Geschrieben von Jürgen Lüdeke



Winter ade! Scheiden tut weh.

Der Vorstand im Hannoveraner „Schlauchzimmer“

Dies erkannte schon Hoffmann von Fallersleben in den 1830er-Jahren und nun auch ich. Am Freitag nachmittag machte ich mich – mit gemischten Gefühlen – auf zur letzten Vorstandssitzung, genauer gesagt zu „meiner“ (vielleicht) letzten Vorstandssitzung. Immerhin fing die Dienstreise gut an: der Zug war pünktlich und als Sitznachbarin hatte ich eine sehr sympathische Dame mit einer entzückenden Cocker-Spaniel-Hündin zu Füßen. Noch vor Erreichen des Bahnhofs in Spandau hatte sich diese meinen linken Fuß als Sofakissen auserkoren und ruhte darauf bis kurz vor Hannover – meinem Reiseziel. Nachdem ich es mir einigermaßen gemütlich gemacht hatte – Sofern dies möglich war, denn der linke Fuß musste schließlich vollkommen unbeweglich ruhen, um ja den Hundeschlaf nicht zu stören. –, sollte es an die Arbeit gehen, denn meine Bewerbung als Kassenprüfer schrieb sich nicht von allein. Gleich nachdem ich bis zur Stelle „Bewerbung als Kassensprüfer“ gekommen bin, trat die Schreibblockade ein. Diese ließ sich auch durch energisches Zureden nicht auflösen, denn die Gedanken schweiften ab und vor dem geistigen Auge spielte sich eine Show mit dem Titel „Zwei Jahre im Vorstand von WMDE“ ab. Es war ein gekonntes Potpourri aus Krimi, Drama, Romanze, Western und Soap! Die Frage, ob ich nochmal kandidiere wurde damit nicht einfacher und schon gar nicht gelöst. In Hannover angekommen ging alles den schon gewohnten Gang: Zimmer beziehen und auf zum gemeinsamen Abendessen. Die erste Überraschung gab es am Samstag morgen: Sebastian hatte es tatsächlich geschafft, vor Maria und mir (den beiden klaren Trägern des Titels „Frühaufsteher“) am Frühstückstisch zu sitzen.

Pünktlich um 9 Uhr begann dann die letzte Sitzung des siebten Vorstands. Fünf Themen standen auf der Tagesordnung: Anträge zur Mitgliederversammlung, Kandidaturen, Vorbereitung der MV, Regelung zur Übergabe an den neuen Vorstand und Sonstiges. Ohne auf die Ergebnisse im Einzelnen eingehen zu wollen (dazu folgt noch ein Blogbeitrag) möchte ich eines festhalten: Wie bereits auf der letzten Hannover-Sitzung (also der letzten Sitzung des sechsten Vorstands) merkte ich, dass die Gruppe nach einem Jahr zusammengewachsen ist. Das gemeinsame Arbeiten ging ungewohnt zügig und effizient voran, die Diskussionen waren sachlich und ich persönlich hatte es endlich geschafft, mal keinem ins Wort zu fallen! Wir haben es tatsächlich hinbekommen, die Tagesordnung eine Stunde schneller als ursprünglich geplant durchzuackern und so blieb noch Zeit für einen gemeinsamen Abschiedskaffee.

Am Bahnhof Hannover trennten sich unsere Wege, zwei nach Norden, drei nach Süden und zwei nach Osten. Ich – als einer der gen Osten Reisenden – hatte das Glück, dass Sebastian ebenfalls nach Berlin musste, damit hatte ich auch auf der Rückfahrt einen sympathischen Sitznachbarn neben mir sicher. Dieser musste sich zwar mindestens 30 Minuten lang anhören, dass mein Abschied von der Vorstandsarbeit schon mit einer großen Portion Wehmut verbunden sei, aber er hat mein Klagen – wie immer in den letzten zwei Jahren – geduldig ertragen.

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Von der Mitgliederversammlung am 22. Januar 2011

Rund 50 Mitglieder trafen sich vorgestern in Berlin und folgten damit der Einladung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Zwei gewichtige Punkte galt es dort zu diskutieren: ein Misstrauensvotum gegen den aktuellen Vorstand und zwei Vorschläge zur Satzungsänderung.

Den Vormittag verbrachte man – das ist fast schon Tradition – mit der Regelung von Formalien: Wahl der Versammlungsleitung, Wahl der Wahlkommission, Festlegung der Tagesordnung, Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung – in Deutschland macht man so etwas gründlich und das bedeutet eben, dass es schon mal eine Abstimmung über den Abstimmungsmodus geben kann.

Deutlich spannender wurde es in der anschließenden Beratung über das eingebrachte Misstrauensvotum gegen den Vorstand. Dieser basierte in der Hauptsache auf einen Mangel an Beteiligung der Mitglieder bei der im Spätherbst 2010 erfolgten Gründung der Wikimedia Fördergesellschaft. Interessant war für mich, dass von den Mitgliedern die Notwendigkeit zu diesem Schritt gar nicht abgestritten, das Ergebnis vielmehr als notwendig und gut erachtet wurde, sondern nur die Art und Weise der Mitgliederbeteiligung an diesem Schritt kritisiert wurde. In knapp zwei Stunden konnten aber in einer – erstaunlich ruhigen und sachlichen – Diskussion viele Fragen geklärt, viele Ungereimtheiten aufgelöst und viele Missverständnisse beseitigt werden.

Zwischendrin konnte man sich einem weitaus erfreulicheren Punkt
zuwenden: dem Mittagessen. Gestärkt mit Kartoffelsuppe und / oder Chili con carne ging es zu Phase 2 der Debatte.

Mitgenommen aus dieser Diskussion habe ich für mich, dass es zwei große Gruppen an Mitgliedern gibt, die sich in ihrem Verständnis der Vereinsarbeit unterscheiden. Während die eine Gruppe dem Vorstand eine Art „Mandat“ zur Erledigung der anfallenden Geschäfte – wozu auch so „spektakuläre Ereignisse“ wie die Gründung einer Fördergesellschaft gehören können – inklusive dem dazu notwendigen Vertrauensvorschuss gibt, möchte die andere Gruppe deutlich stärker in die laufende Vereinsarbeit einbezogen und bei solchen Entscheidungen vorab befragt werden. Eine kleine Splittergruppe darf dabei nicht unterschlagen werden: diejenigen, die prinzipielle Kritik an jeglicher Arbeit des Vorstands üben, dann aber handumkehr auch geistig zu erschöpft sind, um einen Verbesserungsvorschlag einzubringen. Ich denke, es wird tatsächlich eine große Aufgabe für die Zukunft sein, darüber zu befinden, wie mit den beiden großen Gruppen umgegangen werden soll bzw. wie sich der Verein weiterentwickeln muss, um die krass unterschiedlichen Vorstellungen gleichfalls zu befriedigen.

Zurück zur Aussprache über den Misstrauensantrag. Die Klärung der Missverständnisse scheint hier erfolgreich gewesen zu sein, denn zum Ende der Debatte kam die Frage auf, ob man die Abstimmung zum Misstrauensantrag nicht aufschieben, vertagen oder gar komplett unter den Tisch fallen lassen könne. Dies wurde – aus verschiedenen Gründen – verneint und so kam es zum ersten Auftritt der Wahlkommission, die die entsprechenden Stimmzettel einsammelte und zusammen mit den abgegebenen Briefwahlstimmen auszählte. Das Ergebnis war für mich nicht berauschend, aber gut: 48 Mitglieder stimmten für den Antrag, 129 dagegen, 2 enthielten sich der Stimme.

Danach präsentierten Alice Wiegand und Michail Jungierek den Vorschlag der vor knapp einem Jahr gegründeten AG Verantwortungsstruktur, der – grob zusammengefasst – einen hauptamtlichen Vorstand anstelle des Geschäftsführers und anstelle des bisherigen Vorstands ein ehrenamtliches Präsidium vorsieht. Während die Aufgaben der jeweiligen „Parteien“ dabei vollkommen gleich bleiben, wird die Haftungsfrage verändert. Auch hier diskutierte die Versammlung sehr sachlich die Vor- und Nachteile des vorgestellten Modells. Die Notwendigkeit, die Haftung vom ehrenamtlich tätigen Vorstand auf denjenigen zu übertragen, der tatsächlich das Tagesgeschäft erledigt und dafür bezahlt wird, schien von einer breiten Mehrheit der Vereinsmitglieder mitgetragen zu werden, denn das Ergebnis der Abstimmung ergab 115 Ja-Stimmen, 62 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen. Der Antrag verpasste damit allerdings ganz knapp die für eine Satzungsänderung erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Letzter Punkt der Tagesordnung war die Aussprache zu dem von Olaf Simons erarbeiteten Modell und seinem daraus resultierenden Antrag auf eine Satzungsänderung. Die Zustimmung zu diesem Modell war deutlich geringer: 50 Ja-Stimmen standen 125 Nein-Stimmen entgegen, Enthaltungen gab es hier 2.

Aufgrund der bereits recht fortgeschrittenen Zeit – auch das ist fast schon eine Tradition bei unseren Mitgliederversammlungen – und der damit beginnenden Ermüdung der Versammlungsteilnehmer, war der letzte Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ schnell abgewickelt und man vertagte sich auf die kommende ordentliche MV im März 2011.

Wie üblich nach einer solchen Veranstaltung, gilt es eine Danksagung auszusprechen. Diese ist verbunden mit der Hoffnung, dass ich diesmal keinen Beteiligten vergesse. Ich danke den Mitarbeitern der Geschäftsstelle für die Organisation der MV und für die Betreuung der Teilnehmer während der MV, Henriette und Cornelius für die Einlasskontrolle, der aus Debora, Ralf und Jens bestehenden Wahlkommission für die flotte Auszählung, Elly und Tobias für fleißiges Protokollieren, Arne und Martin für die Leitung der Versammlung und natürlich allen Anwesenden für die Anreise, die konstruktive Debatte und den ein oder anderen kleinen privaten Plausch in den Pausen.

Nachtrag

Vorwurf des Wahlbetrugs bei der aoMV

Die ersten Reaktionen im Nachgang auf die außerordentliche Mitgliederversammlung ließen nicht lange auf sich warten und kamen – auch in diesem Punkt wollen wir mit Traditionen nicht brechen – von denjenigen, die gar nicht anwesend waren. Es fiel der Begriff Wahlbetrug.

Nun ich will hier nicht lange auf Begrifflichkeiten herumreiten, kann es mir aber trotzdem nicht ganz verkneifen: Eine Wahl fand gar nicht statt! Die außerordentliche Mitgliederversammlung begnügte sich nämlich mit einer Abstimmung. Wahlen werden im März 2011 stattfinden, dann nämlich, wenn die nächste ordentliche Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland stattfindet.

Dennoch dürfen wir diesen Vorwurf nicht ignorieren. Da ich im Gegensatz zu Verfassern solcher Vorwürfe von Anfang bis Ende der Mitgliederversammlung beiwohnte, möchte ich auch hierzu meine Eindrücke ergänzen:

Die Vereinsmitglieder Debora Weber-Wulff, Ralf Bösch und Jens Schmidt haben sich freiwillig gemeldet und wurden von den versammelten Mitgliedern als Zählkommission eingesetzt. Debora Weber-Wulff (WiseWoman) wurde als Leiterin der Zählkommission für eine vereinsinterne Abstimmung von den Mitgliedern der Zählkommission gewählt. Debora stellte in einer WP-Diskussion am Wochenende folgendes klar:

„Ich habe mich freiwillig gemeldet, weil ich a) mein Unterschrift zur Einleitung dieses aoMV gegeben habe, weil ich große Probleme mit dem Kommunikation von wichtigen Dingen innerhalb des Vereins habe und b) bereits als Wahlleiterin bei etliche Universitätswahlen gearbeitet habe und seitdem ich den deutschen Staatsbürgerschaft angenommen habe, immer im Wahlvorstand einer Nachbarbezirk für Bundestag-, Abgeordnetenhaus- und Europawahlen sowie Volksabstimmungen mitmache und c) Beamtin des Landes Berlins bin. Als Dekanin einer großen Fachbereich bin ich es auch gewöhnt, Verwaltungsvorgänge zu überwachen.“

Übrigens sind aus meiner Sicht auch die beiden anderen Mitglieder der Zählkommission eher den Vereins-/Vorstandskritikern zuzuordnen. Weiter schreibt Debora:

„Mir wurden die Briefwahlunterlagen von Pavel Richter übergeben. Ich habe die verschlossene Stimmzettel erhalten, und ein Ordner mit den geprüften Wahlscheine. Wenn gewollt wird, dass wir in der Zählkommission auch die Wahlberechtigung prüfen, dann muss die Wahlordnung geändert werden […].

Es ist ja üblich bei einer Wahl, das die Überprüfung der Wahlberechtigung vor der Auszählung beginnt. Wir haben bei der ersten Auszählung länger gebraucht, weil wir uns erst mal über die unklaren Fälle unterhalten müssten: wo der Wahlschein vermutlich im Stimmzettelumschlag wäre (man spürt, wie dick es ist), oder es gar keinen Wahlschein gab. Wir haben alle Fälle protokolliert. Dann haben wir die Wahlumschläge geöffnet, getrennt nach den 3 Wahlgängen, und die Kartons der anderen beiden verschlossen. Jederzeit war Zugang zum Wahlauszählung, und Martin Zeise (Versammlungsleiter) war teilweise auch dabei. […]“

Der Rechtsanwalt war die ganze Zeit anwesend, es war ja eine offene Auszählung. Er wurde vor allem gebraucht, als nachgerechnet werden musste, ob der zweite Antrag – die von Sebastian Moleski eingebrachte Satzungsänderung – nun erfolgreich war oder nicht, weil ganz genau in der Wahlordnung nachgeschaut werden musste, wie Enthaltungen zu zählen sind. Egal wie man zählte, der Antrag fand keine erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Ich sehe, dass ein seit Jahren funktionierendes und übliches Verfahren plötzlich kritisiert wird und bin eigentlich überrascht, dass uns Wahlbetrug und nicht Dummheit vorgeworfen wird. Denn, mal ganz ehrlich, wenn man bei einer Wahl betrügen will, dann sollte wenigstens das Wunschergebnis dabei raus kommen.

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Gelungene Premiere des ersten Wikimedia-Forums

Gestern Abend war ich Gastgeber des ersten Wikimedia-Forums, zu dem ich alle in Berlin ansässigen Vereinsmitglieder in die Räume der Saarländischen Galerie eingeladen hatte.

Trotz der vielleicht etwas ungeschickten Terminwahl mitten in der Vorweihnachtszeit, folgten knapp 20 Mitglieder dieser Einladung und wir genossen zusammen rund zwei Stunden bei Getränken, Brezeln und angeregten Gesprächen. Neben „gut bekannten“ und „lange nicht mehr gesehenen“ waren auch „bislang völlig unbekannte“ Mitglieder dabei.

Nach einer kurzen Aufwärmzeit – vor den Türen herrschten schließlich eisige Temperaturen und die Gästerunde traf sich zum ersten Mal – kam es zu genau dem, wozu diese Veranstaltung gedacht ist: zum Kennenlernen durch angeregte Gespräche in wechselnden Gruppen. Meine Themen reichten von „Spendensiegel“  über „Aufgaben eines Bürokraten in der WP“ und „Fundraiser 2010“ bis hin zu „gesichteten Versionen“ und „Nutzung von MediaWiki in Unternehmen“. So bunt und vielfältig waren nicht einmal die Bilder des momentan in der Galerie ausstellenden Künstlers.

Mir jedenfalls hat dieser Abend hervorragend gefallen und ich hoffe, dass ich bald Gastgeber des zweiten Forums in Berlin sein darf. Ideen und Vorschläge dazu – zu Ort, Termin und Ablauf – sind jederzeit willkommen!

Zum Schluss ein Dankeschön an unsere Geschäftsstelle für die Auswahl des sehr ansprechenden Veranstaltungsortes, an Henriette für die Organisation von „dett janze“ und an Elly für die Pflege des Buffets während der Veranstaltung.
Ein besonderes Dankeschön aber geht an meine Gäste des gestrigen Abends. Ich hoffe, er war für euch alle so interessant, dass ihr auch beim zweiten Forum wieder mit dabei seid.

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Zwei Verlängerungen, kein Elfmeterschießen!

Nach zweimaliger Verlängerung der Sitzungsdauer war es geschafft: Wikimedia Deutschland e.V. hat einen neuen Vorstand.

Wenig Veränderungen gibt es im BGB-Vorstand, hier wurden Sebastian Moleski als 1. Vorsitzender, Alice Wiegand als 2. Vorsitzende und Jürgen Lüdeke als Schriftführer bestätigt. Neu hinzugekommen ist Jens Leschmann als Schatzmeister.

Bei den Beisitzern wurden Maria Schiewe, Michail Jungierek und Harald Krichel für eine weitere Amtszeit gewählt, neu in der Runde sind Delphine Ménard und Ulli Purwin.

Auf der knapp 11-stündigen Sitzung wurden außerdem zwei Satzungsänderungen beschlossen, neue Kassenprüfer gewählt und es wurde über insgesamt 13 sonstige Anträge entschieden.

Ein herzliches Dankeschön an die beiden Versammlungsleiter, Arne und Raimond, die 5 fleißigen Mitglieder der Zählkommission, die beiden Protokollanten und an alle Mitglieder, die auch nach 10 Stunden Sitzung nicht zu müde waren, um ihren Stimmenblock in die Höhe zu halten.

Nachtrag, zugleich Notiz an mich: „Du sollst am frühen Morgen nach einer langen und anstregenden Mitgliederversammlung keine Blogbeiträge schreiben!“. Warum? Weil man beim Danksagen bestimmt einen – oder wie in diesem Fall gleich mehrere – vergisst. Daher auch dieser Nachtrag: Ich möchte den Mitarbeitern von WMDE ganz herzlich für die gelungene Organisation der Versammlung danken und bitte gleichzeitig um Vergebung, daß ich Euch vergessen habe.

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Q2010/1: Der Vorstand – das unbekannte Wesen (Teil 2)

Dem letzten Quartalsbericht gab meine Kollegin Alice den Titel „Der Vorstand – das unbekannte Wesen“. Nun, wem die Mitglieder des Vorstands tatsächlich noch unbekannt sind erhält bald die Möglichkeit, diese persönlich kennen zu lernen, denn die Mitgliederversammlung 2010 rückt in greifbare Nähe.

Dementsprechend stand hauptsächlich auch die Vorbereitung derselbem auf dem Programm des ersten Quartals 2010. Eine Sitzung oder eine Klausurtagung gab es von Januar bis März nicht, dafür aber sechs Telefonkonferenzen.

Im Januar wurde dabei hauptsächlich über die Personalausstattung der Geschäftsstelle gesprochen. Wie ihr sicher bereits wisst, haben wir seit dem 1. März zwei Mitarbeiter mehr: Nicole als Projektmanagerin und Till als Fundraiser. Ausserdem konnte die Stelle des Toolserver-Admins mit River besetzt werden.

Die beiden Telefonkonferenzen im Februar waren ausnahmsweise beide angenehm kurz – in der Hauptsache ging es um die Arbeit der Geschäftsstelle (Chapters Meeting, Developer Conference, Mitgliederversammlung, geplante Projekte im Rahmen des Kompass 2020), es gab einen Rückblick auf den erstmals abgehaltenen Vorstandschat und es wurde mit der Zeitplanung für die Mitgliederversammlung 2010 begonnen.

Im März 2010 drehte sich dann fast alles um die kommende MV. Es gab eine ganze Reihe von Anträgen, Geschäftsordnungen und eine neue Wahlordnung zu besprechen. Neu eingeführt wurden in diesem Zusammenhang Rechenschaftsberichte der einzelnen Vorstandsmitglieder, in denen diese über ihre Tätigkeiten im vergangenen Jahr berichten werden.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: die Geschäftsordnung

Die oben vorgestellten Ergebnisse des ersten Quartals scheinen auf den ersten Blick nicht sonderlich umfangreich zu sein, wie so oft steckt aber auch hier „der Teufel im Detail“ – was ich an der neuen Geschäftsordnung/Vorstand kurz erläutern möchte. Es ist (leider?) nicht so, dass wir jemand haben, der uns eine Auswahl an Vorschlägen für eine solche Geschäftsordnung auf dem goldenen Tablett serviert und wir nur die für uns passende aussuchen müssen. Vielmehr beginnt es meist damit, dass ein Mitglied des Vorstands eine Idee hat, was man durch eine Geschäftsordnung einmal ordentlich und verbindlich regeln müsste und daraufhin ein erstes Konzept dazu erstellt. Nun sind die Vorstandskollegen aufgerufen, diese Idee, das Konzept zu ergänzen, zu prüfen und zu verbessern. Dieser Prozess braucht einfach seine Zeit, denn schließlich haben wir alle kein Parteibuch, sondern vielmehr eine eigene Meinung – auch zu einer Geschäftsordnung. Immer wieder erstaunlich ist aber, dass man sich schlussendlich doch auf ein Ergebnis einigen kann – so wurde z.B. die Geschäftsordnung/Vorstand ohne Gegenstimme beschlossen. Sie regelt nun – teilweise sehr detailliert – die Aufgaben des Vorstands an sich, die Aufgaben der einzelnen Vorstandsmitglieder, den Ablauf von Sitzungen, das Vorgehen bei einem Wechsel bzw. einem Rücktritt und beinhaltet außerdem eine Vertraulichkeitserklärung.

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In memoriam

Ich bin selten sprachlos – gestern abend, als ich erfuhr, dass die Wikipedia einen ihrer fleißigsten Autoren verloren hat, war ich es.

Bradypus fand im Juni 2004 zur Wikipedia und bereits sein zweiter Edit war ein kompletter, neuer Artikel: Ameisenbeutler. Noch am 20. Oktober bereicherte er den Artikelbestand mit drei Raubtier-Artikeln: Flachkopf-Kusimanse, Angola-Kusimanse und Kongo-Kusimanse.

Bradypus war knapp 2000 Tage in der Wikipedia als Autor aktiv, einer der produktivsten Autoren der Redaktion Biologie, gewann 2006 mit seinem Artikel über den Braunbär den Schreibwettbewerb und mit seinem Artikel über die Ceratopsidae 2008 die Zedler-Medaille.

Lieber Bradypus, Danke für Alles – in Deinen Werken lebst du fort!

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Freiwillige vor!

Die im Januar 2001 gegründete Online-Enzyklopädie Wikipedia dürfte das ehrgeizigste Freiwilligen-Projekt der Welt sein. Gut 300.000 angemeldete Autoren arbeiten freiwillig und unentgeltlich an diesem Projekt mit, gut 7.000 Autoren an der deutschsprachigen Ausgabe. Hinzu kommen die Freiwilligen in den Wikipedia-Schwesterprojekten und natürlich auch diejenigen, die sich freiwillig in der Vereinsarbeit engagieren. Dieses „Heer von Freiwilligen“, seien es Autoren, Mitarbeiter des Support-Teams oder Vereinsmitglieder, sind wichtige Menschen, um die wir uns intensiv bemühen müssen.

Im Rahmen des Ressorts Freiwilligenförderung haben wir uns daher überlegt, wie wir diese Menschen bei ihrem Engagement unterstützen können. Wie können wir mehr kontinuierlich mitarbeitende Autoren gewinnen? Wie können wir Fachautoren die Mitarbeit bei Wikipedia schmackhaft machen? Wie können wir bislang unterrepräsentierten Gesellschaftsgruppen einen Zugang zu den Wikimedia-Projekten verschaffen? Wie schaffen wir für ehrenamtliche Mitarbeiter ein gutes Arbeitsklima? Wie können wir den Verein Wikimedia Deutschland e. V. bekannter machen und die Vorteile einer Mitgliedschaft im Verein besser herausstellen? Was müssen wir tun, damit unsere freiwilligen Helfer gerne ihre Freizeit für Wikipedia, andere Wikimedia-Projekte, Vereinsarbeit oder Veranstaltungen des Vereins opfern?

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten – wir haben es trotzdem versucht. Das Ergebnis sind die folgenden acht Ziele:

1. Mitarbeit in den Wikimedia-Projekten ist für Fachautoren attraktiv.
2. Die Autorenschaft spiegelt die Vielfältigkeit der Gesellschaft wider.
3. Autoren arbeiten kontinuierlich mit.
4. Engagement im Verein ist für aktive Mitglieder der Community besonders attraktiv.
5. Wikimedia-Support ist kompetent und wird geschätzt.
6. Der Verein hat eine breite Mitgliederbasis.
7. Freiwillige werden professionell und tatkräftig unterstützt.
8. Die Leistung Freiwilliger wird vom Verein gewürdigt.

Im Kompass 2020 findet ihr diese Ziele ausführlicher erklärt und habt die Gelegenheit, diese direkt zu kommentieren. Jetzt ist es an euch: Kommentiert unsere Ideen und Vorschläge. Wenn ihr Interesse daran habt, dass wir diese Ziele bis 2014 auch erreichen, dann meldet euch für das Planungsteam Freiwilligenförderung.

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