Geschrieben von Kilian



GLAMcamp London: Zwei Tage in der größten Bibliothek der Welt

Am 15. und 16. September fand in der British Library in London das GLAMcamp 2012 statt. Aus Deutschland reisten Peter Weis, Daniel Mietchen (Wikimedian in Residence on Open Science, Open Knowledge Foundation Deutschland) und Kilian Kluge (Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Wikimedia Deutschland) in die britische Hauptstadt.


Die British Library ist mit mehr als 15 Millionen Sammlungsobjekten die größte Bibliothek der Welt

Photograph by Mike Peel (mikepeel.net), CC-BY-SA 2.5

Das GLAMcamp fand als Ersatz für eine GLAM-Konferenz statt, die ursprünglich zu diesem Termin geplant war, im Sommer allerdings auf April 2013 verschoben wurde. Das Camp diente zwar auch der Vorbereitung dieser Konferenz, im Mittelpunkt stand aber der interne Austausch der Community.

So kamen etwa 35 GLAM-Aktivisten aus den USA und Europa in London zusammen, darunter insbesondere auch viele „Wikipedians in Residence“, die zurzeit in einer kulturellen Einrichtung aktiv sind. Die Summe an Erfahrungen und Expertise, die in London zusammenkam, war außergewöhnlich, so dass um das Tagungsprogramm herum immer wieder spannende und vor allem für die Beteiligten lehrreiche Gespräche entstanden.

Das Conference Center der British Library (die mit Andrew Gray selbst einen „Wikipedian in Residence“ beschäftigt) erwies sich als hervorragender Veranstaltungsort, nicht nur durch die ideale Lage im Herzen der britischen Hauptstadt. Die Gruppe konnte sich flexibel auf drei Tagungsräume und ein großes Foyer verteilen, die technische Ausstattung und besonders die zahlreichen im Boden eingelassenen Steckdosen ließen keine Wünsche offen.

Wo steht die GLAM-Community?

Nach der Begrüßung durch Ashley Van Haeften, Mitglied des Boards von Wikimedia UK, und der Ankündigung, dass es im Rahmen des Tagungsprogramms keine Präsentationen und Projektberichte geben werde, ging es direkt mit einer Runde „Lightning Talks“ los. Thema war beispielsweise der Mangel an Audiomaterial in der Wikipedia, fast gänzlich fehlen etwa Höreindrücke von Orten („Wie hört es sich Mittwochmorgen am Piccadilly Circus an?“), Verkehrsmitteln oder Tieren. Insbesondere für Sehbehinderte und Blinde wären solche Ergänzungen zum Text äußerst wertvoll.

Nach diesem Einstieg teilte sich die Gruppe, um in kleinerer Runde inhaltlich zu arbeiten. Ein Diskussionsthema war hierbei die Frage, was eine internationale GLAM-Organisation, also ein imaginärer Dachverband der GLAM-aktiven Wikipedianer, leisten sollte. Dieses Brainstorming brachte schnell die Stärken und Schwächen der jetzigen „GLAM-Bewegung“ zutage. So ist zwar der interne Austausch gut organisiert, aber es fehlt an zentralen Anlauf- und Beratungsstellen sowohl für Wikipedianer als auch für kulturelle Einrichtungen. Gewünscht wurde beispielsweise ein „GLAM-Callcenter“, das bei kleineren Problemen selbst Unterstützung bieten und andernfalls an die richtigen Ansprechpartner verweisen kann.

Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit den unzähligen Aktionsformen, die im GLAM-Bereich genutzt werden und versuchte, diese auf möglichst greifbare, grundlegende Konzepte zu reduzieren. Zahlreiche Veranstaltungen haben beispielsweise zum Ziel, in einer konzertierten Aktion vor Ort eine Stadt oder Region zu dokumentieren, ein ähnliches Konzept wurde sowohl im Zusammenhang mit Wiki Loves Monuments als auch mit Museen schon erfolgreich umgesetzt. In London wurde nun versucht, aus den zahlreichen Erfahrungen die wesentlichen Schritte zu extrahieren und zu möglichst übersichtlichen Anleitungen zusammenzustellen. Diese Arbeit soll fortgesetzt werden, als Musterbeispiel sei hier auf das Edit-a-thon How-to verwiesen.

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Vogeleier, literarische Salons und eine lange Nacht

Seit Mitte Juli bin ich als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Wie angekündigt berichte ich an dieser Stelle über den zweiten Monat meiner Residency.

Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais
Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais

Beek100, CC-BY-SA 3.0 Unported

Das größte Projekt der letzten Wochen war die Lange Nacht der Museen, bei der die Wikipedia mit einem eigenen Stand im Ephraim-Palais vertreten war. Dessen Organisation und Vorbereitung lag in meinen Händen, den Abend über wurde ich von Barbara Fischer und drei Wikipedianern tatkräftig unterstützt. Gemeinsam informierten wir die Besucher über die Wikimedia-Projekte und bearbeiteten gemeinsam mit ihnen den Wikipedia-Artikel zu Werner-Victor Toeffling, dessen Bühnenbildentwürfe zurzeit im Ephraim-Palais zu sehen sind. Abgerundet wurde unser Auftritt durch eine Weltkarte der Letzten Änderungen und eine Demonstration der Software QRpedia.

Bereits kurz vor der Langen Nacht war der erste Wikipedianer zu Besuch in der Sammlung. Benutzer:Donkey shot von der Redaktion Biologie kam vorbei, um die in der Naturwissenschaftlichen Sammlung aufbewahrten Vogeleier und -präparate zu sichten. Der zuständige Mitarbeiter stellte die verschiedenen Teilsammlungen vor, es entwickelten sich immer wieder Fachgespräche, bei denen ich als Laie nur staunen konnte. Zum Abschluss fotografierten wir die Aufschriften der Archivschachteln und überblicksartig die freistehenden  Präparate in den Regalen. Im Laufe der nächsten Wochen sollen die „Wikipedia-Biologen“ daraus nun ihre Favoriten auswählen, die dann im Rahmen eines Aktionstags für Wikimedia Commons fotografiert werden. In den Räumen der Stiftung steht den Wikipedia-Fotografen dabei ein vollständig ausgestatteter Raum mit Fototisch und Blitzanlage zur Verfügung.

Anfang September hatte ich die Gelegenheit, ein umfangreiches und ehrgeiziges Kooperationsprojekt zwischen einer Kulturagentin, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und der Bettina-von-Arnim-Schule in Reinickendorf zu unterstützen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts werden Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe in den Häusern und Archiven des Stadtmuseums zum Thema „Literarische Salons in Berlin“ recherchieren. Die Ergebnisse sollen anschließend nicht nur in Facharbeiten, sondern auch zur Verbesserung bestehender und Neuanlage noch fehlender Wikipedia-Artikel verwendet werden. Zur Vorbereitung fand am 4. September ein Autorenworkshop in den Räumlichkeiten der Schule statt, bei dem ich dankenswerterweise von Benutzer:Schlesinger aus dem Referentennetzwerk unterstützt wurde. So konnten wir nach einem einleitenden Vortrag die Gruppe zwecks besserer Betreuung teilen; im Laufe des Vormittags wurde nicht nur der Wikipedia-Artikel zur Schule verbessert, sondern auch kurze Artikel zu deutschen Paralympioniken neu angelegt.

Neben den genannten Projekten ging natürlich auch die bald schon alltägliche Arbeit weiter voran. In Mitarbeiterschulungen entstanden Artikel zu den Berliner Amtsketten, den Fliesenbildern aus dem Fußgängertunnel des Alexanderplatzes, Neujahrsplaketten und der Künstlerin Emma Stibbon. Auch gab es Gespräche mit der Fotothek, in denen grundsätzliche Richtlinien zur Freigabe von Bildmaterial vereinbart und mögliche Großspenden und Kooperationen mit der Community erörtert wurden.

Nach dem GLAMcamp in London, das ich gemeinsam mit Benutzer:Peter Weis besuche, wird es an dieser Stelle eine umfangreiche Berichterstattung geben. Anschließend erscheint Mitte Oktober mein Abschlussbericht.

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Ein Monat im Stadtmuseum

Seit fast einem Monat bin ich als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Wie angekündigt berichte ich nun an dieser Stelle über die ersten vier Wochen meiner Residency.

In den ersten 14 Tagen standen zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitern und die Besichtigung der diversen Sammlungen auf dem Programm. Schließlich wollte ich möglichst schnell die Arbeit der Stiftung Stadtmuseum Berlin kennenlernen, um einerseits interne Projekte entwickeln und vorschlagen zu können, andererseits Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit mit der Wikimedia-Community zu finden. Hier steht eine erste Kooperation bereits in den Startlöchern: Die auch sonst sehr aktive Redaktion Biologie hat Interesse an Fotos von den in der Naturwissenschaftlichen Sammlung aufbewahrten Vogeleiern und -präparaten geäußert. Nächste Woche schon besucht ein Wikipedia-Benutzer die Sammlung, gemeinsam mit dem zuständigen Mitarbeiter werden wir anschließend besprechen, welche Möglichkeiten es gibt. Einige ähnliche Ideen sind noch im Werden, weitere Vorschläge und Anfragen sind jederzeit willkommen.

Schon bald nach meinem Einführungsvortrag, den ich aufgrund der großen Nachfrage zwei Wochen später wiederholte, haben auch die Autorenschulungen für die Mitarbeiter begonnen. In kleinen Gruppen führe ich die Wissenschaftler aus den Sammlungen in die ihnen großteils noch unbekannte Welt hinter den Kulissen der Wikipedia ein. In Zukunft sollen sie selbst Inhalte ergänzen und Artikel verfassen, um so nach und nach das in den Depots der Stiftung Stadtmuseum Berlin gesammelte Wissen dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erstes Ergebnis dieser Bemühungen sind die Artikel zum Kalmarsund-Sandstein und zur Dresdner Pappe, viele weitere werden im Lauf der nächsten Monate folgen.

Das nächste Großprojekt auf meinem Kalender ist zurzeit der Stand zur Langen Nacht der Museen am 25. August. Im Ephraim-Palais können sich die Besucher dann nicht nur interessantes über 75 berühmte und 700 (noch) nicht berühmte Berliner erfahren, sondern sich auch über die Wikipedia, ihre Schwesterprojekte und meine Tätigkeit im Stadtmuseum informieren. Im September soll dann die Wikipedia-Community die Gelegenheit zu einem exklusiven Museumsbesuch haben: Im Rahmen des Berliner Wikipedia-Stammtischs wird es eine besondere Führung durch eines der Häuser geben, anschließend besteht die Möglichkeit, mit Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Sobald der Termin feststeht, wird er selbstverständlich auch an dieser Stelle bekanntgegeben.

Als erstes Zwischenfazit kann ich sagen, dass die Arbeit viel Freude bereitet, es aber – wie überall im GLAM-Bereich – zu konkreten Ergebnissen ein weiter Weg ist. Während in der Wikipedia jede Artikelbearbeitung, jeder Diskussionsbeitrag, jedes hochgeladene Foto sofort sichtbar ist, folgen in einer Institution wie der Stiftung Stadtmuseum Berlin auf eine Idee zunächst interne Gespräche, Abwägungen und Entscheidungen. Für letztere müssen zahlreiche Interessen und alle denkbaren Auswirkungen berücksichtigt werden, bevor schließlich ein Ergebnis zustande kommen kann. Diese unterschiedlichen Arbeitsweisen, die jeweils entscheidend für den Fortbestand der jeweiligen Einrichtung sind, miteinander in Einklang zu bringen, ist keine leichte Aufgabe, die sich auch einer immer größer werdenden Zahl Wikipedianer stellt. Alle Erfahrung zeigt jedoch: Es lohnt sich, die Herausforderung anzunehmen!

Der nächste Bericht erscheint im Vorfeld des GLAMcamps in London. Hintergrundinformationen und aktuelle Arbeitsergebnisse finden sich auch auf der Wikipedia-Projektseite.

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Wiki Loves Monuments: 2000 Bilder in 24 Stunden

Ein phantastischer Start: Schon kurz nach Mitternacht wurden am 1. September die ersten Bilder für Wiki Loves Monuments hochgeladen, am Nachmittag war die Marke von 1000 Bildern erreicht, und gut einen Tag nach dem Start fand auch der 2000. Wettbewerbsbeitrag seinen Weg ins Medienarchiv Wikimedia Commons.

Noch bis zum 30. September sind die Menschen in 16 europäischen Nationen dazu aufgerufen, Bilder von Kultur- und Baudenkmälern unter einer freien Lizenz hochzuladen. Ziel ist es dabei, einen möglichst großen Teil des europäischen Denkmalbestands zu bebildern und somit die Vielfalt des kulturellen Erbes Europas zu dokumentieren.

Eins von 750.000: Das Haus Herrenhäuserstraße 88 in Hannover-Herrenhausen (Klaus Littmann, CC-BY-SA 3.0 Unported)

Deutschland ist mit etwa 750.000 denkmalgeschützten Objekten eigentlich das ideale Pflaster für einen solchen Wettbewerb, muss doch kaum einer länger als fünfzehn Minuten gehen, um von seiner Haustür aus ein Denkmal zu erreichen. Doch durch das föderale System ist die Denkmalpflege in Deutschland Sache der Länder, oftmals wird die Aufgabe bis hinab zur kommunalen Ebene delegiert. Ergebnis ist ein unüberschaubares Durch- und Nebeneinander von Gesetzen und Listen. Letztere liegen zudem auch gar nicht flächendeckend vor, weil viele Regionen noch gar nicht systematisch erfasst wurden – hinzu kommt immer wieder die Schwierigkeit, die zahlreichen Stellen von Sinn und Nutzen der Herausgabe der Datensätze zu überzeugen.

Umso wichtiger, auf die zahlreichen positiven Beispiele zu verweisen. Hier sei zum einen die Kreisstadt Bergheim genannt, die im Rahmen eines Pilotprojekts ihre Bürger zur Teilnahme am Wettbewerb aufruft und zu diesem Zweck vollständige Listen und zahlreiche Artikel in die Wikipedia eingestellt hat. Wennigsen ist ebenfalls Partnerstadt des Wettbewerbes, plant lokale Aktionen zum Tag des offenen Denkmals und einen Sonderwettbewerb für die Denkmäler der Stadt. Auch die Stadt Essen stellte auf eine Anfrage hin ihren kompletten Datenbestand zur Verfügung, so dass die Wikipedianer die Liste der Baudenkmäler in Essen für alle Stadtteile anlegen konnten.

Doch auch wenn die Listen in der Wikipedia noch fehlen, ist das kein Hindernis zur Teilnahme: Solange das Denkmal gut beschrieben ist, sich das Foto also einem Objekt zuordnen lässt, steht dem Upload nichts im Wege. Aufgerufen zur Teilnahme sind übrigens nicht nur Fotografen, sondern alle Interessierten, die auf diese Weise einen Beitrag zum Erfolg der Wikimedia-Projekte leisten möchten. Deutsche Teilnehmer finden auf der Wikipedia-Projektseite alle nötigen Informationen.

Die eingereichten Fotos können auf Commons begutachtet werden, über Highlights und besondere Projekte informiert die internationale Website.

Nachtrag von Nicole:

Flyer Wiki Loves Monuments 2011 Deutschland

Wir als Wikimedia Deutschland freuen uns sehr, die deutsche Wikipedia-Community bei dieser großartigen Aktion finanziell, organisatorisch und bei der Pressearbeit unterstützen zu können und beteiligen uns gerne auch an den Ausgaben für den europäischen Wettbewerb. Mit Creative Commons Deutschlandhat der Wettbewerb sogar noch einen weiteren Partner für die Förderung Freier Werke an Bord.

Was uns besonders gefällt: Jede und jeder kann mitmachen! Und nicht nur das – Den Gewinnern winken nicht nur Ruhm und Ehre, auf die Einsender der besten 100 Fotos warten auch attraktive Preise: Hochwertige Fotoausrüstung, ein Tragschrauberflug von mydays, Acryldrucke und Fotoposter von Pixum sowie Bücher aus dem Sortiment des O’Reilly-Verlages. Die von der Jury bestimmten Landessieger pro Bundesland erhalten eine Ausgabe des neuen Wikipedia-Buches, dazu kommen regional gespendete Buchpreise von einzelnen Partnern, z.B. der Kreisstadt Bergheim.

Wir drücken die Daumen und sind ganz gespannt auf die Ergebnisse!

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Wiki Loves Monuments: Startschuss in Bergheim

Andrea Gahr (Tourismusföderung), Maria Pfordt (Bürgermeisterin), Christina Conen (Wirtschaftsförderung), Boris Marinov (Wikimedia Deutschland) und Kilian Kluge (Wiki Loves Monuments) stellten das Projekt vor. (Foto: Wiegels/CC-BY-SA)

Zwei Wochen vor dem Start des Denkmal-Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments fand am vergangenen Donnerstag im nordrhein-westfälischen Bergheim die erste Pressekonferenz statt. Gemeinsam präsentierten die Stadtverwaltung, Wikimedia Deutschland und das Organisations-Team des Wettbewerbs den zahlreich erschienenen Journalisten das Pilotprojekt Wiki Loves Monuments Bergheim. Ziel der Kooperation ist, die Einwohner der Kreisstadt zur Teilnahme an dem europaweiten Wettbewerb zu motivieren und auf diese Weise die zahlreichen von der Stadtverwaltung bereits verfassten Artikel zu Baudenkmälern mit aktuellen Bildern zu versehen. Mehr zum Hintergrund und der Entstehung des Projekts findet sich im Wikipedia:Kurier.

Die Resonanz in den Medien kann sich sehen lassen: In zahlreichen ausführliche Artikeln berichtete die Lokalpresse über die Kooperation und den Wettbewerb, auch der WDR-Sendung Lokalzeit war Wiki Loves Monuments Bergheim einen Kurzbericht wert. Der vollständige Pressespiegel ist auf der Projektseite zu finden.

Nach diesem erfolgreichen Start gehen die Vorbereitungen für den Wettbewerb nun endgültig in die heiße Phase: Noch diese Woche sollen die Preise und die Bewertungskriterien der Jury bekanntgegeben werden. Auch der Upload-Assistent, der insbesondere noch unerfahrenen Teilnehmern das Hochladen erleichtern soll,  befindet sich zur Zeit in der Testphase. Wie immer freuen sich die Organisatoren über weitere Unterstützung, Anlaufstelle hierfür ist die Projektseite zu Wiki Loves Monuments in der Wikipedia.

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Wiki Loves Monuments: Projekte und Kooperationen

Nur noch ein Monat bis zum Start von Wiki Loves Monuments, dem Fotowettbewerb rund um Kultur- und Baudenkmäler. Während die Geschäftsstelle sich gerade um Flyer und T-Shirts kümmert, ist auf der internationalen Ebene – 17 Länder sind nun definitiv mit dabei – die Vorbereitung des Upload-Wizards und der Kategorien auf Commons zentrales Thema, auch die internationale Website wurde überarbeitet.

In Deutschland steht seit Ende Juli zunehmend die Öffentlichkeitsarbeit im Fokus: Pressemitteilungen müssen geschrieben und die Medien informiert werden, schließlich sollen möglichst viele Teilnehmer auch außerhalb der Wikimedia-Projekte gewonnen werden. Ideen und Unterstützung sind hier jederzeit gerne willkommen!

Neben dem aus dem Community-Projektbudget geförderten Fotoprojekt Wiki Loves Monuments Mittelhessen, für das die Anmeldung nun eröffnet ist, konnten im letzten Monat noch weitere Projekte an den Start gebracht werden: Unter dem Titel Wiki Loves Monuments Fürth gehen am 10. September Teilnehmer der WikiConvention auf Fototour. Neben dem Fürther Stadtdenkmalpfleger Dr. Alexander Mayer werden hier auch Medienvertreter mit von der Partie sein.

Besonders freuen wir uns, auch zwei Städtepartnerschaften bekanntgeben zu können: Die in der Wikipedia bereits sehr aktive Kreisstadt Bergheim wird im Rahmen einer Kooperation ihre Bürger und die Teilnehmer an Stadtführungen dazu aufrufen, Denkmäler zu fotografieren und die Bilder anschließend für Wiki Loves Monuments hochzuladen. Ähnlich sind die Pläne in Hückeswagen. Dort setzt man vor allem auf die Kooperation mit örtlichen Einrichtungen – von der GeoCaching-Gruppe über den Geschichtsverein bis hin zum Stadtarchiv werden diese eingebunden.

Seit vergangener Woche steht auch die deutsche Jury fest: Zwei Wikimedia-Fotografen, zwei Wikipedianer aus dem Denkmalpflege-Bereich und drei “normale” Community-Mitglieder werden die eingereichten Fotos deutscher Denkmäler sichten und bewerten. Für die Endauswahl konnten wir mit Roland Stimpel (Chefradakteur des Deutschen Architektenblatts) zudem einen externen Experten gewinnen. Zusammen werden die acht Juroren eine Top-100-Liste erstellen, die Top-Ten wird anschließend als deutscher Beitrag in den europäischen Wettbewerb eingereicht. Dort wird als deutscher Vertreter der Bildredakteur des ZEIT-Magazins, Michael Biedowicz, in der Jury sitzen. Auch an dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Benutzer:Aalfons, der diese beiden Experten für den Wettbewerb begeistern konnte.

Wie schon in den letzten Monaten lautet also das Fazit: Schon viel geschafft, noch viel zu tun. Nur schleppend verläuft bisher die Erstellung der Denkmallisten und die Vereinheitlichung ihrer Strukturierung, große Regionen Deutschlands sind in dieser Hinsicht Brachland. Und ohne Listen kann es keinen Wettbewerb geben – woher sollen schließlich die vielen Fotografen wissen, wo und was sie fotografieren können? Eine gute Gelegenheit also, mal “vor der eigenen Haustür” zu schauen und selbst aktiv zu werden! Jede einzelne Liste bringt Wiki Loves Monuments und das WikiProjekt Denkmalpflege weiter voran, wer sich die Neuanlage selbst nicht zutraut, kann die Daten in digitaler Form auch an die engagierten Mitarbeiter des Projekts weitergeben.

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Wiki Loves Monuments: Jury, Listen und Projekte

In knapp zwei Monaten wird der Startschuss für den Denkmal-Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments fallen – viel zu tun also für die ehrenamtlichen Organisatoren und die vielen fleißigen Helfer.

Europa

Die Teilnahme von Weißrussland am Wettbewerb, wo die Vorbereitungen bereits für längere Zeit laufen, konnte endgültig bestätigt werden. Neu dabei ist auch Belgien, hier findet gerade ein Abgleich der Denkmallisten zwischen der französischen und der niederländischen Wikipedia statt. Kurzfristig entschied sich auch die russische Community zur Teilnahme, so dass mittlerweile 17 Nationen mit dabei sind.

Deutschland

In Deutschland stand die Kontaktaufnahme zu Behörden, Verbänden und Organisationen im Mittelpunkt. Erste Gespräche konnten hier schon geführt werden, weitere Termine stehen bereits fest. Das Ziel ist es hier, Kooperationsmodelle zum Nutzen beider Partner zu finden: Während die Wikipedia vom Fachwissen und der Expertise des Partners profitiert, erhalten diese aktuelle Bilder unter freier Lizenz und erhöhte Aufmerksamkeit für ihr Anliegen.

Auf Hochtouren läuft auch die Suche nach Kandidaten für die deutsche Jury. Hier sind nicht nur Fotografen und Denkmalexperten gefragt, sondern vor allem auch „normale“ Wikipedianer und engagierte Vereinsmitglieder. Schließlich kommt es bei Wiki Loves Monuments nicht allein auf die technische Qualität der Bilder, sondern auch auf die Originalität und den Nutzen für die Wikimedia-Projekte, also den „enzyklopädischen Wert“, an. Noch bis zum 10. Juli können sich Bewerber auf der Projektseite eintragen, anschließend findet eine Wahl durch die Community statt.

Projekte in Nürnberg und Mittelhessen

Am Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr am 11. September stattfindet, werden auch Teilnehmer der WikiConvention in Nürnberg auf Denkmalsuche gehen. Unter dem Titel Wiki Loves Monuments Nürnberg werden sie – begleitet von Pressevertretern – in Nürnberg Kultur- und Baudenkmäler vor die Kamera nehmen. Hierfür werden noch ortskundige Helfer gesucht, die die Vorbereitung unterstützen.

Auch ein weiteres großes Projekt steht in den Startlöchern: Gefördert aus dem Community-Projektbudget treffen sich Wikipedianer und gerne auch (Noch-)Nicht-Wikipedianer im Herbst in Mittelhessen, um gemeinsam und systematisch Denkmäler für den Wettbewerb zu fotografieren. Das Projekt richtet sich ausdrücklich nicht nur an ausgewiesene Fotografen, es ist auch keine teure Ausrüstung nötig. Interessenten können sich auf der Projektseite in der Wikipedia weiter informieren und eintragen, dort werden bis Mitte Juli auch der Zeitrahmen und die Termine abgestimmt.

Neben diesen beiden Projekten, sich hauptsächlich an die Wikimedia-Community richten, sind auch immer mehr Aktionen mit externen Partnern in Vorbereitung. So planen bereits drei Kleinstädte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, ihre Bürger und Besucher mit verschiedenen Aktionen zur Teilnahme an Wiki Loves Monuments zu motivieren. Auf diese Weise möchten sie zum einen die Darstellung ihrer Stadt in den Wikimedia-Projekten verbessern und erweitern, zum anderen die Bewohner auf die häufig nur wenig bekannten Denkmäler und ihre Geschichte aufmerksam machen. Interessenten für solche, ähnliche oder auch ganz andere Projekte können sich über info-de@wikilovesmonuments.eu an die Organisatoren wenden.

Ausblick

Auch wenn schon viel erreicht wurde, bleibt noch viel zu tun. Besonders die für den Wettbewerb unentbehrlichen Denkmallisten sind für weite Teile Deutschlands noch lückenhaft oder fehlen ganz. Eine gute Gelegenheit also für jeden Wikipedianer und solche, die es noch werden möchten, einmal nachzuschauen, wie es um ihre Stadt oder Gemeinde bestellt ist! Unterstützung, Tipps und hilfreiche Links dafür gibt es beim WikiProjekt Denkmalpflege.

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Wiki Loves Monuments: Bericht vom ersten europaweiten Treffen

Im Rahmen des Berlin Hackathons 2011 trafen sich am vergangenen Wochenende in Berlin nicht nur MediaWiki-Entwickler und das Language Committee, sondern auch die Organisatoren des europaweiten Fotowettberbs Wiki Loves Monuments. Unter der Leitung von Maarten Dammers und Lodewijk Gelauff, die den Wettbewerb bereits 2010 in den Niederlanden organisiert haben, widmeten sich etwa 20 Wikimedianer aus zehn Nationen grundlegenden Fragen.

Am Freitagvormittag standen zunächst technische Themen und Probleme auf dem Programm, schließlich sollten die Hacker zu ihrer Lösung beitragen. So wurde einige Zeit darauf verwendet, ein vereinfachtes Upload-Formular zu entwerfen, das nicht nur für Laien leicht zu verwenden ist, sondern darüber hinaus auch noch auf die unterschiedliche Rechts- und Informationslage für Denkmäler in jedem Teilnehmerland Rücksicht nimmt. Auch die automatisierte Erstellung von Denkmallisten und -karten war Thema.

Anschließend ging es darum, die Regeln für den europäischen Wettbewerb festzulegen. Hier wurde weitestgehend das erprobte und erfolgreiche Konzept der Niederländer übernommen, sich auf nur wenige grundlegende Richtlinien zu beschränken: Teilnehmen können alle selbstfotografierten Bilder, die sich eindeutig einem Denkmal zuordnen lassen und unter einer freien Lizenz im September auf Commons hochgeladen werden.

Bewertet werden die Bilder dann zunächst von nationalen Jurys, die auch eigene Preise in unterschiedlichen Kategorien vergibt. Die besten zehn Bilder werden dann der europäischen Jury vorgelegt, in der neben Wikipedianern auch professionelle Fotografen und Denkmalexperten sitzen sollen. Diese werden im Dezember ihr Votum bekanntgeben.

Während des Hackathons erreichte Maarten Dammers zudem die Bestätigung, dass auch der Europarat den Wettbewerb offiziell unterstützen wird. Zuvor hatten bereits Europeana und das Projekt Carare, Europa Nostra und Open Images ihre Unterstützung zugesagt.

Bevor jedoch am 1. September auch in Deutschland der Startschuss für den Wettbewerb fallen und Commons mit Bildern von Denkmälern gefüllt werden kann, steht noch viel Arbeit an: Die Listen müssen beschafft, konvertiert und in die Wikipedia eingepflegt werden. Allein das ist schon eine Mammutaufgabe, zumal im föderalen deutschen System teilweise jede Gemeinde ihre ganz eigenen Listen führt. Außerdem müssen weitere Partner kontaktiert, Veranstaltungen rund um den Wettbewerb organisiert und Sponsoren für Preise gefunden werden.

Wir suchen also weiterhin viele tatkräftige Helferinnen und Helfer, die sich auf der Projektseite in der Wikipedia über den Stand der Dinge informieren und einbringen können. Außerdem steht Nicole Ebber von Wikimedia Deutschland als Ansprechpartnerin bereit; vor allem wenn es darum geht, Kontakte zu Partnern aufzubauen.

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Wikipedia-Schulprojekt: Ein (un)perfektes Arbeitstreffen

Am vergangenen Wochenende fand in Essen das zweite Treffen der Schulprojekt-Referenten statt, bei dem die im Sommer begonnene Arbeit fortgesetzt und zu einem vorläufigen Abschluss geführt wurde. Ich selbst bin seit dem Sommertreffen als Referent im Schulprojekt und war nun auch in Essen wieder mit dabei. Meine Eindrücke habe ich in einem Blog-Beitrag zusammengefasst, den ich nun auf Anregung von Nicole auch hier veröffentliche.

Was passiert, wenn man 20 Wikipedianer und Medienpädagogen ins Linuxhotel nach Essen einlädt, Inhalte für ein Wikipedia-Schulprojekt diskutiert und anschließend dazu auffordert, diese in einem Wiki umzusetzen? Leider nicht viel. Und was passiert, wenn man einige von ihnen zusammen mit zwei weiteren Teilnehmern ins Unperfekthaus nach Essen einlädt, um das Projekt endlich voranzubringen und die Schulungsmaterialien fertigzustellen? Eine ganze Menge.

Das Wikipedia-Schulprojekt

Das Wikipedia-Schulprojekt ist eine Initiative von Wikimedia Deutschland, dem offiziellen Förderverein der Wikipedia in Deutschland. Das Projekt als solches besteht schon länger, wurde aber bisher von verschiedenen Personen in nur kleinem Umfang betrieben. Seit Anfang des Jahres liegt das Projekt nun in den Händen der Projektmanager Nicole Ebber und Denis Barthel, im Mai wurde mit einer Ausschreibung nach Referenten gesucht.

Im Rahmen des Schulprojekts werden Aktionstage für Schüler und Fortbildungen für Lehrer angeboten, bei denen zielgruppengerecht die Funktionsweise und der sinnvolle Umgang mit der Wikipedia präsentiert werden soll. Während es bei den Aktionstagen für Schüler vor allem darum geht, Medienkompetenz zu vermitteln (“Woran erkenne ich, dass ich einem Wikipedia-Artikel trauen kann?”), soll den Lehrern besonders das Qualitätsmanagement der Online-Enzyklopädie vorgestellt werden. Für beide Zielgruppen dauert die Schulung jeweils vier Stunden, insgesamt mussten also acht Stunden Programm erarbeitet und gestaltet werden.

Warum ein Treffen nicht gereicht hat

Beim ersten Workshop im Sommer wurden zwar viele gute Ideen eingebracht und diskutiert sowie für beide Schulungen ein Grundkonzept erstellt, das anschließend im Projektwiki verbessert, erweitert und in eine vorzeigbare Form gebracht werden sollte. De facto wurde im Projektwiki nur von wenigen Personen überhaupt etwas beigetragen, es gab Wochen, in denen keine einzige Änderung erfolgte. Ein Fortschritt wollte sich so nicht einstellen, auch die wenigen dort aktiven Mitarbeiter waren bald frustriert. Es fehlte an Rückmeldungen, Ideen und Arbeitskraft, zeitweise hatte man das Gefühl, ins Nichts zu schreiben. Nachdem auch einige Rundmails nichts an diesem Zustand zu ändern vermochten, wurde recht kurzfristig für Ende Oktober ein Treffen in Essen – diesmal im Unperfekthaus – angesetzt.

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