Geschrieben von Julia Kloppenburg



Endlich da: Kompass der Vielfalt

Endlich da: Der Kompass der Vielfalt.

Endlich da: Der Kompass der Vielfalt (zum herunterladen als PDF-Datei auf das Bild klicken)

Im Jahr 2012 begann eine Diskussion über das Verhältnis von männlichen und weiblichen Beitragenden in der Wikipedia.Verschiedene Studien bescheinigen der EditorInnenschaft einen signifikanten Gender Gap. Inzwischen haben sich in verschiedenen Ländern viele erfolgreiche Initiativen gebildet, die sich auf die direkte Autorinnenförderung spezialisiert haben. Zum Beispiel die zahlreichen Veranstaltungen in Indien der Wikipedianerin Netha Hussain oder von Emily Temple Wood in den USA. Diese Projekte haben es insbesondere zum Ziel, durch Partizipation die Teilhabe an Wikimedia Projekten zu steigern.

In dem jetzt erschienenen Kompass der Vielfalt haben wir noch weitere ergänzende Handlungsfelder und Instrumente identifiziert, die sich positiv auf eine vielfältigere EditorInnenschaft auswirken können. Zum einen geht es darum, Verständnis und Bewusstsein in der Community für das Thema “Vielfalt” zu schaffen, die Stärkung von Offenheit und einer Wilkommenskultur ist ein zweiter wichtiger Ansatz. Wie auch auf der diesjährigen Wikimania unter anderem von Lila Tretikov, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, betont wurde: Die Förderung eines wertschätzenden Umgangs und eines positiven Kommunikationsklimas sind unerlässlich für Wikipedia. Ein fünftes Handlungsfeld stellt die Forschung zum Zusammenhang von Vielfalt und Qualität in der Wissensproduktion dar – hier gibt es noch viele ungeklärte Fragen, in welchem Zusammenhang sozio-demographische Diversität und der Inhalt in Wikipedia-Artikeln stehen.

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„Women edit“ – Wiki-Women werden aktiv!

Dies ist ein Gastbeitrag von Silvia Stieneker, freie Mitarbeiterin im Projekt “Women edit”.

Was muss passieren, damit Frauen sich in der Wikipedia-Community und in den Schwesterprojekten wohler fühlen? Wie können speziell Frauen als neue Autorinnen gewonnen werden? Und wie können unangenehme Dinge wie Stalking oder Beleidigungen unter den Aktiven verhindert werden? Um Fragen wie diese geht es im Projekt “Women edit” Zusammen mit vielen Freiwilligen aus dem deutschsprachigen Raum möchte Wikimedia Deutschland Strategien und Projekte entwickeln, die Wikipedia & Co attraktiver für Frauen machen sollen – für bereits Aktive und so genannte Newbies!

Foto von Siesta commons, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

“Wiki-Women-Wochenende” in Dortmund

Am 21. und 22. Juni sind alle engagierten Autorinnen, Fotografinnen, Administratorinnen, etc. herzlich eingeladen zum “Wiki-Women-Wochenende” in Dortmund! Der Workshop gibt den Freiwilligen die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und gemeinsam Pilotprojekte zu starten – zum Beispiel “Women edit”-Editier-Treffen für Frauen, eine Wikipedia-Cocktailparty, Themen-Nachmittage oder Edit-a-thons. Auch Online-Projekte wie zum Beispiel spezielle Anlaufstellen oder regelmäßige Online-Treffen für Frauen sind denkbar. Das Team Communitys von WMDE freut sich auf kreative Ideen, die bei Bedarf auch finanziell oder personell unterstützt werden sollen (für alle Förderanfragen bezgl. einer finanziellen Unterstützung wendet euch an community@wikimedia.de).

An dem Wiki-Women-Wochenende können alle Frauen aus den verschiedenen Wikimedia-Projekten teilnehmen, an zwei weiteren Wochenend-Terminen, die vorraussichtlich im Spätsommer in Berlin und im Herbst in Dresden stattfinden werden, wollen wir weiter an unseren Ideen arbeiten und die Aktivitäten gemeinsam voranbringen und auswerten. Anmeldungen bitte direkt über die Women edit-Seite oder bei silvia.stieneker@wikimedia.de

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Einladung zum Workshop: Ist Qualität ohne Diversität möglich?

Dieser Beitrag wurde von Sarah Khayati, Mitarbeiterin im Kooperationsprojekt “Diversität für Wikipedia” verfasst.

Welche Rolle spielt Diversität für die Qualität (der Beiträge) in der Wikipedia? Dieser Frage widmen wir uns in einem Workshop am 26. Mai 2013. Im Rahmen des Offenen Sonntags wollen wir gemeinsam Ideen und Erfahrungen zur Bedeutung von Diversität für die Qualität von Wikipedia austauschen, um Nachweise für die Rolle von Diversität für die Qualität von Wikipedia erarbeiten zu können.

Wir laden alle Interessierte am Thema, Wikipedianerinnen und Wikipedianer und Vereinsmitglieder herzlich dazu ein, gemeinsam nach möglichen Kriterien und Nachweisen zu suchen und sich aktiv an der Generierung und Entwicklung von entsprechenden Leitfäden zur Geschlechterdiversität und deren Anwendung zu beteiligen. Einige Fragen, die wir in diesem Rahmen diskutieren möchten sind:

  • Gibt es Nachweise dafür, dass die geringe Anzahl an Editorinnen (nach einigen Schätzungen sind nur ca. 9% der Autorenschaft Frauen) in der Wikipedia zu Qualitätseinbußen führt?

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Diversität in der Autorenschaft und der Qualität der Wikipedia-Artikel? Woran können wir diesen festmachen?

  • Gibt es weitere Bereiche, z.B. verschiedene Arten der Zusammenarbeit in der Wikipedia, in denen wir einen Zusammenhang zwischen Diversität und Qualität vermuten/feststellen können?

Der Workshop ist Teil des Projektes zur Förderung von Wissens-Diversität in der Wikipedia in Zusammenarbeit mit dem Gender- und Technik-Zentrum der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Er wird von der dortigen Gastprofessorin für Digital Media & Diversity, Ilona Buchem, geleitet.

Mehr zu dem Projekt findet Ihr auf der Homepage der Beuth Hochschule und bei Wikimedia Deutschland. Mehr Infos auch zu allen anderen Workshops am Offenen Sonntag findet Ihr hier. Und Rückfragen können gerne an mich gerichtet werden.

Der Offene Sonntag findet statt am 26. Mai 2013 in der Zeit von 9:00 bis 16:00 Uhr in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland e.V., Obentrautstr. 72, 10963 Berlin.

Kommt zahlreich und diskutiert mit!

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Das Diversitätskonzept für Wikipedia: die ersten Schritte

„Die Diversität des Wissens stärken“ – lautet eines von drei Leitmotiven, die unsere Arbeit bei Wikimedia dieses Jahr begleiten und so wollen wir uns damit beschäftigen, wie wir bislang unterrepräsentierte Gruppen für ein Mitmachen in Wikipedia begeistern können.

Dies spiegelt sich auch in den zahlreichen Projekten wider. Projekte, wie Entrée oder die Initiative Wissen teilen zielen darauf ab, viele verschiedene Menschen zum Mitmachen zu motivieren, die sich mit ihrem vielfältigen Wissen und Können in Wikipedia engagieren möchten.

Eine etwas andere Perspektive nimmt das Projekt Diversität für Wikipedia ein: Ziel ist es, praktische Ideen und Handlungsoptionen zu entwickeln, um die Geschlechtervielfalt in der  AutorInnenschaft zu erhöhen. Um an den Erfahrungen aktiver Wikipedianerinnen und Wikipedianer und insbesondere der bereits aktiven AutorInnen anzusetzen, werden verschiedene partizipative Methoden zum Einsatz kommen.

CC-BY-SA 3.0 (Ilona Buchem)

Und das machen wir nicht alleine – sondern zusammen mit dem Gender- und Technik – Zentrum der Beuth Hochschule in Berlin in einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Das Team an der Beuth Hochschule besteht aus Prof. Dr. Ilona Buchem,  Prof. Dr. Antje Ducki sowie Sarah Khayati und zeichnet sich insbesondere durch eine praxisbezogene Forschung und Expertise im Bereich Web 2.0, Social Media und Diversity aus.

In den ersten Monaten dieses Jahres hat sich das Beuth-Team in das Wikimedia und Wikipedia Universum eingearbeitet und bereits erste Problemfelder erarbeitet sowie Überlegungen angestellt, auf welche Problemfelder wir den Fokus innerhalb des Projektes legen werden. Darüber werden wir bald berichten. Im März nahm Frau Buchem an der e-Society 2013 teil und sprach hier zu “Towards the Democracy of Knowledge: Bringing Gender Diversity to Wikipedia” – ein Blogbeitrag von ihr folgt in den nächsten Tagen.

An dieser oder an anderer Stelle werden wir im Verlauf des Jahres immer wieder von den Entwicklungen berichten, Gedanken teilen, Fragen stellen und zur Diskussion einladen. Unseren Projektsteckbrief können sich alle Interessierte hier ansehen und auf der Diskussionsseite Fragen etc. stellen. Wer gerne weniger öffentlich seine Gedanken oder Ideen mitteilen möchte kann dies selbstverständlich auch tun und eine E-Mail schreiben. Auch wird es bald ein erstes Treffen (noch im Planungsprozess) im Rahmen des OpenSpace am 26. Mai geben.

Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr mit vielen neuen Erkenntnissen, wie wir Wikipedia vielfältiger gestalten können!

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Einladung zum offenen Netzwerktreffen „Women edit“ am 9. Januar 2013

Am kommenden Mittwoch, den 9. Januar 2013, 18 Uhr richten wir zusammen mit dem FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB) und dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. ein weiteres offenes Netzwerktreffen der Veranstaltungsreihe „Women edit“ aus.

In lockerer Atmosphäre lernen Interessierte wie Wikipedia funktioniert, editieren Wikipedia-Artikel, knüpfen Kontakte und steigen in die Wikipedia-Welt ein.

Es wird ein mit Rechnern und Internetzugang ausgestatteter Raum im FrauenComputerZentrumBerlin (Kreuzberg) genutzt, eigene Laptops sind nicht notwendig.

Um Anmeldung wird gebeten unter presse@fczb.de; Ansprechpartnerin  im FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB) ist Alexandra Deak.

 

Veranstaltungsort:
FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB)
Cuvrystr. 1
10997 Berlin (Kreuzberg)

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Gastbeitrag der femgeeks: Die deutsche Wikipedia unter der Lupe

Wie im letzten Beitrag Zur Sexismus-Debatte in der Wikipedia angekündigt, haben wir das Gemeinschaftsblog femgeeks, das sich bereits frühzeitig zu Wort gemeldet hat, um eine kritische Analyse der Situation gebeten. Wir danken ihnen herzlich für den ausführlichen Beitrag und die Möglichkeit, ihn auch hier bei uns zu veröffentlichen. Zum besseren Verständnis mancher Begriffe oder Zeichen verweisen wir auf das femgeeks-Glossar.

Och Mensch Finchen, kleines Knuddelchen. 10 Stunden am Tag Artikel  korrigiert, gegen den allmächtigen Patriarchalismus angekämpft und am Ende doch verloren? Nimms positiv, jetzt hast Du viel mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens: Kochen, Abwaschen, Putzen, Schuhe kaufen und für den Partner da sein. Schreib doch mal bei Stupidedia, die brauchen Dich da ganz dolle und da kannst Du auch mit wenig Zeiteinsatz wirklich noch was bewirken. Auf dass Pi endlich kleiner als 3 wird, das ist nämlich mysogyn und faschistisch!

Das ist nur einer von vielen ähnlichen Kommentaren, mit denen in der Wikipedia-Community auf Fiona Baines Ankündigung reagiert wurde, ihre Arbeit für die deutsche Wikipedia niederzulegen.

Inhaltsübersicht

  1. Einleitung
  2. Rückblick
  3. Reaktion der deutschen Wikimedia
  4. Ist-Analyse
    1. Frauenanteil in der Wikipedia
    2. Weitere relevante Ergebnisse aus den Studien
    3. Teilhabestrukturen
    4. Allgemeiner Umgang mit neuen Autor_innen
    5. Umgang mit neuen weiblichen* Autorin_nen
    6. Umgang mit aktiven Frauen*
    7. Was ist schon legitimes Wissen?
    8. Warum trotzdem Wikipedia?
  5. Vorschläge für die Zukunft
    1. Solidarität
    2. Sanktionen
    3. Netiquette/Regelwerk
    4. Beobachten
    5. Öffentlichkeit
    6. Awareness-Team/Krisenteam/Diskriminierungsbeauftragte
    7. Schulungen/Workshops
    8. Aufhebung der Plicht zum generischen Maskulinum
    9. Überdenken von Relevanz
    10. Bewusstsein

Einleitung

Dass Wissensproduktion ein umkämpftes Terrain ist und dieser Fakt in der deutschen Wikipedia deutlich sichtbar ist, schrieb Charlott in ihrem Artikel “Wessen Wissen in der Wikipedia?“.  Fiona Baines Artikeln und Beiträgen (aber auch denen anderer feministisch verorteter Autor_innen) wurde die Validität abgesprochen, eine entbrannte Diskussion mündete in öffentlichen Schikanen, sexistischen Angriffen und Cyber-Mobbing.

Inzwischen hat das Thema weitere Kreise gezogen und nun ist bekannt, dass Fiona Baine  nicht mehr willens war, die Schikanen zu ertragen und sich endgültig sperren ließ.

Die Maskulisten-Szene feiert inzwischen sich und ihren “Erfolg”, ist aber offensichtlich nicht gewillt, die öffentlichen Diffamierungen von Fiona und anderen ihr gegenüber solidarischen Wikipedianer_innen zu unterlassen. Und: Es ist auch nicht das erste Mal, dass so etwas geschieht. In den Jahren 2005/2006 engagierte sich Barbara Mürdter bei der Wikipedia, auch sie wurde durch Maskulisten gemobbt und verließ letzten Endes im Winter 2006 Wikipedia. Sie betonte damals, die Wikipedia auch wegen der Admins zu verlassen, da diese die Angriffe gegen sie deckten.

Rückblick

Auf den geringen Frauenanteil von ca. 13% (weltweit) im Jahr 2010 reagierte Sue Gardner, Direktorin der Wikimedia Foundation, Anfang des Jahres 2011 mit dem erklärten Ziel, die Frauenbeteiligung bis zum Jahre 2015 auf 25% zu steigern. Der Gender Gap in der Wikipedia wurde insbesondere durch eine Studie der UNU-MERIT, einem Forschunsgzentrum der United Nations University, mit der die Wikimedia Foundation kollaborierte, transparent.

Natürlich würden mehr Frauen* nicht automatisch mehr feministisches Wissen und weniger Sexismus in der Wikipedia bedeuten. Doch die geringen Anteile von Frauen* sind mit Sicherheit auch nicht förderlich und machen Ausschlüsse einfacher.

Reaktion der deutschen Wikimedia

Glücklicherweise ist nun auch bei Wikimedia Deutschland, der Förderverein der deutschsprachigen Wikipedia 1, im deutschen Sektor der Wikimedia Foundation das Problem aufgegriffen worden und eine Bereitschaft erkennbar, anti-diskriminierende Strukturen und Hilfsangebote zu etablieren, die Autorinnen Anreize schaffen, in der Wikipedia zu partizipieren. Inzwischen wurde eine Mailingliste eingerichtet, die der stärkeren Vernetzung und einem intensiveren Austausch unter Frauen* dienen soll.

Erfreulich ist, dass unsere Redaktion eine Anfrage von Wikimedia mit der Bitte erhielt, die existierenden Strukturen in der deutschen Wikipedia einer kritischen Analyse zu unterziehen und Überlegungen zu treffen, wie die Problematik zu behandeln sein könnte. Zu dem Zeitpunkt hatten wir eh einen solchen Artikel geplant. Die Anfrage aber untermauerte und bekräftige die Motivation dafür und die Wichtigkeit der Thematik.

IST-Analyse

Frauenanteil in der Wikipedia

Neben der eingangs erwähnten Studie, aus der im Jahr 2010 ein Frauenanteil von knapp 13% hervorging, wurde im darauf folgenden Jahr eine weitere Untersuchung durchgeführt. Eine Steigerung des Frauenanteils wurde dieser zur Folge nicht erreicht. Ganz im Gegenteil war im Jahr 2011 ein Anteil von nur noch 8.5% Autorinnen zu verzeichnen.

Weitere relevante Ergebnisse aus den Studien

Weiterhin erwähnenswert ist, dass gemäß der Erhebung aus dem Jahr 2010 23% der Befragten (unabhängig vom Geschlecht) nicht bei Wikipedia partizipieren, weil sie “Angst davor haben, Fehler zu machen und deshalb Ärger zu bekommen” (“I am afraid of making a mistake and getting “in trouble” for it.”). In der Studie aus dem Jahr 2011 findet das Stichwort “Harassment” erstmals Erwähnung, ein Teil der partizipierenden Frauen* “fühlt sich belästigt” und empfindet die Community als eine “sexualisierte Umgebung”.

Teilhabestrukturen

Jede_r, der_die an der Entstehung von freiem Wissen mitwirken möchte, kann – prinzipiell – in der Wikipedia-Community mitmachen. Im Artikel Beteiligen heißt es u. a.

Sofern du Texte schreiben kannst, kannst auch du hier mitarbeiten. Du brauchst keine Hilfsmittel, die technischen Anforderungen sind minimal.

Es gibt ein Tutorial, in dem beispielsweise erklärt wird, wie Interessierte sich anmelden können, was sie beim Erstellen der Texte beachten sollten, wie neue Artikel angelegt und bestehende modifiziert werden können.

In dem Artikel Belege sind die Wikipedia-Grundsätze aufgeführt, die sicherstellen (sollen), dass die “Glaubwürdigkeit” der Wikipedia erhalten bleibt. Hilfe können Autor_innen oder solche, die es werden wollen, über Mentorenprogramme erhalten.

Doch wie sind die Strukturen, wenn Autor_innen angegriffen werden?
Eine offizielle Stelle für Diskriminierungen gibt es jedenfalls nichts. Eine erste Möglichkeit bei Angriffen gegen die eigene Person wäre eine Vandalismusmeldung . Falls sich die Probleme auf Diskussionen zu einem bestimmten Artikel beschränken, gibt es die Möglichkeit, eine „Dritte Meinung“ einzuholen. Auch das Ansprechen von Admins/Adminas ist eine Möglichkeit. Ganz am Ende bleibt das Schiedsgericht.

All diese Gremien und Möglichkeiten sind aber nicht besetzt durch Menschen, die besonders geschult sind im Umgang mit Diskriminierungen, viel eher sind sie auf Meinungsverschiedenheiten ausgelegt. Diskriminierungen sind aber keine verschiedenen Meinungen und erfordern oftmals eine bestimmte Sensibilisierung um sie zu erkennen.

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Zur Sexismus-Debatte in der Wikipedia

Wikimedia Deutschland hat sich explizit zum Ziel gesetzt, dass sich vielerlei Interessierte an Projekten des Freien Wissens einbringen und zu ihrer Weiterentwicklung beitragen können. Die Erhöhung des Anteils von Autorinnen ist uns hierbei besonders wichtig.

Mit großem Erschrecken haben wir in den vergangenen Wochen den Verlauf einer koordinierten aggressiven Kampagne inner- und außerhalb der Wikipedia verfolgt, die in sexistischen Beschimpfungen und Demütigungen gipfelte. Gefördert durch Teilnahmslosigkeit und fehlende Solidarität führte diese Kampagne zur Vergrämung von Benutzerinnen in der Wikipedia. Das ist beschämend.

Wir wissen, dass für die Wikipedia-Community trotz aller Härten in Sachfragen eine angstfreie und respektvolle Zusammenarbeit in der Erstellung Freien Wissens und das Selbstverständnis als Gemeinschaftsprojekt essentiell sind. Kampagnen wie diese aber schaden dem Klima der ganzen Wikipedia. Daher bitten wir alle Wikipedianer und Wikipedianerinnen, die Betroffenen aktiv zu unterstützen, Ihnen ihre Solidarität auszusprechen und sich gegen den Versuch zu stellen, Wikipedia durch Kampagnen zu manipulieren.

Um nachvollziehbarer zu machen, auf welche grundsätzlichen Probleme Frauen bei ihrer Mitarbeit in der Wikipedia stoßen, werden wir in der kommenden Zeit mehrere Gastbeiträge zu dem Thema veröffentlichen. Wir haben eine Mailingliste zur konstruktiven Diskussion des Themas eingerichtet und laden alle Interessierten herzlich zu Austausch und Vernetzung ein: https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/gendergap

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Warum in Wikipedia mitmachen? Videointerviews vom WikiWomenCamp

Gastbeitrag von Nathalie Köpff

Nathalie Köpff war Stipendiatin des WikiWomenCamps und wird bald im Referentennetzwerk tätig sein.

 

Frauen in der Wikipedia… davon gibt es vergleichsweise wenige. Um sich darüber auszutauschen und erste Gründe herauszufinden, warum Frauen Zeit und Mühe in Wikipedia stecken, und warum eben nicht, trafen sich bereits Mitte Mai Frauen aus aller Welt in Buenos Aires zum WikiWomenCamp. Auf dem ersten WikiWomenCamp wurden die Ursachen der geringen weiblichen Beteiligung besprochen und erste Ansätze für Aktionen diskutiert. Wer mehr darüber erfahren möchte, – es gibt einen Bericht über das Camp der WikiWomen.

17 Frauen aus elf Ländern nahmen hieran teil, so gab es auch die Gelegenheit, sie nach ihrer persönlichen Wikipedia-Geschichte zu fragen. Wie kamen diese Frauen zur Wikipedia, wie sehen diese engagierten Frauen das Projekt und was motiviert sie, sich in der Wikipedia zu beteiligen. Die Videos könnt Ihr über die folgenden Links ansehen.

Vielen Dank an alle Interviewten. Es hat sehr viel Spaß gemacht, das Gespräch mit Euch zu führen.

Nathalie Köpff

 

Beatriz Busaniche Beatriz Busaniche unterstützt Wikimedia Argentinia und half das WikiWomenCamp zu organisieren. Sie ist Professorin an der Universität in Buenos Aires und ist in der Freien-Software Community sehr aktiv. Sie hat noch nie darüber nachgedacht, was sie an der Stange hält, aber auf jeden Fall ist ein wichtiger Punkt, dass normale Leute großartige Dinge tun. Du und ich, „You are part of something big.“

Siska Doviana Siska Doviana aus Indonesien ist Mitbegründerin von Wikimedia Indonesien und  sieht unter anderem einen persönlichen Vorteil:  „I don’t want my writing to be wasted.“

Charlene Foster Charlene Foster kommt  aus Südafrika und ist eine der Direktoren der Wikimedia Südafrika. Dazu engagiert sie sich in vielen Sozialprojekten. Wikipedia bedeutet für sie: „Bringing people together in terms of dicussing environment, students and education.“

Sue Gardner: Die gebürtige Kanadierin ist Exekutive Director der Wikimedia Foundation. Sie sieht die große Bedeutung der Wikipedia auch in einer Art Bildungsauftrag. Sie selbst bleibt dabei, denn „it feeds my curiosity“.

Laura Hale Die nach Australien ausgewanderte US-Amerikanerin ist VizePräsidentin der Wikimedia Australien und hat das WikiWomenCamp mit iniitiert: Wikipedia gives the chance to „develop professional type experiences“ and it is a „great way to show how people do certain things.“

Netha Hussain Die Medizinstudentin ist vor allem in der indischen Wikipedia aktiv und schätzt den Zusammenhalt und die Möglichkeiten durch die Community sehr: „I got to know a lot of people just because of being a Wikipedian.“

Kounila Keo Kounila Keo ist eine junge Journalistin aus Kambodscha. Aus einem Land kommend, in dem freie Meinung und Wissen nicht selbstverständlich sind, sagt sie: „Access to information is the most rewarding element of our lives.“

Anastasia Lvova Anastasia Lvova aus Russland sieht die persönliche Entwicklung durch das Schreiben in der Wikipedia als eine Bereicherung: „Wikipedia gives people not only information but skills.“

María Sefidari María Sefidari ist Mitbegründerin der Wikimedia Espana. Sie schreibt sehr viel in der Wikipedia und selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind, aber spätestens, wenn sich jemand bei ihr für einen ihrer Beiträge bedankt, merkt sie: „Maybe it’s important to someone somewhere in the world.“

 

 

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Rückblick auf das AdaCamp D.C.

Nach Melbourne im letzten Jahr, fand dieses Jahr das zweite AdaCamp im Vorfeld der Wikimania in Washington D.C. statt. Ziel des Camps war es die Partizipation von Frauen in „Open Technology and Open Culture“ zu unterstützen und bot damit eine erste Möglichkeit sich im Vorfeld der Wikimania zu der Situation von Frauen in Open Culture auszutauschen.

Benannt nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace, der ersten Programmiererin der Welt, geht das AdaCamp DC auf die Ada Initiative zurück. Zu den Mitbegründerinnen gehören Mary Gardiner (selbst auch fleißige Wikipedianerin), die die Keynote „Fostering diversity: not a boring chore, a critical opportunity” auf der diesjährigen Wikimania gehalten hat, sowie der Programmiererin Valerie Aurora. Explizites Ziel des AdaCamps ist es Diversität nicht nur in Projekten der Open Culture herzustellen, sondern auch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu schaffen, die sich zuvor für das Camp bewerben sollten. Dies ist sicherlich gelungen.  Die Veranstalterinnen achteten auf ein vielfältiges Publikum: Menschen aller Altersklassen, People of Color und die Teilnehmenden kamen aus über zehn Ländern. Auch waren unterschiedlichste Professionen auf dem Camp vertreten, die sich beruflich oder als Freiwillige mit Open Culture auseinandersetzen.

So weit wie das Thema des Camps gefasst wurde, so weit war auch das inhaltliche Spektrum der einzelnen Sessions, die im Open Space Format durchgeführt wurden, einer Methode, die vor Ort dazu aufruft, Sessions zu entwickeln und durchzuführen. Dies hatte zugleich Vor- und Nachteile: Positiv ist anzumerken, dass viele verschiedene Sessions Eingang in das Camp fanden. Ein Teil der Teilnehmer und Teilnehmerinnen griff den Gender Gap in der Wikipedia auf. Des Weiteren gab es u.a. Diskussionsrunden, die sich mit Frauen als Konsumenten von Open Source auseinandersetzen, danach fragten wie sich der Lebensalltag von „Geek Moms“ gestaltet oder der Frage nachgingen, wie nicht-technikaffine Menschen einbezogen und erreicht werden können. Das Camp ermöglichte so Erfahrungen auszutauschen, Tipps weiterzugeben und Kontakte in Vorbereitung für die Wikimania zu knüpfen.

Von Nachteil dagegen war das sehr offen gehaltene Oberthema, das einen roten Faden vermissen ließ, durch die die einzelnen Sessions meist nicht über einen allgemein gehaltenen Austausch hinausgingen und dadurch oft nur wenig konkret wurden.

 

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„Nothing about us without us“ – Mary Gardiners Keynote auf der Wikimania

Mary Gardiner Bildautor: Mary and Andrew @Flickr unter CC-BY-SA 2.0

Gleich am ersten Tag der Wikimania 2012 bekommt ein wichtiges Thema prominenten Raum: “Fostering diversity: not a boring chore, a critical opportunity” lautete die diesjährige Keynote, gehalten von Mary Gardiner. Mary ist die Mitbegründerin der Ada Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen in Open Technology zu unterstützen. Die Initiative wurde nach Ada Lovelace benannt und ehrt damit die erste Programmiererin der Welt. Mary gehört außerdem zum Organisatoren-Team des AdaCamps, welches vor der Wikimania in Washington D.C. stattfand und auf denen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum Wirken von Frauen in Open Culture austauschten. Weit über 250 Sprachversionen zeigen die Vielfalt der Wikipedia auf. In ihrer Keynote wies Mary aber auch auf jene Bereiche hin, die nach mehr Diversität verlangen.

Die Zahl der weiblichen Autorinnen in Wikipedia liegt bei unter 10 Prozent, wenig Vielfalt also unter der Autorenschaft, zumindest was den weiblichen Beitrag angeht. Dass nicht über jene Köpfe hinweg gesprochen und entschieden werden sollte, um die es sich handelt, stellte Mary insbesondere heraus. Auf die kurze Formel gebracht: „Nothing about us without us“. So müssen Fehler identifiziert werden, gleichzeitig aber auch Fragen gestellt und auf die Antworten gehört werden. Mit dem Ziel: Das mehr Vielfalt allen zu Gute kommt, insbesondere dem Projekt Wikipedia.

 

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