Posts Tagged ‘Wikipedia macht Schule’



Bringing Education Staff and Wikimedia together- Welcome to the EduWiki 2012!

Daria (WMUK) und Cornelia (WMDE) vor der Stamford Hall, by Daria CYbulska, cc-by-sa 3.0

Nach einem spannenden Wochenende auf der WikiCon in Dornbirn folgte ich der Einladung von Wikimedia UK, auf der “first ever” EduWiki im mittelenglischen Leicester als Vortragende teilzunehmen. Schon am Vorabend der Konferenz, bei – für englische Verhältnisse untypischem – strahlendem Sonnenschein, traf ich auf erste Teilnehmende. Schon in diesem Moment freute ich mich auf die beiden kommenden Tage und die neuen Menschen, die ich im Rahmen der Konferenz kennenlernen würde.

Am folgenden Morgen entspann sich während des Frühstücks ein lockeres Gespräch zwischen Leigh Thelmadatter, einer der geladenen Speakerinnen, Martin Poulter, einer der Hauptorganisatoren der Konferenz und weiteren Konferenzteilnehmer/-innen. Ein erster Austausch signalisierte mir ein großes Interesse an unserem Bereich Bildung & Wissen.

 

Der Bereich Bildung & Wissen: Diversität erhöhen

Nach der feierlichen Begrüßung und Eröffnung der 65 Anwesenden ging es gleich zur Sache mit einem inhaltlich gut ineinander verzahnten und spannenden Programm. Mein Beitrag folgte der Keynote von Annie Lin, die das Global Education Program der Wikimedia Foundation vorstellte und die Vorzüge des auf Universitätsstudent/-innen zugeschnittenen Programms interaktiv mit den Teilnehmenden erarbeitete.

Publikum auf der 1. EduWiki Konferenz, by Daria Cybulska, cc-by-sa 3.0

Zahlreiche Nachfragen zu den drei Bildungsprogrammen von Wikimedia Deutschland und unserem Bestreben, mehr als nur eine Zielgruppen zu erreichen, um so die Diversität zu erhöhen, zeigten, auf welch großes Interesse die Bildungsprogramme bei den anderen Chaptern stoßen. Viel Anerkennung erhielt das Konzept unseres Referentennetzwerks, das diese Arbeit erst ermöglicht und durch dessen Einsatz wir in der Lage sind, auf breiter Ebene zu agieren.

Die unterschiedlichen Ansätze unseres Hochschulprogramms im Vergleich zum Global Education Program wurden als spannend und denkbar für den eigenen, britischen Kontext diskutiert. Auf größtes Interesse stieß unser Programm Silberwissen, wobei man die Zielgruppe der “Älteren” gern auf 60+ erhöhen wollte. Erneut schien das Programm “Wikipedia macht Schule” das einzige zu sein, das gezielt Schüler und Lehrer anspricht, um diese wichtigen Zielgruppen über den Umgang mit der Wikipedia aufzuklären und auf die Grenzen der Nutzung hinzuweisen.

Im Anschluß folgten in der Reihe der ausländischen Bildungsbestrebungen rund um das Thema Wikipedia die Präsentation von Leigh Thelmadatter aus Mexiko Stadt, die innerhalb des Kurses “Academic Writing” Wikipedia Artikel mit kulturellem Bezug zu Mexiko ins Englische übersetzt und schreiben lässt (siehe dazu den Blogbeitrag von der Wikimania).

 

Vernetzung als Schlüssel für die Zukunft

Am Nachmittag stellten verschiedene Gäste ihre Ansätze, Wikipedia im Hochschulkontext in die Lehre einzubinden, vor. Berichtet wurde u.a. auch über den Einsatz von Wikibooks und Wikiversity in diesem Kontext. Alannah Fitzgerald berichtete von der linguistischen Analyse der Wikipedia-Texte und wies noch einmal auf die variierende Qualität und Schreibstile der Artikel hin. Der Abend klang kulturell mit einer gemeinsamen Besichtigung und Führung durch Leicesters Guildhall aus.

Am zweiten Tag der Konferenz ging es vor allem um die Vernetzung von Wikipedia im nationalen Bildungskontext, bzw. die Feststellung gemeinsamer Schnittstellen und Ansatzpunkte für den Einsatz der Wikipedia und anderen Wikis im Bildungs-und Forschungsbereich, wie zum Beispiel das Projekt WikiVet, das Veterinärmedizinern verschiedener Länder als Lernplattform dient. Zu erwähnen ist auch die Keynote von Amber Thomas (Projektmanagerin im Bereich OER von JISC), die Ideen des Austauschs zwischen Bildung, Forschung und Wikipedia vorstellte. Neue Ansätze für die Bewertung  informellen Lernens, wie das Mozilla Foundation Open Badges Projekt, wurden kontrovers diskutiert.

Zusammenfassendes Fazit ist: Großbritannien ist nicht das einzige Land, das Wikipedia in verschiedene Bildungskontexte einbindet. Besonders die Bedeutung, die der Wikipedia als “accessible reference point”, d.h. als Ausgangspunkt für viele Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Arbeiten zukommt, wurde betont. Und damit gilt: Bessere Vernetzung hilft allen, um freien Zugang zu Wissen für möglichst viele Menschen sicherzustellen.

 

 

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Klicksafe: Fünf Tipps für den Umgang mit Wikipedia im Unterricht

Der Startschuss für die Zusammenarbeit mit Klicksafe und dem Bereich Bildung und Wissen ist gefallen: Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien.

Unter dem Stichpunkt “Suchen und Recherchieren im Netz” finden sich nun fünf Artikel in anschaulicher Form zum Thema Wikipedia:

  • Wie verlässlich ist Wikipedia?
  • Woran erkenne ich einen guten Artikel?
  • Wie funktioniert Wikipedia?
  • Wie recherchiert man mit Wikipedia?
  • Wie setzt man Wikipedia im Unterricht ein?

Diese neuen Seiten geben einen guten Einblick in die Vielschichtigkeit von Wikipedia und bieten neue Ansätze für die Einbindung dieser Aspekte in den Unterricht. Speziell wird z.B. die Historie der Artikel, thematisches Arbeiten und Quellenumgang in kurzer und überischtlicher Art erläutert. Dieser zweite Schritt ebnet den Weg zu einer weiteren Zusammenarbeit für das kommende Jahr. Zusammen mit den Teilnehmenden der Wikipedia-AG, die ab Ende September mit dem niedersächsischen Kultusministerium in Hannover startet, werden dann 2013 Materialien erarbeitet, die Lehrern im Unterricht den Einsatz von Wikipedia erleichtern werden.  So lange hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack.

 

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Bildung und Wissen – Das Referententreffen

vom 2.-4.3.2012 fand im evangelischen Tagungszentrum Hofgeismar bei Kassel das traditionelle Referententreffen statt. Aber etwas war neu: Erstmals trafen sich in entspannter Atmosphäre und gut gelaunt die Referenten/innen aller Bildungsprogramme des Bereichs Bildung und Wissen, also ”Silberwissen’‘, ”Wikipedia macht Schule” und ”Wikipedia Hochschulprogramm’‘. Neben dem gemeinsamen Austausch der Erfahrungen ging es darum, Gemeinsamkeiten zu erleben und so das Bewußtsein zu verstärken, Teil eines größeren Bereichs Bildung und Wissen zu sein.

Die Themen


Wikimedia Commons: emma7stern CC-BY-SA 3.0 *

Nach dem gegenseitigen Vorstellen und Kennenlernen erläuterten die Projektleiter/innen das Konzept “Mitmachen”: zu motivieren, bereichsübergreifend das Ziel der Autorengewinnung voranzutreiben und Wege zu finden, diese dauerhaft in die Wikipedia einzubinden. In der anschließenden Diskussion entbrannte daraus ein teilweise durchaus emotionaler Meinungsaustausch über Umgangsformen in der Wikipedia und den nicht zu übersehenden sogenannten ”Gender – Gap”, also das unausgeglichene Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der Wikipedia-Autorenschaft.

Eine wichtige Komponente der Autor/innen-gewinnung sind Workshops, die das Mitarbeiten in der Wikipedia lehren. Eine Referentin berichtete von ihrem Einführungsvortrag beim Deutschen Frauenring in Kiel. Aufgeschreckt durch die niedrige Frauenquote und die Dürftigkeit von Artikeln im Bereich der Frauenvereine zeigten sich die Teilnehmerinnen vor Ort motiviert, ihr Wissen im Rahmen eines folgenden Workshops einzubringen. Die folgenden Berichte aus der Praxis wurden sachlich, aber durchaus leidenschaftlich diskutiert.

Am zweiten und dritten Tag lag der Schwerpunkt auf der Frage, wie wir “Mitmachen!” in die unterschiedlichen Veranstaltungsformen integrieren können. Übereinstimmend wurde es als das Wichtigste gesehen, den Spaß an der Mitarbeit zu vermitteln und ihn erfahrbar zu machen. Immer das Ziel vor Augen, die Wikipedia attraktiv für neue Autoren/innen zu machen, angesichts des unübersehbaren Autorenschwunds. Die Aufgabe, die Begeisterung zum “Mitmachen” zu wecken, wurde zum Ende mit einem Zitat – in etwas abgewandelter Form – treffend zusammengefasst:

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre (…) die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.”

Antoine de Saint-Exupery (Werk: Die Stadt in der Wüste / Citadelle)

Auch die Frage, wie wir realistische und pragmatische Lösungsmöglichkeiten für die Unterstützung der in den Programmen gewonnenen Neuautor/innen finden können, prägte das Camp. Von kurzfristigen Rückfragemöglichkeiten für Workshopteilnehmer bis hin zu langfristigen Modellen, die gemeinsam mit der Community weiterentwickelt werden müssen, reichte dabei das Spektrum. Es ist ein Anfang gemacht! Die Referent/innen arbeiteten teilweise bis spät in die Nacht und nutzen jede Gelegenheit, um sich über die Programme und Erfahrungen auszutauschen.

Wir nehmen mit

Im Rahmen des Camps entstanden eine Reihe guter Ergebnisse, die die Zukunft von Bildung und Wissen bei Wikimedia Deutschland nachhaltig prägen werden. Besonders die Fantasie und die realistische Einschätzung der Referent/innen war beeindruckend! Zudem hat sich das Prinzip, dass erfahrene Referent/innen den Neulingen ihre Kenntnisse mit auf den Weg geben und neue Referent/innen ihre Ideen in die Arbeit mit einfließen lassen, bewährt. Im Nachklang zeigt sich in diesem Treffen malwieder: je unterschiedlicher die Blickwinkel auf ein Thema, desto besser und ausgereifter am Ende das Ergebnis. Danke an alle Anwesenden!

Wer Anmerkungen und Ideen hat, Lust hat, sich als Referent/in am Netzwerk zu beteiligen, oder wer Interesse an einen solchen Workshop hat, der wende sich gerne an: bildung@wikimedia.de

 

ein gemeinsamer Text von Schlesinger, Elly Köpf und Denis Barthel

 

* http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

 

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