Von Rodinia nach Berlin

Ein uraltes Sommermärchen mit digitalen Mitteln erzählt

An einem Sonntag in Berlin drohte das Publikum von Coding da Vinci in der stickigen Sommerhitze wegzudösen. 16 Projekte hatten sich schon präsentiert, jedes auf seine Weise interessant. Doch dann die Rolling Stones! Der Versprecher beim Start der Präsentation rüttelte das Publikum lachend wach. Ok, es kam nicht Mick Jagger auf die Bühne, sondern das Team rund um Knut Perseke, doch was dann folgte war rocking Poesie. Es war einmal vor langer Zeit da wuchs ein Fels vielleicht an einem Ort des Urkontinents  Rodinia. Unten ein Foto von ihm. Von einem Teil.  Auf jeden Fall ein wahrscheinliches.

Das ist übrig geblieben nach 1,3 Mrd Jahren Wanderung. Foto aus der Sammlung Stadtmuseum Berlin (Stadtmuseum Berlin) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Wenn Steine mit Dir flüstern

Als die Erde sich vermutlich langsamer drehte, erkalteten die Gasmassen und Steine entstanden. Die Erde drehte sich weiter, Kontinentalplatten verschoben sich, zerbrachen und wanderten über die Planetenoberfläche. So kam unser Stein schließlich in Skandinavien zu liegen. Es wurde kälter. Es wurde wärmer. Und wieder kälter. Unser Fels zerbrach in Steine. Die Steine fingen an zu wandern. Heute – genauer nach 1,3 Milliarden Jahren – liegt einer der Steine im Museum. Genauer gesagt im geologischen Sammlungsdepot der Stiftung Stadtmuseum in Berlin-Spandau. Wie ist er dort hingekommen? Das ist ein Teil der Poesie, wenn Steine zu flüstern beginnen.

Der andere Teil ist die Leistung der Entwickler*innen, neben Knut Perseke, Anika Schultz, Thomas Fett und Ulrika Müller, der Webanwendung “Rolling Stone”. Sehr prosaisch ihre Kurzbeschreibung im Programmheft von Coding da Vinci: “User können explorativ das Steinarchiv des Stadtmuseums erkunden, und so deren Millionen Jahre alte Spuren aufdecken.” Hinter diesen dürren Worten verbirgt sich eine Reise auf dem Zeitschlitten durch Millionen Jahre Erdgeschichte. Man folgt auf der Karte direkt den Steinen auf ihrer Grand Tour. Klicke ich auf einen der Felsen im Norden, poppen in Brandenburg und Berlin die Fundstellen der Steine auf, die mit dem Eis nach Süden gewandert sind. Gleichzeitig sehe ich links das Farbfoto des Steins und seine Verwandten. In einer Animation kann ich mir die Verwandtschaftsbeziehungen der Steine  anzeigen lassen. Noch funktioniert das nicht bei allen Steinen und auch die Beschreibung der Einträge bei Commons können noch ergänzt werden. Aber “jeder kann mitmachen”, denn sowohl die Bilder als auch der Code der Anwendung stehen unter Freier Lizenz, und kann so die Spur der Steine weiterzeichnen. Circa 300 Fotos umfasst die Sammlung des Berliner Stadtmuseums in der Webanwendung “Rolling Stone”. Ein sehr gelungenes Beispiel, wie digitale Technologien dazu beitragen, unser Wissen zu erweitern und die Sammlungen in den Museen zugänglicher zu machen.

Rolling Stone on Stage. Bildrechte: CC-BY https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/ Coding da Vinci, Foto: Thomas Nitz

 

An das Licht der Öffentlichkeit

Das fanden auch die Juroren und prämierten diese App mit einem Preis in der Kategorie “Out of Competition”. Damit gewann das Entwickler*innen Team den von SAP gestifteten Design Thinking Workshop am Hasso Plattner Institut in Potsdam. Eine hoffentlich gute Gelegenheit, die Webanwendung weiter zu entwickeln. Schön wäre es, wenn sie schon bald allgemein zugänglich würde, wohlmöglich als Release des Berliner Stadtmuseums. Wir warten also gespannt auf die Fortsetzung des Sommermärchens.

Dieser Blogpost ist der zweite in einer losen Sommerreihe, der die Ergebnisse des Hackathons Coding da Vinci beschreibt.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 3,40 von 5)
Loading...

Wikimedia:Woche 27/2015

Liebe Leserinnen und Leser der Wikimedia:Woche,

hier kommt nun die 27. Ausgabe im Jahr 2015. Doch vorweg möchten wir einen kleinen Hinweis geben: Kürzlich wurde der Jahreskompass für 2016 von Wikimedia Deutschland veröffentlicht. Bis zum 30. Juli können sich nun alle Interessierten mit eigenen Ideen in die Planung konkreter Maßnahmen einbringen. Weitere Informationen siehe unten.

Aber jetzt erst mal viel Spaß mit der Wikimedia:Woche.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

EnthusiastiCon: Programmieren ist persönlich, spannend und begeistert

Ein Beitrag von Julia Schuetze

Technisch und persönlich ging es auf der ersten EnthusiastiCon am 18. bis 21. Juni 2015 zu. 30 Begeisterte kamen zu Wikimedia Deutschland, um sich einmal für ein ganzes Wochenende auf eine etwas andere Weise dem Programmieren zu widmen.

Die persönliche Note verliehen die Teilnehmenden der Konferenz: Ein bunter Mix von Programmierenden und Interessierten schaffte es, die verschiedensten Seiten des Themas vielfältig zu beleuchten. Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,75 von 5)
Loading...

Wikimedia:Woche 26/2015

Hier kommt die 26. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2015.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Wikipedia-Treffen im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung

US-Wirtschaftsberater im Gästehaus Petersberg. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F011086-0027 / Wegmann, Ludwig / [CC BY-SA 3.0]

Am 26. Juni lud das Grandhotel Petersberg Wikipedia-Aktive im Rahmen des Bonner Wikipedia-Stammtisch zu einer Führung (mit Fotomöglichkeit) durch das geschichtsträchtige Gebäude ein. Wikipedianer Malabon, der das Treffen organisierte, berichtet.

Ein Gastbeitrag von Malabon, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor


Von diesem Gebäude auf dem Petersberg bei Bonn aus wurde die Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg regiert. 1892 als Hotel eröffnet, hatte das Gebäude ein unterschiedliches Schicksal:

International bekannt wurde es 1938, als der britische Premierminister Neville Chamberlain mit Adolf Hitler verhandelte, was später zum „Münchner Abkommen“ führte. Von 1949 bis 1952 residierte hier die Alliierte Hohe Kommission, die nach dem Besatzungsstatut u. a. die Gesetzgebung in der jungen Bundesrepublik ausübte. Nach 1952  wurde das Gebäude wieder als Hotel genutzt und beherbergte zahlreiche Staatsgäste der Bundesregierung. 1979 erwarb der Bund den gesamten Berg (mit Wald, Zufahrtsstraße und Hotel) und baute es zu einem Gästehaus um, das 1990 eröffnet wurde und seitdem von dem Hotelunternehmen Steigenberger als Grandhotel betrieben wird.  Seit der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin 1999 steht die Nutzung für Bundeszwecke nicht mehr im Vordergrund. Dennoch wurde das Hotel auch nach diesem Zeitpunkt für politische Zwecke, wie die Afghanistankonferenzen 2001/2002  genutzt.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,75 von 5)
Loading...

Das lange Schwitzen in der Nacht

Es folgt ein Beitrag von Dr. Bernd Gross, der am 5. Juli 2015 im Wikipedia-Kurier veröffentlicht wurde.

Als wir gestern nach 24:00 Uhr die Technischen Sammlungen Dresden verließen, sagte Conny: „Das war die heißeste Lange Nacht der Wissenschaften“. Er muss es ja wissen, denn diese Traditionslinie hatte maßgeblich Conny im Jahre 2006 eröffnet. Seither beteiligten Dresdner Wikipedianer – sehen wir von kleinen Unterbrechungen mal ab – fast jährlich mit Informationsständen bzw. Vorträgen zu Wikipedia und deren Schwesterprojekten am Veranstaltungsprogramm der Langen Nacht der Wissenschaften am Standort der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Und auch in diesem Jahr war es am 3. Juli wieder so weit, auch wenn die HTW nicht infrage kam und als Alternative die Technischen Sammlungen als Standort gewählt wurden.

37 LNdW-DD 2015.JPGMehr als zehn Wikipedianer und OpenStreetMapper (OSM) stellten ihre Projekte vor, angefangen mit dem Schreiben von Artikeln über das Fotografieren und Bebildern bis hin zum Erstellen von OSM-Karten. Die Entstehungsgeschichte des Artikels zu Dresden, der von Unukorno am 3. April 2002 mit 235 Bytes eröffnete wurde und an der sich in den letzten 13 Jahren 1962 Benutzer an 54 Seiten mit 240.952 Bytes zu schaffen gemacht haben, war mit einem A0-Poster ein besonders einladender Blickfang. Darüber hinaus wurden aktuell die Top-100-Fotos vom Fotowettbewerb Wiki Loves Earth 2015 vorgestellt. Auch die Wiki-Loves-Monuments-Kalenderposter mit den Fotos von 2014 wurden von den Besuchern gerne mitgenommen.
20 LNdW-DD 2015.JPG
Hinsichtlich der personellen, räumlichen, materiellen, informellen sowie technischen Ressourcen waren wir reichlich ausgestattet. Wikimedia Deutschland stellte mehr als reichlich Drucksachen und Souvenirs zur Verfügung, in den besten Räumlichkeiten der Technischen Sammlungen konnten wir ein „Wikimedia-Klassenzimmer mit 6 Laptops“ zur Nutzung durch die Besucher aufbauen. Im Ernemann-Turm war im Ansatz ein Vortragsraum nutzbar. Das Turm-Cafe übernahm für uns die Versorgung insbesondere mit Eis. Wir hätten also mit Leichtigkeit eine doppelte oder gar dreifache Besucherzahl verkraften können, wenn nicht die Biergärten bei über 30 Grad mit uns im Wettbewerb standen. Dennoch, die Ergebnisse der letzten Jahre konnten getoppt werden.
Wikimedia-Quizspiel-A3.jpg
Zu den Neuigkeiten gehörte auch ein auf Wikimedia zugeschnittenes Quizspiel. Daran beteiligten sich immerhin 17 Besucher, die sich danach stolz ein T-Shirt oder einen Wikipedia-Beutel o.a. aussuchen konnten. Von 23 Fragen wurden im Schnitt 13 richtig beantwortet. Zu den größten Fallen im Fragebogen zählte das Wort „Wiki“, was die meisten als Abkürzung für „world internet knowledge initiative“ ansahen und nicht als hawaiisches Wort für schnell verstanden. Ein jeder Teilnehmer war danach an einem Auswertungsgespräch sehr interessiert, was durchschnittlich 10 Minuten dauerte und die Neugier aller auf Wikipedia verdeutlichte, auch wenn nur einer zum Ausdruck brachte, dass er gerne aktiv mitmachen möchte.
34 LNdW-DD 2015.JPG
Typisch war auch, dass Wikipedianer und OSMler ein deutliches Interesse haben, sich untereinander über ihre Projekte auszutauschen. Auch ein Wikipedianer aus Oxford mit einem Wikidata-Poster war dabei. Es war kein geringerer als Markus Krötzsch, der Hauptentwickler des Semantic MediaWiki und nun ein Akteur von Wikidata, der einst im Team von Logik-Professor Steffen Hölldobler an der Technischen Univerität Dresden (TUD) brillierte, seit über einem Jahr wieder in Dresden lebt und an der TUD die nächste Generation von „Knowledge Machines“ entwickelt. Keiner aus der DD-Community hat ihn bislang dort gesehen, aber seine Teilnahme an künftigen DD-Stammtischen ist fest vereinbart. Übrigens kamen auch unsere Freunde vom Stadt-Wiki Dresden vorbei. Und Didi43 aus Bayern.

Insgesamt zeigte dieser Abend, dass die Lange Nacht der Wissenschaften, ähnlich den Museumsnächten, auch für Wikipedianer eine gute Gelegenheit ist, Wikipedia publik zu machen. In einigen Städten hat diese Nacht schon stattgefunden, wie in Magdeburg, Halle oder Leipzig. In Berlin und Potsdam steht sie am kommenden Wochenende (13.7.) bevor, mancherorts aber erst zum Ende des Jahres, so in Nürnberg am 24. Oktober und in Hamburg am 7. November. Vielleicht können die regionalen Wikipedianer noch ähnliche Initiativen ergreifen. Nicht zuletzt sei unserem Gastgeber, den Technischen Sammlungen Dresden für die großzügige Gastfreundschaft gedankt. Es war ein Auftakt für eine engere Zusammenarbeit und sicherlich nicht der letzte Besuch von Wikipedianern in diesem sehenswerten Technik-Museum, wo auch historische Wurzeln unserer Wikimedia-Projekte liegen.

Allen Teilnehmern, Mitwirkenden und Unterstützern sei herzlich gedankt.

Bilder: Dr. Bernd Gross, CC-BY-SA 4.0

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Harmonisierung im Wilden Westen – Ein Gastbeitrag von Dimitar Dimitrov

Die Veranstaltung der Reihe Das ABC des Freien Wissens am 8. Mai 2015 drehte sich um den Verhandlungsprozess für ein neues Urheberrecht auf europäischer Ebene (siehe Video).

Aktuell ist das Thema Panoramafreiheit nicht nur auf der politischen Agenda nach oben gerückt, sondern auch in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten. Tausende Wikipedianerinnen und Wikipedianer haben in einem Offenen Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlaments zur Erhaltung der Panoramafreiheit ihren Protest gegen eine womöglich drohende Abschaffung der Panoramafreiheit in einigen Mitgliedstaaten der EU ausgedrückt (Siehe auch Wikipedia:Initiative für Panoramafreiheit). Am 9.7. 2015 stimmt das Europäische Parlament über die Zukunft der Panoramafreiheit in Europa ab.

Dimitar Dimitrov ist seit 2013 lokaler Ansprechpartner für die Wikimedia-Aktivitäten in Brüssel. Dort arbeitet er gemeinsam mit anderen Vertretern der Wikimedia Chapter daran, den politischen Entscheidern Wege zu einem zeitgemäßen Urheberrecht aufzuzeigen. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen vor Ort.


Freie Fahrt für ein moderneres Urheberrecht? Dimitar Dimitrov. By Dimi z [CC BY-SA 3.0]

Ein Gastbeitrag von Dimitar Dimitrov, Free Knowledge Advocacy Group EU

Um einen Beitrag über die sich gerade in den Startlöchern befindend europäische Urheberrechtsreform zu schreiben, musste ich mir länger überlegen, ob hierbei Anspielungen auf Kafka oder auf Westernfilme treffender sind. Ich habe mich letzten Endes für die Western entschieden, und zwar mit Vorliebe für das Spaghetti-Sub-Genre. Zu ernst wollen wir uns nicht nehmen, und an ein an Happy End sollten wir allemal glauben.

Once Upon a Time in the West

Nach 1993 und 2001 gibt es nun den dritten ernsthaften Versuch, in Brüssel EU-Urheberrechtspolitik zu machen. Anfang der Neunziger sollte die Schutzdauer harmonisiert werden. Ein Prozess, der trotz einer zusätzlichen Direktive mit derselben Absicht anno 2015 immer noch nicht vollzogen ist.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Wiki-Dialogues go Wikimania – Broschüre zu den Wiki-Dialogen liegt nun auch auf Englisch vor

In Wikipedia und den Schwesterprojekten Erkenntnisse teilen, gemeinsam Probleme bearbeiten und Entscheidungen treffen – Seit dem vergangenen Jahr gibt es dafür ein neues Format: Die Wiki-Dialoge. Einige dieser Online-Treffen haben in der deutschsprachigen Wikipedia bereits stattgefunden, weitere sind derzeit geplant. Nun wollen wir das Format unter anderem bei der Wikimania auf internationaler Ebene bekannter machen.

Die Broschüre zum Wiki-Dialog gibt es nun auch auf englisch (zum herunterladen auf das Bild klicken), CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

Das Konzept Wiki-Dialoge wurde 2014 von den deutschsprachigen Wikimedia-Chaptern (Deutschland, Österreich, Schweiz) in Zusammenarbeit mit der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin und Mitgliedern der Wikipedia-Community entwickelt mit dem Ziel, eine Plattform anzubieten, auf der sich Wikipedianerinnen und Wikipedianer über verschiedene Aspekte der gemeinsamen Arbeit in Wikipedia und den anderen Wikimedia-Projekten austauschen können.

Bei den Wiki-Dialogen handelt es um Online-Treffen, die sich am Konzept der sogenannten cMOOCs (connectivist Massive Open Online Course)  orientieren. Anders als “herkömmliche” Wikipedia-Diskussionen haben Wiki-Dialoge einen klaren Rahmen, beispielsweise einen verbindlichen Zeitplan, eine Rollenverteilung und ein zuvor definiertes Ziel.

Bislang haben bereits einige Wiki-Dialoge stattgefunden, so beispielsweise zu den Themen Qualität („Warum ist es weniger attraktiv geworden ‚gute Artikel‘ zu schreiben?“) oder zur Gestaltung des Anforderungsprofils für den Zedlerpreis 2015. Ganz aktuell hat Benutzer:Achim Raschka einen Wiki-Dialog zum Thema Einleitung biografischer Artikel und genealogische Zeichen gestartet, ein Thema, das die Community seit Jahren beschäftigt.

Anfang 2015 wurden die Ergebnisse des Projektes in der Broschüre  “Wiki-Dialog – Ein Konzept für digitales Lernen in Wikipedia-Communities” anwendungsbezogen zusammengefasst. Die Publikation soll als Anleitung für die Initiierung eigener Dialoge dienen und enthält neben grundlegenden Informationen über das Projekt auch detaillierte Informationen darüber, wie die Dialoge aufgebaut sind und durchgeführt werden.

Die Broschüre wurde nun pünktlich zur anstehenden Wikimania in Mexiko auch ins Englische übersetzt und soll unter anderem dort beworben werden, um das Konzept auch auf internationaler Ebene bekannt zu machen. Da die Broschüre nicht gedruckt wird, sondern ausschließlich als PDF-Download vorliegt, haben wir für die Wikimania eigene Postkarten erstellt, die den Link zum PDF auf Commons enthalten.

Weitere Informationen zu den Wiki-Dialogen sind auf der WP-Projektseite zu finden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 3,67 von 5)
Loading...

Die fruchtbare Dialektik von Coding da Vinci

Warum man sich bei 34°C an einem Sonntag 20 Apps anschaut und das cool findet.

Die Ergebnisse

Am vergangenen Sonntag fand im Jüdischen Museum Berlin die Preisverleihung von Coding da Vinci – Der Kulturhackathon statt. Wesen eines Hackathons ist es, dass Hacker, also Softwareentwickler und Programmierer, in kurzer Zeit – 24, 48 oder 72 Stunden –  neuen Code schreiben. Manche tun es gemeinsam, manche lassen sich nur von der Anwesenheit der Kollegen stimulieren und manche übertreffen die Erwartungen. So ist auch beim Programmierwettbewerb Coding da Vinci, den Wikimedia Deutschland gemeinsam mit seinen Partnern, der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle für Digitalisierung und der Open Knowledge Foundation durchführt. Sicher, da gibt es noch ein paar Details: Der Hackathon geht über Wochen anstelle der üblichen Stunden. Der Rohstoff für die Aktivitäten der Coder sind ausschließlich digitalisierte Kulturgüter aus Deutschlands Museen, Archiven und Bibliotheken. Und schließlich stehen sowohl die Daten als auch die neu programmierten Anwendungen unter freier Lizenz. Wir haben darüber schon mehrfach berichtet.

Jeder würde jetzt erwarten, dass ich mich über messbare Erfolge – SMARTs eben – auslasse. Feiern, dass wir 600.000 Mediafiles zur Verfügung stellen konnten, und mit Wikidata, GND und den Beständen der DDB irgendetwas um die 65 Millionen Metadaten. Jubeln, dass zur Präsentation der 20 Projekte im Wettbewerb schätzungsweise 180 Personen kamen, obwohl man es niemanden verdenken konnte, der bei 34°C lieber irgendwo im Schatten chillte. Aber das kann man alles der Pressemitteilung entnehmen. Dort ist auch zu lesen, welche Projekte die fünf Jurypreise gewannen. Und dass die Botanikerapp Floradex “Everybody’s darling” – aka Publikumspreis – war. Stattdessen möchte ich lieber über ein Wettbewerbsprojekt schreiben, das aus meiner ganz persönlichen Sicht eine besondere Qualität von Coding da Vinci belegt.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Technische Wünsche werden wahr — Bausteine für eine Zusammenarbeit von Communitys in den Wikimedia-Projekten und der Software-Entwicklung bei Wikimedia Deutschland

Freies Wissen in der Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten wird mit Hilfe von Software eingegeben, bearbeitet und verbessert. In einem Konzeptpapier stellt Wikimedia Deutschland Rahmenbedingungen vor, wie diese Software von den Communitys verbessert werden kann und neue Anregungen von Autorinnen und Autoren aufgenommen werden können. Der Prozess, in dem diese Rahmenbedingungen entwickelt wurden, ist selbst hoch kollaborativ und entstand über Monate aus Veranstaltungen vor Ort mit Freiwilligen und Diskussionen im Netz. Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Empfiehl diese Seite