Geschrieben von Jan Apel



Die Wikimedia-Bewegung trauert um Bassel Khartabil, Syrischer Wikimedianer und weltweit anerkannter Open-Culture-Aktivist

Die Familie von Bassel erhielt in dieser Woche die Bestätigung von seiner Hinrichtung durch das Syrische Regime im Oktober 2015, also kurz nachdem man ihn aus dem Syrischen Gefängnis verlegt hatte, in dem man ihn gefangen hielt.  Dieser Blogpost von Katherine Maher ist auf englisch im Wikimedia Foundation Blog erschienen. 

Die Wikimedia-Bewegung ist tief getroffen von der Nachricht vom Tod des Community-Mitglieds und Open-Culture-Aktivisten Bassel Khartabil, auch bekannt als Bassel Safadi. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Bassel wurde am 15. März 2012 im Rahmen einer Verhaftungswelle zum einjährigen Jahrestag des Syrischen Bürgeraufstandes von der Syrischen Regierung festgenommen. Er galt seit Oktober 2015 als vermisst, nachdem er aus dem Gefängnis von Damaskus verlegt wurde, in dem man ihn gefangen hielt. Wir haben bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Bassel in Sicherheit sei und schließlich aus seiner Regierungsgeiselhaft befreit würde. Leider teilte seine Frau, die Syrische Menschenrechtsanwältin Noura Ghazi Safadi, in dieser Woche jedoch in einem Statement mit, dass er hingerichtet wurde; bereits kurz nachdem man ihn aus dem Adra-Gefängnis verschleppt hatte. 

Bassil Khartabil, Bild: Joi, Bassel Safadi, CC BY 2.0

Bassel war eine Führungsperson, ein Aktivist und Mitglied zahlreicher Open-Culture-Communitys. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Open-Source-Bewegung in der arabischsprachigen Welt. Neben seinem Engagement und Beiträgen zu Wikimedia-Projekten – viele davon anonym – war er Projektleiter für Creative Commons Syria, Freund der Global Voices community und ein Fürsprecher für freie Software und ein Beitragender bei Mozilla, Gründer des Aiki Lab Hackerspace in Damaskus und vieles mehr.

Vor seiner Verhaftung arbeitete er beispielsweise an einer virtuellen 3D-Rekonstruktion der antiken Stadt Palmyra in Syrien, bevor diese im Jahr 2016 zu großen Teilen von ISIS zerstört wurde. Seine Arbeit, die antike Stadt zu erhalten, digitalisieren und reproduzieren lebt weiter in den Anstrengungen von #NEWPALMYRA, einer Kollabration von 3D-Modellierenden, Archäologinnen und Archäologen, Kunstschaffenden, Kuratierenden, Entwickelnden, Pädagoginnen und Pädagogen, sowie Aktiven aus Wissenschaft, Journalismus und der Wikimedia-Welt.

2014 würdigte das Europäische Parlament Bassel für die “Öffnung des Internets in Syrien und Verbreitung von Online-Zugang und -Wissen an das Syrische Volk”. Im Jahr 2012 nahm das Magazin Foreign Policy Bassel gemeinsam mit Rima Dali auf Platz 19 der Liste “Top 100 Global Thinkers” auf, dafür, dass beide “allen Widrigkeiten zum Trotz an einer friedlichen Syrischen Revolution festhalten.” Am 21. März 2013 erhielt Bassel den Freedom of Expression Award der Organisation Index on Censorship in der Kategorie “Digitale Freiheit”.

Bassel war im Wikimedia-Movement für seinen grenzenlosen Enthusiasmus und Leidenschaft bekannt, und ermutigte andere stets dazu, sich zu vernetzen, gemeinsam Dinge zu erschaffen und mit der Welt um uns herum zu teilen. Im Jahr 2014 arbeitete er mit einem Freund zusammen, um anonym aus dem Gefängnis zu berichten, in dem man ihn gefangen hielt. in seinem ersten Blogpost für den Blog, Me in Syrian Jail, bestätigte er, dass er für seine Schriften und seine Ideen festgenommen wurde. Trotz aller Gefahr und Schwierigkeiten, durchdringt sein Schreiben ein Gefühl von Triumph, denn “Die Regierung wollte mich zum Schweigen bringen, denn sie ist gescheitert und dieser Blog ist der [Beweis]”. Seine Tweets, die von demselben offline Blog-Projekt stammen, erinnerten uns daran, dass man “das Gefängnis nicht ohne Erinnerungen und Vorstellungskraft bezwingen kann”.   

Genau wie Bassel glauben wir an die Kraft des Schreibens, die Kraft von Wörtern und von Erinnerungen. Jeden Tag nutzen hunderte Millionen Menschen Projekte für Freies Wissen wie Wikipedia, um zu lernen, zu erinnern, und um Neues zu schaffen. Wir profitieren von der Großzügigkeit von Wikimedia-Freiwilligen aus aller Welt, doch nur wenige von uns halten inne um die Herausforderungen zu bedenken, denen sich viele dieser Freiwilligen weltweit stellen müssen. Die Nachricht von Bassels Tod ist eine schmerzhafte Mahnung der Risiken und Schwierigkeiten, denen Menschen ausgesetzt sind, nur, weil sie ihr grundlegendes Recht in Anspruch nehmen, zu teilen und zu lernen.  

Wir glauben, dass alle das Recht haben sollten, frei zu sprechen und sich frei auszutauschen. Wir glauben, dass diese Verpflichtung zu freier Meinungsäußerung, Offenheit und Kreativität an unsere gemeinsame Menschlichkeit erinnern sollte und die Grundlage für eine bessere Welt ist. Die globale Bewegung für offene Kulturen und Freies Wissen ist durch Bassels Beitrag stärker geworden. Wir trauern über diesen großen Verlust und wollen gemeinsam mit seiner Familie, seinen Freunden und seinen Communitys sein Andenken in Ehren halten. Auch in Zukunft verpflichten wir uns den Werten, für die Bassel einstand.

Update: In Gedenken an Bassel und seinen Beitrag zur Open-Culture-Bewegung wird die Wikimedia Foundation gemeinsam mit Creative Commons, Mozilla, der Jimmy Wales Foundation, #NEWPALMYRA, and anderen Projekten ab April 2018 das  “Bassel Khartabil Free Culture Fellowship” an herausragende Einzelpersonen vergeben, die den Gedanken freier Kultur trotz widriger Umstände in ihren Communities voranbringen. Alle Details zum Stipendium sind im Blog der Wikimedia Foundation auf Englisch zu finden.

 

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Wikimedia:Woche 12/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia:Woche geht es unter anderem um die Vorstellung des Lizenzhinweisgenerators bei der Foundation, das Fellow-Programm, welches seinen Abschluss gefunden hat und um spannende neue Umsetzungen aus der Technischen Wunschliste.

Zur Wikimedia:Woche 12/2017 geht es hier.

 

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16 Jahre Wikipedia. Alles Gute, Freies Wissen!

Heute, am 16.03.2017 feiert die deutschsprachige Wikipedia 16. Geburtstag. Inzwischen gibt es 2 Millionen Artikel auf deutsch, auf die rund 27.000 Mal pro Minute zugegriffen wird. Und all das nur, weil ehrenamtliche Autorinnen und Autoren Wikipedia bearbeiten und ihr Wissen teilen.

Seit mittlerweile 16 Jahren tragen tausende Menschen Wissen in der deutschsprachigen Wikipedia zusammen, um es der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Täglich können deshalb Millionen online von überall auf Freies Wissen aus der größten Enzyklopädie der Geschichte zugreifen. In mittlerweile über 2 Millionen Artikeln allein in der deutschsprachigen Wikipedia kann sich an Wikipedias 16. Geburtstag jede und jeder Einzelne neues Wissen aneignen oder das eigene Wissen teilen. Denn nur durch das ehrenamtliche Engagement der vielen Freiwilligen konnte Wikipedia zu einer freien Wissensquelle für alle werden. Vielen Dank dafür!

“Auch nach fünf Jahren, die ich schon bei Wikimedia Deutschland arbeite, bin ich jeden Tag aufs Neue begeistert, wie viel Herzblut die Wikipedia-Community in dieses weltweit größte Projekt des Freien Wissens steckt,” sagt Abraham Taherivand, geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland. “Ich weiß aus vielen persönlichen Gesprächen, dass die Motivation mitzumachen ganz unterschiedlich sein kann – ob neue Informationen hinzuzufügen, etwas zu aktualisieren, oder sich bei der Verbesserung der der zugrunde liegenden MediaWiki Software zu beteiligen. Ich danke jeder und jedem Einzelnen die in den vergangenen 16 Jahren einen kleinen oder großen Teil beigetragen haben.”

Das Resultat dieser Freiwilligenarbeit – die deutschsprachige Wikipedia – wird heute rund 1,2 Milliarden Mal jeden Monat aufgerufen und ist als erste Anlaufstelle für Wissensinhalte nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Täglich kommt neues Wissen hinzu. Seit am 19. November 2016 der 2 Millionste Artikel über das Mineral “Michenerit” erstellt wurde, sind schon über 40.500 weitere Artikel neu angelegt worden. Dazu kommen die unzähligen Bearbeitungen wie Aktualisierungen, das Erweitern von Artikeln, Berichtigungen von kleinen und großen Fehlern oder das Hinzufügen von Medieninhalten.

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Wiki Loves Monuments 2016: Mehr als 39.000 Fotos von deutschen Bau- und Kulturdenkmalen bereichern die Wikimedia-Projekte

In diesem Gastbeitrag schaut Sandro Halank auf das erfolgreiche Wiki-loves-Monuments-Jahr zurück.

Es ist bereits zu einer besonderen Tradition geworden, dass ehrenamtliche Wikipedianerinnen und Wikipedianer im „Denkmalmonat“ September den Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments veranstalten.

Erstmals 2010 in den Niederlanden ausgetragen ist dieser einzigartige Wettbewerb – die Organisation und Juryaufgaben werden von Ehrenamtlichen wahrgenommen, und alle Interessierten können mitmachen – mittlerweile laut Guiness Buch der Rekorde der weltweit größte Fotowettbewerb. International haben 2016 rund 10.700 Fotografinnen und Fotografen mehr als 275.000 Bilder von Bau- und Kulturdenkmalen aus 42 Ländern hochgeladen und damit zur Bebilderung insbesondere der Wikipedia beigetragen. Allein in Deutschland haben sich 884 Ehrenamtliche mit mehr als 39.000 Bildern beteiligt und damit dafür gesorgt, dass Deutschland im internationalen Vergleich die meisten Wettbewerbsbilder aufweisen kann. 

Die Gewinner von Wiki loves Monuments 2016 bei der Preisverleihung am 25.11.2016.

Eine weitere Besonderheit des Wettbewerbs ist, dass von den hochgeladenen Bildern nicht nur die Wikimedia-Projekte profitieren, sondern auch die Allgemeinheit. Jedes einzelne Bild steht, wie alle in der Wikipedia verwendeten Bilder, unter einer freien Lizenz und kann von allen weiterverwendet werden: sei es für den privaten Blog, die Website der Gemeinde oder eine große Tageszeitung. Besonders einfach lassen sich Lizenzhinweise für die kostenfreie Verwendung der Bilder mit dem Lizenzhinweisgenerator erstellen.

Die hochgeladenen Bilder von deutschen Bau- und Kulturdenkmalen wurden in einem ersten Schritt von mehr als 100 Engagierten im Rahmen der Vorjury begutachtet und mehr als 300.000-mal bewertet. Der Vorjury oblag es für jedes Bild eine Bewertung von einem bis fünf Sternen zu vergeben. Die besten 1.041 Fotos – mit einer Bewertung mit mindestens 3,0 Sternen – wurden anschließend der Hauptjury, bestehend aus Ehrenamtlichen der Wikimedia-Projekte sowie externen Experten, vorgelegt. Diese bestimmte die Top 100 des Wettbewerbs und vergab zwei Sonderpreise für besondere 360°-Panoramabilder, sogenannte Kugelpanoramen. Die diesjährigen Siegerfotos sind in der Wikipedia zu finden. Weiterlesen »

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Internship at Wikimedia Deutschland e. V.

Wie es ist, bei Wikimedia Deutschland im Bereich Software Entwicklung Praktikant zu sein, erzählt uns Andrew Pekarek-Kostka in diesem Gastbeitrag auf Englisch. Andrew berichtet über seine Vorstellungen vor dem Praktikum, der Arbeitsatmosphäre, wie er sich an unsere Prozesse der agilen Softwareentwicklung angepasst hat und an welchen Wikiprojekten er arbeitete.

First Impression

Sandra Müllrick, „WMDE Softwareentwicklung2“, CC BY-SA 4.0

Before starting at Wikimedia Deutschland e. V., being a 17-year old with no previous work experience, I was under the impression that working for such a big organization would be similar to the way a typical work day was portrayed in the famed 90s movie “Office Space”: boring, dull, and uninteresting. However, when I walked into the office for the first time the contrast between the rather dark and grim weather in Berlin and the ecstatic attitude of the office was huge. The overall working atmosphere is welcoming and spirited with a perfect balance of fun and professionalism. It was a positive opposite of what I was expecting.

 

My Welcome

My first few days at Wikimedia were spent going through a process called “onboarding” which enabled me to get ready for my following 7 weeks. This consisted of prepping my machine, my software, and getting all my accounts setup along with a quick tour which gave me the opportunity to briefly meet most of my colleagues from all departments. If I had any questions or needs, I always knew I could ask one of my colleagues for assistance. Following the setup came a series of meetings through which I gained valuable insight into the various different departments and simultaneously meet the many interesting people who, together make Wikimedia Deutschland possible.

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Ausgezeichnet: Wikidata

Marius Hoch: „Wikidata team and painting“, CC BY-SA 4.0

“Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale Welt” ist der Titel des diesjährigen Wettbewerbs der Initiative Deutschland – Land der Ideen e. V. Als eines von 100 Projekten ist Wikidata ausgezeichnet worden.

Neben den von der Jury vergebenen Preisen läuft vom 10.-23.08.2015 auch die erste Phase zur Wahl des Publikumssiegers. Abgestimmt werden kann einmal täglich auf der Preisträger-Seite von Wikidata. Über die zehn Projekte mit den meisten Stimmen aus dieser Phase wird dann in einer zweiten Phase noch einmal abgestimmt. Diese zweite Phase wird im September ebenfalls als Online-Abstimmung durchgeführt.

Wer möchte, dass der Publikumspreis an Wikidata geht, kann bis zum 23.08. hier abstimmen. Sogar jeden Tag einmal. Wir würden uns freuen, wenn Wikidata viele Stimmen und den Publikumspreis bekommt.

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Projektwebseite online: Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten

Wie können freie Bildungsmaterialien in Deutschland voran gebracht werden? Dieser Frage geht das Projekt Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten nach (Infos zum Projekt auch im Blogbeitrag aus dem April). Jetzt ist die Projektwebseite online, auf der Stück für Stück verschiedene Bereiche des Themas OER vorgestellt werden und zur Diskussion einladen.

Screenshot der Startseite von www.mapping-oer.de, Design: Atelier Disko, CC-BY 4.0

Das Projekt Mapping OER möchte das Thema der freien Bildungsmaterialien von allen Seiten beleuchten und auf seine Umsetzbarkeit in Deutschland eruieren. Auf der Projektwebseite www.mapping-oer.de werden deshalb in regelmäßigen Abständen Debattenbeiträge von Fachleuten veröffentlicht, um so viele Facetten von OER in Deutschland wie möglich zu beleuchten. Dabei sind uns alle Meinungen wichtig: Unter jedem Fachbeitrag kann kommentiert und mit uns und den OER-Fachleuten diskutieren werden. Alle Beiträge fließen systematisch in die Ergebnisse des Projekts ein.

In den kommenden Wochen werden wir uns auf dieser Seite zunächst mit der Situation von freien Bildungsmaterialien in Deutschland beschäftigen und die Ergebnisse der Analysephase präsentieren. Später widmen wir uns dann sukzessive den vier Schwerpunktthemen des Projekts.

Für einen persönlichen Austausch laden wir zur öffentlichen Fachtagung im Januar 2016 in Berlin ein. Sobald wir nähere Informationen zum Veranstaltungsort haben, werden wir, wie auch zu allen anderen Neuigkeiten des Projekts, auf www.mapping-oer.de informieren. Um keine Neuigkeiten zu verpassen, kann der RSS-Feed mit einem Feedreader abonniert oder das Hashtag #MappingOER auf Twitter beobachtet werden.

Weitere Fragen oder Feedback können gern per E-Mail an uns gerichtet werden.

 

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Wikidata for Research – presenting the team and a first sketch of the workplan

Vor zwei Wochen hat Daniel Mietchen an dieser Stelle das Projekt Wikidata for Research vorgestellt, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, Wikidata besser mit wissenschaftlichen Arbeitsabläufen zu integrieren. In der Zwischenzeit haben sich sieben Institutionen zusammengefunden und gemeinsam mit etwa 20 Wikimedianern das Skelett eines Arbeitsplans entworfen, welchen sie über die nächsten knapp vier Wochen zu einem EU-Forschungsantrag ausbauen wollen, der die Interaktionen von Wissenschaftlern mit Wikidata anhand konkreter Fallbeispiele verbessern soll. Dabei geht es einerseits um die Nachnutzung wissenschaftlicher Daten in Wikidata, andererseits um die Nutzung von Wikidata in der Forschung (einschließlich Bürgerwissenschaften). Der Antrag wird offen geschrieben, und jeder kann mitmachen.


Two weeks ago, I wrote about bringing Wikidata and research more closely together on both the technical and the community level through the Wikidata for Research project. Since then, seven institutions and about 20 Wikimedians have come together and sketched out a skeleton for a work plan that they want to expand into a full-fledged EU research proposal over the following four weeks. The proposal shall address both an increased use of research data in Wikidata and of Wikidata in research workflows, including in citizen science contexts. The proposal is being drafted in the open, and anyone can join in.

The workplan currently consists of six workpackages, which will briefly be introduced here:

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Wikidata for Research – a grant proposal that anyone can edit

German summary: Vor einigen Wochen wurde an dieser Stelle von einer Initiative berichtet, im Rahmen derer Wikidata-Einträge für alle knapp 40.000 menschlichen Gene angelegt wurden. Hier nun baut Daniel Mietchen – Wissenschaftler am Museum für Naturkunde Berlin und aktiver Wikimedianer – auf dieser Idee auf und stellt einen europäischen Forschungsantrag zur Integration von Wikidata mit wissenschaftlichen Datenbanken vor, den jede und jeder via Wikidata editieren kann, ehe er in knapp sechs Wochen eingereicht wird.


A few weeks ago, this blog was enriched with a post entitled “Establishing Wikidata as the central hub for linked open life science data”. It introduced the Gene Wiki – a wiki-based collection of information related to human genes – and reported upon the creation of Wikidata items for all human genes, along with their annotation with statements imported from a number of scientific databases. The blog post mentioned plans to extend the approach to diseases and drugs, and a few weeks later (in the meantime, Wikidata had won an Open Data award), the underlying proposal for the grant that funds these activities was made public, followed by another proposal that involves Wikidata as a hub for metadata about audiovisual materials on scientific topics.

Now it’s time to take this one step further: we plan to draft a proposal that aims at establishing Wikidata as a central hub for linked open research data more generally, so that it can facilitate fruitful interactions at scale between professional research institutions and citizen science and knowledge initiatives. We plan to draft this proposal in public – you can join us and help develop it via a dedicated page on Wikidata.

The proposal – provisionally titled “Wikidata for research” – will be coordinated by the Museum für Naturkunde Berlin (for which I work), in close collaboration with Wikimedia Germany (which oversees development of Wikidata). A group of ca. 3-4 further partners are invited to join in, and you can help determine who these may be. Maastricht University has already signaled interest in covering data related to small molecules, and we are open to suggestions from any discipline, as long as there are relevant databases suitable for integration with Wikidata.

Two aspects – technical interoperability and community engagement – are the focus points of the proposal. In terms of the former, we are interested in external scientific databases providing information to Wikidata with an intention that both parties will be able to profit from this. Information may have the form of new items, new properties, or added statements to existing ones. One focus here would be on mapping identifiers that different databases use to describe related concepts, and on aligning controlled vocabularies built around that.

In terms of community engagement, the focus would be on the curation of Wikidata-based information, on syncing of curation with other databases (a prototype for that is in the making) and especially on the reuse of Wikidata-based information – ideally in ways not yet possible –  be it in the context of Wikimedia projects or research, or elsewhere.

Besides the Gene Wiki project, a number of other initiatives have been active at the interface between the Wikimedia and scholarly communities. Several of these have focused on curating scholarly databases, e.g. Rfam/Pfam and WikiPathways, which would thus seem like good candidates for extending the Gene Wiki’s Wikidata activities to other areas. There are also a wide range of Wikiprojects on scientific topics (including within the humanities), both on Wikidata and beyond. Some of them team up with scholarly societies (e.g. Biophysical Society or International Society for Computational Biology), journals (e.g. PLOS Computational Biology) or other organizations (e.g. CrossRef). In addition to all that, research about wikis is regularly monitored in the Research Newsletter.

The work on Wikidata – including contributions by the Gene Wiki project – is being performed by volunteers (directly or through semi-automatic tools), and the underlying software is open by default. Complementing such curation work, the Wikidata Toolkit has been developed as a framework to facilitate analysis of the data contained in Wikidata. The funding proposal for that is public too and was indeed written in the open. Outside Wikidata, the proposal for Wikimedia Commons as a central hub of multimedia from open-access sources is public, as is a similar one to establish Wikisource as a central hub for open-access literature (both of these received support from Wikimedia Germany).

While such openness is custom within the Wikimedia community – it contrasts sharply with current practice within the research community. As first calls for more transparency in research funding are emerging, the integration of Wikidata with research workflows seems like a good context to explore the potential of drafting a research proposal in public.

Like several other Wikimedia chapters, Wikimedia Germany has experience with participation in research projects (e.g. RENDER) but it is not in a position to lead such endeavours. The interactions with the research community have intensified over the last few years, e.g. through GLAM-Wiki activities, participation in the Leibniz research network Science 2.0, in a traveling science exhibition, or in events around open science. In parallel, the interest on the part of research institutions to engage with Wikimedia projects has grown, especially so for Wikidata.

One of these institutions is the Museum für Naturkunde Berlin, which has introduced Wikidata-related ideas into a number of research proposals already (no link here – all non-public). One of the largest research museums worldwide, it curates 30 million specimens and is active in digitization, database management, development of persistent identifiers, open-access publishing, semantic integration and public engagement with science. It is involved in a number of activities aimed at bringing biodiversity-related information together from separate sources and making them available in a way compatible with research workflows.

Increasingly, this includes efforts towards more openness. For instance, it participated in the Open Up! project that fed media on natural history into Europeana, in the Europeana Creative project that explores reuse scenarios of Europeana materials, and it leads the EU BON project focused at sharing biodiversity data. Within the framework of the pro-iBiosphere project, it was also one of the major drivers behind the launch of Bouchout Declaration for Open Biodiversity Knowledge Management, which brings the biodiversity research community together around principles of sharing and openness. Last but not least, the museum participated in the Coding da Vinci hackathon that brought together developers with data from heritage institutions.

As a target for submission of the proposal, we have chosen a call for the development of “e-infrastructures for virtual research environments”, issued by the European Commission. According to the call, “[t]hese virtual research environments (VRE) should integrate resources across all layers of the e-infrastructure (networking, computing, data, software, user interfaces), should foster cross-disciplinary data interoperability and should provide functions allowing data citation and promoting data sharing and trust.”

It is not hard to see how Wikidata could fit in there, nor that this still requires work. Considering that Wikidata is a global platform and that initial funding came mainly from the United States, it would be nice to see Europe taking its turn now. The modalities of this kind of EU funding are such that funds can only be provided to certain kinds of legal entities based in Europe, but we appreciate input from anywhere as to how the project should be shaped.

In order to ensure compatibility with both Wikidata and academic customs, all materials produced for this proposal shall be dual-licensed under CC BY-SA 3.0 and CC BY 4.0.

The submission deadline is very soon – on January 14, 2015, 17:00 Brussels time. Let’s find out what we can come up with by then – see you over there!

 

Written by Daniel Mietchen

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Wikimedia Deutschland hat ein neues Präsidium

Auf der 15. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland am 29. November in Berlin wurde viel entschieden. Das kommende Protokoll der Mitgliederversammlung informiert im Detail über alle Abstimmungsergebnisse. Herausgehoben sei an dieser Stelle aber die Wahl des neuen ehrenamtlichen Präsidiums. Es gab insgesamt 33 Kandidaturen, die sich auf die zehn verschiedenen Präsidiums-Ämter beworben haben. Verbunden mit dem Dank an alle Bewerberinnen und Bewerber geht ein herzlicher Glückwunsch an das gewählte Präsidium (in alphabetischer Reihenfolge):

Vorsitzender

  • Tim Moritz Hector

Stellvertretende Vorsitzende

  • Kurt Jansson
  • Lukas Mezger

Schatzmeister

  • Sebastian Moleski

Beisitzer

  • Nikolas Becker
  • Sabria David
  • Jürgen Friedrich
  • Harald Krichel
  • Catrin Schoneville

Das gewählte Präsidium wird sich in Kürze mit Fotos und Kurzprofilen vorstellen.

Neben dem Präsidium wurden auch die Kassenprüfer gewählt. Herzliche Glückwünsche gehen an:

  • Daniel Baur
  • Roland Kern
  • Stefan Levko
  • Manuel Schneider

Die Mitgliederversammlung beschloss außerdem die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im ersten Quartal 2015, auf der der Jahresplan 2015 final beschlossen wird. Bis dahin gilt der vom Vorstand vorgelegte Jahresplan 2015 vorläufig.

Ein großes Dankeschön geht auch an die Zählkommission, die Versammlungsleitung, die Helferinnen und Helfer und an alle, die mit ihren Stimmen zur Wahl beigetragen haben.

 

Update: Anja Ebersbach hat ihren Rücktritt als stellvertretende Vorsitzende erklärt. Das Präsidium hat satzungsgemäß Lukas Mezger als zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

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