Archiv für die ‘Wikipedia’ Kategorie



Using Wikidata to Improve the Medical Content on Wikipedia

German summary: Vor einigen Tagen wurde eine wissenschaftliche Veröffentlichung publiziert die sich damit beschäftigt wie Wikipediaartikel zu medizinischen Themen durch Wikidata verbessert werden können. Hier stellen sie die Veröffentlichung und ihre Ergebnisse vor.

 

This is a guest post by Alexander Pfundner, Tobias Schönberg, John Horn, Richard D. Boyce and Matthias Samwald. They have published a paper about how medical articles on Wikipedia can be improved using Wikidata.

An example of an infobox that shows drug-drug-interactions from Wikidata. Including this information could be of significant benefit to patients around the world.

The week before last a study was published in the Journal of Medical Internet Research that investigates how Wikidata can help to improve medical information on Wikipedia. The researchers from the Medical University of Vienna, the University of Washington and the University of Pittsburgh that carried out the study are active members of the Wikidata community.

The study focuses on how potential drug-drug interactions are represented on Wikipedia entries for pharmaceutical drugs. Exposure to these potential interactions can severely diminish the safety and effectiveness of therapies. Given the fact that many patients and professionals often rely on Wikipedia to read up on a medical subject, the quality, completeness and relevance of these interactions can significantly improve the situation of patients around the world.

In the course of the study, a set of high-priority potential drug-drug-interactions were added to Wikidata items of common pharmaceutical drugs (e.g. Ramelteon). The data was then compared to the existing information on the English Wikipedia, revealing that many critical interactions were not explicitly mentioned. It can be expected that the situation is probably worse for many other languages. Wikidata could play a major role in alleviating this situation: Not only does a single edit benefit all 288 languages of Wikipedia, but the tools for adding and checking data are much easier to handle. In addition, adding qualifiers (property-value pairs that further describe the statement, e.g. the severity of the interaction) and sources to each statement puts the data in context and makes cross-checking easier . In the study Wikidata was found to be capable to act as a repository for this data.

The next part of the study investigated how potential drug-drug interaction information in Wikipedia could be automatically written and maintained (i.e. in the form of infoboxes or within a paragraph). Working with the current API and modules, investigators found that the interface between Wikidata and Wikipedia is already quite capable, but that large datasets still require better mechanisms to intelligently filter and format the data. If the data is displayed in an infobox, further constraints come from the different conventions on how much information can be displayed in an infobox, and whether large datasets can be in tabs or collapsible cells.

Overall the study comes to the conclusion that, the current technical limitations aside, Wikidata is capable to improve the reliability and quality of medical information on all languages of Wikipedia.

The authors of the study would like to thank the Wikidata and Wikipedia community for all their help. And additionally the Austrian Science Fund and the United States National Library of Medicine for funding the study.

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Die längste These der Welt. Das Leistungsschutzrecht badet lau in Düsseldorf

Düsseldorfer Landtag, Saal für Ausschüsse. Foto: Mbdortmund, Free Art License / via Wikimedia Commons

Vater Rhein, viel gepriesen und besungen, eignet sich nicht für Turbulenzen. Auch die Bewohner rechts und links seiner Auen gelten gemeinhin als äußerst freundliche und gesellige Menschen, denen stärker an obergärigen Getränken als an obertourigen Gesetzesfolgendebatten gelegen ist. Doch hier macht das Leistungsschutzrecht für Presseverleger (LSR) einen Strich durch die Rechnung. Denn es zwingt die Rheinländer zur Auseinandersetzung mit einer Sache, die irgendwo oben, im Sibirien Deutschlands (K. Adenauer), verbockt wurde. Aber schön der Reihe nach.

Mit dem LSR, das am 1. August 2013 in Kraft trat, wurde Presseverlagen das ausschließliche Recht eingeräumt, ihre Texte zu gewerblichen Zwecken im Internet zu veröffentlichen. Suchmaschinenbetreiber und Aggregatoren wurden damit lizenzpflichtig. Durch die in letzter Minute hineinverhandelte Einschränkung, dass weder „einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte“ davon betroffen seien, wurde der eigentliche Schutzgegenstand dennoch sehr unbestimmt belassen. Christoph Keese, Cheflobbyist des Springer-Konzerns, gab gegenüber dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier jüngst seine Interpretation ab, dass auch Überschriften durchaus schutzfähig “im Sinne des Gesetzes” sein könnten. Die Konfusion könnte kaum größer sein.

Entkernt und einzigartig

Wikimedia Deutschland beschäftigt sich mit dem LSR seit seeeehr langer Zeit. Bei Veröffentlichung des ersten Referentenentwurfs im Jahr 2012 äußerten wir unsere Sorge vor möglichen Kollateralschäden für die Belegpraxis in Wikipedia. So sahen wir die  Problematik “betexteter” Weblinks, die trotz höchstinstanzlich garantierter Linkfreiheit plötzlich unter den Schutzumfang des LSR fallen könnten. Auch Schutzrechtsberühmungen bei Neukompositionen von Presse- und Wikipedia-Inhalten schienen uns ein sehr realistisches Szenario zu sein.

Als es in die chaotische Endphase des Gesetzgebungsprozesses ging, stellte mein Kollege Mathias Schindler hier im Blog die Gretchenfrage: “Sind Wikipedia und ihre Schwesterprojekte von diesem LSR direkt und unmittelbar betroffen? Nein, vermutlich nicht (…) Ob dennoch ein Verlag Anstoß an einer Handlung nimmt und versucht, sein Verbotsrecht durchzusetzen, weiß auch unsere Glaskugel nicht.” Gestützt auf die Befunde renommierter Fachwissenschaftler kritisierte er die Einführung “eines unsinnigen, entkernten, weltweit einzigartigen und rechtssystematisch problematischen Gesetzes”. Danach hätte man eigentlich zur Tagesordnung übergehen können.

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Monsters of Law Nr. 5: Wiki-Immunity – Bleibt die Wikipedia in Deutschland rechtlich geschützt?

Dies ist ein Gastbeitrag von Lukas Mezger (Benutzer:Gnom), Präsidiumsmitglied von Wikimedia Deutschland e. V.

Foto von Christopher Schwarzkopf, CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Wikipedia beschreibt nicht nur archäologische Stätten, U-Bahnhöfe und Leuchttürme – die deutschsprachige Version enthält mittlerweile weit über eine halbe Million Biografien. Aber was kann ich eigentlich tun, wenn eine unzutreffende Behauptung in “meinem” Wikipedia-Eintrag steht? Was, wenn dieser vermeintlich durch Quellen belegte Fakt mein Ehrgefühl verletzt oder negative Konsequenzen für mein Berufs- oder Privatleben bedeutet? Und wie kann geprüft werden, was im öffentlichen Interesse in der Wikipedia stehen sollte und ab wann die Grenze zur Übertretung der Privatsphäre erreicht ist?

Wer kann für Falschbehauptungen in Wikipedia belangt werden?

Am 5. März sprach Jan Mönikes, Rechtsanwalt und Experte für Urheber-, Medien- und IT-Recht, über die heutige rechtliche Situation und mögliche Veränderungen der Haftung für die deutschsprachige Wikipedia. Mönikes befasst sich bereits seit Jahren mit Durchsetzbarkeit von äußerungsrechtlichen Urteilen “gegen Wikipedia”. Er erklärte, dass sich bei der Beantwortung der Frage, wer zur Rechenschaft gezogen werden kann, wenn in einem Eintrag getroffene Aussagen zum Gegenstand einer juristischer Prüfung werden, das Phänomen der “Wiki-Immunity” ergibt (hier die Vortragsfolien).

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Abschlussveranstaltung Videos für Wikipedia-Artikel (VWA) am 05.12.2014

Nach einem Dreivierteljahr geht das Projekt Videos für Wikipedia-Artikel zu Ende. Die Abschlussveranstaltung, mit einem Konferenz-Teil und der Preisverleihung an die Gewinner des Video-Wettbewerbs, findet am 5. Dezember 2014 in den Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland statt.

Los geht’s um 12:30 Uhr mit einer Präsentation über den Verlauf des Projekts samt Ergebnissen: Berichtet wird von den abgehaltenen Workshops, eingegangenen und angedachten Kooperationen, den entwickelten Lehr- und Lernmaterialien zur Videoproduktion und den Videoschnittserver. Außerdem soll über den aktuellen Stand der Wikipedia Video-Community, auch international, Auskunft gegeben und die nächsten Schritte diskutiert werden. Dabei soll nicht zuletzt darüber nachgedacht werden, ob und wie sich die Allmende-basierte Peer-Produktionsweise der Wikipedia auf die Bewegtbildproduktion übertragen lässt.

Um 15:00 Uhr folgt der zweite Teil der Konferenz, in dem es um die generelle Eignung des Mediums Video für eine Enzyklopädie gehen soll. Ausgegangen wird dabei vom bekanntesten Vergleichsfall in der deutschen Geschichte, der Encyclopaedia Cinematographica, deren langjähriger Mitarbeiter Hermann Kalkofen einen Impulsvortrag halten wird. Anschließend diskutiert er u. a. mit dem Film- und Medienwissenschaftler Ramón Reichert und Roman Marek, dem Autor der Studie „Understanding YouTube: Über die Faszination eines Mediums“. Behandelt werden sollen etwa die Fragen, ob es ein enzyklopädisches (Bewegt-)Bild überhaupt geben und was der neutrale Standpunkt für den Film bedeuten kann? In welchem Verhältnis steht der Text eines Artikels zu einem darin eingebundenen Video? Können Videos nur illustrieren oder gibt es eine den Bildern eigene Logik, die noch einmal neu das Wissen der Welt produzieren und reflektieren kann?

Mit der Prämierung der Gewinner und dem Screening ihrer Videos, ab 19:00 Uhr und moderiert von Jan Schwefel, findet dann der krönende Abschluss der Veranstaltung und des Projekts statt.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Wir freuen uns über eine Anmeldung über die VWA-Seite oder eine Email an vwa@wikipedia.de.

 

Text: Anna Lindner

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Herzliche Einladung zum Workshop “Freies Online-Lexikon für Kinder” in Berlin

Ein Gastbeitrag von Michael Schulte:

„Kinder ab dem Grundschulalter nutzen die Wikipedia heute schon sehr intensiv: in der Schule, zu Hause und unterwegs. Laut KIM-Studie 2012 schaut sich ein Drittel der 6- bis 13-jährigen Computernutzer mindestens einmal wöchentlich Wikipedia-Artikel an. Aber als Allgemein-Enzyklopädie ist sie natürlich nicht speziell für Kinder geschrieben und gestaltet. Aus diesem Grund setze ich mich für den Aufbau eines kindertauglichen Online-Lexikons ein, das sich an den Wikipedia-Grundprinzipien orientiert. Interessierte Wikipedianer, Lehrer, Journalisten und andere potenzielle Unterstützer eines solchen Projektes möchte ich zu einem ersten Workshop einladen:

Wann und wo: Dienstag, 29. April 2014 von 18 bis 22 Uhr in der Wikimedia-Geschäftsstelle in Berlin

Der Workshop soll sich vor allem damit auseinandersetzen, wie genau ein freies Online-Lexikon für Kinder entstehen und aussehen kann. Mein Ziel ist ein Grundstock von kindgerechten Artikeln zu Themen, die maßgeblich von Kindern mitbestimmt werden. Die Artikel selbst können ebenfalls von Kindern erstellt werden (von Schulklassen und ihren Lehrern), aber natürlich auch von Erwachsenen. Basis für die Kinder-Artikel sollen die Artikel der Wikipedia sein, die zwar für die Zielgruppe Kinder oft zu lang und zu kompliziert geschrieben sind, die aber dennoch in vielen Fällen die für Kinder relevanten Fakten enthalten. Wie genau die Artikel aussehen, wo sie erstellt und veröffentlicht werden und wer alles als Unterstützer in Frage kommt, soll im Laufe des Projekts entwickelt und erprobt werden.

Mein Wunsch ist es, noch im Sommer 2014 ein Pilotprojekt zu starten, um auch Kritierien für gute Kinder-Artikel zu entwickeln – gemeinsam mit der Zielgruppe der 6- bis 12-jährigen Kinder und mit interessierten Autoren. Ins Pilotprojekt einbringen möchte ich meine langjährige Erfahrung als Redakteur und Autor von Kindersendungen (Kakadu / Deutschlandradio) und als Gründer und Projektleiter des gemeinnützigen Hörportals Ohrka.de.

Vorstellen kann ich mir die Veröffentlichung der Kinder-Artikel in einem WordPress-Blog. Dabei sollte immer mitgedacht werden, ob und wie diese Inhalte in Wikimedia-Projekten integriert werden können. Denkbar ist zum Beispiel die Begleitung des Projekts auf einer Wikipedia-Projektseite wie beim Projekt “Kinderleicht” der Redaktion Medizin, die bislang umfangreichste Initiative in Sachen Kinder-Lexikon im Umfeld der Wikipedia. Auf internationaler Ebene ist das Projekt Vikidia mit Kinder-Lexika in verschiedenen Sprachen am weitesten vorangeschritten, eine deutsche Version gibt es allerdings noch nicht. In der deutschsprachigen Wikipedia wurde zuletzt 2010 intensiver über die Einrichtung eines deutschen Wikipedia-Angebots für Kinder diskutiert: In einem Meinungsbild sprach sich damals eine Mehrheit gegen ein nicht fachlich begleitetes Kinder-Lexikon innerhalb der Wikipedia aus.

Um von den Erfahrungen anderer Medienangebote für Kinder zu profitieren, sind für den Workshop Vertreter von “Klaro” und “Hanisauland” angefragt. Diese werden vorstellen, wie sie Kinder beteiligen und wie sie kindgerechte Inhalte definieren. “Klaro Kindernachrichten” ist ein Schulklassenprojekt des Bayerischen Rundfunks, bei dem Viertklässler die Themen und Fragen einer 8-minütigen Nachrichtensendung für Kinder bestimmen. Hanisauland, die Kinderseite der Bundeszentrale für politische Bildung, bietet u.a. ein Politik-Lexikon mit 800 Begriffen und 600 Kalendereinträgen.

Auch mögliche Projektbeteiligte jenseits der Wikipedia-Community, d.h. Schüler und Lehrer, sollen nach Möglichkeit an der Veranstaltung teilnehmen. Der Workshop soll dazu dienen, möglichst viele Vorschläge, Hinweise und frühere Überlegungen zu berücksichtigen.

Über eine rege Teilnahme am Workshop in Berlin würde ich mich sehr freuen!

Michael (Wiktoriapark)

Dieser Workshop findet im Rahmen des FFW-Servicepaketes zur Projektentwicklung in den offenen Workshop-Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland statt.“

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, ist aber möglich direkt auf der Seite zum Workshop https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Wiktoriapark/Workshop_Kinderlexikon.

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Die aktivste Nutzerin der gälischen Wikipedia

Die Wikipedia-Community in Deutschland schreibt vor allem in der Wikipedia in deutscher Sprache. Das ist aber nicht die einzige Wikipedia, in der die Deutschen aktiv sind. Neben Beitragenden in vermutlich allen Muttersprachen, die in Deutschland gesprochen werden, existieren auch verschiedene Dialekt-Wikipedien. Und natürlich schreiben Menschen auch in Fremdsprachen, die sie beherrschen. Ein eher ungewöhnlicher Fall – die deutsche Beteiligung in der gälischen Wikipedia – war letztens Thema im Wikipedia-Kurier, dem internen Mitteilungsblatt der deutschen Wikpedia. Wir freuen uns, den Beitrag von Benutzerin Elya hier leicht überarbeitet wiedergeben zu können.

Es muß um den März/April 2007 gewesen sein, als bei unserem Wikipedia-Stammtisch eine „Neue“ auftauchte, mit dickem Schnellhefter in der Hand, den sie mit resoluter Geste auf den Tisch legte: man habe in ihrem Schottisch-Gälisch-Kurs mal in die gälische Wikipedia geschaut, und das sei ja inhaltlich ein Trauerspiel. Deshalb habe sie nun als Einstieg mal einige in dem Kurs entstandene Artikel über Deutschland und die deutschen Bundesländer mitgebracht. „Und wie kriege ich die jetzt in die Wikipedia? Ich scheitere ja schon mit der Anmeldung, weil ich nicht weiß, was Cookies sind!“

Nun, da war sie bei uns genau richtig. Nach einem netten Abend in der Runde, den sie vermutlich noch verwirrter als vorher verließ, hatten Ray, unser Newbie und ich ein Wohnzimmer-Date und führten sie praktisch durch die ersten Schritte – die Benutzerin Sionnach in der schottisch-gälischen Wikipedia wurde geboren.

Wieder Stammtisch, einen Monat später; die Fragen wurden deutlich spezieller: „warum kann ich manche Bilder aus der englischen Wikipedia in der gälischen einbetten, andere aber nicht?“

Ab da ging es zügig voran. Sionnach nahm auf ihre entschlossene Weise die Zügel in der schottisch-gälischen Wikipedia in die Hand und war bald eine der aktivsten Autorinnen. „Mit viel Hilfe von anderen: der Benutzer Dapete hat mir z.B. die ersten Vorlagen gebastelt, der Benutzer Wiegels die Hauptseite überarbeitet …“

Schon im November desselben Jahres kam Benutzer Marcus Cyron vor lauter Begeisterung auf die übermütige Idee, sie gar nicht erst zum Admin, sondern gleich zur Bürokratin ernennen zu lassen. Das Logbuch zeigt ihre Admin-Ernennung im November 2007 mit der Begründung „regular contributor“. Wieder hatten wir einen kleinen privaten Workshop in einem unserer Wohnzimmer, diesmal zum Kennenlernen der „Knöppe“. Bürokrat mußte es gar nicht sein, das dauerte dann doch noch bis 2010.

Daß eine Deutsche die aktivste Userin der gälischen Wikipedia ist, stößt auf Interesse: In Berlin trafen wir uns und nahmen ein Video für einen gälischen TV-Sender vor dem Brandenburger Tor auf, der einen Bericht über sie bringen wollte. Während eines Schottland-Aufenthaltes knüpfte sie Kontakte zur University of the Highlands and Islands und hielt dort Wikipedia-Vorträge.

Gestern abend versuchte ich sie dann zu überzeugen, ein „Gaelic Panel“ auf der Wikimania in London zu veranstalten – daran arbeiten wir noch ;-) Es gibt noch vieles mehr, was man hier gar nicht aufführen muß, nur soviel: wieder ein Lebenslauf, der durch Wikipedia eine spannende Richtung genommen hat, und wieder eine ganz individuelle Wikipedia-„Story“, die ich gerne erzähle.

Aktuell hat Sionnach rund 1100 neue Artikel in der gälischen Wikipedia angelegt. Und heute schloss sich der Kreis: gerade gab Sionnach den Schülern des Schottisch-Gälisch-Sprachkurses, die kürzlich eigene Texte verfaßt haben, einen Einführungsworkshop. Da hat sie jetzt mal gezeigt, „wie man die Artikel in die Wikipedia bekommt“.

Einige Anmerkungen von mir [Dirk] zu verschiedenen Termini, die vor allem für Wikipedia-Insider gebraucht werden: ein Stammtisch ist ein regelmäßiges Treffen der Wikipedianer an einem festen Ort. Diese finden meist monatlich statt. Eine Übersicht aller Stammtische findet sich auf der Wikipedia-Stammtisch-Seite. Die Bürokraten und Administratoren (Admins) haben einige Sonderrechte in der Wikipedia. Die Bezeichnung dieser Rechte, und ihre Benutzung wird umgangssprachlich gerne als die Knöpfe (Knöppe) bezeichnet. Die Wikimania in London ist 2014 das weltweite Treffen der Menschen, die in der Wikimedia-Bewegung aktiv sind.

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Larmoyanz und Pädagogik im Wikipedianischen Salon

Die beiden Salonherren. Foto: Christina Burger, CC-BY-SA 3.0

“Hereinspaziert meine Damen und Herren, und Willkommen zum ersten Wikipedianischen Salon.” So begrüßte Michael “seine Redseligkeit” Schlesinger die Gäste, die es sich im Kerzenschein bequem gemacht hatten. Am 16. Januar trafen sich gut 20 Wikipedianerinnen, Wikipedianer und andere Interessierte in den neuen Räumen von Wikimedia Deutschland, um der Auftaktveranstaltung des Wikipedianischen Salons beizuwohnen.

Eingeladen hatten das zweiköpfige Wikipedia-Salon-Team: Am Rednerpult moderierte als Conferencier Michael Schlesinger, und von hinten am Beamer glänzte Andreas Paul mit faktischen Einschüben und theoretischen Erwägungen. Beide durchschritten unter dem Titel “Fördert Wikipedia die Lust am Lernen?” leichtgängig das gesamte Themenspektrum zwischen Schule und Wikipedia: Was hat Wikipedia mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun? Kann man Wikipedia trauen? Darf man aus Wikipedia abschreiben? Wie kann ich sehen, ob es ein guter oder ein schlechter Wikipedia-Artikel ist? Sie erläuterten Vandalen, wiesen auf Diskussionsseiten zu Wikipedia-Artikeln hin, und stellten die internen Mechanismen der Qualitätssicherung vor.

Die gut 20 Gäste ließen sich auch vom kleinen Sektempfang nicht abhalten, und verwickelten sich in eine lange, intensive Diskussion, die von der Frage der Motivation in ehrenamtlichen Projekten bis hin zur Existenz oder Nicht-Existenz der Ernst-Thälmann-Insel reichte.

Die Veranstaltungsreihe Wikipedianischer Salon, die ab jetzt in unregelmäßiger Folge stattfinden wird, wird von Community-Mitgliedern aus der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten ausgerichtet. Dabei wird sie die Wikipedia und ihre Wirkung auf die Welt aus verschiedenen Perspektiven mit verschiedenen Standpunkten betrachten. Wikimedia Deutschland freut sich, dies organisatorisch unterstützen zu können.

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10 Jahre Portal Lebewesen

In den sogenannten Redaktionen der deutschen Wikipedia treffen sich die ehrenamtlich Aktiven der Wikipedia eines bestimmten Fachbereichs. Die älteste Redaktion der deutschen Wikipedia ist die Redaktion Biologie, die aus dem Portal Lebewesen hervorging. Sie betreut Artikel zu biologischen Themen, zu Tieren, Pflanzen und anderen Lebewesen, in der Wikipedia.

Die Redaktion Biologie war stets eine der aktivsten Redaktionen der Wikipedia und hat in vielerlei Hinsicht Akzente gesetzt, die weit über das Thema Biologie hinaus bis heute das Erscheinungsbild der deutschen Wikipedia prägten. Ihr Einfluss hat erheblich dazu beigetragen, dass die Wikipedia heute im deutschsprachigen Raum als Qualitätsmedium wahrgenommen wird.

Im Kurier, dem internen Mitteilungsblatt der Wikipedia, veröffentlichte Achim Raschka einen Rückblick auf die letzten 10 Jahre seit Gründung des Portals Lebewesen. Wir freuen uns, den Text redaktionell leicht bearbeitet auch im Wikimedia-Blog veröffentlichen zu können:

Am 1. Januar feierte das Portal:Lebewesen der Wikipedia und damit auch die Wikipedia:Redaktion Biologie ihr 10-jähriges Bestehen  – 10 Jahre, in denen in diesem Bereich sehr viel passiert ist. Am 1. Januar 2004 wurde das Portal Lebewesen und damit wohl auch der Kern der konzentrierten gemeinsamen Arbeit der Wikipedianer, die sich im Bereich der Lebewesen tummeln, aufgebaut. Seitdem hat sich die Redaktion entwickelt, immer mal wieder neue Impulse gesetzt und auch bekommen – vor allem jedoch stetig weitergearbeitet. Mittlerweile betreuen wir einen Artikelbestand von etwa 40.000 Artikeln zu Lebewesen (so viele Artikel gab es damals in der gesamten deutschsprachigen Wikipedia) + einer nicht gezählten Anzahl von Artikeln aus allen möglichen Bereichen der Biologie.

Bradypus. Foto: Stefan Laube (Tauchgurke), gemeinfrei

Das Portal Lebewesen war dabei immer der Kern der Redaktion, die ihren Fokus auch heute noch vor allem der Biodiversität widmet – und hier auch noch lang nicht fertig ist. Schaut man sich allerdings die ältesten Versionen des damals leberwurstpinken Portals an, kann man sich vorstellen, wie grundlegend die Arbeiten damals noch waren – unter den neuen Artikeln am 3. Januar 2004 finden sich beispielsweise Neuanlagen zu den Krokodilen und den Ammoniten, aber auch zum Bacillus anthracis, während unter den noch ungeschriebenen Artikeln noch zahlreiche weitere Großgruppen stehen. Bei den Pflanzen war zum damaligen Zeitpunkt vor allem das „Projekt Lilien“ konzentriert aktiv, bei den Tieren wurden erstmal querbeet Grundlagen gelegt und Artikel zu Mikroorganismen oder Pilzen wurden nur sporadisch eingestreut.

Grundlagenarbeit

Die Krainer Lilie aus der Tscheppaschlucht. Foto: Kurt Kulac, CC-BY-SA 2.5

Doch im Portal ging es von Beginn an nicht nur um Artikelzählereien, vielmehr wurde das Portal Lebewesen sehr schnell zum Kristallisationspunkt der gemeinsamen Arbeit an den Lebewesenartikeln. Die „Lebewesenikis“ trafen sich virtuell auf der Diskussionsseite, um Grundlagen zur Arbeit in ihrem Bereich zu erarbeiten – so entledigte man sich sehr rasch der Relevanzfrage für Arten, indem man einfach von Beginn an alle Arten von Lebewesen als relevant erklärte (nach dem Wikipedia-Artikel zur Artenvielfalt etwa 2 Millionen beschriebene heute lebende Arten, hinzu kommen ungezählte ausgestorbene) und stattdessen ein paar grundsätzliche Richtlinien für die Mindestqualität aufstellte. Um diese zu realisieren, wurde eine portaleigene Qualitätssicherung eingerichtet. Für die Neuen Artikel gibt es ein System der Eingangskontrolle und seit einigen Jahren wird die Qualitätssicherung aktiv durch botgenerierte Wartungslisten unterstützt. Das Portal:Biologie entwickelte sich als Parallelprojekt für Grundlagenartikel – und blieb bis heute leider eher ein Anhängsel.

 Treffen, Literaturstipendium, Bestimmungshilfe, …

Wanderung der Lebewesenikis durch die Elbmarschen: Foto: Mirko Thiessen CC-BY-SA 2.5

Bereits 2006 gab es zum ersten Mal ein Treffen der Biologen in Wien, 2007 setzte sich die Serie auf Helgoland fort und bis heute sind die jährlichen persönlichen Treffen ein regelmäßiges Highlight im Jahreskalender der Redaktion. Neben den unvermeidlichen Diskussionen zur Entwicklung des Bereichs der Biologie und der Wikipedia schlechthin, gehören grundsätzlich Exkursionen zu biologisch interessanten Orten mit langen Wanderungen zum Programm. Im Nachgang eines dieser Treffen entstand 2007 der Vorläufer des heutigen Wikipedia:Literaturstipendiums und zugleich der Wikipedia:Bibliotheksrecherche aus privater Initiative, damals bekannt als „Die lange Anna“. Seit 2011 verfügen wir über ein Fotomikroskop, finanziert und angeschafft als Technikunterstützung von Wikimedia Deutschland. Weitere Initiativen entwickelten sich zur vielgenutzten Bestimmungshilfe für Fotos von Lebewesen oder zum (aktuell wieder laufenden) Wikipedia:Artikelmarathon.. Selbstredend sind die Lebewesenautoren regelmässige Kunden der Kartenwerkstatt, um die Artikel mit Verbreitungskarten auszustatten, und regelmässige und erfolgreiche Teilnehmer des Schreibwettbewerbs.

Quo vadis?

Wer bin ich? – Bestimmungshilfen in der Wikipedia. Foto: Richard Bartz, Munich aka Makro Freak CC-BY-SA 2.5

Kein Rückblick ohne einen Ausblick – so schauen wir auch hier nach vorn auf mindestens weitere 10 Jahre. In der näheren Zukunft werden sich die Mitarbeiter der Redaktion vor allem mit den neueren Errungenschaften der Wikiwelt beschäftigen müssen – so stellt sich ganz aktuell die Frage, wie Wikidata unsere Artikel verändern wird und wie dies auf einem möglichst hohen qualitativen Niveau geschehen kann. Während einzelne Lebewesenikis dies derzeit eher noch kritisch beobachten (u.a. der Autor dieser Zeilen), sind andere bereits hochaktiv in Wikidata unterwegs und es entstehen bereits erste Ideen für zukünftige datenbankgenerierte Abfragen beispielsweise zu Länderfaunen und -floren. Auch die botgenerierten Artikel werden uns beschäftigen – allerdings ist in der deutschsprachigen Wikipedia nicht geplant, dem schwedischen Beispiel der hunderttausendfachen Botanlage von Lebewesenartikeln zu folgen; vielmehr gehen Überlegungen in die Richtung, wie man Bots zur Pflege des Bestandes und auch zur Unterstützung der Autoren einsetzen kann. Mediendateien werden ein weiterer Schwerpunkt der Zukunft sein – angefangen von Bildern der beschriebenen Lebewesen, die in den überwiegenden Fällen fehlen, über Videoaufnahmen, Tonmaterial und Kartenmaterial. Und inhaltlich werden wir uns natürlich um die noch fehlenden zwei Millionen sowie natürlich auch um die bereits bestehenden 40.000 Lebewesenartikel kümmern – Arbeit genug für Generationen von Lebewesenikis. Als Autor dieser Zeilen bedanke ich mich bei allen, die die letzten 10 Jahre aktiv gestaltet und begleitet haben (auf Namen verzichte ich in diesem Artikel bewusst) und freue mich auf die nächsten 10 Jahre der Zusammenarbeit.

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Happy Birthday! Der Wikipedia Stammtisch München wird 10 Jahre alt

Münchner Wikipedianerplausch – Fantasy hat angeregt, sich doch mal in München zu treffen. Als Terminvorschlag steht dafür der nächste Donnerstag, 23.10.2003 im Raum. Wer kommt? Elian

So fing vor 10 Jahren die Geschichte des ersten Wikipedianer-Stammtisches an. Und im Bericht vom ersten Treffen fand sich die Vorhersage „Das Treffen werden wir leider wiederholen müssen, da wir es nicht geschafft haben alle Themen vollständig abzuhandeln ;-)“.

Und deswegen gibt es heute, am Samstag, 19.10.2013, einen weiteren öffentlichen Edit-Workshop des Stammtischs München und  anschließend eine Feier zum 10jährigen Bestehen des Stammtischs.

  • Der Edit-Workshop findet ab 15 Uhr statt im Café Netzwerk (Luisenstr. 11, 80333 München),
  • die anschließende Feier ab 19 Uhr ganz um die Ecke  im Munich Flair (Gabelsbergerstr. 24, 80333 München).

Vielen Dank für die vielen Aktionen der letzten 10 Jahre nach München und alles Gute für die nächsten (mindestens) 10!

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Wikidata quality and quantity

One of the goals of the Wikidata development project is a community that is strong enough to maintain the content in Wikidata. The community is – as with all other Wikimedia projects – the only guarantee of quality and sustainability.

None of the objectives of the Wikidata development project is to be the largest collection of data on the net. The sheer number of statements in Wikidata is not a metric that is indicative of healthy growth or quality. Since it is an easy to get and understandable number it is nontheless used a lot, but we should not attach too much importance to it.

This leads to the question, which metrics are meaningful for quality in Wikidata? And I have to admit: we do not know. This may seem particularly ironic since my dissertation was on the topic of quality measurement of knowledge structures. But it is not surprising: the opportunity to make statements in Wikidata exists since about half a year. The site is in continuous development, and some important pieces for quality assurance that are planned for Wikidata are not yet developed – including, for example, ranks for statements, web links as a data type, the protection of individual statements and aggregated views of the data. How to make quality measurable in Wikidata, which metrics correlate with quality – it has simply not yet been investigated sufficiently. I expect that science will provide some answers in the coming months and years.

To get an overview of the development of Wikidata, we must temporarily take assumptions about what numbers likely indicate quality. I do hereby call the community to make suggestions and discuss. A few first thoughts below.

The number of data elements (items) seems to not be a useful measure. This number is so far almost exclusively characterized in that items are required for the storage of language links. Accordingly, there was initially strong growth, while the links were transferred, and in recent months, the number is relatively stable.

The number of edits per page seems to be more meaningful. Last week it went above 5.0 and is rising quickly. The number of edits alone in Wikidata is less meaningful than in many other Wikimedia projects as an extraordinarily high proportion of the edits are done by bots. Bots are programs written by users to automatically or semi-automatically make changes. The bots are controlled by a group of about 80 users. This leads many to the idea that Wikidata is only written by bots. But that’s not true: every month 600000-1 million edits are performed by human user. These are numbers that can be reached only by the most active Wikipedias – including their own bot edits. Worries about Wkidata’s growth being too fast and that the quality of the data would suffer, have so far, except for anecdotes, not proven true.

Perhaps the simplest metric is the number of active users. Active users in Wikimedia projects are defined as the users who contributed at least five edits in a given month. Wikidata has nearly 4,000 active users, making it rank 6th among the most active of the Wikimedia projects together with the Japanese and Russian Wikipedia behind only the English Wikipedia, Commons, the German, French and Spanish Wikipedia. In other words, Wikidata has more active users than 100 smaller Wikipedias combined! Whenever the smaller Wikipedias access Wikidata, they rely on a knowledge base that is maintained by a much larger community than their own Wikipedia. But the advantages don’t end there: by using the content of Wikidata in the Wikipedias it becomes more visible, gets more attention, and errors are more likely to be found (although we still lack the technical means to then correct the error easily from Wikipedia – but that is on the development plan). This mainly benefits the smaller Wikipedias.

But it also already has useful advantages for the larger Wikipedias: An exciting – and for me completely unexpected – opportunity for quality assurance came when the English Wikipedia decided not to simply take IMDB IDs from Wikidata but instead load them from Wikidata to compare them with the existing numbers in Wikipedia, and in the case of inconsistency to add a hidden category to the article. This way difficult to detect errors and easily vandalisable data got an additional safety net: it may well be that you have a typo in the number on the English Wikipedia, or some especially funny person switched the ID for Hannah Montana’s latest film with that ofNatural Born Killers in the French Wikipedia – but now these situations are detected quickly and automatically. This data that is validated in several ways can then be used by the smaller Wikipedias with little concern.

As mentioned earlier, a lot is still missing and Wikidata is a very young project. Many of the statements in Wikidata are without a source. Even in the German Wikipedia the statement, Paris is the capital of France, does not have a source. We impose much stricter rules on a much smaller project after such a short time? But, then one may interject, if a statement has no source, I can not use it in my Wikipedia. And that is perfectly okay: it is already possible now, to just use data from Wikidata if they have a source of a certain type.

There are two ways to ensure the long term quality of Wikipedia: Allow user to be more effective or attract more users. We should continue to pursue both ways and Wikidata uses both ways very effectively: the mechanisms described above aim to give users the means to make more powerful tools and processes to build quality assurance, simultaneously Wikidata has already brought more than 1300 new users to the Wikimedia projects who had not edited in the other Wikimedia projects before.

Wikidatas main goal is to support the Wikimedia projects: it should enable higher quality of the content and reduce the effort required for the same. We need more metrics that capture this goal, and show how we evolve. The simple metrics all indicate that the initial growth in width has come to an end after months, and that the project is gaining in depth and quality. There are useful applications both for small as well as for large projects. But it is also clear that I am an avid supporter of Wikidata and so have a bias, and therefore start a call for ideas to track Wikidata’s effect critically and accurately.

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