Etwas fürs Auge (und fürs Ohr und für den Magen) im Wedding

Ein Beitrag von Maria Heuschkel basierend auf einem Gespräch mit dem Wikipedia-Autoren Benutzer:BotBln zum Projekt WikiWedding in Berlin und einer Wanderausstellung zum Thema Wedding.

„WikiWedding heißt eben nicht nur der Ortsteil Wedding, sondern der alte Umfang: einschließlich Gesundbrunnen.“

Es geht also um den ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding – das heißt, es geht nicht um den heutigen Ortsteil Berlin-Wedding, sondern um das Gebiet der heutigen Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen. Als eine der prägnantesten Erinnerungen des Abends habe ich als Gast bei der am 25. Januar 2017 stattgefundenen Vernissage des WikiWedding diese Information mit nach Hause genommen.

Die Freiwilligen um den WikiWeddding haben dabei in den Räumen des Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße, in welchem der WikiWedding ein Zuhause gefunden hat, eine Einführung in den Wedding geboten, welche über allgemeine Informationsvorträge und Broschüren hinausgeht.

Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen

„Das war ein kultureller Rundumschlag.“ stellt Benutzer: BotBln fest, mit welchem wir uns zusammengesetzt haben, um seine Perspektive auf den WikiWedding und die Vernissage zu erhalten. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um 25 Bilder auf Hartschaumplatten mit unterschiedlichen Motiven aus dem Wedding. Die Anwesenden konnten dabei an einem kleinen Ratespiel teilnehmen, welche Motive denn nun genau gezeigt wurden und somit die Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen. Die Motive wurden von einer Jury aus einem Fundus von 200 Bildern, die auf Commons liegen und in irgendeiner Verbindung zum Wedding stehen, ausgewählt. Dabei handelt es sich um „Altes und Neues, Renoviertes und Zerstörtes, Technisches und Naturnahes, Innen und Außen, von Oben betrachtet und im Untergrund, Künstlerisches und Alltägliches“, und es ging keineswegs darum, „dass die Fotos mit der höchsten Qualität das Rennen machen. Ziel kann sein zu zeigen, wie vielfältig und bunt dieser Teil Berlins ist“ wie uns BotBln mitteilt.

Darüber hinaus wurden die Gäste „mit zwei Vorträgen“ unterhalten, „die verschiedener nicht hätten sein können. Zum einem mit der puren Darstellung der Geschichte des Bezirkes und zum anderen einfach mal darzustellen, was mit einem Artikel (in diesem Falle zum Wedding) in seiner Zeit passiert. Vom ersten Einstellen, zu einem immer größer werdenden Artikel – bis hin zur völligen Zerstörung und Sekunden danach zur Wiederherstellung.“

Neben der Bebilderung des Weddings, welche sich die Freiwilligen seit 2016 verschrieben haben, wurden die gut 50 Gäste mit einem bunten Rahmenprogramm aus innovativen musikalischen Klängen und hausgemachter Berliner Verpflegung inklusive Wurst mit Schrippe unterhalten. BotBln hat auch erst nach der Vernissage erfahren, dass die kostenfreie Verpflegung der Gäste auf Vernissagen nicht mehr üblich sei, aber mit den „verschiedenen finanziellen Spendern des Abends haben wir es geschafft, dass es für die Gäste frei war.“

Neue Freiwillige sind herzlich willkommen

WikiWedding, ein Projekt, welches seit Anfang 2016 von Wikimedia Deutschland gefördert wird, beschäftigt sich vor allem um die Beackerung des Themenbereichs Wedding in der Wikipedia und will interessierten Weddingern und Nicht-Weddingern die Wikipedia und/oder diesen Teil Berlins näher bringen. Konkret geht es auch darum, „Leute zu treffen, die konkret an bestimmten Artikeln arbeiten. Im günstigsten Fall für uns (eben weil das unser Ansinnen ist) über den Wedding Artikel zu machen – das ist aber kein Muss.“ Dies wird ebenfalls durch regelmäßige Sprechstunden in der Schillerbibliothek in der Müllerstraße oder der Lorberg/Schultze-Berndt-Bibliothek in der Seestraße sowie durch Offene Sonntage im Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße 16 erreicht: „Dann haben wir die Chance konkret bei Fragen von Außenstehenden oder Neu-Wikipedianern zu helfen: wenn es ein Problem gibt in Artikeln oder wenn jemand die Arbeit zurückgesetzt hat; wenn sie irgendwelchen Ärger kriegen oder Frust.“

Der Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße war Veranstaltungsort der Vernissage im Januar und somit Anfangspunkt der geplanten Wanderausstellung. Auch Vertreterinnen der GESOBAU und von Gangway e. V., als Sponsoren des Ladens, waren dabei und haben ihrer Begeisterung für das Projekt in Grußworten zum Ausdruck gebracht. Dabei ist der Nachbarschaftsladen laut BotBln nicht seit Anfang an das Zuhause des Projekts gewesen, doch jetzt „ist das doch ein guter Platz um Leute einzuladen. Wir haben eine Heimat, wo man in Ruhe vor sich hinarbeiten kann. Wir fühlen uns komplett alle wohl und ich arbeite hier einfach an meinen Pflanzenartikeln weiter.“

Die Ausstellung soll auf Reise gehen

Ich habe im Rahmen des Ratespieles des Vernissage ganze zwei Motive zuordnen können und habe somit als frischgebackene Neu-Weddingerin (im heutigen Ortsteil Gesundbrunnen und im ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding) eher versagt. Die Ausstellung verweilt noch im Nachbarschaftsladen, bis sie an den nächsten Ausstellungsort geschickt wird. „Es soll erst einmal eine Wanderausstellung sein, die zunächst im Laden gezeigt wird und dann auf Reise geht: zum Beispiel in Bibliotheken oder in die Geschäftsstelle. Vielleicht auch in eine andere Stadt, wenn es jemand haben will.“

Auch wenn die Organisation der Veranstaltung, sowie die Koordinierung der verschiedenen Aufgaben (auch noch über den Jahreswechsel, über welchem sich die meisten im „Winterschlaf“ befanden) viel Stress für die Ehrenamtlichen bedeutete – „am Ende lief alles gut. Auch in allen verschiedenen Rollen, die ich an dem Abend hatte: die Betreiber zufrieden zu stellen, für Wikipedia und für den Nachbarschaftsladen.“

Ausgewählte Ausstellungsstücke

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 4,33 von 5)
Loading...

„Wikipedia spielt..“ im Lokal K

Ein lokaler Raum, zwei Tage und unendlich viele Spiele. Ein Beitrag von Achim Raschka und Chiara Weiß.

Nach einem etwas umständlichen Weg vom Hotel ins Lokal K, der beinahe mit Orientierungslosigkeit im beschaulichen Köln geendet hätte, konnten wir die Hackländerstraße doch rechtzeitig erreichen.

Organisator Achim und zwei weitere Teilnehmende hatten bereits um Punkt 11 Uhr die erste Spielerunde begonnen und bildeten das Empfangskomitee; nach und nach trudelten weitere Menschen ein und am Nachmittag war der Raum mit etwa 20 Leuten gut gefüllt.

Man fühlt sich direkt wohl im Lokal K. Die Sitzecke lädt zum Entspannen ein, es gibt eine Menge Bücher – mit einer besonders großen Auswahl an Käsefachliteratur –, und in der Küche bekommt man Kaffee, der, falls Achim ihn kocht, einen „drei Tage lang wach hält“ (so Micha, der Admin der Facebook-Gruppe „Brettspiele(n) in Köln“ und Mitorganisator der Kölner Spieletreffen).

Und schon befanden wir uns mitten zwischen neuen Leuten, Spielen, Regeln, Verständnisfragen, ratlosen und erklärenden Gesichtern, Gewinnen und Verlieren. Über beide Tage verteilt herrschte ein reges Kommen und Gehen, alle Neuankömmlinge wurden mit einem fröhlichen Hallo aus der Runde begrüßt und gesellten sich einfach dazu.

Mal spielten alle als große Gruppe, mal zu zweit; manche Spiele wurden gleich wieder weggelegt, andere hatten nach 20 Jahren im Regal ihr Comeback. Klassiker wie das Kneipenwürfelspiel Bluff oder das Hochhausspiel Manhattan kamen ebenso auf den Tisch wie Neuheiten der letzten Jahre.

Am zweiten Tag wurde parallel zum kooperativen Robinson Crusoe, dem Räuberspiel Colt Express und dem Spiel Bezzerwizzer (ein Spiel, dessen Titel Wikipedianern einfach zusagen muss) dann sogar der Prototyp eines in der Entwicklung befindlichen Spiels aufgebaut: Der Dungeon-Crawler Operation C von Meg Griffin entführt die Spieler in ein Biowaffentestzentrum, wo sie und ihre Figuren von genmanipulierten Spinnen und Dinosauriern attackiert werden.

Seit kurzem trifft sich jeden Dienstag sowie jeweils an einem Wochenende im Monat eine Gruppe Spielebegeisterter im Lokal K. Aber es geht nicht nur darum, gemeinsam Spiele auszuprobieren.

Das Projekt Portal:Spiele/Wikipedia spielt … verfolgt das Ziel, eine Verbindung zwischen der Online-Community von Facebook und Wikipedia und dem realem Zusammentreffen dieser zwei bislang noch wenig zusammengewachsenen Welten zu schaffen und mittelfristig aus dem Kreis der Spielenden potenziell interessierte Neu-Autor*innen zu gewinnen.

Geplant ist erstmal ein Heranführen von bislang nicht oder nur wenig mit Wikipedia konfrontierten Spieler*innen an die Wikipedia-Welt und vice versa. In der Wikipedia sollen Neuanlagen und Erweiterungen entstehen, Artikel sollen aktualisiert und die Bebilderung (soweit dies möglich ist) verbessert werden. Auch die Verlinkung zu Wikidata und externen Seiten ist Teil des Programms.

Neu angelegt wurden im Zuge des Projekts bisher bereits 27 Artikel zu Spielen, 11 zu Spieleautor*innen und ein Artikel zu einem Spielkartenverlag, weitere Artikel und Artikelerweiterungen sind in Planung. Auf Wikidata wurde zudem das Wikiproject Board Games gestartet, um die Datenbankeinträge zu pflegen und zu harmonisieren.
Neben den Treffen in Köln findet „Wikipedia spielt …“ auch in den lokalen Räumen in Hamburg und München statt, in Berlin ist es in Planung und wird wohl in den nächsten Wochen Fahrt aufnehmen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Bewertungen, Durchschnitt: 4,33 von 5)
Loading...

Mach mit: Videos für den leichteren Einstieg bei Wikipedia

Wikipedia lesen ist für Viele ganz alltäglich. Dass aber alle auch mitschreiben und ihr Wissen einbringen können, ist oft nicht bekannt. Wichtig ist uns als Wikimedia Deutschland daher, schon zum Einstieg zu zeigen, dass Editieren in der Wikipedia Spaß macht. Durch Gespräche mit der Community sowie Erfahrungen aus dem Movement gehen wir davon aus, dass neue Autoren und Autorinnen mit dem Einsatz von Bewegtbild besser an die Hand genommen werden können. Im 4. Quartal 2016 haben wir daher drei verschiedene Videoformate produziert, die Neuautorinnen und -autoren auf verschiedenen Ebenen die Wikipedia näher bringen sollen.

 

Gemeinsam mit dem netzpolitischen Künstler Alexander Lehmann entstand dieses Attention-Desire-Action-Video (kurz ADA). Es ist ein humorvolles und niedrigschwelliges Video, das zeigt: „Cool! Bei der Wikipedia kann ich mitmachen!“. Es soll den Leserinnen und Leser der Wikipedia verdeutlichen, dass und wie sie sich aktiv beteiligen können. Für das Video wurde ein eigener Illustrationsstil entwickelt, der auch auf flankierenden Produkten eingesetzt werden kann. Das Video eignet sich gut, um außerhalb der Projekt- und Organisationswebseiten Aufmerksamkeit für Wikipedia und Wikimedia zu generieren.

 

 

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 4,71 von 5)
Loading...

WikiWomen waren unterwegs in Berlin – wie war es?

Gastbeitrag von IvaBerlin

Bei monatlichen Treffen kommen seit 2013 erfahrene Wikipedianerinnen und interessierte Neu-Autorinnen in Berlin zusammen. Es werden sowohl offene Fragen zu Artikeln geklärt als auch gemeinsam editiert. Dabei fiel auf, dass es weiterhin viele Artikel in der Wikipedia gibt, die durch mehr weibliche Beteiligung entweder vom Blickwinkel her oder inhaltlich zu verbessern bzw. zu ergänzen wären.

Unabhängig davon wurde von den Frauen immer wieder festgestellt, dass es zu zahlreichen Berliner Frauenprojekten bislang keine eigenständigen Artikel in der Wikipedia gibt, obwohl sie immer wieder in Artikeln erwähnt werden. Als Beispiel sei Das Verborgene Museum genannt, welches seit 1986 Kunst von Frauen ausstellt. Auch der Ort namens „Treffpunkt und Kultur für Frauen Begine“ feierte 2016 sein 30-jähriges Jubiläum, fand jedoch bisher keine Artikel-Berücksichtigung. Daher wurde eine Lösung dafür gesucht und mit dieser Veranstaltungsreihe sollte daran etwas geändert werden.

WikiWomen unterwegs in Berlin bot im vergangenen Jahr Treffen an Frauen-Orten und -Treffpunkten sowie in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland an: Im jeweils ersten Monat eines Quartals wurde gemeinsam ein Besuch an einem solchen bisher unberücksichtigten Frauen-Projekt organisiert und beworben. In den darauf folgenden Monaten wurden diese Termine in der Praxis umgesetzt. Anschließend wurde der Artikel zu dem Frauen-Projekt in einem separaten Termin vervollständigt und in die Wikipedia verschoben.

Auf diese Weise stellten wir den ersten Artikel über „Das Verborgene Museum“ fertig. Daraus wurden dann letztlich 2 Artikel – einer über den Ort und einer über die Ausstellung. Außerdem entstanden in diesem Zusammenhang auch noch Artikel über einzelne Frauen wie z.B. der über Gisela Breitling und der über Alexandra Goy.

Im zweiten Quartal hatten wir Kontakt mit dem Frauenmuseum, wozu auch ein Artikel in Arbeit ist. Da dieses Projekt keinen festen „eigenen“ Ort hat, gelang es bisher nicht, den Artikel fertig zu stellen. Anschließend erfolgte der Besuch von Evas Arche – dem (einzigen) ökumenischen Frauenzentrum. Auch hier ist ebenso wie für die „Begine“ ein Artikel in Arbeit.

Während des Projektverlaufs stellte sich heraus, dass insgesamt deutlich mehr Zeit als ursprünglich gedacht gebraucht wird, um einen Artikel gemeinsam so weit zu bringen, dass alle Beteiligten zufrieden waren. Außerdem lässt sich bestätigen, was im Projekt „WikiWedding“ deutlich wurde: „Die […] Interessierten scheiterten an der „Kurz“einführung in Technik und erwartete Verhaltensweisen, die mittlerweile erstaunlich lange dauert.“

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Alle Beteiligten waren erstaunt, wie lange es dauert, eigenständige Artikel über Frauenprojekte in der Wikipedia zu schreiben. Daher muss und wird es auf jeden Fall als Fortsetzung auch weiterhin Einzel-Veranstaltungen in dieser Richtung geben. Und: es lohnt sich!

Termine und Veranstaltungen für 2017

  • jeden 1. Mittwoch im Monat: WomenEdit in Berlin

Mitarbeit in der Wikipedia

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (8 Bewertungen, Durchschnitt: 4,13 von 5)
Loading...

Wikimedia:Woche 5/2017

Abraham Taherivand wurde als Vorstand von Wikimedia Deutschland bestätigt. Neue Vorstände wurden auch bei Wikimedia Belgien und der WikiProject Medicine Foundation gewählt. Die Wikimedia Foundation erhielt 500.000 US-Dollar zur Verbesserung des Community-Befindens und sucht Koordinatoren für den Movement-Strategieprozess. Eine weitere Stelle (Engineering Manager) ist derzeit bei Wikimedia Deutschland ausgeschrieben.

Außerdem in der Wikimedia Woche 5/2017: Ein Bericht über die WikiIndaba in Ghana, ein Kommentar von Katherine Maher zu dem US-Einreise-Dekret und die neue internationale Version der Wikimedia-Commons-Broschüre.

Zur Wikimedia:Woche 5/2017 geht es hier.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Wikimedia:Woche 4/2017

In der Wikimedia:Woche 4/2017 ist unter anderem ein Statement der Wikimedia Foundation zu bezahltem Schreiben zu finden. Mit drei Milliarden Edits wurde ein neuer Meilenstein bei den Wikimedia-Projekten erreicht und es gibt neue Wikipedia-Erklärvideos, die Zusammen mit der Simpleshow Foundation entstanden sind.

Zur Wikimedia:Woche 4/2017 geht es hier.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...