MdEPs adoptieren, Vorschläge artikulieren: Die Zeichen stehen auf EU-Urheberrechtsreform

Dimitar Dimitrov ist seit Juli 2013 lokaler Ansprechpartner für die Wikimedia-Aktivitäten in Brüssel. Im Vereinsblog berichtet er in loser Folge von seinen Erfahrungen vor Ort.

Logo: Dimi z, Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Brüssel ähnelt seit der Europawahl einem riesigen Umsteigebahnhof. Neuankömmlinge hetzen zum Ausgang, Passagiere suchen nach ihrem Anschlusszug, routinierte Vielfahrer suchen zielsicher ihre Plätze in der ersten Klasse. Nur sind es hier keine Pendler, sondern Volksvertreter aus 28 Ländern, die ein funktionierendes Parlament bilden müssen – trotz ihrer riesigen Vielfalt und enormen inhaltlichen Dissonanzen.

Nachdem die Gruppenstärke der politischen Familien nach vielen Hinterzimmergesprächen, Lockangeboten und Kompromissen klar geworden ist, wurden nun auch die Ausschüsse aufgeteilt. Ein wichtiges Merkmal des neuen Parlaments werden die neuen Mehrheitskoalitionen sein. Waren in der letzten Legislaturperiode Mehrheiten mit Sozialdemokraten, Grünen und Linken oder auf der anderen Seite mit Liberalen und Christdemokraten möglich, so müsste es nun – aufgrund der zahlenmäßig erstarkten nationalistischen und euroskeptischen Gruppen – entweder eine Große oder eine Viererkoalition (z.B.: aus Sozialdemokraten, Grünen, Liberalen und Linken) sein. Dies verlängert Entscheidungswege und macht die Kompromissfindung noch komplexer.

À la bonne heure: Urheberrecht ist Nummer 1

Unser Blick lenkt sich auf die künftige Zusammenstellung der Kommission, die im Herbst ihre Arbeit aufnimmt und das alleinige Initiativrecht für Gesetzesvorhaben innehat. Ihr designierter Chef Jean-Claude Juncker hat soeben seine Prioritätenliste veröffentlicht. Auf Punkt 1 steht ein einheitlicheres Urheberrecht. Zwar wurde in Brüssel allgemein erwartet, dass Urheberrecht eine der großen Reformanstrengungen der kommenden Kommission sein wird. Dass es aber gleich an der Spitze des Wunschkatalogs des Präsidenten landet, ist gleichwohl überraschend und lässt wieder Hoffnung wachsen, nachdem in letzter Zeit wieder mal eher bescheidene Signale zum Thema geleakt wurden.

Achtung: Die Neuen kommen!

Die erste große Aufgabe eines neugewählten Europäischen Parlaments ist es, thematische Ausschüsse zu formen und zu besetzen. Dessen Anzahl und Arbeitsgebiete bleiben in der neuen Legislaturperiode im Gegensatz zu nationalen Parlamenten erstaunlich konstant. Diese Woche finden konstituierende Sitzungen statt und Vorsitzende werden gewählt. Die relevantesten Ausschüsse für uns als Gruppe, die sich einer Urheberrechtsreform verschrieben hat, sind “Binnenmarkt und Verbraucherschutz” (IMCO) und der Rechtsausschuss (JURI).

Anhörungen: Endlich ein Medienspektakel

Zur zweiten großen Aufgabe des europäischen Parlaments gehört es, die neue Kommission zu bestätigen. Nach dem Präsidenten der Kommission müssen nochmals alle vorgeschlagenen Kommissare befragt und bestätigt werden. Dies geschieht im September bzw. Oktober und ist ein – für Brüsseler Parlamentsstandards – sehr medienwirksamer Prozess. Solche Anhörungen beinhalten wichtige Absichtserklärungen der neuen Ressortchefs und eignen sich hervorragend dazu, die Prioritäten und die Ausrichtung der nächsten fünf Jahre abzuklopfen und sogar mitzugestalten. Kontakte zu den Mitgliedern der JURI- und IMCO- Ausschüsse geben zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit, für uns relevante Fragen in diese Anhörungen einzubringen.

Die Kommission steht von allen Seiten unter dem Druck, durch Informationstechnologien enstandene Schieflagen im Urheberrecht zu begradigen. “Die Schäden, die das Internet dem Urheberrecht zuführt, müssen zumindest wirtschaftlich ausgeglichen werden.” – So lässt sich in etwa die gängige Meinung der Film- und Verlagswirtschaft resümieren. Auf der anderen Seite befinden sich eher nutzerorientierte Akteure, die darauf pochen, dass die systematischen Probleme, die das geltende Urheberrecht im Internet mit sich bringt, gelöst werden müssen. Und zwar durch eine Lockerung und Flexibilisierung, nicht durch striktere Regeln und härtere Durchsetzung.

Wikimedia will mitwieseln! Wer macht mit?

Die Free Knowledge Advocacy Group EU gehört zu jenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, die der Kommission ihre Wünsche und Bedenken zu Gehör bringen möchten. Ziel unseres aus 11 europäischen Wikimedia-Chaptern und thematischen Organisationen bestehenden Netzwerks ist es, durch gezieltes Monitoring von Entscheidungsprozessen, der Veröffentlichung von Stellungnahmen und der Präsenz bei Hearings und wichtigen Veranstaltungen unsere urheberrechtspolitischen Anliegen auf die Tagesordnung der Entscheidungsträger auf EU-Ebene zu bringen.

Um unsere Anliegen auf die Tagesordnung zu setzen, dürfen wir nicht nur zentral arbeiten. Wir müssen unser gesamtes Netzwerk bemühen, um Beziehungen zu entscheidenden Akteuren zu stiften und zu pflegen. Ein erster Schritt wird dabei sein, mit den Mitgliedern der wichtigen Ausschüsse für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie Recht in Kontakt zu treten, ihnen zur Nominierung zu gratulieren und sie über unsere Probleme und Wünsche zu informieren. Diese Charme-Offensive sollte am allerbesten von vielen Wikimedianern getragen werden, die von mir aus Brüssel mit den nötigen Informationen und Argumenten versorgt werden. Wer macht mit? Werde ein WEASEL! - Wikimedia European Action System for Enthusiastic Lobbying. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen – z.B. an der Strategieplanung bei Meetings, beim Projekt “Adopt a MEP” oder als Ideengeber für Initiativen. Wer über die uns betreffenden Vorgänge in Brüssel ständig informiert sein möchte, findet auf Meta ein Archiv der monatlichen Monitoring-Reports, das fortlaufend aktualisiert wird.

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Monatsbericht Juni

PROGRAMM FREIWILLIGE

Aufgrund der vielen geförderten Aktivitäten der Communitys im Juni steht im Monatsbericht nur eine kurze Übersicht. Einen ausführlicheren Bericht gibt es in einem gesonderten Blogbeitrag.

Fotoprojekte

Kein Monat vergeht, ohne dass ehrenamtlich tätige Fotografen mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland aktuelle Bilder aus Politik, Sport und Kultur bereit stellen. Im Juni wurden folgende Veranstaltungen abgelichtet: Weiterlesen »

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Wikimedia:Woche 18/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 18. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sportliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Seit 1. Juli ist Cornelius Kibelka wieder als Werkstudent in der Stabsstelle Internationales tätig. Cornelius hat unter anderem essentiell an der Erstellung der Wikimedia:Woche mitgewirkt. Ihm und den vielen anderen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 18/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Protokoll der Mitgliederversammlung von WMDE

Wikimedia Deutschland hat das Protokoll zur Mitgliederversammlung am 24. Mai veröffentlicht.

Protokoll der Mitgliederversammlung von WMAT

WMAT hat das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 14. April veröffentlicht.

AffCom stimmt für Chapteranerkennung von Wikimedia Belgien

Ein Beschluss des Board of Trustees besagt, dass Nutzergruppen erst nach zweijährigem Bestehen als Chapter anerkannt werden können. Einzelfallprüfungen für angehende Chapter, die bereits seit längerem mit AffCom und/oder Board in Kontakt stehen, sind dennoch möglich. Diese Ausnahmeregelung stellt nun das Affiliations Committee auf die Probe und hat sich für die Anerkennung von Wikimedia Belgien als Chapter ausgesprochen. Die belgischen Freiwilligen argumentieren vor allem, dass sie als Nutzergruppe nicht ernst genommen werden und nur als anerkanntes Chapter ihre Projekte durchführen könnten.

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Nikolaus im Sommer

Coding da Vinci : Der Kultur-Hackathon. Jetzt kommt die Preisverleihung im Programmierwettbewerb am Sonntag im Jüdischen Museum. Bild © cc-by-sa

Am Sonntag werde ich glänzende Augen haben, wie in Kindertagen am 6. Dezember. Denn am 6. Juli sehe ich nach 10 Wochen spannungsvollen Wartens endlich 17 der Anwendungen, die im Rahmen des Programmierwettbewerbes  “Coding da Vinci: Der Kultur-Hackathon” entstanden sind. Da Freude in einer großen Gruppe mehr Spaß macht, möchte ich alle Leserinnen und Leser auf diese 17 Wettbewerbsbeiträge neugierig machen, die im Großen Saal des Jüdischen Museums präsentiert werden. Lasst uns den Saal bis zum letzten Platz füllen.

Am 06. Juli 2014 endet die zehnwöchige Projektphase mit einer öffentlichen Preisverleihung. Die besten Projekte werden in fünf Preiskategorien prämiert: Most Technical, Most Useful, Best Design, Funniest Hack und Out of Competition und die Gewinner bekommen ihre verdienten Preise.

Ausgangspunkt für alle Teams waren die Kulturdaten der teilnehmenden 16 deutschen Kultureinrichtungen. Da sie alle unter einer freien Lizenz für Coding da Vinci bereitgestellt wurden, konnten Scans  eines Hebariums mit Musikbeispielen eines anderen Museums vermischt werden, die Metadaten  einer Bibliothek durch die Bilddateien eines Instituts angereichert werden oder vergessene Autoren gelangen über Twitter wieder in die öffentliche Wahrnehmung von heute wieder. Alles war möglich. Ca. 150 Teilnehmende des ersten deutschen Kultur-Hackathons Coding da Vinci stellten sich den Herausforderungen des Wettbewerbes. Ihre Ergebnisse, die programmierten Apps, Webseiten, Spiele und Anwendungen stehen auch unter einer freien Lizenz und können von allen weiterentwickelt und mit weiteren Daten verknüpft werden. Der Nikolaus im Sommer ist daher womöglich erst der Anfang. Wie könnte es auch anders sein? Im Netz bleibt alles in Bewegung.

Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn enthüllt wird, was neu entstanden ist. Vielleicht sind Tierstimmen zu einer App geworden? Oder auf 3D-Scans von Musikinstrumenten kann virtuell gespielt werden? Und was ist aus den Inschriften der jüdischen Grabsteine in Hamburg gemacht worden? Wir sind sehr gespannt auf die Anwendungen. Auf den neuen Glanz “verstaubten” Kulturerbes. Und auf die Gespräche mit denen, die neu gedacht und gecodet haben.

Öffentliche Preisverleihung

Sonntag 06. Juli 2014, 10:30-16:00 Uhr (Einlass ab 10:00 Uhr)

Großer Saal des Jüdischen Museums (2. OG)

Lindenstr. 9-14

10969 Berlin

Eine kleine Liste von FAQ

Was ist ein Hackathon?

Ein Hackathon ist ein Event, bei dem Programmierer (auch Hacker genannt), Grafikdesigner, Interface-Designer und Projektmanager zusammenkommen, um in einem vorgegebenen Zeitrahmen intensiv an einem Projekt zu arbeiten. Der zweite Wortteil ist von Marathon abgeleitet und zielt auf die intensive Zeit und Anstrengung, die die Teilnehmer miteinander verbringen. Die Dauer eines Hackathons kann variieren, von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Zu Beginn wird üblicherweise das Material vorgestellt, das bearbeitet werden soll. Die Teilnehmenden sprechen dann über ihre Ideen und schließen sich zu Teams zusammen, in die sie ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Ziel ist es, am Ende etwas erarbeitet zu haben, das weiter genutzt werden kann – von einer neuen Programmiersprache bis hin zu fertigen Apps ist alles möglich. Mehr Information unter dem Link.

Was ist ein Kultur-Hackathon?

Bei einem Kultur-Hackathon werden Kulturdaten zur Verfügung gestellt, die von allen Teilnehmenden bearbeitet werden können. Im Fall von Coding da Vinci haben 16 deutsche Kulturinstitutionen Kulturdaten zur Verfügung gestellt, aus denen die Teams Neues schaffen. Damit werden die Daten nicht nur in andere Zusammenhänge gebracht, sondern auch in neuer Form nutzbar gemacht. Raus aus den Archiven, rein in den Alltag.

Was sind Freie Lizenzen?

Freie Lizenzen ermöglichen nicht nur das Anschauen von Daten, sondern die freie Nachnutzung, ohne dies zuvor durch den Urheber genehmigen zu lassen. Es gibt unterschiedliche Lizenzmodelle für Inhalte und für Anwendungen. Mehr Information unter diesem Link.

 Wer sind die Macher von Coding da Vinci?

Coding da Vinci wird veranstaltet von der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) gemeinsam mit der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) und Wikimedia Deutschland (WMDE).

Wo kann ich mich anmelden?

Webseite und Anmeldung:http://codingdavinci.de

Wo finde ich mehr Informationen zu den Projekten?

Auf dem schwarzen Brett des Wettbewerbs, dem Hackdash, stellen sich alle 27 Projekte vor, auch diejenigen, die nicht am Sonntag präsentiert werden:http://cdvinci.hackdash.org

Kann ich Coding da Vinci auf Twitter folgen?

Ja sicher, unter @codingdavinci oder über den Hashtag #codingdavinci.

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Future of Education Workshop in London

Kilian Kluge ist seit Jahren ehrenamtlich in der Wikipedia aktiv und beteiligt sich dort unter anderem am unabhängigen Referentennetzwerk Wiki-Team. Er besuchte den Future of Education Workshop in London und berichtet für den Blog.

Das Barbican Arts Centre in der City of London, wo im August auch die Wikimania stattfinden wird. Foto: Barbican, London – 21 June 2014 – Andy Mabbett.JPG von Andy Mabbett. Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Am 21. und 22. Juni fand im Londoner Barbican Centre der Future of Education Workshop statt, der dem Austausch zwischen verschiedenen Wikipedia-Bildungsprogrammen und der Vorbereitung der themengleichen Vorkonferenz der  diesjährigen Wikimania diente. Dank der finanziellen Unterstützung von Wikimedia Deutschland konnte ich als Vertreter des unabhängigen Wikipedia-Referentennetzwerks wiki:team an der Veranstaltung teilnehmen.

Bestandsaufnahme

Da ein Großteil der gut 20 Teilnehmer in den amerikanischen oder britischen Bildungsinitiativen aktiv ist, standen diese Aktivitäten im Mittelpunkt des ersten Tages. Der Trend ging hierbei deutlich in Richtung Institutionalisierung, also die Verankerung der zahlreichen erfolgreichen Konzepte in den Lehrplänen der Schulen und Universitäten. Während sich Wikimedia Deutschland im letzten Jahr nahezu vollständig aus der direkten Arbeit mit einzelnen Klassen und Kursen zurückgezogen hat, wurde das erfolgreiche Hochschulprogramm der Wikimedia Foundation in die Wiki Education Foundation ausgegliedert. Diese verfolgt nun das Ziel, die beeindruckende Zahl von jährlich über 100 betreuten, semesterlangen Kursen zu erhöhen und Universitäten zu befähigen, diese auch ohne externe Unterstützung durchführen zu können. Der Fokus liegt hierbei ausdrücklich nicht auf der Gewinnung neuer Autoren für die Wikimedia-Projekte, sondern auf der Entwicklung von Medienkompetenz. Wikipedia wird hierbei als Werkzeug eingesetzt, um so wichtige Fähigkeiten wie Katalog- und Bibliotheksrecherche, Bewertung von Informationsquellen und das richtige Zitieren zu vermitteln. Im Gegensatz zu üblichen Kursen zu wissenschaftlichem Arbeiten besteht für die Studenten der Reiz darin, dass ihre Texte tatsächlich gelesen werden und von zeitüberdauernder Bedeutung sind.

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OERde14: Das Programm steht!

Die Würfel sind gefallen: Aus 49 Einreichungen hat das Programmteam 30 Vorträge und Workshops für die Konferenz OERde14 am 12. und 13. September ausgewählt. Das Programm der OERde14 enthält eine Reihe von Highlights: Vom ehemaligen Chief Technology Officer für Products & Innovation der Telekom, dem eine Wikipedia für OER vorschwebt über Michał Woźniak, der über OER in Polen spricht bis hin zu Lehrenden der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel, die darüber berichten, wie sie OER bereits in der Praxis umsetzen.

Draußen scheint die Sonne, drinnen wird gearbeitet: Das OERde14-Programmteam bei der Arbeit. Bild: Jan Apel, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Es war ein langer Tag: Am 23. Juni traf sich das Programmteam der OERde14, um aus 49 Einreichungen die besten für die Konferenz zu küren. Von 10:00 bis 19:00Uhr diskutierte die Gruppe alle Einreichungen. Zwar fielen fast alle Entscheidungen im Konsens – doch gerade im Mittelfeld waren einige schwierige Abwägungen nötig, gerade wenn sich einzelne Auswahlkriterien widersprachen.

Für die Auswahl der Beiträge hatte sich das Programmteam für vier Haupt- und vier Nebenkriterien entschieden. Die Hauptkriterien waren:

A. Relevanz: Passt die Einreichung zum Konferenzthema und den definierten Kriterien für OER?

B. Interesse: Ist zu erwarten, dass das Thema bei den Teilnehmenden Interesse findet?

C. Qualität: Ist die Einreichung seriös und gut begründet?

D. Angemessenheit: Ist die Einreichung innerhalb der gegebenen Zeit- und Raummöglichkeiten umsetzbar?

Nebenkriterien:

E. Redundanz: Ist das Thema bereits anderweitig abgedeckt?

F. Streuung: Verteilen sich die Beiträge über die thematischen Schwerpunkte der Konferenz?

G. Quote: Sind unter den Mitwirkenden die Geschlechter annähernd ausgeglichen vertreten?

X. X-Factor: Joker für tolle Einreichungen, die das Programmteam positiv überraschen.

Das Programmteam

Das Programmteam bestand aus Menschen mit großer Erfahrung im OER-Bereich, Repräsentierenden der Partnerorganisationen und der Wikimedia-Bewegung. Mit dabei waren die folgenden Personen:

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100 Jahre 1. Weltkrieg – Wikipedianer beschäftigten sich dazu im Braunschweigischen Landesmuseum

Dies ist ein Gastbeitrag von Schlesinger, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor.

Metallrestaurator des Braunschweigischen Landesmuseums bei der Arbeit. Foto: Medvedev , CC-BY-SA-3.0

 

Am Wochenende vom 27. bis zum 29. Juni 2014 fand im Braunschweigischen Landesmuseum ein Treffen von Autoren und Fotografen statt, die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigen.

Nach einer Begrüßung der ehrenamtlichen Wikipedia-Autoren durch die Museumsdirektorin informierten Vorträge von Kuratoren und Wissenschaftlern die 26 Wikipedianer über die entstehende Ausstellung 1914… schrecklich kriegerische Zeiten, Eröffnung 1. August, die aus einem regionalen Blickwinkel betrachtet sowohl über individuelle Schicksale im Ersten Weltkrieg als auch über seine Auswirkungen auf das Leben in Braunschweig weit über 1918 hinaus informieren will.

Anhand von ausgewählten Ausstellungsstücken militärischer Art und bereitgestellter Fachliteratur konnten die Fotografen und Autoren einiges für die Wikipedia und das Medienarchiv Commons liefern. So entstanden mehrere Artikel und Fotoserien, die Lücken in der Bebilderung in Bezug auf Braunschweig füllen können. Eine Liste der neu erstellten Artikel und hochgeladenen Bilder findet sich hier.
Weitere Bearbeitungen und Uploads werden auch noch im Nachgang der Veranstaltung entstehen. Im Rahmenprogramm des Treffens gab es neben einer Fotoexkursionen zum bemerkenswerten Hauptfriedhof Braunschweig auch eine Stadtführung und einen Besuch im Depot des Museums. Hier erläuterte der Metallrestaurator des BLM Methoden der Aufarbeitung und Pflege von Fundstücken für die Ausstellung.

Vortrag zu Propaganda respektive Medienarbeit im 1. Weltkrieg Foto: AxelHH, CC-BY-3.0

Die Veranstaltung wurde als Folgeprojekt von “Die Römer kommen!” (2013), durch das ehrenamtliche Engagement des Wikipedia-Autors brunswyk, und in Zusammenarbeit mit dem BLM und Wikimedia Deutschland entwickelt. Bei GLAM on Tour-Veranstaltungen (GLAM steht für galeries, libraries, archives, museums) finden auf Initiative der ehrenamtlichen Aktiven im GLAM-Bereich Veranstaltungen statt, bei denen Wikipedianer auf Mitarbeitende aus Kultur- und Gedächtnisinstitutionen treffen.

Die nächste GLAM on Tour-Station findet in Brilon zum Thema Montanindustrie im Sauerland statt. Interessierte können sich hier anmelden.

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Wikimedia:Woche 17/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 17. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sportliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 17/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia Indonesien mit neuem Büro

Wie Isabella Apriyana auf wikimedia-l schreibt, hat Wikimedia Indonesien ein neues Büro bezogen. Das Büro teilt sich WMID gemeinsam mit dem Zedler-prämierten Projekt Humanitarian Open Street Map (HOT-OSM), mit dessen Hilfe im Katastrophenfall OpenStreetMap-Karten erstellt werden, und der World Wide Web Foundation, die sich für eine „Verbesserung des Internets“ einsetzt.

Erik Möller: Chapter sollen Glam-Tools programmieren

Erik Möller ruft an Softwareentwicklung interessierte Wikimedia-Chapter dazu auf, Tools für GLAM zu programmieren.

Übergangskommission zur Suche eines neues WMDE-Vorstands

Das Präsidium von Wikimedia Deutschland richtet eine Übergangskommission ein, die das Präsidium bei der Suche nach einem neuen Vorstand beraten soll.

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Geförderte Projekte aus den Communitys im Juni 2014

Ambitionierte Freiwillige entwickeln und realisieren fortdauernd Ideen und Projekte zur Schaffung freier Inhalte. Bei einem Teil dieser Aktivitäten ist es Wikimedia Deutschland möglich, ihnen finanzielle und organisatorische Unterstützung zukommen zu lassen. Alleine bei den von WMDE geförderten Projekten sind die Communitys allerdings dermaßen aktiv, dass eine ausreichende Würdigung all ihrer Tätigkeiten den Umfang des Monatsberichts von Wikimedia Deutschland sprengen würde. Wir stellen daher, ergänzend zum Monatsbericht, an dieser Stelle jene Projekte vor, die im Juni 2014 dank dem Engagement von Freiwilligen und mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland stattgefunden haben.

Fotoprojekte

Festivalsommer, Foto: Goroth, CC-BY-SA 3.0

Kein Monat vergeht, ohne dass ehrenamtlich tätige Fotografen freie aktuelle Bilder aus Politik, Sport und Kultur bereit stellen. Der Auftakt des Fotoprojektmonats Juni fand am 3. in der tschechischen Stadt Olmütz statt. Ralf Roletschek war dort für Aufnahmen des Fußball-Länderspiels Österreich-Tschechien.

Der Festival-Sommer findet zwar auch im Winter statt, eine besondere Fülle an Veranstaltungen liegt aber selbstverständlich in den Sommermonaten. Mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland wurden im Juni Rock am Ring, Rock im Park und das Moers Festival besucht, die allesamt an dem Wochenende um den 6. bis 8. statt fanden. Sämtliche Bildergebnisse des Festivalsommers werden von den Teilnehmenden sehr anschaulich auf einer Übersichtsseite dokumentiert.

Wiesbadener Pfingsttunier, Foto: Mich.kramer, CC-BY-SA 3.0, 2.5, 2.0, 1.0

Mich.kramer fotografierte in diesem Monat für die Wikipedia auf dem 78. Internationalen Wiesbadener Pfingsttunier. Darunter befinden sich Aufnahmen der erfolgreichen Springreiter John Whitaker und Felix Haßmann.

ARD-Filmset, Bild: Olaf Kosinsky, CC-BY-SA 3.0

Wie bereits im Vormonat, nutzte der Fotograf Olaf Kosinsky erneut die Gelegenheit einer TV-Produktion, um Aufnahmen von Filmset und Darstellern einzufangen. Er begleitete diesmal die Dreharbeiten der ARD-Serie Mord mit Aussicht, wobei unter anderem Fotos der Schauspieler Johann von Bülow, Meike Droste, Caroline Peters, Bjarne Mädel und Petra Kleinert entstanden.

Sowohl Autorinnen als auch Fotografen besuchten die diesjährige Industriada am 14. Juni im polnischen Katowice, um das eintägige Festival fotografisch zu dokumentieren und/oder später Artikel zur Straße technischer Kulturdenkmäler in der Woiwodschaft Schlesien, einem Teil der Europäischen Route der Industriekultur, und dem industriellen Erbe der Woiwodschaft Schlesien zu schreiben. Wikimedia Deutschland übernahm einen Technikverleih. Die Reisekosten wurden von Wikimedia Polen getragen.

“Ulle & Friends”, Foto: Nicola, CC-BY-SA 3.0

Die Wikipedianierin Nicola arbeitet schon lange in der Wikipedia an dem Themenbereich Radsport. Mit einer Kamera aus dem Wikimedia-Technikpool besuchte sie für Aufnahmen von Radrennfahrern wie Jan Ullrich und Jens Heppneran die Charity-Veranstaltung „Ulle & Friends“ an dem Wochenende vom 20. bis 22. Juni in Kürten.

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Der erhobene Zeigefinger ist keine Lösung – Datenschutz als Digitale Kompetenz

Am Montag den 23. Juni war es soweit: Unter dem Titel „Datenschutz – eine unterschätzte Digitale Kompetenz“ fand die Auftaktveranstaltung der Reihe „Digitale Kompetenzen“ statt, die Wikimedia Deutschland als Partner des Wissenschaftsjahres 2014 – Digitale Gesellschaft durchführt und die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Die Veranstaltungsreihe widmet sich an insgesamt fünf Abenden jenen Fähigkeiten und Kenntnissen, die im Digitalen Zeitalter immer wichtiger werden und die natürlich auch die Basis für die Mitarbeit in den Wikimedia-Projekten bilden. 

Los ging es mit einer Veranstaltung zum Thema Datenschutz und der Frage „Ist Datenschutz eine Kompetenz, der wir noch nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet haben?“. Dass die Fähigkeit zum richtigen Umgang mit den eigenen Daten ein hochaktuelles Thema ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Bundesinnenminister Thomas de Maiziére just am Tag der Veranstaltung eine Rede hielt, in der er die Bundesbürgerinnen und -bürger zu mehr Sensibilität im Umgang mit persönlichen Informationen im Internet ermahnte. Das Interesse an der Thematik war dementsprechend groß und trotz der parallel stattfindenden Fußball-WM fanden sich über 50 interessierte Gäste in der Wikimedia Geschäftsstelle ein, um den Vorträgen der eingeladenen Referentinnen und Referenten zuzuhören und anschließend mit ihnen zu diskutieren.

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