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Posts Tagged ‘Chapter’



Die 1000 Perspektiven der „Education Program leader“: Bericht vom Bildungsworkshop in Mailand

Dies ist ein Gastbeitrag von Tim Moritz Hector, der am Bildungsworkshop in Mailand teilgenommen hat. Vielen Dank, Tim!

Mit dem Ziel, eine globale Vernetzung unter allen Wikimedia-Gruppen herzustellen, die sich mit Wikipedia im Bildungsbereich beschäftigen, lockte uns der groß angelegte Education Program Leaders Workshop im Vorfeld der Wikimedia Conference nach Mailand. So fanden Cornelia Trefflich und ich – im Auftrag von Wikimedia Deutschland – unseren Weg nach Milano um daran teilzunehmen und uns zu vernetzen. Der Plan war, eine weltweite Community von Projektleitern und -gruppen aufzubauen, um untereinander Erfahrungen und Wissen im Aufbau und in der Durchführung von Projekten im Bildungsbereich austauschen zu können.

By Ezalvarenga, CC-BY-3.0 via Wikimedia Commons

Die Agenda war anspruchsvoll und vollgepackt und dementsprechend hoch auch die Erwartungen an den Workshop, sollte er doch über Erfahrungen, den Austausch über neue Wege und die Nutzbarmachung für andere Chapter gesprochen werden. Denkbar waren zum Beispiel die Einrichtung eines Newsletters oder sogar gezieltes Chapter-to-Chapter-Coaching. Im Anschluss daran sollte sich das Nachmittagsprogramm den Zielen, dem Erfolg und dessen Messung widmen. 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dieser Einladung gefolgt.

Unterschiedliche Phasen und Stadien…

Schon eingangs, trotz der – streng mit dem Eggtimer gestoppten – fünfminütigen Präsentationsrunden wurde schnell offensichtlich, dass jedes teilnehmende Chapter sich in einer völlig anderen (Entwicklungs-)Phase seiner Bildungsbestrebungen befindet. Das war auch das erste Zwischenfazit: Unheimlich viele Perspektiven treffen hier aufeinander, einziger gemeinsamer Nenner: Alles hat irgendwie mit Wikipedia und Bildung zu tun, die Erwartungen der Involvierten an den Workshop und an die Zielgruppen sind jedoch völlig verschieden. Besonders stark unterscheiden sich die Perspektiven der jeweils Beteiligten: Ergebnisse, die die Wikimedia Foundation oder ein Chapter von einem Projekt erwartet, decken sich längst nicht immer mit denen, die die beteiligten Projektteilnehmenden, Lehrenden oder Studierenden sich erhoffen. Prinzipiell müssen wir berücksichtigen, dass es auch Bildungsprogramme vollkommen ohne Beteiligung eines Chapters geben kann.

Klar wurde in der Vorstellungsrunde jedoch, dass wir, Wikimedia Deutschland, eines der erfahrensten Chapter im Bildungsbereich sind. Nach der Vorstellungsrunde war Thema, wie die gegenseitige Unterstützung der Chapter und die der Wikimedia Foundation aussehen kann. Durch die sehr unterschiedlichen Stadien, in denen sich die Programme aber derzeit befinden, und auch durch die unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten, ist eine Vergleichbarkeit und ein Austausch eine große Herausforderung. Die Wikimedia Foundation wird künftig ihre Rolle auch etwas anders definieren, mit den Chaptern auf Augenhöhe agieren und stärker als „Partner“ fungieren.

Als Wege der Zusammenarbeit wurden unter anderem ein Newsletter und eine recht neue Mailingliste vorgestellt. Personell haben wir eine Überschneidung von Engagierten in den GLAM-Projekten und in den Bildungsprojekten festgestellt und für sehr fruchtbar befunden.

…unterschiedliche Zielgruppen…

In der Mittagspause ergab sich zunächst ein interessantes Gespräch mit Rod Dunican, (Global Education Program Director bei der Wikimedia Foundation) von der Wikimedia Foundation, der auch den Workshop moderierte. Er bestärkte nochmal unsere Annahme, dass demografische Kriterien häufig nicht ausreichen, um eine Zielgruppe von einzelnen Aktivitäten oder Programmen zu definieren; vielmehr konfrontierte er uns mit der Frage nach dem Prototypen eines Wiki(p/m)edianers, den es anzusprechen gelte. Im Gespräch mit anderen Teilnehmenden stellte sich zunehmend heraus, dass nur wenige Chapter überhaupt in Erwägung gezogen hatten, mit Älteren zu arbeiten und neben uns, dem polnischen und dem schweizerischen Chapter alle diesen Ansatz wieder verworfen hatten.

…und unterschiedliche Ziele:

By Ezalvarenga CC-BY-3.0 via Wikimedia Commons

Nach dem Mittagessen war dann die Hauptfrage, welche Ziele die einzelnen Gruppen mit ihren Programmen verfolgten und wie sich die jeweiligen Erfolge in der Umsetzung dieser messbar machen lässt. Wir waren höchst überrascht von der Vielzahl der Ziele: Nicht nur die Autorengewinnung oder die Steigerung von Diversität, sondern auch die Aufklärung über Wikipedia und ganz unterschiedliche Herangehensweisen wurden genannt. Deutlich unterschieden werden musste dabei zwischen dem reinen Gewinnen von „Inhalten“, ggf. über den Umweg der Autorengewinnung, und unserem Ansatz, dem Gewinnen von „Mitmachern“ in jeder Hinsicht. Für erstere Zielsetzung wurde von der WMF eine neue Extension geschaffen, die für KursleiterInnen und TeilnehmerInnen eine standardisierte Umgebung bietet. Um den erzielten Erfolg abzuschätzen, lassen sich mit der Extension einfache quanitiative Maße ausgeben (wie die erzeugte Textmenge), die von den Kursen um ein qualitatives Peer-Review ergänzt werden sollen.

Es bleiben gemeinsame zentrale Fragen

Eine der zentralen Fragen war schließlich: Können wir überhaupt irgendjemandem beibringen „Wiki(p/m)edianer“ zu werden, oder können wir lediglich die Fähigkeiten, die es dazu braucht, unterrichten? Wie müssen wir auch unsere quantitativen Ansprüche an einen Workshop definieren, wenn wir von Letzterem ausgehen? Und letztlich führte uns das zu der grundlegenden Überlegung, ob überhaupt alle Aktivitäten tatsächlich im Kontext von „Education“ oder ob nicht manche viel mehr im Kontext von „Community outreach“ zu sehen sind: Hier sollte die Verzahnung nach Ansicht der Teilnehmenden noch verstärkt werden.

Zum Abschluss wurde ein neues Treffen auf der Wikimania in Hong Kong vereinbart. Der Workshop hat uns den Blick für unterschiedliche Perspektiven und Rollen geschärft, die Wikimedia Foundation noch stärker als Austauschpartner in den Fokus gerückt und uns zudem einen Blick auf die großen, langfristigen Fragen in der Entwicklung der Bildungsprorgramme werfen lassen, der zukünftig in die Planungen des Bereichs Bildung und Wissen einfließen kann.

 

Im Blog der Wikimedia Foundation ist ebenfalls ein Rückblick auf den Workshop erschienen: Education program leaders gather to share experiences. Ansprechpartnerinnen bei uns sind Cornelia Trefflich und Elly Köpf

 

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Tutoría in Buenos Aires (English Version)

CC-BY-SA, Katja Ullrich

The following blog post is written by German community volunteer Cornelius Kibelka (@jaancornelius), who writes about his project with Wikimedia Argentina. This is summary of the two german blog posts (see here and here. Espanol.)

—-

In 2011 I worked as an intern in the office of Wikimedia Deutschland. Among other projects I helped Nicole Ebber in organizing the Wikimedia Conference. It was a fascinating conference with Wikimedia volunteers from all over the world. Not only in terms of most different characters and personalities, but also in the ways how they work with and support the Wikimedia projects and free knowledge in general. Many of them told me their stories and their achievements, e.g. Osmar Valdebenito, at that time president of the Chilean chapter.

Invite to Buenos Aires

Still in 2012 I kept chatting sometimes with Osmar and he told me what they were busy within his chapter and later in the Argentinian one, where Osmar became Executive Director in mid 2012. Several times we were discussing and asking each other about the chapters’ work in each country. After chatting a bit, we came up with the idea that I could come to Buenos Aires to exchange more extensively about WMDE’s work and the way the German chapter manages its projects. I presented the idea to Nicole, who meanwhile became responsible for the International Affairs at WMDE, and she was excited about the unconventional idea of chapters’ exchange. So the board of the Argentinean chapter approved Osmar’s idea and invited me to come to Buenos Aires. WMAR included the project in the FDC proposal for 2013.

From three thematic areas …

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Osmar, Nicole and I defined three thematic areas, in which we wanted to work and elaborate recommendations for Wikimedia Argentina. The first and at the same time most important topic was about general strategy and administration, including questions about WMAR’s long-term strategy, goal-directed project management and in general elaborate the perception of the Argentinean chapter. Part of the discussion was also a better definition of the division of tasks between the board and the executive director. The second topic was communications in general, as Wikimedia Argentina was in the stage of hiring a communications officer in part time. The last topic was about how to motivate and support volunteers – or even how to create a kind of better community.

… to eighteen recommendations

After a week at WMDE’s office in Berlin, where I interviewed some of the staff to be up-to-date and get further input for Argentina, I took the plane to Buenos Aires on March 2. I stayed there for two and half weeks in the sweet and small office of WMAR.

It was important for me to try and get as much input as possible, and from different angles, not only from Osmar. I also interviewed the board members and some “regular” members. The discussions were quite intense. On top of that, it was important for me to understand how the chapter works, what topics people in the chapter want to focus on, what direction they want to give the chapter and which future developments they are aiming at. I was aware that many things, which work in the German context quite well, don’t work in Argentina: due to cultural reasons, but also due to political, economic and organizational reasons.

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

In the two and half weeks I discussed many ideas with Osmar and the board, elaborating recommendations how WMAR could professionalize in the next year. And the end of my stay I presented around 18 recommendations.

As the long-term strategy until now wasn’t a focus of WMAR’s work, I strongly recommend to gather all interested groups to build-up a strategy until 2015/16. Obviously, those groups shouldn’t be only the board and the employees of the chapter, but also “regular” chapter members, editors and partner organizations. As you can’t catch a normal Wikipedia with a topic like “What should Wikimedia Argentina’s strategy be until 2016” I proposed simple input meet-ups throughout the country. Doing this they could kill two birds with a stone, as at the moment there aren’t any meet-ups outside of Buenos Aires.

Another recommendation was the introduction of the Wikimedia-Woche in Spanish. The Wikimedia-Woche is a really simple weekly newsletter, consisting only in a collection of links. They’re sorted, and every link is introduced by one or two sentences. It helps to keep the track of Wikimedia Movement, especially as non-native English speaker. Osmar proposed to introduce this on an Iberocoop level, the Regional Cooperation Initiative for ibero-american chapters.

You can find my presentation in English and in Spanish on Wikimedia Commons.

Evaluation in HK

After those most interesting and intense weeks of discussion and interaction with all the Argentinean Wikimedians, I’m curious about the further developments of the chapter. The idea was that Osmar and I submit a talk to present at the Wikimania in Hong Kong about this small project. What changed in those months after the stay? What were the outcomes of this chapter exchange? Is it applicable to other chapters? What kind of conditions must be fulfilled? How does the chapter feel about it in general?

However, what I definitely learned after this project: chapters are not alone. They can support and learn from each other, independently of their size and maturity, as we share the same ideas and values. ¡Viva la colaboración! :)

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Tutoría II: Zurück aus Buenos Aires

Anfang März hatte Cornelius Kibelka (@jaancornelius) hier im Blog sein Projekt Tutoría in Buenos Aires beschrieben. Seit gestern ist er aus Buenos Aires zurück und schildert nun, wie es gelaufen ist. Wir bleiben weiter dran und berichten von dieser interessanten Chapterzusammenarbeit. Here’s the English summary. Espanol.

Wikimedia Argentinien

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Wikimedia Argentinien ist das älteste Chapter in Südamerika; es wurde bereits 2007 gegründet und organisierte 2009 die Wikimania in Buenos Aires. Nach der Wikimania schlief die Arbeit zunächst ein und erst seit 2011 tut sich wieder mehr im Chapter. Nachdem Beatrice Murch (jetzt Vorsitzende von Creative Commons Argentina) für ein Jahr Geschäftsführerin des Chapters war, übernahm Mitte 2012 Osmar Valdebenito, (ehemals Vorsitzender von Wikimedia Chile) die Geschäftsführung des kleinen Chapters. Nun geht das Chapter die nächsten Schritte in Richtung Professionalisierung.

Die zweieinhalb Wochen habe ich vor allem damit verbracht, einen Einblick in Osmars Arbeit zu bekommen. Zudem hatte ich die Gelegenheit, mich mit dem Großteil des Vorstandes auszutauschen. Dabei bekam ich einen guten Einblick in die Vereinsstrukturen und Themen, die das Chapter zur Zeit bewegen.

Drei große Herausforderungen

Die meines Erachtens drei größten Herausforderungen für das Chapter sind dabei alte Bekannte: Bisher stand die mittel- und langfristigen Planung nicht im Mittelpunkt, sondern mehr das Alltagsgeschäft. Zudem ist das Rollenverständnis und Zusammenarbeit von Vorständen und Mitarbeitern ein Punkt steter Diskussionen, seitdem das Chapter bezahlte Mitarbeiter eingestellt hat. Und gleichzeitig muss mit dem Wachstum einer Organisation auch die Kommunikationskultur – sowohl nach „innen“ wie nach „außen“ – mitwachsen.

By Jcornelius (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Anhand dieser drei Herausforderungen haben Osmar und ich basierend auf den zahlreichen Gesprächen Empfehlungen und Tipps für das Chapter ausgearbeitet, jeweils in den drei Themenfeldern, die wir vorher ausgewählt hatten: Allgemeine Strategie & Planung, Kommunikation und Freiwilligenarbeit. Wichtig waren hier die vorherigen intensiven Gespräche mit den Mitarbeitern von Wikimedia Deutschland während meiner Woche in Berlin. Ein paar Empfehlungen will ich hier aber kurz anreißen:

Da de facto eine langfristige, strategische Planung für das Chapter fehlt, empfehlen Osmar und ich eine „Zukunftswerkstatt“ mit allen Beteiligten (Mitarbeiter, Mitglieder, Vorständen, Communitys, Partnerorganisationen) sowie einem neutralen Moderator zu organisieren. So sollen die verschiedenen Bedürfnisse des Chapters und Wünsche an das Chapter herausgearbeitet werden. Da aber Argentinien bekanntlich nicht nur aus Buenos Aires besteht, Wikipedianer aber schwer mit dem Thema „Langfristige Strategie von Wikimedia Argentinien“ anzulocken sind, empfahl ich: Organisiert simple Treffen, auf denen Fragen wie „Wie soll das Chapter dir helfen?“ und „Was für Projekte sollen wir angehen?“ im Vordergrund stehen.

Als gut und wichtig wurde in der deutschsprachigen Community die Wikimedia-Woche angenommen, die auf schnelle und simple Weise über die Geschehnisse des Movements informiert. Gleiches habe ich Wikimedia Argentinien auf Spanisch vorgeschlagen, Osmar schlug hier vor, das direkt auf Iberocoop-Ebene zu machen.

In meinen Gesprächen mit den Mitarbeitern von Wikimedia Deutschland, erklärten mir alle, die mit Freiwilligenarbeit zu tun haben, dass diese immer auf zwei Säulen basiert: online und offline. Online sollte in den Wikimedia-Projekten die Message „Wir unterstützen euch jederzeit!“ stetig und deutlich kommuniziert werden. Offline gibt es Wikipedia-Treffen bisher praktisch nur in Buenos Aires – die perfekte Chance für das argentinische Chapter, gerade diese auch im Rest des Landes zu organisieren.

Mehr Empfehlungen sind in der Abschlusspräsentation zu finden, direkt als pdf sowohl auf englisch wie auf spanisch auf Wikimedia Commons verfügbar.

Wie geht’s weiter?

Der Austausch zwischen Osmar, María (Leak: ab Montag die neue Pressesprecherin) und den verschiedenen Mitgliedern war unglaublich intensiv und hat viel Spaß gemacht. Drei Wochen haben wir eng zusammen gearbeitet und ausgiebig diskutiert.

Damit die Ideen und Handlungsempfehlungen auch verwirklicht werden, haben der Vorstand und Osmar bereits die ersten Schritte für deren Umsetzung eingeleitet. Osmar und María berichten wöchentlich dem Vorstand, wie weit die Verwirklichung derweil vorangediehen ist. Und bei der Wikimania wollen Osmar und ich die Zusammenarbeit und erste Ergebnisse vorstellen.

Bis dahin wollen wir verschiedenen Fragen nachgehen und dokumentieren: Ist dieser Chapter-Wissenstransfer übertragbar? Können das auch andere Chapter machen? Was sind die Bedingungen?

„Annuntio vobis gaudium magnum: habemus Papam“

presidencia.gov.ar [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Das ganze war ja nicht nur als einseitiger Transfer gedacht, sondern als Austausch zwischen zwei Chaptern. Deswegen habe ich mich natürlich gefragt: Was kann Wikimedia Deutschland als Organisation davon mitnehmen?

Meine Zeit in Buenos Aires stand bekanntlich unter besonderem Schein: Just in der zweiten Woche wählten die Kardinäle im Konklave den Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, zum neuen Papst der römisch-katholischen Kirche.

Was das mit meinem Projekt zu tun hat? In den ersten Minuten, nachdem klar war, dass Bergoglio zum Papst gewählt wurde, suchte ich auf der Seite der argentinischen Präsidentschaft und der Stadt Buenos Aires nach älteren Fotos des Kardinals. Beide verbreiten all’ ihr Pressematerial unter Creative Commons Attribution (-by) bzw. Attribution ShareAlike (-by-sa), so dass ich sie geradewegs auf Commons hochlud. Sie verbreiteten sich daraufhin in rasanter Schnelligkeit durchs Internet. Ein Beweis, wie groß die Reichweite freier Medien ist. Und mir kam die Frage: Liebes Bundespresseamt, worauf wartet ihr?

Diese Anekdote macht deutlich, dass staatliche Stellen in Deutschland bei den argentinischen in Sachen „Free Content“ noch einiges lernen können.

Was mir nach diesem Projekt klar ist: Chapter stehen nicht alleine. Unabhängig von ihrer Größe und Reife können sie voneinander lernen und sich gegenseitig bei ihrer Arbeit unterstützen. Für mehr Dialog und Zusammenarbeit! :)

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Zu Besuch bei Wikimedia UK

Am vergangenen Donnerstag und Freitag war ich zusammen mit Ralf Liebau und Delphine Ménard zu Besuch bei Wikimedia UK. Nachdem im letzten Jahr bereits einige Mitarbeiter des britischen Chapters bei uns in Berlin waren, wuchs bei uns der Wunsch, uns auch mal in London blicken zu lassen. Sowohl für die Präsidiumstätigkeit von Ralf und Delphine als auch für meine Arbeit in der Stabsstelle Internationales ist der Austausch mit anderen Chaptern extrem anregend und wichtig. Begleitet hat uns außerdem Dirk Franke, der sich gerade im Rahmen des eines CPB-Projektes mit den Grenzen der Bezahlung und professionellem Schreiben für Wikipedia beschäftigt und dabei natürlich auch die internationale Community einbezieht. Über sein Treffen mit Jimmy Wales und die Chartered Institute of Public Relations berichtet er hier auf der Projektseite.

Fundraising und Mitglieder

WMUK-Stakeholder ;) CC-BY-SA Nicole Ebber

Im Office von Wikimedia UK wurden wir sehr herzlich empfangen – sicherlich nicht nur, weil wir Schokolade und Wurst aus Deutschland importiert hatten. Nach der ersten Vorstellungs- und “Hello-again”-Runde hat uns Katherine Bavage, die Fundraiserin des Chapters, Einblicke in ihre Arbeit mit Spendern aus UK gegeben. Ihr Ansatz ist unter anderem, engeren und nachhaltigeren Kontakt zu Spendern aufzubauen, deren Vorstellungen und Wünsche zu erkunden und sie andersrum durch regelmäßige Newsletter über die Arbeit des Chapters zu informieren. Ziel ist dabei vor allem, über wiederkehrende Spenden den langfristigen Support zu sichern.

Wikimedia UK hat etwa 350 Mitglieder, zu den Mitgliederversammlungen erscheinen meist um die 50-60 Personen. Aktuell sucht Katherine Wege, die Mitgliedschaft noch attraktiver zu machen. In diesem Jahr wird die Versammlung z.B. eingebettet in eine kleine Wiki-Konferenz, bei der Mitglieder und Community eingeladen sind, sich selber am Programm zu beteiligen. Auch für die Mitglieder gibt es regelmäßige Newsletter, die in Zusammenarbeit von Geschäftsstelle, Vorstand, Mitgliedern und Community verfasst werden. Hier arbeitet man gerade an einem neuen Konzept: Zukünftig wird eine Handvoll interessierte Mitglieder alle redaktionellen Tätigkeiten übernehmen; einzig Koordination und Versand werden dann noch von der Geschäftsstelle bewerkstelligt.

Strategie und Jahresplanung

Mit Richard Symonds (Office and Development Manager) und Richard Nevell (Office support) konnten wir ein wenig über die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsstelle und Board sowie über die Strategie- und Planungsprozesse des Chapters sprechen. Interessant war dabei unter anderem, dass sie im Rahmen der Strategiefindung einen “Open Day” veranstalten. Dort werden interessierte Mitglieder des Chapters, der Community, des Boards gemeinsam mit den Mitarbeitern die Pläne für die nächsten fünf Jahre von WMUK besprechen.

Nationale und internationale Events

WMUK-Büro und Mitarbeiter, CC-BY-SA Nicole Ebber

Daria Cybulska, die Eventmanagerin, hat uns ein paar zukünftige Veranstaltungen vorgestellt. London bietet sich als Veranstaltungsort für die meisten Events an, viele Mitglieder und Community-Leute leben dort, die meisten Institutionen und NGOs haben ihren Sitz in der Hauptstadt und außerdem ist sie vom Rest des Landes gut zu erreichen. Aber auch lokale Meetups außerhalb Londons werden vom Chapter organisiert und unterstützt. Ihre thematischen Schwerpunkte sind zur Zeit GLAM und Education, und so arbeitet Daria zum Beispiel an der Organisation der internationalen GLAM-Wiki-Konferenz im April. Neben der regulären Organisation setzt sie sich – ähnlich wie wir auch – mit der Frage auseinander, wie solche Veranstaltungen besser evaluiert und noch erfolgreicher werden können. Auch hier bietet sich an, Erfahrungen auszutauschen und von den Erkenntnissen der jeweils anderen zu lernen.

Dann hatten wir noch die Gelegenheit, zwei Freiwillige kennen zu lernen, die an der Bewerbung für die Wikimania 2014 in London arbeiten. Ed Saperia und James Knight haben uns einen Einblick in ihre Pläne und Ideen gegeben und wir konnten ein paar Erfahrungen aus den vergangenen Jahren mit ihnen teilen. Besonders interessant an ihrem Konzept fanden wir, dass sie zum regulären Community-Part auch einen Teil der Konferenz für die breite Öffentlichkeit gestalten möchten. Neben einzelnen Outreach-Events und Workshops soll auch eine Ausstellung dazu beitragen, neue Freiwillige und internationale Medien auf die Arbeit der Bewegung aufmerksam machen.

Abendessen und Ausblick

Das WMUK-Büro liegt in einem Haus mit vielen anderen NGOs. CC-BY-SA Nicole Ebber

Jon Davies, Geschäftsführer von Wikimedia UK, war die Woche über auf Jury Service und lud uns und sein Team am Donnerstag zum Abendessen zu sich nach Hause ein. Das ganze Team um Jon strahlt eine professionielle, enthusiastische und dabei sehr freundliche Arbeitsatmosphäre aus – sowohl tagsüber in der Geschäftsstelle als auch in entspannter Runde beim Abendessen. Hier konnten wir uns außerdem davon überzeugen, dass das Gerücht um die immer besser werdende englische Küche tatsächlich zutrifft: Jon servierte uns vorzügliche Speisen! Wir nutzten die Gelegenheit, die Gespräche vom Tage noch weiter zu vertiefen und vereinbarten mit Jon eine Fortsetzung bei der Chapters Conference in Mailand.

Zum Abschluss des Abends machten wir noch einen kleinen Ausflug in eine längst stillgelegte, unterirdische viktorianische Herrentoilete bei Kennington Cross. Jon ist Mitglied in einem Förderverein, der sich um den Erhalt solcher historischer Gebäude kümmert; er führte uns durch das stockdunkle, unterirdische Gemäuer (Fotos, Hintergrund), wo wir uns über die “Kontaktanzeigen” auf den Toilettentüren amüsieren konnten.

Herzlichen Dank an Wikimedia UK für die Gastfreundschaft, wir freuen uns sehr auf weiteren Austausch und zukünftige Zusammenarbeit! Bei der Gelegenheit sprechen wir auch noch mal die Einladung an alle Chapter und interessierte Freiwillige aus, uns in Berlin besuchen zu kommen. Es gibt – neben Club Mate und Free Wifi – viele Themen, die wir gemeinsam bearbeiten und die uns in unserer gemeinsamen Mission weiter bringen können. Wir können von unseren jeweiligen Erfahrungen und auch von unseren Fehlern lernen: Denn als globale Bewegung sind wir mehr als nur die Summe der einzelnen Teile!

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Zu Gast bei der Wikimedia Conferentie Nederland in Utrecht

Am 9. November 2012 fand in Utrecht die Wikimedia Confernentie Nederland statt. Etwa 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zur sechsten Ausgabe der jährlichen Konferenz des niederländischen Chapters gekommen. Von Wikimedia Deutschland waren Lydia Pintscher, Daniel Kinzler, Jeroen De Dauw und ich dabei. Thematisch gliederte sich die Veranstaltung in drei Tracks: Wikipedia in der Lehre, Wiki-Gemeinschaften und Technik, ergänzt durch zwei Keynotes. Lydia Pintscher stellte am Morgen Wikidata (Video) vor, am Nachmittag sprach Jimmy Wales über “Bildung, Wikipedia und das Internet” (Video).


Wikimedia Conferentie Nederland 2012, Sebastiaan ter Burg bei Flickr, CC-BY

Interessant waren z. B. die Sessions von Ziko van Dijk über Wikimedia Nederland, von Amit Bronner über das EU- und damit schon fast Render-Schwesterprojekt CoSyne, Jan-Barts de Vreede Vorstellung der offenen Plattform für Lehrmaterial Wikiwijs (kennt jemand dazu ein deutschsprachiges Pendant?), Jeroen de Dauws Präsentation über strukturierte Daten in MediaWiki und Lotte Belice Baltussen über “open cultuur data“.

An das Hauptprogramm anschließend wurden die Preise im Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments verliehen. Der Wettbewerb war im Jahr 2010 von Wikimedia Nederland “erfunden” worden und im aktuellen dritten Jahr beteiligten sich bereits 33 Länder.


Lydia Pintscher talks about Wikidata at the Wikimedia Conference The Netherlands, November 9 2012 from Sebastiaan ter Burg, CC-BY on Vimeo.

Wikidata war sozusagen in aller Munde, sowohl bei der Konferenz als auch beim Hackathon, der tags darauf in Amsterdam statt fand. Daniels O-Ton dazu: „Der Hackathon war sehr familiär – klein und informell, ohne vorgegebenes Programm. Manchmal ist es einfach total hilfreich, mit Leuten an einem Tisch zu sitzen, so dass man Probleme auf Zuruf ganz fix ausräumen kann.“

Unser Feedback fiel insgesamt recht einvernehmlich aus: Eine gut organisierte Konferenz in einer tollen, offene Location und mit sehr angenehmer Atmosphäre – außerdem schlaraffenlandartige Zustände in Form einer Stroopwafel-Flatrate. Es gibt sehr viele sehr hübsche Fotos von der Konferenz selber sowie von den Speakern und Teilnehmern; außerdem Videos der Keynotes und einen kurzen Zusammenschnitt, der einen guten Eindruck der  angeregten Stimmung vor Ort vermittelt. Herzlichen Dank an Wikimedia Nederland, ihr wart ein ausgezeichneter Gastgeber. Tot ziens, bis zum nächsten Mal!

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Neue Beteiligungsformen für Freiwillige in der Wikimedia-Bewegung

Im Blog der Wikimedia Foundation ist heute ein Beitrag des Affiliation Committees (geschrieben von María Sefidari, der AffCom-Schatzmeisterin) erschienen, dessen deutsche Übersetzung ich zusammen mit Benutzer:Aschmid erstellt habe: The Wikimedia movement facilitates new volunteer organizing models. Wie alle Wikimedia-Texte ist natürlich auch dieser Blogbeitrag unter CC-BY-SA frei weiter nutzbar und deswegen können wir ihn hier wunderbar crossposten. Vorweg aber noch zwei Hinweise:

Benutzergruppen und Themenorgansationen in Deutschland
Es gibt auch in Deutschland bereits die ersten Interessenten für die Gründung einer offiziellen Wikimedia-Benutzergruppe. Wir begrüßen diese Initiative des Münchener Stammtisches ausdrücklich, jede Form des regionalen oder lokalen Engagements ist sehr in unserem Sinne und eine gute Ergänzung durch eine Gruppe von Leuten, die vor Ort etwas tolles machen wollen. Gerne stehen wir unterstützend zur Seite, wenn es dazu konkrete Frage oder Wünsche gibt.

Eigene Blogpost im Foundation-Blog schreiben
Das Blog der Foundation steht übrigens nicht nur deren Mitarbeitern oder offiziellen Gremien als Kommunikationskanal zur Verfügung. Jeder kann hier einen Blogpost entwerfen und um Veröffentlichung bitten. Viele Beiträge mit internationalem Fokus werden außerdem noch in weitere Sprachen übersetzt. Wenn ihr also mal ein schönes Thema vorstellen oder von einer Aktion berichten möchtet, könnt ihr euch mit den Guidelines vertraut machen und dann direkt das Blog-Team kontaktieren. Jetzt geht es los:

Neue Beteiligungsformen für Freiwillige in der Wikimedia-Bewegung

Gründung und Aufbau einer Organisation sind harte Arbeit. Dabei die Anforderungen an eine Wikimedia-Partnerorganisation zu erfüllen ist sogar noch schwieriger. Eine der Aufgaben des Affiliations Committee ist es, diesen Prozess zu vereinfachen.

Es scheint wirklich schon ewig her zu sein, dass Wikimedia Deutschland am 13. Juni 2004 in Berlin als allererstes Wikimedia-Chapter gegründet wurde. Mittlerweile gibt es 39 Chapter weltweit – und es werden immer mehr! Diese Gruppen von Freiwilligen schließen sich zusammen, um die Wikimedia-Projekte zu unterstützen und neue Autoren und Benutzer zu gewinnen. Sie erstellen, sammeln und verbreiten Freies Wissen unter Freien Lizenzen und befähigen und ermächtigen dadurch Menschen in Communitys auf der ganzen Welt. Nach einem Beschluss des Vorstands der Wikimedia Foundation wurde 2006 das Chapters Committee (Komitee für die Wikimedia-Fördervereine) gegründet, welches die Chapter seitdem unterstützte und ihnen bei der Koordinierung half.

Im Nachgang zu Diskussionen innerhalb der Community und einem weiteren Beschluss des WMF-Vorstandes wurde der Wirkungsbereich des Komitees 2012 erweitert auf Themenorganisationen und Benutzergruppen. Daraufhin entwickelte das Komitee seine Charta, der Vorstand genehmigte sie und machte damit den Weg frei für den Übergang ins neue Affiliations Committee (Komitee für alle Organisationen und Gruppen im Umfeld der Wikimedia-Bewegung).

Das Komitee gibt dem WMF-Vorstand Empfehlungen hinsichtlich der Anerkennung, Zulassung und Existenz von Wikimedia-zugehörigen Organisationen. Es hilft Wikimedianern aus der ganzen Welt dabei, sich in Chaptern, Themenorganisationen und Benutzergruppen zu organisieren und offiziell von der Wikimedia Foundation anerkannt zu werden. Das Affiliations Committee kann euch durch den Gründungsprozess geleiten und euch dabei helfen, eure Satzung aufzustellen, Fragen zu den Erwartungen der Foundation beantworten, Beratung und Unterstützung bei den üblichen technischen, markenrechtlichen, Verwaltungs- und Community-bezogenen Fragen geben und – gegebenenfalls – eine kleine Startfinanzierung (Kosten für die Eintragung oder für erste Projekte) bereit stellen.

Wikimedianer sind sehr gesellig und arbeiten gerne gemeinsam an grandiosen Dingen! (CC-BY-SA, Stephenwanjau, Wikimedia Commons)

Aber was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen? Während die Chapter Wikimedia-Projekte in einer geografischen Region oder in einem Land (z. B. Wikimedia Argentinien) fördern, konzentrieren sich die Themenorganisationen auf bestimmte Themenbereiche oder fachliche Schwerpunkte (z. B. Wikipedia-Autoren zum Thema Astrophysik). Benutzergruppen wiederum sind lose Zusammenschlüsse von ehrenamtlichen Wikimedia-Autoren, inhaltlich sehr variabel, aber immer noch innerhalb der gemeinsamem Mission zur Unterstützung der Wikimedia-Projekte (z. B. WikiProjekt Stroopwafel).

Auf diese Weise macht es die Wikimedia Bewegung für die Freiwilligen leichter, offline zusammen zu kommen und das Modell der Zugehörigkeit zu wählen, welches am besten zu ihren Bedürfnissen passt. Außerdem verschafft es ihnen eine Reihe von Vorteilen, wie zum Beispiel die Anerkennung als Vertreter der Bewegung, die Verwendung der Wikimedia-Marken um Projekte und Veranstaltung zu bewerben sowie den Zugang zu Stipendien und Fördermitteln.

Auf Meta sind nun auch Leitfäden und Hilfestellungen für diejenigen verfügbar, die sich für die Gründung von Themenorganisationen und Benutzergruppen interessieren. Und natürlich finden sich dort auch Informationen für die Gründung neuer Chapter. Die engagierten Freiwilligen im Affiliations Committee werden ihr Bestes tun, um euch durch den gesamten Prozess zu begleiten. Deren Unterstützung und Anleitung garantiert für euch den reibungslosen Weg zur eigenen Organisation. Auf geht’s, organisiert euch, schnappt euch eure Freunde und meldet euch bei uns unter affcom@lists.wikimedia.org!

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Rückblick: Wikimedia Conference 2011

Am vergangenen Wochenende waren fast 100 Teilnehmer bei der Wikimedia Conference zu Gast in Berlin. Wikimedia Deutschland hatte Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter, des Movement Roles Projektes sowie das Entscheidungsgremium und Angestellte der Wikimedia Foundation zur jährlichen Zusammenkunft in die Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung geladen.

Vorbereitung

Bence Damokos von Wikimedia Ungarn war für die Programmgestaltung und Einladung der Teilnehmer verantwortlich. Die logistische Planung und Organisation, Absprache mit Veranstaltungsort, Caterern, Hostel und weiteren Lieferanten übernahm auch in diesem Jahr Nicole, Cornelius kümmerte sich um die Flugbuchungen, Ausstellung der Einladungsschreiben für die visumspflichtigen Besucher und Zusammenstellung der Informationsmaterialien. Zur allgemeinen Erleichterung verhielt sich der Vulkan, der im letzten Jahr für viel Aufregung und Asche gesorgt hatte, auffällig ruhig und der reibungslosen An- und Abreise der Teilnehmer stand nichts im Wege.

Bereits am Donnerstagabend konnten wir einen Großteil der Gäste zur Pre-Registrierung und Begrüßung im baxpax downtown Hostel empfangen. Hier bekamen wir schon einen ersten Ausblick auf das Wochenende: Kaum sitzen ein paar Wikimedianer zusammen, wird sofort an- bis aufgeregt diskutiert, Ideen oder Erfahrungen werden getauscht und Freundschaften geschlossen. Dieser Spirit lässt sich kaum in Worte fassen und beeindruckt uns alle immer wieder aufs Neue.

Um einen kleinen Einblick in die Vielfalt der Themen der Conference zu gewähren, hat Michael die folgende Zusammenfassung für diesen Beitrag erstellt. Die Diskussionen und Ergebnisse der einzelnen Sitzungen wurden wie im letzten Jahr auf den Seiten der Conference im Meta-Wiki ausführlich dokumentiert. Auf twitter lässt sich über die Suche nach #wmcon noch prima nachvollziehen, was die Teilnehmer und Veranstalter in den letzten Tagen beschäftigt hat. Und: Wir waren sogar in der Tagesschau!

Freitag, 25. März 2011

Die erste Session der ersten beiden Tage war für die Kurzvorstellungen der anwesenden Chapter reserviert. Jede Ländervertretung bekam dafür drei Minuten Zeit. Die Präsentationen der einzelnen Länder sind über den Zeitplan zu finden. Die erste inhaltliche Sitzung am Freitag beschäftigte sich mit der Rollenverteilung und Organisation der Gruppen und einzelnen Personen innerhalb der Wikimedia-Bewegung. Es folgte Erik Möllers Präsentation der Editor Trends Study (Dokumentation hier).

In Anlehnung an die Konventionen der Böll-Stiftung versorgte uns der Caterer Iss Kind, iss jeden Tag mit einem rein vegetarischen, köstlichen Buffet. Das sorgte bei manchen Gästen zu Diskussionen, da einige tatsächlich das Fleisch schmerzlich vermissten, konnte die Stimmung insgesamt aber nicht trüben. Jede freie Minute wurde genutzt, um Diskussionen aus vorangegangenen Talks fortzuführen.

Im Anschluss folgten zwei parallele Sitzungen. Catrin und Sebastian stellten in Common Project I die Kampagnenidee „Wikipedia muss Weltkulturerbe werden“ vor, während die Sitzung Volunteer management die Frage diskutierte, wie Ländervertretungen Freiwillige zur Unterstützung der Idee Freien Wissens gewinnen und anhaltend motivieren können. Zum Abschluss des ersten Tages gab es eine weitere Doppelsitzung. Die erste befasste sich mit der engeren Zusammenarbeit zwischen der Wikimedia Foundation und den einzelnen Ländervertretungen. Die zweite war ein Erfahrungsaustausch über die Art und Weise wie Projekte in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden können.

Die Konferenz selber war nicht-öffentlich; am Freitagabend luden wir alle, die sich mit den Themen Wikipedia, Wikimedia, Freies Wissen oder Freier Kultur beschäftigen, zum gemütlichen Get-Together in die HomeBase Lounge. Hier bot sich die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, eigene Projekte und Kooperationen zu besprechen oder sich einfach mal von Geist dieser internationalen Bewegung anstecken zu lassen.

Samstag, 26. März 2011


Der Samstag begann mit der Fortsetzung der Kurzvorstellungen aller Teilnehmer. Danach berichteten die Niederlande über den Bilderwettbewerb Wiki loves Monuments. Gleichzeitig befasste sich die Sitzung Chapter revitalization mit dem Problem inaktiver Ländervertretungen.

Der erste Teil des Nachmittags war für verschiedene Arbeitsgruppen reserviert, in denen ohne Vorträge über Themen wie GLAM (galleries, libraries, archives and museums), Bildung oder den Toolserver diskutiert wurde. Nach einer kurzen Zusammenfassung der einzelnen Gruppen begann das letzte Zeitfenster am Samstag. In der Sitzung GLAM outreach gab es Gelegenheit mit Liam Wyatt ausführlich über seine Erfahrung als erster Wikipedian-in-residence zu sprechen. Im anderen Saal tauschten sich die Ländervertretungen und Mitglieder der Wikimedia Foundation über Rechenschaft und das öffentliche Bild der Wikimedia-Organisationen aus.

Für den Abend hatten wir mit Unterstützung von Wikimedia Frankreich eine Bootstour auf der Spree organisiert. Hier bot sich weiterhin die Gelegenheit, die Gespräche des Tages zu vertiefen, Ideen zu konkretisieren und dabei noch ein bisschen von der Stadt zu sehen. Auch hier: Die Gespräche brachen nicht ab, es gibt immer wieder neue und alte Themen, die die internationale Entwicklung und Zusammenarbeit der Chapter so spannend machen.

Sonntag, 27. März 2011

Der letzte Tag der Wikimedia Conference bot nochmals vier Sitzungen an. In Grants ging es um die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, um Fördergelder der Wikimedia Foundation zu erhalten. In der Sitzung zu interner Kommunikation wurde diskutiert, welche Möglichkeiten die internationale Wikimedia-Bewegung für den Austausch über ihre Arbeit hat und welche sie nutzen sollte.

In der Kaffeepause bereitete uns das niederländische Chapter eine süße Überraschung: Zum 5-jährigen Bestehen gab es eine große Geburtstagstorte, die sogar mit dem niederländischen Nationalgericht „Stroopwafels“ geschmückt war und vorzüglich schmeckte!

Die letzten beiden Sitzungen hatten die Themen Professionalisierung durch die Verpflichtung eines ersten Angestellten sowie die Kooperation mit Bildungsanstalten zum Thema.

Danke!

Sehr viele Menschen haben zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Ein herzliches Dankeschön geht zunächst an die Heinrich-Böll-Stiftung für den ausgezeichneten Veranstaltungsort und die unkomplizierte, sehr freundliche Kommunikation. Bence hat großartige Arbeit geleistet und ein Programm erstellt, das allen Bedürfnissen gerecht wurde. Die Veranstaltungszentrale und damit Anlaufstelle für alle Fragen und Anliegen vor Ort besetzten Cornelius, Elly, Mathias und Nicole.

Begleitet wurden die Vorträge und Diskussionen durch die beiden Moderatorinnen Anja Krieger und Sabria David. Zur Zeit geben die beiden zusammen mit Bence der Dokumentation auf Meta den letzten Schliff. In diesem Jahr haben wir außerdem Anna Lena Schiller engagiert, die viele der Talks „graphisch dokumentiert“ hat. Die Bilder stehen in Kürze auf Commons bereit, ein Sneak Preview schon hier im Beitrag. Für die Mitschriften danken wir Dirk Ingo Franke, Tim Moritz Hector, Michael Jahn und Julia Kloppenburg. Fotografiert haben Martin Rulsch und Mathias Schindler. Ein Teil der Bilder ist schon auf Commons zu finden, weitere folgen in den nächsten Tagen. Tausend Dank für die tolle Zusammenarbeit!

Finanzielle Unterstützung bekamen wir in diesem Jahr von Wikimedia Frankreich für die Schifffahrt am Samstagabend sowie für die Anreise der Vertreter aus Argentinien, Taiwan, Kenia, Hong Kong, Spanien und Estland. Wikimedia UK unterstützte die Finanzierung der Moderatorinnen, Wikimedia Australien und Polen kamen für die Anreise weiterer Chaptervertreter auf. Weiterer Dank gebührt der Wikimedia Foundation.

Nicht zu vergessen auch der Dank an alle Teilnehmer für die engagierte und überwiegend ehrenamtliche Mitarbeit. Ihr wart grandios! Um nicht zu sagen: Awesome! Und last but not least danken wir dem Vulkan Eyjafjallajökull dafür, dass er in diesem Jahr nicht ausgebrochen ist :)

Für alle Fragen zur Veranstaltung könnt ihr euch gerne an Nicole (nicole.ebber@wikimedia.de) wenden.

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