten, sagte ich spontan zu. Angesichts der Irritation bei Teilen der politischen Klasse, die der Wikipedia-Blackout vor einigen Wochen ausgelöst hat, schien der Zeitpunkt äußerst angebracht, ein kurzes Plädoyer für Freies Wissen und die Notwendigkeit einer Urheberrechtsreform zu halten. Das ist im Kontext einer Demonstration nicht gerade einfach. Reden müssen zugespitzt und vor allem knapp sein. Aber selbst jene Wikipedianer und geschätzten Kollegen, die ebenfalls vor Ort waren, dürften aufgrund des brummenden Stromgenerators für die PA ohnehin nicht allzu viel verstanden haben. Deshalb hier nochmals meine Ansprache im Wortlaut:

Die Bundesregierung hat es bislang versäumt, die deutsche Öffentlichkeit über ihre Position zu ACTA ausreichend zu informieren. Dafür bemühte sich gestern ein Abgeordneter der CDU um die phantasievolle Formulierung, ACTA sei ein hilfreicher Weg ‘zu einer globalen Verständigung über den Schutz von Urheberrechten’. Diese Meinung hat der Mann exklusiv.

Ich unterstelle dem Unionspolitiker noch nicht einmal, er handle mit dem Vorsatz der bewussten Täuschung. ‘Asume Good Faith’ ist ein ehernes Gesetz bei uns. Es ist wohl eher so, dass er schlicht kein Verhältnis zu der Kultur des Teilens hat, die gleichsam in die Geburtsurkunde des Internets eingeschrieben ist.

Mit den frühesten Programmierer-Communities und der Open-Source-Bewegung entstand eine Art Kochtopf-Ökonomie, in die jeder etwas hineingeben kann. Im besten Fall entsteht durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Zutaten etwas Neues, Besseres, das mehr ist als nur die Summe seiner Teile.

Dieses freiwillige Geben und Nehmen, die gemeinsame Inhalteherstellung und ihre freie Weiternutzung hat globale Freiwilligen-Projekte wie Wikipedia überhaupt erst möglich gemacht. Deren Kultur des Teilens wird vorangetrieben von Menschen, die selbstorganisiert an einem faszinierenden Projekt arbeiten: dem kostenlosen, offenen Zugang zu Wissen für die gesamte Welt.

Haben diese Menschen ein Problem mit dem Urheberrecht? Nein. Im Gegenteil hat die Wikipedia-Community wohl eine beispiellose Kompetenz zu kompliziertesten Detailfragen im Bereich geistigen Eigentums entwickelt. Sie verbringt unzählige Stunden darauf, dass die WP-Seiten frei von rechtsverletzenden Inhalten sind.

Dass der Ruf nach einer verschärften Ahndung von Rechtsverstößen nun aber ausgerechnet von Politikern kommt, die auf ihren eigenen Websiten äußerst lax mit fremden Bildmaterial umgehen, ist ein Treppenwitz der Geschichte.

Wieso maßen sie sich an, ACTA und seine möglichen Folgen ganz durchdringen zu können, wenn sie noch nicht einmal über die Rechte und Pflichten im gegenwärtigen Urheberrecht Bescheid wissen?

Warum kümmern sie sich nicht besser um die Erarbeitung eines zeitgemäßeren Urheberrechts, das für Internetnutzer, also auch sie, zu verstehen und zu handhaben ist?

Eines sei zugestanden: Der Text von ACTA wurde im Laufe der Zeit erheblich entschärft. Trotzdem bedeutet das Abkommen weiterhin eine Gefahr, auch für die Verbreitung Freien Wissens. Denn konsequent weitergedacht, würde der direkte Zugriff durch Rechteinhaber wohl auch Inhalte-Plattformen wie Wikipedia kaputtregulieren.

Nun hat Wikipedia ja vergleichsweise gut funktionierende Mechanismen der Selbstkontrolle. Eine Verpflichtung zur stärkeren Überwachung und Sanktionierung der Nutzer/innen würde aber unweigerlich auf Kosten dessen gehen, was User Generated Content eigentlich ausmacht: Kreativität, Offenheit und eben auch Vertrauen. Assume good faith.

Sobald wir IP-Adressen vorhalten, Klarnamen zuweisen oder für sämtliche Rechtsverstöße auf verlinkten Seiten haften müssten, wäre dies zweifellos das Ende eines beispiellosen Gemeinschaftsprojekts. Freies Wissen braucht, um wirklich frei von wirtschaftlicher Einflussnahme und politischer Zensur zu sein, Schutz vor unverhältnismäßigen Eingriffsmaßnahmen.

Wir stehen für die Zivilgesellschaft und ihren Wunsch nach Zusammenarbeit. ACTA steht für die einseitigen Interessen der Rechteverwerter. Diese zeigen gegenwärtig eine Tendenz, die unschätzbaren Möglichkeiten, die das Netz gerade für freie, ungehinderte Meinungsäußerung und gemeinschaftliche Wertschöpfung bietet, durch aggressives Lobbying beschneiden zu wollen.

Ihr Anliegen, mit digitalen Gütern Geld zu verdienen, ist zweifellos legitim. Doch ihr Ansinnen, auf dem Altar bestehender Geschäftsmodelle das gesamte Ökosystem des Netzes nachhaltig zu verändern, ist es nicht.

In diesem Zusammenhang hat die Politik nicht die Aufgabe, bestimmte Geschäftsmodelle gegenüber anderen zu bevorzugen. Sie soll lediglich einen Rahmen für faire Wettbewerbsbedingungen schaffen – zwischen den Kulturindustrien, deren Kunden wir alle sind, und jenen neuen Plattformen, die Informationen bündeln und die unseren Alltag erheblich erleichtern.

Von Berlin aus richten wir deshalb die dringende Bitte an die Bundesregierung und das Europäische Parlament: Die möglichen Kollateralschäden von ACTA müssen stärker gewichtet werden als die Profitinteressen einer sich zunehmend verhärtenden Branche! Und deshalb muss der Ratifizierungsprozess nicht nur ausgesetzt, sondern ganz gestoppt werden! Denn wir verdienen mehr als ein Abkommen, das in Hinterzimmern ausgehandelt wurde und offensichtlich nicht dem Gemeinwohl dient.

 

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