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Archiv für die ‘Meilensteine’ Kategorie



Die Digitalen Römer – Wikidata trifft Archäologie

 

Teilnehmer des Symposiums
Foto: Katja Ullrich (WMDE) CC-BY-SA 3.0

Am Samstag, den 16. März hat Wikidata die Archäologie getroffen.
Bei dem eintägigen Symposium zur Anwendung von Geodaten in den Alterswissenschaften wurde oft die Datenwelt rund um den Limes, den Grenzwall des Römischen Reiches zwischen dem 1. und dem 6. Jahrhundert n.Chr., als Beispiel für gelungene Ansätze der digitalen Wissensvermittlung herangezogen.

Für mich als in Hessen geborenes Präsidiumsmitglied, der oft das Kastell Saalburg in seiner Jugend besuchte, eine Möglichkeit in Erinnerungen zu schweben. Wir trafen uns, im Gegensatz zum ersten Treffen des Wikipedia-Limesprojekt nicht auf der Saalburg, sondern in der wunderbaren Bibliothek des Auswärtigen Amtes in Berlin.

 

Das Symposium war ein Kooperationsprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und der Wikimedia Deutschland e.V. – Dank für die Möglichkeit in diesem Rahmen zu produktiver Arbeit zusammenzukommen geht an Nicole Kehrer, Pressereferentin des DAI, Prof. Dr. Reinhard Förtsch, dem wissenschaftlichen Direktor für Informationstechnologien am Deutschen Archäologischen Institut und der Spiritus Rector des Symposiums und an Barbara Fischer, Kuratorin für Kulturpartnerschaften bei der Wikimedia Deutschland e.V.

Bevor es am Schluss des Symposiums engagiert um die Zukunft der breiten Wissensvermittlung sowie die Chancen und Umsetzungsschritte einer offeneren Wissenschaft und Gesellschaft ging, wurden einige beeindruckende Tools und Plattformen vorgestellt. Diese zeigen auf unterschiedlichste Weise, wie mit dem offenen Austausch von Daten der Alterswissenschaften breite Bevölkerungskreise und interessierte Fachöffentlichkeit neue Wissenswelten betreten können.

Gerade die karten-basierte Darstellung von historischen Fakten in Raum und Zeit zeigt besonders schön die Potentiale für Wissen und Bildung, wenn offene strukturierte Datensätze zusammenfliessen. Ein wunderschönes Beispiel, das aus einer privaten Initiative entstanden ist, wurde von René Voorburg vorgestellt. Ursprünglich entwickelt, weil er mit seinen beiden Söhne unterwegs eine altertümliche Stätte des Limes gesehen hatte, entwickelte er mit großer Leidenschaft und später einigen Mitstreitern vici.org “Veni, vidi, [wi:ki:]” Eine Online-Karte, auf der man die historischen Stätten verorten kann.

Bibliothek des Auswärtigen Amtes Berlin
Foto: Katja Ullrich (WMDE) CC-BY-SA 3.0

Dr. Elton Barker von der Open University, Southhampton präsentierte Pelagios (Pelagios: Enable Linked Ancient Geodata In Open Systems), einen Netzwerkknoten für Linked Open Data in der weiten See der Altertumswissenschaften. Eine weitere, bereits beeindruckend umfangreiche karten-basierte offene Datenbank wurde von Prof. Tom Elliot (University of Alabama, Tuscaloosa, USA) vorgestellt: Pelaides. In seinem Vortrag zeigte er beispielhaft, wie sich die verschiedensten offenen Datenbanken weltweit vernetzten und somit neue Chancen entstehen.

Im Rahmen des erst kürzlich weltweit gestarteten Wikidata-Projektes wurde vom RENDER-Team die interaktive Limes-Karte vorgestellt, mit der der User sehen kann, wie sich der Limes mit seinen Kastellen über die Jahrhunderte entwickelte. Das seit 7 Jahren in der Wikipedia laufende Limesprojekt wurde von seinem Initiator Hartmann Linge mit einer beeindruckenden (Zwischen)-Bilanz vorgestellt.

“Quo vadimus?” – Zum Schluss des Symposium gab es noch eine lebendige Diskussion, in die sich auch Peter Henrich von der Deutschen Limes Kommission kritisch einbrachte. Es wurde die Notwendigkeit deutlich, dass unnötiger Streit auf der operativen Ebene einem neuen Bewusstsein weichen sollte. Einem Bewusstsein dafür, dass “altehrwürdige Gatekeeper” und die Vertreter einer offeneren Wissenswelt aufeinander zugehen müssen, damit gesellschaftliche Ziele definiert werden können, wie wir verantwortungsvoll eine neue Qualität in der Wissensvermittlung und den Erkenntnisgewinn für jedermann und jedefrau in einer digital vernetzten Welt gestalten können. Wikidata, wenn auch noch jung, stellt hierfür eines der Werkzeuge dar, mit denen Wissensfelder und Sprachen überwunden werden können. Ein spannender Aufbruch, gemeinsam frisch ans Werk.

 

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Literaturstipendium feiert Meilenstein

Im Januar 2008 erhielt erstmals ein Autor der Wikipedia ein Literaturstipendium zugesprochen – eine Idee aus der Redaktion Biologie wurde damit durch Wikimedia Deutschland in die Tat umgesetzt. Mit diesem Buch legte damals der Benutzer Griensteidl den Grund für das bis dato in der Wikipedia unbearbeitete Feld Paläobotanik.

Weit über 30 weitere Literaturstipendien wurden seitdem vergeben, zu den Biologen kamen Historiker, Mathematiker und zuletzt die Chemiker. Alle Stipendiaten haben seither im Lauf der rund zweieinhalb Jahre zahlreiche Artikel anhand ihrer Stipendien neu angelegt, überarbeitet oder ergänzt.

Es passt besonders gut, das nun ausgerechnet Griensteidl den 1000. Literatur-Stipendiumsartikel verfasst hat – der Artikel zur Sägepalme ist Teil seines Palmen-Projektes, das sich zu weiten Teilen auf sein zweites Literaturstipendium stützt. Wikimedia Deutschland sagt ihm und mit ihm allen Autoren, die zu diesem Erfolg beigetragen haben „Danke“.

Das Literaturstipendium will hiermit aber nicht nur die Erfolge der Vergangenheit feiern. Aktuell befindet es sich in einer Überarbeitungsphase – ein kommender Relaunch soll das „LitStip“ anhand der bisherigen Erfahrungen sowie mit Hilfe von Ideen aus der Community flexibler, schneller, zugänglicher und transparenter werden lassen. Damit es noch nachhaltiger wirken kann und die nächsten 1000 Literaturstipendiumsartikel noch schneller geschrieben werden.

Freuen wir uns auf all die Artikel, die noch hinzukommen werden. Vielleicht sind dabei auch welche von Dir?

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Wikipedia ist Millionär

Gestern überschritt die deutschsprachige Wikipedia einen Meilenstein ihrer Geschichte: Die 1.000.000-Artikel-Marke wurde geknackt. Gegen 11:32 Uhr setzte ein Wettstreit um die besten Plätze ein, innerhalb weniger Minuten wurden mehr als 300 neue Artikel eingestellt. Gekürt wurde – nicht unumstritten – der Artikel zu Ernie Wasson, einem amerikanischen Botaniker und Gartenbauwissenschaftler.

Wir gratulieren der Wikipedia und allen Freiwilligen, die an diesem beachtlichen Wachstum mitgewirkt haben. Mehr als 1.000.000 Artikel sind eine eindrucksvolle Leistung. Bei aller ernstzunehmenden Kritik ist dies eine gute Gelegenheit, auch einmal inne zu halten und das, was bereits geschaffen wurde, mit Stolz zu betrachten. Wir freuen uns mit euch über diesen Meilenstein und auf die weitere Entwicklung des Projekts, das wir auch weiterhin mit besten Kräften unterstützen.

Eine spürbare Ruhepause nach einem solchen Erfolg gönnt sich Wikipedia nicht. Während der 1.000.000ste Artikel von Löschung bedroht war und in kurzer Zeit ausgebaut, mit Belegen versehen und bebildert wurde, entstanden zahlreiche weitere Artikel und andere wurden verbessert.

Lasst uns so weitermachen und auf die nächste runde Zahl hinarbeiten: gemeinsam, qualitätsbewusst und konstruktiv.

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