Archiv für die ‘Technisches’ Kategorie



Wikidata als Spiel: Freies Wissen verbessern in der Mittagspause

Es gibt Inhaltsbefreiungsaktionen, die dauern ein bisschen länger. Einen guten oder gar exzellenten Artikel für Wikipedia zu verfassen geht nicht mal eben in ein paar Minuten, die Geodaten des Himmels über Berlin befreien sich auch nicht von selbst, sondern erst nach monatelangem politischem Engagement. Wie schön wäre es, wenn es zwischen all den aufwändigen Arbeiten für die Verbesserung Freien Wissens auch einen kleinen Snack zwischendurch gäbe. Ein bisschen spielerisches Klicken, um die Welt mit nachnutzbaren strukturierten Daten zu einem besseren Ort zu machen. Magnus Manske hat mit seinem Wikidata-Game genau so einen Anlaufpunkt im Netz geschaffen, um zwischen dem Warten auf die Kaffeemaschine oder an der Bushaltestelle ein bisschen mit der Laubharke durch den Garten des Freien Wissens zu gehen und sich dann wieder um andere Dinge zu kümmern.


Wikidata – The game! ist eine Sammlung von kleinen Aufgaben für Wikidata. Wikidata ist ein komplexer Datenfundus mit einigen ziemlich ausgeklügelten Funktionen. In vielen Fällen können allerdings abzuarbeitende Aufgaben von Programmen erahnt werden und brauchen dann „nur noch“ ein bisschen menschliche Hilfe, um die Aufgabe abzuschliessen oder zu verwerfen. Eine Person ist in Wikidata eingetragen, aber ihr Geschlecht wurde nicht vermerkt? Der Beruf zu einem enzyklopädisch relevantem Menschen fehlt, aber im zugehörigen Wikipedia-Artikel wird dieser als Autor oder Schauspielerin bezeichnet? Zwei Wissensgegenstände in Wikidata scheinen sich zu überschneiden und können zu einem zusammengefasst werden? Mit einem einfachen Klick können solche und ähnliche Gartenarbeiten in Wikidata schnell ausgeführt werden. Dabei sammelt man Punkte. Das Prinzip dahinter nennt sich „Gamification“ — aus Ernst wird Spiel. Und nebenbei wird die Datenbasis von Wikidata konsistenter.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Thank you, Zurich! Merci vielmal, Züri! Wikimedia Hackathon Zürich 2014


The annual Wikimedia development community meet-up — the Wikimedia Hackathon — was held in Zürich, Switzerland in 2014 from May 9-11 2014. Wikimedia Deutschland’s department of software development and engineering attended the hackathon in full force: we travelled to Zürich as a team, taking everyone writing code or working on technical developments with us on a field trip to the Swiss metropole. Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikidata auf dem Media Hack Day

Am 23. und 24. März fand in den Räumen des „Axel Springer Plug&Play Accelerator“ der Media Hack Day statt, in dessen Rahmen Programmiererinnen und Programmierer in einem Hackathon an Anwendungen, Webseiten und Apps zur Zukunft des Journalismus codierten.

Wikidata war API-Partner des Events (zusammen mit Axel Springer, storyful, Der SPIEGEL, sanoma, watchmi, Getty Images und embed.ly) und in diesem Rahmen auch das einzige Projekt auf der Grundlage von Freiem Wissen und Open Source.

Spannend für das Team hinter der Software-Entwicklung von Wikidata war insbesondere die Zusammenarbeit mit Interessierten, die bisher nicht unbedingt mit der Mediawiki-API gearbeitet hatten und zum Teil auch Wikidata nicht kannten. Der Umgang mit der Programmierschnittstelle für strukturierte Daten aus Wikidata wurde bei einem Workshop vermittelt. Aufgeputscht von Energydrinks und dem Spaß am Coden blieb dann Adam Shorland vom Wikidata-Team noch die ganze Nacht vor Ort, um bei der Einbindung in die Projekte zu helfen.

Am nächsten Mittag konnten sich die Ergebnisse sehen lassen. Am besten hat uns der Einsatz der Wikidata-API im Projekt „News-Sightseeing“ gefallen, bei der Nachrichten und Informationen passend zum aktuellen Standort angezeigt werden. Olcay Buyan, Devran Ünal und Kai Mysliwiec — das Team hinter News-Sightseeing — haben deshalb auch den API-Preis von Wikidata bekommen: ein Swag-Paket mit T-Shirts, Blöcken, Ansteckern und mehr mit dem Wikidata-Logo.

Freies Wissen und Open Source haben sicher ein Geschäftsmodell, das von deren der anderen beteiligten Firmen deutlich abweicht. Das Teilen und dadurch das Vermehren von Wissen ist aber nicht nur bei Wikidata das, was wir uns unter der Zukunft des Journalismus vorstellen — wir stellen uns auch eine ganze Welt vor, in der das gesamte Wissen der Menschheit jedem und jeder frei zugänglich ist.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 3,86 von 5)
Loading ... Loading ...

CatGraph

Im Maschinenraum der Softwareentwicklung von Wikimedia Deutschland entstehen nicht nur riesige Projekte wie Wikidata, sondern auch eine Menge kleinere Werkzeuge und Programme, die oft zu Unrecht unter dem Radar fliegen. In loser Folge wollen wir diese Projekte vorstellen.

Für den Anfang haben wir uns Johannes Kroll und das Projekt CatGraph vorgenommen. Johannes arbeitet seit Juni 2012 bei uns als Software-Entwickler und hat uns etwas dazu erzählt. Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 4,43 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikidata auf das nächste Level bringen

Im Frühjahr 2010 traf ich Denny und Markus zum ersten Mal in einem kleinen Raum am Karlsruher Institut für Technologie um über Semantic MediaWiki, seine Entwicklung und seine Community zu sprechen. Ich war von der Idee, die sie seit 2005 vorantreiben, fasziniert: strukturierte Daten in die Wikipedia bringen. Als die Zeit kam das Team für die Entwicklung von Wikidata zusammenzustellen und Denny an mich herantrat um Community Kommunikation dafür zu übernehmen konnte ich nicht nein sagen. Das Projekt klang faszinierend und das Timing war perfekt, da ich gerade dabei war mein Informatikstudium abzuschließen. In den eineinhalb Jahren seit dem haben wir etwas Erstaunliches erreicht. Wir haben eine großartige technische Basis für Wikidata geschaffen und noch viel wichtiger wir haben eine großartige Community um Wikidata herum aufgebaut. Wir haben den Grundstein für etwas Außergewöhnliches gelegt. Ich hätte mir nie erträumt wohin dieses eine Meeting in einem kleinen Zimmer in Karlsruhe mich jetzt gebracht hat.

Von jetzt an übernehme ich die Produktverantwortung für Wikidata als dessen Produktmanagerin.

Bis heute haben wir den Grundstein für etwas Außergewöhnliches gelegt. Aber gleichzeitig gibt es eine Menge Dinge, and denen wir alle zusammen noch arbeiten müssen. Die Bereiche, auf die wir uns jetzt konzentrieren müsen, sind:

  • Vertrauen aufbauen in unsere Daten. Das Projekt ist noch jung und die Wikipediaeditoren und andere sind immer noch vorsichtig bei der Verwendung von Daten aus Wikidata im großen Maßstab. Wir müssen Werkzeuge und Prozesse aufbauen um unsere Daten vertrauenswürdiger zu machen.
  • Verbesserung der User Experience um Wikidata. Wikidata bis zu dem Punkt aufzubauen an dem es heute ist war eine enorme technische Aufgabe, die wir in relativ kurzer Zeit gelöst haben. Dies bedeutete allerdings, dass an einigen Stellen die User Experience nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Wir müssen die das überall in Wikidata verbessern.
  • Wikidata verständlicher machen. Wikidata ist ein sehr geekiges und technisches Projekt. Doch um wirklich erfolgreich zu sein, muss es einfach sein, die Ideen dahinter zu verstehen.

Diese Punkte sind entscheidend damit Wikidata den Einfluss und die Bedeutung erreichen kann die wir uns alle für es wünschen. Und wir alle werden daran arbeiten müssen – sowohl im Entwicklerteam als auch im Rest der Wikidata Community.

Lasst uns dafür sorgen, dass es eine Freude ist Wikidata zu benutzen und es an Orten und auf Arten und Weisen benutzt wird die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 Bewertungen, Durchschnitt: 3,80 von 5)
Loading ... Loading ...

Pushing Wikidata to the next level

(Die deutsche Version dieses Beitrags ist hier.)

In early 2010 I met Denny and Markus for the first time in a small room at the Karlsruhe Institute of Technology to talk about Semantic MediaWiki, its development and its community. I was intrigued by the idea they’d been pushing for since 2005 – bringing structured data to Wikipedia. So when the time came to assemble the team for the development of Wikidata and Denny approached me to do community communications for it there was no way I could have said no. The project sounded amazing and the timing was perfect since I was about to finish my studies of computer science. In the one and a half years since then we have achieved something amazing. We’ve built a great technical base for Wikidata and much more importantly we’ve built an amazing community around it. We’ve built the foundation for something extraordinary. On a personal level I could never have dreamed where this one meeting in a small room in Karlsruhe has taken me now.

From now on I will be taking over product ownership of Wikidata as its product manager.

Up until today we’ve built the foundation for something extraordinary. But at the same time there are still a lot of things that need to be worked on by all of us together. The areas that we need to focus on now are:

  • Building trust in our data. The project is still young and the Wikipedia editors and others are still wary of using data from Wikidata on a large scale. We need to build tools and processes to make our data more trustworthy.
  • Improving the user experience around Wikidata. Building Wikidata to the point where it is today was a tremendous technical task that we achieved in a rather short time. This though meant that in places the user experience has not gotten as much attention. We need to make the experience of using Wikidata smoother.
  • Making Wikidata easier to understand. Wikidata is a very geeky and technical project. However to be truly successful it will need to be easy to get the ideas behind it.

These are crucial for Wikidata to have the impact we all want it to have. And we will all need to work on those – both in the development team and in the rest of the Wikidata community.

Let’s make Wikidata a joy to use and get it used in places and ways we can’t even imagine yet.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading ... Loading ...

Daten für Alle!

In der ersten Session des ersten Wikimania präsentierte ich die Idee, Wikipedia mit strukturierten Daten anzureichern. Auf die Frage, wie lange es dauern würde das umzusetzen, antwortete ich: “Zwei Wochen, wenn man die MediaWiki-Software gut kennt.”

Das war 2005. Wie sich herausstellte lag ich leicht daneben.


Jetzt, im Jahr 2013, haben wir endlich angefangen strukturierte Daten aus Wikidata in den Wikipedien zu nutzen. Das Projekt ist noch in den Kinderschuhen, aber ich bin schon jetzt sehr stolz auf das Wikidata Team und was es erreicht hat. Ich bin den vielen, vielen Menschen, die uns geholfen haben dahin zu kommen wo wir heute sind, sehr dankbar (ich habe angefangen sie alle aufzuzählen, aber dieser Beitrag wurde zu lang). Es gibt noch viel zu tun, aber die grobe Skizze von dem was Wikidata ist und nicht ist ist gezogen worden und ich denke wir haben ein sehr interessantes neues Projekt angelegt. Ich bin sehr zuversichtlich für Wikidata und seine Zukunft, sonst würde ich nicht gehen.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 4,71 von 5)
Loading ... Loading ...

Data for the people!

(Die deutsche Version dieses Beitrags ist hier.)

In the first session of the first Wikimania, I presented the idea of enriching Wikipedia with structured data. Asked how long it would take to implement this, I answered: “Two weeks, if you know the MediaWiki software well.”

That was in 2005. It turned out, I would be slightly off.


Now, in 2013, we finally started using structured data from Wikidata in the Wikipedias. The project is still in its infancy, but I am already extremely proud of the Wikidata team and what they have achieved. I am very thankful to the many, many people that helped us get to where we are today (I started listing them explicitly, but this post became too long). There are still many things that need to be done, but the rough sketch of what Wikidata is and is not has been drawn, and I think we have created a very interesting new project. I am confident enough about Wikidata and its future, or else I would not be leaving.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Ein kategorischer Imperativ?

Dies ist der dritte in einer kurzen Serie von Blog-Einträgen, in denen ich einige der Design-Entscheidungen für Wikidata erkläre. Der erste handelte von der Einschränkung von Eigenschaften und ihren Werten, im zweiten ging es um Wahrhaftigkeit und Überprüfbarkeit. Die Essays spiegeln meine persönliche Meinung wider und sind nicht als offizielle Haltung des Wikidata-Projekts zu verstehen.

Zunächst ein Name, der Leuten, die sich mit Wissensrepräsentation beschäftigen, sehr, sehr stark am Herzen liegt: Barbara. Er wurde vor etwa 2500 Jahren eingeführt von Aristoteles (Lehrer von Alexander dem Großen, der im Alter von 33 Jahren die gesamte bekannte Welt erobert hatte. Schule und gute Lehrer spielen also eine Rolle!) und ein Jahrtausend später von meinem Lieblings-Philosophen Boethius benannt. (Ernsthaft, dieser Kerl ist genial! Erst hatte er alles, was man sich in dieser Zeit hätte wünschen können – und dann verlor er alles. Lest mal seine Biographie, lohnt sich. Er hatte seine beiden Söhne zu Konsuln des mächtigstes Reichs der Welt gemacht und dann wurden ihm unverhofft all seine Reichtümer genommen, Familienmitglieder wurden umgebracht und er selbst durfte im Gefängnis auf seine eigene Hinrichtung warten. Und anstatt zu jammern, setzte er sich hin und schrieb ein Buch darüber, was im Leben wirklich wichtig ist. Lest seinen Trost der Philosophie. Es verharrte einige Jahrhunderte auf der Bestseller-Liste, und das nicht ohne Grund. Könige schrieben es sogar von Hand ab!) Barbara ist eine logische Grundlage für alles, was mit Klassen zu tun hat. Vielleicht kennt ihr Klassen als Typen, Kategorien, Gattungen oder irgendetwas anderes, das irgendwie taxonomisch ist. Barbara ist ein Syllogismus, also eine Regel zum korrekten Schließen. Der Modus Barbara besagt, dass, wenn für alle A gilt, dass sie B sind und alle B auch C sind, dann sind auch alle A zwangsläufig C. Ein Beispiel: Wenn wir wissen, dass alle Milliardäre Menschen sind und alle Menschen sterblich sind, dann zack, können wir daraus schließen, dass auch alle Milliardäre sterblich sind.
Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

A categorical imperative?

(Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.)

This is the third in a short series of blog entries in which I explain some of the design decisions for Wikidata. The first one was about restricting property values or properties, the second about veracity and verifiability. The essays represent my personal opinion, and are not to be understood as the official opinion of the Wikidata project.

At first a name people doing knowledge representation care very, very strongly about: Barbara. Introduced about 2500 years ago by Aristotle (Teacher to Alexander the Great, who had conquered the known world and beyond by the age of 33. School and awesome teachers do matter!) and named a millennium later by my favorite philosopher, Boethius. (Seriously, this guy is awesome. He had everything you could have hoped for back in that time, and he lost it all. Read his bio. He had both his sons made consuls of the mightiest empire of the world, and then suddenly he got his riches taken, family members executed, and was awaiting his own execution in exile in a prison. Instead of lamenting, he sat down and wrote a book about what really is important in life. Read his Consolation of Philosophy. It remained on the bestselling list for a few centuries, not without a reason. Kings copied it by hand!) Barbara is part of the logical foundation of anything that has to do with classes. You might know classes as types, categories, genera, or anything else that is somehow taxonomical. Barbara is a type of syllogisms, thus a rule for correct reasoning. Modus Barbara states that if all A are B and all B are C, well then also all A are C. As an example: If we know that all billionaires are human, and we know that all humans are mortal, bang, all billionaires are mortal, too.
Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...