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#ZDFcheck – ZDF meets Wikimedia

Die #ZDFcheck-Redaktion bei der Arbeit (Foto: Kristina Hofmann, CC-BY)

Seit Mai 2013 läuft das Projekt #ZDFcheck, in dem das ZDF auf http://zdfcheck.de mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl Statements von Politikern prüft. Als Wikipedian in Residence betreue ich diese Zusammenarbeit und Freiwillige aus Wikimedia-Projekten, die gerne mitchecken möchten. Letzten Freitag fand eine Veranstaltung statt, die den übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin Wikipedia und die Hintergründe etwas näher bringen sollte.

Einen GLAMourösen Touch hatte die „interaktive Präsentation“ schon, zu der die #ZDFcheck-Redaktionschefin Sonja Schünemann im Namen der Redaktion und im Namen von Wikimedia Deutschland alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios eingeladen hatte. Daran hatte wohl nicht allein der Prosecco Schuld.

Circa 15 Gäste fanden in der Redaktion des #ZDFcheck in der 7. Etage ein, die nach anfänglichem Kennenlernen unseren Erläuterungen zum Projekt und zu den Hintergründen der Wikipedia gebannt lauschten und kritische, interessierte Rückfragen stellten. Häufig ergab sich so aus einer einzelnen Rückfrage eine ganze Diskussion, etwa über die Eingangskontrolle, die Möglichkeit zur politischen Manipulation von Artikeln und – gerade für die Journalistinnen und Journalisten des ZDF natürlich interessant – die Nutzbarkeit von Wikipedia als Rechercheinstrument. Das Thema „freie Lizenzen“ war den meisten Teilnehmenden kein absolutes Neuland mehr, obwohl sich auch einiges Staunen über die Möglichkeiten des Creative-Commons-Lizenzbaukastens in seiner ganzen Pracht auftat.

Erfreut waren wir darüber, dass auch die Wikipedia-Schwesterprojekte, insbesondere Wikimedia Commons, auf Interesse stießen und teilweise bereits bekannt waren. Nach dem Präsentationsteil bildeten sich noch mehrere Grüppchen, die, teils in der Abendsonne auf der Dachterrasse, teils an Laptops verteilt in der Redaktion selbst, verschiedene Themen noch einmal nachrecherchierten und Detailfragen klärten.

Besonders spannend fand ich ein Projekt zur Erstellung eines abteilungsinternen Wikis, in dem die internen Arbeitsabläufe so zugänglich gemacht werden sollen, dass sie von überall aufgerufen und bei Fehlern direkt von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angepasst werden können – ganz im Wiki-Stil also.

Im Nachgang haben wir viel positive Rückmeldung erhalten und man darf gespannt sein, welche weiteren Aktivitäten sich aus diesem Anstoß ergeben haben.

Bisher sind im Rahmen des Projekts gut 30 Grafiken unter der Freien Lizenz CC-BY entstanden, die von Netzneutralität bis Photovoltaik unterschiedlichste Themen behandeln. Sie können nun in die Wikipedia eingebunden oder anderweitig nachgenutzt werden. Wer Lust hat, sich als Helferin oder Helfer am Check zu beteiligen, kann sich gern über tim-moritz.hector@wikimedia.de an mich wenden – den Ablauf des #ZDFchecks zeigt auch das folgende Video:

 

Der Ablauf des #ZDFcheck – ein Zwischenbericht. Video: ZDF, CC-BY.

 

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14 Tage #ZDFcheck – ein Zwischenbericht

Wie zuletzt an dieser Stelle berichtet, ist vor zwei Wochen der ZDF-Faktencheck (#ZDFcheck) angelaufen. Im Rahmen dieses Projektes arbeiten eine Redaktion im ZDF-Hauptstadtstudio, Phoenix und Wikimedia gemeinsam an einem Faktencheck im Vorfeld der Bundestagswahl, in dem Politikeraussagen geprüft werden. Seit 13. Mai sitze ich nun als Wikipedian in Residence im Hauptstadtstudio des ZDF in Berlin in der ZDFcheck-Redaktion und betreue die Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland e. V.. Alle sind herzlich dazu eingeladen mit zu recherchieren und die Arbeit zu kommentieren und sich so zu beteiligen. Insbesondere freuen wir uns auf Hinweise von Wikipedianern, anderen Wikimedianern und der übrigen Netz-Community.

Im Laufe der letzten beiden Wochen haben wir rund 135 Hinweise von zahlreichen Freiwilligen erhalten, davon waren bereits vier Wikipedianer. Die Testphase des Formats, in der wir unsere Arbeitsweise geklärt haben, ist jetzt abgeschlossen. Fünf Thesen konnten wir bereits durch den Check schicken. Dabei gehen wir in mehreren Schritten vor: Zunächst definieren wir, was wir genau checken, um die Aussage dann nach und nach in ihre Einzelteile zu zerlegen. Diese prüfen wir dann auf ihren Wahrheitsgehalt.

Dr. Eckart Gaddum, ZDF-Hauptredaktionsleiter Neue Medien, fasst die Woche auf heute.de zusammen. Auch der NDR und die RheinZeitung berichten über das Format. Das politische Umfeld hat bereits sensibel auf das neue Format reagiert. Ein vollständiges Medienecho und weitere Informationen findet sich im FAQ in der Wikipedia und im Pressespiegel von Wikimedia.

Beispiel für eine Infografik, hier: Kinder in Kindertagesbetreuung

Eine Besonderheit des Checks ist, dass nicht nur die Möglichkeit zum Mitmachen besteht, sondern, dass alle erstellten Infomaterialien (Texte, Bilder und Videos) unter einer Freien Lizenz stehen. Dazu verwenden wir die Lizenz CC-BY. Gemeinsam mit der Grafikerin des ZDF und der Beratung von Wikipedianern erarbeiten wir so auch gezielt Material, das in der Wikipedia noch fehlt.

Die Kommentare von Wikipedianern und anderen Ehrenamtlichen aus den Wikimedia-Projekten, die die Software dezent hervorhebt, beobachtet die Redaktion mit besonderem Interesse, da wir von dieser Gruppe sehr hochwertige Beiträge erwarten. Bei Rückfragen oder Recherecheanfragen stehe ich besonders dieser Gruppe auf meiner Benutzerseite jederzeit zur Verfügung.

Die erste Runde von Materialien, fünf Infografiken, die im Bereich deutscher Innenpolitik verwendet werden können, wurde am Freitag auf Commons transferiert. Sie stehen unter einer Freien Lizenz und können jetzt weiter kategorisiert und eingebunden werden. Mithilfe dabei ist gern gesehen, auch hier stehe ich für Fragen gern zur Verfügung!

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