Posts Tagged ‘Wikipedia’



Themenabend „Women Edit“ bei Wikimedia Deutschland in Berlin

Dies ist ein Gastbeirtag von Maren Heltsche. Maren Heltsche ist freiberufliche Analystin und Beraterin. Bereits im letzten Jahr fand ein Themenabend zu “Wein, Wiki und Digital Media Women” in Hamburg statt. Im Rahmen ihrer Aktivitäten bei den Digital Media Women unterstützt sie das Projekt “Women Edit” und berichtet nun über das gemeinsame “Women Edit”- Treffen in der Geschäfttsstelle von Wikimedia Deutschland in Berlin. Der Blogpost ist im Original hier zu finden.

Unser digitaler Alltag ist ohne Wikipedia nicht vorstellbar. Und die Grundidee der Online-Enzyklopädie, das Wissen der Welt zusammen zu tragen und frei zur Verfügung zu stellen ist grandios. Allerdings werden die in Wikipedia veröffentlichten Inhalte zu über 90 Prozent von Männern verfasst. Frauen tragen mit ihrer Perspektive nur einen kleinen Teil zum digitalen Weltwissen bei. Das möchten wir ändern und laden zusammen mit Wikimedia Deutschland am 19. November zu einem Workshop ein.

Hier könnt ihr lernen, wie die aktive Mitarbeit in Wikipedia funktioniert und eigene erste Schritte unternehmen. Der Workshop wird geleitet von Silvia Stieneker, die das Projekt Women Edit von Wikimedia Deutschland begleitet und selbst aktiv an Wikipedia-Inhalten mitarbeitet. Sie hat einen ähnlichen Workshop auch schon in unserem Hamburger DMW-Quartier durchgeführt und die Ladies begeistert. Einen Bericht darüber gibt es hier zum Nachlesen.

Foto: Sandra Schink CC BY-SA 3.0

 

Der Abend beginnt mit einer allgemeinen Einführung und dann wollen wir aber praktisch arbeiten. Dafür sind zwei Dinge wichtig:

  1. bringt Euer eigenes Laptop mit (für diejenigen, die keines haben, gibt es auch 2-3 Leihgeräte)
  2. bitte legt Euch schon vorher ein eigenes Wikipedia-Benutzerkonto an

Es wird vor Ort Getränke und kleine Snacks geben. Nach der Veranstaltung wollen wir noch zusammen auf einen Absacker ins Yorckschlößchen gehen.

Details

Was: „Women Edit“ bei Wikimedia Deutschland
Wann: Dienstag 19.11.2013, 19-22 Uhr
Wo: Wikimedia Deutschland, Obentrautstr. 72, Berlin – auf Google Maps anschauen
Anmeldung: via Mixxt (da die Anzahl der Teilnehmerinnen beschränkt ist)

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Happy Birthday! Der Wikipedia Stammtisch München wird 10 Jahre alt

Münchner Wikipedianerplausch – Fantasy hat angeregt, sich doch mal in München zu treffen. Als Terminvorschlag steht dafür der nächste Donnerstag, 23.10.2003 im Raum. Wer kommt? Elian

So fing vor 10 Jahren die Geschichte des ersten Wikipedianer-Stammtisches an. Und im Bericht vom ersten Treffen fand sich die Vorhersage “Das Treffen werden wir leider wiederholen müssen, da wir es nicht geschafft haben alle Themen vollständig abzuhandeln ;-)”.

Und deswegen gibt es heute, am Samstag, 19.10.2013, einen weiteren öffentlichen Edit-Workshop des Stammtischs München und  anschließend eine Feier zum 10jährigen Bestehen des Stammtischs.

  • Der Edit-Workshop findet ab 15 Uhr statt im Café Netzwerk (Luisenstr. 11, 80333 München),
  • die anschließende Feier ab 19 Uhr ganz um die Ecke  im Munich Flair (Gabelsbergerstr. 24, 80333 München).

Vielen Dank für die vielen Aktionen der letzten 10 Jahre nach München und alles Gute für die nächsten (mindestens) 10!

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Ein Werkstattbericht aus San Francisco: Die neue Markenrichtlinie

Dies ist ein Gastbeitrag von Lukas Mezger, einem Rechtsreferendar und zugleich langjährigen Community-Mitglied aus Deutschland, der zur Zeit ein Praktikum in der Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation absolviert. Vielen Dank und schöne Grüße nach San Francisco! Wir greifen mit diesem Blogpost die bereits im Juni vorgestellte Änderung der Markenrichtlinie auf. Heute ist dazu auch ein längerer Beitrag im WP-Kurier erschienen.

Wikimedia Logo-Familie;
© Wikimedia Foundation

 

Eine der vielen Aufgaben der Wikimedia Foundation ist der Schutz der verschiedenen Marken, unter denen man die Wikimedia-Projekte kennt. Das bekannteste Beispiel ist der “Puzzleball”, der zu einem weithin bekannten Symbol für die freie, kollaborativ erstellte Enzyklopädie Wikipedia geworden ist. Damit das auch so bleibt, wacht die Wikimedia Foundation darüber, dass dieses Symbol im Einklang mit den Werten der Wikimedia-Bewegung genutzt wird. Seit 2009 stellt eine Markenrichtlinie dafür bestimmte Regeln auf.

Um diese Regeln zeitgemäßer und einfacher zu gestalten, sammelt die Foundation seit Juni dieses Jahres Stimmen aus der Wikimedia-Community. Bislang haben sich schon viele Wikimedianer gemeldet und die Mitarbeiter der Rechtsabteilung in San Francisco haben einen Entwurf erarbeitet, der in den nächsten Monaten zur allgemeinen Diskussion veröffentlicht werden soll. Als Rechtsreferendar aus Deutschland mache ich momentan für drei Monate bei der Wikimedia Foundation Station und unterstütze die zuständige Justitiarin Yana Welinder bei ihrer Arbeit.

Die wichtigsten Regeln bei der Arbeit waren schnell klar: Lesbarkeit und Praktikabilität sind oberstes Ziel des neuen Entwurfs. Zum einen sollte ich also sicherstellen, dass die neue Markenrichtlinie in einer äußerst klaren Sprache verfasst ist. Auch als Nicht-Muttersprachler ist das schwieriger, als man denkt! Und für mich als werdenden Juristen bedeutete es, umlernen zu müssen: Statt juristischer Präzision, Standardfloskeln und Fachausdrücken standen auf einmal kurze Sätze, einfache Wörter und viele Beispiele auf der Tagesordnung.

Andererseits waren meine Erfahrungen als langjähriges Mitglied der deutschsprachigen Wikipedia-Community gefragt: Was sind typische Fälle, in denen ein Wikimedianer die Marken nutzen möchte? Wie kann man Genehmigungen und Lizenzen unbürokratisch gestalten, ohne die Zügel vollkommen loszulassen und damit zu riskieren, dass der Markenschutz verloren geht? Gut, dass es bereits viele Anregungen von anderen Freiwilligen gab und uns Wikimedia Deutschland eine kleine Liste mit typischen Nutzungsweisen zur Verfügung stellte.

In den nächsten Monaten werden wir den fertigen Entwurf zur Diskussion stellen. Bis dahin freuen wir uns aber auch noch über Ideen und Anregungen aus der Community!

P. S.: Die neue Markenrichtlinie ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem jüngst bereits veröffentlichten Entwurf einer neuen Datenschutzrichtlinie.

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Wikidata quality and quantity

One of the goals of the Wikidata development project is a community that is strong enough to maintain the content in Wikidata. The community is – as with all other Wikimedia projects – the only guarantee of quality and sustainability.

None of the objectives of the Wikidata development project is to be the largest collection of data on the net. The sheer number of statements in Wikidata is not a metric that is indicative of healthy growth or quality. Since it is an easy to get and understandable number it is nontheless used a lot, but we should not attach too much importance to it.

This leads to the question, which metrics are meaningful for quality in Wikidata? And I have to admit: we do not know. This may seem particularly ironic since my dissertation was on the topic of quality measurement of knowledge structures. But it is not surprising: the opportunity to make statements in Wikidata exists since about half a year. The site is in continuous development, and some important pieces for quality assurance that are planned for Wikidata are not yet developed – including, for example, ranks for statements, web links as a data type, the protection of individual statements and aggregated views of the data. How to make quality measurable in Wikidata, which metrics correlate with quality – it has simply not yet been investigated sufficiently. I expect that science will provide some answers in the coming months and years.

To get an overview of the development of Wikidata, we must temporarily take assumptions about what numbers likely indicate quality. I do hereby call the community to make suggestions and discuss. A few first thoughts below.

The number of data elements (items) seems to not be a useful measure. This number is so far almost exclusively characterized in that items are required for the storage of language links. Accordingly, there was initially strong growth, while the links were transferred, and in recent months, the number is relatively stable.

The number of edits per page seems to be more meaningful. Last week it went above 5.0 and is rising quickly. The number of edits alone in Wikidata is less meaningful than in many other Wikimedia projects as an extraordinarily high proportion of the edits are done by bots. Bots are programs written by users to automatically or semi-automatically make changes. The bots are controlled by a group of about 80 users. This leads many to the idea that Wikidata is only written by bots. But that’s not true: every month 600000-1 million edits are performed by human user. These are numbers that can be reached only by the most active Wikipedias – including their own bot edits. Worries about Wkidata’s growth being too fast and that the quality of the data would suffer, have so far, except for anecdotes, not proven true.

Perhaps the simplest metric is the number of active users. Active users in Wikimedia projects are defined as the users who contributed at least five edits in a given month. Wikidata has nearly 4,000 active users, making it rank 6th among the most active of the Wikimedia projects together with the Japanese and Russian Wikipedia behind only the English Wikipedia, Commons, the German, French and Spanish Wikipedia. In other words, Wikidata has more active users than 100 smaller Wikipedias combined! Whenever the smaller Wikipedias access Wikidata, they rely on a knowledge base that is maintained by a much larger community than their own Wikipedia. But the advantages don’t end there: by using the content of Wikidata in the Wikipedias it becomes more visible, gets more attention, and errors are more likely to be found (although we still lack the technical means to then correct the error easily from Wikipedia – but that is on the development plan). This mainly benefits the smaller Wikipedias.

But it also already has useful advantages for the larger Wikipedias: An exciting – and for me completely unexpected – opportunity for quality assurance came when the English Wikipedia decided not to simply take IMDB IDs from Wikidata but instead load them from Wikidata to compare them with the existing numbers in Wikipedia, and in the case of inconsistency to add a hidden category to the article. This way difficult to detect errors and easily vandalisable data got an additional safety net: it may well be that you have a typo in the number on the English Wikipedia, or some especially funny person switched the ID for Hannah Montana’s latest film with that ofNatural Born Killers in the French Wikipedia – but now these situations are detected quickly and automatically. This data that is validated in several ways can then be used by the smaller Wikipedias with little concern.

As mentioned earlier, a lot is still missing and Wikidata is a very young project. Many of the statements in Wikidata are without a source. Even in the German Wikipedia the statement, Paris is the capital of France, does not have a source. We impose much stricter rules on a much smaller project after such a short time? But, then one may interject, if a statement has no source, I can not use it in my Wikipedia. And that is perfectly okay: it is already possible now, to just use data from Wikidata if they have a source of a certain type.

There are two ways to ensure the long term quality of Wikipedia: Allow user to be more effective or attract more users. We should continue to pursue both ways and Wikidata uses both ways very effectively: the mechanisms described above aim to give users the means to make more powerful tools and processes to build quality assurance, simultaneously Wikidata has already brought more than 1300 new users to the Wikimedia projects who had not edited in the other Wikimedia projects before.

Wikidatas main goal is to support the Wikimedia projects: it should enable higher quality of the content and reduce the effort required for the same. We need more metrics that capture this goal, and show how we evolve. The simple metrics all indicate that the initial growth in width has come to an end after months, and that the project is gaining in depth and quality. There are useful applications both for small as well as for large projects. But it is also clear that I am an avid supporter of Wikidata and so have a bias, and therefore start a call for ideas to track Wikidata’s effect critically and accurately.

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Wikidata Qualität und Quantität

Eines der Ziele des Wikidata-Entwicklungsprojektes ist eine Community, die stark genug ist, die Inhalte in Wikidata zu pflegen. Die Community ist – wie für alle anderen Wikimedia-Projekte auch – der einzige Garant für Qualität und Nachhaltigkeit.

Keines der Ziele des Wikidata-Entwicklungsprojektes ist es, die größte Sammlung von Daten im Netz zu werden. Die schiere Anzahl der Aussagen in Wikidata ist keine Metrik, die auf gesunden Wachstum oder Qualität schließen lässt. Da sie eine leicht berechenbare und verständliche Zahl ist, wird sie dennoch gerne genannt, aber wir sollten ihr nicht zuviel Bedeutung beimessen.

Das führt zu der Frage, welche Metriken denn aussagekräftig für Qualität in Wikidata sind? Und da muss ich zugestehen: wir wissen es nicht. Das mag besonders ironisch erscheinen, da meine Dissertation das Thema Qualitätsmessung von Wissensstrukturen hatte. Aber es ist nicht überraschend: die Möglichkeit, Aussagen in Wikidata zu machen, gibt es seit etwa einem halben Jahr. Die Seite ist in stetiger Entwicklung, und manche Herzstücke der Qualitätssicherung wie sie in Wikidata geplant sind, sind noch nicht entwickelt – dazu gehören zum Beispiel Ränge für Aussagen, Weblinks als Datentyp, der Schutz einzelner Aussagen und aggregierte Sichten auf die Daten. Wie man Qualität in Wikidata messbar macht, welche Metriken mit Qualität korrelieren – es wurde schlicht noch nicht hinreichend untersucht. Ich setze hier sehr darauf, dass in den kommenden Monaten und Jahren die Wissenschaft ein paar Antworten liefern wird.

Um überhaupt einen Überblick über die Entwicklung Wikidatas zu haben, müssen wir vorläufig Annahmen darüber treffen, welche Zahlen wahrscheinlich auf Qualität hinweisen. Ich will hiermit auch die Community aufrufen, Vorschläge zu machen und zu diskutieren. Ein paar erste Gedanken diskutiere ich im Folgenden.

Die Anzahl der Datenelemente (Items) scheint kein brauchbares Maß. Diese Zahl ist bislang fast ausschließlich dadurch gegeben, dass die Items für das Speichern von Sprachenlinks notwendig sind. Entsprechend gab es zunächst ein starkes Wachstum, während die Links übertragen wurden, und seit einigen Monaten ist die Zahl relativ stabil.

Deutlich aussagekräftiger scheint die Zahl der Bearbeitungen pro Seite zu sein. Die hat letzte Woche 5,0 überschritten, und steigt recht schnell. Die Zahl der Bearbeitungen alleine ist in Wikidata weniger aussagekräftig als in vielen anderen Wikimediaprojekten, da ein außerordentlich hoher Anteil der Bearbeitungen von Bots erledigt wird. Bots sind Programme, von Benutzern geschrieben, die automatisch oder halb-automatisch Änderungen vornehmen. Die Bots werden von einer Gruppe von etwa 80 Benutzern gesteuert. Das führt bei vielen Beobachtern zu dem Gedanken, dass Wikidata nur von Bots geschrieben wird. Aber das stimmt nicht: jedem Monat werden zwischen 600,000 und 1 Million Bearbeitungen durch menschliche Benutzer durchgeführt. Das sind Zahlen, die nur von den aktivsten Wikipedien erreicht werden – inklusive ihre eigenen Botbearbeitungen. Warnrufe darüber, dass Wikidatas Wachstum viel zu schnell sei und die Qualität der Daten auf der Strecke bliebe, wurden bislang, außer durch Anekdoten, nicht belegt.

Die vielleicht einfachste Metrik ist die Zahl der aktiven Benutzer. Aktive Benutzer werden in Wikimediaprojekten definiert als die Benutzer, die zumindest fünf Bearbeitungen im Monat beitrugen. Wikidata hat knapp 4000 aktive Benutzer, und ist damit mit der Japanischen und Russischen Wikipedia auf Rang 6 der aktivsten Wikimediaprojekte, nur hinter der Englischen Wikipedia, Commons, der Deutschen, Französischen und Spanischen Wikipedia. Oder anders gesagt: Wikidata hat mehr aktive Benutzer als 100 kleinere Wikipedien zusammengezählt! Wann auch immer die kleineren Wikipedien auf Wikidata zugreifen, greifen sie auf eine Wissensbasis zurück, die von einer deutlich größeren Community gewartet wird als ihre eigene Wikipedia. Aber damit erschöpft sich der Vorteil noch nicht: durch das Darstellen der Inhalte von Wikidata in den Wikipedien werden die Inhalte sichtbarer, erhalten mehr Aufmerksamkeit, und Fehler werden wahrscheinlicher gefunden (auch wenn es noch an der technischen Möglichkeit fehlt, die Fehler dann auch leicht aus der Wikipedia heraus zu korrigieren – aber auch das steht im Entwicklungsplan). Das nutzt vor allem den kleineren Wikipedien.

Aber auch die größeren Wikipedien haben jetzt schon handfeste Vorteile: eine spannende – und für mich vollkommen unterwartete – Möglichkeit zur Qualitätssicherung ergab sich, als die Englische Wikipedia entschloss, IMDB IDs nicht einfach aus Wikidata zu übernehmen, sondern vielmehr aus Wikidata zu laden, mit den vorhandenen Zahlen in Wikipedia zu vergleichen, und im Fall einer Inkonsistenz den Artikel mit einer versteckten Kategorie zu versehen. Dadurch könne gerade schwer zu entdeckende Fehler und leicht vandalisierbare Daten mit einem mehrfachen Sicherheitsnetz versehen werden: es kann ja sein, dass man einen Zahlendreher in der Englischen Wikipedia hat, oder das ein Spaßvogel in der Französischen Wikipedia die ID für Hanna Montanas neuesten Film mit der von Natural Born Killers vertauscht – aber nun werden solche Situationen schnell und automatisch erkannt. Diese mehrfach validierten Daten können dann auch mit wenig Bedenken von den kleineren Wikipedien genutzt werden.

Wie anfangs erwähnt, vieles fehlt noch, und Wikidata ist ein sehr junges Projekt. Viele der Aussagen in Wikidata stehen ohne Quelle da. Auch in der Deutschen Wikipedia hat die Aussage, Paris sei die Hauptstadt Frankreichs, keine Quelle. Verlangen wir von einem viel kleineren Projekt strengere Regeln nach so kurzer Zeit? Aber, mag man dann einwerfen, wenn eine Aussage keine Quelle hat, kann ich sie in meiner Wikipedia nicht verwenden. Und das ist vollkommen in Ordnung: es ist jetzt bereits möglich, Daten aus Wikidata nur zu übernehmen, wenn sie eine Quelle einer bestimmten Art haben.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Qualität der Wikipedien langfristig zu sichern: Benutzer effektiver werden lassen oder mehr Benutzer gewinnen. Beide Wege sollten wir weiterhin verfolgen, und Wikidata verfolgt beide Wege sehr effektiv: die oben beschriebenen Mechanismen zielen daraufhin, den Benutzern die Mittel zu geben, mächtigere Werkzeuge und Prozesse zur Qualitätssicherung aufbauen zu lassen, gleichzeitig hat Wikidata bereits mehr als 1300 neue Benutzer zu den Wikimediaprojekten geführt, die bislang nicht in den anderen Wikimediaprojekten editierten.

Wikidatas Hauptziel ist die Wikimediaprojekte zu unterstützen: es soll eine höhere Qualität der Inhalte ermöglichen und gleichzeitig den dafür benötigten Aufwand senken. Wir brauchen mehr Metriken, die dieses Ziel erfassen, und die zeigen, wie wir uns dahingehend entwickeln. Die einfachen Metriken deuten alle darauf hin, dass der anfängliche Wachstum in der Breite seit Monaten zu einem Abschluss gekommen ist, und dass das Projekt in Tiefe und Qualität gewinnt. Es gibt nützliche Anwendungen sowohl für die kleinen wie auch für die großen Projekte. Aber es ist auch klar, dass ich ein eifriger Verfechter Wikidatas bin, damit einen Bias habe, und deswegen einen Aufruf starte, nach Möglichkeiten, Wikidatas Effekt kritisch und genau verfolgen zu können.

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#ZDFcheck – ZDF meets Wikimedia

Die #ZDFcheck-Redaktion bei der Arbeit (Foto: Kristina Hofmann, CC-BY)

Seit Mai 2013 läuft das Projekt #ZDFcheck, in dem das ZDF auf http://zdfcheck.de mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl Statements von Politikern prüft. Als Wikipedian in Residence betreue ich diese Zusammenarbeit und Freiwillige aus Wikimedia-Projekten, die gerne mitchecken möchten. Letzten Freitag fand eine Veranstaltung statt, die den übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin Wikipedia und die Hintergründe etwas näher bringen sollte.

Einen GLAMourösen Touch hatte die „interaktive Präsentation” schon, zu der die #ZDFcheck-Redaktionschefin Sonja Schünemann im Namen der Redaktion und im Namen von Wikimedia Deutschland alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios eingeladen hatte. Daran hatte wohl nicht allein der Prosecco Schuld.

Circa 15 Gäste fanden in der Redaktion des #ZDFcheck in der 7. Etage ein, die nach anfänglichem Kennenlernen unseren Erläuterungen zum Projekt und zu den Hintergründen der Wikipedia gebannt lauschten und kritische, interessierte Rückfragen stellten. Häufig ergab sich so aus einer einzelnen Rückfrage eine ganze Diskussion, etwa über die Eingangskontrolle, die Möglichkeit zur politischen Manipulation von Artikeln und – gerade für die Journalistinnen und Journalisten des ZDF natürlich interessant – die Nutzbarkeit von Wikipedia als Rechercheinstrument. Das Thema „freie Lizenzen“ war den meisten Teilnehmenden kein absolutes Neuland mehr, obwohl sich auch einiges Staunen über die Möglichkeiten des Creative-Commons-Lizenzbaukastens in seiner ganzen Pracht auftat.

Erfreut waren wir darüber, dass auch die Wikipedia-Schwesterprojekte, insbesondere Wikimedia Commons, auf Interesse stießen und teilweise bereits bekannt waren. Nach dem Präsentationsteil bildeten sich noch mehrere Grüppchen, die, teils in der Abendsonne auf der Dachterrasse, teils an Laptops verteilt in der Redaktion selbst, verschiedene Themen noch einmal nachrecherchierten und Detailfragen klärten.

Besonders spannend fand ich ein Projekt zur Erstellung eines abteilungsinternen Wikis, in dem die internen Arbeitsabläufe so zugänglich gemacht werden sollen, dass sie von überall aufgerufen und bei Fehlern direkt von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angepasst werden können – ganz im Wiki-Stil also.

Im Nachgang haben wir viel positive Rückmeldung erhalten und man darf gespannt sein, welche weiteren Aktivitäten sich aus diesem Anstoß ergeben haben.

Bisher sind im Rahmen des Projekts gut 30 Grafiken unter der Freien Lizenz CC-BY entstanden, die von Netzneutralität bis Photovoltaik unterschiedlichste Themen behandeln. Sie können nun in die Wikipedia eingebunden oder anderweitig nachgenutzt werden. Wer Lust hat, sich als Helferin oder Helfer am Check zu beteiligen, kann sich gern über tim-moritz.hector@wikimedia.de an mich wenden – den Ablauf des #ZDFchecks zeigt auch das folgende Video:

 

Der Ablauf des #ZDFcheck – ein Zwischenbericht. Video: ZDF, CC-BY.

 

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“Women edit”: Wikimedia lädt Frauen zum Mitmachen ein!

Das Pilotprojekt „Women edit“ ist ein Angebot für Frauen, sich aktiv an den Wikimedia-Projekten zu beteiligen. Ob Wikipedia, Wikimedia-Commons oder Wikivoyage – die Möglichkeiten mitzumachen sind ganz unterschiedlich: Artikel schreiben, Bilder hochladen, Reiseinformationen aktualisieren oder mit den Communities diskutieren.

In mehreren deutschen Städten sollen offene Netzwerktreffen, Editier-Partys und Edit-a-thons mit Unterstützung von Wikimedia organisiert werden. Zur Gestaltung und Unterstützung dieser Veranstaltungen suchen wir engagierte „Wikiwomen”, die als Ansprechpartnerinnen in der Stadt oder Gemeinde dazu beitragen, lokale Netzwerke aufzubauen und zu begleiten.

Ob im kleinen oder großen Kreis, ob einmalig oder regelmäßig: Jede Initiative ist willkommen!  Wir sind  gespannt auf Ideen und haben schon ein paar gesammelt:

Sandra Schink, CC-BY-SA 3.0

Offene Netzwerktreffen: Diese Treffen können regelmäßig in einem (u.U. mit Computern ausgestatteten) Raum veranstaltet werden. Teilnehmerinnen diskutieren hier über ihre eigenen Erfahrungen mit der Wikipedia und können sich individuell dazu beraten lassen, was beim ersten eigenen Artikel zu beachten ist. Bei den Treffen können sie andere Frauen kennenlernen, um gemeinsam an Artikeln zu arbeiten oder sich an aktuellen Diskussionen zu beteiligen.

Editier-Party: Frauen treffen sich mit ihren Laptops im Gepäck in einem Café oder einer Bar. Bei Kaffee oder einem Glas Wein lernen sie die wichtigsten Wikipedia-Grundlagen kennen, tauschen sich aus und machen ihre ersten Edits. Wer weiß, vielleicht wird daraus ja ein regelmäßiger Wikipedia-Stammtisch für Frauen? Weiterlesen »

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“My beautiful life thanks to PLV” bei 91 Dezibel

Auf der diesjährigen Wikimania in Hongkong war die Zukunft der Wikipedia eines der großen Themen. Unter dem Titel “Imagine the Wikipedia in 2022” luden Dirk Franke und die Autorin die anwesenden Zukunftsforscher unter den Wikipedianern ein zu visionieren.

Rote Plüschsitze, goldene Tressen, Marmor und auf Hochglanz lackiertes Holz. Wir befinden uns im kühlen Jockey Auditorium der Politechnischen Universität in Hongkong. So scheint es. In Wirklichkeit ist dies die geheime Starbahn der Wikimania Zeitmaschine. Denn 10 Sekunden nach Beginn des Countdown landen geschätzt 200 Menschen im Jahr 2022.

Drei dominante Trends prägen die Online Welt: Personalisierung, Vernetzung und Visualisierung. Dabei steht Personalisierung für die tatsächliche oder scheinbare am User orientierte Ausrichtung aller IT gestützten Dienstleistungen und Produkte. Vernetzung umfasst nicht nur Personen und Institutionen, sondern auch in exponentieller Weise die Vernetzung mit dem Internet der Dinge. Ob Auto oder Fernseher, alle Dinge um uns interagieren mit uns. Sie senden Informationen, die wiederum unmittelbar auf unsere Umgebung zurückwirken. Schließlich wird das unbedingte Visualisierungsdiktat dazuführen, dass die Wikipedia in 10 Jahren 70% Bildanteil zu 30% Textanteil aufweisen und die Fähigkeit sich auf Texte einzulassen, die zwei Tweetlängen überschreiten, gegen Null tendieren wird.

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P für Personalisierung. Als einer der großen Online-trends.

Die Vision des Organisationssoziologen Benjamin Mako Hill

Das große Online Projekt in 2022 ist die NEWPEDIA. Nachdem in der Wikipedia ein siebenstufigen Wizard eingeführt wurde, dem jeder folgen muss, bevor er/sie  einen Artikel editieren darf, starteten ein paar Open Knowledge Fans ein neues Projekt: die NEWpedia. Hier kann jeder beitragen in der Art, wie er will. Die Wikipedia ist in die Bedeutungslosigkeit abgesunken und alle nutzen nur noch NEWpedia. Etwaige Parallelen zur Nupedia sind ganz zufällig.

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The Wikipedia Ltd. nach Christophe Henner

Als Reaktion auf sinkenden Spendeneinnahmen in Folge der steigenden Lebensmittelpreise nach den Turbulenzen auf den Finanzmärkten und Mißernten im Zuge der globalen Klimaveränderung beschloss die Wikimedia Foundation sich in ein kommerzielles Unternehmen umzuwandeln und verkaufte Werbeflächen in der Wikipedia. Dies war erst der Anfang des erfolgreichsten Medienunternehmens des vergangen Jahrzehnts. Im Jahr 2022 zahlt man nicht nur dafür, die Wikipedia werbefrei zu lesen, man zahlt auch dafür in der Wikipedia editieren zu dürfen, man zahlt für die Nutzung der Wikipedia und natürlich sind die Möglichkeiten der Werbung viel ausgefeilter als einfache Clips am Rande der Artikel. Der Börsengang steht unmittelbar bevor.

“Back to the Roots and have fun” meint Melissa Parisi

Die Wikipedia ist zu ihren Anfängen zurückgekehrt. Jeder kann einfach sich auf das Editieren konzentrieren, die Edit-Wars haben aufgehört und man hat einfach wieder Spaß daran in der Wikipedia mitzuarbeiten.

L für Linking up, der 2. große Online Trend. Hier dargestellt durch eine Kunstinstallation im Stromnetz von San Franzisko.

Alle Museen sind wikifiziert orakelt Glambora

GLAM Institutionen im Jahr 2022 begrüßen längst keine Besucher mehr, sondern interagieren mit Usern über die präsentierten Inhalte. Die gesellschaftliche Relevanz des kulturellen Erbes definiert sich nahezu ausschließlich über die Publikumsinteressen. Sinneserfahrungen, emotionale Narrative und Authenzitität sind zentrale Motive für einen Ausstellungsbesuch. Raumerfahrung und Kontextualisierung sind die entscheidenden Kriterien zum Erleben der Sammlungen vor Ort. Unterstützen lässt sich der emanzipierte User hierin durch einerseits seine sozialen Netzwerke, die ihm / ihr Orientierung im enormen Kultur- und Informationsangebot versprechen, andererseits durch Wissensaggregatoren wie die Wikipedia, die ihn / sie über geeignete Schnittstellen auf seine /ihre Bedarfe zugeschnittene Hintergrundinformation zum Objekt bieten. Im Netz stellt er / sie ganz individuell digitale Inhalte zusammen und generiert daraus neue Interpretationsansätze. Die Mitarbeiter der GLAM-Einrichtungen diskutieren in den jeweiligen Foren diese Interpretationen mit den Usern. Forschung im akademischen Sinne stellt nur einen Bruchteil der Arbeit dar, das Befüllen der Wikipedia Plattformen ist in das Zentrum gerückt. Entscheidend für die Wikipedia war es, dass interaktive Anwendungen sich einfach in die Wikipedia integrieren ließen.

Die Wikipedia wandert in den Untergrund glaubt Dirk Franke

In zehn Jahren editiert nur noch eine Elite tatsächlich in der Wikipedia. An der quirligen Oberfläche buhlen unzählige Apps ( ) und APIs um die Gunst des Lesers. Sie alle speisen sich aus der Wikipedia. Zum Beispiel: Bots lesen Artikelinhalte aus und lesen sie vor, wenn man etwa vor einem Denkmal steht. Den meisten Anwendern ist gar nicht bewusst, dass sie die Wikipedia-Inhalte nutzen und die meisten Wikipedia-Autoren sind darüber auch nicht unglücklich. So können sie ungestört von den immer wilderen und schrilleren Inhalten ihren Mikrokosmos der komplexen Regularien der Wikipedia pflegen. Es ist nur eine kleine Schar von Savants, die so zusagen im Keller des Wissens die Wikipedia in Reinkultur fortführen.

Stimmen aus dem Auditorium

Aus Indien: Es gibt nur noch eine Wikipedia und ein Übersetzungsprogramm für alle Sprachen dieser Welt.

Aus Hongkong: Wiki wird zum allumfassenden Lebensstil. Selbst das reale Leben ist wikifiziert.

Aus Südafrika: Der Regionalität des Wissens wird mehr Rechnung getragen und aus der Gegenwart fallendes Wissen wird multimedial in der Wikipedia konserviert.

Aus Deutschland: Wikipedia wird es zwar noch geben, aber der Bildungsaspekt wird sehr viel wichtiger sein als heute.

Aus Niederlanden: Wikipedia findet Eingang in die Grundschulen. Das Problem der nur kurzzeitig relevanten Artikel, die nicht aktualisiert werden, wird gelöst sein.

Aus Hongkong: Durch exzessives Crowd Sourcing werden alle verfügbaren Daten in die Wikipedia integriert und über entsprechende Schnittstellen so aufgearbeitet, dass ich mich über jedes Ding oder Thema meiner Wahl auf dem Niveau informieren kann, wie ich es in diesem Augenblick wünsche.

Aus den USA: Das Vorbild der Wikipedia als riesiges globales Projekt der Zusammenarbeit strahlt auf andere gesellschaftliche Bereiche aus.

Aus Deutschland: In der Zukunft werden nicht aktualisierte Artikel automatisch gelöscht.

Aus Argentinien: In zehn Jahren gibt es entweder eine chinesische Wikipedia oder gar keine mehr.

Aus Südafrika: Die Wikimedia Foundation muss gegebenenfalls in eine Region umziehen, wo Pressefreiheit wirklich garantiert wird.

Aus unbekannt: In der Zukunft können wir auch das verborgene Wissen auf den Diskussionsseiten für die Wikipedia nutzen.

V für Visualisierung. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, sprach Napoleon. Der 3. der Online Trends.

Jetzt kam der Applausometer zum Einsatz. Zwei Tendenzen standen zur Wahl.

Option A: Die Wikipedia bewahrt ihre Qualität und ihre Grundsätze.

Option B: Die Wikipedia öffnet sich. Sie wird bunt, multimedial und schließt interaktive Anwendung ein.

Ein Brausen, Trampeln, Klatschen und Johlen ließ den Staub der Ehrwürdigkeit des Jokey Auditoriums im Saal tanzen und dann stand das Ergebnis fest. 91 Dezibel wurden für die Option B gemessen. Das war doppelt so laut wie für Option A. Eine Mehrheit der Zukunftsforscher im Saal sieht die Zukunft der Wikipedia demnach in der Öffnung.

Und wie sehen Sie die Zukunft der Wikipedia? Schreiben Sie uns Ihren Kommentar oder nehmen Sie teil an der Umfrage “Predict Wikipedia’s future”.

Bildnachweise:

Bild 1: Katja Ullrich via Wikimedia Commons CC BY SA
Bild 2 Katja Ullrich vie Wikimedia Commons CC BY SA
Bild 3 Napoleon traversing the Alpes. Painting by J.L. David, Schloss 
Charlottenburg Berlin via Wikimedia Commons CC BY SA

 

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Gruselige Wikimania

Hongkong beherbergt die diesjährige Wikimania. Im folgenden Beitrag wird von der Konferenz berichtet. Es geht um Geister und um die Zukunft.

Ebenezer Scrooge (gemeinfrei, via Wikimedia Commons)

Der für mich ungewöhnlichste Vortrag der diesjährigen Wikimania begann damit, dass die Lichter gedimmt wurden. Alle Zuhörer mussten sich ganz nah an die Bühne heran setzen und zu Beginn der Präsentation kollektiv die Augen schließen. Erik Möller von der Wikimedia Foundation hatte zur Geisterstunde geladen. Er lehnte sich dabei an Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte an, in der die Hauptfigur Ebenezer Scrooge von drei Geistern heimgesucht wird. Bei Dickens zeigen die Geister jeweils Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf. Bei Möller sollte es gleich drei Mal ausschließlich um die Zukunft gehen, genauer gesagt um Wikipedia im Jahr 2040.

Der Geist der Relevanz

Die erste Zukunftsvision begann mit der Einstellung einer neuen Geschäftsführung für die Wikimedia Foundation. Und zwar im Jahr 2014. Diese neue Kraft hatte eine besondere Vorliebe für Augmented Reality, also für die erweiterte Wahrnehmung der persönlichen Umwelt durch technische Hilfsmittel. Kurz, sie oder er ließ eine Brille entwickeln, die Wikipedia-Artikel zu Orten einblendete, die man gerade sah. In einem ersten großen Schwung wurden 10.000 dieser Brillen an die aktivsten Wikipedianer weltweit verteilt.

Nun trug es sich zu, dass die Idee solcher Brillen nicht, nun ja, neu war. Parallel hatte ein gewisses Software-Unternehmen ebenfalls viel Aufwand in die Entwicklung ähnlicher Technik gesteckt. Man tat sich schließlich zusammen und konnte so weltweit erfolgreich sein. Menschen sahen überall die passenden Wikipedia-Artikel. Wenn sie etwas verbessern wollten, konnten sie das direkt per Sprachsteuerung auf der Straße tun. Tatsächlich war das alles so praktisch und einfach, dass über alles und jeden neue Artikel angelegt wurden. Nur ein Bruchteil davon entsprach den Relevanzkriterien der Enzyklopädie. Die Stammautoren wehrten sich lange gegen die aufkommende Flut, gaben aber irgendwann einfach auf. Sie verließen samt und sonders das Projekt. Zunächst tat das dem Erfolg keinen Abbruch. Ohne Relevanzkriterien wuchs Wikipedia weiter. Allerdings konnte der Bestand nicht gepflegt werden, und nach und nach sanken die Nutzerzahlen. Das gewisse Software-Unternehmen hatte zwischenzeitlich so viel Einfluss gewonnen, dass es seinen Nutzern im Jahr 2040 den simplen Hinweis schicken konnte: “Die Anwendung Wikipedia wird zum 1. Juli abgeschaltet.” Aus.

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Videoschnitt mit Freier Software

Videos aufnehmen wird immer einfacher, aber Videos zu einem Beitrag zusammenzuschneiden, ist immer noch aufwändig. Es gibt immer mehr Freie Software, die einem dabei hilft, aber der Einstieg ist nicht leicht.

kdenlive-Workshop im c-base, Berlin. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons

Manuel Schneider ist die treibende Kraft hinter WikiTV. Inzwischen wurde einiges an Technik zur Videoaufnahme angeschafft und Mitschnitte von Veranstaltungen wie dem Linux-Tag und der Zedler-Preis-Verleihung liegen vor. Was noch fehlt, sind der Videoschnitt und Freiwillige, die in der Lage sind, diese Arbeit zu erledigen.

Mit Sam Muirhead fand Manuel einen passenden Dozenten, mit der c-base in Berlin einen geeigneten Ort, und über eine Wikipedia-Seite und einen Hinweis in der Mailingliste von Wikimedia Deutschland Interessierte. Wikimedia Deutschland übernahm gern die Kosten für Reise, Übernachtung, Dozenten und Veranstaltungsort aus dem Community-Budget des Vereins.

Am Samstag, den 20. und Sonntag dem 21. Juli 2013 zeigte Sam den dreizehn (männlichen) Teilnehmern die einfachen Grundlagen der Videoproduktion und die Verwendung von kdenlive zum Videoschnitt.

An dem Workshop nahmen nicht nur Wikimedianer, sondern auch Noch-nicht-Wikimedianer teil – zumindest ließen die Fragen zu Wikimedia, Wikipedia, Wikimedia Commons und WikiTV darauf schließen, dass wir bald neue Mitstreiter haben könnten.

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