Von der Seeschlacht zum Bumerang

Das Plagiat sei der “Stalker des Originals”, stand irgendwann irgendwo mal zu lesen. Im Zeitalter der tool-basierten Entlarvung von Plagiatoren entpuppt sich aber auch der Verteidiger geistiger Eigentumsrechte nicht selten als Stalker. So hat die hartnäckige Verfolgung von urheberrechtlich relevanten Tatbeständen zuweilen etwas Zwanghaftes. Dies soll keinesfalls die Bemühungen um Aufklärung entwerten, verkompliziert aber die Lage. Die Diskussion um die Vorgehensweise der Autoren des Buches „Große Seeschlachten: Wendepunkte der Weltgeschichte von Salamis bis Skagerrak“ war denn auch anfangs von einem gewissen Alarmismus geprägt, der allmählich einer nüchternen Betrachtungsweise gewichen ist.

C.H. Beck reagierte auf die öffentliche Diskussion mit einer Stellungnahme. Mit der Überprüfung durch die Plagiatssoftware „iThenticate“ und den vorläufigen Auslieferungsstopp des inkriminierten Buches machte C.H. Beck einen notwendigen, ersten Schritt. Sein Krisenmanagement verband der Verlag mit dem öffentlichen Hinweis, “der Stellenwert von Wikipedia in der Wissenschaft” müsse dringend diskutiert werden, denn: “Jeder benutzt sie, keiner zitiert sie – das scheint bisher die Devise zu sein.”

Es ist zweifellos sinnvoll, über dieses Thema zu diskutieren. Tatsächlich wird Wikipedia seit Jahren zitiert, sei es in Gerichtsurteilen oder in Sachbüchern – auch des Verlags C.H.Beck. Frei lizenzierte Inhalte, wie in Wikipedia, sind Teil des alltäglichen Umgangs mit Medien geworden – deren korrekte Handhabung jedoch nicht unbedingt. Allzu häufig erfolgt die Übernahme jenseits der akademischen Zitierregeln, als weitgehend vogelwildes Copy & Paste, weil die Spielregeln von Open Content zu wenig bekannt sind.

Die Wikipedia-interne Diskussion um geeignete Abwehrmaßnahmen gegen Plagiate wird seit langem geführt, ohne dass dies einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wäre. Gerade am Fall “Seeschlachten” zeigt sich, dass das Lektorat selbst in hoch renommierten Fachverlagen offenkundig die Möglichkeit von Plagiatsversuchen nicht ausreichend mitdenkt. Insofern hängt es von der kollektiven Intelligenz von Online-Communitys ab, entsprechend Hinweise zu geben und, wo nötig, konkrete Fingerzeige auf Fehlverhalten zu geben. Inwiefern der Wissenschaftsbetrieb seine eigenen Überprüfungs- und Sanktionsmechanismen überprüfen muss, liegt in der Hand der Wissenschaftsorganisationen. Es sollte daher zunächst abgewartet werden, ob das mediale Echo um die Causa “Seeschlachten” die Plagiatsdiskussion im akademischen Raum wirklich neu befeuert.

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Geförderte Projekte aus den Communitys im April 2014

Ambitionierte Freiwillige entwickeln und realisieren fortdauernd Ideen und Projekte zur Schaffung freier Inhalte. Bei einem Teil dieser Aktivitäten ist es Wikimedia Deutschland möglich, ihnen finanzielle und organisatorische Unterstützung zukommen zu lassen. Alleine bei den von WMDE geförderten Projekten, sind die Communitys allerdings dermaßen aktiv, dass eine ausreichende Würdigung all ihrer Tätigkeiten, den Umfang des Monatsberichts von Wikimedia Deutschland sprengen würde. Wir stellen daher, ergänzend zum Monatsbericht, an dieser Stelle jene Projekte vor, die im April 2014 dank dem Engagement von Freiwilligen und mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland stattgefunden haben.

Fotoprojekte

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Festivalsommer, Foto: Markus Felix, CC-BY-SA 3.0

Die ehrenamtlichen Fotografen des Festivalsommers sind mittlerweile auf fast keinem wichtigen Musikevent mehr wegzudenken. Im April waren sie mit Förderung aus dem Community-Budget auf insgesamt 9 Veranstaltungen präsent, um das freie Medienarchiv Commons in gewohnt hohen Qualitätsstandarts mit Bildern von Bands und DJs zu ergänzen. Im Einzelnen waren das:

  • MPS Konzertparta (Dortmund)
  • Popsalon (Osnabrück)
  • Appen musiziert (Appen)
  • Paaspop (Schijndel)
  • Tonspuren Irsee (Kloster Irsee)
  • Dark Munich Festival (München)
  • Operation Metal Attack (Wuppertal)
  • Mayday (Dortmund)
  • MPS Dortmund

Die jeweiligen Ergebnisse sind über den Festivalplan 2014 zu finden.

Grimme-Preisverleihung, Foto: Krd, CC-BY-SA 3.0

Die ehrenamtlichen Commons-Fotografen Krd und Michael Schilling waren am 4. April mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland auf der Grimme-Preis-Verleihung und bereicherten die Wikipedia anschließend mit interessanten freien Fotos bekannter Persönlichkeiten.

Auch Fotowettbewerbe haben mittlerweile fast schon Tradition in der Wikipedia-Community. Nach der Auszeichnung des besten freien Weihnachts-Fotos, findet nun erstmals auch ein Osterfoto-Wettbewerb statt. Wikimedia Deutschland beteiligte sich an dem Wettbewerb mit der Bereitstellung mehrerer Preise. Die Abstimmung über das beste Foto mit inhaltlichem Bezug zum Osterfest wird im Mai statt finden.

Communityraum Berlin und Communitytreffen

Zur Ausgestaltung des Community-Raums in der Berliner Geschäftsstelle, brachten Community-Mitglieder den beauftragten Innenarchitekten am 1. April spannende und konstruktive Vorschläge entgegen. Als Ergebnis soll der Raum, der den Freiwilligen Autorinnen und Autoren zu Arbeits- und Kommunikationstreffen dient, im Stile eines Salons eingerichtet werden.

An der regelmäßig am 1. Mittwoch jeden Monats stattfindenden Women-edit-Veranstaltung, trafen auch im April wieder erfahrene und unerfahrene Wikipedianerinnen in dem Berliner Community-Raum aufeinander, um Bearbeitungstipps auszutauschen und News aus dem Wikiversum, auch für Außenstehende nachvollziehbar, zu erläutern.

Community-Raum Berlin, Foto: Dirk Franke, CC-BY-SA 3.0

Eines der Highlights der Wiki-Community-Veranstaltungen in diesem Monat war das überregionale Treffen in Regensburg. Vom 11. bis 13. April kamen zum 13. Mal Wikipedianerinnen und Wikipedianer aus dem Süddeutschen Raum und Zugereiste von Hamburg bis Wien und Berlin bis Aachen zusammen. Dort konnten ebenso neue Kontakte geknüpft wie alte, meist sehr lieb gewonnene Bekanntschaften wiedergetroffen, aber vor allem auch neue Projektideen oder anstehende Aktivitäten geplant, diskutiert und vorangetrieben werden. (…weiterlesen).

Das Offene Editieren ging am 24. April in seine 7. Runde. Bei dem geselligen Zusammentreffen von Wikipedianerinnen und Wikipedianern, wurden auch diesmal wieder Freie Inhalte geschaffen, wie beispielsweise ein Abschnitt zur chemischen Analytik im Artikel Opium von dem Autor Mellebga.

Lokal K in Köln eröffnet

Einweihung des Lokal K, Foto: Geolina163, CC-BY-SA 3.0

Wikimedia Deutschland beglückwünscht die Kölner-Community zur Eröffnung des ersten lokalen Community-Stützpunktes außerhalb der Berliner Geschäftsstelle. Dank der Organisation und dem Engagement von Freiwilligen und mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland, besteht das “Lokal K” seit dem 15. April als Anlaufstelle in Köln für Projekte rund um Freies Wissen und insbesondere als Treffpunkt für die Wikipedianerinnen und Wikipedianer aus dem Kölner Raum. Erste Aktivitäten sind für Mai geplant.

WikiCon

Am 22. April wurde der Vertrag zwischen Wikimedia Deutschland und dem Komed Im Mediapark in Köln unterzeichnet. Dort wird die diesjährige WikiCon stattfinden. Das „Orga-Team“, das die Veranstaltung bereits im vergangenen Jahr stemmte, ist bereits intensiv mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Zedler-Preis

Die Sieger der Zedler-Preisverleihung stehen fest. Auch in diesem Jahr wurden wieder hervorragende Wikipedia-Artikel, und spannende Projekte innerhalb wie außerhalb des Wikimedia-Universums für die Shortlist ausgewählt. Bis zur Preisverleihung am 24. Mai, auf der die Gewinner verkündet werden, ist jedoch noch ein wenig Geduld erforderlich…

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Zwischen Insektenkästen und Zille-Zitaten

“Coding da Vinci” startet fulminant

Auch analoge Techniken fanden am Hacker-Wochenende in Berlin Anwendung. Diese Wandzeitung hat alle Ideen festgehalten.
Mural von Julian Klücklich fotografiert von Nina Schuiki (WMDE) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Michael von der Deutschen Digitalen Bibliothek stand die ersten drei Stunden des Kultur-Hackathons „Coding da Vinci“ im Eingang der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland und klickte. Einmal Plus-Klick für rein – einmal Minus-Klick für raus. Und weil so viele Entwicklerinnen und Coder beim Start von “Coding da Vinci” dabei waren, musste Michael ziemlich viel klicken. 148 Gäste gaben dem dichten Programm des ersten Kultur-Hackathons in Berlin vor dem schönen Wetter den Vorzug. Für Liebhaber von Metriken: Elf Kulturinstitutionen präsentierten 17 Datensets in 5 Räumen. Jede Viertelstunde ein neues Datenset. Die Coderinnen und Entwickler schweiften von Raum zu Raum, um ihre Datenlieblinge auszumachen.

 

Es gab viel zu entdecken. Die ersten 300 Tierstimmen und aufgespießten Krabbeltiere aus dem Archiv des Museums für Naturkunde. Hebräische Poesie übersetzt, maschinenlesbar und geogetagt auf jüdischen Grabsteinen. 185.000 hochauflösende Scans aus dem Herbarium des Botanischen Museums, Schulatlanten der Kaiserzeit, das Landesarchiv in Stuttgart brachte Quellenmaterial zur Militärgeschichte, zum Teil aus privaten Spenden des frühen 19. Jahrhunderts, also eine analoge Vorform von Wikimedia Commons. Alle Datensets findet man über Coding da Vinci. Und alle stehen, größtenteils erst durch den Hackathon motiviert, unter einer Freien Lizenz.

 

Riesenkäfer from Outer Space

Krabbeln tut dieser Käfer, ein Chalcosoma atlas, nicht mehr. 1837 fand er seine letzte Ruhestätte in einem Insektenkasten des Museums für Naturkunde. Beim Kultur-Hackathon “Coding da Vinci” erwachte er zu neuem Leben.
Bild: von Museum für Naturkunde CC-BY-3.0, via Wikimedia Commons

An der langen Seitenwand des Raumes “Mosaik” am Tempelhofer Ufer 23 füllte sich die Wandzeitung mit Projektideen. Ungewöhnliche Kombinationen, ungewohnte Perspektiven und ein frischer Erfindergeist bestimmten die Atmosphäre. Mein Schlüsselerlebnis war ein Krabbeltier der IT-Bastlerin Kathi Hyyppä. Auf sechs Kupferbeinen und mit einer Platine verbunden, wackelte ein Riesenkäfer auf mich zu. Faszinierend, denn eben noch war er nur ein aufgespießter Käfer auf einem Bild. Aber Dank der hohen Auflösung des Scans konnte Kathi einen Atlas-Beetle isolieren, vergrößern, ausdrucken und schließlich aus dicker Plastikfolie ausschneiden. Du siehst jede einzelne Wimper.

Das so genannte Hack-Dash ist das “schwarze Brett” der Designer und Coderinnen zum Austausch ihrer Ideen. Mitstreiter werden gesucht und können sich vernetzen. Eine bunnte Mischung ist schon da. Ich bin gespannt, welche Konzerterlebnisse mir das „Tier – Welt – Orchester“ künftig verschaffen wird. Wird die Arbeit rund um Kai Teuber die von den Nazis verbrannten Bücher zu einer Wiederbegegnung mit den verfemten Texten führen? Und wird der Goethe-Tourismus mit Goethe2Go neue Höhen erfahren? Welches Projekt wird die meisten „Likes“ bekommen? Und schlussendlich: Welches Team steht den zehnwöchigen Sprint am besten durch?

Antworten auf diese Fragen wird es am 6. Juli geben. An diesem Tag berät sich in Berlin die Coding-da-Vinci-Jury und kürt die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs.

“Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon” ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung Berlin, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland. Ein Wettbewerb für Programmierer um neue Anwendungen für Kulturdaten.

Pressestimmen:
Tweets: https://twitter.com/hashtag/codingdavinci

 

 

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Tanke schön! Wie aus einer Zapfsäule das Öl des 21. Jahrhunderts fließt

Im Vorgriff auf die diesjähige re:publica stellen wir heute unsere Datentankstelle vor. Mein Kollege Michael Jahn hat dazu im Konferenzblog schon passende Worte gefunden. In diesem Eintrag möchte ich etwas darüber erzählen, wie die Datendankstelle zuerst in unseren Köpfen gereift ist und was wir damit erreichen wollen.

Wir möchten, dass Sie sicher auf Ihren Datenreisen unterwegs sind.

Die “Datentankstelle” ist unsere Antwort auf den Satz, Information sei das Öl des 21. Jahrhunderts. Und außerdem unsere Antwort auf das Problem schlechter Darstellbarkeit von nichtkörperlichen Dingen.

Auf dieses Problem stoßen regelmäßig Journalistinnen und Journalisten beim Versuch, ein Projekt wie Wikipedia zu bebildern. Wird über die Mitmach-Enzyklopädie geschrieben, läuft es oft auf das Puzzleball-Logo und einen Screenshot der Seite heraus. Durch die Bildredaktionen gern genutzte Agenturfotos von Wikipedia zeigen die Silhouette eines Menschen vor der Videobeamerprojektion der Wikipedia-Hauptseite. Oder Jimmy Wales. Oder noch mehr Puzzlebälle. Oder Menschen vor einem Monitor sitzend.

So ist es denn auch immer wieder beeindruckend anzusehen, wie gerne die Lexikonwand in unseren Räumen am Tempelhofer Ufer als Hintergrund für Interviewaufzeichnungen über Wikipedia genutzt wird. Ähnlich populär sind Schnittbilder wie “Mensch schlägt Lexion auf”, “Mensch holt Lexikonband aus Regal” oder “Mensch zeigt mit Finger auf Lexikoneintrag”. Ginge es nach diesen massenmedialen Ikonografien, so gliche unsere gern bemühte “Wissensgesellschaft” tatsächlich noch Diderots Zeiten.

Mit diesen Erfahrungen im Kopf haben wir festgestellt, dass es bis heute auch an entsprechend “greifbaren” Gegenständen zur Verständlichmachung von Open Data fehlt. Mit der Datentankstelle machen wir dazu einen Vorschlag. Es geht dabei nicht darum, wie wir uns für die Zukunft die Verteilung von Open Data vorstellen: Die meisten Daten passen in vertretbarer Zeit durch heimische DSL- und Kabelanschlüsse und für den Rest gibt es ja die Hoffnung auf einen beschleunigten Breitbandausbau oder gute Turnschuhe. Stattdessen geht es uns darum, die volle Bandbreite offener Daten aus den Bereichen Kultur und Verwaltung zu präsentieren. Gemeinsame Eigenschaft der von uns präsentierten Daten ist ihre Offenheit: Alle Datensätze sind entweder gemeinfrei oder stehen unter einer freien Lizenz, die die Nachnutzung zu beliebigen Zwecken erlaubt. Darüber hinaus haben wir ebooks und Musik – ebenfalls unter Freien Lizenzen – als eigene Kategorien aufgenommen.

Die Datentankstelle hatte in ihrer ersten Existenz das Baujahr 1962 und lieferte wie tausende ihrer Kolleginnen Aral-Benzin an zahlende Kunden. Wir haben sie Ende 2013 erworben und entkernen lassen. Ein feiner Tankstellengeruch umgibt sie immer noch. Im Inneren der Datentankstelle steht ein handelsüblicher PC mit mehreren Festplatten und Ubuntu. Auf einer Seite wurde die analoge Anzeige für Preis und Menge des getankten Benzis ersetzt durch einen Touchscreen. Aus dem Zapfventil kommen vier Netzwerkkabel zum Anschließen eigener Geräte. Mitgebrachte USB-Sticks können an der Seite der Zapfsäule angeschlossen werden. Der Datentankende wählt über das Display die gewünschen Datensets aus und startet den Zapfvorgang.

Bei Fragen und Anregungen steht das kundenorientierte Datentankstellenpersonal zur Verfügung.

datentankstelle@wikimedia.de
http://wmde.org/datentankstelle
#auftanken

 

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Herzliche Einladung zum Workshop “Freies Online-Lexikon für Kinder” in Berlin

Ein Gastbeitrag von Michael Schulte:

“Kinder ab dem Grundschulalter nutzen die Wikipedia heute schon sehr intensiv: in der Schule, zu Hause und unterwegs. Laut KIM-Studie 2012 schaut sich ein Drittel der 6- bis 13-jährigen Computernutzer mindestens einmal wöchentlich Wikipedia-Artikel an. Aber als Allgemein-Enzyklopädie ist sie natürlich nicht speziell für Kinder geschrieben und gestaltet. Aus diesem Grund setze ich mich für den Aufbau eines kindertauglichen Online-Lexikons ein, das sich an den Wikipedia-Grundprinzipien orientiert. Interessierte Wikipedianer, Lehrer, Journalisten und andere potenzielle Unterstützer eines solchen Projektes möchte ich zu einem ersten Workshop einladen:

Wann und wo: Dienstag, 29. April 2014 von 18 bis 22 Uhr in der Wikimedia-Geschäftsstelle in Berlin

Der Workshop soll sich vor allem damit auseinandersetzen, wie genau ein freies Online-Lexikon für Kinder entstehen und aussehen kann. Mein Ziel ist ein Grundstock von kindgerechten Artikeln zu Themen, die maßgeblich von Kindern mitbestimmt werden. Die Artikel selbst können ebenfalls von Kindern erstellt werden (von Schulklassen und ihren Lehrern), aber natürlich auch von Erwachsenen. Basis für die Kinder-Artikel sollen die Artikel der Wikipedia sein, die zwar für die Zielgruppe Kinder oft zu lang und zu kompliziert geschrieben sind, die aber dennoch in vielen Fällen die für Kinder relevanten Fakten enthalten. Wie genau die Artikel aussehen, wo sie erstellt und veröffentlicht werden und wer alles als Unterstützer in Frage kommt, soll im Laufe des Projekts entwickelt und erprobt werden.

Mein Wunsch ist es, noch im Sommer 2014 ein Pilotprojekt zu starten, um auch Kritierien für gute Kinder-Artikel zu entwickeln – gemeinsam mit der Zielgruppe der 6- bis 12-jährigen Kinder und mit interessierten Autoren. Ins Pilotprojekt einbringen möchte ich meine langjährige Erfahrung als Redakteur und Autor von Kindersendungen (Kakadu / Deutschlandradio) und als Gründer und Projektleiter des gemeinnützigen Hörportals Ohrka.de.

Vorstellen kann ich mir die Veröffentlichung der Kinder-Artikel in einem WordPress-Blog. Dabei sollte immer mitgedacht werden, ob und wie diese Inhalte in Wikimedia-Projekten integriert werden können. Denkbar ist zum Beispiel die Begleitung des Projekts auf einer Wikipedia-Projektseite wie beim Projekt “Kinderleicht” der Redaktion Medizin, die bislang umfangreichste Initiative in Sachen Kinder-Lexikon im Umfeld der Wikipedia. Auf internationaler Ebene ist das Projekt Vikidia mit Kinder-Lexika in verschiedenen Sprachen am weitesten vorangeschritten, eine deutsche Version gibt es allerdings noch nicht. In der deutschsprachigen Wikipedia wurde zuletzt 2010 intensiver über die Einrichtung eines deutschen Wikipedia-Angebots für Kinder diskutiert: In einem Meinungsbild sprach sich damals eine Mehrheit gegen ein nicht fachlich begleitetes Kinder-Lexikon innerhalb der Wikipedia aus.

Um von den Erfahrungen anderer Medienangebote für Kinder zu profitieren, sind für den Workshop Vertreter von “Klaro” und “Hanisauland” angefragt. Diese werden vorstellen, wie sie Kinder beteiligen und wie sie kindgerechte Inhalte definieren. “Klaro Kindernachrichten” ist ein Schulklassenprojekt des Bayerischen Rundfunks, bei dem Viertklässler die Themen und Fragen einer 8-minütigen Nachrichtensendung für Kinder bestimmen. Hanisauland, die Kinderseite der Bundeszentrale für politische Bildung, bietet u.a. ein Politik-Lexikon mit 800 Begriffen und 600 Kalendereinträgen.

Auch mögliche Projektbeteiligte jenseits der Wikipedia-Community, d.h. Schüler und Lehrer, sollen nach Möglichkeit an der Veranstaltung teilnehmen. Der Workshop soll dazu dienen, möglichst viele Vorschläge, Hinweise und frühere Überlegungen zu berücksichtigen.

Über eine rege Teilnahme am Workshop in Berlin würde ich mich sehr freuen!

Michael (Wiktoriapark)

Dieser Workshop findet im Rahmen des FFW-Servicepaketes zur Projektentwicklung in den offenen Workshop-Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland statt.”

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, ist aber möglich direkt auf der Seite zum Workshop https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Wiktoriapark/Workshop_Kinderlexikon.

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Wikimedia:Woche 9/2014

Willkommen zur neuten Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Der donnerstägliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 9/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Protokoll des WMF-Kuratoriumsmeetings vom Januar 2014

Die Wikimedia Foundation hat die Mitschrift des Kuratorumstreffens vom Januar 2014 veröffentlicht.

Protokoll der WMDE-Präsidiumstelefonkonferenz vom 8. April 2014

Wikimedia Deutschland hat das Protokoll der Telefonkonferenz des Präsidiums vom 8. April veröffentlicht.

Wikimedia Israel stellt “Community Coordinator” ein

Wie Michal Lester, Geschäftsführerin von Wikimedia Israel auf der Mailingliste wikimedia-l berichtet, hat das israelische Wikimedia-Chapter den Wikipedianer Chen Spector als “Community Coordinator” eingestellt. Chen hat seine Arbeit zum 1. April aufgenommen.

Community-Review der FDC-Anträge

Noch bis zum 30. April können Interessierte Kommentare zu den vier Anträgen an das Funds Dissemination Committee hinterlassen und dem FDC somit helfen, die Anträge zu bewerten. Aktuell liegen Anträge vom Centre for Internet and Society, der Wikimedia Foundation, Wikimédia France und Wikimedia Norge vor.

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Freie Bildungsmaterialien: “Es geht am Ende nur miteinander”

“Europe goes OER. Welchen Weg geht Deutschland?” – Freie Bildungsmaterialien waren am 3. April das Thema des Abends in der Wikimedia Geschäftsstelle. V.l.n.r: Prof. Fred Mulder, Nina Lindlahr, Jöran Muuß-Merholz.  Foto von Sebastian Horndasch, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Am 3. April stellten wir bei Wikimedia Deutschland die Frage: Europe goes OER – und welchen Weg geht Deutschland? Auf der gut besuchten Veranstaltung diskutierten Fred Mulder und Jöran Muuß-Merholz über den Stand von Freien Bildungsmaterialien in Deutschland und international. Mehrere Blogs berichteten über die Veranstaltung. Eine zusammenfassende Presseschau.

Vor knapp 50 Interessierten stellte zunächst Jöran Muuß-Merholz die zweite Auflage des OER-Whitepapers vor, das er im Auftrag des Internet & Gesellschaft Collaboratory gemeinsam mit Felix Schaumburg geschrieben hatte (hier die Präsentation). Im Anschluss sprach Fred Mulder, Professor für Open Educational Resources an der Open Universiteit der Niederlande, über die Situation von OER in ganz Europa (hier die Präsentation). Eine Reihe von Bloggenden schrieben ihre Gedanken zu der Veranstaltung nieder.

OER: Ein diffuser Begriff?

Ole Winterman von der Bertelsmann Stiftung setzte sich in einem Blogartikel zu der Veranstaltung zunächst mit dem Begriff Open Educational Resources auseinander.

“Der Begriff der OER ist nach wie vor sehr diffus und zudem auch noch nicht adäquat ins Deutsche übersetzt worden. Diese Diffusität ist ein Indikator dafür, dass nach wie vor kein besseres konsensuales Verständnis der Materie vorliegt, obgleich das Thema inzwischen nicht mehr neu ist. Diese Unübersichtlichkeit ist zu einem gewissen Teil den vielen Perspektiven der unterschiedlichen Stakeholder geschuldet, deren Bandbreite vom Lehrer an der dörflichen Grundschule bis hin zu multinationalen Versuchen, aus OER eine tragfähige Social Business Modell zu entwickeln, reicht.”

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Wikimedia:Woche 8/2014

Willkommen zur achten Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Der donnerstägliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 8/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Protokoll und Blogbeitrag zum Boardtraining-Workshops

Das Protokoll des Boardtraining-Workshops, der vor ein paar Wochen in London stattfand, ist online. Im WMDE-Blog hat Tim Moritz Hector einen Rückblick verfasst.

Fragen an die “Affiliate-selected” WMF-Kuratoriumskandidaten // Wahl ist eröffnet

Auf der Wikimedia Conference wird es zu einer Fragerunde an die Kandidaten für das WMF-Board kommen, die von Chaptern und affiliated Organisations (hier: Amical) ernannt werden. Interessierte können Fragen dazu auf Mta vorschlagen oder an Chris Keating mailen. Das Wahlverfahren ist bis zum 31. Mai 2014 geöffnet.

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Mit Wikimedia Deutschland “Into the Wild”: Fünf “re:publica-Stipendien”

re:publica 14 – INTO THE WILD

Die in Berlin stattfindende Konferenz re:publica dürfte mittlerweile fast allen bekannt sein, die sich für Themen rund um die Digitale Gesellschaft interessieren. Wikimedia Deutschland ist Kooperationspartner der diesjährigen Konferenz, die unter dem vielversprechenden Motto “Into the Wild” steht. Vom 6. bis 8. Mai werden wir mit einem Stand und einer Überraschunginstallation auf der re:publica präsent sein.
Lust auch dabei zu sein und die Diskussionen rund um die Zukunft des Netzes mitzugestalten? Dann bist du hier genau richtig. Wikimedia Deutschland vergibt fünf re:publica-Stipendien an diejenigen, die sich für Freies Wissen, Freie Software oder Freie Kultur engagieren. Egal ob du an den Wikimedia-Projekten arbeitest, dich für freie Lizenzen einsetzt oder die Open Street Map mitgestaltest – bewirb dich!

Ein Stipendium beinhaltet ein Eintritts-Ticket für alle drei Tage der re:publica sowie die Erstattung der ggf. anfallenden Anfahrtskosten (Hin – und Rückfahrt) aus Deutschland nach der Reisekostenordnung von Wikimedia Deutschland und nach Vorlage der Belege.

Was musst du tun, um eins der Stipendien zu ergattern? Schreib einfach eine E-Mail an republica@wikimedia.de mit dem Betreff: “re:publica-Stipendium” und schildere uns bitte kurz und formlos, wie du dich für Freies Wissen engagierst und warum du in diesem Zusammenhang die re:publica besuchen möchtest. Du musst aber schnell sein, da wir die Stipendien nach dem Prinzip: “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst” vergeben. Die ersten fünf dürfen sich dann auf die re:publica freuen.

Und noch eine Erinnerung: Am 5. Mai, einen Tag vor Beginn der re:publica, erarbeiten wir gemeinsam in den offenen Räumen von Wikimedia Deutschland (Tempelhofer Ufer 23/24 in Berlin Kreuzberg) Unterrichtsmaterialien zum Thema Digitale Gesellschaft. Dabei probieren wir ein neues Format aus: Den OER-Sprint. Mehr Infos zum Wer, Wann und Was findet ihr im passenden Blogpost, und für die Ungeduldigen: Hier geht es direkt zum Anmeldeformular.

Aktualisierung: Alle fünf Stipendien wurden vergeben!

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13. Wikipedia-Süddeutschland-Treffen in Regensburg

Foto: Ireas, CC-BY-SA 3.0

Von Geolina und Nicolas Rück

In Regensburg kamen am vergangenen Wochenende zum 13. Mal Wikipedianerinnen und Wikipedianer aus dem Süddeutschen Raum und Zugereiste von Hamburg bis Wien und Berlin bis Aachen zusammen. Auf dem mehrtägigen Treffen konnten ebenso neue Kontakte geknüpft wie alte, meist sehr lieb gewonnene Bekanntschaften wiedergetroffen, aber vor allem auch neue Projektideen oder anstehende Aktivitäten geplant, diskutiert und vorangetrieben werden. Beispielsweise der im Mai und Juni erstmalig in Deutschland stattfindende Fotowettbewerb Wiki Loves Earth oder der kürzlich eingereichte Förderantrag zu den Wikipedianischen Landpartien, der einen großen Zuspruch erhielt und viele überraschende Ideen hervorbrachte. Selbstverständlich nutzten die ambitionierten Enzyklopädistinnen und Enzyklopädisten die Zeit ebenso um gemeinsam die Denkmal-und Stolpersteinlisten der Stadt abzuarbeiten, fehlende Fotos für das freie Medienarchiv Commons aufzunehmen und die weitere Artikelarbeit zu den regionalen Themen vorzubereiten.

Foto: Geolina, CC-BY-SA 3.0

Wikimedia Deutschland und die Teilnehmer des traditionellen Treffens möchten an dieser Stelle besonders den freiwilligen Veranstaltenden des Treffens für die großartige und sehr umfangreiche Organisation danken. Neben vorbereiteten Listen und Koordinaten wurde auch ein Fotorätsel angeboten, das große Freude und Begeisterung hervorrief und die Teilnehmer spielerisch in die kleinsten Gassen und Winkel der Stadt führte. Darüber hinaus geht der Dank an alle Teilnehmenden, die zu dem gelungenen Treffen beigetragen haben und daran arbeiten, die bestehenden Lücken zu der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Stadt in der Freien Enzyklopädie Wikipedia zu schließen.

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