Erster Teil von Phase 1 von Wikidata ist online

Vor zwei Tagen haben wir Teil eins der ersten Phase der Wikidata-Entwicklung auf wikidata.org veröffentlicht. Lasst mich kurz erklären, was das heißt:

Das Projekt Wikidata ist in drei Phasen unterteilt. In der ersten Phase ging es darum, die Verwaltung der Sprachlinks zu zentralisieren. Das sind die Links, die in der linken Spalte einer Wikipedia-Seite auf die Artikel zum selben Thema in anderen Sprachen verweisen. Bisher werden diese Links in jeder Sprache in jeder einzelnen Seite gespeichert. Das bedeutet, dass es viel Duplikation gibt, mit allen Problemen die diese mit sich bringt. Das Ziel der ersten Phase ist es nun, diese Links an nur einem zentralen Ort zu speichern, nämlich auf wikidata.org. Die verschiedenen Wikipedien können die Liste der Links dann dort abfragen.

Und vor zwei Tagen haben wir mit wikidata.org den zentralen Teil dafür herausgebracht. In den nächsten Wochen werden wir die nötigen Vorbereitungen dafür treffen, dass die Wikipedien die Links auch einbinden können, die dort nun schon gesammelt werden. Wir fangen mit der ungarischen Wikipedia an, weil diese Wikipedia-Community angeboten hat, das neue System zu testen.
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Wikimedia:Woche 44/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

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Grundlagen lesen – wer macht mit?

Ich stelle immer wieder fest, das zwischen Tagesgeschäft, Planung, Einladungen zu Panels und strategischen Diskussionen die Grundlagen irgendwie zu kurz kommen. Und wer hat denn noch Zeit, zwischen Twitter, Facebook, Google+ und RSS-Reader, längere Texte zu lesen und mit anderen zu diskutieren?

Und genau deshalb gründe ich einen …. Lesekreis! Zu allem, was irgendwie mit “Frei”, “Netz”, “Politik”, “Kultur” zu tun hat.

Hier mal mein Vorschlag:

  • Wir treffen uns einmal im Monat, hier bei uns im Büro, für ca. 1,5 Stunden.
  • Wir lesen vorab jeweils einen Text. Es soll dabei weniger um Tagesaktuelles gehen, sondern eher um Grundlagen
  • Jemand stellt den Autor und den Kontext kurz (max. 10 Minuten!) vor. Danach reden wir über den Text, ohne Anleitung oder Moderation.
  • Jeder ist herzlich willkommen, auch wenn man den Text nicht gelesen hat! An der Diskussion sollen sich aber vielleicht nur diejenigen beteiligen, die den Text gelesen haben, da ja nicht ein bestimmtes Thema, sondern ein Text im Mittelpunkt steht
  • Am Ende jedes Treffens einigen wir uns auf den Text für den nächsten Monat und darauf, wer die Autorin vorstellt und den Kontext.

Einfach, oder? Also: am 14. November 2012 treffen wir uns um 17:30 Uhr in der Obentrautstr. 72 in Berlin (bei Wikimedia klingeln), um über Yochai Benkler, The Wealth of Networks zu sprechen, genauer Kapitel 8 “Cultural Freedom”, S. 273 – 301. Ich stelle Benkler und den Kontext kurz vor, und dann geht es schon los. Getränke und Schnittchen sind vorhanden!

Wer ist dabei? Bitte kurz in den Kommentaren Bescheid geben. Und wir brauchen Vorschläge, was wir beim nächsten Treffen (am 12.12.2012, ebenfalls 17:30 Uhr) lesen!

Update (31.10.2012): Vielleicht übersieht man das ja leicht: Das ganze Buch, aus dem das Kapitel für unser erstes Treffen ist, steht online zur Verfügung. unter einer (fast) Freien Lizenz. Daher bitte einfach auf diesen Link klicken und das entsprechende Kapitel 8 “Cultural Freedom”, S. 273 – 301 sollte leicht zu finden sein.

Und noch eine Bitte, da die Resonanz aktuell noch eher verhalten ist: Bitte twittern, sharen, liken, posten, bloggen oder auch einfach anderen Leuten davon erzählen, was wir da machen. Danke.

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Fahrplandaten für Berlin und Umgebung: Echt, frei, beinahe noch frisch

Vom finnisch-amerikanischen Linux-Erschaffer Linus Torvalds gibt es nicht nur besagten Kernel und das Quellcodeverwaltungsprogramm git, sondern auch den einprägsamen Spruch Software is like sex: it’s better when it’s free. Er würde wohl zustimmen, dass etwas, das für Software und Sex gilt, für Fahrplandaten nicht falsch sein kann.

Leserinnen und Leser dieses Blogs haben in den letzten Monaten einige Postings und Statusmeldungen aus unserem Bereich gelesen, in denen wir uns für die Freigabe von Fahrplandaten deutscher Verkehrsunternehmen starkgemacht haben. Dies führte dann auch zu einem ersten Treffen mit der zuständigen Abteilung der Deutschen Bahn in Frankfurt und dem beiderseitigen Wunsch, das Gespräch konstruktiv fortzusetzen und darüber zu berichten. Die beiden Fachabteilungen für Bohrer und für dicke Bretter sind ebenfalls involviert, wir bitten um das gesunde Mittelmaß zwischen Geduld und Ungeduld hinsichtlich zu erwartender Fortschritte.

In der Zwischenzeit können wir freudig auf Neuigkeiten aus der Berliner Open Data-Kollegenschaft verweisen, deren Workshop Apps and the City am 29. November 2012 in Berlin großartige Erwartungen weckt. In Vorbereitung auf dieses Ereignis hat der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) auf dem Open Data-Portal des Landes Berlin zwei Datensätze bereitgestellt, die Routen der Linien und eine Datei mit Ausnahmeregelungen. Diese Nachricht ist in zweierlei Hinsicht historisch: Es ist das erste Mal, dass in Deutschland ein so großer Datensatz unter eine als frei anerkannte Lizenz (Creative Commons cc-by) gestellt wird. Und zweitens sind die Daten historisch im Sinne, dass es keine aktuellen Fahrplandaten sind, sondern der Fahrplan des Jahres 2011. Das zweite “historisch” sollte nicht so verstanden werden, ersteres zu entwerten, aber jede Entwicklerin wird nun für sich entscheiden können, wie viel mit den Daten noch möglich ist.

Möglich ist damit für den Bereich Berlin eine Menge, insbesondere, wenn man als Optimist nun davon ausgehen kann, dass es in Zukunft vielleicht auch aktuelle Daten geben wird und man mit den heute freigegebenen Dateien in den Besitz von Rohmaterial für Testen und Vertrautwerden gekommen ist. Aus einem “jemand sollte mal” kann nun ein “ich habe hier einen Vorschlag umgesetzt” werden, um anderen Menschen zu zeigen, welche Vorzüge mit Open Data verbunden sind. Vorteil gegenüber den ebenfalls zirkulierenden vom Laster gefallenen Daten der Deutschen Bahn ist, es ohne rechtliche Grenzüberschreitung und mit der ausdrücklichen Zustimmung des Verkehrsunternehmens tun zu können.

Wir möchten daher jede ermutigen, sich an der datengestützten Verbesserung unseres Gemeinwesens zu beteiligen, durch kreative Nutzung der freigegebenen Daten, Teilnahme an Workshops, Lob für diejenigen, die sie losgeeist haben und Ermutigung für all jene, die den Schritt zur Freigabe von Daten in ihrem Haus noch nicht gegangen sind.

 

[update 20:41 Uhr:

Im Verzeichnis von daten.berlin.de/Rubrik VBB sind weitere Datensätze des VBB aus dem Jahr 2011 veröffentlicht worden, allesamt unter Freier Lizenz und in Vorbereitung der Veranstaltungen im November]

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Wikimedia:Woche 43/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

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Zugang gestalten heißt miteinander reden

Berlin, 24. Oktober 2012. Die Dokumentation der Restauration der Vasari Kuppel in Florenz ist verloren. Die mit öffentlichen Mitteln bezahlten tausende Fotos in hoher Auflösung und erstaunlicher Detailschärfe sind samt der sie erschließende Datenbank dem Orkus des Vergessens anheimgegeben. Die Zugänge zu den Daten sind mit der Insolvenz der mit der Dokumentation beauftragten Firma unwiederbringlich verloren gegangen. So dramatisch startete das Plädoyer des Wissenshistorikers Jürgen Renn für den freien Zugang zum Wissen auf der Berliner Konferenz “Zugang gestalten – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe.”


Pavel Richter in “Freies Wissen in der Zukunft” auf der Konferenz Zugang gestalten:

  • “Es ist unser aller kulturelles Erbe
  • Wir sind (aktive) Nutzer, nicht Betrachter
  • Es sind viele Kontexte möglich
  • Ich weiß auch etwas”

Zwei Tage lang tagten ca. 200 Vertreter verschiedenster Kultureinrichtungen aus ganz Deutschland im Glashof des Jüdischen Museums in Berlin zum Thema “Das kulturelle Erbe digitalisiert nutzbar machen”. Die eben von Wikimedia vorgelegte Broschüre selben Titels fand bei dieser Gelegenheit erste willige Abnehmer. Den meisten der anwesenden Galeristen, Bibliothekare, Archivare und Museumsdirektoren (kurz im englischen Akronym GLAM) ging es offenkundig um das Wie, statt nur um das Ob.

Das Cover der neuen Wikimedia Broschüre für GLAMs (Albrecht Dürer: Adam and Eve, 1504, Engraving. Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0 (Als Bearbeitung der Version von Scewing, gemeinfrei)) 

 


Natürlich erleben nach wie vor viele die geltenden Bestimmungsgeflechte im Urheberrecht als verunsichernd und hemmend, aber gleichzeitig zeigten die positiven Reaktionen auf die vorgestellten Praxisbeispiele die große Bereitschaft sich auf das Abenteuer “Freies Wissen” einzulassen. Der Publikumspreis für das beste Praxisprojekt ging mit knapper Mehrheit an das Filmprojekt “First we take Berlin”, gefolgt von “The Mobile Museum”, und Europeana 1914 – 1918. Letzteres lädt Menschen in ganz Europa ein, ihre eigenen Familienerinnerungen zum Ersten Weltkrieg der Allgemeinheit digital zugänglich zu machen.

Wikimedia Deutschland war eigentlich nur Mitveranstalter, dennoch Wikipedia und andere Wikimedia Projekte waren nicht nur bei den Wikimedianern Pavel Richter, Vorstand WMDE, Marcus Cyron, Wikipedian in Residence am Deutschen Archäologischen Institut, Lennart Guldbrandsson, Wikipedian in Residence an der schwedischen Nationalamt für Kulturelles Erbe, im Fokus ihres Vorträge. Sie dienten auch vielen anderen Referenten als Beleg für gelungene Umwandlung von digitalisierten Daten zu Information und der aktiven Weiternutzung.

Kathrin Passig in “Alles Crowd alles gut?”auf der Konferenz “Zugang gestalten”:


“Fast die Hälfte der deutschen Museen arbeitet mit Ehrenamtlichen zusammen, insgesamt waren das im Jahr 2003 über 30.000 Menschen. Was ist daran jetzt neu? Neu ist, dass digitale Werkzeuge diese Zusammenarbeit vereinfachen können und vor allem dabei helfen, viel größere und auch überregionale Helfergruppen als bisher zu erschließen. Das ermöglicht eine flexiblere Zeiteinteilung für diese Freiwilligen, man kann sich also öfter mal eine halbe Stunde nach Feierabend beteiligen anstatt einmal die Woche vier Stunden. Das macht die Mitarbeit auch für Leute attraktiv, die keine Rentner sind.

Und neu ist auch, dass dadurch erstmals sichtbar wird, wie groß eigentlich die Menge an Zeit ist, die Menschen bereitwillig zu Projekten beisteuern, für die sie nicht bezahlt werden. Clay Shirky hat 2010 geschätzt, dass in der Wikipedia 100 Millionen Stunden stecken.”


Neben der Wikipedia natürlich auch Wiki Loves Monuments. In diesem Jahr mit dem Guiness World Record ausgezeichnet und das Vorjahresergebnis mit  weltweit 366.110 Fotos von denkmalgeschützten Bauten wiederum toppend. Alles kreative Frucht von Laien und Enthusiasten schwärmte Andreas Lehne vom Bundesdenkmalamt Österreich.  Joseph Pugh, Referent vom britischen Nationalarchiv, beigeisterte das GLAM-Publikum im Glashof für die Idee doch offen und neugierig zu schauen, was passiert, wenn “others play with my toys”. Es ist faszinierend wie zum Beispiel aus alten Logbucheinträgen perspektivisch Hochrechnungsmodelle für Klimaentwicklungsvoraussagen erwachsen können. “When we start talking – and I mean real talking – than people start asking [and that is when] we will find out, that them out there in the internet is just an awful lot of us.”, resümierte Pugh.

Die anschließende vom Podium ins Publikum überleitende Abschlussdiskussion und der rege Austausch in den Konferenzpausen machte es deutlich: Jetzt geht es um konkrete Umsetzung. Okay, vielleicht erst mit gemeinfreien Objekten und vielleicht nicht alle Daten auf einmal, aber es geht um das gemeinsame Machen. Die Konferenz endete mit dem dringenden Appell an die Politik, dass die Verantwortung für das kulturelle Erbe eben auch bedeutet, die Finanzierung ihrer Digitalisierung sicherzustellen, um so das kulturelle Erbe als einen lebendigen Wert zu erhalten.

In den folgenden Wochen und Monaten werden wir hier und auf der GLAM-Seite über die konkreten Projekte berichten.

 

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Freie Inhalte in der Schule: Willst du noch oder teilst du schon?

Skizze OER-Motivationsfilm, Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

Am Wochenende trafen sich in Ilmenau beim EduCamp wieder einmal Lehrer, Bildungsaktivisten und Querdenker, um über Bildung in Zeiten des Web 2.0 zu diskutieren. Die dortigen Gespräche bieten einen guten Anlass, die dort angesprochenen Facetten rund um Open Educational Resources (OER) auf praktischer Ebene einmal zusammenzufassen.

Im Anschluss an das OER-Camp vor zwei Monaten in Bremen lag der Schwerpunkt meiner Gespräche diesmal auf der Frage, wie jeder Einzelne das Thema Open Educational Resources voranbringen kann. Gleich zu Beginn des Camps fand sich eine bunte Gruppe interessierter Pädagogen zusammen, um ein Konzept für einen OER-Motivationsfilm zu erarbeiten. Basierend auf den Ergebnissen des Wettbewerbs “Why Open Education matters?” von Creative Commons (bisher nur auf Englisch vorhanden) haben wir uns über Chancen und Hinderungsgründe an der Beteiligung an OER ausgetauscht und einen ersten Entwurf für eine Skizze erarbeitet. Wer die Ideen weiterspinnen will, der tue das. Ganz im Sinne kollaborativen Arbeitens freuen wir uns über eine Weiterentwicklung und Umsetzung.

Willst du noch …?

Bei der Erarbeitung der Motivationsskizze wurden Hinderungsgründe gesammelt, die Lehrende davon abhalten ihre Inhalte freizugeben. Genannt wurden:

  1. Angst: Sowohl vor dem Abmahnwesen der Verlage als auch vor der Rückmeldung der Kollegen
  2. Unkenntnis über Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und sonstige rechtlichen Fragen.
  3. Vermischung von digital verfügbar und rechtlich frei weiterverwendbar: Es besteht oftmals der Eindruck, dass es doch schon viele “frei verfügbare” Materialien im Netz gibt.  Warum man selbst auchnoch Inhalte freigeben sollte erscheint daher (s.o.) als unlogisch.
  4. Remix: Unklarheit über die Frage wo ein neues Werk beginnt und wie weit ein bestehendes geschützt ist.
  5. Mentalität zu teilen: Der Mehrwert kollaborativen Arbeitens ist bei Lehrenden noch wenig praktiziert. “Andere nutzen meine Inhalte und sehen dann, wo meine Schwächen liegen” anstatt einer positiven Sicht auf das gemeinsame Weiterbearbeiten.

… oder teilst du schon?

Skizze zu OER (Ausschnitt), Ralf Appelt, CC-BY-NC-SA 3.0

Auch Chancen von OER wurden in der Session gesammelt:

  1. Aktualität der Inhalte durch die Bearbeitbarkeit gegenüber Schulbüchern
  2. Niedrige Kosten bei der Beschaffung als Lehrer
  3. Mehr Zeit für Methodenplanung
  4. Virtuelles Teamwork: Die Förderung der Idee, sich beim gemeinsamen Arbeiten weiterzuentwickeln
  5. Längerfristige Zeitersparnis durch mehr Vielfalt an Inhalten (Remix)
  6. Remixen mit Schere und Klebstift ist bereits Praxis

Aufbauend auf diesem Start ins Wochenende teilte sich das weitere Wochenende in die Aspekte “erstellen und weiterverwenden” und “Finden” freier Inhalte.

Erstellen und weiterverwenden

In der samstäglichen Session zu dem freien Lehrbuch der Initiative “L3T” wurde Aspekt der Erstellung die Problematik des Formats angesprochen. Ein als PDF vorliegendes Lehrbuch wird, trotz freier Lizensierung, als geschlossenes Buch wahrgenommen und der Gedanke “Bücher zu zerschnippeln“ sei doch eher unüblich. Probleme der Weiterverwendung wurden am Sonntag in der Session “Du darfst…” aufgegriffen. Idee der Session war es, Lehrenden aufzuzueigen was sie konkret mit dem bestehenden Urheberrecht und der Creative Commons-Lizenzen tun dürfen. Weg vom Verbot hin zur Ermutigung! Hier wurde zugleich das Potential einer positiven Herangehensweise sichtbar. Zum Beispiel: Lehrer, die selbst Inhalte frei lizensieren können auf den von Creative Commons angebotenen Lizenzgenerator zurückgreifen. In wenigen Abfrageschritten wird hier die gewünschte Lizenz ermittelt.

Ein Beispiel für die kollaborative Erarbeitung von Onlineinhalten wurde in einer abendlichen Runde am Beispiel von Wikiversity und dem ZUM.Wiki diskutiert. Beide Plattformen unterstützen Lehrer dabei Freie Inhalte kollaborativ zu entwicklen und beide Plattformen suchen nach Unterstützung. Ein auf beiden Plattformen aktiver Benutzer erzählte von seinen Erfahrungen und brachte sein Problem in der Arbeit mit Wikiversity auf den Punkt: Die komplizierte und daher fehlende Einbindung von Multimediainhalten. Aus seiner Sicht sind gerade Videos eine wichtige Säule beim onlinebasierten Lernen 2.0. Das Gespräch endete damit, dass der Wunsch geäußert wurde gegenseitig stärker voneinander zu profitieren. Wie dies geschehen kann, liegt jedoch in der Hand der aktiven Autoren.

Weitere Tipps zum Erstellen freier Inhalte finden sich außerdem in dem parallel zum EduCamp veröffentlichten Dossier zu Open Educational Resources von pb21.

Finden

Auch die Frage wie ein Lehrer freies Material finden und wie er seine eigenen Inhalte auffindbar machen kann, beschäftigte einige beim EduCamp. Ein spannendes Beispiel bietet hier die Verwendung von Tags, die Inhalte im Netz kategorisieren und damit auffindbar machen. Die schlichte Idee freie Inhalte auffindbar zu machen indem sie mit maschinenlesbaren Lizenzen versehen werden, kann große Wirkung erzielen. Auf der Webseite zu EduTags wird erklärt wies geht! Ein weiterer Aspekt, der für das Auffinden Freier Inhalte für Lehrer hilfreich ist, ist die erweiterte Suchfunktion der großen Suchmaschinen, die man hier im Überblick findet. Für die Unterrichtsvorbereitung mit Freien Inhalten, empfiehlt sich ebenfalls ein Blick in die komplett frei lizensierten Wikimediaprojekte Wikimedia Commons (Bilder), Wikisource (Freie Quellensammlung).

Vielen Dank an das Orga-Team des EduCamps Ilmenau und die vielen interessanten Gespräche. Abschließend bleibt festzustellen, den meisten Diskussionen rund um OER würde das Thema einer der letzten Sessions gut tun: Ermutigung! Denn jeder kann sich aktiv beteiligen und an der Verbreitung und Erstellung Freier Inhalte mitwirken.

Wer Interesse hat, den Dialog zum Thema OER fortzusetzen, der kann mich gerne persönlich oder per Mail ansprechen. 

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Wikimedia-Treffen der mittel- und osteuropäischen Länder (CEE) in Belgrad

Am 13. und 14. Oktober waren Nikolas Becker und ich beim Wikimedia CEE Meeting in der serbischen Hauptstadt Belgrad. CEE steht hier für mittel- und osteuropäischen Länder, zu denen laut Wikipedia-Artikel auch die östlichen Bundesländer Deutschlands gehören.

Yerpo (CC-BY-SA-3.0), via Wikimedia Commons


Yerpo (CC-BY-SA-3.0), via Wikimedia Commons

Wikimedia Serbien war Gastgeber der 2-tägigen Konferenz, zu der etwa 50 Teilnehmer und 10 Teilnehmerinnen gekommen waren. Etwa die Hälfte war als Vertreter eines bereits bestehenden Chapters vor Ort, andere sind gerade dabei, Chapter zu gründen bzw. die offizielle Anerkennung zu beantragen. Außerdem waren einige Communitymitglieder dabei, die mit der Chapterarbeit bisher kaum oder keine Berührung hatten. Von der Wikimedia Foundation nahm Asaf Bartov teil, der dort unter anderem für das Grants Program und das Participation Support Programme zuständig ist, das die WMF zusammen mit Wikimedia Deutschland betreibt. Als Vertreter des Boards of Trustees war Ting Chen aus Frankfurt angereist. Der nach eigenen Aussagen einzige monolinguale Teilnehmer kam aus England: Pigsonthewing, der in UK und speziell Birmingham viele interessante GLAM-Projekte initiiert und begleitet hat und außerdem hinter QRpedia steckt.

Begrüßung am Freitag

Wie bei internationalen Wikimedia-Events üblich, machte sich schon am Freitagabend bei der Eröffnungsveranstaltung bemerkbar, wie viel Euphorie und Motivation die Teilnehmer mitbringen: Das große Hallo unter alten Bekannten genau wie der neugierige und offene Austausch mit neuen Gesichtern – sofort sind alle in Gespräche verwickelt, es gibt viel zu erzählen und zu diskutieren.

Programm am Samstag

Nach der Vorstellungsrunde war ich gemeinsam mit Kiril Simeonovski von Wikimedia Mazedonien an der Reihe, über Kooperationen und Zusammenarbeit zu referieren. Nachdem Kiril über bestehende Partnerschaften und Projekte im CEE-Raum berichtet hatte, war es mein Part, unsere Pläne für die neue Stabsstelle Internationales vorzustellen und vor allem Fragen zu gemeinsame Kommunikationskanäle und -quellen, dem regionalen Austausch zu internationalen Themen und zur Artikelarbeit sowie zum Participation Support Programm von WMDE und WMF zu besprechen. Unsere Wikimedia:Woche stieß auf großes Interesse und es wurde der Wunsch geäußert, diese auch auf Englisch (z. B. im MetaWiki) zu erstellen und dann jeweils regional zu übersetzen. Auf eine gemeinsame Informations- und Arbeitsplattform konnte man sich indes nicht einigen. Auf die Frage nach den meist genutzten Kanälen lagen IRC und Mailinglisten ganz weit vorne. Meta oder gar das Outreach-Wiki würden nur in seltenen Fällen – und dann auch nur sehr gezielt und für bestimmte Themen – genutzt. Daraus ergab sich der Wunsch, Meta benutzbarer, hübscher und durchsuchbarer zu machen, und das Vorhaben, als ersten Schritt zumindest die Startseite neu zu gestalten und damit einen Wegweiser zu Grundlagen, aktuellen Themen und Terminen zu schaffen.
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Vom Ob zum Wie: Konferenz zum kulturellen Erbe

Dach des Glashofs des Jüdischen Museums in Berlin, Autor: Kemmi.1, CC-BY-SA 3.0

Kultureinrichtungen sind derzeit nicht zu beneiden. Neben das Kerngeschäft – die Bestandspflege des kulturellen Erbes – tritt die Herausforderung, schnellstmöglich den Anschluss an veränderte Rezeptionsgewohnheiten und Nutzerbedürfnisse im digitalen Zeitalter zu finden. Zentrale Fragen, die im Wikimedia-Kontext oft schon nicht mehr gestellt werden, treiben sie deshalb verstärkt um: Wie schaffen wir möglichst niedrigschwellige Zugänge? Heißt “freier Zugang” automatisch auch “kostenloser Zugang”? Wie gestalten wir den Austausch zwischen Experten und Ehrenamtlichen, die das Interesse an Vermittlungsarbeit eint? Es geht also, mit anderen Worten, um das Selbstverständnis von Gedächtnisinstitutionen.

Dabei hat das Open-Access-Paradigma auch dort längst Einzug gehalten. Den meisten Beteiligten ist die legitimatorische Kraft des Rufs nach Öffnung durchaus bewusst: Das in den Kultureinrichtungen geschaffene Wissen ist vielfach bereits mit Steuermitteln finanziert worden. Eine Öffnung der Inhalte folgt jedoch nicht dem Gebot einer vermeintlichen “Kostenloskultur”, sondern ist geradezu die Basis für die gemeinschaftliche Aneignung und das Fortleben des kulturellen Erbes. Diese Einsicht mag zwar vielerorts schon Konsens sein, aber die Umsetzung hakt gewaltig, weil oft genug die Ressourcen nicht ausreichen, um Digitalisierungsprojekte zu stemmen oder neue Wege z.B. in der Lizenzierung von Bildmaterial einzuleiten.

Häufig unterscheiden Museen und Archive, ob Bestände für wissenschaftliche bzw. private Zwecke genutzt werden oder ob eine kommerzielle Verwertung angestrebt wird. Doch wo beginnt eine „kommerzielle Nutzung“? Welche Businessmodelle wurden und werden mit der Nutzung des kulturellen Erbes verbunden? Warum genügt eine Lizenz, die nur nicht-kommerzielle Nutzung zulässt, für eine Aufnahme von Inhalten in die Wikipedia nicht? Wie ist das Einstellen von „privaten“ Fotos in soziale Netzwerke zu beurteilen? Wie verträgt sich die Einschränkung auf nicht-kommerzielle Nutzung überhaupt mit dem Grundsatz des offenen Wissens?

Diese und andere Fragen wird am kommenden Montag und Dienstag die internationale Konferenz “Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe” im Glashof des Jüdischen Museums Berlin behandeln. Zwei Tage lang werden Fachleute aus Kultur, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik aktuelle Fragen des Zugangs zum kulturellen Erbe im Informationszeitalter erörtern. Rund 250 Teilnehmer haben sich bereits zu der Konferenz angemeldet.

Wikimedia Deutschland ist Mitveranstalter, u.a. werden Vorstand Pavel Richter sowie die beiden aktuellen Wikipedians-in-Residence Marcus Cyron (Deutsches Archäologisches Institut) und Lennart Guldbrandsson (Schwedische Nationalbehörde für Kulturelles Erbe) Inputs liefern. Zur bunten Partnerphalanx gesellen sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Internet & Gesellschaft Collaboratory, das iRightsLab sowie die Open Knowledge Foundation.

Das gegenwärtige Dilemma für die Institutionen kann man vielleicht so beschreiben: Einerseits wird von ihnen gefordert, ihre Arbeit auch durch die Verwertung der von ihnen verwahrten Kulturgüter zu finanzieren. Auf der anderen Seite erwartet man, dass sie ihrem Bildungsauftrag nachkommen und einen möglichst unbeschränkten Zugang gewähren. Dazu treten rechtliche Unsicherheiten, wie etwa die Behandlung verwaister Werke. Konferenzleiter Paul Klimpel dazu: “Im Alltag von Museen, Archiven und anderen Gedächtnisinstitutionen wird häufig bereits auf die Nutzung von Werken verzichtet, wenn die Recherche der Rechteinhaber zwar möglich wäre, aber befürchtet wird, dies sei mit größerem Aufwand verbunden.”

Die zweitägige Konferenz versteht sich als Follow-up einer Veranstaltung, bei der Wikimedia Deutschland ebenfalls beteiligt war. Im Rahmen von “Ins Netz gegangen” kamen im November 2011 Vertreter vieler deutschsprachiger Kultureinrichtungen in der Kinemathek zusammen und warfen ein Licht auf die Möglichkeiten, mit Hilfe des Internets kulturelles Erbe sicht- und verfügbar zu machen. Auf Youtube und der Konferenzwebseite sind die Videoaufzeichnungen dieser Konferenz immer noch abrufbar.

Alle Interessierten an der Konferenz “Zugang gestalten!” sind herzlich willkommen und können sich in einem dafür bereitgestellten Formular registrieren. Update: Alternativ dazu ist der Live-Stream auf der Veranstaltungswebsite bzw. hier abrufbar.]

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Wikimedia:Woche 42/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

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Foundation und Vereine

MONATSBERICHTE

Wikimedia Indien hat den Monatsbericht für September veröffentlicht:
Wikimedia France hat ebenfalls einen Septemberbericht veröffentlicht:
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