Unter den Augen der Wissenschaft

 Eindrücke vom Symposium “Research on Wikipedia”

 

Meerschweinchen gehen vermutlich nicht sehr oft auf Reisen. Mäusen aus Versuchslaboren ist das Reisen vermutlich untersagt. Nicht so Wikipedianern. Daher fuhr der Wikipedianer Daniel Mietchen auf das internationale Symposium “Research on Wikipedia”, Forschung über Wikipedia, am 8. und 9. November in Mannheim. Mit von der Partie waren Angelika Mühlbauer und ich, beide Mitarbeiter bei Wikimedia Deutschland e.V. In 8 Stunden netto an zwei Tagen hörten wir 13 Vorträge von Ökonomen, Computerlinguisten, Informatikern, Psychologen, Kommunikationswissenschaftlern und Soziologen über ihre Forschungen am “Corpus” der Wikipedia. Benjamin Mako Hills renommierte Forschung zur Wikipedia als massensoziologisches Phänomen, war mein persönliches Highlight des Symposiums. Seine Lektüreempfehlung für die kommenden langen Winterabende nehme ich gern auf.

Hoffentlich ein glückliches Meerschwein und kein Versuchstier.
Bild von Skyenimals (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Ein Beispiel für die Vorträge

Im Rahmen dieses Blogbeitrages kann ich nicht auf Details eingehen. Exemplarisch für die Art der Fragestellungen aus denen die Wikipedia und ihre Editoren untersucht werden sei hier die Untersuchung von Marit Hinnosaar genannt. Sie forscht über Machtstrukturen in den Wikipedia-Communitys. Grundlage für ihre Untersuchung ist die Verweildauer von Fehlern in unterschiedlichen Sprachversionen der Wikipedia. Diese unterscheidet sie nach west- und osteuropäischen Kulturen. In der Wikipedia sind alle gleich. Nur die Adminstratoren (Admins) sind etwas gleicher. Haben sie also mehr Macht? Und bedeutet ihre Macht auch ein mehr an Autorität? Gibt es kulturelle Unterschiede bei der Beseitigung von Fehlern, die Admins machen?  Leider sind die Ergebnisse zu diesen spannenden Fragen noch nicht veröffentlicht und daher kann ich sie hier auch nicht mit Euch teilen. Generell übrigens ein Thema auf dem Symposium, dass trotz des Fakts, dass die Forscher es durchaus zu schätzen wissen, dass ihnen alle Daten der Wikipedia zur freien Nachnutzung zu Verfügung stehen – “Big Data for free!” – leider nicht dazu führt, dass die Forschungsergebnisse frei zugänglich wären, noch weniger natürlich aktuelle Forschungsstände. Es herrschen eben noch andere Konventionen in der Community der Forscher. An dieser Stelle kann ich aber vielleicht soviel verraten, in den Sprachversionen der osteuropäischen Länder genießt ein Admin, nach Hinnosaar, mehr Respekt als in Westeuropa, seine Beiträge werden daher seltener korrigiert. Denn wie könnte er irren, wo er doch so mächtig ist?

Unsere Beiträge

Daniel, Angelika und ich waren eingeladen worden, um unsere Sicht zu Forschung über Wikipedia darzustellen. Daniel hatte eine Synopsis in der Wikipedia zusammengestellt. Angelika berichtete von ihrer Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern im EU-Projekt RENDER, das gerade zu Ende gegangen ist. Ich stellte eine Wunschliste von Fragen vor, die uns im Team von Wikimedia Deutschland beschäftigen. Gemeinsam haben wir dafür gedankt, dass in Mannheim auch die Guinea pigs, die beliebten Versuchstiere im angelsächsischen Raum, zu Wort kommen durften und angemahnt, dass Wissen durch das Teilen sich vermehrt. Bitte verwenden Sie Freie Lizenzen!

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 4,86 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikimedia:Woche 46/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 46/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Anerkennung The Wikinewsie Group als Thematische Organisation

Das Affiliations Committee (AffCom) hat dem Kuratorium der Wikimedia Foundation am 11. November 2013 empfohlen, die Wikinewsie Group vorläufig, für die Dauer eines Jahres, als Thematische Organisation anzuerkennen.

FDC Staff Proposals sind online

Die eingereichten Anträge der Wikimedia-Ländervertretungen für die erste Runde (2013-2014) an das Funds Dissemination Committee (FDC) sind durch einige Angestellte der Wikimedia Foundation (WMF) analysiert und bewertet worden. Diese Einschätzung soll die Mitglieder des FDC bei ihrer eigenen Bewertung der eingereichten Anträge unterstützen.

Spendenkampagne in der deutschsprachigen Wikipedia gestartet

Am Donnerstag, den 14. November 2013 ist die Spendenkampagne in der deutschsprachigen Wikipedia gestartet. Im WMDE-Blog wird die Kampagne eingeläutet.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Bundesrat nimmt Stellung zu “Opening Up Education”

Dies ist ein Gastbeitrag von Jan Neumann. Jan Neumann arbeitet am Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz).  Nach dem Studium der Rechts-, Wirtschaft- und Systemwissenschaften übernahm er die Tätigkeit als Projektmanager und freier Lektor für verschiedene Fachverlage, u.a. für Wolters-Kluwer Deutschland und den Bundesanzeiger Verlag. Seit 2007 ist er tätig beim Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW (hbz), zunächst als Leiter der zentralen Projektkoordination, seit 2012 als Leiter Recht und Organisation. Er ist Mitglied des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission und des International  Advisory Board des Projekts POERUP. Er war Teil des Programmteams der OER-Konferenz von Wikimedia Deutschland.

Am 08.11.13 hat der Bundesrat den Beschluss 709/13 gefasst, in dem er sich unter anderen auch verhältnismäßig ausführlich zu OER äußert. Es handelt sich um eine Stellungnahme zur Mitteilung der EU-Kommission “Opening Up Education”, mit der die EU-Kommission im September 2013 die Förderung des Einsatzes von bildungsbezogener Informations- und Kommunikationstechnik im Allgemeinen und von OER im Speziellen angekündigt hatte.

Konkrete politische Folgen hat dieser Beschluss nicht. Er ist vermutlich inzwischen an die EU-Kommission übermittel und dort gelesen und abgeheftet worden. Ganz ohne Bedeutung ist der Beschluss aber dennoch nicht. Im Bundesrat sind die für die Bildung zuständigen Länder vertreten. Der Beschluss kann insofern als Stimmungsbarometer für die Einstellung der Ländern in Bezug auf OER gewertet werden, die vor dem Hintergrund, dass erst jüngst mit der Erstellung einer Bund-Länder-Stellungnahme zu OER begonnen worden ist, durchaus von Relevanz erscheint. Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading ... Loading ...

Spendenkampagne 2013 gestartet

Am heutigen Donnerstag, den 14.11, beginnt die jährliche Spendenkampagne 2013. Bis zum Ende des Jahres werden die Leserinnen und Leser der Wikipedia um finanzielle Unterstützung gebeten. Mit Hilfe von Spendenbannern machen wir darauf aufmerksam, dass sich Wikipedia durch ihre Leserinnen und Leser finanziert und daher auf sie angewiesen ist.

Die Spendenkampagne 2013 hat natürlich ein monetäres Ziel, welches durch den Jahresplan für das kommende Jahr gesetzt wird. Aber das Geld ist nur Mittel zum Zweck. Ziel beim Fundraising ist es immer, die Menschen von einer Idee zu überzeugen. Die Menschen spenden, weil ihnen Wikipedia am Herzen liegt und sie den freien Zugang zu Wissen erhalten möchten.

Um unsere Ziele der Spendenkampagne zu erreichen, werden wir auch dieses Jahr viele unterschiedliche Banner und Spendenseiten auf ihre Wirksamkeit prüfen. Darunter wird auch eine Neugestaltung der Spendenseite sein; vor allem aber neue Bannerdesigns und -konzeptionen.

Es gibt übrigens noch eine weitere Besonderheit während der Kampagne: Wir werden die Banner zunächst nicht für angemeldete Benutzer anzeigen. Der derzeitige Plan ist, zu einem späteren Zeitpunkt die Banner nur eine kurze Zeit lang für angemeldete Benutzer zu schalten. Denn wir wissen durch unsere Spenderumfrage, dass ein beachtlicher Teil unser Unterstützer Benutzerkonten hat.

Während der Spendenkampagne erscheinen an unterschiedlichsten Stellen in der Wikipedia Fragen und Anmerkungen zur Kampagne. Ein paar zentrale Seiten in der Wikipedia haben wir zwar auf dem Schirm, aber natürlich nicht alle. Daher unsere Bitte an euch: Wir brauchen eure wachsamen Augen! Wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder Kritik rund um die Kampagne seht, verweist die Person entweder auf unsere Portalseite oder macht uns auf den Kommentar aufmerksam.

Abschließend möchte ich euch noch auf unsere Spenderkommentare aufmerksam machen. Es ist immer wieder faszinierend zu lesen, warum die Menschen für Wikipedia, ihre Schwesterprojekte und generell Freies Wissen spenden. Jeder Leser, jede Leserin hat eine besonderen Bezug zu Wikipedia. Die Bedeutung des Projektes für die Menschen in Deutschland lässt sich anhand der Spenderkommentare wunderbar ablesen.

Viel Spaß beim Lesen und auf eine erfolgreiche Kampagne!

Till, Tobias, Johannes, Kai, Wladimir, Henry und Philip

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 3,14 von 5)
Loading ... Loading ...

Verstärkung im Bereich Bildung und Wissen

Sebastian Horndasch, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Wir freuen uns sehr, Sebastian Horndasch und Christopher Schwarzkopf als neue Mitarbeiter bei Wikimedia Deutschland e.V. zu begrüßen. Sie werden zukünftig den Bereich Bildung und Wissen tatkräftig unterstützen.

Sebastian wird als Projektmanager im nächsten Jahr vor allem das Thema Open Educational Resources als Elternzeitvertretung für Elly Köpf bearbeiten. Er war nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaftslehre zunächst als Buchautor tätig und verwertete seine Erfahrungen mit dem Bachelor/Master-System in zwei Ratgeberbüchern. Darüber hinaus arbeitete er als freier Journalist und Blogger im Hochschulbereich und führte die Studienberatung der Firma border concepts. Sebastian schreibt in seiner Freizeit unregelmäßig in der Wikipedia und legte 2004 seinen ersten Artikel an.

Christopher Schwarzkopf, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Christopher unterstützt den Bereich Bildung und Wissen als Projektassistent. Christopher studierte Sozial- und Politikwissenschaften mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen und absolvierte unter anderem ein Praktikum im Sekretariat der Vereinten Nationen in New York. Nach seinem Studium arbeitete er bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, wo er unter anderem eine Kampagne zu Menschenrechtsverletzungen koordinierte und für die Unterstützung der Mitgliedschaft und der Freiwilligen zuständig war.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (12 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Das Affiliations Committee sucht neue Mitglieder

Das Affiliations Committee (AffCom) sucht neue Mitglieder! Hast du Lust, dich für eine Dauer von zwei Jahren in diesem internationalen Gremium zu engagieren? Dann nichts wie los: Der Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 05. Dezember 2013.

Das Affiliations Committee im Sommer 2013 (Foto: Victorgrigas, cc-by-sa 3.0)

Was ist das Affiliations Committee?

Ein Gremium, das aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht und Gruppen von Freiwilligen und Organisationen in Gründung hilft, sich zu organisieren und sich als offizielle Organisation durch die Wikimedia Foundation anerkennen zu lassen. Neben Chaptern begleitet das AffCom seit 2012 auch Thematische Organisationen und Nutzergruppen.

Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

Die Tätigkeit im Affiliations Committee erfordert Freude an der Kommunikation mit Freiwilligen auf der ganzen Welt, Verhandlungsgeschick, kulturelle Sensibilität und die Fähigkeit, juristische Texte zu verstehen. Bei der Auswahl der Mitglieder legt das AffCom Wert auf eine ausgeglichene Vielfalt dieser Fähigkeiten.

Als ideale Kandidatin oder idealer Kandidat

  • hast du die Fähigkeit, Freiwilligengruppen den Rücken zu stärken und sie zu weiterem Engagement zu motivieren

  • hast du Lust, Bewerbungen anhand eines festen, teils bürokratischen Prozesses abzuarbeiten

  • bist du bereit, dich aktiv an Wikimedia-politischen Diskussionen zu Rollen, Modellen und der Zukunft von zugehörigen Organisationen einzubringen

  • bist du fünf Zeitstunden pro Woche verfügbar und kannst zusätzlich an der monatlichen, etwa zweistündigen Telefonkonferenz teilnehmen

  • kennst du dich gut in internationalen Wikimedia-Belangen aus

  • kannst du gut und verständlich auf englisch kommunizieren

  • magst du es, mit anderen Kulturen und in anderen Sprachen zusammen zu arbeiten und zu kommunizieren Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikimedia:Woche 45/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 45/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Stellenausschreibung: Wikimedia Foundation (WMF) sucht neue Leitung für Kommunikation (CCO)

Nachdem Jay Walsh die WMF nach fast sechs Jahren verlassen hat, sucht sie nun eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für die Leitung des Communications Teams (Chief Communications Officer). Schon im Januar soll die Stelle neu besetzt sein; Mitglieder der Community bekommen Bonuspunkte bei ihrer Bewerbung.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading ... Loading ...

“Women edit” – Ein Netzwerk entsteht

Das Projekt „Women edit“ lädt Frauen dazu ein, sich in den Wikimedia-Projekten zu beteiligen. Über erste Aktivitäten im Projekt haben wir im Blog bereits berichtet. Nun ist es Zeit für einen Zwischenbericht in dem die Leiterin des Projekts, Silvia Stieneker, mehr über den Zwischenstand des Projekts schildert. Im letzten Teil finden sich zudem Informationen wie und wo man das Projekt unterstützen kann.

“Women edit” by Siesta, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Frauen motivieren Frauen zum Mitmachen – Mit dieser Idee hat Wikimedia Deutschland im Sommer 2013 das Projekt “Women edit” gestartet. Dazu haben wir gezielt aktive Frauen in den Wikimedia-Projekten angesprochen lokale Events zu initiieren und Netzwerke aufzubauen. Inzwischen hat sich ein kleiner Kreis engagierter “Wikiwomen” und viele Unterstützer und Unterstützerinnen gefunden, die ihr Wissen über Wikipedia mit anderen Frauen teilen wollen – weil sie es wichtig finden, neue Autorinnen oder auch Fotografinnen für die vielen Wikimedia-Projekte zu gewinnen.

Aber warum sind es immer noch deutlich weniger Frauen als Männer, die in der Wikipedia, Wikimedia Commons etc. mitarbeiten? Oft wissen sie einfach noch nicht, wie es geht – und darum gibt es “Women edit”-Veranstaltungen, bei denen erfahrene Autorinnen interessierten Neulingen zur Seite stehen. Bei offenen Treffen, Editierparties oder anderen Veranstaltungen kommen erfahrene Autorinnen und Frauen mit Interesse an Wikipedia zusammen und tauschen sich über die Mitmach-Möglichkeiten der Wikimedia-Projekte aus. Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 3,11 von 5)
Loading ... Loading ...

Görlitzer Schätze hinter dicken Mauern

Ein Gastbeitrag von Conrad Nutschan

Der historische Lesesaal der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften
Foto: Ralf Roletschek, CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons

Anfang November 2013 trafen sich Mitarbeiter der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften (OLB) und 19 Wikipedianer der deutsch- und sorbischsprachigen Wikipedia, Wikisourcler und Wikidatisten sowie Aktive von Wikimedia Commons in der östlichsten Stadt Deutschlands. Die dort befindliche Bibliothek ist heute Teil der Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur (GöSam). Gegründet wurde sie im 18. Jahrhundert als Arbeitsbibliothek der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften mit einem ganz ähnlichen Anliegen wie die Wikimedia-Projekte heute: Die Förderung der Ideen der Aufklärung und Verbreitung von Wissen.

Anlass für die Veranstaltung war ein zu Beginn des Jahres 2012 eingestellter Artikel der OLB über sich selbst. Die daraus folgende fruchtbare Interaktion zwischen Wikipedianern und den Mitarbeitern der Bibliothek führte dazu, dass sich der Artikel immer weiter entsprechend unseren Anforderungen an einen geeigneten Wikipedia-Eintrag veränderte. Die Mitarbeiter der Bibliothek betrachteten begeistert die Entwicklung des Enzyklopädieeintrags; sie ließen sich nicht abschrecken, sondern gewöhnten sich daran, dass sich der eigene Text zu etwas Neuem entwickelte und nahmen weiter aktiv an dieser Wandlung teil.

Einige der späteren Organisatoren der Veranstaltung in Görlitz nahmen Kontakt mit der Bibliothek auf und nach weiteren Gesprächen auf den Stammtischen entwickelte sich die Idee, mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland die zweite „GLAM on Tour“-Station in der Bibliothek in Görlitz durchzuführen, um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Die OLB war hierbei außerordentlich aufgeschlossen und ging auf die Wünsche der Wikipedianer und Wikisourcler mit der nötigen Geduld ein.

Angeregte Arbeitsatmosphäre im Lesesaal der OLBFoto: Katja Ullrich (WMDE), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Im Rahmen eines etwas straffen Zeitplans bot sich am Wochenende des 1. und 2. November 2013 dazu die wunderbare Möglichkeit. Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Oberlausitz und auch aus ferneren Regionen reisten an, um sich zu den Projekten, in denen sie aktiv sind, auszutauschen. Dabei entstanden auch einige Inhalte in Form von Bildern und Texten in gemeinsamer Arbeit.

Die aus dem Wochenende entstandenen Pläne sind umfangreich. Neben der Aufarbeitung und Verfügbarmachung des durch die Schreibwerkstatt entstandenen Materials gab es mehrere Gespräche für mögliche Projekte zur Erstellung von freien Inhalten und zur Gewinnung neuer Autoren für die Wikimedia-Projekte.

So wurde beispielsweise mit einem Mitglied des Sächsischen Vereins für Volksbauweise e. V. über die gemeinsame, langfristige Erstellung einer Liste und letztlich einer Karte aller Umgebindehäuser im Dreiländereck beraten (hierbei muss auf Grund der Fülle von 19.000 Einzeldatensätzen Wikidata eingesetzt werden). Des Weiteren erhält die Bibliothek in Görlitz wichtige technische Unterstützung für die Aktualisierung des verwendeten MediaWikis zu biographischen Daten von Persönlichkeiten der Oberlausitz.

Verbesserungswürdig war die Vorbereitung der Internetanbindung. Gerade im Rahmen des Projekts GLAM on Tour, wo die Teilnehmer eigene Computer verwenden dürfen, nimmt die Einrichtung der Internetverbindung zu viel Zeit in Anspruch. Hierfür sollte Wikimedia Deutschland einen Koffer mit standortunabhängiger, erprobter Funktechnik dabei haben, um Sicherheit bzw. eine Rückfallebene zu schaffen. Durch den Einsatz eines WikiSpot und die Unterstützung des C3 aus Dresden war es in Görlitz jedoch möglich, die hiesige Technik zu erweitern und nach einiger Einfahrzeit ein stabiles Netz bereitzustellen. Bei der Planung müssen gerade die wikipedistischen Organisatoren darauf achten, dass es nicht zu einer personellen Überladung kommt. Der gute Wille führte hier zu recht engen Verhältnissen im Lesesaal, der für 12 Personen ausgelegt war. Der mangelnde Platz wurde allerdings durch Gemütlichkeit ausgeglichen, was aber leider die Arbeitsfähigkeit einschränkte.

Der Buchscanner der OLB sorgte für große BegeisterungFoto: Conny, CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Zu den Höhepunkten der Tage zählten die Stadtführung, die den Teilnehmern nicht nur jede Menge interessante Informationen zur Geschichte der Stadt Görlitz bot, sondern auch Zugang zu teilweise privaten Wohnhäusern, da der Stadtführer, Herr Frank Vater, die Eigentümer persönlich kannte. Solche Einblicke hat man nicht alle Tage! Ebenfalls für große Begeisterung sorgte die freie Nutzung des Großscanners, sodass Material als zukünftige Arbeitsgrundlage geschaffen werden konnte. Für diejenigen Teilnehmer, die gern wiederkehren möchten, finanzierte Wikimedia Deutschland außerdem eine Jahresmitgliedschaft bei der OLB.

Weitere, teilweise recht spezielle Informationen können der Dokumentation entnommen werden. Sie befindet sich derzeit noch im Wachstum. Die entstandene Projektseite soll Ort für weitere Kooperationen in der Oberlausitz mit interessierten Institutionen werden. Einzelne Wikipedianer freuen sich schon sehr auf neue Möglichkeiten zur gegenseitigen Unterstützung. Fragen dazu beantwortet Wikimedia Deutschland jederzeit gern.

Die Dokumentation der Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes kann in der Wikipedia eingesehen werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,56 von 5)
Loading ... Loading ...

Themenabend „Women Edit“ bei Wikimedia Deutschland in Berlin

Dies ist ein Gastbeirtag von Maren Heltsche. Maren Heltsche ist freiberufliche Analystin und Beraterin. Bereits im letzten Jahr fand ein Themenabend zu “Wein, Wiki und Digital Media Women” in Hamburg statt. Im Rahmen ihrer Aktivitäten bei den Digital Media Women unterstützt sie das Projekt “Women Edit” und berichtet nun über das gemeinsame “Women Edit”- Treffen in der Geschäfttsstelle von Wikimedia Deutschland in Berlin. Der Blogpost ist im Original hier zu finden.

Unser digitaler Alltag ist ohne Wikipedia nicht vorstellbar. Und die Grundidee der Online-Enzyklopädie, das Wissen der Welt zusammen zu tragen und frei zur Verfügung zu stellen ist grandios. Allerdings werden die in Wikipedia veröffentlichten Inhalte zu über 90 Prozent von Männern verfasst. Frauen tragen mit ihrer Perspektive nur einen kleinen Teil zum digitalen Weltwissen bei. Das möchten wir ändern und laden zusammen mit Wikimedia Deutschland am 19. November zu einem Workshop ein.

Hier könnt ihr lernen, wie die aktive Mitarbeit in Wikipedia funktioniert und eigene erste Schritte unternehmen. Der Workshop wird geleitet von Silvia Stieneker, die das Projekt Women Edit von Wikimedia Deutschland begleitet und selbst aktiv an Wikipedia-Inhalten mitarbeitet. Sie hat einen ähnlichen Workshop auch schon in unserem Hamburger DMW-Quartier durchgeführt und die Ladies begeistert. Einen Bericht darüber gibt es hier zum Nachlesen.

Foto: Sandra Schink CC BY-SA 3.0

 

Der Abend beginnt mit einer allgemeinen Einführung und dann wollen wir aber praktisch arbeiten. Dafür sind zwei Dinge wichtig:

  1. bringt Euer eigenes Laptop mit (für diejenigen, die keines haben, gibt es auch 2-3 Leihgeräte)
  2. bitte legt Euch schon vorher ein eigenes Wikipedia-Benutzerkonto an

Es wird vor Ort Getränke und kleine Snacks geben. Nach der Veranstaltung wollen wir noch zusammen auf einen Absacker ins Yorckschlößchen gehen.

Details

Was: „Women Edit“ bei Wikimedia Deutschland
Wann: Dienstag 19.11.2013, 19-22 Uhr
Wo: Wikimedia Deutschland, Obentrautstr. 72, Berlin – auf Google Maps anschauen
Anmeldung: via Mixxt (da die Anzahl der Teilnehmerinnen beschränkt ist)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Empfehle diese Seite