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Freies Wissen und Wissenschaft (Teil 03): Open Access und seine Wirkung in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft

Open Access, Citizen Science, Open Research Data – Die Öffnung der Wissenschaft schreitet voran. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich im Rahmen ihrer Arbeit mit freien Lizenzen und kollaborativen Arbeitsweisen. Sie machen ihre Forschungsergebnisse und -daten frei zugänglich, damit sie von möglichst vielen Menschen verwendet und nachgenutzt werden können oder beteiligen Bürgerinnen und Bürger direkt am Forschungsprozess. An dieser Stelle veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen Beiträge rund um das Thema Freies Wissen und Wissenschaft. Im dritten Teil unserer Reihe schreibt der Informationswissenschaftler und Soziologe Ulrich Herb über die zunehmende Bedeutung des freien Publizierens wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. (Terminhinweis: Am 03. September 2015 findet in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland die Veranstaltung „J=Journals. Welche Form des wissenschaftlichen Publizierens setzt sich durch?“ statt, bei der verschiedene Open Access-Modelle vorgestellt und diskutiert werden).


Forderungen nach Open Access, verstanden als die Möglichkeit, wissenschaftliche Publikationen entgeltfrei nutzen zu können, wurden um die Jahrtausendwende erstmals lautstark von Wissenschaftlern formuliert. Ausschlaggebend war ein Verfügbarkeitsproblem: Obwohl wissenschaftliche Texte zusehends elektronisch vorlagen, konnten diese nicht frei unter Forschern zirkulieren: Die Autoren hatten bei der Publikation ihrer Werke die Rechte zu deren Verbreitung vollständig an Verlage abgetreten, deren Geschäftsmodell aus der Print-Ära stammte und das auf Verknappung und Verkauf von Publikationen basierte. Beide Positionen, der Wunsch nach ubiquitärer und entgeltfreier Verfügbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse auf Seiten der Wissenschaftler sowie das Geschäftsmodell, Informationen zu verkaufen, sind, das ist mehr als offensichtlich, prinzipiell unvereinbar. 

Open Access & Wissenschaft

Aus Sicht der Wissenschaftskommunikation wird zugunsten des Open Access postuliert, er beschleunige den wissenschaftlichen Fortschritt, da elektronische und entgeltfrei nutzbare Informationen rascher und weiter verbreitet werden als Informationen, denen diese Merkmale fehlen. So können sie selbst wieder schneller Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse werden. Diese Annahme rekurriert implizit auf eine Besonderheit immaterieller Güter wie eben wissenschaftlicher Texte: Immaterielle Güter können anders als materielle Güter nicht-konkurrierend benutzt werden. Während ein PKW in der Regel von nicht mehr als fünf Personen genutzt werden kann, kann der intellektuelle Inhalt eines wissenschaftlichen Textes von beliebig vielen Personen zugleich genutzt werden. Wohlgemerkt: Der intellektuelle Gehalt kann nicht-konkurrierend genutzt werden, nicht aber das physische Trägermedium, das z.B. die Gestalt eines Buches haben kann.

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WMDE in 3 Minuten – März 2015

Liebe Freundinnen und Freunde des Freien Wissens,

wir haben im Februar damit begonnen, das Format der WMDE-Monatsberichte umzugestalten. Es gibt weiterhin die ausführliche monatliche Berichterstattung über die Aktivitäten der Communitys hier in diesem Blog. Zusätzlich probieren wir ein neues Kurzvideoformat. Einmal im Monat treffen sich die hauptamtlich Mitarbeitenden von Wikimedia Deutschland, um sich über die Projekte in den einzelnen Bereichen auszutauschen. Bei diesem Monatsmeeting werden die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte innerhalb des Kollegiums sehr lebendig erzählt und mit Präsentationen visualisiert. Wir nutzen dafür Bühne und Technik unseres Veranstaltungsraums Mosaik und zeichnen die Monatstreffen auf Video auf. Dieses Material bildet die Grundlage für das neue Format: Drei Themen des Monatsmeetings wurden kollaborativ ausgewählt und zu einem 3-Minuten-Video zusammengeschnitten. Das Bild im Video ist zweigeteilt: Der große Bildschirm zeigt die Präsentationen – der kleinere oben links zeigt die Kolleginnen und Kollegen, die gerade auf der Bühne über die Projekte sprechen. Der Originalton wird nicht verwendet. Stattdessen gibt es eine extra Tonspur mit Sprechertext, um Grundsätzliches zu den Projekten zu erklären. Das Video soll vor allem neuen Mitgliedern die Arbeit des Vereins rund um die vielen Facetten des Freien Wissens näherbringen und eine Einladung sein, sich weiter zu informieren. Zu diesem Zweck ist der Sprechertext unterhalb des Videos schriftlich aufgeführt und mit Links auf die entsprechenden Projektseiten hinterlegt.

Hier nun die Märzausgabe mit etwas lauterem Ton als im letzten Video

EnthusiastiCon

Eine große Rolle für das Erstellen und Verbreiten Freien Wissens spielt das Programmieren freier Software. 2015 möchte sich Wikimedia Deutschland als Entwicklungszentrum in diesem Bereich mehr Sichtbarkeit verschaffen, um so noch mehr Menschen für die Arbeit in Wikimedia-Projekten wie Wikipedia oder Wikidata zu inspirieren. Vom 19. bis zum 21. Juni veranstalten wir dazu in unseren Räumen am Tempelhofer Ufer in Berlin die Konferenz EnthusiastiCON, die die Vielfalt der Welt des Programmierens widerspiegeln soll. Die Veranstaltung richtet sich an die Gemeinschaft der Code-Schreibenden und alle Menschen, die sich fürs Programmieren begeistern. Dabei werden die Teilnehmenden in 10-minütigen Vorträgen ihren Enthusiasmus für ihr jeweiliges Steckenpferd miteinander teilen. Ob es dabei um die Schönheit des Hardware-Schreibens oder darum geht, wie man Kindern am besten Programmieren beibringt, ist egal – Hauptsache ist, dass sich das Leuchten in den Augen der Vortragenden auf den Saal überträgt!

https://sourcecode.berlin/enthusiasticon

Das ABC des Freien Wissens

Seit 2014 buchstabiert Wikimedia Deutschland mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Prinzip “Das ABC des Freien Wissens” Fragen zur vernetzen Gesellschaft durch. Der Fokus liegt darauf, neue Kontakte und Kooperationen mit an Freiem Wissen Interessierten herzustellen und ihnen zu zeigen, was Wikimedia Deutschland tut. Dazu greifen wir aktuelle gesellschaftliche Themen auf und laden relevante Gäste zur Podiums- und Publikums-Diskussion in lockerer Atmosphäre ein. Die letzten Veranstaltungen behandelten unter F wie Fail die Schönheit des Scheiterns, alternative Vergütung ehrenamtlicher und kreativer Arbeit unter G wie Grundeinkommen und mit H wie Harmonisierung ein einheitliches Urheberrecht für Europa. Die nächste Veranstaltung (I wie Inhalt) findet am 25. Juni statt und dreht sich um offene Kulturdaten. Mit dabei ist beispielsweise der Kulturstaatssekretär Tim Renner. Interessierte sind herzlich eingeladen, nach Berlin zu kommen oder sich per Livestream an der Veranstaltung zu beteiligen.

https://wikimedia.de/wiki/Wikimedia-Salon_-_Das_ABC_des_Freien_Wissens

Wiki Loves Monuments

„Wiki Loves Monuments“ ist ein von der Wikipedia durchgeführter internationaler Fotowettbewerb rund um Bau- und Kulturdenkmäler, der 2015 zum fünften Mal stattfindet. Vom 1. bis zum 30. September können ehrenamtliche Fotografen ihre Denkmal-Bilder unter einer freien Lizenz in das freie Medienarchiv Wikimedia Commons laden, wo sie z.B. in der Wikipedia weiterverwendet werden können. Eine Jury aus Experten und Freiwilligen kürt dann die Gewinner. Wikimedia Deutschland unterstützt die Freiwilligen bei der Organisation des Wettbewerbs und hilft, diesen durch neue Partnerschaften zu vergrößern und zu verbessern. Hier im Video zu sehen ist der Auftakt-Workshop mit Freiwilligen, Wikimedia-Mitarbeitenden und Vertretern des Hessischen Amts für Denkmalpflege, das sich in diesem Jahr mit einem Modellprojekt in Hessen an Wiki Loves Monuments einbringen möchte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wiki_Loves_Monuments_2015/Deutschland

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Monsters of Law Nr. 5: Wiki-Immunity – Bleibt die Wikipedia in Deutschland rechtlich geschützt?

Dies ist ein Gastbeitrag von Lukas Mezger (Benutzer:Gnom), Präsidiumsmitglied von Wikimedia Deutschland e. V.

Foto von Christopher Schwarzkopf, CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Wikipedia beschreibt nicht nur archäologische Stätten, U-Bahnhöfe und Leuchttürme – die deutschsprachige Version enthält mittlerweile weit über eine halbe Million Biografien. Aber was kann ich eigentlich tun, wenn eine unzutreffende Behauptung in “meinem” Wikipedia-Eintrag steht? Was, wenn dieser vermeintlich durch Quellen belegte Fakt mein Ehrgefühl verletzt oder negative Konsequenzen für mein Berufs- oder Privatleben bedeutet? Und wie kann geprüft werden, was im öffentlichen Interesse in der Wikipedia stehen sollte und ab wann die Grenze zur Übertretung der Privatsphäre erreicht ist?

Wer kann für Falschbehauptungen in Wikipedia belangt werden?

Am 5. März sprach Jan Mönikes, Rechtsanwalt und Experte für Urheber-, Medien- und IT-Recht, über die heutige rechtliche Situation und mögliche Veränderungen der Haftung für die deutschsprachige Wikipedia. Mönikes befasst sich bereits seit Jahren mit Durchsetzbarkeit von äußerungsrechtlichen Urteilen “gegen Wikipedia”. Er erklärte, dass sich bei der Beantwortung der Frage, wer zur Rechenschaft gezogen werden kann, wenn in einem Eintrag getroffene Aussagen zum Gegenstand einer juristischer Prüfung werden, das Phänomen der “Wiki-Immunity” ergibt (hier die Vortragsfolien).

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Schöner Scheitern? Schneller Scheitern! – Das ABC des Freien Wissens „F=Fail.“

Die Podiumsdiskussion zum Thema Scheitern fragt, wie produktives Lernen aus Fehlern funktioniert.

 

Die Bahn hat Verspätung. Der Flughafen wird bestreikt. Das Podium sitzt.
Trotz kleinerer Widrigkeiten fanden sich letzten Donnerstag die Autorin Silke Burmester, Gründer Rolf Mathies, Medientheoretikerin Sabria David und Journalist Philip Banse bei Wikimedia Deutschland ein, um über das Scheitern zu sprechen.

Und jetzt: Leistung! Passion! Aber auch: Niederlage. Scham. Einige Aspekte des Scheiterns wurden an diesem Abend abgetastet, gedreht und gewendet.

Andächtig fast wurde die Stimmung am Schluss, als Musiker Erfolg schamanisch beschwörend durch die Reihen schritt: “stürz dich bitte / nicht von der klippe / glaub an erfolg / glaub an erfolg”
Warum interessiert das Thema eigentlich so?

“Mir ist jeder lieber, der irgendetwas versucht, statt rumzusitzen und zu konsumieren.”
Silke Burmester

Scheitern als Quelle produktiver Kraft?

Musiker „Erfolg“: Tu´s mir nach, sag es laut: Glaub an Erfolg! Foto: Christopher Schwarzkopf (WMDE) [CC BY-SA 3.0]

Moderator Philip Banse interessiert vor allem, ob tatsächlich aus dem Scheitern gelernt werden kann, oder ob diese Aussicht eigentlich nur das Trostpflaster des Losers ist. Er fragte die Runde: Kann es wirklich als kreativer Zustand gelten, am Boden zu sein? Ist das Scheitern eine Art produktive Ursuppe, aus der Erkenntnis und Erfolg erwachsen kann?
Die gemäßigte Variante fand Anklang: Man sollte den Zustand einfach am besten als Möglichkeit des Lernens verstehen.

Wie aber kann man ebendieses Lernen lernen? Banse meint, die entscheidende Frage sei, wie man sich mit dem Scheitern fühlt. Es müsste auch Kindern nicht nur beigebracht werden, die richtige Antworte zu nennen, sondern auch mit dem miesen Gefühl umzugehen, wenn es die falsche ist.

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60 Möglichkeiten, um Wikipedia-Neulingen zu helfen

von Lodewijk Gelauff im englischsprachigen Original hier zu finden

 

Diskussion im „Wikimania Discussion Room“
(by Deror_avi, cc-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Diesen August hatten Iolanda Pensa und ich die Ehre, im „Wikimania Discussion Room“ eine Diskussion zu dem Thema „Neue Benutzer und Benutzerinnnen willkommen heißen und langfristig binden“ zu führen. Diese Diskussion war als Brainstorming-Session angesetzt und war eine der lohnenswerten Erfahrungen während der Wikimania. Der Schwerpunkt der Sitzung lag auf Ideen und Möglichkeiten, wie wir als Community dazu beitragen können, das Engagement von Neulingen zu fördern und langfristig sicherzustellen. Ich hoffe, dass einige unserer Ideen als Inspirationsquelle dienen werden.
Die Diskussion am Runden Tisch fand während der Wikimania statt. Alle waren willkommen, eine Expertengruppe gab es nicht und der Vorbereitungsaufwand war ziemlich gering. Das Ziel der Diskussion war es, 30 Möglichkeiten zu identifizieren, um Neulinge zur Beteiligung an Wikimedia-Projekten zu motivieren und ihr Engagement aufrechtzuerhalten, wobei die Ideen und deren Umsetzung weder von der Wikimedia Foundation – oder angeschlossenen Organisationen – noch vom Entwicklerteam abhängig sein sollten. Ich freue mich sehr, verkünden zu dürfen, dass wir 60 Wege zur Unterstützung neuer Benutzerinnen und Benutzer gefunden haben. Und obwohl sich einige der Ideen hier und da etwas überschneiden, ist das ein sehr beachtliches Ergebnis. Am Ende der Diskussionsrunde baten wir alle TeilnehmerInnen sich zu verpflichten, im nächsten Monat einige der 60 Maßnahmen zur Unterstützung neuer BenutzerInnen persönlich zu implementieren.

Viele Leute nahmen teil

Die vorgebrachten Ideen waren sehr vielfältig. Die Originalliste der Ideen ist in den Diskussionsnotizen einsehbar (in englischer Sprache). In diesem Post möchte ich gerne eine verkürzte Version dieser Liste mit euch teilen, in der einige Punkte zusammengefasst und weiter ausgeführt sind. Ich möchte alle Erfahrenen dazu ermutigen, sich diese Liste mit den unterschiedlichen Ideen in Ruhe anzuschauen. Und genau wie die Teilnehmenden der Diskussion, möchte ich auch euch darum bitten, mindestens eine dieser Ideen in den kommenden Wochen umzusetzen – und wenn ihr möchtet, dies in einem Kommentar zu diesem Blog-Post bekannt zu geben. Euer Engagement kann andere dazu ermutigen, dasselbe zu tun!

Lodewijk Gelauff, Moderator des „Wikimania Discussion Room“ und Freiwilliger bei Wikimedia Niederlande

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„Women edit“ – Wiki-Women werden aktiv!

Dies ist ein Gastbeitrag von Silvia Stieneker, freie Mitarbeiterin im Projekt “Women edit”.

Was muss passieren, damit Frauen sich in der Wikipedia-Community und in den Schwesterprojekten wohler fühlen? Wie können speziell Frauen als neue Autorinnen gewonnen werden? Und wie können unangenehme Dinge wie Stalking oder Beleidigungen unter den Aktiven verhindert werden? Um Fragen wie diese geht es im Projekt “Women edit” Zusammen mit vielen Freiwilligen aus dem deutschsprachigen Raum möchte Wikimedia Deutschland Strategien und Projekte entwickeln, die Wikipedia & Co attraktiver für Frauen machen sollen – für bereits Aktive und so genannte Newbies!

Foto von Siesta commons, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

“Wiki-Women-Wochenende” in Dortmund

Am 21. und 22. Juni sind alle engagierten Autorinnen, Fotografinnen, Administratorinnen, etc. herzlich eingeladen zum “Wiki-Women-Wochenende” in Dortmund! Der Workshop gibt den Freiwilligen die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und gemeinsam Pilotprojekte zu starten – zum Beispiel “Women edit”-Editier-Treffen für Frauen, eine Wikipedia-Cocktailparty, Themen-Nachmittage oder Edit-a-thons. Auch Online-Projekte wie zum Beispiel spezielle Anlaufstellen oder regelmäßige Online-Treffen für Frauen sind denkbar. Das Team Communitys von WMDE freut sich auf kreative Ideen, die bei Bedarf auch finanziell oder personell unterstützt werden sollen (für alle Förderanfragen bezgl. einer finanziellen Unterstützung wendet euch an community@wikimedia.de).

An dem Wiki-Women-Wochenende können alle Frauen aus den verschiedenen Wikimedia-Projekten teilnehmen, an zwei weiteren Wochenend-Terminen, die vorraussichtlich im Spätsommer in Berlin und im Herbst in Dresden stattfinden werden, wollen wir weiter an unseren Ideen arbeiten und die Aktivitäten gemeinsam voranbringen und auswerten. Anmeldungen bitte direkt über die Women edit-Seite oder bei silvia.stieneker@wikimedia.de

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Schiff Ahoi – Exponat “Wikipedia-Prinzip: Freie Daten, Freies Wissen” sticht in See!

Es ist soweit: Heute wurde die Ausstellung “Digital Unterwegs”  auf der MS Wissenschaft offiziell von der Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 “Die digitale Gesellschaft” eröffnet – an Bord des Schiffes ist auch das gemeinsame Exponat von Wikimedia Deutschland und der Open Knowledge Foundation mit dem Titel “Das Wikipedia Prinzip: Freie Daten, Freies Wissen”.

Die Projektbeteiligten von WMDE und OKF vor dem Exponat, das sie gemeinsam entwickelt haben, Foto von Christopher Schwarzkopf, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Im letzten Jahr besuchten 70.000 Menschen aus ganz Deutschland und Österreich das Ausstellungsschiff, mit dem der in der interessierten Öffentlichkeit auf interaktive und haptische Weise Verständnis und Aufmerksamkeit für Wissenschaft und Forschung geschaffen werden soll. Zum Tourstart wollen wir euch von Bord berichten und das Exponat und seine Möglichkeiten vorstellen.

Zugegeben: alle Beteiligten bei Wikimedia waren schon ein wenig aufgeregt wegen der Ausstellung. Seit Jahresbeginn hatten die Bereiche Softwareentwicklung und Bildung und Wissen gemeinsam mit Daniel Mietchen das Exponat konzipiert und entwickelt und die Vorfreude, aber auch die Nervosität stiegen mit jedem Tag, den der Ausstellungsbeginn näher rückte. “Wird alles funktionieren?” und “Werden die Besuchenden auch so begeistert sein wie wir?” Nicht alles können wir jetzt schon beantworten, aber ja, es funktioniert und passt wunderbar in die Ausstellung!

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CatGraph

Im Maschinenraum der Softwareentwicklung von Wikimedia Deutschland entstehen nicht nur riesige Projekte wie Wikidata, sondern auch eine Menge kleinere Werkzeuge und Programme, die oft zu Unrecht unter dem Radar fliegen. In loser Folge wollen wir diese Projekte vorstellen.

Für den Anfang haben wir uns Johannes Kroll und das Projekt CatGraph vorgenommen. Johannes arbeitet seit Juni 2012 bei uns als Software-Entwickler und hat uns etwas dazu erzählt. Weiterlesen »

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Die aktivste Nutzerin der gälischen Wikipedia

Die Wikipedia-Community in Deutschland schreibt vor allem in der Wikipedia in deutscher Sprache. Das ist aber nicht die einzige Wikipedia, in der die Deutschen aktiv sind. Neben Beitragenden in vermutlich allen Muttersprachen, die in Deutschland gesprochen werden, existieren auch verschiedene Dialekt-Wikipedien. Und natürlich schreiben Menschen auch in Fremdsprachen, die sie beherrschen. Ein eher ungewöhnlicher Fall – die deutsche Beteiligung in der gälischen Wikipedia – war letztens Thema im Wikipedia-Kurier, dem internen Mitteilungsblatt der deutschen Wikpedia. Wir freuen uns, den Beitrag von Benutzerin Elya hier leicht überarbeitet wiedergeben zu können.

Es muß um den März/April 2007 gewesen sein, als bei unserem Wikipedia-Stammtisch eine „Neue“ auftauchte, mit dickem Schnellhefter in der Hand, den sie mit resoluter Geste auf den Tisch legte: man habe in ihrem Schottisch-Gälisch-Kurs mal in die gälische Wikipedia geschaut, und das sei ja inhaltlich ein Trauerspiel. Deshalb habe sie nun als Einstieg mal einige in dem Kurs entstandene Artikel über Deutschland und die deutschen Bundesländer mitgebracht. „Und wie kriege ich die jetzt in die Wikipedia? Ich scheitere ja schon mit der Anmeldung, weil ich nicht weiß, was Cookies sind!“

Nun, da war sie bei uns genau richtig. Nach einem netten Abend in der Runde, den sie vermutlich noch verwirrter als vorher verließ, hatten Ray, unser Newbie und ich ein Wohnzimmer-Date und führten sie praktisch durch die ersten Schritte – die Benutzerin Sionnach in der schottisch-gälischen Wikipedia wurde geboren.

Wieder Stammtisch, einen Monat später; die Fragen wurden deutlich spezieller: „warum kann ich manche Bilder aus der englischen Wikipedia in der gälischen einbetten, andere aber nicht?“

Ab da ging es zügig voran. Sionnach nahm auf ihre entschlossene Weise die Zügel in der schottisch-gälischen Wikipedia in die Hand und war bald eine der aktivsten Autorinnen. „Mit viel Hilfe von anderen: der Benutzer Dapete hat mir z.B. die ersten Vorlagen gebastelt, der Benutzer Wiegels die Hauptseite überarbeitet …“

Schon im November desselben Jahres kam Benutzer Marcus Cyron vor lauter Begeisterung auf die übermütige Idee, sie gar nicht erst zum Admin, sondern gleich zur Bürokratin ernennen zu lassen. Das Logbuch zeigt ihre Admin-Ernennung im November 2007 mit der Begründung „regular contributor“. Wieder hatten wir einen kleinen privaten Workshop in einem unserer Wohnzimmer, diesmal zum Kennenlernen der „Knöppe“. Bürokrat mußte es gar nicht sein, das dauerte dann doch noch bis 2010.

Daß eine Deutsche die aktivste Userin der gälischen Wikipedia ist, stößt auf Interesse: In Berlin trafen wir uns und nahmen ein Video für einen gälischen TV-Sender vor dem Brandenburger Tor auf, der einen Bericht über sie bringen wollte. Während eines Schottland-Aufenthaltes knüpfte sie Kontakte zur University of the Highlands and Islands und hielt dort Wikipedia-Vorträge.

Gestern abend versuchte ich sie dann zu überzeugen, ein „Gaelic Panel“ auf der Wikimania in London zu veranstalten – daran arbeiten wir noch ;-) Es gibt noch vieles mehr, was man hier gar nicht aufführen muß, nur soviel: wieder ein Lebenslauf, der durch Wikipedia eine spannende Richtung genommen hat, und wieder eine ganz individuelle Wikipedia-„Story“, die ich gerne erzähle.

Aktuell hat Sionnach rund 1100 neue Artikel in der gälischen Wikipedia angelegt. Und heute schloss sich der Kreis: gerade gab Sionnach den Schülern des Schottisch-Gälisch-Sprachkurses, die kürzlich eigene Texte verfaßt haben, einen Einführungsworkshop. Da hat sie jetzt mal gezeigt, „wie man die Artikel in die Wikipedia bekommt“.

Einige Anmerkungen von mir [Dirk] zu verschiedenen Termini, die vor allem für Wikipedia-Insider gebraucht werden: ein Stammtisch ist ein regelmäßiges Treffen der Wikipedianer an einem festen Ort. Diese finden meist monatlich statt. Eine Übersicht aller Stammtische findet sich auf der Wikipedia-Stammtisch-Seite. Die Bürokraten und Administratoren (Admins) haben einige Sonderrechte in der Wikipedia. Die Bezeichnung dieser Rechte, und ihre Benutzung wird umgangssprachlich gerne als die Knöpfe (Knöppe) bezeichnet. Die Wikimania in London ist 2014 das weltweite Treffen der Menschen, die in der Wikimedia-Bewegung aktiv sind.

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Larmoyanz und Pädagogik im Wikipedianischen Salon

Die beiden Salonherren. Foto: Christina Burger, CC-BY-SA 3.0

“Hereinspaziert meine Damen und Herren, und Willkommen zum ersten Wikipedianischen Salon.” So begrüßte Michael “seine Redseligkeit” Schlesinger die Gäste, die es sich im Kerzenschein bequem gemacht hatten. Am 16. Januar trafen sich gut 20 Wikipedianerinnen, Wikipedianer und andere Interessierte in den neuen Räumen von Wikimedia Deutschland, um der Auftaktveranstaltung des Wikipedianischen Salons beizuwohnen.

Eingeladen hatten das zweiköpfige Wikipedia-Salon-Team: Am Rednerpult moderierte als Conferencier Michael Schlesinger, und von hinten am Beamer glänzte Andreas Paul mit faktischen Einschüben und theoretischen Erwägungen. Beide durchschritten unter dem Titel “Fördert Wikipedia die Lust am Lernen?” leichtgängig das gesamte Themenspektrum zwischen Schule und Wikipedia: Was hat Wikipedia mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun? Kann man Wikipedia trauen? Darf man aus Wikipedia abschreiben? Wie kann ich sehen, ob es ein guter oder ein schlechter Wikipedia-Artikel ist? Sie erläuterten Vandalen, wiesen auf Diskussionsseiten zu Wikipedia-Artikeln hin, und stellten die internen Mechanismen der Qualitätssicherung vor.

Die gut 20 Gäste ließen sich auch vom kleinen Sektempfang nicht abhalten, und verwickelten sich in eine lange, intensive Diskussion, die von der Frage der Motivation in ehrenamtlichen Projekten bis hin zur Existenz oder Nicht-Existenz der Ernst-Thälmann-Insel reichte.

Die Veranstaltungsreihe Wikipedianischer Salon, die ab jetzt in unregelmäßiger Folge stattfinden wird, wird von Community-Mitgliedern aus der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten ausgerichtet. Dabei wird sie die Wikipedia und ihre Wirkung auf die Welt aus verschiedenen Perspektiven mit verschiedenen Standpunkten betrachten. Wikimedia Deutschland freut sich, dies organisatorisch unterstützen zu können.

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