Geschrieben von Barbara Fischer



Der Reiz von Löchern und Streifen

Vom mechanischen Klavier zu Strickmustern – Die Wandlungen der Datensets bei Coding da Vinci.

Wikimedia Deutschland veranstaltet gemeinsam mit der DDB, der OKF und digiS den Programmierwettbewerb Coding da Vinci mit freien Kulturdaten für freie Apps. Hier greifen wir besondere Aspekte des Hackathons auf und präsentieren sie unseren Lesern.

Die Notenrollen des Deutschen Museums waren das beliebteste Datenset unter den Codern von Coding da Vinci. So wie die Tierstimmen letztes Jahr die Phantasie einiger Teams beflügelten, inspirierten die Notenrollen in diesem Jahr gleich mehrere Teams zu Projektideen. Als ich im Vorfeld des Hackathons davon hörte, dass das Deutsche Museum einen Datensatz “Notenrollen” unter Freier Lizenz für Coding da Vinci zugänglich machen wollte, standen auf meinem Gesicht bestimmt Fragezeichen.

So schauen die Notenrollen des Deutschen Museums aus.  Abbildung Deutsches Museum CC BY SA 4.0 .

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#schlossopen – kein Twittermärchen

Teilnehmer des Wettbewerbes Wiki loves Monuments sind in das Schloss Caputh bei Potsdam eingeladen

Ein Schloss öffnet sich. Bild von tOrange unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz via tOrange.com

Wenn man über ein Schloss schreiben möchte, dann möchte man den Artikel gern mit einem schönen Foto schmücken. Dieser Artikel handelt von einem schönen Schloss, von dem es kaum schöne Fotos bei Wikimedia Commons gibt. Und der Artikel handelt davon, wie sich das ändern könnte.

Vor einigen Tagen startete ich einen Versuch. Ich wollte via Twitter auf ein Schloss-Foto-Shooting aufmerksam machen. Und da es sich um ein Schloss handelt, und da Twitter nur jeweils 140 Zeichen erlaubt, fing ich an unter dem Hashtag “#schlossopen” , ein Twittermärchen in Fortsetzungen zu schreiben. Ich weiß bis heute nicht, woran es lag, aber plötzlich erlaubte der Twitteralgorithmus es 48 Stunden lang nicht, dass irgendeiner meiner Tweets unter ihrem jeweiligen Hashtag gefunden werden konnten. Und alle 10 #schlossopen-Tweets waren in den Untiefen des Twittergeplappers verschollen. Ein ungelöstes Mysterium, wie es sich für wahre Märchen gehört. Also besann ich mich auf eine konventionellere Methode.

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Von Rodinia nach Berlin

Ein uraltes Sommermärchen mit digitalen Mitteln erzählt

An einem Sonntag in Berlin drohte das Publikum von Coding da Vinci in der stickigen Sommerhitze wegzudösen. 16 Projekte hatten sich schon präsentiert, jedes auf seine Weise interessant. Doch dann die Rolling Stones! Der Versprecher beim Start der Präsentation rüttelte das Publikum lachend wach. Ok, es kam nicht Mick Jagger auf die Bühne, sondern das Team rund um Knut Perseke, doch was dann folgte war rocking Poesie. Es war einmal vor langer Zeit da wuchs ein Fels vielleicht an einem Ort des Urkontinents  Rodinia. Unten ein Foto von ihm. Von einem Teil.  Auf jeden Fall ein wahrscheinliches.

Das ist übrig geblieben nach 1,3 Mrd Jahren Wanderung. Foto aus der Sammlung Stadtmuseum Berlin (Stadtmuseum Berlin) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Wenn Steine mit Dir flüstern

Als die Erde sich vermutlich langsamer drehte, erkalteten die Gasmassen und Steine entstanden. Die Erde drehte sich weiter, Kontinentalplatten verschoben sich, zerbrachen und wanderten über die Planetenoberfläche. So kam unser Stein schließlich in Skandinavien zu liegen. Es wurde kälter. Es wurde wärmer. Und wieder kälter. Unser Fels zerbrach in Steine. Die Steine fingen an zu wandern. Heute – genauer nach 1,3 Milliarden Jahren – liegt einer der Steine im Museum. Genauer gesagt im geologischen Sammlungsdepot der Stiftung Stadtmuseum in Berlin-Spandau. Wie ist er dort hingekommen? Das ist ein Teil der Poesie, wenn Steine zu flüstern beginnen.

Der andere Teil ist die Leistung der Entwickler*innen, neben Knut Perseke, Anika Schultz, Thomas Fett und Ulrika Müller, der Webanwendung “Rolling Stone”. Sehr prosaisch ihre Kurzbeschreibung im Programmheft von Coding da Vinci: “User können explorativ das Steinarchiv des Stadtmuseums erkunden, und so deren Millionen Jahre alte Spuren aufdecken.” Hinter diesen dürren Worten verbirgt sich eine Reise auf dem Zeitschlitten durch Millionen Jahre Erdgeschichte. Man folgt auf der Karte direkt den Steinen auf ihrer Grand Tour. Klicke ich auf einen der Felsen im Norden, poppen in Brandenburg und Berlin die Fundstellen der Steine auf, die mit dem Eis nach Süden gewandert sind. Gleichzeitig sehe ich links das Farbfoto des Steins und seine Verwandten. In einer Animation kann ich mir die Verwandtschaftsbeziehungen der Steine  anzeigen lassen. Noch funktioniert das nicht bei allen Steinen und auch die Beschreibung der Einträge bei Commons können noch ergänzt werden. Aber “jeder kann mitmachen”, denn sowohl die Bilder als auch der Code der Anwendung stehen unter Freier Lizenz, und kann so die Spur der Steine weiterzeichnen. Circa 300 Fotos umfasst die Sammlung des Berliner Stadtmuseums in der Webanwendung “Rolling Stone”. Ein sehr gelungenes Beispiel, wie digitale Technologien dazu beitragen, unser Wissen zu erweitern und die Sammlungen in den Museen zugänglicher zu machen.

Rolling Stone on Stage. Bildrechte: CC-BY https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/ Coding da Vinci, Foto: Thomas Nitz

 

An das Licht der Öffentlichkeit

Das fanden auch die Juroren und prämierten diese App mit einem Preis in der Kategorie “Out of Competition”. Damit gewann das Entwickler*innen Team den von SAP gestifteten Design Thinking Workshop am Hasso Plattner Institut in Potsdam. Eine hoffentlich gute Gelegenheit, die Webanwendung weiter zu entwickeln. Schön wäre es, wenn sie schon bald allgemein zugänglich würde, wohlmöglich als Release des Berliner Stadtmuseums. Wir warten also gespannt auf die Fortsetzung des Sommermärchens.

Dieser Blogpost ist der zweite in einer losen Sommerreihe, der die Ergebnisse des Hackathons Coding da Vinci beschreibt.

 

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Die fruchtbare Dialektik von Coding da Vinci

Warum man sich bei 34°C an einem Sonntag 20 Apps anschaut und das cool findet.

Die Ergebnisse

Am vergangenen Sonntag fand im Jüdischen Museum Berlin die Preisverleihung von Coding da Vinci – Der Kulturhackathon statt. Wesen eines Hackathons ist es, dass Hacker, also Softwareentwickler und Programmierer, in kurzer Zeit – 24, 48 oder 72 Stunden –  neuen Code schreiben. Manche tun es gemeinsam, manche lassen sich nur von der Anwesenheit der Kollegen stimulieren und manche übertreffen die Erwartungen. So ist auch beim Programmierwettbewerb Coding da Vinci, den Wikimedia Deutschland gemeinsam mit seinen Partnern, der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle für Digitalisierung und der Open Knowledge Foundation durchführt. Sicher, da gibt es noch ein paar Details: Der Hackathon geht über Wochen anstelle der üblichen Stunden. Der Rohstoff für die Aktivitäten der Coder sind ausschließlich digitalisierte Kulturgüter aus Deutschlands Museen, Archiven und Bibliotheken. Und schließlich stehen sowohl die Daten als auch die neu programmierten Anwendungen unter freier Lizenz. Wir haben darüber schon mehrfach berichtet.

Jeder würde jetzt erwarten, dass ich mich über messbare Erfolge – SMARTs eben – auslasse. Feiern, dass wir 600.000 Mediafiles zur Verfügung stellen konnten, und mit Wikidata, GND und den Beständen der DDB irgendetwas um die 65 Millionen Metadaten. Jubeln, dass zur Präsentation der 20 Projekte im Wettbewerb schätzungsweise 180 Personen kamen, obwohl man es niemanden verdenken konnte, der bei 34°C lieber irgendwo im Schatten chillte. Aber das kann man alles der Pressemitteilung entnehmen. Dort ist auch zu lesen, welche Projekte die fünf Jurypreise gewannen. Und dass die Botanikerapp Floradex “Everybody’s darling” – aka Publikumspreis – war. Stattdessen möchte ich lieber über ein Wettbewerbsprojekt schreiben, das aus meiner ganz persönlichen Sicht eine besondere Qualität von Coding da Vinci belegt.

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Eine Reise zum Mond

Museen entdecken ihre Besucher

Der Raum hatte keine Fenster. Zwischen der schräg abfallenden dunklen Funktionsdecke und dem schwarz gebeizten Fußboden standen ca. 200 schwarze Jacobsen Stühle mit roten Raketeemblemkissen (siehe Konferenzlogo) darauf, alles andere weiße Wände. Im Raum waren gut 150 Frauen und circa 50 Männer aus ganz Europa und darüber hinaus. Sie interessierten sich alle scheinbar nur für Eines: Wer besucht wann, warum, für wie lange und mit wem ein Museum?

Das Raketenemblemlogo der Konferenz

Ich war eingeladen auf der internationalen Museumskonferenz „We are Museums 2015“ vom 31. Mai bis 2. Juni 2015 in Berlin zusammen mit Dr. Ellen Euler (DDB) einen Workshop zu Freien Lizenzen zu geben. So hatte ich Gelegenheit zu hören und zu sehen, was die Museumswelt aktuell beschäftigt.

 Der vermessene Museumsbesucher

Die Reise zum Mond, public domain, via Wikimedia Commons

Shooting Star war Robert Stein aus Dallas. The charming Texas boy enttäuschte jedoch unsere stereotypen Erwartungen, denn er kam ohne den unvermeidlichen Stetson Hut. Er sprach von den Anstrengungen des Dallas Art Museum Big Data über ihre Besucher zu generieren. Dank der Übertragung des alten Pfadfinderprinzips, belohne gutes Benehmen mit einem „badge“, hier Prämienpunkten, gelingt es seinem Team, Museumsbesucher zu bereitwilligen Datenlieferanten zu machen. Auf der Jagd nach Prämien kommunizieren die Besucher über SMS die Codes zu den Artefakten und offenbaren, was sie sich anschauen, wie oft sie wieder kommen und ob sie im Laufe der Zeit ihre Besuchergewohnheiten ändern. Ziel war es, durch den geschickten Einsatz von Anreizen, die Publikumszahlen des Museums zu steigern und die Besucher zu „repeater“, aka Wiederholungstätern, zu machen. Nach zwei Jahren Laufzeit des Programms DAM Friends hatten sie über 1 Millionen Rohdaten und die Besucherzahlen waren beachtlich gestiegen. Schon träumt Stein von einem weltweiten Museumsnetzwerk, in dem auf ähnliche Weise Daten über Museumsbesucher zusammentragen werden und so endlich helfen, das Geheimnis zu lüften: Warum gehen Menschen in Museen? Denn die Software, mit der die Daten ausgewertet werden, steht unter einer offenen Lizenz anderen Museen zur Nachnutzung zur Verfügung. Ein sehr aufschlussreicher Vortrag. Besonders wenn man ihn vor dem Hintergrund des Gesamtprogramms der Konferenz betrachtet. Egal, ob Conxa Rodà vom Catalanischen Kunstmuseum oder die beiden New Yorker Sree Sreenivasan vom Metropolitan Museum of Art und Micah Walter vom Cooper Hewitt Design Museum oder Elise Albenque vom Schloss Versailles, sie alle suchen den Nahblick auf den Besucher. Sie wollen mehr über ihn wissen. Sie wollen erfahren, was ihn bewegt, um ihn zum Freund gewinnen. Freundschaft wird zur Kundenbindung und das Museum zum Supermarkt? Die Konferenzteilnehmer lauschten so intensiv, dass sie darüber selbst fast das Twittern vergaßen.

We chat on WeChat

Die Marketing-Abteilung des Schloss Versailles hatte entdeckt, dass der Besucheranteil chinesischer Individualtouristen in den letzten Jahren so zugenommen hatte, dass diese den US-Amerikanern den Rang abliefen. Doch die üblichen Social Media Kanäle zum Aufbau und Pflege von Kundenbeziehungen prallen an der Mauer der chinesischen Zensur ab. Albenque begab sich daher auf Forschungsreise in die Spiegelwelt des chinesisches Internets. Wo man nicht googelt, sondern auf Baidu sucht und der chinesische Twitter-Service Weibo in seiner Popularität vom Hybridservice WeChat abgelöst wird. Knapp eine halbe Milliarde WeChat-Nutzer in China und 70 Mio außerhalb in vier Jahren. Zur Vermeidung von Transkriptionsfehlern zwischen lateinischen Buchstaben und chinesischen Zeichen werden bei Namen tatsächlich QR Codes als Identifikatoren eingesetzt. Das Schloss Versailles ist vermutlich das erste europäische Museum mit einem offiziellen WeChat-Account und musste lernen, dass in China der „Palace of Versailles“ nicht einzigartig ist. Es gab bereits etliche ähnlich klingende WeChat-Konten. Markenrecht wirkt hier nicht.

 Der Pen

Einen anderen Weg ihren Besuchern tief in die Augen zu schauen, geht das Design Museum Cooper Hewitt. Sie kreierten einen übergroßen Stift: The Pen. Hätte ich geahnt, dass es noch kein Bild des Stiftes auf Wikimedia Commons gibt, hätte ich gewagt, ihn mit meinem dürftigen Handy zu fotografieren. Aber das Internet war überlastet, die Beleuchtung schlecht und der Stift wanderte weiter durch die Reihen. Diese Aufgabe ist noch offen! Sie lohnt es. Der Pen wird Museumsgeschichte schreiben. Mit ihm kann der Besucher seine Lieblingsstücke aus dem Museum quasi mit nach Hause nehmen. Nicht ein Handy-Schnappschuss durch Vitrinenglas, sondern eine professionelle Aufnahme mit Metadaten und Beschreibung. Denn mit dem Stift sammelt der Besucher versteckt hinter den Labels der Exponate Codes und kann sie anschließend nach einer Anmeldeprozedur per E-Mail auf seinen eigenen Computer geschickt bekommen. Im Austausch erfährt das Museum, was ihren Besuchern gefällt, wie lange sie im Haus verweilen und wie oft sie wieder kommen. Hier werden also Daten gegen Daten getauscht. Doch während das Museum die Besucherdaten weiter nutzen kann, kann der Besucher die Museumsdaten nur privat betrachten. Denn leider musste Walter einräumen, dass die Lizenzlage bei den meisten Objekten des Museums eine freie Nachnutzung der Digitalisate durch die Besucher verhindere. „We work on it!“, tröstete er. Sreenivasan vom Metropolitan hingegen versprach, dass sie noch bis zum Jahresende all ihr digitales Bildmaterial unter eine Freie Lizenz stellen werden. Das behalten wir im Auge.

 Mit J.F. Kennedy gesprochen

Bild von NASA/Bill Inglais, Public Domain via Wikimedia Commons

Die Reden zusammengefasst und hinzugenommen die Kommentare der Teilnehmer in den Q&A Runden und auf den Fluren verfestigten bei mir den Eindruck: Die Museen sind so damit beschäftigt, ihre Besucher überhaupt erst kennen zu lernen, dass sie über die Frage, ob sich durch die Digitalisierung und die Verbreitung der digitalisierten Inhalte die Rolle der Museen auch in Bezug auf ihre Beziehung zu ihren Besuchern verändern wird, noch kaum Gedanken machen. Außer Robert Stein! In Kennedy-Manier forderte er die Museen auf, sich aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einzumischen und Empathie als zentrale soziale Fähigkeit als Museumsaufgabe zu fördern. Begeisterter Applaus für seine Moonshot-Rede war die Reaktion des Publikums. Und wer sich mal anschauen möchte, was die Übersetzung der Stein-Rede in Ausstellungskonzeption bedeutet, dem empfehle ich die ebenso verstörende wie bewegende Greenaway-Ausstellung „Gehorsam“ aktuell im Berliner Jüdischen Museum.

Die Lizenz-Workshop Präsentation gibt es auf Commons.

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Warum Kaffeetrinken eine sinnvolle Arbeit sein kan

Eindrücke von der GLAM Konferenz in Den Haag vom 10. bis 12. April 2015

In a nutshell at the end.

Letztes Wochenende war ich für Wikimedia auf Reisen. Am Freitag und Samstag war ich eingeladen, im Rahmen der GLAM Wiki Con  an zwei Sessions teilzunehmen. Im internationalen Kontext fasst man die Zusammenarbeit im Netz mit Kultur- und Gedächtniseinrichtungen unter dem Akronym GLAM, für Galleries, Libraries, Archives & Museums, zusammen. Die GLAM Wiki Con war demnach eine internationale Konferenz in Den Haag zur Zusammenarbeit der Wikimedia-Bewegung mit Kultur- und Gedächtnisinstitutionen, ausgerichtet von Wikimedia Nederlands.

Aus der ganzen Welt kamen Menschen zusammen, die sich über ihre Erfahrungen in der GLAM-Arbeit austauschen wollten. Venus Lui aus Hong Kong, Liang Shang Kuan aus Taiwan, Whiteghost.ink aus Australia oder Jaime Amstee aus San Francisco hatten vermutlich den weitesten Anreiseweg. Aber auch aus Afrika, Indien und natürlich aus Europa waren sie gekommen, um sich in Workshops und Podiumsdiskussionen gegenseitig zu informieren und um zu lernen. Das Programm der drei Tage war entsprechend dicht und reichhaltig.

Alle sind sie da! Foto von Ziko van Dijk (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

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325 Tausend Mediendateien sind noch zu putzen

Warum macht Wikimedia Deutschland eine Crowdfunding Kampagne?

Aufmerksame Facebook-Freunde und Follower von Wikimedia Deutschland haben vorgestern vielleicht gesehen, dass Wikimedia Deutschland zum ersten Mal eine Crowdfunding Kampagne bei Startnext gestartet hat. Heute geht diese Kampagne in die entscheidende Phase, die Finanzierung. Ab jetzt können Menschen von überall her mit kleinen und größeren Beiträgen die Kampagne unterstützen. Warum tun wir das?

 

Die Crowd produziert, die Crowd profitiert und die Crowd finanziert

 

Crowdfunding hat in den letzten Jahren neben den bisher üblichen Förderungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im großen Stil betreibt Wikimedia Deutschland selbst Crowdfunding, wenn wir alljährlich im Spätherbst auf Wikipedia die Spendenbanner schalten. Die Idee ist, dass viele kleine Beträge Großes ermöglichen und das Internet ist hierfür ein komfortables Medium. Heute gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Crowdfunding-Plattformen, über die die verschiedensten Projekte Unterstützer werben können. Startnext ist die größte Plattform in Deutschland und unser Partner in der Kampagne für Coding da Vinci.

 

Coding da Vinci Der Kultur-Hackathon 2015

 

Im letzten Jahr haben wir mit drei Partnern, der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung und der Open Knowledge Foundation Deutschland, gemeinsam zum ersten Mal den Kultur-Hackathon Coding da Vinci durchgeführt. Es war ein fabelhafter Erfolg: 17 digitale Kulturprojekte entstanden und 325.000 Mediendateien kamen aus diesem Anlass unter eine freie Lizenz. Bis heute harren vieler dieser Dateien noch ihrer Erschließung für Wikimedia-Projekte. Da gibt es Scans von Insekten und Pflanzen, Tierstimmen, Musikaufnahmen, historische Karten, Fotografien und ganze Bücher, die alle noch darauf warten weiter genutzt zu werden. Im Augenblick ist dies ohne fundierte IT Kenntnisse nicht so einfach. Das soll dieses Jahr besser werden!

 

Für Coding da Vinci 2015 sprechen wir gemeinsam mit unseren drei Partnern wieder viele Kultureinrichtungen an, damit sie neue Datensätze unter einer freien Lizenz zur Verfügung stellen.  Das Interesse ist groß bei den Institutionen. Wie es in dem unten stehenden Film dargestellt wird, wollen wir daher die Daten im Vorfeld des Hackathons so aufbereiten lassen, dass sie einfacher nachnutzbar werden. Für Entwickler und eben auch für Wikipedia. Um diese Datenaufbereitung finanzieren zu können, starten wir heute unsere erste Crowdfunding Kampagne bei Startnext. Unterstützt uns dabei, indem Ihr die Kampagne bekannter macht. Oder wählt selbst das Dankeschön aus, das Euch jeweils am besten gefällt.

 

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The Code to Access – Der Schlüssel zum Schatz

Wie wir versuchen, Freie Inhalte für das Wikiversum zu gewinnen.

Internationale Projekte und Gäste auf GLAM Konferenz Zugang gestalten

Die GLAM Konferenz Zugang gestalten beginnt am 13. November im Hamburger Bahnhof zu Berlin.  Bild von David Jacob CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

In der kommenden Woche findet in Berlin Deutschlands größte Konferenz zum Thema “Kultur- und Gedächtnisinstitutionen im Netz” statt: “Zugang gestalten. Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe.” Die Zusammenarbeit von Kulturinstitutionen mit Akteuren im Netz wird international mit dem Akronym GLAM beschrieben. GLAM steht für Galleries, Libraries, Archives and Museums. Wikimedia Deutschland ist eine der mitveranstaltenden zwölf Partnerinnen der GLAM-Konferenz. Bereits jetzt haben sich über 350 Gäste für die Konferenz angemeldet. Im vergangenen Jahr hatten wir an beiden Tagen ca. 250 Teilnehmer. Für Wikimedia Deutschland ist diese Konferenz eine wichtige Gelegenheit, um sich im Kreis der Kultur- und Gedächtnisinstitutionen als interessanter Kooperationspartner zu präsentieren. Wir bestreiten den Programmblock “Kulturerbe 3.0 – Digitale Weiternutzung”. Dazu gehören drei Keynotes aus den Bereichen Wirtschaft (Google, William Patry), Staat (National Library Norway, Roger Jøsevold) und Zivilgesellschaft (Europeana/Wikimedia, Liam Wyatt) sowie die Podiumsdiskussion mit 5 prominenten Vertretern aus der Kultur und den oben genannten Bereichen. Es wird dargestellt, was bislang erreicht wurde und diskutiert, wie die Bedingungen für die digitale Weiternutzung verbessert werden können. Auf dem Podium sitzen für die Wissenschaft der Leiter der Digital Humanities des MIT, Prof. Kurt Fendt, für die Wirtschaft der Projektleiter von EUROPEANA Creatives, Max Kaiser, für das größte gemeinnützige digitale Weiternutzungsprojekt weltweit die Trägerin der Wikipedia, das Board-Mitglied der Wikimedia Foundation Alice Wiegand, und last but not least Dr. Michael Hollman, Bundesarchiv, und Prof. Johannes Vogel, Museum für Naturkunde, für die GLAM-Institutionen. Jan Engelmann, Vorstand WMDE, moderiert die Diskussion. Die große Werkschau im Museum für Naturkunde zeigt schließlich mit neun spannenden internationalen Projekten die unterschiedlichsten Aspekte der digitalen Weiternutzung von Kulturdaten und Anwendungen im GLAM-Bereich auf.
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Die Zukunft hat begonnen

Nicht nur virtuelle Ergebnisse bei der Preisverleihung zum Kultur-Hackathon Coding da Vinci in Berlin.  Bild von Marius Förster © cc-by-sa 3.0

Es war fast so heiß wie vor einem Jahr in Hongkong. Und während dort die Zeitmaschine das Publikum noch zehn Jahre in die Zukunft katapultieren musste, hat die Zukunft am Sonntag im Jüdischen Museum Berlin schon begonnen.

Siebzehn Projekte stellten sich dort im Programmierwettbewerb „Coding da Vinci“ den kritischen Augen der Jury und dem Publikum im gut gefüllten Saal. Fünf haben gewonnen. Und drei der Gewinner verwendeten auch Datensets aus den Wikimedia-Projekten. Damit wird schon jetzt Realität, was Dirk Franke in Hongkong für die Zukunft prognostizierte: Künftig werden immer mehr Anwendungen die Inhalte der Wikimedia-Projekte nutzen und der unbedarfte Netz-User werde kaum wahrnehmen, woher die Daten eigentlich kommen. Der Trend geht zur multimedialen und unterhaltsamen Informationsvermittlung. So viel von der Metaebene. Aber noch ist der Quell des Wissens klar: die Wikipedia.

Die Ziele von Coding da Vinci

Zurück zum gelungenen Abschluss eines neuen Projektformats, das Wikimedia Deutschland (WMDE) dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert hat. Unter dem Namen „Coding da Vinci“ richtete WMDE in einer strategischen Partnerschaft mit der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation und der Servicestelle für Digitalisierung des Landes Berlin einen Kultur-Hackathon aus. Anders als bei üblichen Hackathons hatten die Coderinnen, Designer und Entwickler hier zwischen Start und Ende des Hackathons zehn Wochen Zeit, um aus ihren Ideen fertige Anwendungen zu kreieren. Denn wir wollten nicht nur den 16 Kulturinstitutionen, die zumeist aus Anlass des Programmierwettbewerbes ihr digitalisiertes Kulturgut unter einer freien Lizenz öffentlich zugänglich und nachnutzbar gemacht hatten, zeigen, was „Hacker“ mit Kulturdaten anstellen können. Sondern mit der öffentlichen Preisverleihung am Sonntag im Jüdischen Museum auch weitere Kultureinrichtungen mit den Ergebnissen überzeugen, ihre digitalisierten Sammlungen ebenfalls frei zu lizensieren. Schon in diesem Jahr wurden 20 Kulturdatensets so für Wikimedia-Projekte nachnutzbar.

Spannung bis zum Ende

Mnemosyne, die Göttin der Erinnerung. Aus dem Delaware Art Museum, Samuel and Mary R. Bancroft Memorial, © public domain via Wikimedia Commons

Es war auch für uns vier Veranstalter bis zur letzten Minute spannend, von welcher Qualität die Leistungen aus der Community der Coderinnen und Entwickler sein würden. Natürlich wurden nicht alle Projekte zu Gewinnern. Doch wir wurden für das Warten belohnt! Eines der Projekte, obwohl ohne Preisauszeichnung, möchte ich dennoch besonders würdigen: Mnemosyne. Die Göttin der Erinnerung stand Patin für diese ambitionierte Website. Wer kennt sie nicht, die herrlichen Momente der Erkenntnis, wenn man im Linkhopping durch die Wikipedia streift? Und wer hat schon einen Universalgelehrten als Begleiter, der beim Flanieren durch die Hallen des Museums einen in die Weiten des assoziativen Denkens verführt? Universalgelehrte als Lebensform sind laut Wikipedia Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Diesem letzten Umstand trägt das Projekt Mnemosyne Rechnung. Es möchte den Besuchern komplexer Archivwelten durch eine Kombination aus Zufallsalgorithmen das Stöbern und Entdecken wieder einfacher und sinnlicher machen. Auch wenn bei der Präsentation auf der Bühne einiges nicht funktionierte – das Potential der in Beton gegossenen Mnemosyne blitzte doch auf. Hoffentlich bricht die Arbeit an diesem Projekt nicht ab. Sondern es findet sich im Gegenteil ein Museumsverbund, der mittels Mnemosyne seinen Besuchern seine komplexen Sammlungen im Stöber-Modus erschließen möchte.

Die fünf Gewinner

Nach 2 Stunden Präsentation und einer Stunde Mittagspause standen die verdienten Gewinner in den fünf Kategorien fest und die Preise wurden von der Jury überreicht.

Out of Competition: Ganz weit vorn in der Gunst des Publikums und der Jury war der zzZwitscherwecker. Wem es schwerfällt, morgens mit den Vögeln aufzustehen, dem kann nun geholfen werden. Denn nur wem es gelingt, den richtigen Vogel dem gehörten Gesang zuzuordnen, kann den Wecker abschalten. Nach so kurzweiligem Hirnjogging ist man bestimmt wach.

Funniest Hack: Der Atlaskäfer hat Casanova-Qualitäten. Er verführte IT-Bastlerin Kati Hyppä und ihren Bruder dazu, nicht nur einen tanzenden Cyberbeetle zu bauen, sondern gleich auch noch eine multimediale Käferbox dazu. Mal schauen, ob das Naturkundemuseum die Anregung für ihre entomologische Ausstellung aufnimmt. Auch die Jury ließ sich bezirzen und vergab den Preis für die lustigste Anwendung.

Danke an alle, die an Coding da Vinci teilgenommen haben!
Foto: Volker Agueras Gäng, CC-BY 4.0

Best Design: Für die überzeugendste Gestaltung wurde die Ethnoband ausgezeichnet. Der Gedanke ist der einer Orgel. Die Erfinder der Orgel packten ganze Orchester über Pfeifen in ein Instrument. Thomas Fett schuf mit Ethnoband die Möglichkeit, mittels eines Computers ein Orchester mit Instrumenten aus aller Welt zu besetzen. Wer mag, lädt Freunde aus aller Welt oder der Nachbarschaft zur Jamsession ein.

Most Useful: In dieser Kategorie galt es, mit einer Idee und ihrer Durchführung zu überzeugen, von der die Jury sich fragte, wieso jemand nicht schon lange vorher diese Idee hatte. Diese fast nicht zu lösende Aufgabe meisterte Insight – 19xx. Ausgehend von der Liste der von den Nationalsozialisten verfemten Autoren verknüpft Insight – 19xx in ansprechender Weise die reine Namensliste mit Daten u.a. aus der Wikipedia, sodass Namen zu Biographien werden, die neugierig machen auf das Werk. Unter anderem kam so heraus, dass insgesamt fast 20.000 Buchtitel von den Nazis auf die Indexliste gesetzt worden waren – viel mehr als man bislang wusste.

Screenshot der Alt-Berlin-App von Claus Höfele. Gewinner in der Kategorie „Most Technical“. © cc-by-sa 3.0

Most Technical: Insbesondere durch ihre technische Raffinesse überzeugte die App Alt-Berlin die Jury. Die digitalisierte Gemäldesammlung des Stadtmuseums Berlin, das 2012 einen Wikipedian in Residence zu Gast hatte, illustriert in der App Alt-Berlin moderne OpenStreetMap-Karten. Wer sich auf die Zeitreise begibt, kann historische Karten unter den heutigen Straßenzügen entdecken. Auch aktuelle Bilder aus Wikimedia Commons lassen sich über alte Aufnahmen aus Berliner Straßen legen, und das alles demnächst bequem auf dem Handy beim Stadtspaziergang.

Alle Anwendungen stehen ihrerseits wiederum unter einer freien Lizenz und können entsprechend weiterentwickelt und umgewidmet werden.

 Ausblick 2015

Im kommenden Jahr wollen wir wieder zum Kultur-Hackathon Coding da Vinci einladen. Wir wollen nicht einfach noch mehr Kulturinstitutionen, noch mehr Daten, noch mehr kreative Projekte und noch mehr Coderinnen und Designer zum Mitmachen gewinnen, sondern wir wollen vor allem helfen, das bereitgestellte digitalisierte kulturelle Erbe noch zugänglicher zu machen. Unser Ziel ist es, die Daten vollständig mit den Wikimedia-Projekten zu verknüpfen, damit sie auch unmittelbar von allen Freiwilligen der Wikimedia-Projekte verwendet werden können.

Pressestimmen:

Heise.de

Deutschlandradio Kultur

Golem.de

Die Bilder der Veranstaltung können auf Wikimedia Commons abgerufen werden. Bilder Preisverleihung werden folgen.

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Nikolaus im Sommer

Coding da Vinci : Der Kultur-Hackathon. Jetzt kommt die Preisverleihung im Programmierwettbewerb am Sonntag im Jüdischen Museum. Bild © cc-by-sa

Am Sonntag werde ich glänzende Augen haben, wie in Kindertagen am 6. Dezember. Denn am 6. Juli sehe ich nach 10 Wochen spannungsvollen Wartens endlich 17 der Anwendungen, die im Rahmen des Programmierwettbewerbes  „Coding da Vinci: Der Kultur-Hackathon“ entstanden sind. Da Freude in einer großen Gruppe mehr Spaß macht, möchte ich alle Leserinnen und Leser auf diese 17 Wettbewerbsbeiträge neugierig machen, die im Großen Saal des Jüdischen Museums präsentiert werden. Lasst uns den Saal bis zum letzten Platz füllen.

Am 06. Juli 2014 endet die zehnwöchige Projektphase mit einer öffentlichen Preisverleihung. Die besten Projekte werden in fünf Preiskategorien prämiert: Most Technical, Most Useful, Best Design, Funniest Hack und Out of Competition und die Gewinner bekommen ihre verdienten Preise.

Ausgangspunkt für alle Teams waren die Kulturdaten der teilnehmenden 16 deutschen Kultureinrichtungen. Da sie alle unter einer freien Lizenz für Coding da Vinci bereitgestellt wurden, konnten Scans  eines Hebariums mit Musikbeispielen eines anderen Museums vermischt werden, die Metadaten  einer Bibliothek durch die Bilddateien eines Instituts angereichert werden oder vergessene Autoren gelangen über Twitter wieder in die öffentliche Wahrnehmung von heute wieder. Alles war möglich. Ca. 150 Teilnehmende des ersten deutschen Kultur-Hackathons Coding da Vinci stellten sich den Herausforderungen des Wettbewerbes. Ihre Ergebnisse, die programmierten Apps, Webseiten, Spiele und Anwendungen stehen auch unter einer freien Lizenz und können von allen weiterentwickelt und mit weiteren Daten verknüpft werden. Der Nikolaus im Sommer ist daher womöglich erst der Anfang. Wie könnte es auch anders sein? Im Netz bleibt alles in Bewegung.

Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn enthüllt wird, was neu entstanden ist. Vielleicht sind Tierstimmen zu einer App geworden? Oder auf 3D-Scans von Musikinstrumenten kann virtuell gespielt werden? Und was ist aus den Inschriften der jüdischen Grabsteine in Hamburg gemacht worden? Wir sind sehr gespannt auf die Anwendungen. Auf den neuen Glanz „verstaubten“ Kulturerbes. Und auf die Gespräche mit denen, die neu gedacht und gecodet haben.

Öffentliche Preisverleihung

Sonntag 06. Juli 2014, 10:30-16:00 Uhr (Einlass ab 10:00 Uhr)

Großer Saal des Jüdischen Museums (2. OG)

Lindenstr. 9-14

10969 Berlin

Eine kleine Liste von FAQ

Was ist ein Hackathon?

Ein Hackathon ist ein Event, bei dem Programmierer (auch Hacker genannt), Grafikdesigner, Interface-Designer und Projektmanager zusammenkommen, um in einem vorgegebenen Zeitrahmen intensiv an einem Projekt zu arbeiten. Der zweite Wortteil ist von Marathon abgeleitet und zielt auf die intensive Zeit und Anstrengung, die die Teilnehmer miteinander verbringen. Die Dauer eines Hackathons kann variieren, von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Zu Beginn wird üblicherweise das Material vorgestellt, das bearbeitet werden soll. Die Teilnehmenden sprechen dann über ihre Ideen und schließen sich zu Teams zusammen, in die sie ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Ziel ist es, am Ende etwas erarbeitet zu haben, das weiter genutzt werden kann – von einer neuen Programmiersprache bis hin zu fertigen Apps ist alles möglich. Mehr Information unter dem Link.

Was ist ein Kultur-Hackathon?

Bei einem Kultur-Hackathon werden Kulturdaten zur Verfügung gestellt, die von allen Teilnehmenden bearbeitet werden können. Im Fall von Coding da Vinci haben 16 deutsche Kulturinstitutionen Kulturdaten zur Verfügung gestellt, aus denen die Teams Neues schaffen. Damit werden die Daten nicht nur in andere Zusammenhänge gebracht, sondern auch in neuer Form nutzbar gemacht. Raus aus den Archiven, rein in den Alltag.

Was sind Freie Lizenzen?

Freie Lizenzen ermöglichen nicht nur das Anschauen von Daten, sondern die freie Nachnutzung, ohne dies zuvor durch den Urheber genehmigen zu lassen. Es gibt unterschiedliche Lizenzmodelle für Inhalte und für Anwendungen. Mehr Information unter diesem Link.

 Wer sind die Macher von Coding da Vinci?

Coding da Vinci wird veranstaltet von der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) gemeinsam mit der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) und Wikimedia Deutschland (WMDE).

Wo kann ich mich anmelden?

Webseite und Anmeldung:http://codingdavinci.de

Wo finde ich mehr Informationen zu den Projekten?

Auf dem schwarzen Brett des Wettbewerbs, dem Hackdash, stellen sich alle 27 Projekte vor, auch diejenigen, die nicht am Sonntag präsentiert werden:http://cdvinci.hackdash.org

Kann ich Coding da Vinci auf Twitter folgen?

Ja sicher, unter @codingdavinci oder über den Hashtag #codingdavinci.

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