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Die Server der Wikimedia Foundation ziehen um

Wikimedia-Server
Lizenz: Helpameout, CC-BY-SA 3.0

Diese Woche werden die Server der Wikimedia Foundation in ein neues Datencenter nach Ashburn im US-Bundesstaat Virginia umziehen. Durch diesen Umzug sollen alle Seiten der Wikimedia-Projekte, vor allem Wikipedia, leistungsfähiger und zuverlässiger werden.

Die Techniker der Wikimedia Foundation bereiten diesen Umzug seit Langem vor. So sollen die technischen Einschränkung, die der Umzug mit sich bringt, minimiert werden. Nichtsdestotrotz sind Ausfälle möglich. Es wird erwartet, dass sich die Wikimedia-Projekte zwischenzeitlich nur im Lesemodus befinden werden oder nicht erreichbar sein könnten.

Die Wikimedia Foundation plant derzeit, die Migration vom 22. bis 24. Januar jeweils zwischen 18 und 2 Uhr durchzuführen.

Seit 2004 werden die Server aller Wikimedia-Seiten in Tampa, Florida betrieben. Davor standen einige Server auch in San Diego, Kalifornien. Ashburn in Virginia ist das dritte und neueste Datencenter, das die Wikimedia-Seiten betreibt.

Ursprünglich wurde Tampa ausgewählt, weil es nah am Heimatort von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales war und er zu dieser Zeit noch mehr in die technischen Abläufe von Wikipedia eingebunden war. 2009 begann das Technikteam der Wikimedia Foundation nach einem neuen Standort zu suchen, der eine bessere Datenverbindung bietet. Da Ashburn sich in der Umgebung von Washington, D.C. befindet, bietet es eine schnelle und zuverlässige Datenverbindung nach Tampa. Außerdem gibt es in Virginia weniger Hurrikane.

Ab der nächsten Woche werden alle Bearbeitungen, die an Wikipedia vorgenommen werden, auf den Servern in Ashburn verarbeitet. Die Wikimedia-Seiten werden dann wieder voll funktionstüchtig sein. Das alte Datencenter in Tampa wird allerdings beibehalten und dient als Ausfallsicherung für Notfälle: Die Server werden sich im Standby-Modus befinden und einspringen, wenn es in Ashburn zu Stromausfällen kommt. Die Einstellungen und Daten der beiden Standorte werden synchronisiert, so dass es bei technischen Problemen keine merklichen Störungen geben sollte.

Die gemeinnützige Wikimedia Foundation betreibt derzeit ungefähr 885 Server und verarbeitet monatlich ca. 20 Milliarden Seitenaufrufe. Dies ist ausschließlich durch Spenden möglich.

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Neue Server für den Toolserver und OpenStreetMap

Gestern hat Wikimedia Deutschland fünf neue Server bestellt. Drei davon werden für das OpenStreetMap-Projekt verwendet, und drei werden den Toolserver Cluster erweitern. Müssten es dann nicht sechs sein? Nein, denn einer der Server wird für OpenStreetMap im Toolserver Cluster eingesetzt! Und das ist wohl auch der interessanteste:

Auf diesem neuen “Map-Toolserver” werden interessierte Programmierer die Gelegenheit haben, mit den Daten des OpenStreetMap-Projekts zu arbeiten und Werkzeuge bereitzustellen, die diese Daten nutzen. Zugang zu dem neuen Server wird, ähnlich wie bislang auch für andere Toolserverprojekte, auf Anfrage gewährt. Wir hoffen, der OpenStreetMap-Community auf diese Weise bei der Entwicklung neuer Werkzeuge helfen zu können.

Besonders interessant ist natürlich die Integration von OpenStreetMap in Wikipedia, die bereits beim Entwicklertreffen besprochen wurde. Sie soll automatisch Karten zu Ortsartikeln generieren und auch interaktive Karten bereitstellen, auf denen sich der Benutzer frei bewegen kann. Für diese Integration werden die übrigen zwei neuen OpenStreetMap-Server benutzt.

Die zwei verbleibenden Server für den Toolserver Cluster sind eine Investition in die Stabilität und Leistungsfähigkeit des Toolservers: ein Server wird unseren ältesten Datenbankserver ablösen, dem zunehmend die Puste ausgeht. Der zweite wird dafür sorgen, dass künftig mehr Rechenleistung für Bots zur Verfügung steht.

Insgesamt hoffen wir mit dieser Anschaffung die Stabilität des Toolserver-Projekts zu erhöhen, die OpenStreetMap-Community zu unterstützen und die Integration von interaktiven Karten in Wikipedia zu erlauben.

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Tintenfische für freies Wissen

Das ging fix: Vor wenigen Stunden hat der Systemadministrator Mark Bergsma im Amsterdamer Rechenzentrum 15 neue Server in Betrieb genommen, die den Europäern Zugang zu den Wikimedia-Projekten, allen voran der Wikipedia, sichern. Finanziert wurden sie aus den Spendeneinahmen des Wikimedia Deutschland e.V.

60.000 Euro haben die neuen Rechner gekostet, die als Zwischenspeicher (Cache Proxies/Squids = “Tintenfisch“) eingesetzt werden. Sie ergänzen die bereits bestehenden 15 Squid-Rechner, die ebenfalls von Wikimedia Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Da die neuen Maschinen bessere Leistungsdaten haben (Intel Xeon Dual-Core 2.0 Ghz, 16 GB Ram, 4×73 GB Disk 15000 RPM) konnten die bestehenden Kapazitäten mehr als verdoppelt werden.

Dies war auch dringend nötig: Die Zugriffe auf Wikimedia-Projekte steigen weiterhin an. Mit sieben Milliarden angezeigten Artikeln pro Monat müssen die Wikimedia-Server mehr als 50.000 Anfragen pro Sekunde (!) verkraften. Die bisherige Kapazität war nahezu erschöpft.

Infrastruktur Rechenzentrum Amsterdam
Übersicht über die Infrastruktur des Amsterdamer Rechenzentrums (Squids: unten rechts)

Weltweit sorgen 90 Squid-Proxies dafür, dass die Inhalte der Wikimedia-Projekte möglichst zügig ausgeliefert werden können. 10 Stück – gespendet von Yahoo! (2005) – stehen im Wikimedia-Rechenzentrum in Seoul und versorgen die asiatischen Nutzer. Unsere 30 Rechner in Amsterdam beliefern Europa, der Rest der Welt wird von 50 Squids aus den USA bedient.

Der allergrößte Teil der Nutzer greift unangemeldet auf die Seiten zu, so dass keine Verbindung zu einem Datenbankserver notwendig ist. Stattdessen wird aus dem Zwischenspeicher die letzte “statische” Version ausgeliefert. Dies entlastet die zentralen Datenbankserver ungemein. Alleine in Europa laufen 80-98 % aller Wikipedia-Zugriffe über die Amsterdamer Rechner. Ohne eine Zwischenspeicherung von Inhalten würde die Wikipedia unter den vielen Anfragen innerhalb weniger Sekunden zusammenbrechen.

PS: Momentan laufen nur 29 Server, da eines der neuen Geräte einen Defekt hat (vermutlich am Netzwerkinterface). Mark kümmert sich drum.

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