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Future of Education Workshop in London

Kilian Kluge ist seit Jahren ehrenamtlich in der Wikipedia aktiv und beteiligt sich dort unter anderem am unabhängigen Referentennetzwerk Wiki-Team. Er besuchte den Future of Education Workshop in London und berichtet für den Blog.

Das Barbican Arts Centre in der City of London, wo im August auch die Wikimania stattfinden wird. Foto: Barbican, London – 21 June 2014 – Andy Mabbett.JPG von Andy Mabbett. Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Am 21. und 22. Juni fand im Londoner Barbican Centre der Future of Education Workshop statt, der dem Austausch zwischen verschiedenen Wikipedia-Bildungsprogrammen und der Vorbereitung der themengleichen Vorkonferenz der  diesjährigen Wikimania diente. Dank der finanziellen Unterstützung von Wikimedia Deutschland konnte ich als Vertreter des unabhängigen Wikipedia-Referentennetzwerks wiki:team an der Veranstaltung teilnehmen.

Bestandsaufnahme

Da ein Großteil der gut 20 Teilnehmer in den amerikanischen oder britischen Bildungsinitiativen aktiv ist, standen diese Aktivitäten im Mittelpunkt des ersten Tages. Der Trend ging hierbei deutlich in Richtung Institutionalisierung, also die Verankerung der zahlreichen erfolgreichen Konzepte in den Lehrplänen der Schulen und Universitäten. Während sich Wikimedia Deutschland im letzten Jahr nahezu vollständig aus der direkten Arbeit mit einzelnen Klassen und Kursen zurückgezogen hat, wurde das erfolgreiche Hochschulprogramm der Wikimedia Foundation in die Wiki Education Foundation ausgegliedert. Diese verfolgt nun das Ziel, die beeindruckende Zahl von jährlich über 100 betreuten, semesterlangen Kursen zu erhöhen und Universitäten zu befähigen, diese auch ohne externe Unterstützung durchführen zu können. Der Fokus liegt hierbei ausdrücklich nicht auf der Gewinnung neuer Autoren für die Wikimedia-Projekte, sondern auf der Entwicklung von Medienkompetenz. Wikipedia wird hierbei als Werkzeug eingesetzt, um so wichtige Fähigkeiten wie Katalog- und Bibliotheksrecherche, Bewertung von Informationsquellen und das richtige Zitieren zu vermitteln. Im Gegensatz zu üblichen Kursen zu wissenschaftlichem Arbeiten besteht für die Studenten der Reiz darin, dass ihre Texte tatsächlich gelesen werden und von zeitüberdauernder Bedeutung sind.

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Aktuelles aus dem Wikipedia-Schulprojekt

Gut 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler nutzen Wikipedia regelmäßig (KIM-Studie 2010), bei Lehrern liegt der Anteil für die Unterrichtsvorbereitung sogar noch höher (“Bildungsstudie: Digitale Medien in der Schule”, (N)Onliner Atlas 2011 der Initiative D21). Die Aufklärung über einen kompetenten Umgang mit Freiem Wissen ist daher besonders wichtig.
Wer in die Schulen geht, merkt bald, dass es nicht ausreicht, freie Inhalte zu erschaffen und sie allgemein verfügbar zu machen, man muss auch zum richtigen Umgang damit anleiten und das heißt im Fall von Wikipedia: Zu einem kritischen Umgang. Dies ist das Ziel des Wikipedia-Schulprojekts, das unter dem Motto „Wikipedia macht Schule“ freiwillige Referenten an Schulen und Universitäten entsendet. In Workshops wird das Verständnis für Freies Wissen bei Schülern, Lehrern, Lehramtstudenten und Pädagogen verbessert und der kritische Umgang mit der freien Enzyklopädie erlernt. Die Teilnehmer erhalten einen Einblick in das Projekt und lernen anhand verschiedener Aufgaben die Qualitätssicherung in Wikipedia kennen. So können sie Wikipedia besser verstehen und die Qualität der Artikel besser einschätzen.

Das Referentennetzwerk ist in diesem Jahr richtig in Fahrt gekommen und Wikipedianer und Medienpädagogen sind seitdem in allen Teilen Deutschlands unterwegs, um im Bildungsbereich Medien- und Informationskompetenz im Umgang mit freien Inhalten zu vermitteln.
Die Rahmenbedingungen für die Veranstaltungen sind dabei höchst unterschiedlich: Die Referenten organisieren Workshops für die Lehrerfortbildung schwerpunktmäßig an Gymnasien und an Oberschulen ebenso wie für Lehrer in der Referendarausbildung. Das Schulprojekt wurde zu Projektwochen eingeladen sowie zu einmaligen Veranstaltungen und Übungen, in denen Schüler auf die Webrecherche für eine Jahresarbeit vorbereitet werden. Außerdem wird das Projekt auch bei Lehrertagungen und bei BarCamps vorgestellt. Über diese Veranstaltungen wurde auch häufig in der Presse berichtet, beispielsweise in der waldorfpädagogischen Zeitschrift Erziehungskunst, sowie in den Webauftritten der Schulen, besonders ausführlich auf der Website des Privaten Gymnasiums Marienstatt. Auch an einer Grundschule konnten wir im August erfogreich ein Pilotprojekt durchführen, in dem Fünftklässler spielerisch Wikipedia kennenlernen konnten. Aktuelle Bilder aus dem Projekt finden sich auf Wikimedia Commons. Regelmäßig berichten wir auch in unserem Monatsbericht über das Schulprojekt.

Im Rahmen des Projekts wird deutlich, dass die meisten Benutzer vieles, was für die alten Hasen unter den Wikipedianern schon selbstverständlich geworden ist, erst durch das Schulprojekt kennenlernen – vom elementaren Arbeiten mit dem Wiki (Diskussionsseite und Versionsgeschichte zu einem Artikel) über das richtige Zitieren einer Quellenangabe aus Wikipedia bis hin zur Verwendung von Bildern aus dem freien Medienarchiv Wikimedia Commons auf der Schul-Website mit der korrekten urheberrechtlichen Angabe gemäß der jeweiligen Lizenz, unter der das Werk dort verfügbar ist.

Zwei Mal im Jahr finden Treffen der Referenten statt, die dem Erfahrungsaustausch und der Weiterbildung dienen. Vom 26. bis 28. August 2011 trafen sich in diesem Rahmen rund zwanzig Referenten des Schulprojekts zu ihrem vierten “SchulCamp” in Nürnberg. Dabei galt es, Konzepte weiter zu entwickeln und die nächsten organisatorischen Schritte gemeinsam zu besprechen.
Ort des Geschehens war der CoWorking-Space in Nürnberg, der mit seiner arbeitsfreundlichen Atmosphäre maßgeblich zum Erfolg des Treffens beitrug. Die meisten aktiven Referenten waren schon von Anfang an im Schulprojekt dabei, einige sind neu hinzugestoßen und wurden nun intensiv auf bevorstehende Einsätze vorbereitet. Dies geschah unter anderem in einem offenen Workshop, der zu Beginn des Treffens sowohl interessierte Coworker als auch neue Referenten über Wikipedia informierte. Am zweiten und dritten Tag arbeiteten alle beteiligten Referenten an den Inhalten der Schulungen und daran, die bisherigen Erfahrungen in die Inhalte und Konzepte einfließen zu lassen. Das Camp zeigte, wie wichtig der persönliche Austausch für die Arbeit in einem Referentennetzwerk ist und wie hilfreich es ist, sich gegenseitig unterstützen zu können. Am Ende des Wochenendes konnten wir auf eine lange Liste erarbeiteter Inhalte zurückblicken und sind nun bereit für ein neues Schuljahr mit dem Wikipedia-Schulprojekt. Nächste Schritte sind nun, neben der Durchführung weiterer Workshops, auch die Erarbeitung von Handreichungen für Lehrer.

Das Schulprojekt ist weiterhin auf der Suche nach neuen Referenten, vor allem im hohen Norden, in Niedersachsen und in Bayern. Wikipedianer oder Pädagogen, die am Schulprojekt mitarbeiten möchten, können sich bewerben mit einer Mail an schule@wikimedia.de. Diese Adresse gilt übrigens auch für Lehrer, die uns an ihre Schule einladen möchten. Wir freuen uns auf Eure Anfragen und Anregungen!

Es grüßen,
Jürgen F. und Elly K.

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Wikipedia Schulprojekt: Das dritte Camp

Vom 01.-03.04.2011 haben sich die Referenten des Wikipedia-Schulprojekts zum dritten Camp getroffen. Diesmal fand das Camp in Berlin statt. Die gut ausgestatteten Räumlichkeiten des Bits21 dienten als Treffpunkt und schafften von Anfang an eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre.

Das Camp startete am Freitag Abend mit einem ersten Kennenlernen der neuen Referenten und intensiven Gesprächen über die Projektstrukturen. Am Samstag ging es dann mit straffem Zeitplan los. Nach zwei Impulsreferaten und einem offenen Erfahrungsaustausch wurde im Rahmen einer professionellen Schulung an dem Thema “Gestaltung und Präsentation eines Workshops” gearbeitet. Nach einem langen Tag ließen wir diesen dann gemeinsam ausklingen.

Mit frühlingshaften Temperaturen begann der letzte Tag unseres Camps. Nach einer Kurzvorstellung des Projekts Silberwissen ging es dann an die inhaltliche Weiterentwicklung der Präsentationsgrundlagen. Die Ergebnisse zeigten bereits erste Ideen für die Umsetzung des am Tag zuvor Besprochenen und gaben tiefere Einblicke in die schulische Arbeitsumgebung. Nach einer abschließenden Feedbackrunde war unsere gemeinsame Zeit dann auch schon wieder vorbei. Wie immer – viel zu kurz, aber sehr produktiv! Mit einem Koffer voll neuer Ideen und Methoden machten sich alle auf den Heimweg, bereit für neue Einsätze im Wikipedia-Schulprojekt.

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Das Schulprojekt unterwegs

Das Prinzip Wikipedia verstehen. Dies hat sich das Wikipedia Schulprojekt zum Ziel gesetzt. Lehrer und Schüler für unser Projekt zu begeistern, ist damit ein großer Teil unserer Arbeit. Dank unseres immer größer werdenden Referenten-Netzwerks konnten wir erfolgreich ins neue Jahr starten!

Um neue Schulen zu begeistern, geht das Wikipedia Schulprojekt auf Fachtagungen zum Thema Medienkompetenz und Medieneinsatz im Bildungsbereich. Mit der Kombination aus Recherche, Medieneinsatz und kritischer Reflektion ist das Projekt für eine Vielzahl von Fächern einsetzbar und damit für Lehrer aller Fächer interessant.
Den Start der Schulprojekt-Tour machte in diesem Jahr die Lehrertagung der FH-Mainz am 17.-18.02.2011 zum Thema “Neue Medien verändern Schule”. Hier konnten wir medienbegeisterte Lehrer und Dozenten im persönlichen Gespräch für das Schulprojekt begeistern. Für Lehrer sind die Veränderungen in der Generierung von Wissen immer wichtiger und eine kritische Reflektion dieser Prozesse dabei unverzichtbar. Viele Lehrer kommen sowohl zeitlich als auch fachlich mit der Forderung nach Medieneinsatz an ihre Grenzen. Genau hier setzt das Schulprojekt an und hilft dabei, diese neuen Wege am Beispiel von Wikipedia zu erschließen.

Direkt im Anschluss ging es weiter auf die Didacta 2011. Die weltweit größte Bildungsmesse fand in diesem Jahr auf der Messe Stuttgart statt. Wikimedia Deutschland konnte hier Vertreter verschiedener Stiftungen für das Projekt begeistern und mit interessierten Partnern über neue Wege für das Schulprojekt nachdenken. Weitere Aktionen auf Fachtagungen sind bereits in Planung. Wir freuen uns über die neu gewonnenen Kontakte!

Das Referenten-Netzwerk wächst von Tag zu Tag. Wenn Ihr selbst Interesse daran habt, als Referent tätig zu werden, meldet euch! Anfragen von Schulen oder Bildungseinrichtungen bitte ebenfalls an schule@wikimedia.de.

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Wikipedia-Schulprojekt: Ein (un)perfektes Arbeitstreffen

Am vergangenen Wochenende fand in Essen das zweite Treffen der Schulprojekt-Referenten statt, bei dem die im Sommer begonnene Arbeit fortgesetzt und zu einem vorläufigen Abschluss geführt wurde. Ich selbst bin seit dem Sommertreffen als Referent im Schulprojekt und war nun auch in Essen wieder mit dabei. Meine Eindrücke habe ich in einem Blog-Beitrag zusammengefasst, den ich nun auf Anregung von Nicole auch hier veröffentliche.

Was passiert, wenn man 20 Wikipedianer und Medienpädagogen ins Linuxhotel nach Essen einlädt, Inhalte für ein Wikipedia-Schulprojekt diskutiert und anschließend dazu auffordert, diese in einem Wiki umzusetzen? Leider nicht viel. Und was passiert, wenn man einige von ihnen zusammen mit zwei weiteren Teilnehmern ins Unperfekthaus nach Essen einlädt, um das Projekt endlich voranzubringen und die Schulungsmaterialien fertigzustellen? Eine ganze Menge.

Das Wikipedia-Schulprojekt

Das Wikipedia-Schulprojekt ist eine Initiative von Wikimedia Deutschland, dem offiziellen Förderverein der Wikipedia in Deutschland. Das Projekt als solches besteht schon länger, wurde aber bisher von verschiedenen Personen in nur kleinem Umfang betrieben. Seit Anfang des Jahres liegt das Projekt nun in den Händen der Projektmanager Nicole Ebber und Denis Barthel, im Mai wurde mit einer Ausschreibung nach Referenten gesucht.

Im Rahmen des Schulprojekts werden Aktionstage für Schüler und Fortbildungen für Lehrer angeboten, bei denen zielgruppengerecht die Funktionsweise und der sinnvolle Umgang mit der Wikipedia präsentiert werden soll. Während es bei den Aktionstagen für Schüler vor allem darum geht, Medienkompetenz zu vermitteln (“Woran erkenne ich, dass ich einem Wikipedia-Artikel trauen kann?”), soll den Lehrern besonders das Qualitätsmanagement der Online-Enzyklopädie vorgestellt werden. Für beide Zielgruppen dauert die Schulung jeweils vier Stunden, insgesamt mussten also acht Stunden Programm erarbeitet und gestaltet werden.

Warum ein Treffen nicht gereicht hat

Beim ersten Workshop im Sommer wurden zwar viele gute Ideen eingebracht und diskutiert sowie für beide Schulungen ein Grundkonzept erstellt, das anschließend im Projektwiki verbessert, erweitert und in eine vorzeigbare Form gebracht werden sollte. De facto wurde im Projektwiki nur von wenigen Personen überhaupt etwas beigetragen, es gab Wochen, in denen keine einzige Änderung erfolgte. Ein Fortschritt wollte sich so nicht einstellen, auch die wenigen dort aktiven Mitarbeiter waren bald frustriert. Es fehlte an Rückmeldungen, Ideen und Arbeitskraft, zeitweise hatte man das Gefühl, ins Nichts zu schreiben. Nachdem auch einige Rundmails nichts an diesem Zustand zu ändern vermochten, wurde recht kurzfristig für Ende Oktober ein Treffen in Essen – diesmal im Unperfekthaus – angesetzt.

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