Posts Tagged ‘Wikimania’



Monatsbericht August 2014

PROGRAMM FREIWILLIGE

Aufgrund der vielen geförderten Aktivitäten der Communitys im August steht im Monatsbericht nur eine kurze Übersicht. Einen ausführlicheren Bericht gibt es in einem gesonderten Blogbeitrag.

Fotoprojekte

Noch immer läuft der Festivalsommer auf Hochtouren: Auf 28 Veranstaltungen waren die Fotografinnen und Fotografen im August mit Fototechnik zugegen, um Festivals zu dokumentieren und die Wikipedia-Artikel zu Musikschaffenden aller Spielrichtungen zu bebildern. Weitere von Freiwilligen durchgeführte und von Wikimedia Deutschland geförderte Events waren:

  • 20.–24.08.: Besuch zur Rallye Deutschland in Trier und Umgebung
  • 23.–24.08.: DFB Beachsoccer Cup in Warnemünde
  • 29.–31.08.: WLM-Fototour durch Erfurt als Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Wiki-loves-Monuments-Fotowettbewerb
  • 31.08.: Fotoprojekt im Sächsischen Landtag

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Wikidata at Wikimania 2014 in London

Die deutsche Version dieses Blogposts kann hier gelesen werden.

Wikidata was one of the dominating themes at Wikimania 2014. Many talks mentioned it in passing, even those that didn’t focus on technical topics. Structured data with Wikibase were a topic that was often talked about, be it in discussions on the future of Wikimedia Commons or in projects that do something with GLAM.

When it comes to Wikidata, more and more people are beginning to see the light, so to say. It was fitting that Lydia Pintscher’s talk on Wikidata used this metaphor for the projects: creating more dots of light on the map of free knowledge.

Another excellent talk on Wikidata was dedicated to the research around it. Markus Krötzsch took us on a journey through the data behind the free knowledge base that anyone can edit.

Of course, there were meetups by the Wikidata community and hacks were developed during the hackathon. One enthusiastically celebrated project came from the Russian Wikipedia. Russian Wikipedia had infoboxes that come from Wikidata for quite some while now. What they added at the hackathon was the ability to edit data in the columns of these infoboxes in place — and change it on Wikidata at the same time, pretty much like a visual editor for Wikidata. Read about their hack on Wikidata, or have a look at the source code (which is still a long way from being easy to adopt to other Wikipedias, but it’s a start).

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Wikidata auf der Wikimania in London 2014

The English version of the blog post can be found here.

Wikidata war auf der Wikimania 2014 eines der vorherrschenden Themen. In vielen Vorträgen wurde es erwähnt, auch wenn es gar nicht um Technik ging. Strukturierte Daten auf der Basis von Wikibase waren etwa bei Debatten um die Zukunft von Wikimedia Commons ein Thema oder auch bei Aktivitäten im Bereich GLAM.

Es wird Licht im Zusammenhang mit Wikidata. Passenderweise wählte Lydia Pintscher auch diese Metapher für ihre Keynote zu Wikidata, wo es um Lichtpunkte auf der Weltkarte des Freien Wissens ging.

Ein weiterer hervorragender Beitrag kam von Markus Krötzsch und behandelte die Forschung zu Wikidata. Er nahm uns mit auf eine Reise zu den Zahlen und Daten hinter dem freien Wissensfundus.

Es gab selbstverständlich Treffen der Wikidata-Community und auf dem Hackathon wurde gehackt.Besonders begeistert gefeiert wurde ein Projekt der russischen Wikipedia. Schon seit einiger Zeit hat die russische Wikipedia Infoboxen, deren Inhalt aus Wikidata befüllt wird. Auf dem Hackathon kam dann ein Gadget hinzu, mit dem die Werte der Infoboxen direkt im Text bearbeitet und auch gleich auf Wikidata angepasst werden können — ein Visual Editor für Wikidata sozusagen. Auf Wikidata haben sie mehr zu ihrem Hack geschreiben, und natürlich ist auch der Quellcode verfügbar. Bis der Code auch einfach auf anderen Wikipedien eingesetzt werden kann, ist es noch ein langer Weg, aber ein Anfang ist gemacht.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 3,25 von 5)
Loading...Loading...

„Wir sind nicht allein!“ – Rückblick auf die Wikimania 2014

„Wir sind nicht allein!“ – ja, so hätte das inoffizielle Motto der Wikimania 2014 lauten können. Denn während es bei den letztjährigen Wikimania-Konferenzen vor allem um die Wikimedia-Communities und ihre Projekte, Vorhaben und Entwicklungen ging, standen diesmal auch thematisch verwandte Organisationen und Bewegungen wie Open Data und Bürgerjournalismus im Fokus der Wikimania.

Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International, umriss Gemeinsamkeiten zwischen Amnesty und Wikimedia
(by Henry Kellner, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Einen ersten Vorgeschmack darauf gab bereits der Eröffnungsredner Salil Shetty, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Eindrücklich zeigte er Ähnlichkeiten in der Entwicklung der Amnesty- und der Wikimedia-Bewegung auf und umriss Gemeinsamkeiten hinsichtlich der humanitären Bedeutung beider Organisationen. Beide setzten sich auf ihre Art und Weise für Menschenrechte ein und seien „zwei große Bewegungen unserer Zeit“.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und die neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Lila Tretikov, hielten ebenfalls Eröffnungsreden. Und setzten einen ganz besonderen Fokus: Am Vortag hatten beide bereits auf einer Pressekonferenz den neuen Transparenzbericht der Wikimedia-Stiftung vorgelegt und stolz verkündet, dass sich die rechtlichen Eingriffe in die Wikimedia-Projekte sehr, sehr gering hielten. Mit deutlichen Worten kritisierten beide das vom Europäischen Gerichtshof geschaffene „Recht auf Vergessenwerden“ und gaben damit der Stiftung und der Wikimedia-Bewegung eine unerwartet starke netzpolitische Position.

Datentankstelle mit Star-Allüren, GLAM und Liquid Lobbying

Jimmy Wales (rechts) begutachtet die Datentankstelle
(by Sebastian Sooth, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Open Data zum Anfassen und Auftanken gab es am Stand von Wikimedia Deutschland. Die Datentankstelle, heimlicher Star der Wikimania mit entsprechenden Allüren (verspätetes Erscheinen), zog große Aufmerksamkeit auf sich. Auch Jimmy Wales wollte wissen, wie man sich an der “data pump” den Rohstoff des 21. Jahrhunderts – Informationen bzw. offene Daten – bequem auf sein mobiles Gerät laden kann, von Verwaltungs- oder Geodaten bis zu freier Musik und Katzenbildern.

Wie Kulturinstitutionen sowie Coderinnen und Codern zugleich gezeigt werden kann, welches Potenzial auch für die Wikimedia-Projekte in digitalisiertem Kulturgut steckt, wurde bei der Präsentation des Kultur-Hackathons Coding da Vinci deutlich. Wikimedia Deutschland und Vertretende der Partnerorganisationen teilten mit einem interessierten Publikum ihre Erfahrungen mit der Entwicklung und den Resultaten des Programmierwettbewerbs unter Beteiligung von 16 Kultureinrichtungen.
Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (8 Bewertungen, Durchschnitt: 4,25 von 5)
Loading...Loading...

Monatsbericht August 2013

TEAM COMMUNITYS

Förderprogramme

Die WikiCon wird mit Hilfe logistischer Unterstützung des Teams Communitys am 22.-24. November stattfinden. Über den Veranstaltungsort wird noch abgestimmt (hier). Für die die inhaltliche Organisation besteht ein Team aus verschiedenen Freiwilligen. Ein erstes Organisationstreffen mit Freiwilligen wird voraussichtlich am 21. September stattfinden.

In Berlin wurde in den Räumen von Wikimedia Deutschland ein offenes Editieren für erfahrene und interessierte Projekt-Aktive durchgeführt. Die Geschäftsstelle wird nun auch vermehrt für verschiedene Community-Treffen genutzt und befördert eine stärkere Vernetzung innerhalb der Community und auch mit den verschieden Bereichen der Geschäftsstelle. Die Nutzung der des Büros in Berlin als ein Ort unter vielen, an dem Austausch zu Themen der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte möglich ist, unterstützt eine engere Zusammenarbeit mit Communitymitgliedern sowie das Einholen von Feedback  in persönlichen Gesprächen.

Weitere Förderungen: Wikimedia Deutschland unterstützte die Beschreibung und Bebilderung der gesamten Straße der Megalithkultur in Niedersachsen finanziell. Die Fotos dieser kulturellen Erbschaft sind unter freier Lizenz auf Wikimedia Commons zu finden. Gemeinsam mit Wikimedia Österreich wurde das Redaktionstreffen Biologie der Wikipedia finanziert. Und für den weltweit größten Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments wurden deutschsprachige Flyer und T-Shirts für die Aktiven hergestellt. Die von Wikimedia Deutschland geförderten Projekte aus den Communitys werden auf der laufend vervollständigten Liste unter meta.wikimedia.org/wiki/Wikimedia_Deutschland/Community-Budget/de dargestellt.

Durch die neue Community-Versicherung wurden im vergangenen Monat die Risiken von 7 Communityveranstaltungen mit insgesamt etwa 60 Teilnehmenden abgedeckt.

Auch im August liefen die aus dem Community-Projektbudget geförderten Projekte weiter. Im Festivalsommer sind inzwischen über 9.000 Fotos unter freien Lizenzen verfügbar, das Landtagsprojekt machte seine nächste Station im Landtag Schleswig-Holstein und im Projekt “Grenzen der Bezahlung” fanden weitere Diskussionsveranstaltungen statt. Außerdem wurde die Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung des Förderprogramms eingerichtet, die nun ihre Arbeit aufnimmt. Anträge für neue Projekte können weiterhin gestellt werden.

Zu möglichen Formen lokaler Arbeit und von lokalen “Community-Stützpunkten” findet am 6. Oktober ein Workshop in Köln statt. Insbesondere Interessenten aus dem Großraum Köln/Ruhrgebiet können sich noch anmelden.

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Hochsaison für Wahlprüfsteine

Im Vorfeld der Landtagswahlen in Bayern und Hessen hat das Team von Politik und Gesellschaft Wahlprüfsteine an die kandidierenden Parteien beider Bundesländer verschickt. Die Fragen sind identisch mit den Wahlprüfsteinfragen für Niedersachsen aus dem Januar 2013, um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Im Meta-Wiki sind alle Antworten der Parteien aus Bayern und Hessen veröffentlicht, im Wikimedia-Blog gibt es eine Analyse der Antworten Bayerischer Parteien. Bis zum 4.9. läuft noch die Frist an die Bundesparteien zur Beantwortung unserer Bundestagswahlprüfsteine.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 3,67 von 5)
Loading...Loading...

Wikidata und andere Technik auf der Wikimania

Denny, Lydia und Daniel (von Fabrice Florin, CC-by-sa 2.0)

Ich bin zurück von einer großartigen Wikimania. Zunächst einmal vielen Dank an alle, die geholfen haben die Veranstaltung zu organisieren. Es war sehr gut organisiert und eine nützliche und produktive Veranstaltung. Ich war dort, um alles rund um Wikidata sowie neue Technik wie den VisualEditor und Flow und ihre Auswirkungen auf die deutschsprachige Wikipedia zu diskutieren.

Ich hatte den Eindruck, dass Wikidata und der Visual Editor in aller Munde waren während dieser Wikimania. Egal zu welchem Vortrag, welcher Diskussionsrunde oder welchem Abendessen ich ging – jedes einzelne von ihnen hatte Wikidata und den VisualEditor zum in irgendeiner Form zum Thema. Es ist großartig zu sehen wie die Wikimedia-Gemeinschaft Wikidata in seine Reihen aufnimmt. Und der VisualEditor – auch wenn noch unfertig – scheint auch sehr schnell zu diesem Punkt zu kommen.
Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Wikidata and other technical bits at Wikimania

Denny, Lydia and Daniel (by Fabrice Florin, CC-by-sa 2.0)

I’m back from an amazing Wikimania. First of all thank you to everyone who helped make the event happen. It was very well organized and an overall useful and productive event. I was there to discuss everything Wikidata as well as new technology like the Visual Editor and Flow and how they affect the German language Wikipedia.

It felt like Wikidata and the Visual Editor were on everyone’s mind during this Wikimania. No matter which talk or panel or dinner I went to – every single one of them mentioned Wikidata and the Visual Editor in some way. It’s great to see the Wikimedia community embrace Wikidata as its sister project. And the VisualEditor – while still rough – it seems is getting to that point very quickly too.
Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...Loading...

Chapters Dialogue beginnt!

Auf der Wikimania in Hong Kong waren unglaubliche viele Menschen des Wikiversums vertreten (von Qweaz, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Für das Kick-Off des Chapters Dialogue hätten wir – die Stabsstelle Internationales – uns keinen besseren Ort als die Wikimania 2013 in Hong Kong wünschen können: Zahlreiche Menschen der Wikimedia-Chapter aus aller Welt sowie Mitglieder der Wikimedia Foundation, des Boards of Trustees, des Funds Dissemination Committees (FDC) und des Affiliation Committees (AffCom) kamen zusammen, um fünf Tage lang das breite Themenspektrum des Wikimedia-Universums zu diskutieren. Die perfekte Gelegenheit für Nicole Ebber und Kira Krämer also, um mit möglichst vielen Leuten über unser neues Projekt „Chapters Dialogue“ zu sprechen. Für Kira bot sich sogar die Möglichkeit, bereits erste Interviews führen zu können.

Was ist Chapters Dialogue nochmal?

Bei dem Projekt Chapters Dialogue geht es darum, Bedürfnisse, Ziele und persönlichen Geschichten von allen Wikimedia-Chaptern und weiteren Organisationen strukturiert zu sammeln und auszuwerten, um ein gemeinsames Verständnis der momentanen Situation des Wikimedia-Universums zu schaffen. Und was könnte einen Dialog besser starten, als ein persönliches Gespräch? Hierfür gab es auf der Wikimania genügend Gelegenheiten.

Vorstellung des Projekts auf der Pre-Conference der Wikimania

Gestartet sind wir mit einer zweistündigen Session auf der sogenannten Pre-Conference, welche die zwei Tage vor der eigentlichen Konferenz stattfand: Nicole Ebber und Kira Krämer stellten das Projekt und die geplante Vorgehensweise vor, um anschließend die Diskussionsrunde zu eröffnen und Feedback von den Teilnehmern einzusammeln. Gerade bei den Fragen, die wir vorab auf Meta-Wiki veröffentlicht haben, gab es viel Diskussionsbedarf:

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,56 von 5)
Loading...Loading...

Wikimania 2013 – Rückblick und Ausblick

Prof. Dr. Ilona Buchem ist Gastprofessorin an der Beuth Hochschule für Digital Media & Diversity und kooperiert mit Wikimedia Deutschland im Rahmen des Projekts “Diversität für Wikipedia”. In diesem Gastbeitrag berichtet sie über ihre Eindrücke von der Wikimania.

 

Die Wikimania 2013 in Hong Kong war meine erste Wikimania. Mit einem Gaststipendium von Wikimedia Deutschland ausgestattet konnte ich an allen Sessions des Hauptprogramms teilnehmen und durfte am Samstag im Track “Community III – Women” zu unserem Projekt “Wikipedia Diversity” vortragen (siehe: Einreichung und Folien) sowie zwei Meet-ups zum Thema Diversity gemeinsam mit Cornelia Trefflich aus dem Bereich Bildung & Wissen veranstalten.

Im Gespräch beim Gender-Diversity Meet-Up, Foto: Ilona Buchem (cc-by-sa 3.0)

Für mich als Newcomerin in der Wikimedia/Wikipedia-Szene war die Wikimania 2013 eine wahre Offenbarung – von dem Ausmaß und der Stärke dieser aufgeschlossenen, international vernetzten und engagierten Gemeinschaft hatte ich vorher nicht die geringste Ahnung. Es ist einfach faszinierend und beispielhaft, wie sich Wikimedia als eine Graswurzelbewegung aus der eigenen Kraft heraus entwickelt und mit der eigenen Philosophie und Aktivitäten in verschiedenen Bereichen, angefangen mit dem offenen Zugang zum Wissen und zu digitalen Ressourcen über  internationale Zusammenarbeit hin zum sozial-politischen Engagement, die Gesellschaft beeinflusst.

Überrascht hat mich auch die Themenbreite und die diversen Teilprojekte, die sich um die Wikipedia herum entwickeln, bzw. entwickelt haben, u.a. die Bemühungen um verschiedene Sprachversionen (z.B. Beitrag zu indigenen Sprachen), die verschiedenen Ausrichtungen der Wikipedia-Forschung (siehe z.B. Überblick zu Forschung 2012), die zahlreichen Aktivitäten zur Förderung des freien und offenen Zugangs zur digitalen Kulturerbe (z.B. Überblick zu GLAM Aktivitäten), die Entstehung der Schwesterprojekte (z.B. Wikivoyage) und die Diversitätsförderung auf verschiedenen Ebenen, u.a. Erhöhung der Beteiligung in der Südhemisphäre (siehe z.B. WMF Strategie “Global South”) und eine ausgewogenere Geschlechterbeteiligung (siehe z.B. Beteiligung von Frauen an der Wikipedia in Indien).

 Auch das von mir vorgestellte Projekt zu (Gender-)Diversität in der deutschsprachigen Wikipedia (siehe Projektsteckbrief) hat eine positive Resonanz erhalten. Eine der Reaktionen war z.B. die Frage eines (männlichen) Teilnehmers in einem Pausengespräch: “How can I help?”. Viele Teilnehmenden haben auch Vorschläge zu den einzelnen Aspekten gemacht, z.B. Wie können wir einen freundlichen Umgang miteinander fördern? Wie können wir Frauen für verschiedene Wikipedia-Projekte begeistern?

Für alle, die eigene Meinungen und Ideen mit uns teilen wollen, gibt es eine Umfrage im  Google Formular und eine kollaborative MindMap in denen jede und jeder Vorschläge, Meinungen und Hinweise zur Gender Diversity abgeben kann. Die bereits eingereichten Ideen sind sehr aufschlussreich und helfen uns sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen, die von der Wikipedia-Community gesehen werden, besser zu verstehen. Ich freue mich auf alle Beiträge – sowohl aus der internationalen als auch aus der deutschsprachigen Wikipedia-Community, gerne auch per E-Mail an: buchem@beuth-hochschule.de

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (13 Bewertungen, Durchschnitt: 4,38 von 5)
Loading...Loading...

“My beautiful life thanks to PLV” bei 91 Dezibel

Auf der diesjährigen Wikimania in Hongkong war die Zukunft der Wikipedia eines der großen Themen. Unter dem Titel “Imagine the Wikipedia in 2022” luden Dirk Franke und die Autorin die anwesenden Zukunftsforscher unter den Wikipedianern ein zu visionieren.

Rote Plüschsitze, goldene Tressen, Marmor und auf Hochglanz lackiertes Holz. Wir befinden uns im kühlen Jockey Auditorium der Politechnischen Universität in Hongkong. So scheint es. In Wirklichkeit ist dies die geheime Starbahn der Wikimania Zeitmaschine. Denn 10 Sekunden nach Beginn des Countdown landen geschätzt 200 Menschen im Jahr 2022.

Drei dominante Trends prägen die Online Welt: Personalisierung, Vernetzung und Visualisierung. Dabei steht Personalisierung für die tatsächliche oder scheinbare am User orientierte Ausrichtung aller IT gestützten Dienstleistungen und Produkte. Vernetzung umfasst nicht nur Personen und Institutionen, sondern auch in exponentieller Weise die Vernetzung mit dem Internet der Dinge. Ob Auto oder Fernseher, alle Dinge um uns interagieren mit uns. Sie senden Informationen, die wiederum unmittelbar auf unsere Umgebung zurückwirken. Schließlich wird das unbedingte Visualisierungsdiktat dazuführen, dass die Wikipedia in 10 Jahren 70% Bildanteil zu 30% Textanteil aufweisen und die Fähigkeit sich auf Texte einzulassen, die zwei Tweetlängen überschreiten, gegen Null tendieren wird.

(read more)

P für Personalisierung. Als einer der großen Online-trends.

Die Vision des Organisationssoziologen Benjamin Mako Hill

Das große Online Projekt in 2022 ist die NEWPEDIA. Nachdem in der Wikipedia ein siebenstufigen Wizard eingeführt wurde, dem jeder folgen muss, bevor er/sie  einen Artikel editieren darf, starteten ein paar Open Knowledge Fans ein neues Projekt: die NEWpedia. Hier kann jeder beitragen in der Art, wie er will. Die Wikipedia ist in die Bedeutungslosigkeit abgesunken und alle nutzen nur noch NEWpedia. Etwaige Parallelen zur Nupedia sind ganz zufällig.

(read more)

The Wikipedia Ltd. nach Christophe Henner

Als Reaktion auf sinkenden Spendeneinnahmen in Folge der steigenden Lebensmittelpreise nach den Turbulenzen auf den Finanzmärkten und Mißernten im Zuge der globalen Klimaveränderung beschloss die Wikimedia Foundation sich in ein kommerzielles Unternehmen umzuwandeln und verkaufte Werbeflächen in der Wikipedia. Dies war erst der Anfang des erfolgreichsten Medienunternehmens des vergangen Jahrzehnts. Im Jahr 2022 zahlt man nicht nur dafür, die Wikipedia werbefrei zu lesen, man zahlt auch dafür in der Wikipedia editieren zu dürfen, man zahlt für die Nutzung der Wikipedia und natürlich sind die Möglichkeiten der Werbung viel ausgefeilter als einfache Clips am Rande der Artikel. Der Börsengang steht unmittelbar bevor.

“Back to the Roots and have fun” meint Melissa Parisi

Die Wikipedia ist zu ihren Anfängen zurückgekehrt. Jeder kann einfach sich auf das Editieren konzentrieren, die Edit-Wars haben aufgehört und man hat einfach wieder Spaß daran in der Wikipedia mitzuarbeiten.

L für Linking up, der 2. große Online Trend. Hier dargestellt durch eine Kunstinstallation im Stromnetz von San Franzisko.

Alle Museen sind wikifiziert orakelt Glambora

GLAM Institutionen im Jahr 2022 begrüßen längst keine Besucher mehr, sondern interagieren mit Usern über die präsentierten Inhalte. Die gesellschaftliche Relevanz des kulturellen Erbes definiert sich nahezu ausschließlich über die Publikumsinteressen. Sinneserfahrungen, emotionale Narrative und Authenzitität sind zentrale Motive für einen Ausstellungsbesuch. Raumerfahrung und Kontextualisierung sind die entscheidenden Kriterien zum Erleben der Sammlungen vor Ort. Unterstützen lässt sich der emanzipierte User hierin durch einerseits seine sozialen Netzwerke, die ihm / ihr Orientierung im enormen Kultur- und Informationsangebot versprechen, andererseits durch Wissensaggregatoren wie die Wikipedia, die ihn / sie über geeignete Schnittstellen auf seine /ihre Bedarfe zugeschnittene Hintergrundinformation zum Objekt bieten. Im Netz stellt er / sie ganz individuell digitale Inhalte zusammen und generiert daraus neue Interpretationsansätze. Die Mitarbeiter der GLAM-Einrichtungen diskutieren in den jeweiligen Foren diese Interpretationen mit den Usern. Forschung im akademischen Sinne stellt nur einen Bruchteil der Arbeit dar, das Befüllen der Wikipedia Plattformen ist in das Zentrum gerückt. Entscheidend für die Wikipedia war es, dass interaktive Anwendungen sich einfach in die Wikipedia integrieren ließen.

Die Wikipedia wandert in den Untergrund glaubt Dirk Franke

In zehn Jahren editiert nur noch eine Elite tatsächlich in der Wikipedia. An der quirligen Oberfläche buhlen unzählige Apps ( ) und APIs um die Gunst des Lesers. Sie alle speisen sich aus der Wikipedia. Zum Beispiel: Bots lesen Artikelinhalte aus und lesen sie vor, wenn man etwa vor einem Denkmal steht. Den meisten Anwendern ist gar nicht bewusst, dass sie die Wikipedia-Inhalte nutzen und die meisten Wikipedia-Autoren sind darüber auch nicht unglücklich. So können sie ungestört von den immer wilderen und schrilleren Inhalten ihren Mikrokosmos der komplexen Regularien der Wikipedia pflegen. Es ist nur eine kleine Schar von Savants, die so zusagen im Keller des Wissens die Wikipedia in Reinkultur fortführen.

Stimmen aus dem Auditorium

Aus Indien: Es gibt nur noch eine Wikipedia und ein Übersetzungsprogramm für alle Sprachen dieser Welt.

Aus Hongkong: Wiki wird zum allumfassenden Lebensstil. Selbst das reale Leben ist wikifiziert.

Aus Südafrika: Der Regionalität des Wissens wird mehr Rechnung getragen und aus der Gegenwart fallendes Wissen wird multimedial in der Wikipedia konserviert.

Aus Deutschland: Wikipedia wird es zwar noch geben, aber der Bildungsaspekt wird sehr viel wichtiger sein als heute.

Aus Niederlanden: Wikipedia findet Eingang in die Grundschulen. Das Problem der nur kurzzeitig relevanten Artikel, die nicht aktualisiert werden, wird gelöst sein.

Aus Hongkong: Durch exzessives Crowd Sourcing werden alle verfügbaren Daten in die Wikipedia integriert und über entsprechende Schnittstellen so aufgearbeitet, dass ich mich über jedes Ding oder Thema meiner Wahl auf dem Niveau informieren kann, wie ich es in diesem Augenblick wünsche.

Aus den USA: Das Vorbild der Wikipedia als riesiges globales Projekt der Zusammenarbeit strahlt auf andere gesellschaftliche Bereiche aus.

Aus Deutschland: In der Zukunft werden nicht aktualisierte Artikel automatisch gelöscht.

Aus Argentinien: In zehn Jahren gibt es entweder eine chinesische Wikipedia oder gar keine mehr.

Aus Südafrika: Die Wikimedia Foundation muss gegebenenfalls in eine Region umziehen, wo Pressefreiheit wirklich garantiert wird.

Aus unbekannt: In der Zukunft können wir auch das verborgene Wissen auf den Diskussionsseiten für die Wikipedia nutzen.

V für Visualisierung. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, sprach Napoleon. Der 3. der Online Trends.

Jetzt kam der Applausometer zum Einsatz. Zwei Tendenzen standen zur Wahl.

Option A: Die Wikipedia bewahrt ihre Qualität und ihre Grundsätze.

Option B: Die Wikipedia öffnet sich. Sie wird bunt, multimedial und schließt interaktive Anwendung ein.

Ein Brausen, Trampeln, Klatschen und Johlen ließ den Staub der Ehrwürdigkeit des Jokey Auditoriums im Saal tanzen und dann stand das Ergebnis fest. 91 Dezibel wurden für die Option B gemessen. Das war doppelt so laut wie für Option A. Eine Mehrheit der Zukunftsforscher im Saal sieht die Zukunft der Wikipedia demnach in der Öffnung.

Und wie sehen Sie die Zukunft der Wikipedia? Schreiben Sie uns Ihren Kommentar oder nehmen Sie teil an der Umfrage “Predict Wikipedia’s future”.

Bildnachweise:

Bild 1: Katja Ullrich via Wikimedia Commons CC BY SA
Bild 2 Katja Ullrich vie Wikimedia Commons CC BY SA
Bild 3 Napoleon traversing the Alpes. Painting by J.L. David, Schloss 
Charlottenburg Berlin via Wikimedia Commons CC BY SA

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 3,40 von 5)
Loading...Loading...