Wikimedia:Woche 41/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (41/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA FOUNDATION: EMPFEHLUNG FÜR KERNAKTIVITÄTEN

Sue Gardner, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, erarbeitet derzeit eine Empfehlung an den Stiftungsvorstand, den sie auf ihrer Benutzerseite im Meta-Wiki öffentlich eingestellt hat. Darin empfiehlt sie, die Wikimedia Foundation solle ab November 2012 “ihren Fokus einschränken” und ihre Aktivitäten auf die Entwicklung der neuen Benutzeroberfläche (WYSIWYG-Editor) für MediaWiki, auf die Werbung neuer Autoren, auf den Ausbau des mobilen Zugriffs auf Wikimedia-Projekte und auf die Vergabe von Zuwendungen (englisch: “Grants”) durch das Funds Dissemination Committee beschränken. Kommentare zur Empfehlung, die dem Vorstand auf deren Arbeitstreffen am 26./27. Oktober vorgelegt werden soll, können auf der Diskussionsseite abgegeben werden.
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Wie im Mittelalter

Wer meinte, so ein “Wikipedian in Residence” würde seine Zeit an einem Ort verbringen und “residieren” muss sich spätestens nach dem September getäuscht sehen. Selten war ich so viel unterwegs wie in dem Monat und fühlte mich wie ein mittelalterlicher König ohne Land, der von einer Burg zur nächsten unterwegs war. Kaum vom der WikiCon in Dornbirn zurück (siehe Bericht des Vormonats), begannen die Vorbereitungen für weitere Dienstreisen und natürlich auch andere Projekte.

Zunächst hielt ich einen Tag nach der Rückkehr beim DAI meinen ersten praktischen Einführungsworkshop. Mit drei Mitarbeitern widmete ich mich den ersten Schritten. Eine Woche später waren es dann schon vier. Nachdem ich beim ersten Mal noch einen eher unsinnigen Text während des Workshops mit den Teilnehmern verfasst hatte, dachte ich mir, dass ich das gestandenen Wissenschaftlern eigentlich nicht zumuten kann und schrieb einen eigenen kleinen Text. Diesen sollten sich die Teilnehmer kopieren und schnell gerieten wir in die Fallstricke der Wikipedia-Bürokratie. Denn schnell waren sie wieder als Urheberrechtsverletzungen gelöscht. Es dauerte einige Zeit, bis endlich auch der Letzte Wikipedianer von der Richtigkeit der Vorgänge überzeugt war. Als Außenwirkung war es natürlich weniger optimal.

Jonathan Groß / CC-BY-SA-3.0
Jonathan Groß / CC-BY-SA-3.0

Sicher ein Höhepunkt wurde der Limeskarten-Workshop in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland, über den Hartmann Linge schon im Wikipedia-Kurier berichtet hatte (rechte Spalte). Um einmal Bedeutung und Dimension des Projektes noch einmal klar zu machen: Das DAI war mit fünf Personen vertreten, WMDE mit drei ebenso die Community mit drei. Im weiteren Verlauf des Monats ging es auf “große Reise”. Zunächst nach München, wo ich bei der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI und eine Woche später in Bonn bei der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (hier fehlt sogar noch der Wikipedia-Artikel!) einführende Vorträge hielt. An den Bonner Vortrag schloss sich wenige Tage später der Limes-Workshop an (auch dazu Detaillierter der Link zum Kurier-Bericht von Hartmann Linge und meinen hier im Blog). Damit war die Reise noch nicht beendet – aber das ist schon ein neuer Monat und das Weitere kommt im nächsten Bericht. Auch der Oktober ist voller Termine und Aktionen, ich werde mich über Langeweile wahrlich nicht beschweren können!

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Team komplett!

Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wenn im November die Spendenkampagne beginnt, dann ändert sich der Alltag im Team Fundraising schlagartig. Was bedeutet es, wenn plötzlich Banner die Seiten von Wikipedia zieren und unsere Spendenaufrufe von Millionen Menschen gelesen werden? Wenn, wie im letzten Jahr, 160.000 Spenden in einem kurzen Zeitraum von nur zwei Monaten eingehen? Ein kleiner Sturm bricht los: Die Telefone klingeln heiß, das Postfach füllt sich rasant. Noch während eine E-Mail beantwortet wird, folgen postwendend die nächsten zwei.

Zum Fundraising gehört eben nicht nur die Konzeption und Durchführung der eigentlichen Kampagne. Ganz wesentlich ist ebenso, da zu sein, wenn Spender dringende Fragen, Wünsche und Probleme haben. Von Anfragen zur Mitgliedschaft bis Zusendungen von Spendenquittungen, reicht der so wichtige Bereich des Spendenservice. Mehr als 100 E-Mails pro Tag wollen beantwortet werden, im gesamten Kampagnenzeitraum 2011 ging die stattliche Zahl von 5.000 E-Mails bei uns ein. Adressen müssen korrigiert, Fragen über die Verwendung der Gelder beantwortet und besorgte Spender beruhigt werden: “Nein, wir werden den Betrag nicht abbuchen, der aus Versehen eine Null zu viel enthällt.”

In der nun kurz bevorstehenden Herbstkampagne ist tatkräftige Unterstützung gefragt. Daher freuen wir uns, dass unser Team in den Kampagnenmodus schaltet und sich von drei auf fünf Mitarbeiter vergrößert: Johanna Havemann (Praktikantin) und Wladimir Raizberg (Werkstudent) werden in den nächsten Monaten vorrangig im Spendenservice und bei der Datenpflege mit anpacken. Manchmal wird es einer fast buddhistische Geduld bedürfen, wenn man etwa zum wiederholten Male den mit Verve vorgebrachten Vorwurf liest, man solle doch bitte Überweisungen zulassen. Dabei ist die Kontoverbindung an prominenter Stelle auf der Spendenseite zu lesen. Doch letztlich sitzt man an erster Stelle, um vor allem eines zu spüren: die enorme Dankbarkeit und Begeisterung, die unsere Spender gegenüber Wikipedia empfinden.

Hier möchten sich Johanna und Wladi kurz vorstellen:

 

Johanna

Johanna Havemann (Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0)

An der Idee von Wikipedia und deren Schwesterprojekten begeistert mich besonders, dass auch Bewohner der südlichen Welthalbkugel einen direkten Zugang zum gesammelten Wissen der Menschheit haben und entsprechend ihre eigenen Beiträge leisten können. Ausgebildet als Biologin entschied ich mich gegen Ende meiner Promotionszeit, im Bereich Grundlagenforschung gezielt meinen sozial- und umweltpolitischen Ambitionen nachzugehen. Beispielsweise konnte ich umfangreiche Arbeitserfahrungen bei den Vereinten Nationen und einer pan-afrikanischen NGO machen und lebte dafür einige Monate in Kenia und Südafrika. Danach folgten Projektarbeiten u.a. in Ghana, und schließlich eine Ausbildung zum EU-Fundraiser hier in Berlin. Im Hinblick auf die anstehende Herbstkampagne motiviert mich neben der Kommunikation mit den Spendern besonders der innovative, zeitgemäße und spannende Ansatz des Online-Fundraisings.

 

Wladimir

Wladimir Raizberg (Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0)

Alles fing mit einer kleinen Aufgabe als freier Mitarbeiter an. Aus der ersten ergab sich eine zweite, aus der zweiten eine dritte, aus der dritten eine vierte… Bis ich schließlich im Oktober 2012 in den Kreis des Fundraiser-Teams als Werkstudent aufgenommen wurde. Meine Entscheidung und meine Motivation für Wikimedia zu arbeiten, ruhen auf zwei Säulen: Zum einem dem freundlichen Team, welches mich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen hat. Zum anderen der Unterstützung des wunderbaren Projektes Wikipedia, welches ich als Student immer wieder (leider inoffiziell) gerne nutze, um mir einen ersten Überblick über ein für mich neues Thema zu verschaffen. Wie bereits angedeutet studiere ich noch. Um genau zu sein, ist Stadt- und Regionalplanung mein Fach, in dem ich bereits den Master-Abschluss anstrebe. Das Thema Stadt begeistert mich auch außerhalb des Studiums, deswegen setze ich mich in meiner Freizeit fotografisch damit auseinander.

 

Wir heißen Johanna und Wladimir herzlich bei uns Willkommen und freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Wenn Ihr noch Fragen habt zu unserem Team oder zu Herbstkampagne, dann schaut doch mal auf unserer Portalseite vorbei!

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Weltrekord für Wiki Loves Monuments

Teilnehmerländer Wiki Loves Monuments 2012 (Foto: Cirdan, CC0, via Wikimedia Commons)

Doppelte Glückwünsche an alle ehrenamtlichen Helfer und Fotografen des diesjährigen internationalen Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments (WLM)!  Der aktuelle Wettbewerb endete am letzten Septembertag mit unglaublichen 350.000 Fotos von Denkmalen für Wikipedia. Jetzt wurde noch dazu das Ergebnis des Jahres 2011 als Weltrekord für einen Fotowettbewerb anerkannt: Im Jahr 2011 haben mehr als 5.000 Teilnehmer aus 18 Ländern an Wiki Loves Monuments teilgenommen. Gemeinsam erstellten sie 168.208 Fotodateien unter freier Lizenz, die in Wikipedia und anderen Projekten frei verwendet werden können.

Anders als im letzten Jahr machten sich 2012 nicht nur Enthusiasten aus Europa auf, um Denkmale für den Wettbewerb abzulichten. Durch die weltweite Teilnahme liegen dieses Jahr im Ergebnis mehr als zwei Mal so viele Bilddateien vor als in 2011. Das ist ein ebenso kurioser wie bewundernswerter Umstand für Wiki Loves Monuments und den frischen Weltrekord, denn schon jetzt ist klar, dass der Wettbewerb diese Marke in den letzten Tagen bereits wieder übertroffen hat. Während zunächst die 168.208 Dateien aus 2011 gefeiert werden können, steht also WLM 2012 schon in den Startlöchern, um die eigene Messlatte höher zu legen.

Und noch etwas Besonderes: Nach Wiki Loves Monuments ist natürlich vor Wiki Loves Monuments, aber in diesem Jahr gibt auch noch ein dazwischen. Zu den 34 Teilnehmerländern stieß zur Mitte des Wettbewerbsmonats September noch Israel. Durch den verspäteten Anfang wird dort noch bis zum 15. Oktober fleißig fotografiert.

Das Team der internationalen Organisatoren hat aus Anlass des Weltrekords eine Pressemitteilung herausgegeben. Eine Version in deutscher Sprache findet Ihr in unserem Pressearchiv. Erlebnisberichte von Teilnehmern aus Deutschland können in einer kleinen Serie hier im Blog nachgelesen werden.

 

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Looking back at August and September at Wikidata

(Die deutsche Version dieses Eintrags ist hier.)

Let’s take a look back at the last two months of Wikidata development.

A first deployment is getting close

The first 6 months are over by now and we’re getting closer to a first deployment of the first phase of Wikidata on Wikipedia. This first phase allows storing the language links, the links that connect Wikipedia articles across languages, in one central location. So far they are all stored in the article in each language, causing a lot of duplication and bot edits to keep them in sync. A while ago Denny published statistics about the percentage of language links in relation to the whole wiki text of articles in the different Wikipedias. With Wikidata being used this number will drop considerably after a while.

The Hungarian Wikipedians already voted right after Wikimania on being the first to use Wikidata. The vote ended in favour of the proposal. Shortly after this the Italian Wikipedia had their vote with a very positive outcome. The other day the Hebrew Wikipedia started their discussion as well. A result is still outstanding. We are currently taking the last steps together with the Wikimedia Foundation to get the repository part of Wikidata up and running. Once this is tested for a while, we will add the first client, the Hungarian Wikipedia. The next Wikipedias will follow step-by-step after that. To help with the deployment process and quality assurance tasks Anja Jentzsch joined the team at the beginning of September as a software developer.

You can see and test the current development status on the demo system. Please report bugs if you find any. (We secretly hope you won’t find any anymore of course but you probably will ;))

It takes a village…

There are 13 people who are working on Wikidata at Wikimedia Deutschland. But a lot more are doing their small or large part. Just to give you some impression: Over the last months people worked on bots around Wikidata (including writing Pywikidata), commented on a lot of our drafts and mock-ups (e.g.: layout concepts for phase 2, unwanted edits, future use cases, data collaborators), reported and fixed bugs, reviewed the code we’ve written, dedicated Wikipedia articles to the team and much more. Thanks a lot to all of you. You rock!

To make it even easier to get an overview of the project and contribute we have overhauled the main project page and created a Contribute page. Have a look!

Events

Over the past two months we’ve taken part in a number of events. These include Campus Party Europe, FrOSCon, WikiCon, Software Freedom Day and Datengarten. You can find a complete list on the Wikidata event page. There you can also find the video of the Wikidata panel at Wikimania in Washington, pictures and videos of the MediaWiki hackathon earlier this year in Berlin and the logs for our last two office hours on IRC. We’ll be holding another round of office hours closer to the first deployment. Also have a look at the future events we’re going to attend. We might have Wikidata stickers to give away there (and in the office if you want to come over and say hi).

Getting the latest Wikidata news

Since the start of the project we’ve had a mailing list, IRC channel and been on identi.ca and Twitter. Recently we added Facebook and Google+ pages to the mix if you’re a fan of these networks. If you want to get the latest news to your talk page you can subscribe to the on-wiki newsletter.

On to the next 6 months

We’re already busy with the work on phase 2 now. This one is all about infoboxes and centralizing the data in them. This will need even more of your input than the first one to get it right. Keep an eye on the weekly status updates for things that need your input.

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Ein Rückblick auf August und September bei Wikidata

Lasst uns einen Blick zurück auf die letzten zwei Monate Wikidata-Entwicklung werfen.

Ein erster Livebetrieb rückt näher

Die ersten 6 Monate sind vorüber und wir kommen einer Inbetriebnahme der ersten Phase von Wikidata auf der Wikipedia näher. Diese erste Phase ermöglicht das Speichern von Sprachlinks, also den Links die Wikipedia-Artikel über Sprachen hinweg verbinden, an einer zentralen Stelle. Bisher werden diese alle in den Artikeln in jeder Sprache gespeichert, was zu viel Redundanz und Änderungen durch Bots führt, um sie synchron zu halten. Vor einer Weile hat Denny Statistiken über den Prozentsatz an Sprachlinks im Vergleich zum gesamten Wikitext von Artikeln in den verschiedenen Wikipedias veröffentlicht. Wenn Wikidata genutzt wird, wird dieser Prozentsatz nach einer Weile erheblich sinken.

Die ungarischen Wikipedianer haben bereits direkt nach der Wikimania darüber abgestimmt, ob sie die Ersten sein wollen, die Wikidata nutzen. Der Vorschlag wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Kurz darauf wurde auf der italienischen Wikipedia gewählt und auch hier war das Ergebnis sehr positiv. Vor einigen Tagen begann dann auch die Diskussion auf der hebräischen Wikipedia. Das Ergebnis steht noch aus. Zusammen mit der Wikimedia Foundation unternehmen wir gerade die letzten Schritte, um den Repository-Teil von Wikidata öffentlich zugänglich zu machen. Sobald dieser eine Weile lang getestet wurde, werden wir den ersten Client hinzufügen, die ungarische Wikipedia. Die nächsten Wikipedias werden dann Schritt für Schritt folgen. Um uns bei der Inbetriebnahme und Qualitätssicherung zu unterstützen, ist Anja Jentzsch seit Anfang September als Softwareentwicklerin bei Wikidata.

Du kannst den aktuellen Entwicklungsstand auf dem Demosystem anschauen und testen. Bitte melde Bugs, falls du welche findest. (Wir hoffen natürlich insgeheim, dass du keine mehr findest, aber natürlich wirst du wahrscheinlich trotzdem welche finden ;))

Es braucht ein Dorf…

13 Leute arbeiten an Wikidata bei Wikimedia Deutschland. Aber viel mehr leisten ihren kleinen oder großen Beitrag. Um dir einen Eindruck zu vermitteln: In den letzten 2 Monaten haben Leute an Bots in Wikidata (inklusive Pywikidata schreiben) gearbeitet, viele unserer Entwürfe kommentiert (e.g.: layout concepts for phase 2, unwanted edits, future use cases, data collaborators), Bugs gemeldet und behoben, unseren Code unter die Lupe genommen, dem Team Wikipedia-Artikel gewidmet und vieles mehr. Vielen Dank an euch alle dafür. Ihr seid großartig!

Um es noch einfacher zu machen, einen Überblick über das Projekt zu bekommen und mitzuarbeiten, haben wir die Projektseite überarbeitet und eine Mitmachen-Seite angelegt. Schau sie dir an!

Veranstaltungen

In den letzten zwei Monaten haben wir an einer Vielzahl an Veranstaltungen teilgenommen. Darunter waren unter anderem Campus Party Europe, FrOSCon, WikiCon, Software Freedom Day und Datengarten. Eine vollständige Liste findest du auf der Wikidata Event Seite. Dort findest du unter anderem auch das Video der Wikidata-Fragerunde zur Wikimania in Washington, Bilder und Videos vom MediaWiki Hackathon Mitte des Jahres in Berlin sowie die Aufzeichnungen der letzten beiden IRC-Sprechstunden. Kurz vor oder nach der Inbetriebnahme von Phase 1 von Wikidata werden wir eine weitere Runde Sprechstunden halten. Wirf auch mal einen Blick auf die Veranstaltungen, die wir in der Zukunft besuchen werden. Es könnte sein, dass wir da (und im Büro falls du mal vorbeikommen und hallo sagen willst) Wikidata-Sticker zu vergeben haben.

Immer auf dem Laufenden bleiben

Seit Projektbeginn haben wir eine Mailingliste und einen IRC-Kanal und sind auf identi.ca und Twitter. Vor kurzem haben wir noch Facebook und Google+ aufgenommen, falls du ein Fan dieser Netzwerke bist. Wenn du die letzten Neuigkeiten auf deine Diskussionsseite bekommen möchtest, kannst du dich für den Wiki Newsletter anmelden.

Auf in die nächsten 6 Monate

Wir sind bereits sehr mit der Arbeit an Phase 2 beschäftigt. Diese dreht sich ganz um Infoboxen und das Zentralisieren der Daten darin. Eure Beteiligung ist für diese Phase noch viel wichtiger als für die erste Phase, um es richtig zu machen. Hab ein Auge auf die wöchentlichen Status-Update um zu erfahren, wo wir deinen Beitrag und deine Mitarbeit brauchen.

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Neues aus dem Hochschulprogramm

By User:Mattes [Public domain], via Wikimedia Commons

Das kommende Semester steht unter der Überschrift “Intensivierung, Weiterentwicklung und Verbreitung”. Dafür gilt es, die Impulse unserer erfolgreichen Pilotmaßnahmen zu nutzen und weiterreichende Aktivitäten in diesem Bildungsbereich zu initiieren. Die Umsetzung folgt von Anfang an einem partizipativen Ansatz: Die Ideen und Vorschläge der Communitys sollen ebenso einbezogen werden wie Anregungen der Hochschulen.

Die bisherigen Aktivitäten im Hochschulbereich fokussieren die universitäre Lehrkraft, die von Wikimediareferenten intensiv geschult und begleitet wird. Diesen erfolgreich eingeschlagenen Weg setzen wir gemeinsam mit der Universität Bremen und der Johannes Gutenberg Universität Mainz fort. Neben den Lehrenden nehmen wir in diesem Semester auch die Studierenden in den Blick. Um die Arbeit mit der Wikipedia und das Verfassen von Artikeln als gängige Methode in der akademischen Lehre zu etablieren, führen wir an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zwei semesterbegleitende Seminare zum Thema „Wissenschaftliches Arbeiten und Wikipedia“ durch. Nach Abschluss der zweiten Pilotphase des Hochschulprogramms erfolgt  im kommenden Jahr eine ausführliche Auswertung der Erfahrungen und die Erstellung eines ausführlichen Abschlussberichts.

Intensivierung, Weiterentwicklung und Verbreitung

Um die Reichweite unserer Aktivitäten zu erhöhen und die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen auf allen Ebenen zu intensivieren, möchten wir künftig gezielt mit Hochschul- und Forschungsverbünden kooperieren. Innerhalb des Forschungsverbundes „Science 2.0“ arbeiten wir fortan mit 23 exzellenten Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland zusammen. Der Fokus liegt auf dem Einsatz neuer, insbesondere partizipativer und kollaborativer Technologien. Informationen zum Forschungsverbund „Science 2.0“ folgen in Kürze.

Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld nimmt zukünftig innovative Formate und Materialien in den Blick. Im Mittelpunkt stehen beispielsweise E-Learning-Vorhaben zur Erhöhung der Reichweite unserer Aktivitäten. So können gemeinsam mit den Communitys erstellte Materialien und Handreichungen aufbereitet, in E-Learning-Kurse eingebracht und für interessierte Hochschulen angeboten werden. Hierzu folgen zeitnah weitere Informationen und die Einladung zur Beteiligung am Planungsprozess.

Für alle Fragen rund um das Themenfeld “Wikimedia und Hochschulen” und zu anstehenden Initiativen oder Terminen steht Euch das Team von Bildung und Wissen zur Verfügung: hochschule@wikimedia.de.

 

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Am Limes mit Hund

Auch wenn es schon wieder fast eine Woche her ist, ein Nachbericht zum 4. Limes-Workshop, der 2012 im Odenwald statt fand.

Die ersten Teilnehmer trafen am 27. Oktober in Hesselbach ei, wo der “harte Kern” der Teilnehmer für die nächsten Tage in einer Pension untergebracht war. Am Morgen des folgenden Tages ging es schließlich los. Nur wenige Meter entfernt fanden sich die letzten Spuren des Kastells Hesselbach, es folgten das Kleinkastell Seitzenbuche, das Kleinkastell Zwing und das Kastell Würzberg sowie mehrere Wachtürme. Mittags hielt einer der Mitstreiter einen Vortrag zum Limes in den römischen Quellen.

Der zweite Tag begann mit einem Gang durch Hesselbach – es ist immer praktisch wenn man Jemanden kennt, der Jemanden kennt, der den Schlüssel zur barocken Dorfkirche hat. Es ist überraschend, wie viele Denkmale ein Dorf von 180 Einwohnern hat. Interessant auch für die Nichthessen war, die Apfelernte für den Äppelwoi zu beobachten. Mittags gab es wieder einen Vortrag, dieses Mal in Vielbrunn von zwei Veteranen des Heimat- und Geschichtsvereins Lützelbach. Nach dem Mittag folgte vor allem für die “Provinzialrömer” unter den Teilnehmern mit dem nach neuesten Erkenntnissen restaurierten Limeswachturm Wp 10/15 einer der Höhepunkte. Den Rest des Tages einschließlich des Abends verbrachte die Gesellschaft, mittlerweile sogar zum Teil mit familiärem Anhang, in der Römischen Villa Haselburg. Nach der kompetenten Führung durch den Vorsitzenden des Trägervereines wurde gegrillt, gespeist und geredet.

Der dritte Tag war Osterburken vorbehalten. Am Vormittag schauten sich die Teilnehmer das Teilrekonstruierte Kastell Osterburkenan, Nachmittags das Römermuseum Osterburken.

Soweit die kalten Fakten. Sie können allerdings nicht den Spaß aufzeigen, den die Teilnehmer wohl durchweg hatten. Neben dem schon erwähnten harten Kern von Teilnehmern vor allem aber nicht nur aus der Wikipedia stießen immer wieder andere Teilnehmer für kürzere oder auch längere Zeit hinzu. Das waren zum Teil Wikipedianer, zum Teil Archäologen aber auch Mitarbeiter der örtlichen Touristikinformation, Heimatforscher und Journalisten. Und wie der grandiose Organisator Hartmann Linge richtig anmerkte: alle trugen auf ihre Weise zum Gelingen der Veranstaltung bei, die in einem überaus konstruktiven Umfeld statt fand. Nicht umsonst haben die Mitarbeiter in der Wikipedia mit ihren mittlerweile mehr als 300 Artikeln zu römischen Limeskastellen eine Artikel-Perlenkette geschaffen. Dafür auch noch einmal an dieser Stelle einen großen Dank an den harten Kern der “Limes-Autoren”. Ihr seid Klasse! Und auch außerhalb der Wikipedia wurden die Leistungen schon wahr genommen. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut an einer virtuellen Karte des gesamten Römischen Limes gearbeitet. Auch das war natürlich Thema der Tagung.

In diesem Sinne noch einmal einen großen Dank an alle Teilnehmer, an den Organisator und Reiseführer Hartmann Linge, Haselburg-Müller für die Führung und die Organisation auf der Haselburg (und natürlich auch die eingesprungenen Führungen zwischendurch), an die Referenten und die örtlichen Helfer. Dank auch an Wikimedia Deutschland für die unkomplizierte und schnelle Unterstützung. Ohne diese Hilfe wären Veranstaltungen dieser Art mittlerweile nicht mehr vorstellbar und in diesem Sinne auch dank an die Spender, die es möglich machen, daß wir am Ende noch bessere Artikel schaffen können und bessere Bilder machen können. Auf Commons liegen mittlerweile auch schon knapp 750 Bilder vom Treffen.

Achja – und der Hund? Hartmanns Neufundländer-Teenager Angelo (ANGELINO!!!) war so etwas wie ein Maskottchen, der uns immer begleitete, ob zum Jagen von Mäusen in Gastwirtschaften oder zum Anpinkeln von Obstsäcken. Beides tat im übrigen er allein ;).

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Wikimedia:Woche 40/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

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Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Vereine

FDC-ANTRÄGE ÖFFENTLICH

Die Wikimedia-Länderorganisationen sowie die Wikimedia Foundation können in diesem Jahr erstmals Mittel vom internationalen Freiwilligengremium zur Mittelverteilung in der Wikimedia-Bewegung (Funds Dissemination Committee) beantragen. Eine Übersicht der eingereichten Anträge ist im eigenen Informationsportal des Meta-Wiki einsehbar. Dort können bis zum 16. Oktober alle Anträge auch kommentiert werden. Wikimedia Deutschland wird bei Übersetzungen von Kommentaren deutschsprachiger Wikipedianer behilflich sein.
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Als Yeti gestartet, als Gesetzesvorlage gelandet

Josef Danhauser, Newspaper readers (1840)

Wenn wir dereinst Zigarren schmauchend auf die frühen 10er Jahre des 21. Jahrhunderts zurückblicken, dann werden uns historische Stichworte wie “Euro-Rettungsschirm” oder “Energiewende” daran erinnern, dass es sich bei der 17. Legislaturperiode des Deutschen Bundestags um eine sehr bewegte Zeit gehandelt haben muss. Eigentlich ging es immer mindestens um alles oder nichts. Für die Gewissheit, dass die politische Klasse neben ihrer Beschäftigung mit epochalen Weichenstellungen damals auch einem gewissen Hang zum Absurden frönte, werden wohl erfolgreiche Meme wie “Herdprämie” oder “Leistungsschutzgeld” sorgen.

Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger (LSR) ist eine Art Yeti. Seit seiner Ankündigung im schwarz-gelben Koalitionsvertrag gab es zwar viele Mutmaßungen über seine Gestalt. Doch abseits von hanebüchenen Schilderungen durch Verlagslobbyisten und vereinzelten Fußabdrücken auf juristischen Fachtagungen erreichte das LSR nie so recht den Rang einer beweisbaren Tatsache. So konnte es wirksam werden durch schieren Aberglauben. Die immer wieder beschworene Möglichkeit, es sei zu etwas nütze (und sei es, vorlaute digital natives zu erschrecken), hielt die Welt, oder sagen wir ehrlicherweise: die Berliner Filter Bubble, vier Jahre lang in Atem. Sein legendärer Status, sein Mythos beruht auf Magie. Denn das LSR strebt per gesetzlichem Eingriff einen paradiesischen Zustand an: den anstrengungslosen Wohlstand für Presseverlage.

Wie hier bereits berichtet, geht es beim LSR im Kern darum, den Verlagen einen eigenen Unterlassungsanspruch gegenüber gewerblichen Nutzungen (was immer man darunter versteht) selbst kleinster Teile von Presseerzeugnissen einzuräumen. Im Bemühen, etwa das Listen von Text-Snippets auf News-Aggregatoren vergütungspflichtig zu machen, soll also nichts weniger als die Eigenlogik des Internets gezähmt werden: die Verknüpfung von Informationen.

Die massive Kritik, die deshalb der Bundesregierung seitens der Internetwirtschaft (BDI, BITKOM, eco) und einzelner Journalistenverbände entgegenschlug, hat bislang wenig gefruchtet. Unbeirrbar schlägt sich die schwarz-gelbe Koalition auf die Seite derer, die ihr angestammtes Geschäftsmodell der gebündelten Informationsvermittlung auf bequeme Weise fortschreiben möchten: die großen Player auf dem Pressemarkt wie Springer oder Burda. Ihnen geht es vornehmlich um Inhaltekontrolle, trotz oder gerade wegen radikal veränderter Rahmenbedingungen in der digitalen Öffentlichkeit. Gleichzeitig möchten die Presseverlage ihr Rechtemanagement gerne radikal vereinfachen, eben dadurch, dass sie durch das LSR einen eigenen Investitionsschutz selbst auf kleinste (d.h. nicht einmal urheberrechtlich schutzfähige) Wortfetzen erheben können.

Dabei ist die Haltung der Presseverleger geradezu schizophren: Einerseits stellen sie ihre Inhalte kostenlos ins Netz und profitieren in punkto Aufmerksamkeit und Reputation von dem Traffic, der v.a. durch Suchmaschinen, Aggregatoren oder soziale Netzwerke erzeugt wird. Andererseits möchten sie sich die Auffindbarkeit ihrer Inhalte, die vor allem durch Dritte gewährleistet wird, eben von diesen vergüten lassen – eine atemberaubende Logik, die ausländischen Beobachtern von Katar bis USA neue Beweise für die regelungswütigen und nicht ganz so internetaffinen Deutschen geliefert hat.

Die vom Bundeskabinett am 29. August verabschiedete Gesetzesvorlage wurde in der letzten Woche in drei Ausschüssen des Bundesrats behandelt. Auch wenn es sich beim LSR lediglich um ein Einspruchsgesetz handelt, deuten die Empfehlungen der Länderkammer eine mögliche Kompromisslinie für den Fall eines Vermittlungsausschusses an: So machen sich vor allem die SPD-geführten Länder für eine sogenannte Vermutungsregel stark. Diese würde kein neues Immaterialgüterrecht begründen, aber den Verlagen eine Prozessführungsbefugnis einräumen, auch ohne lückenlosen Nachweis der Rechtekette bis hin zum Autor. Man darf gespannt sein, ob diese Rückfalloption nun womöglich als gesichtswahrende LSR-Ausstiegsvariante für die vorgeblich so wirtschaftsnahe Regierungskoalition taugt.

Derweil versuchen die Piraten auf außerparlamentarischem Wege, gegen das Gesetzesvorhaben zu mobilisieren. Bruno Gert Kramm lieh seine Stimme für ein Aufklärungsvideo aus dem Hause Anonymous, das nicht ganz so dusselig ist wie dessen Vorläufer zu ACTA. Zugleich zeichnet Kramm verantwortlich für eine noch bis zum 10. Oktober laufenden E-Petition, die etwas sorglos mit dem Begriff “verfassungswidrig” hantiert und wichtige Begründungszusammenhänge außer acht lässt. Gleichwohl ist das Petitionsverfahren ein wichtiger Garant dafür, dass das LSR weiter diskutiert wird und am Ende hoffentlich wieder dorthin zurückkehrt, wo es hingehört: ins Reich der Mythen.

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