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Zedler-Preis 2012: Die Jury stellt sich vor

Im Mai 2012 wird das erste Mal der Nachfolger der Zedler-Medaille, der „Zedler-Preis für Freies Wissen 2012“ verliehen. Jetzt stehen die 15 16 Jurymitglieder fest. Die insgesamt gut 100 Vorschläge in den Kategorien, „Wikipedia-Artikel des Jahres“, „Community-Projekt des Jahres“ und „Externes Wissensprojekt des Jahres“ werden von je vier bis sechs sieben Jurorinnen und Juroren aus der Wikipedia-Community, der Wissenschaft, dem Presse- und Kulturbetrieb sowie netzpolitischen Einrichtungen bewertet. Die Vertreterinnen und Vertreter aus der Community wurden in einer auf der deutschsprachigen Wikipedia veranstalteten Wahl ermittelt, externe Fachleute gezielt angesprochen. Hier werden sie kurz vorgestellt:

Update 1. März 2012: Für die Jury des Zedler-Preises konnte noch ein weiteres Mitglied gewonnen werden. Prof. Dr. Kurt Gärtner, bereits mehrmaliges Jurymitglied der Zedler-Medaille wird als über die Vergabe des Preises in Kategorie I “Wikipedia-Artikel des Jahres” mitbestimmen.

Kategorie I – „Wikipedia-Artikel des Jahres“

Astrid Herbold

Astrid Herbold ist Journalistin und freie Autorin. Die promovierte Germanistin veröffentlicht hauptsächlich Sachbücher und schreibt u.a. für Berliner Morgenpost, Zitty, Tagesspiegel und Zeit Online. 2009 veröffentliche sie im Droemer Verlag „Das große Rauschen – Die Lebenslügen der digitalen Gesellschaft“. Astrid Herbold lebt in Berlin und sagt: “Mir imponiert die Leidenschaft der Wikipedianer, die akribische Arbeit am Text, das Ringen um Qualitätsstandards – sowie der Anspruch, immer so präzise, aktuell und neutral wie möglich zu sein. Umso mehr freue ich mich, in diesem Jahr Mitglied der Zedler-Preis-Jury sein zu dürfen.”

Benutzerin:Elya

Elke Wetzig, 45 ist Frau und Nichtakademikerin – damit als leidenschaftliche Wikipedianerin in mindestens zwei der drei gängigen „Minderheitengruppen“. Im realen Leben macht sie in Köln „irgendwas mit Internet“, fotografiert und sammelt Bücher über Kölner Architektur und Denkmalpflege. Als Jurorin ist sie angetreten, weil „ich es wichtig finde, dass Wikipedia mehr Gesicht bekommt: Der Zedler-Preis holt die, für die Leser oft unsichtbaren, verdienten Autorinnen und Autoren ins Rampenlicht“.

Benutzer:Frank Schulenburg

Seit Februar 2005 ist Frank Schulenburg als Autor, seit 2005 als Administrator für Wikipedia tätig. Seine thematischen Schwerpunkte liegen auf der frühneuzeitlichen Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte. Einer der über zwanzigtausend deutschsprachigen Artikel, die Frank bearbeitet hat handelt von Johann Heinrich Zedler, dem Namensgeber des Preises. Den Vorgängerwettbewerb Zedler-Medaille rief er mit ins Leben. Von Februar 2006 bis Juni 2008 war Frank Mitglied des Vorstandes von Wikimedia Deutschland e.V. Im März 2008 wechselte er zur Wikimedia Foundation in die USA und leitet dort seit 2011 das Global Education Programm.

Kurt Gärtner

Der promovierte und habilitierte Theologe und Germanist Kurt Gärtner wurde im südhessischen Hummetroth geboren. Seit dem Ende seiner Lehrtätigkeit im Jahre 2001 befasst er sich bei verschiedenen Forschungsprojekten an den Universitäten Trier und Marburg um die Sprache des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Außerdem ist Mitglied der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.  Gärtner war bereits mehrfach Mitglied der Jury zur Verleihung der Zedler-Medaille.

Benutzer:Poupou l’quourouce

Am 4. Juni 2005 bearbeitete Poupou (der Name leitet sich aus einem Loriot-Sketch ab) ihren ersten Artikel in der Wikipedia: “Garten”.  Seither schreibt und bearbeitet Poupou hauptsächlich Artikel zu Alltagsgeschichte, Kunst und Kultur und übernimmt Admintätigkeiten in der Wikipedia.

Ralf Müller-Schmid

Ralf Müller-Schmid ist Wissenschaftsjournalist, Programmleiter von DRadio Wissen und Berufsblogger. An der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt promovierte er über die Theorie der Erfahrung. Praktische Erfahrung in den Medien hat er seit Mitte der Neunziger u.a. bei der ARD, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Neuer Zürcher Zeitung gesammelt. Damit seine zwei Kinder ihr schier unendliches Wissen über Harry Potter an die Nachwelt übergeben können, unterstützt er die Idee des Freien Wissens gerne.

Ulrich Johannes Schneider

Ulrich Johannes Schneider lehrt Kulturphilosophie an der Universität Leipzig und ist dort hauptberuflich Direktor der Universitätsbibliothek. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wissensgeschichte und französische Philosophie. Er moderiert den Leipziger Wissenschaftstalk Thomasius-Club und ist auch sonst unterwegs, wissenschaftliche Themen vor einem breiteren Publikum zu diskutieren. Schneider: „Ich weiß, dass es nicht leicht ist, über komplexe Themen verständlich zu schreiben, und bewundere alle, die es versuchen.“

Kategorie II – „Community-Projekt des Jahres“

Benutzer:Achim Raschka

Wikipedianer seit 2003: Achim Raschka unterstützt die Wikipedia seit mehr als acht Jahren als Autor. In dieser Zeit hat er eine vierstellige Anzahl Artikel angelegt, dreistellig ist die Anzahl der von der Community ausgezeichneten Beiträge, die seiner Tastatur entsprungen sind. Raschka hat maßgeblich an der Einrichtung und Etablierung des Wikipedia-Schreibwettbewerbs und des WikiCups beigetragen. Für ihn ist die Wikipedia ein Ort, an dem viele Menschen miteinander an einer Enzyklopädie schreiben und damit das größte und beste Wissensprojekt schaffen, dass es je gab. Achim freut sich: „Projekte wie der Zedler-Preis machen die Wikipedia zu dem, was sie heute ist“.

Daniel Dietrich

Daniel Dietrich hat Politikwissenschaften, Medienwissenschaften und Informatik in Frankfurt und Berlin studierte. Bis Ende 2011 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin im Fachbereich Informatik und Gesellschaft beschäftigt. Daniel ist Vorsitzender der Open Knowledge Foundation Deutschland und arbeitet als Projektkoordinator der Open Definition und der Arbeitsgruppe zu Open Government Data. Außerdem gründete er mit Anderen das Open Data Network. Seit 2011 arbeitet er als Redakteur für die  European Public Sector Information Platform.

Martin Haase

Martin Haase studierte Romanistik sowie allgemeine und historisch-vergleichende Sprachwissenschaft. Seine Promotion handelt von Sprachkontakt und Sprachwandel im Baskenland, die Habilitation von der Dialektdynamik in Mittelitalien. Öffentlich in Erscheinung getreten ist er durch seine Funktion als Vorstandsmitglied des Chaos Computer Clubs. Daneben engagiert er sich für Open Source Projekte, ist Direktor des Deutschen Esperanto-Institutes, Wikipedia-Autor und ehemaliges Vorstandsmitglied des Wikimedia Deutschland e.V. Gemeinsam mit Kai Biermann erhielt er 2011 den Grimme Online Award in der Kategorie „Bildung und Wissen“ für das Blog neusprech.org.

Benutzer:TobiasKlaus

Tobias Klaus, alias toktok, hat in Bonn, Frankfurt am Main, Dublin, Durham (North Carolina, USA) und Bloomington (Indiana, USA) studiert. 2005 arbeitete er zusätzlich ehrenamtlich für sechs Monate als Lehrer für Ökologie an einer Highschool in Dehradun, Indien. Wikipedianer ist der viel bereiste Mann seit April 2006. Sein erster Artikel handelte von der Geschichte Somalias. Seitdem hat er etliche Beiträge vor allem in den Bereichen Philosophie und Ökologie bearbeitet.

Kategorie III – „Externes Wissensprojekt des Jahres“

Christian Siefkes

Christian Siefkes hat Informatik und Philosophie studiert und lebt als freiberuflicher Softwareentwickler und Autor in Berlin. Sein Interesse gilt allen Formen der commonbasierten Peer-Produktion, wie u.a. Wikipedia. Er beschäftigt sich damit, wie und unter welchen Umständen solche Produktion erfolgreich sind und wie auf ihrer Basis eine freie Gesellschaft entstehen kann, in der nicht Tauschen, sondern Teilen im Mittelpunkt steht. Darüber bloggt Siefkes auch auf dem Gemeinschaftsblog keimform.de. Christian erhofft sich vom Zedler-Preis, “dass das Renommee und die Erfahrungen der Wikipedia auch für die Förderung anderer vielversprechender Projekte, die sich der Produktion des Freien Wissens verschrieben haben, fruchtbar gemacht werden können.“

John Weitzmann

John Weitzmann ist Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt Urheber- und Medienrecht. Seit 2006 ist er einer der beiden Leiter von Creative Commons Deutschland, seit 2009 koordiniert er den deutschen Landesverbund mit den anderen europäischen Chaptern. Auf der Rechtshilfeplattform irights.info ist John in seiner Funktion als Anwalt engagiert. Zudem veröffentlicht er regelmäßig Fachbeiträge über Rechtsfragen, hauptsächlich im Bereich Open Access und Standardlizenzmodelle. Für die Sendung “Breitband“ im Deutschlandradio Kultur ist er als freier Mitarbeiter tätig. John ist zudem Mitglied des Online-Expertenkreises Internet & Gesellschaft Co:llaboratory, war an dem IT-Gipfel der Bundesregierung beteiligt und hat die Initiative gegen Leistungsschutzrechte mit aufgebaut.

Kathrin Passig

Kathrin Passig lebt als Sachbuchautorin und Publizistin in Berlin. Sie ist Mitgründerin der Zentralen Intelligenz Agentur, mit der sie das Blog riesenmaschine.de entwickelte, das 2006 den Grimme Online Award erhielt. Im gleichen Jahr gewann sie mit der Erzählung „Sie befinden sich hier“ den Ingeborg-Bachmann-Preis. Zuletzt erschien “Das neue Lexikon des Unwissens – Worauf es bisher keine Antwort gibt” (Rowohlt Berlin 2011, zusammen mit Aleks Scholz und Kai Schreiber), im Herbst 2012 erscheint “Internet – Segen oder Fluch” (Arbeitstitel, zusammen mit Sascha Lobo). Passig: “Ich freue mich über die Jury-Einladung, weil Freies Wissen Weltverbesserung ist und Weltverbesserung – neben Nagetieren – immer ein Hauptthema der Riesenmaschine war. Außerdem wäre das Recherchieren für Sachtexte ohne Freies Wissen ein noch viel mühsameres Geschäft.”

Benutzer:Marcus Cyron

Marcus Cyron hat auf der HU Berlin Geschichts- und Altertumswissenschaften studiert. Seit 2005 arbeitet er an der Wikipedia mit. Er kann bislang mehr als 160.000 Bearbeitungen vorweisen und hat über 5000 Artikel angelegt. Der in Rüdersdorf bei Berlin geborene 36-jährige ist vor allem in den Bereichen Altertum und Wintersport aktiv. 2008 wurde ihm die Zedler-Medaille im Bereich „Geisteswissenschaften“ für den Artikel „Schwarzfigurige Vasenmalerei“ verliehen. Marcus hat am Buch „Alles über Wikipedia“ mitgearbeitet und war einer der Organisatoren der Konferenz „Wikipedia trifft Altertum“.

Thorsten Schilling

Thorsten Schilling, seit Oktober 2000 Leiter des Fachbereichs Multimedia der Bundeszentrale für politische Bildung, brach sein Studium der Philosophie/Marxismus-Leninismus 1986 aus politischen Gründen ab. 1989 wurde der gebürtige Dresdner aus der DDR ausgewiesen. Auf der documenta X in Kassel organisierte der heute 51-jährige gemeinsam mit Anderen u.a. den Hybrid Workspace als temporäres Medienlabor. Schilling engagiert sich in verschiedenen Projekten für die Pflege der Medienkultur. An der Juryarbeit beteiligt er sich, weil „zum einen das Anliegen, ehrenamtliches Engagement im Bereich der Wissensvermittlung auszuzeichnen sehr gut zur Arbeit der Bundeszentrale passt und zum anderen, weil ich mir verspreche, bei der näheren Beschäftigung mit den Projekten auch Anregungen und Ideen kennenzulernen.“

Wie geht’s jetzt weiter?

Die Jurygruppen beginnen nun, sich über die Bewertungskriterien auszutauschen und haben dann bis Ende März Zeit, die Vorschläge zu begutachten und zu bewerten. Für die drei Preise gelten unterschiedlich Bewertungskriterien. Während die Kategorie „Artikel des Jahres“ einen lustigen und informativen Artikel der begeistert hat, auszeichnet, sollen bei den Projekt-Kategorien Erstellung, Verbesserung und Verbreitung des Freien Wissen als Bewertungsmaxime gelten. Grundvoraussetzung für alle Nominierungen ist die nachhaltige Verankerung der Idee des Freien Wissens in der Gesellschaft. Anfang April finden dann die Jurysitzungen statt, im Anschluss werden je Kategorie fünf Nominierungen bekannt gegeben. Auf einer großen Gala im Mai in Berlin werden schließlich die Sieger gekürt.

Alle Informationen zum Wettbewerb unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Zedler-Preis. Alle Fragen und Anregungen zum Wettbewerb nimmt Nicole Ebber gerne entgegen.

(Vielen Dank an Phillip für die Unterstützung bei der Recherche und das Zusammentragen der Juryinformationen!)

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Zedler-Preis: Wikipedianer-Jury gewählt

Mit dem Zedler-Preis für Freies Wissen zeichnet Wikimedia Deutschland Personen, Gruppen oder Projekte aus, die sich 2011 ganz besonders für Freies Wissen engagiert haben. Der Preis würdigt die unermüdliche, ehrenamtliche Arbeit für Freies Wissen. Wir möchten damit zum einen die Wikipedia- und Wikimedia-Community ehren, aber gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit auf andere Initiativen lenken, die sich für unsere Mission zur Verbreitung, Sammlung und Erstellung Freien Wissens einsetzen.

Freies Wissen bedeutet für uns dabei, dass Werke oder Arbeiten frei zugänglich sind und von jedem, zu jedem beliebigen Zweck, frei angewandt, kopiert, verbreitet und/oder modifiziert werden können. Diese Freiheit lässt sich z.B. mit der Creative Commons Lizenz CC-BY-SA ausdrücken, die auch für alle Wikimedia- und Wikipedia-Inhalte verwendet wird. Aktionen wie WissensWert oder Gespräche mit interessierten Akteuren und Organisationen zeigen immer wieder, dass für mehr Akzeptanz und Bekanntheit dieses Konzeptes noch viel Arbeit nötig ist. Der Zedler-Preis soll mit der Vorstellung der Kandidaten und Gewinner zur Nachahmung des Einsatzes für Freies Wissen anregen und alte und neue Zielgruppen für unser Anliegen aktivieren.

Jurywahl der Wikipedianer

Letzte Woche endete die Jurywahl, nun haben alle Kandidaten die Wahl angenommen und wir freuen uns über so viele kompetente, engagierte Jury-Mitglieder. Herzliche Glückwünsche gehen an:

Jury in Kategorie I: Wikipedia-Artikel des Jahres

Jury in Kategorie II: Community-Projekt des Jahres

Jury in Kategorie III. Projekt des Jahres, extern

Externe Jury und Partner

Wir sammeln weiterhin Vorschläge für die externen Juroren und sprechen potentielle Partner an. Gesucht werden Organisationen, die Jurymitglieder stellen oder Preise in den Wettbewerb geben, Medienpartner sind, uns bei der Bewerbung des Wettbewerbes unterstützen und Kontakte zu einer bisher wenig erschlossenen Zielgruppe herstellen. Durch die Schirmherrschaft einer bekannten Persönlichkeit möchten wir mediale und positive Aufmerksamkeit auf Wikipedia und Wikimedia als Inbegriff des Freien Wissens lenken.

Preisträger gesucht!

Wer soll eurer Meinung nach einen Zedler-Preis erhalten? Auf der Wikipedia-Projektseite könnt ihr eure Favoriten vorschlagen. Die Liste an Artikeln und Projekten ist schon sehr beeindruckend, bietet aber immernoch Platz für mehr.

Alle aktuellen Informationen zum Zedler-Preis finden sich auf der Projektseite, für weitere Fragen stehe ich euch unter nicole.ebber@wikimedia.de gerne zur Verfügung.

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WissensWert-Jurysitzung: Der Wert des Austauschs

Was ich an dieser ganzen Wikimedia-Welt liebe ist, dass es immer wieder Überraschungen gibt. Die letzte dieser Überraschungen war die Jurysitzung von WissensWert-Wettbewerb, die am letzten Mittwoch in Berlin stattfand. Kurz gesagt: Ich kannte in der Jury niemanden. Es ist nicht immer leicht, wenn man neue Leute “freiwilligt” an einem solchen Gremium zu arbeiten, die richtige Stimmung zu finden. Man tagt nur ganz kurz und in wenigen Stunden muss man sich einigen, welches die besten Projekte sind. Wir hatten 4 (vier!) Stunden, um durch 30 Projekte durch zu gehen. Wir hatten schon vorher Punkte für anhand verschiedener Kriterien verteilt und haben bei der Sitzung aufgrund dieser ersten und persönlichen Einschätzung diskutiert.

Und diskutiert haben wir reichlich! Aber in so einer Art, die ich mir bei Wikimedia öfter wünsche: Vernünftig, respektvoll, lustig auch, seriös und konstruktiv. Diese Sitzung war einfach toll!

Die WissensWert-Juroren kommen aus alle mögliche Ecken, und die Bereicherung bei den Gesprächen war einfach klasse. Wir waren uns oft nicht auf Anhieb einig, was spezifische Projekte angeht. Aber in der Diskussion hatten wir Gelegenheit, uns alle Projekte in so vielen Details wie möglich und von allen Richtungen anzukucken. Kulturblickwinkel, Wikimediablickwinkel, Aktivismusblickwinkel, Projektmanagementblinkwinkel – so viele Richtungen, in die wir alle gegangen sind, um einander zu verstehen und Projekte mit neuen Augen zu begreifen. Herzlichen Dank dafür an die anderen Juroren und Jurorinnen, das hat wirklich Spaß gemacht!

Der Konsens hat sich ganz natürlich gefunden, und am Ende waren die Ergebnisse da! Die bekommt ihr aber erst am 15. Dezember, wenn der ganze Prozess abgeschlossen ist. In der Zwischenzeit könnt ihr euer Lieblingsprojekt für den Publikumspreis (Übersicht aller Projekte) wählen. Und glaubt ihr mir, es gibt eine Menge Projekte, die eure Lieblingsprojekte sein könnten!

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Wie geht’s weiter mit der Zedler-Medaille?

Die Zedler-Medaille ist ein jährlich von Wikimedia Deutschland vergebener Preis für einen Lexikonbeitrag in den Kategorien Geistes- bzw. Naturwissenschaft. Seit 2007 wird der Wettbewerb in Zusammenarbeit mit der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz durchgeführt. 2010 erweiterten die Träger den Preis um einen Bilderwettbewerb und erhielten außerdem Unterstützung von BASF SE, der Carl Zeiss AG sowie Reporter ohne Grenzen.

Rückblick 2010

In 2010 haben wir die Zielsetzung erweitert: Nach wie vor war der Dialog zwischen Wikipedia und der Wissenschaft ein Kernziel. Dem akademischen Betrieb sollte die Qualität der Wikipedia sowie die Idee Freien Wissens vermittelt werden. Die Gewinnung neuer Autoren ist nicht mehr Kernziel; dennoch sollen Experten motiviert werden, in der Wikipedia aktiv zu werden, z.B. als Korrektoren zur Sicherung der Artikelqualität. Die Zielgruppe wurde indes von Professoren und akademischem Mittelbau auf Studierende erweitert. Kernziele waren darüber hinaus die Gewinnung neuer Mitglieder und die Erhöhung des Spendenaufkommens für den Verein. Allgemein sollte die Akzeptanz der Idee Freien Wissens, der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekten in akademischer und allgemeiner Öffentlichkeit gesteigert werden.

Außerdem wurde erstmalig ein Bilderwettbewerb ausgeschrieben, um die Attraktivität der Wikipedia durch ansprechende und fachlich wertvolle Illustration der Artikel zu erhöhen, die Anzahl der Einreichungen für Zedler insgesamt zu steigern und eine größere Öffentlichkeit und neue Zielgruppe auf die Chancen der Verwendung von freien Lizenzen für Bilder aufmerksam zu machen.

Wir haben die Maßnahmen zur Erreichung der Zielgruppe verstärkt, on- und offline Werbematerialien erstellt und verteilt, in der Community geworben und versucht, einzelne Multiplikatoren zu identifizieren und motivieren. Sowohl Ausschreibung als auch die Veranstaltung wurden auf den Wikimedia-eigenen Kanälen und über neue und alte Verteiler von Wikimedia und den Partnern beworben, um ein gesteigertes Medienecho zu erzielen. Die Zedler-Medaille sollte sich weiter etablieren, größer werden und auf lange Sicht zu einer festen, renommierten Größe im Wissenschaftssektor werden um den Ansporn zum Mitmachen in den Folgejahren zu erhöhen.

Wie geht’s weiter in 2011?

Was in den letzten Jahre gut funktioniert hat: Die Veranstaltung wurde gut angenommen und für interessant befunden, der Name „Zedler-Medaille“ ist passend und etabliert sich langsam, die Partner haben ein gutes Standing und theoretisch auch ein großes Netzwerk zur Verbreitung der Idee, wir haben mit der Mainzer Akademie eine namhafte Jury.

Weniger gut war: Das ursprüngliche Ziel, mit der Verleihung der Zedler-Medaille neue Autoren für die Wikipedia zu gewinnen, wurde nie erreicht. Es gab viel zu wenige Einsendungen, bisher haben nur Männer den Preis gewonnen, die Teilnehmer waren fast ausschließlich bereits aktive Wikipedianer, Medienresonanz und Feedback oder Interesse aus dem Wissenschaftsbetrieb konnten nicht merklich gesteigert werden. Die Akzeptanz innerhalb der Community ist gering und aus Reihen der Wikipedianer und Vereinsmitglieder wurde oft der Wunsch nach einer Neuauflage geäußert.

Diesem Wunsch möchte Wikimedia Deutschland in diesem Jahr nachkommen. Daher stellen wir „Zedler 2.0“ zur Diskussion und möchte neue Ideen sammeln und gemeinsam mit allen Interessierten ein neues, erfolgversprechenderes Konzept erarbeiten.

Ein Vorschlag: Zedler-Award für Freies Wissen

Ein Vorschlag aus der Community, über den bereits mehrfach gesprochen wurde, ist ein „Zedler-Award für Freies Wissen“, eine Art Grimme- oder Grammy-Preis für herausragende Leistungen, Artikel, Redaktionen, Portale, Sammlungen innerhalb aber auch außerhalb der Wikipedia. In verschiedenen Kategorien würden Projekte oder Personen ausgezeichnet, die sich innerhalb der letzten zwölf Monate besonders für die Förderung Freien Wissens eingesetzt, den Bewusstseinswandel vorangetrieben oder bestimmte Lücken gefüllt haben. Für einige der Kategorien sollen externe Partner gefunden werden, die eine Patenschaft übernehmen, die Reichweite des Wettbewerbs erhöhen und eine Jury stellen können. Eine wichtige Neuerung wäre auch, dass nicht zum Erstellen von Artikeln extra für den Wettbewerb aufgerufen wird, sondern dass tolle Leistungen nachträglich geehrt werden.

Eure Meinung ist gefragt

Habt ihr weitere Vorschläge? Geht das für euch in die „richtige“ Richtung? Sollte Alles beim Alten bleiben? Ist der Fokus auf Projekte außerhalb der Wikipedia sinnvoll? Sind Sach-/Geldpreise als Anreiz passend? Auf der Wikipedia-Projektseite rufen wir zur Diskussion dieser Idee und Unterbreitung neuer Vorschläge auf. Auch hier in den Kommentaren sind Anregungen gerne gesehen. Nach zwei Wochen offener Diskussion soll das Konzept soweit ausgearbeitet werden, dass man damit an weitere Partner und andere interessierte Stellen herantreten kann.

Bei Wikimedia Deutschland steht euch Nicole (nicole.ebber@wikimedia.de) für alle Fragen und Antworten zur Verfügung. Wir freuen uns über euren Input!

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