Geschrieben von Angelika Mühlbauer



In eigener Sache: Angelika sagt Danke und auf Wiedersehen


Nun ist es offiziell: Ich werde Wikimedia Deutschland zum Ende des Monats verlassen.
Ich möchte aber nicht einfach von der Bildfläche verschwinden, ohne hier noch einmal Danke zu sagen und mich zu verabschieden.

Gern wäre ich geblieben und hätte weiter an der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wikimedia gearbeitet. Aber die Dinge wurden für mich und andere Kollegen in den letzten Wochen anders entschieden. Schade, aber so ist das Leben manchmal. So habe ich nun Gelegenheit meine Ideen und Energien anderweitig einzubringen.

Ich blicke zurück auf fast drei Jahre Wikimedia. Als ich im März 2011 anfing und das Forschungsprojekt RENDER übernahm, war alles neu und aufregend. Viele tolle Menschen haben mich seither begleitet, mir diese spannende Welt gezeigt und mich zu einem leidenschaftlichen Teil dieser gemacht.
Mit der Neukonzipierung und Umsetzung der Wikipedia Academy 2012 bereiteten wir, meine Kollegen Nicole Ebber, Denis Barthel, ich und ein unglaublich engagiertes Organisationskommittee einen entscheidenden Schritt zur Verbindung beider Welten, der Wissenschaft und Wikipedia sowie ihrer Schwesterprojekte. Diese großartige Veranstaltung sollte die Grundlage für weitere WMDE-Veranstaltungen bereiten, wie in diesem Jahr die beiden großartigen Konferenzen zu OER und Diversität in Wikipedia.

Zusammen mit meinem großartigen Team – Kai Nissen, Johannes Kroll und Gerrit Holz (bis 03/13) – arbeiteten wir in RENDER an Lösungen, die einerseits dem Anspruch der Europäischen Kommission und dem Projektantrag gerecht wurden. Andererseits war immer auch unser Anspruch, wirklich verwendbare, sinnvolle Werkzeuge zu entwickeln, die Menschen in ihrer Arbeit mit der Wikipedia unterstützen. Der kontinuierliche Austausch mit Autorinnen und Autoren, wie z.B. während der RENDER-TC-Tour im Frühjahr diesen Jahres, half uns die Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen und darauf zu reagieren. Danke für diese spannenden Abende und Diskussionen. Ich habe viel über das menschliche Miteinander und die Wichtigkeit persönlicher Treffen gelernt.

Wir konnten im Herbst 2013 RENDER erfolgreich abschließen und erhielten während der finalen Bewertung vor Vertretern der Europäischen Kommission die Gesamtnote „Exzellent“. Das ist eine sehr gute Grundlage für potentielle kommende EU-geförderte Projekte. Die weitere Betreuung der entstandenen Werkzeuge wird durch meine Kollegen Kai Nissen und Johannes Kroll abgesichert. Fragen oder Anregungen dazu können gerne render@wikimedia.de gerichtet werden.

Mein Wunsch wäre interessierte Nutzer bei zukünftigen Projekten noch früher mit einzubeziehen um bestmögliche Resultate für die Nutzer und die WM-Projekte selbst zu erzielen. Diese und weitere Ideen werde ich nun leider nicht selbst weiterverfolgen können, aber ich weiß meine Vorarbeiten und Konzepte zu neuen Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen bei meinen Kollegen von Bildung & Wissen in guten Händen.

Danke an alle für eine unglaublich bereichernde Zeit. Wir sehen uns bestimmt irgendwo wieder.

Eine schöne Weihnachtszeit und alles Liebe,
Angelika

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Das RENDER-Projekt erzielte beim Review exzellente Ergebnisse

Jetzt ist es ganz offiziell vorbei. Gestern, am 21. November 2013, fand das finale Reviewmeeting des RENDER-Projekts vor Vertretern der Europäischen Kommission und externen Reviewern statt. Mein Kollege Kai Nissen und ich nahmen daran für Wikimedia Deutschland teil. Dieses Treffen diente der Bewertungen der Leistungen dieses EU-geförderten Forschungsprojekts.

Bereits am Dienstag trafen wir uns mit unseren anderen Partnern in den Räumen unseres Projektkoordinators Karlsruher Instituts für Technologie. Am Dienstag und Mittwoch besprachen wir unsere Präsentationen, korrigierten letzte Fehler und probten den Durchlauf. Das eigentliche Review fand dann am Donnerstag statt. Alle Partner stellten ihre Ergebnisse des Projekts und vor allem die Arbeiten innerhalb des letzten Jahres vor. Beispielsweise zeigte Andreas Thalhammer vom STI ein spannendes Analysewerkzeug TweetVis. Mit diesem Tool kann man Tweets des eigenen oder anderer Twitter-Profile nach Themen analysieren oder herausfinden, ob diese eher positiv oder negativ formuliert sind. Kai und ich stellten die finalen Fassungen unserer Unterstützungswerkzeuge für Wikipedia vor und gaben kurze Einblicke in die Evaluationsergebnisse und unsere Pläne für die Zukunft. Unsere Präsentationsfolien sind auf Commons abrufbar.

Leider kann ich hier nicht alle Werkzeuge und Dokumente im Detail vorstellen, die während des Projekts entstanden sind. Aber diese findet man auf der Projektseite. Wer ein bisschen Zeit und Lust hat mehr zu erfahren und auszutesten, sollte diese unbedingt besuchen.

Diese anstrengenden Tage haben sich gelohnt, denn die abschließende Bewertung der Reviewer lautete:

Das RENDER-Projekt hat exzellente Ergebnisse erreicht. Die Zusammenarbeit des Konsortiums sowie die verwirklichten Werkzeuge in allen Anwendungsfällen sind bemerkenswert für ein Forschungsprojekt.

Diese Auszeichnung erhalten Projekte in ihrer Abschlussbewertung wohl nur äußerst selten. Der schriftliche Bericht wird uns in den nächsten Wochen zugestellt, dann können wir das alles noch mal in Ruhe nachlesen.

Heute startet die WikiCon in Karlsruhe. Beim Workshop am Samstagnachmittag mit dem Titel „RENDER – Wie geht’s weiter?“ werde ich zusammen mit meinem Kollegen Johannes Kroll über die Weiterentwicklung des Artikelmonitors und des Artikellistengenerators sprechen. Denn diese Tools sollen jetzt keinesfalls in der Schublade verschwinden, sondern noch besser in Wikipedia integriert und bedarfsgerecht erweitert werden. Wir freuen uns dort eure Fragen zu beantworten oder auch gerne per Mail.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch mal bei allen bedanken, die uns während der letzten drei Jahre mit Ideen, Anregungen, Fragen oder auch konstruktiven Kritiken unterstützt haben. Vielen Dank!

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Die finalen Versionen der RENDER-Tools sind da

Artikellistengenerator

Seit heute sind die finalen Versionen der Unterstützungswerkzeuge online verfügbar. Diese wurden im Rahmen des RENDER-Projekts entwickelt und ermöglichen es Wikipedia-Nutzern den Status von Artikeln zu verstehen sowie Artikel zu finden, die möglicherweise einer Bearbeitung bedürfen. In den letzten Wochen haben wir Vorschläge und Anmerkungen, die wir während der RENDER-Team Communities-Tour gesammelt haben, sowie Erkenntnisse unserer Tests eingebaut und die Werkzeuge entsprechend angepasst.

Der Artikellistengenerator enthält neben einer Reihe kleinerer Anpassungen zwei neue Filter. Jetzt ist es möglich zusätzlich nach Artikeln zu suchen, die seit mehr als 12 Stunden nicht gesichtet wurden, sowie nach verwaisten Seiten, also Artikeln, die von keinem anderen Artikel aus erreicht werden können. Im Artikelmonitor haben wir einige vor allem strukturelle Veränderungen vorgenommen. An dieser Stelle danken wir nochmals allen, die uns mit Hinweisen, Fragen und Ideen unterstützt haben.

Alle Entwicklungen von RENDER laufen nun auch auf Wikimedia Labs. Nachdem die von uns benötigten Datenbanken seit kurzem zur Verfügung stehen, konnten wir den Umzug realisieren. Wer zu diesem Prozess mehr wissen möchte, kann seine Fragen gerne an Johannes Kroll richten.

Was kommt als Nächstes? RENDER selbst wird noch bis Ende September 2013 weiterlaufen. In der verbleibenden Zeit werden wir noch eine Reihe von Tests durchführen und unsere Ergebnisse dokumentieren. Während der diesjährigen Wikimania in Hong Kong werden wir die fertigen Tools vorstellen und über die nächsten Schritte sprechen, um die Nutzeroberflächen der Werkzeuge auch in anderen Sprachversionen verfügbar zu machen. Die Werkzeuge werden auch nach Projektende noch verfügbar sein und nach Bedarf angepasst und erweitert werden. Bei weiteren Fragen meldet euch gerne unter render@wikimedia.de.

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RENDER und Team Communitys auf Deutschland-Tour

Stuttgart Jugendhaus Mitte

Gemeinsamer Artikel von Christoph Jackel und Angelika Mühlbauer.

Die Wikimedia-Foren-Reihe zum Thema RENDER und Team Communitys hat am 14. Februar begonnen. An mehreren Abenden stellten wir die Unterstützungswerkzeuge vor, die im Rahmen des RENDER-Projekts entstanden sind, und gaben anschließend einen Einblick in die Projekte des Teams Communitys.

Zum Auftakt in Nürnberg setzten wir uns unter anderem mit dem Orgateam des 12. Fotoworkshops im Coworking Nürnberg zusammen.
Einen Tag später in Stuttgart, unserer zweiten Station, trafen wir auf Wiki(m/p)edianern im Jugendhaus Mitte. Vielen Dank an Rudolf für die wunderbare Vorbereitung dieses Abends.
Die letzte Station im Süden Deutschlands führte uns nach München. Dort fand am Samstag ein Einsteiger-Workshop im Cafe Netzwerk statt. Im Anschluss konnten wir dort unsere Projekte vorstellen und mit den Anwesenden diskutieren.

Diese ersten drei Termine waren für uns sehr spannend. Besonders hat uns die direkte Möglichkeit zum Austausch vor Ort gefallen. Außerdem hat sich ein Mal mehr gezeigt, dass wir solche Treffen viel häufiger machen sollten.

Das nächste Forum zu diesem Thema wird am 2. März in Dresden stattfinden. Wer Lust hat mehr darüber zu erfahren, ist dazu ganz herzlich eingeladen. Weitere Termine sind in Planung. Fragen oder Anregungen könnt ihr gerne an renderATwikimedia.de senden.

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Synchronisation von Wikipedia-Inhalten – Einladung zum CoSyne-Präsentationstag

Am 1. Februar findet in Amsterdam der CoSyne-Präsentationstag statt. An diesem Tag werden die Ergebnisse des CoSyne Projekts, einzelne Teilkomponenten der Analyse- und Übersetzungsprozesse, sowie das Demosystem vorgestellt werden.
Wir präsentieren in diesem Kontext auch unsere Arbeiten im RENDER-Projekt und besprechen mögliche Verknüpfung unserer Ergebnisse und Entwicklungen. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos.

CoSyne ist ein spannendes Forschungsprojekt mit Wikimedia Niederlande als Partner. Dabei geht es um multilinguale Sychronisation von Informationen in Wikis. Das System nutzt dabei Sprachverarbeitungstechnologien und maschinelle Übersetzungsmethoden um fehlende Informationen zu erkennen und Vorschläge zur Ergänzung zu geben. Dieses Video gibt einen Einblick in das Projekt.

Wikimedia Niederlande hat sich kurzfristig bereit erklärt, vier deutschsprachigen Wikipedianern die Anreise und Übernachtungskosten zu sponsern. Bei Interesse meldet euch bitte bei uns unter angelika.muehlbauer@wikimedia.de. Bitte stellt in eurer Anfrage kurz dar, warum ihr gerne daran teilnehmen möchtet. Wir stellen dann den Kontakt zu WMNL für euch her.

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Das RENDER-Projekt hat das zweite Projektjahr erfolgreich bestanden

Das zweite von drei Projektjahren im RENDER-Projekt ist abgeschlossen. In diesem Jahr haben wir viele Dinge umgesetzt: verschiedene Analyse-Ansätze implementiert, das RENDER Toolkit zur Veranschaulichung dieser Tools und verschiedener Daten-Sets realisiert, die Prototypen der Unterstützungswerkzeuge für Wikipedia entwickelt und durch zahlreiche Rückmeldungen kontinuierlich weiterentwickelt. Unsere Arbeiten haben wir in unserem Arbeitsbericht dokumentiert.

Gestern, am 22. November, fand in Luxemburg das Review zum zweiten Projektjahr vor Vertretern der Europäischen Kommission und zwei externen Gutachtern statt, an dem ich zusammen mit meinem Kollegen Kai Nissen teilnahm.
Das Ziel dieses Treffens war es, die Entwicklung der Arbeiten im Projekt zu bewerten und somit über dessen Fortführung zu entscheiden. Die Gutachter hatten zu diesem Zeitpunkt bereits alle Berichte gelesen.

Alle Partner zeigten während des Tages einige Hightlights ihrer Arbeiten und beantworteten weiterführende inhaltliche und finanzielle Fragen. Beispielsweise präsentierten unsere Projektkollegen von Google und JSI die erste Demo ihres DiversiNews-Werkzeuges. Mit diesem interaktiven Instrument kann ein Nutzer Nachrichtentexte zu einem Thema aus verschiedenen Perspektiven – wie positiv oder negativ – anfragen.
Wir stellten in unserer Präsentation das ASQM-Tool vor, das einem Nutzer verschiedene Statistiken und Qualitäts-Analyse-Ergebnisse zu einem Wikipedia-Artikel anzeigt. Darüber hinaus beleuchteten wir zwei darin enthaltene Analysen genauer – den LinkExtractor und WikiGini, das vom Projektpartner KIT entwickelt wurde.
Eine Übersicht aller im Projekt entwickelten Tools und Demos findet sich auf unserer EU-Projektseite.

Nun aber zum eigentlichen Ergebnis:

Das Projekt bekam auch in diesem Jahr eine gute Bewertung. Die Reviewer sprachen von einer weiteren Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr und sind schon auf unsere Abschlussvorstellung im nächsten Herbst gespannt. Das Konsortium erhielt noch einige Verbesserungsvorschläge um einen sehr guten Abschluss sicherzustellen. Nach dieser Vorabeinschätzung wird uns das offizielle Gutachten in einigen Wochen zugeschickt.

Wir sind sehr froh über den Verlauf dieses Treffens und konzentrieren uns nun auf die nächsten anstehenden Arbeiten – den Ausbau der Werkzeuge entsprechend der Bedürfnisse der Wikipedia-Nutzer als auch die abschließende Evaluation.

Wer noch mehr über das Projekt, das Review, die Werkzeuge und die nächsten Aufgaben wissen möchte, kann uns gerne unter render@wikimedia kontaktieren. Oder besucht uns am kommenden Sonntag, den 25. November, in der Geschäftsstelle zum Offenen Sonntag bei WMDE!

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Gib Lesern eine Stimme – Artikel-Feedback in neuem Gewand

Ein Blogbeitrag von Angelika Adam und Denis Barthel.

Ein Nachhall von der Wikimania: Dort stellte Fabrice Florin, Entwickler der Wikimedia Foundation, am zweiten Tag in einem Vortrag mit dem Titel Giving Readers a Voice: Lessons from Article Feedback v5 die Version 5 des Article Feedback Tools vor.  Zugleich präsentierte er Untersuchungsergebnisse zur Frage, wie das AFT (die Abkürzung sei erlaubt) sich eigentlich im praktischen Einsatz bewährt.

Eine doppelt interessante Fragestellung, insbesondere für deutschsprachige Wikipedianer. Wem dies alles nichts sagt (ist ja auch schon lang her): das AFT ist ein Werkzeug in der Tradition eines Tools, das 2008 in der deutschen Wikipedia live geschaltet wurde. Anhand eines schulnotenartigen Schemas sollte damals Lesern die Möglichkeit gegeben werden, einzelne Merkmale der Artikel zu beurteilen. Die deutschsprachige Community äußerte damals in einem Meinungsbild nicht zuletzt starke Zweifel an der Zweckmäßigkeit solcher Beurteilungen und setzte die Abschaltung dieses Tools durch.

Das war auch ein klares Signal gegen das Article Feedback Tool, da es ebenfalls die schematisierte Beurteilung der Qualität eines Wikipedia-Artikel erlaubte und daher in der deutschen Wikipedia nie zum Einsatz kam. In der englischen Wikipedia wurde die Version 4 im Juli 2011 vollständig eingebunden, Leser konnten seither dort die Artikel bewerten, indem sie für vier verschiedene Parameter jeweils 1 (besonders schlecht) bis 5 (besonders gut) Sterne vergaben. Die Parameter waren

  • Trustworthy – Ist dieser Artikel und seine enthaltenen Quellen vertrauenswürdig?
  • Objective – Ist der Artikel ausgewogen und umfassend formuliert?
  • Complete – Beinhaltet dieser Artikel die wichtigsten Informationen zu diesem Thema?
  • Well-Written – Ist der Artikel gut strukturiert und geschieben?

Die von Fabrice und seinem Team vorgenommenen Untersuchungen zu den Auswirkungen dieser Methode bestätigten die damaligen Befürchtungen der deutschen Wikipedianer: die Bewertungen wurden selten wirklich objektiv vorgenommen, vielmehr beurteilten Leser, ob sie das Thema oder den Hauptautoren mögen oder eben auch nicht. Und so zogen die Entwickler für die neue Version 5 die entsprechenden Konsequenzen. Diese neue Version arbeitet nicht mehr mit der Sternevergabe, sondern gibt den Lesern die Möglichkeit zusätzlich zu einer Einschätzung als positiv, neutral oder negativ einen Kommentar zu schreiben.

Diese direkte Möglichkeit zum Feedback ist offensichtlich zugänglicher als die Diskussionsseite. Zugleich bietet sie weitere Funktionen. So ist es möglich, vorherige Feedbacks zum Artikel zu bewerten, um sie zu priorisieren. Am meisten zeigt sich der Wert des Tools aber darin, dass es die Leser deutlich mehr zum eigenständigen Editieren ermuntert, so die Studien des Teams um Fabrice Florin.

In diesem kleinen, englischsprachigen Video kann man sich die Funktionalität des AFT kurz zusammen gefasst ansehen. Derzeit ist die Version in etwa 3% der englischen WP eingebunden, wer das Ganze einmal praktisch sehen möchte, kann es z.B. am Artikel zu Barack Obama probieren. Bis Ende Juli sollen 10% der englischen Wikipedia eingebunden sein und Ende September die gesamte englische Wikipedia. Ob die deutschsprachige Wikipedia das AFT einführt, obliegt der Community. Die bisher beanstandeten Fehler jedenfalls sind erfreulicherweise durch die neue Version gegenstandslos geworden.

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Google stellt historische Infobox-Daten zur Verfügung

Guillermo Garrido (NLP Group, UNED, Spanien) und Enrique Alfonseca von Google Research Zürich, einem unserer Projektpartner im RENDER-Projekt, haben ein Datenset extrahiert, das alle Attribut-Wert-Paare von Infoboxen in der englischsprachigen Wikipedia-Artikeln seit 2003 enthält.

Das WHAD-Set (Wikipedia Historical Attribute Data) ist auf der Downloadseite im RENDER-Toolkit abrufbar. Das 5,5 GB große Datenset steht unter der Lizenz CC-BY-SA und ist als Trainingsdatenmenge für Forscher im Bereich überwachtes maschinelles Lernen besonders interessant.

Ausführlichere Informationen zum WHAD-Datenset finden sich auf Enrique Alfonsecas Webseite.

Wir freuen uns besonders auf Enriques Teilnahme an der Wikipedia Academy. Seine Arbeiten zum WHAD-Datenset stellt er am Samstag während der Paper Session III: Analyzing Wikipedia Article Data vor.

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Johannes Kroll verstärkt das RENDER-Team

Johannes Kroll (Foto: Phillip Wilke / CC-BY-SA 3.0)

Seit dem 15.06. verstärkt Johannes Kroll als Software-Entwickler das Team des RENDER-Projekts bei Wikimedia Deutschland. In den kommenden Monaten wird Johannes das Projekt besonders bei der Entwicklung der geplanten Supporting Tools unterstützen. Diese Werkzeuge ermöglichen es Nutzern der Wikipedia, unausgewogen formulierte und nicht-neutrale Artikel zu finden, zu verstehen und zu verbessern.
Johannes arbeitet seit vielen Jahren als freiberuflicher Entwickler und hat bereits für Wikimedia an der Entwicklung für GraphCore und GraphServ gearbeitet. Sein Wissen und seine Expertise auf diesem Gebiet werden für die kommenden Aufgaben eine große Bereicherung sein. Herzlich Willkommen!

Als überzeugter Autodidakt, der sich ständig weiterbilden will und
muss, weiß ich den Zugang zu freiem Wissen besonders zu schätzen. Das
ist ein Grund, warum ich gern für und mit Wikimedia arbeite.“

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RENDER-Projekt-Treffen in Madrid

Distrito Telefónica (Madrid), Foto: Luis García (Zaqarbal), CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Neues vom RENDER Forschungsprojekt:
Am 3. und 4. Mai nahmen Kai Nissen und ich am Projekttreffen aller Partner bei Telefónica in Madrid teil. Diese Treffen finden einmal pro Quartal statt und werden jeweils von einem anderen Projektpartner organisiert. Diese persönlichen Begegnungen ermöglichen einen direkten Austausch und die Gelegenheit über aktuelle Arbeiten zu sprechen. Außerdem kann schnell und unkompliziert an u.a. technischen Problemen getüftelt werden.
Während des letzten Meetings in Innsbruck wurde eine Änderung des Ablaufs für die kommenden Treffen beschlossen: der erste Tag wird für die Präsentationen der aktuellen Arbeiten sowie die Planung weiterer Arbeitsschritte verwendet, die notwendig sind um aktuelle Aufgabenpakete erfolgreich abschließen zu können. Am zweiten Tag, dem Programmiertag, nutzen wir die Zeit zur Besprechung konkreter technischer Schwierigkeiten mit einzelnen Partnern und notwendiger, gemeinsamer Programmierungen.

Der Präsentationstag

Am ersten Tag des Treffens präsentierten wir den aktuellen Stand des RENDER-Toolkits.
Darüber hinaus diskutierten wir unsere aktuellen Analysen zur Neutralität und Aktualität von Wikipedia-Artikeln.
Dabei verfolgen wir folgende Ideen:
Für die Messung von Neutralität untersuchen wir derzeit Bundestagsprotokolle um Ausdrücke identifizieren zu können, die prototypisch von einer bestimmten Partei bzw. Fraktion verwendet werden. Mit Hilfe dieser Ergebnisse werden wir in der deutschen Wikipedia nach politische Tendenzen suchen und auch die Entwicklungen über die Zeit auswerten.
Die Aktualität von Wikipedia-Artikeln berechnen wir gegenwärtig durch die Auswertung von Edit-Zahlen unter Beachtung verschiedener Sprachversionen eines Artikels. Diesen Ansatz, der im Change Detector-Tool auf dem Toolserver ausgetestet werden kann, wollen wir in einem weiteren Schritt mit Informationen aus externen Quellen wie z.B. Nachrichtenartikeln kombinieren. Unser Projektpartner JSI wird bei der Umsetzung dieser Idee eng mit uns zusammenarbeiten und stellte in Madrid seinen News-Crawler vor. Einen ersten Eindruck des Prototypen bekommt man auf dieser Demoseite.

Der Programmiertag

Am zweiten Tag spezifizierten wir mit JSI unsere technischen Anforderungen zur Auswertung der Aktualität durch die Verwendung zusätzlicher Informationen aus Nachrichten-Artikeln. Darüberhinaus definierten wir einen weiteren Ansatz zur Neutralitätsanalyse besonders in deutschsprachigen Wikipedia-Artikeln. Hierfür extrahierten wir für JSI einen Datensatz, das wir in den nächsten Tagen auch auf die Toolkitseite laden werden. JSI verwendet diese Daten um mit Hilfe von maschinellen Lernverfahren charakteristische Muster von „Nicht-Neutralität“ in Artikeln zu identifizieren. Diese Arbeiten werden wir in den kommenden Monaten vertiefen.
Die Verbesserung des Toolkits war ein weiterer wichtiger Schwerpunkt an diesem Tag. Das „Viel-Augen-Prinzip“ brachte auch hier wertvolle Vorschläge und Ideen.

Wir brauchen eure Unterstützung

Wir würden uns sehr über eure Rückmeldungen zum Toolkit freuen. Gebt uns doch bitte bescheid, wenn beispielsweise Beschreibungen unverständlich sind, Funktionen fehlen oder die Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind. Das Toolkit ist in einem ständigen Erweiterungs- und Verbesserungsprozess – dafür brauchen wir auch eure Ideen!

Zur Vervollständigung unseres Teams suchen wir noch Software- und Web-EntwicklerInnen.
Meldet euche gerne bei Interesse und bitte unbedingt weitersagen!!

Bei weiteren Fragen und Anregungen freue ich mich über eure Nachricht an render@wikimedia.de!

Noch ein abschließendes Wort zu Madrid

Es soll eine tolle Stadt sein, hab ich gehört. Leider haben haben mich 14 Grad und Dauerregen nicht so richtig überzeugt. Aber das Telefónica-Hauptgebäude war ziemlich beeindruckend (siehe Foto)!

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