Wikimania und die Medien

Fotograf: Helpameout
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Nach einigen Tagen Urlaub steht noch ein Überblick der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Wikimania aus. Die ersten Ergebnisse sind bereits in unserem Pressespiegel zusammengestellt. Hier handelt es sich um eine Auswahl und keine vollständige Aufstellung. Einige Berichte sind (noch) nicht erschienen oder es wurden Themen auf der Wikimania angestoßen, die in der Nachbereitung zu Berichten führen werden. Dazu zählen vor allem unsere Themenschwerpunkte Wikidata, Diversität und Autorengewinnung sowie Bildungsprogramme. Auch zu den GLAM-Aktivitäten und den ersten Wikipedians in Residence (letzter Blogbeitrag dazu) stehen noch Beiträge in Tagesspiegel und Die Zeit an.

Im Vorfeld zur Wikimania habe ich Korrespondenten deutschsprachiger Medien (Print, Online, TV und Hörfunk) und internationale Nachrichtenagenturen kontaktiert und über das jährliche Treffen der Wikimedia-Bewegung und die Teilnahme von Wikimedia Deutschland informiert. Hieraus resultierten zahlreiche Berichte in internationalen Medien (von Gulf Times bis The Hindu) und einige deutschsprachige Meldungen. Zum Start der Wikimania fand eine Pressekonferenz statt und danach bis einschließlich Samstag war ich hauptsächlich damit beschäftigt, mit Journalisten Hintergrundgespräche zu führen und Interviews mit Wikipedianern, Board-Mitgliedern oder unserem Vorstand Pavel Richter zu koordinieren. Leider ist wenig ‘Bewegtbild’ dabei herausgekommen. Lediglich ein TV-Beitrag lief bei der Deutschen Welle – aber der liegt uns noch nicht vor.

Recht spontan und gut fand ich daher die Initiative einiger Stipendiaten (darunter Olaf Kosinsky, Manuel Schneider, Holger Motzkau und Ralf Roletschek) , die sich sagten: Wenn das Fernsehen nicht zu uns kommt, dann gehen wir eben dahin! Der Überraschungsbesuch bei ZDF und ORF kam richtig gut an und die Wikipedianer hatten viel Spaß mit den Fernsehprofis. Impressionen dazu von Ralf Roletschek. Nach fast 4 Jahren, die ich bereits für WMDE arbeite, bin ich immer noch und immer wieder beeindruckt von so viel ehrenamtlichem Engagement, Ideen und guten Initiativen. Danke dafür. Und danke für die vielen überraschenden Momente, die ich mit Euch erlebe (oh, wie pathetisch – na ja, komme gerade aus Amerika).

Insgesamt ist die Wikimania ein guter Aufhänger für die Öffentlichkeitsarbeit auch wenn sie nicht im eigenen Land stattfindet. Die Konferenz bietet die Möglichkeit viele Projekte und Programme bekannt zu machen. Besonders hat mich gefreut, dass wir das Thema Autorengewinnung und Diversität gezielt kommuniziert und platziert haben. Die beigefügte Grafik stellt die (vorläufige) Themenverteilung in den deutschsprachigen Medien dar.

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Die WikiCon 2012 steht vor der Tür!

Manuel Schneider war so freundlich, uns diesen Text zur WikiConvention 2012 zur Veröffentlichung hier im Blog zu überlassen:

Jedes Jahr reisen rund 150 Teilnehmer aus den deutschsprachigen Ländern an einen Ort, um sich gemeinsam über Wikipedia, ihre Schwesterprojekte und ähnliche Projekte rund um Freies Wissen auszutauschen. Dieses Jahr findet die WikiConvention (WikiCon) vom 31. August bis 2. September im österreichischen Dornbirn statt, im Rheintal beim Bodensee, direkt an der Grenze nach Deutschland, zur Schweiz und nach Liechtenstein.

Das Programm

Bis zum 30. Juni haben 48 Personen ebensoviele Vorträge und Workshops vorgeschlagen, die in vier Bereichen angeboten werden: Gemeinschaft, Inhalte, Technik und Workshops. Dazu kommt Unterhaltungsprogramm mit Spaß zu den Sprachen der Region, zwei Plenumsdiskussionen zur Freiheit im Internet und den Herausforderungen an die Wikimedia-Gemeinschaft sowie Stadtführungen. Möglich ist dieses umfangreiche Angebot durch die Gastfreundschaft der Fachhochschule Vorarlberg, die ihren gesamten Campus zur Verfügung stellt – Hörsäle, Cafeteria, Mensa sowie die aufwändig ausgestatteten Arbeitsräume mit Video- und Photoausrüstung oder PC- und Mac-Labore.

Derzeit ist das ehrenamtliche Team damit beschäftigt, das Vortragsprogramm zusammenzustellen, es soll in einigen Tagen veröffentlicht werden. Bis dahin kann man die Vorschläge einsehen unter der Themensammlung.

Die Anmeldung

Bisher sind gut 140 Teilnehmer angemeldet. Wer nun ebenfalls Lust bekommen hat, dabei zu sein, kann sich noch bis zum 30. Juli – kommenden Sonntag – anmelden und gleich eine vergünstigte Übernachtung buchen. Hier gehts’s zum Anmeldeformular.

Auch als Nachzügler kann man sich noch anmelden, auch bei der Veranstaltung selber – dann allerdings nur noch ohne Übernachtungsbuchung im Hotel. Die Buchung der kostenlosen Übernachtung im Turnsaal der nahegelegenen Schule ist bis zur Veranstaltung möglich. Die Rundum-Verpflegung ist in der Teilnahmegebühr von 10 EUR enthalten – vielen Dank an unsere großzügigen Sponsoren Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich, Wikimedia Foundation und Wikimedia CH.

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Wikimedia:Woche 30/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (30/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA CHAPTERS ASSOCIATION: GESCHÄFTSORDNUNG

Eine neuer Entwurf für eine Geschäftsordnung des Rats der Vereinigung der Wikimedia-Landesvereine (WCA-Rat) ist im Meta-Wiki veröffentlicht worden. Er basiert auf dem bisherigen Entwurf, soll aber vereinfacht sein.
Einen Rückblick auf das erste Treffen der WCA aus Sicht des deutschen Ratsmitglieds Markus Glaser kann im Blog von Wikimedia Deutschland nachgelesen werden:

MEHR MITGLIEDER IM GRANTS-KOMITEE

Das Grants-Programm der Wikimedia Foundation vergibt finanzielle Zuschüsse (Grants) für internationale Arbeit in den Wikimedia-Projekten. Empfehlungen werden dabei von einem ehrenamtlichen Beratungsgremium ausgesprochen, dem Grants Advisory Committee (GAC). Das GAC wurde kürzlich erweitert und besteht nun aus 30 Personen. Die Liste ist auf der entsprechenden Seite im Meta-Wiki hinterlegt.

BERICHTE

Die Wikimedia Foundation hat ihren Monatsbericht für Juni 2012 unter anderem im eigenen Blog eingestellt. Die meisten der dort gesammelten Themen wurden bereits in den letzten Ausgaben der Wikimedia:Woche vorgestellt. Noch nicht verwiesen wurde bislang auf die geplante Entwicklung einer Android-App für den internationalen Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments sowie auf die geplante Überarbeitung des Kommunikationsansatzes im Blog der Foundation. Künftig soll unter anderem zu mehr Gastbeiträgen ermuntert werden. Details zu finanziellen Zahlen und neuen wie ausscheidenden Foundation-Mitarbeitern sind im Monatsbericht zu finden.
Wikimedia Schweden hat den Monatsbericht für Juni veröffentlicht:
Wikimedia Ungarn veröffentlichte eine aktualisierte Version des Finanzberichtes für 2011.

WMF-RESOLUTIONEN

Neben den in der letzten Wikimedia:Woche bereits erwähnten Beschlüssen des Vorstandes der Wikimedia Foundation (Board of Trustees) sind noch weitere Resolutionen dieses Monats auf der entsprechenden Sammelseite nachzulesen. Darunter: ein Beschluss zu Gästen und Zwei Beschlüsse zu Verantwortlichkeiten im Vorstand und bezüglich der Geschäftsführung.

WIKIMANIA-NACHLESE

Während der Wikimania in Washington, D.C. gab es eine öffentliche Fragerunde mit dem Vorstand der Wikimedia Foundation (Board of Trustees). Eine Mitschrift eingereichter und beantworteter Fragen ist im Meta-Wiki eingestellt.
In diesem Jahr wurden insgesamt mehr als 150 Reisestipendien für Teilnehmer der Wikimania vergeben. Beworben hatten sich mehr als 1.100 Interessierte. Die Wikimedia Foundation ruft zu Vorschlägen und Diskussionsbeiträgen auf, um die Vorgehensweise für die nächste Wikimania verbessern zu können. Hier:

Projekte und Initiativen

LANDTAGSPROJEKT BAYERN

Vom 17. bis 18. Juli 2012 wurden die Abgeordneten des Bayerischen Landtags fotografiert. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse steht auf der Wikipedia-Projektseite.

WIKIPEDIAN IN RESIDENCE: STIFTUNG STADTMUSEUM BERLIN

Kilian Kluge ist für drei Monate als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin tätig. Ein Bericht von ihm im Blog von Wikimedia Deutschland:

USA: GLAM-AG

GLAM (Galleries, Libraries, Archives and Museums) betrifft den Austausch von Wikipedia-Aktiven und kulturellen wie wissenschaftlichen Institutionen. Um eine Anlaufstelle für koordinierte Zusammenarbeit für alle Beteiligten in den USA zu schaffen, wurde in der englischsprachigen Wikipedia eine GLAM Consortium genannte Arbeitsgemeinschaft gegründet. Mehr zu Ansatz, Zielen und Hintergründen dort:

INDIEN: GLAM UND HANDWERK

In Indien wurde einer erste GLAM-Kooperation zwischen Aktiven aus der Hindi-Version von Wikipedia und Mitarbeitern des Handwerkmuseums in Neu-Delhi gestartet. Es geht darum, enzyklopädische Artikel über indisches Handwerk zu schaffen.

ARTIKELPROJEKT INDIEN

Einen Rückblick auf eine Qualitätsoffensive in der englischen Wikipedia, durch die über 90.000 Artikel dieser Sprachversion zum Thema Indien verbessert werden sollten, ist im Blog der Wikimedia Foundation nachzulesen. Knapp 70 Autoren widmeten sich drei Monate lang dieser Aufgabe. Ihre Einschätzung nach Ende des Projekts und mehr:

GESCHLECHTERKLUFT

Oder Gender Gap beziehungsweise Lücke zwischen den Geschlechtern. So verschieden die Titel, so eindeutig die Fragestellung hinter dem Umstand, dass nur jeder zehnte Beitragende zu Wikipedia eine Frau ist. Woran liegt das und wie kann das geändert werden? Das Thema wird im Blog von Wikimedia Deutschland aktuell mit drei Auswertungen zu Veranstaltungen von und über Frauen in der freien Enzyklopädie dargestellt: Es geht um einen Workshop mit WMF-Fellow Sarah Stierch, um das AdaCamp in Washington sowie um die Videodokumentation des WikiWomenCamps.

Studien und Statistik

RUNDUM-ANALYSE

Im Blog der Wikimedia Foundation stellt sich das neue Analyseteam der Wikimedia Foundation vor. Welche konkreten Aufgaben das Team in der Erfassung und Auswertung von Daten und Statistiken der Wikimedia-Projekte hat, stellt der Blogbeitrag im Detail vor. Darin: Die überarbeitete Version der monatlichen Statistikberichte (Report Cards) und das Projekt mit Namen Kraken, hinter dem sich eine Plattform für verschiedenste und traditionell schwierig zu erfassende Statistiken verbirgt.

KUNDENZUFRIEDENHEIT

Eine US-amerikanische Umfrage zur Zufriedenheit der Nutzer von Sozialen Netzwerken ergab, dass Wikipedia zum dritten Mal in Folge den ersten Platz belegt. Dies verkündet die Wikimedia Foundation in ihrem Blog, weiterführende Links inklusive.

Termine

COMMUNITY-PROJEKTBUDGET, 3. ANTRAGSRUNDE

Mit dem Community-Projektbudget stellt Wikimedia Deutschland für 2012 insgesamt 250.000 Euro für die Umsetzung von Projektideen zur Verfügung, die geeignet sind, Freies Wissen und dabei insbesondere die Wikimedia-Projekte zu unterstützen und zu verbessern. Bis zum 24. August können Anträge eimgereicht werden. Näheres unter:

FUNDS DISSEMINATION COMMITTEE

Noch bis zum 15. August können Selbstnominierungen für einen Platz als Ehrenamtlicher im neuen Gremium zur internationalen Mittelverteilung eingereicht werden.
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Auch im Stadtmuseum jetzt ein Wikipedian in Residence

Gastbeitrag von Kilian Kluge
Seit dem 16. Juli bin ich für knapp drei Monate als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin aktiv. Einige werden mich durch Wiki Loves Monuments oder als Referent im Bereich Bildung & Wissen kennen, den anderen möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin seit 2003 (Be)nutzer der Wikipedia, im „echten Leben“ Student und Wahlberliner. Ich freue mich, mein Engagement für Freies Wissen in den kommenden Monaten in einem professionellen Umfeld fortsetzen zu können.

Mit vier Häusern und geschätzt 4,5 Millionen Sammlungsobjekten ist die Stiftung Stadtmuseum Berlin ein wahrer Hort des Wissens. Besonders die Depots, die in der denkmalgeschützten Poelzig-Halle in Spandau-Hakenfelde untergebracht sind, bergen viele Schätze aus der Geschichte der Stadt Berlin – naturgemäß jedoch hinter verschlossenen Türen. Da liegt die Idee nahe, einen möglichst großen Teil der Sammlungen über die Wikimedia-Projekte der Öffentlichkeit zumindest virtuell zugänglich zu machen.

Meine Aufgabe in den kommenden Monaten ist es, diesen Prozess anzustoßen und zu begleiten. Gemeinsam mit der Stiftung suche ich nach Möglichkeiten. Inhalte und Material in die Wikipedia und das Medienarchiv Wikimedia Commons einzustellen. In den nächsten Wochen werde ich die Mitarbeiter schulen, so dass sie selbst als Autoren zur Wikipedia beitragen können. Gleichzeitig soll selbstverständlich auch die Community mit einbezogen werden, hier konnte ich bereits einzelne Benutzer und Redaktionen gezielt ansprechen und bin gespannt, mit welchen Wünschen und Anfragen die Wikipedianer in den nächsten Monaten auf mich zukommen.Vielleicht bietet es sich an, den Berliner Stammtisch mit einer besonderen Führung der Museumsleitung im Märkischen Museum auszurichten.

Alle Aktivitäten werden auf der Projektseite in der Wikipedia dokumentiert, Fragen und Anregungen sind dort auf der Diskussionsseite herzlich willkommen. Hier im Blog werde ich etwa einmal im Monat berichten, der nächste Beitrag ist für Mitte August geplant.

Kooperation mit dem Stadtmuseum auf Dauer

Der Einsatz eines Wikipedian in Residence soll eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen einer Kultureinrichtung und den verschiedenen Projekte der Wikimedia auf den Weg bringen. Im Berliner Stadtmuseum planen wir eine dauerhafte Anlaufstelle für Wikipedianer, die Material für ihre Artikel aus dem Stadtmuseum benötigen. Zudem verknüpft sich auch hier der so genannte GLAM Bereich mit Bildung und Wissen über zwei Schulprojekte im Stadtmuseum. Eine schöne Gelegenheit das Berliner Stadtmuseum aus der Perspektive der Wikipedia kennenzulernen, wird die Lange Nacht der Museen am 25. August sein. Im Ephraim Palais präsentiert sich die Wikipedia den nächtlichen Museumsbesuchern mit einem Stand in der BerlinMacher Ausstellung. Vielleicht ein Anreiz noch schnell den einen oder anderen Artikel in der Wikipedia auszubauen.

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Fragen und Antworten mit der Wikimedia Foundation

Während der Wikimania in Washington, D.C.* hat der Vorstand der Wikimedia Foundation (Board of Trustees) eine Reihe von Beschlüssen gefasst. Dazu gehört die Entscheidung, ein ehrenamtliches Gremium zur Mittelverteilung in der internationalen Wikimedia-Bewegung zu gründen. Das so genannte Funds Dissemination Committee (FDC) soll der Wikimedia Foundation Empfehlungen zu Aktivitäten geben, die im Rahmen der Wikimedia-Bewegung finanziell unterstützt werden.

Kern des FDC sind die ehrenamtlichen Mitglieder des Gremiums. Die Wikimedia Foundation ruft Wikimedia-Aktive aus der ganzen Welt auf, sich für einen Platz im Funds Dissemination Committee zu bewerben. Was bei dieser Aufgabe zu bedenken ist, wer sich bewerben kann und wie der Auswahlprozess genau abläuft, das alles sind Fragen, die Mitarbeiter der Wikimedia Foundation in zwei Chat-Sprechstunden am kommenden Mittwoch beantworten werden. Aufgrund des Zeitunterschieds findet die erste der beiden Sitzungen am Vorabend statt, die zweite in der Nacht zu Donnerstag:

 

Mittwoch, 25. Juli 2012

  • 18-19.00 Uhr (deutsche Zeit)

Donnerstag, 26. Juli 2012

  • 01-02.00 Uhr (deutsche Zeit)

 

Die beiden Chat-Stunden werden im IRC abgehalten, im Kanal #wikimedia-office. Details und die direkte Möglichkeit zum Einloggen gibt es auf der Meta-Seite zu Sprechstunden.

 

Über den neuen Vorstand

Die Beschlüsse des Vorstands auf der Wikimania sind die ersten Amtshandlungen in einer turnusgemäß neuen Besetzung. Seit 2003 ist das Board of Trustees das leitende Gremium der Wikimedia Foundation. Derzeit umfasst es zehn ehrenamtliche Mitglieder. Neu gewählt sind Alice Wiegand und Patricio Lorente, die für die ausgeschiedenen Arne Klempert und Phoebe Ayers in das Gremium gewählt wurden. Ting Chen hat den Vorsitz des Vorstandes wie angekündigt abgegeben, verbleibt aber als reguläres Mitglied im Vorstand. Neue Vorsitzende ist Kat Walsh.

  • Kat Walsh
  • Jan-Bart de Vreede
  • Stu West
  • Bishakha Datta
  • Jimmy Wales
  • Ting Chen
  • Samuel Klein
  • Matt Halprin
  • Alice Wiegand
  • Patricio Lorente

Kurze persönliche Informationen zu den einzelnen Mitgliedern des Board of Trustees und ihre Rollen im Vorstand sind auf der Vorstandsseite der Wikimedia Foundation nachzulesen. Alle Beschlüsse des Monats Juli sind auf der Resolutionsseite im Meta-Wiki einsehbar.

 

* In der Kategorie Wikimania sind in diesem Blog übrigens zahlreiche Zwischen- und Nachberichte zur Konferenz gesammelt.

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Warum in Wikipedia mitmachen? Videointerviews vom WikiWomenCamp

Gastbeitrag von Nathalie Köpff

Nathalie Köpff war Stipendiatin des WikiWomenCamps und wird bald im Referentennetzwerk tätig sein.

 

Frauen in der Wikipedia… davon gibt es vergleichsweise wenige. Um sich darüber auszutauschen und erste Gründe herauszufinden, warum Frauen Zeit und Mühe in Wikipedia stecken, und warum eben nicht, trafen sich bereits Mitte Mai Frauen aus aller Welt in Buenos Aires zum WikiWomenCamp. Auf dem ersten WikiWomenCamp wurden die Ursachen der geringen weiblichen Beteiligung besprochen und erste Ansätze für Aktionen diskutiert. Wer mehr darüber erfahren möchte, – es gibt einen Bericht über das Camp der WikiWomen.

17 Frauen aus elf Ländern nahmen hieran teil, so gab es auch die Gelegenheit, sie nach ihrer persönlichen Wikipedia-Geschichte zu fragen. Wie kamen diese Frauen zur Wikipedia, wie sehen diese engagierten Frauen das Projekt und was motiviert sie, sich in der Wikipedia zu beteiligen. Die Videos könnt Ihr über die folgenden Links ansehen.

Vielen Dank an alle Interviewten. Es hat sehr viel Spaß gemacht, das Gespräch mit Euch zu führen.

Nathalie Köpff

 

Beatriz Busaniche Beatriz Busaniche unterstützt Wikimedia Argentinia und half das WikiWomenCamp zu organisieren. Sie ist Professorin an der Universität in Buenos Aires und ist in der Freien-Software Community sehr aktiv. Sie hat noch nie darüber nachgedacht, was sie an der Stange hält, aber auf jeden Fall ist ein wichtiger Punkt, dass normale Leute großartige Dinge tun. Du und ich, „You are part of something big.“

Siska Doviana Siska Doviana aus Indonesien ist Mitbegründerin von Wikimedia Indonesien und  sieht unter anderem einen persönlichen Vorteil:  “I don’t want my writing to be wasted.”

Charlene Foster Charlene Foster kommt  aus Südafrika und ist eine der Direktoren der Wikimedia Südafrika. Dazu engagiert sie sich in vielen Sozialprojekten. Wikipedia bedeutet für sie: “Bringing people together in terms of dicussing environment, students and education.”

Sue Gardner: Die gebürtige Kanadierin ist Exekutive Director der Wikimedia Foundation. Sie sieht die große Bedeutung der Wikipedia auch in einer Art Bildungsauftrag. Sie selbst bleibt dabei, denn „it feeds my curiosity“.

Laura Hale Die nach Australien ausgewanderte US-Amerikanerin ist VizePräsidentin der Wikimedia Australien und hat das WikiWomenCamp mit iniitiert: Wikipedia gives the chance to “develop professional type experiences” and it is a “great way to show how people do certain things.”

Netha Hussain Die Medizinstudentin ist vor allem in der indischen Wikipedia aktiv und schätzt den Zusammenhalt und die Möglichkeiten durch die Community sehr: “I got to know a lot of people just because of being a Wikipedian.”

Kounila Keo Kounila Keo ist eine junge Journalistin aus Kambodscha. Aus einem Land kommend, in dem freie Meinung und Wissen nicht selbstverständlich sind, sagt sie: “Access to information is the most rewarding element of our lives.”

Anastasia Lvova Anastasia Lvova aus Russland sieht die persönliche Entwicklung durch das Schreiben in der Wikipedia als eine Bereicherung: “Wikipedia gives people not only information but skills.”

María Sefidari María Sefidari ist Mitbegründerin der Wikimedia Espana. Sie schreibt sehr viel in der Wikipedia und selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind, aber spätestens, wenn sich jemand bei ihr für einen ihrer Beiträge bedankt, merkt sie: “Maybe it’s important to someone somewhere in the world.”

 

 

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Gib Lesern eine Stimme – Artikel-Feedback in neuem Gewand

Ein Blogbeitrag von Angelika Adam und Denis Barthel.

Ein Nachhall von der Wikimania: Dort stellte Fabrice Florin, Entwickler der Wikimedia Foundation, am zweiten Tag in einem Vortrag mit dem Titel Giving Readers a Voice: Lessons from Article Feedback v5 die Version 5 des Article Feedback Tools vor.  Zugleich präsentierte er Untersuchungsergebnisse zur Frage, wie das AFT (die Abkürzung sei erlaubt) sich eigentlich im praktischen Einsatz bewährt.

Eine doppelt interessante Fragestellung, insbesondere für deutschsprachige Wikipedianer. Wem dies alles nichts sagt (ist ja auch schon lang her): das AFT ist ein Werkzeug in der Tradition eines Tools, das 2008 in der deutschen Wikipedia live geschaltet wurde. Anhand eines schulnotenartigen Schemas sollte damals Lesern die Möglichkeit gegeben werden, einzelne Merkmale der Artikel zu beurteilen. Die deutschsprachige Community äußerte damals in einem Meinungsbild nicht zuletzt starke Zweifel an der Zweckmäßigkeit solcher Beurteilungen und setzte die Abschaltung dieses Tools durch.

Das war auch ein klares Signal gegen das Article Feedback Tool, da es ebenfalls die schematisierte Beurteilung der Qualität eines Wikipedia-Artikel erlaubte und daher in der deutschen Wikipedia nie zum Einsatz kam. In der englischen Wikipedia wurde die Version 4 im Juli 2011 vollständig eingebunden, Leser konnten seither dort die Artikel bewerten, indem sie für vier verschiedene Parameter jeweils 1 (besonders schlecht) bis 5 (besonders gut) Sterne vergaben. Die Parameter waren

  • Trustworthy – Ist dieser Artikel und seine enthaltenen Quellen vertrauenswürdig?
  • Objective – Ist der Artikel ausgewogen und umfassend formuliert?
  • Complete – Beinhaltet dieser Artikel die wichtigsten Informationen zu diesem Thema?
  • Well-Written – Ist der Artikel gut strukturiert und geschieben?

Die von Fabrice und seinem Team vorgenommenen Untersuchungen zu den Auswirkungen dieser Methode bestätigten die damaligen Befürchtungen der deutschen Wikipedianer: die Bewertungen wurden selten wirklich objektiv vorgenommen, vielmehr beurteilten Leser, ob sie das Thema oder den Hauptautoren mögen oder eben auch nicht. Und so zogen die Entwickler für die neue Version 5 die entsprechenden Konsequenzen. Diese neue Version arbeitet nicht mehr mit der Sternevergabe, sondern gibt den Lesern die Möglichkeit zusätzlich zu einer Einschätzung als positiv, neutral oder negativ einen Kommentar zu schreiben.

Diese direkte Möglichkeit zum Feedback ist offensichtlich zugänglicher als die Diskussionsseite. Zugleich bietet sie weitere Funktionen. So ist es möglich, vorherige Feedbacks zum Artikel zu bewerten, um sie zu priorisieren. Am meisten zeigt sich der Wert des Tools aber darin, dass es die Leser deutlich mehr zum eigenständigen Editieren ermuntert, so die Studien des Teams um Fabrice Florin.

In diesem kleinen, englischsprachigen Video kann man sich die Funktionalität des AFT kurz zusammen gefasst ansehen. Derzeit ist die Version in etwa 3% der englischen WP eingebunden, wer das Ganze einmal praktisch sehen möchte, kann es z.B. am Artikel zu Barack Obama probieren. Bis Ende Juli sollen 10% der englischen Wikipedia eingebunden sein und Ende September die gesamte englische Wikipedia. Ob die deutschsprachige Wikipedia das AFT einführt, obliegt der Community. Die bisher beanstandeten Fehler jedenfalls sind erfreulicherweise durch die neue Version gegenstandslos geworden.

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Rückblick auf das AdaCamp D.C.

Nach Melbourne im letzten Jahr, fand dieses Jahr das zweite AdaCamp im Vorfeld der Wikimania in Washington D.C. statt. Ziel des Camps war es die Partizipation von Frauen in „Open Technology and Open Culture“ zu unterstützen und bot damit eine erste Möglichkeit sich im Vorfeld der Wikimania zu der Situation von Frauen in Open Culture auszutauschen.

Benannt nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace, der ersten Programmiererin der Welt, geht das AdaCamp DC auf die Ada Initiative zurück. Zu den Mitbegründerinnen gehören Mary Gardiner (selbst auch fleißige Wikipedianerin), die die Keynote „Fostering diversity: not a boring chore, a critical opportunity” auf der diesjährigen Wikimania gehalten hat, sowie der Programmiererin Valerie Aurora. Explizites Ziel des AdaCamps ist es Diversität nicht nur in Projekten der Open Culture herzustellen, sondern auch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu schaffen, die sich zuvor für das Camp bewerben sollten. Dies ist sicherlich gelungen.  Die Veranstalterinnen achteten auf ein vielfältiges Publikum: Menschen aller Altersklassen, People of Color und die Teilnehmenden kamen aus über zehn Ländern. Auch waren unterschiedlichste Professionen auf dem Camp vertreten, die sich beruflich oder als Freiwillige mit Open Culture auseinandersetzen.

So weit wie das Thema des Camps gefasst wurde, so weit war auch das inhaltliche Spektrum der einzelnen Sessions, die im Open Space Format durchgeführt wurden, einer Methode, die vor Ort dazu aufruft, Sessions zu entwickeln und durchzuführen. Dies hatte zugleich Vor- und Nachteile: Positiv ist anzumerken, dass viele verschiedene Sessions Eingang in das Camp fanden. Ein Teil der Teilnehmer und Teilnehmerinnen griff den Gender Gap in der Wikipedia auf. Des Weiteren gab es u.a. Diskussionsrunden, die sich mit Frauen als Konsumenten von Open Source auseinandersetzen, danach fragten wie sich der Lebensalltag von „Geek Moms“ gestaltet oder der Frage nachgingen, wie nicht-technikaffine Menschen einbezogen und erreicht werden können. Das Camp ermöglichte so Erfahrungen auszutauschen, Tipps weiterzugeben und Kontakte in Vorbereitung für die Wikimania zu knüpfen.

Von Nachteil dagegen war das sehr offen gehaltene Oberthema, das einen roten Faden vermissen ließ, durch die die einzelnen Sessions meist nicht über einen allgemein gehaltenen Austausch hinausgingen und dadurch oft nur wenig konkret wurden.

 

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Nachlese: Workshop mit Sarah Stierch in Berlin

Letzten Mittwoch fand in der Geschäftsstelle der Wikimedia Deutschland ein Workshop zum Thema „Gender Gap“ statt. Für mich persönlich war der Termin schwierig:  ein abendliches vierstündiges Seminar auf Englisch, mitten in der Woche, im 500 km entfernten Berlin zum äußerst komplexen und umstrittenen Thema des Gender Gaps in der Wikipedia. Meine Erwartungen hatte ich daher nicht besonders hoch gehängt. Doch ich sollte eines Besseren belehrt werden.

Die TeilnehmerInnen des Workshops setzten sich aus interessierten Community-Mitgliedern, MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle, Präsidiumsmitgliederinnen und Sarah Stierch,Community Fellow der Wikimedia Foundation , zusammen. Alles in allem ca. fünfzehn Leute, die zugegebenermaßen mit fortschreitendem Abend weniger wurden, was aber der produktiven Stimmung des Workshops keinen Abbruch tat. Darüber hinaus unterstützte uns eine überaus kompetente Moderatorin, Anna Weber, die uns immer wieder „einfing“ und zum Thema zurückbrachte, nämlich der Frage, wie man mehr Wikipedia-Autorinnen gewinnen und halten kann.

Workshop in Berlin / Christoph Jackel cc-by-sa 3.0

Dazu wurden in einem Brainstorming zunächst mögliche Gründe für das Fernbleiben von Autorinnen gesammelt. Wie so häufig sind die an dieser Stelle genannten Probleme eine Mischung aus sozialen, kulturellen und technischen Hindernissen, die unterschiedliche Lösungsansätze erfordern. Manche Punkte ließen uns aufgrund ihrer Komplexität auch ein wenig hilflos zurück. Oder weiß jemand, wie man das Selbstwertgefühl von Frauen, das aufgrund ihrer Erziehung und Umgebung in bestimmten Bereichen über Jahre gering gehalten wurde, über Nacht steigern kann???

Sarah zeigte uns dann ihr eigenes, konkret „machbares“ Projekt: das Teahouse – eine Art Mentorenprogramm innerhalb der englischen Wikipedia, wo neue AutorInnen willkommen geheißen und mit ihren typischen Anfängerproblemen nicht alleine gelassen werden.

Danach ging es ans „Eingemachte“: wir sammelten alle möglichen Ideen zur Lösung des Gender Gaps und das waren eine ganze Menge! Anna dampfte diese kontinuierlich auf die Punkte zusammen, die uns am wichtigsten erschienen und eine Art Konsens darstellten. Am Ende blieben folgende Ideen auf der Stellwand stehen:

  • Direkte Ansprache:  Da sich viele Frauen scheuen, von sich aus die Initiative zu ergreifen und in der Wikipedia zu schreiben, sollte versucht werden Frauen direkt einzuladen. Und zwar speziell zu Themen, auf die sich diese spezialisiert haben und die in der Wikipedia fehlen. Das würde sowohl ein profundes Wissen bezüglich der Defizite in der Wikipedia als auch bezüglich der Arbeitsbereiche der jeweiligen Frauen erfordern, könnte aber extrem effektiv sein. Zudem sollten den Frauen verschiedene Wege von Engagement innerhalb der Wikipedia aufgezeigt werden.
  • Attraktivität und Nutzerfreundlichkeit der Software: Warum sind Frauen in Facebook aktiv, jedoch nicht im selben Maße in der Wikipedia? Das etwas altmodische Design und fehlende kommunikative Funktionen, die mittlerweile zu jeder modernen Webanwendung  gehören, lassen den Schluss zu, dass für viele die Wikipedia einfach nicht „sexy“  genug ist. Dies zu ändern wurde jedoch von fast allen als Mammutaufgabe identifiziert, die nicht auf die Schnelle gelöst werden kann.
  • Mehr Wertschätzung: Nicht nur weiblichen Autoren fehlt manchmal die positive Rückmeldung zu ihrem Engagement in der Wikipedia. Diese könnte z. B. durch die Vergabe von Preisen (weibliches Äquivalent zum Zedler-Preis), durch  Gamification-Elemente, individuelle „Editkonten“ oder ein simples „Danke sagen“ verkörpert werden.
  • Soziale Treffpunkte organisieren: Wer steckt hinter der Wikipedia? Es gibt keine bessere Möglichkeit, MitstreiterInnen zu finden und das Gefühl von Gemeinschaft zu erleben als auf „Real Life“-Treffen, Partys und anderen Orten des persönlicher Austauschs.
  • Steigerung der Sichtbarkeit/Verbreitung des Themas: Man kann nicht wirklich behaupten, dass das Thema des Gender Gaps momentan totgeschwiegen wird. Doch hat man ständig das Gefühl, dass sich die laufenden Diskussionen im Kreis drehen. Es fehlen hilfreiche Fakten zum Thema und auch qualitative Studien, warum Frauen schreiben, was ihre männlichen Co-Autoren dazu sagen, sind rar. Ziel ist es daher, einen nachhaltigen Erkenntnisprozess mit „Fortschittsbalken“ anzustoßen.
  • Interne Argumentation stärken:  Häufig gibt es die berechtigte interne Diskussion, warum es eigentlich angebracht ist, Ressourcen in die Steigerung des Frauenanteils zu stecken. Die verschiedenen Standpunkte sollten daher auf einer rationalen Basis einander nähergebracht und Verständnis für dieses Projekt generiert werden.
  • Entwicklung von Transwiki-Beziehungen: Da Frauen gerne im Team arbeiten, sollten interkulturelle Wikipedia-Freundschaften gefördert werden, in denen Erfahrungen, Tipps und Tricks ausgetauscht werden und an den jeweiligen Übersetzungen gearbeitet werden können.

Als wir am Ende vor den Ergebnissen unserer Arbeit standen, war das geplante Ende des Workshops schon weit überschritten, so dass wir leider keine Zeit mehr hatten, konkrete Projektpläne zu machen. Doch das werden wir als nächstes in Angriff nehmen. :-)

Fazit: Es waren die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Die Atmosphäre war unglaublich konstruktiv und trotz der relativ kurzen Zeit, die uns gegeben war, sind wir ein ganzes Stück weitergekommen. Ich hoffe, dass wir dieses Niveau auch in Zukunft halten können.

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Das erste Treffen des Wikimedia Chapters Association Council

Was für eine Woche für die WCA! In den letzten Tagen durchlebten wir hier die ganze Bandbreite von einem Beinahe-Scheitern bis zur erfolgreichen Gründung einer neuen Organisation innerhalb der Welt der Wikimedia-Projekte. Aber der Reihe nach.

Vorbereitungen

Das eigentliche Treffen des WCA-Rates war für Mittwochnachmittag angesetzt. Aber die Aufgaben waren viele und wir waren natürlich auch ein wenig neugierig auf das, was kommen würde. Daher war auf Initiative von Ziko van Dijk für Dienstag eine erste informelle Runde angesetzt, in der über die formellen Fragen des Ratstreffens gesprochen werden sollte. Die Moderation übernahm Lodewijk Gelauff vom Chapters Committee. Herzlichen Dank dafür! Nun ja, es stellte sich schnell heraus, dass wir eine sehr heterogene Gruppe waren, die sich in Fragen der Ziele, Größenvorstellung und strategischer Ausrichtung noch zusammenraufen muss. Es zeichnete sich auch ab, dass der ursprüngliche Plan, im Ratstreffen ein Budget zu verabschieden und einen Generalsekretär zu bestimmen, wohl nicht aufgehen würde. Zwar hatte Delphine Ménard dankenswerterweise kurzfristig einen Budgetvorschlag erarbeitet und vorgelegt. Dieser war jedoch in der Kürze der Zeit nicht mehr ausreichend zu prüfen und in der vorgeschlagenen Höhe ohne weitere Diskussion nicht konsensfähig. Für den Posten des Generalsekretärs lag uns eine Initiativbewerbung von Sebastian Moleski vor, sowie der Vorschlag, ein Interimsgeneralsekretariat mit Tomer Ashur und Delphine Ménard zu besetzen. Auch hier zeichneten sich in der Diskussion schnell Unklarheiten ab. So wurde die Stelle nicht ordentlich ausgeschrieben und es gab Bedenken, eine so gestaltungsmächtige Position auf die Schnelle zu besetzen. Es ist also nicht erstaunlich, dass die Stimmung gegen Ende des Vorbereitungstreffens nicht gerade euphorisch war. Einige dachten sogar laut darüber nach, ein “0.”-Treffen zu halten oder den Interimsprozess des Steerings Committees einfach zu verlängern, um noch mehr Zeit für die Vorbereitung zu investieren. Das hätte den Prozess stark verlangsamt. Mit diesen Eindrücken wurden wir in den Abend geschickt.

Am nächsten Tag wurde für Vormittag ein weiteres Vorbereitungstreffen anberaumt, das vornehmlich dazu diente, uns Ratsmitglieder nochmal über unsere Möglichkeiten, Rechte und Pflichten auf einen gemeinsamen Stand zu bringen. Die Moderation übernahm hier Ashley van Haeften alias Fæ. Sein Verdienst ist es, durch eine Fokussierung auf die Aufgaben und die Gemeinsamkeiten in den Vorstellungen zur WCA, dass der Knoten vom Vortag platzte und sich ein Wille zum Erfolg des WCA-Treffens durchsetzte.

Die WCA ist handlungsfähig

Um 13:30 Uhr war es dann soweit, das große Treffen begann. Zunächst wurden wir von zwei Mitgliedern des mit der Vorbereitung betrauten Steering Committees, Frieda Briosci und Tomer Ashur (per Video zugeschaltet, da er aufgrund von Visaprobleme nicht einreisen durfte), begrüßt. Dann wurde die Anwesenheit festgestellt. Es waren Vertreter von 18 Chapter im Raum. Damit ist der Rat gegründet und hat seinen ordentlichen Betrieb aufgenommen. Happy birthday, WCA! Um nun die Arbeit aufnehmen zu können, brauchten wir einen Vorsitzenden samt Stellvertreter. Die waren schnell gefunden: Fæ wurde mit 16 Stimmen zum Vorsitzenden gewählt, Ziko van Dijk mit 10 Stimmen zu seinem Stellvertreter. Die beiden wurden auch gleich mit der wenig spannenden, aber notwendigen Aufgabe betreut, aus den drei bestehenden Vorschlägen zur Geschäftsordnung eine konsolidierte Fassung zu erstellen. Nun ging es ans Eingemachte. Die Fragen nach Budget und Generalsekretär standen auf der Tagesordnung. Schnell war klar, dass es keinen Beschluss zum vorgelegten Budget und den bestehenden Kandidaturen geben würde. Es fand sich aber ein Gruppe von vier Ratsmitgliedern, die einen Vorschlag erarbeiteten, wie man zu einem Generalsekretär und Budget kommen könnte, nämlich, indem zwei Kommitees eingesetzt werden. Diese Vorschläge wurden dann auch nach einiger Diskussion und Anpassungen vom Rat angenommen.

Arbeit in Kommitees

Damit sind die nächsten Schritte klarer definiert. In einem ersten Arbeitstreffen wurden die Kommitees auch gleich gegründet. Dieses sind:

  • Election. Ein Kommitee zur Findung eines Generalsekretärs. Dieses wurde gebeten, bis Ende Juli eine Stellenbeschreibung zu erarbeiten, die Stelle bis Ende August auszuschreiben und bis Ende September konkrete Vorschläge zur Besetzung der Stelle vorzulegen.
  • Budget. Ein Kommitee zur Erarbeitung eines Budgets. Dieses wurde gebeten, bis Ende Juli einen Entwurf vorzulegen und bis Ende August eine Beschlussvorlage zu haben.
  • Governance. Ein Kommitee, das die inhaltliche Arbeit der WCA grundlegen soll. Inhalte sind unter anderem die Erarbeitung von Standards für peer review, das Sammeln von best practices und die Erarbeitung eines Reifemodells (maturity model) für Chapter.

Fazit

Ich meine, dass wir mit einem guten Ergebnis aus der Tagung gehen. Die WCA hat die Arbeit aufgenommen. Wir haben zu allen drängenden Themen eine Agenda, Leute und einen Zeitplan. Jetzt freue ich mich schon auf die konkrete Arbeit!

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