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Archiv für die ‘Mitgliederversammlung’ Kategorie



Rückblick auf die 9. Mitgliederversammlung

Gespräch mit Sue Gardner am Sonntag (Ralf Roletschek, CC-BY-SA 3.0)

Nein, das Bild hier rechts stammt nicht von der neunten Mitgliederversammlung unseres Vereins, sondern von der zweistündigen Gesprächsrunde mit Sue Gardner, die am Tag nach der Veranstaltung stattfand. Bilder der eigentlichen Mitgliederversammlung vom 19. November in Hannover fehlen noch in der gleichnamigen Commons-Kategorie. Wer noch welche hat, hinein damit!

Wenn schon nicht fotografiert, so wurde doch umso mehr Versammlungswissen direkt geteilt. Twittern ausdrücklich erlaubt! Im Gegensatz zur letzten Mitgliederversammlung im März wurde zu Versammlungsbeginn diesmal nicht beschlossen, die Live-Berichterstattung aus der Dr. Buhmann-Schule zu verbieten. Eine weitere formale Änderung: Auf Wunsch der Anwesenden wurde ein zusammenfassendes Ergebnisprotokoll einer ausführlichen Mitschrift vorgezogen. Das Protokoll wird in Kürze veröffentlicht.

Berichte und Wahlen

Der erste inhaltliche Punkt der Tagesordnung waren die Berichte des Vorstands und der Kassenprüfer des Vereins. Sebastian Moleski gab in der Präsentation zu seinem Bericht einen Überblick über die Entwicklung der Strukturänderung, des Wirtschaftsplans 2012 und des Community-Projektbudgets. Daniel Baur präsentierte im Anschluss den Bericht der Kassenprüfung, der zum Ergebnis kam, dass der Verein finanziell ordnungsgemäß und ohne Unstimmigkeiten geführt wird.

Im Mittelpunkt stand anschließend die Wahl des neuen Präsidiums von Wikimedia Deutschland. Seit dem 19.11.2011 ersetzt es den bis dahin ehrenamtlichen Vorstand des Vereins. Dass der Vorstand bei dieser Gelegenheit verabschiedet wurde, änderte natürlich nichts daran, dass sich einige seiner scheidenden Mitglieder für die Wahl in die neuen Präsidiumsämter aufstellen konnten und dies auch taten. Der Verlauf der Wahl wird im Protokoll nachzulesen sein, aber die Ergebnisse im Einzelnen sind:

Sebastian Moleski wurde mit 138 von 190 gültigen Stimmen zum Vorsitzenden des Präsidiums gewählt. Als Stellvertretende Vorsitzende wurden Ralf Liebau und Sebastian Wallroth gewählt. Zur Wahl von sechs Beisitzern stellten sich neun Kandidaten. Das Ergebnis in der Reihenfolge erreichter Wahlstimmen: Anja Ebersbach, Nikolas Becker, Martin Rulsch, Dirk Franke, Manuela Kanneberg und Sebastian Blumenthal.

Die Besetzung des Präsidiums ist außerdem auch deren erstem Blog-Posting zu entnehmen. Nicht darin nachzulesen ist jedoch die Wahl von Delphine Ménard zur neuen Schatzmeisterin des Vereins sowie die Wahl der Kassenprüfer Steffen Prößdorf und Daniel Baur. Zum Stellvertretenden Kassenprüfer wurde Thomas Goldammer gewählt.

Dr. Buhmann-Schule in Hannover (Ralf Roletschek, CC-BY-SA 3.0)

Anträge

Nicht nur die Frage, wer die Mitglieder des Vereins künftig repräsentieren, sondern auch wie der Verein arbeiten soll, stand mit drei Anträgen zur Satzungsänderung auf der Tagesordnung. Die Anträge zur Amtszeitbegrenzung für das Präsidium, zur Offenlegung der Personalkosten der Geschäftsstelle und zur Festlegung einer Quote zur Einberufung von außerordentlichen Mitgliederversammlungen wurden jedoch abgelehnt.

Am Nachmittag – und nach bereits sechs Sitzungsstunden – wurde über acht allgemeine Anträge entschieden. Die Abstimmung über den ersten, den Wirtschaftplan 2012, hatte gleich zwei Effekte: Der Plan wurde erstens angenommen und führte, zweitens, in seiner Erklärung durch Pavel dazu, dass der achte Antrag (zur Entwicklung eines Personalplans) zurückgezogen wurde.

Zwei weitere Anträge wurden im ersten Anlauf angenommen, namentlich die Genehmigung der Geschäftsordnung und der Antrag auf Veröffentlichung aller Anträge im Community-Projektbudget (CPB). Ohne Antrag auf Änderung wurde außerdem der Antrag abgelehnt, künftig nicht mehr automatisch den Schatzmeister, sondern ein noch festzulegendes Mitglied des Präsidiums als stimmberechtigt in den Ausschuss des CPB zu berufen.

Die drei übrigen Anträge wurden von der Versammlung sozusagen in die “Verlängerung” geschickt. Sie wurden zunächst abgelehnt, um dann mit Änderungen doch noch angenommen zu werden. Dazu gehören der Ausschluss von Präsdiumsmitgliedern bei der Einreichung von CPB-Projekten sowie die offizielle Positionierung des Vereins gegen die Entwicklung eines Bildfilters. Letzteres bedeutet im Detail drei einzelne Punkte: Der Verein Wikimedia Deutschland lehnt die Entwicklung eines Bildfilters ab. Er unterstützt demzufolge auch nicht die Entwicklung eines solchen Filters und fordert das Kuratorium der Wikimedia Foundation auf, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. Dass diese Forderung auch den Adressaten erreicht, bestätigte Sue Gardner, die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, am Sonntag. In ihrer Präsentation versicherte sie, dass es für die deutsche Wikipedia-Community keinen Bildfilter geben wird, wenn er auf starke Ablehnung stößt.

Als harte Nuss erwies sich der Antrag A5, der in zwei Teile gegliedert, mit einer Wenn-Dann-Klausel versehen und durch gleich vier Änderungsanträge (Ä1-Ä4) vervollständigt wurde. Dem Einen oder Anderen mochte diese Herausforderung wie die Suche nach dem berüchtigten Passierschein A 38 vorkommen, doch Versammlungsleitung und Plenum fanden mit kühlem Kopf auch in diesem Fall und selbst noch nach neun Stunden Sitzung zu einer Lösung: In Zukunft sind das Präsidium, die Mitgliederversammlung und der Ausschuss des Community-Projektbudgets zu öffentlich zugänglichen Sitzungsprotokollen verpflichtet.

Und am Ende?

Vielerseits Lob und gegenseitige Anerkennung für eine produktive und ungeachtet der Länge recht straffe Versammlung in guter Atmosphäre. Nur eine Gruppe hatte trotz herzlichem Dank von allen Seiten Grund zur Klage. Die fünf Freiwilligen, die sich als Zählkommission für die Wahlgänge zur Verfügung gestellt hatten, waren für den größten Teil der Versammlung mit dieser wichtigen Aufgabe beschäftigt. Der auch dieses Mal überproportionale Anteil an Briefwählern lässt sich vor Ort zur Zählung kaum noch bewältigen. Damit aber auch die Zählkommission wieder Zeit hat, am weiteren Geschehen teil zu nehmen, wurde das Präsidium mit einer Lösung des Problems beauftragt. Ein Vorschlag: Wer persönlich zur nächsten Mitgliederversammlung im April 2012 kommt, kann sich live von leidenschaftlichen Argumenten überzeugen lassen und Zünglein an der Waage werden!

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Workshops und Sue Gardner auf der Mitgliederversammlung

Am Wochenende vom 19./20. November 2011 findet in Hannover die 9. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland statt. Der erste Tag konzentriert sich dabei auf die vereinsinternen Themen Wirtschaftsplan 2012, Wahlen und Anträge. Dieser Teil ist nur für Mitglieder.

Am zweiten Tag stehen die Wikimedia-Projekte klar im Fokus. Alle, die sich für Freies Wissen interessieren und zur Wikipedia, Commons und den weiteren Wikimeida-Projekten beitragen oder beitragen möchten, sind herzlich eingeladen. Es wird zu verschiedenen Themen Workshops geben, darunter welche zum „Lizenzdickicht auf Commons”, „Die Geschäftsstelle stellt sich vor”, das „Life, the Universe and Everything” und vieles mehr.

Für den Nachmittag des zweiten Tages wird Sue Gardner, die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, für eine ausführliche Diskussion mit der deutschen Wikimedia-Community zur Verfügung stehen. Neben dem brennende Thema Bildfilter und die Beziehung zwischen der Wikimedia Foundation und der deutschen Wikipedia-Community stehen auch der Rückgang an aktiven Autoren in der Wikipedia und warum es so wenige Frauen unter den Autoren gibt auf der Themenliste.

Veranstaltungsdetails

Ort: Buhmann-Schule, Prinzenstr. 2, 30159 Hannover, http://www.buhmann.de

Ablauf

  • 10:00 bis 12:00 Uhr: Workshops
  • 12:00 bis 13:00 Uhr: Mittagessen mit Sue Gardner und weiteren Mitarbeitern der Wikimedia Foundation
  • 13:00 bis 15:00 Uhr: Fragen & Antworten mit Sue Gardner zum Bildfilter, Autoren-Schwund und Frauen-Förderung

Es wird auf jeden Fall eine Simultanübersetzung Deutsch – Englisch – Deutsch geben, so dass jeder an der Diskussion teilnehmen kann. Weiterhin wird es einen Live-Stream über das Internet geben, wobei hier eine Simultanübersetzung nicht garantiert werden kann.

Um auch allen, die nicht vor Ort in Hannover sein können, die Möglichkeit zu geben, sich mit Fragen an der Diskussion zu beteiligen, haben wir in der Wikipedia einen Bereich eingerichtet um Fragen zu sammeln.

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Wirtschaftsplan 2012, Version 2.0

Soeben haben wir den aktualisierten Entwurf des Wirtschaftsplans 2012 veröffentlicht. Ihr könnt die PDF-Version sowie die Wiki-Version im Online-Forum einsehen und kommentieren.

Mit der Veröffentlichung des ersten Entwurfs unseres Wirtschaftsplans vor einigen Wochen haben wir zur aktiven Mitarbeit aufgerufen. Im Online-Forum haben sich viele Interessierte daran beteiligt und uns ihre Meinung gesagt, Fragen gestellt oder Vorschläge eingebracht. Darüber hinaus haben wir im September in fünf Städten Mitglieder und weitere Interessierte eingeladen, mit Vorstand und Geschäftsführung die Planung zu diskutieren. Alle diese Rückmeldungen wurden in die heute veröffentlichte zweite Version eingearbeitet (im neuen Dokument in grauer Schriftfarbe hervorgehoben).

Im Namen des Vorstands und aller Mitarbeiter möchte ich mich an dieser Stelle für das Interesse und die bisherige Mitarbeit bedanken. Selbstverständlich besteht auf der Diskussionsseite im Online-Forum weiterhin die Möglichkeit, unsere Planung zu kommentieren und Änderungen vorzuschlagen. Auch gibt es weiterhin unter plan2012@wikimedia.de eine E-Mail-Adresse für Rückmeldungen, Fragen und Anregungen.

Ich freue mich über weitere Ideen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge!

P.S. Der ausführliche Bericht zur Tour durch die fünf Städte kommt nächste Woche.

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Warum man sich im Präsidium engagieren sollte

Wikimedia Deutschland ist ein Verein, und wie (fast) jeder Verein hält auch Wikimedia Deutschland mindestens einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung ab. Unsere nächste, die 9. Mitgliederversammlung seit Vereinsgründung, findet am 19. November 2011 in Hannover statt und wird zwei große Themen auf der Tagesordnung haben: die Wahl des ersten Vereinspräsidiums sowie die Vorstellung und Beschlussfassung des Wirtschaftsplans 2012. In diesem Blogpost möchte ich ein wenig darauf eingehen, warum man sich im Präsidium engagieren sollte.

Was macht das Präsidium eigentlich? Nach der neuen Satzung, die zeitglich mit dieser Mitgliederversammlung in Kraft tritt, ist das Präsidium das ehrenamtliche Leitungs- und Kontrollorgan des Vereins. Dabei hat es vier primäre Aufgaben: die strategische Planung des Vereins fortzuschreiben, den hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstand zu bestellen und abzuberufen sowie dessen Arbeit zu kontrollieren und den Mitgliedern gegenüber den Verein zu vertreten. Das heißt zum Beispiel, dass das Präsidium einmal im Jahr die Arbeit der Geschäftsführung umfassend bewertet und damit über die leistungsbezogenen Vergütungsbestandteile entscheidet. Ebenso werden in den Präsidiumssitzungen die strategischen Ziele des Vereins überprüft und angepasst. Und schließlich wird in regelmäßigen Telefonkonferenzen der Projektfortschritt besprochen und ggf. Änderungen an den unterjährigen Planungen vorgenommen.

Warum sollte man sich dafür nun engagieren? Während wir über die letzten Jahre die Mitgestaltungsmöglichkeiten aller Vereinsmitglieder und auch der Wikimedia-Community stetig ausgebaut haben, so steht weiterhin außer Frage, dass nur die Arbeit im Präsidium zu tiefgreifendem und insbesondere nachhaltigem Einfluss führt. Das Präsidium wird, wie der ehrenamtliche Vorstand bisher, aus Menschen bestehen, denen die Entwicklung des Vereins so wichtig ist, dass sie einen Teil ihrer Freizeit dafür opfern und gleichzeitig aber auch die damit verbundene Verantwortung übernehmen möchten. Das ist auch der Grund, warum man sich engagieren sollte: wem die weitere Entwicklung von Wikimedia Deutschland wichtig ist, wer sich gern mit Fragestellungen des „Großen Ganzen“ beschäftigt, wer Spaß daran hat, Leistungen zu bewerten, Planungen aufzustellen und mit Mitgliedern und der Community zu kommunizieren, wer sich für die Stärkung und den Ausbau des Vereins als der Förderer Freien Wissens schlechthin einsetzen möchte und wer für all das persönlich Verantwortung übernehmen möchte, für den ist ein Engagement im Präsidium geradezu Pflicht.

Warum sollte man sich dafür nun nicht engagieren? Einerseits ist der Gestaltungsraum der eigenen Arbeit im Präsidium sehr breit. Es gibt neben den „betitelten“ Positionen wie Vorsitzender, Stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister, die jeweils recht klare Aufgaben haben, auch bis zu sechs Beisitzerposten, die von jedem mit eigenem Leben gefüllt werden können. Andererseits gibt es aber aufgrund der genannten Kernaufgaben des Präsidiums auch Aktivitäten, für die ein Sitz im Präsidium weder notwendig, noch teilweise überhaupt hilfreich ist. Wenn du beispielsweise eigene Projektideen hast, die du gern umsetzen möchtest, wäre die Teilnahme am Community-Projektbudget ein wesentlich passenderes Engagement für dich. Wenn dich nur ein einziges Thema bewegt und du sonst wenig Interesse an der gesamten Bandbreite der Präsidiumsarbeit hast, ist es vielleicht besser, das Thema nach der Wahl als Antrag beim Präsidium einzureichen, mit ihm zu diskutieren und gegebenenfalls einen Beschluss herbeizuführen.

Hürde für einige ist nun vielleicht noch, nicht zu wissen, wer sonst noch kandidiert. Aus dem derzeitigen ehrenamtlichen Vorstand, der aktuell aus acht Mitgliedern besteht, werden bis auf Michail Jungierek, der zuletzt als Zweiter Vorsitzender tätig war, alle erneut kandidieren. Da das Präsidium insgesamt zehn Mitglieder haben wird, gibt es damit mindestens drei Sitze neu zu besetzen. Wie es einer gelebten Demokratie aber angemessen ist, wäre es hervorragend, wenn es insgesamt mehr als zehn Kandidaten gibt und die Mitglieder schließlich eine echte Wahl haben!

Was muss man tun um zu kandidieren? Nichts einfacher als das: füll das Formular aus und schick es ausgedruckt per Post, Fax oder E-Mail (mv2011@wikimedia.de) an den Verein. Frist für alle Kandidaturen ist der 18. Oktober 2011. Zusätzlich zum Formular kannst du auch eine Selbstvorstellung verfassen und sie an obige E-Mail-Adresse schicken. Sie wird dann vor der Mitgliederversammlung mit allen weiteren Unterlagen an die Mitglieder verschickt.

Weitere Details und Antworten zu vielen Fragen findet ihr in der FAQ. Selbstverständlich könnt ihr euch auch vertrauensvoll an jedes derzeitige, aber auch an ehemalige Vorstandsmitglieder wenden, wenn ihr mehr über die ehrenamtliche Arbeit im Präsidium wissen wollt.

Ich freue mich auf jede Menge engagierter Kandidaten!

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Auf dem Weg zur neuen Verantwortungsstruktur

Die Zeit vergeht. Die letzte Mitgliederversammlung hat die Satzung geändert. Was schon viel Arbeit auf dem Papier (na gut, im Wiki) war, ist auch viel Arbeit im realen Leben, denn mit ihrem Inkrafttreten am 19. November 2011 wird sich die Struktur unseres Vereins stark verändern.

Dieser Post ist der erste einer „Blog-Serie“, deren Ziel es ist, diesen Änderungprozess zu begleiten, ihn zu erklären, Fragen zu stellen, Kommentare anzuregen. Für die Begleitung dieser Änderungen sind aus dem derzeitigen Vorstand Michail Jungierek, Sebastian Wallroth, Attila Albert und ich, Delphine Ménard, verantwortlich.

Zuerst will ich einen Überblick geben, was alles zu tun ist, damit die Satzungsänderung tatsächlich wirksam werden kann.

Geschäftsordnungen anpassen

Die größte Neuerung liegt darin, dass der heutige ehrenamtliche Vorstand zum ehrenamtlichen Präsidium umgewandelt wird. Wie zuvor wird auch das Präsidium direkt von den Mitgliedern des Vereins gewählt. Die Funktion des Vorstands übernimmt zukünftig hauptamtlich der bisherige Geschäftsführer des Vereins. Die Idee dahinter ist, Verantwortung und persönliche Haftung von Ehrenamtlichen zu Hauptamtlichen zu verschieben. Ein umfangreiche Darstellung und Begründung für dieses Konzept findet sich im Online-Forum (einmalige kostenlose Anmeldung erforderlich).

Damit die neue Struktur auch gelebt werden kann, müssen die Ordnungen des Vereins, die Vorstand oder Geschäftsführer berühren, geändert werden. Das betrifft insbesonders die folgenden Themen:

Einige brauchen nur eine redaktionelle Überarbeitung (da, wo z. B. nur „Vorstand“ in „Präsidium“ geändert wird). Andere müssen stark überarbeit oder komplett neu geschrieben werden, damit sie mit der neuen Satzung in Einklang stehen.

Die erste Bearbeitung erledigt Michail als unser „Satzungsguru“ im Vorstand. Er wird sie in den nächste Wochen ins Online-Forum stellen, damit alle Mitglieder sie prüfen und uns helfen können, sie verständlicher und vollständig zu machen.

Vorbereitung der nächsten Wahl

Die nächste Wahl wird die erste sein, bei der die Mitgliederversammlung keinen Vorstand wählt, sondern ein Präsidium. Das spannende an der Sache ist, dass, obwohl die inhaltliche Verantwortung der Präsidiumsmitglieder sich nicht wirklich verändert (es geht immer noch darum, die strategische Richtung des Vereins zu entscheiden), die rechtliche Haftung aber stark verringert sein wird, und dabei der Druck hoffentlich auch. Meine Hoffnung ist, dass sich auch deswegen mehr Vereinsmitglieder für ein Engagement im Präsidium interessieren und die Chance nutzen werden, unseren Verein vorwärts zu bringen. Das Präsidium besteht aus dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schatzmeister sowie bis zu sechs Beisitzern. Die neue Satzung sieht auch vor, dass zwei Kassenprüfer sowie zwei stellvertretende Kassenprüfer gewählt werden. Eine Menge Rollen, in denen man sich für den Verein engagieren kann.
Für die, die überlegen, zu kandidieren, aber nicht sicher sind, was das genau bedeutet, welche Arbeit dahinter steckt und wie die Erwartungen sind, haben wir die häufigsten Fragen und Antworten darauf aufgelistet, die Liste kann nach euren Wünschen ergänzt werden.

Über diese verschiedenen Aspekte zur Wahl werden wir in den nächsten Wochen sprechen und schreiben. In dieser Blog-Serie wird Pavel erklären, was er von der neuen Strukturierung erwartet, Sebastian Moleski über die Rolle des neuen Präsidium schreiben und Michail die Stichpunkte der Änderungen von Geschäftsordnungen vorlegen und zur Diskussion bringen. Zusammen werden wir versuchen, alle Fragen zu beantworten, sowohl hier als auch im Online-Forum – und wir alle hoffen auf viele interessante Kandidaten für das neue Präsidium.

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Einladung zum Wikimedia-Forum im September 2011

Wikimedia Deutschland wird größer und wandelt sich – von einer kleinen aber feinen Wikipedianer-Vereinigung zur einer mittelgroßen gemeinnützigen Organisation mit Gewicht und Stimme in der deutschen Öffentlichkeit.

Das derzeitige rasante Wachstum ist eine große Chance, zugleich aber auch eine große Herausforderung. Daher gehen wir bei der Planung für das kommende Jahr neue Wege: In fünf  deutschen Ballungsgebieten laden wir vom 18. bis 22. September 2011 zum Wikimedia-Forum ein, um gemeinsam den Entwurf des Wirtschaftsplan 2012 bereits im Vorfeld zur Mitgliederversammlung im November 2011 zu diskutieren – konstruktiv, kontrovers, kreativ.

Herzstück des Wirtschaftsplans sind acht operative Ziele, die von den Mitarbeitern während des Sommers unter professioneller Anleitung erarbeitet worden sind. Es soll also nicht um das für und wider einzelner Projekte gehen, sondern um die großen Linien. Haben wir uns die richtigen Ziele gesetzt? Wie werden wir sie erreichen?  Dazu brauchen wir Dein Feedback, Deine Ideen, Deine Kritik und Deine Vorschläge! Um sich vorab informieren zu können, wird der Entwurf des Wirtschaftsplans 2012 am 16. September 2011 online unter der Adresse http://wikimedia.de/plan2012 veröffentlicht.

Das Wikimedia Forum wird jeweils an den folgenden Terminen stattfinden:

Sonntag, 18. September
Hamburg
Großer Seminarraum, Werkstatt 3, Nernstweg 32 – 34, 22765 Hamburg
(Nähe Bahnhof Hamburg-Altona)
Montag, 19. September
Frankfurt am Main
Cluboffice, Kaiserstraße 79, 60329 Frankfurt am Main (Direkt am Hauptbahnhof)
Dienstag, 20. September
München
Heinrich Krehle-Saal  (T.0.01) im DGB-Haus, Schwanthaler Str. 64, 80336 München
(Nähe Hauptbahnhof)
Mittwoch, 21. September
Köln
Seminarraum Jugendherberge Köln-Deutz, Siegesstr. 5, 50679 Köln
(Nähe Bahnhof Köln-Deutz)
Donnerstag, 22. September
Berlin
Betahaus, Prinzessinnenstraße 19-20, 10969 Berlin
(Nähe U-Bahn Moritzplatz)

Neben dem Wirtschaftsplan steht auf der kommenden Mitgliederversammlung am 19. November 2011 in Hannover auch die Wahl des ehrenamtlichen Präsidiums und der Kassenprüfer auf der Tagesordnung. Wenn Du Interesse daran hast, Dich auf diese Weise im Verein zu engagieren, hast Du auf dem Wikimedia Forum auch die Gelegenheit, Dich mit den derzeitigen Amtsinhabern und weiteren Vereinsmitgliedern hierzu auszutauschen.

Das Wikimedia Forum beginnt an den genannten Tagen jeweils um 19:00 Uhr. Um uns die Planung zu erleichtern, möchten wir Dich bitten, dass Du Dich bis zum 9. September 2011 per E-Mail an mitglieder@wikimedia.de anmeldest. So hilfst Du uns, die Teilnehmerzahl im Vorfeld besser abzuschätzen und uns entsprechend vorzubereiten! Fragen zum Wikimedia Forum beantworten wir über diese Adresse ebenfalls gern.

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Wirtschaftsplan 2012 – Wie ihr euch daran beteiligen könnt

Jedes Jahr erstellt Wikimedia Deutschland einen Wirtschaftsplan, in dem die Schwerpunkte der Vereinsarbeit zusammen mit dem damit verbundenen Einnahmen und Ausgaben festgelegt werden. Für das Jahr 2011 kann der Wirtschaftsplan im Vereinsforum (kostenlose Anmeldung erforderlich) eingesehen werden.

Die Erstellung des Wirtschaftsplans liegt in den Händen der Geschäftsführung in enger Abstimmung mit dem Vereinsvorstand. Zusätzlich gab es in Vergangenheit Möglichkeiten für Mitglieder und Community, Feedback zum Wirtschaftsplan zu geben. In diesem Jahr möchten wir die Partizipationsmöglichkeiten jedoch noch einmal entscheidend erweitern. Wenn du Interesse daran hast, die Schwerpunkte der Vereinsarbeit im Jahr 2012 mitzugestalten, hast du dieses Jahr folgende Möglichkeiten:

  • Am 16. September 2011 wird der erste Entwurf des Wirtschaftsplans unter http://wikimedia.de/plan2012 veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt sammeln wir im Vereinsforum Kommentare, Kritik, Änderungswünsche und weitere Vorschläge.
  • Vom 18. bis zum 22. September 2011 laden wir vor Ort zur Diskussion: in fünf deutschen Ballungsräumen werden wir unsere Pläne für das nächste Jahr vorstellen und eure Wünsche, eure Ideen und eure Kritik aufnehmen. Details zu diesen Veranstaltungen werden wir in Kürze bekanntgeben. Sie stehen sowohl Mitgliedern des Vereins als auch der Wikimedia-Community offen.
  • Am 30. September 2011 werden wir die Anregungen aus den Diskussionen vor Ort sowie dem Vereinsforum in den Entwurf einarbeiten und eine neue Version veröffentlichen. Auch dieser Entwurf kann dann im Vereinsforum diskutiert werden.
  • Bis zum 21. Oktober 2011 können dann noch Änderungsvorschläge online eingereicht werden. Der finale Entwurf des Wirtschaftsplans steht dann am 24. Oktober 2011 bereit, damit er auf der Mitgliederversammlung am 19. November 2011 endgültig diskutiert und beschlossen werden kann.

Unterstreichen möchte ich an dieser Stelle, dass nicht nur Vereinsmitglieder aufgerufen sind, sich an der Gestaltung des Wirtschaftsplans 2012 zu beteiligen. Auch Wikipedianer, Commonisten, Wikisourcler, MediaWiki-Entwickler und alle anderen, die sich für die Wikimedia-Projekte einsetzen, laden wir herzlich ein, an diesem Prozess mitzuwirken.

Wie so oft in der Wikimedia-Welt ist auch dieser neue Ansatz ein Experiment. Partizipation zu erweitern und neue Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement zu schaffen, ist eines der wichtigsten Ziele, die sich der aktuelle Vorstand gesetzt hat. Wir hoffen, dass wir diesem Ziel mit den neugeschaffenen Mitgestaltungsmöglichkeiten nähergekommen sind. Feedback, Wünsche und Anregungen, wie wir diesen Prozess noch besser gestalten können, sind dabei selbstverständlich mehr als willkommen.

Ich freue mich auf eure Beteiligung!

Sebastian Moleski
Erster Vorsitzender

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Von der Mitgliederversammlung 2011

Die rund 50 Besucher der Mitgliederversammlung 2011 am 19. März in Berlin fanden sich in ungewöhnlichem Ambiente wieder. Ein leergeräumter Gemeindesaal – rechts die Orgel, links ein Kruzifix mit aufgeschlagener Bibel, vorn die Kanzel als Rednerpult. Am Einlass, von Cornelius betreut, lag eine kirchliche Broschüre: “Wenn alle Hoffnungen zerbrechen”. Es wurde nicht das Motto der Versammlung, im Gegenteil.

Sebastian Moleski und Alice Wiegand sind in ihren Ämtern als Erste und Zweite Vorsitzende wiedergewählt. Olaf Kosinsky ist neuer Schatzmeister, Attila Albert neuer Schriftführer. Auch alle sechs Beisitzer-Kandidaten (ein weiterer hatte am Vorabend per Fax aus persönlichen Gründen abgesagt) sind gewählt.

Wichtige Anträge waren erfolgreich: Die Satzungsreform, die Verantwortlichkeit und Haftung zusammenführt (S1 mit Ergänzung A 1), die kollaborative Erstellung des Wirtschaftsplans (A2) und 200 000 Euro für Community-Projekte (A3). Alle anderen Anträge scheiterten (S2, S3, S4) oder wurden zurückgezogen (A4).

In seinem Rechenschaftsbericht hatte Sebastian eindrucksvolle Grafiken präsentiert: Steiler Anstieg bei den Spenden und Mitgliederzahlen (aktuell 700, weitere 300 Anträge liegen vor). Steiler Abstieg bei der Gewinnung neuer Autoren und deren Verweildauer. Gewünscht kurzer Vortrag, für manche wiederum zu kurz. Einige Mitglieder vermissten den Finanzbericht, ein Blick auf die Vereinswebseite brachte die gewünschten Vermögenszahlen zutage.

Pavel gab eine Übersicht über die Vielzahl der Projekte, jeweils mit Fazit und dem, was wir daraus gelernt haben: “Scheitern ist erlaubt.” Im Ausblick: Ausbau der Geschäftsstelle auf 20 Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit) sowie eine Neupositionierung der Zedler-Medaille.

Es gab Klagen, die Akustik wäre “sehr schlecht” – tatsächlich war sie, wie in einer Kirche, so gut, dass selbst leises Flüstern im ganzen Raum zu hören war. Das verschärfte sich, als die Zählkommission unter Debora Weber-Wulffs Leitung auf der Empore, wo sonst der Chor sitzt, ihre Arbeit aufnahm. Vorteil dieser Lösung allerdings: Bei Abstimmungen brauchten die Kommissionsmitglieder nur kurz an die Balustrade zu treten und den Arm zu heben.

Strittig war, ob der komplette Vorstand entlastet (vom Verein für die Arbeit des vergangenen Jahres von Schadenersatzansprüchen freigestellt) werden konnte. Einige ausgeschiedene Mitglieder hatten es versäumt, ihren Rechenschaftsbericht abzugeben. Nach längerer Diskussion die Einigung: Vorstand insgesamt entlastet.

Neuneinhalb Stunden hat diese Mitgliederversammlung gedauert, unterbrochen vom Mittagessen (Käse-Hackfleisch-Suppe und vegetarisches Ratatouille, Brot, frisches Obst) sowie diversen kurzen Pausen.

Abschließender Dank an die Zählkommission unter bewährter Leitung von Debora, die Versammlungsleiter Martin Zeise und Thomas König, der sich darin ausgesprochen talentiert zeigte – und nicht zuletzt an alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle, darunter Henriette Fiebig, Cornelius Kibelka, Sebastian Sooth, Boris Marinov und Gerrit Holz.

P.S. Einige abwesende Mitglieder hatten beklagt, dass es keine Live-Tweets aus der Versammlung gab. Diese Möglichkeit war diskutiert, aber verworfen worden, um den Diskussionen einen “geschützten Rahmen” zu erhalten.

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Kandidaten für den Vorstand gesucht!

Die nächste Mitgliederversammlung steht vor der Tür und damit auch die Wahl für den Vorstand von Wikimedia Deutschland.

Wahl des Vorstands steht an

Wie im letzten Jahr werbe ich für viele Kandidaten, neue Kandidaten, überraschende Kandidaten. Einige aus dem derzeitigen Vorstand werden erneut kandidieren, andere nicht. Damit unterscheidet sich diese Vorstandswahl nicht von den vorherigen. Viele Gespräche mit Mitgliedern haben mir aber gezeigt, dass die Bereitschaft, sich im Vorstand für diesen Verein – unseren Verein – einzusetzen, in den letzten Jahren merklich gesunken ist. Genannt werden unterschiedliche Gründe: der Zeit- und Arbeitsaufwand, die Ungewissheit über das Ausmaß und die Folgen der übernommenen Verantwortung, die unbestimmte Erwartungshaltung der Mitglieder. Ich kann alles nachvollziehen. Und doch möchte ich noch einmal deutlich sagen: Es ist ein großes und ein gutes Gefühl, sich in diesem Gremium für den Verein einzusetzen und ich wünsche mir, dass sich viel mehr von euch dazu bereit erklären.

Lasst uns viele gute Kandidaten haben. Lasst uns eine Wahl haben, in der wir für jede Position mehr Kandidaten als Plätze haben. Verwirklichen können wir das nur mit euch. Seid mutig! Kandidiert!

Rolle des Vorstands

Mitarbeit im Vorstand ist eine Möglichkeit, die Entwicklung des Vereins aktiv und direkt mitzugestalten und ich möchte jeden aufrufen, über die Chancen dieses persönlichen Engagements für Wikimedia Deutschland nachzudenken.
In den letzten Jahren wurden mit der Entwicklung des Kompass 2020, mit den Vorbereitungen für eine Reform der Verantwortungsstruktur und mit der Implementierung einer regelmäßigen Bewertung des Geschäftsführers wichtige Grundlagen dafür geschaffen, dass der Vorstand seiner Rolle als Aufsichtsgremium gerecht werden kann. In einer immer noch rasant wachsenden Organisation, die trotz der langfristigen strategischen Planung des Kompass 2020 noch jeden Tag wieder neuen Herausforderungen gegenüber steht, neue Anforderungen erkennen und erfüllen möchte, Erwartungen von Mitgliedern, Community und Kooperationspartnern aufgreifen und in die Planung integrieren möchte, wird es immer wichtiger, mit einem kompetenten Aufsichtsgremium diese Entwicklung zu unterstützen und zu stärken. Die strategischen Überlegungen fortzusetzen und auch fort zu schreiben und die Umsetzung durch die Initiativen der Geschäftsführung an ihnen zu messen. Und das, ohne den Blick auf das eigentliche Ziel unserer Arbeit zu verlieren: Freies Wissen und Freie Inhalte für jeden Menschen verfügbar zu machen.

Um dies zu erreichen, brauchen wir Menschen, die sich dafür einsetzen und sich einbringen, die bereit sind, den Verein auf seinem Weg aktiv begleiten und seine Entwicklung verantwortungsbewusst mitzugestalten.

Weitere Informationen

Am Samstag, dem 19. März 2011, findet in Berlin die Mitgliederversammlung mit den Wahlen statt. Die offizielle Einladung wird bald verschickt. Kandidaturen für ein Vorstandsamt können bis zum 18. Februar 2011 eingereicht werden. Im Mitglieder-Forum gibt es bereits eine zentrale Informationsseite. Auf ihr werden alle Informationen gesammelt, auch die Anträge und Kandidaturen werden dort veröffentlicht und können vorab diskutiert werden.

Interesse an einer Kandidatur für den Vorstand? Mehr Informationen gibt es in meiner Mail von Freitag.

Was auch wichtig ist: Wir brauchen auch Kassenprüfer, eine Zählkommission und ein Versammlungspräsidium.

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Von der Mitgliederversammlung am 22. Januar 2011

Rund 50 Mitglieder trafen sich vorgestern in Berlin und folgten damit der Einladung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Zwei gewichtige Punkte galt es dort zu diskutieren: ein Misstrauensvotum gegen den aktuellen Vorstand und zwei Vorschläge zur Satzungsänderung.

Den Vormittag verbrachte man – das ist fast schon Tradition – mit der Regelung von Formalien: Wahl der Versammlungsleitung, Wahl der Wahlkommission, Festlegung der Tagesordnung, Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung – in Deutschland macht man so etwas gründlich und das bedeutet eben, dass es schon mal eine Abstimmung über den Abstimmungsmodus geben kann.

Deutlich spannender wurde es in der anschließenden Beratung über das eingebrachte Misstrauensvotum gegen den Vorstand. Dieser basierte in der Hauptsache auf einen Mangel an Beteiligung der Mitglieder bei der im Spätherbst 2010 erfolgten Gründung der Wikimedia Fördergesellschaft. Interessant war für mich, dass von den Mitgliedern die Notwendigkeit zu diesem Schritt gar nicht abgestritten, das Ergebnis vielmehr als notwendig und gut erachtet wurde, sondern nur die Art und Weise der Mitgliederbeteiligung an diesem Schritt kritisiert wurde. In knapp zwei Stunden konnten aber in einer – erstaunlich ruhigen und sachlichen – Diskussion viele Fragen geklärt, viele Ungereimtheiten aufgelöst und viele Missverständnisse beseitigt werden.

Zwischendrin konnte man sich einem weitaus erfreulicheren Punkt
zuwenden: dem Mittagessen. Gestärkt mit Kartoffelsuppe und / oder Chili con carne ging es zu Phase 2 der Debatte.

Mitgenommen aus dieser Diskussion habe ich für mich, dass es zwei große Gruppen an Mitgliedern gibt, die sich in ihrem Verständnis der Vereinsarbeit unterscheiden. Während die eine Gruppe dem Vorstand eine Art „Mandat“ zur Erledigung der anfallenden Geschäfte – wozu auch so „spektakuläre Ereignisse“ wie die Gründung einer Fördergesellschaft gehören können – inklusive dem dazu notwendigen Vertrauensvorschuss gibt, möchte die andere Gruppe deutlich stärker in die laufende Vereinsarbeit einbezogen und bei solchen Entscheidungen vorab befragt werden. Eine kleine Splittergruppe darf dabei nicht unterschlagen werden: diejenigen, die prinzipielle Kritik an jeglicher Arbeit des Vorstands üben, dann aber handumkehr auch geistig zu erschöpft sind, um einen Verbesserungsvorschlag einzubringen. Ich denke, es wird tatsächlich eine große Aufgabe für die Zukunft sein, darüber zu befinden, wie mit den beiden großen Gruppen umgegangen werden soll bzw. wie sich der Verein weiterentwickeln muss, um die krass unterschiedlichen Vorstellungen gleichfalls zu befriedigen.

Zurück zur Aussprache über den Misstrauensantrag. Die Klärung der Missverständnisse scheint hier erfolgreich gewesen zu sein, denn zum Ende der Debatte kam die Frage auf, ob man die Abstimmung zum Misstrauensantrag nicht aufschieben, vertagen oder gar komplett unter den Tisch fallen lassen könne. Dies wurde – aus verschiedenen Gründen – verneint und so kam es zum ersten Auftritt der Wahlkommission, die die entsprechenden Stimmzettel einsammelte und zusammen mit den abgegebenen Briefwahlstimmen auszählte. Das Ergebnis war für mich nicht berauschend, aber gut: 48 Mitglieder stimmten für den Antrag, 129 dagegen, 2 enthielten sich der Stimme.

Danach präsentierten Alice Wiegand und Michail Jungierek den Vorschlag der vor knapp einem Jahr gegründeten AG Verantwortungsstruktur, der – grob zusammengefasst – einen hauptamtlichen Vorstand anstelle des Geschäftsführers und anstelle des bisherigen Vorstands ein ehrenamtliches Präsidium vorsieht. Während die Aufgaben der jeweiligen „Parteien“ dabei vollkommen gleich bleiben, wird die Haftungsfrage verändert. Auch hier diskutierte die Versammlung sehr sachlich die Vor- und Nachteile des vorgestellten Modells. Die Notwendigkeit, die Haftung vom ehrenamtlich tätigen Vorstand auf denjenigen zu übertragen, der tatsächlich das Tagesgeschäft erledigt und dafür bezahlt wird, schien von einer breiten Mehrheit der Vereinsmitglieder mitgetragen zu werden, denn das Ergebnis der Abstimmung ergab 115 Ja-Stimmen, 62 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen. Der Antrag verpasste damit allerdings ganz knapp die für eine Satzungsänderung erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Letzter Punkt der Tagesordnung war die Aussprache zu dem von Olaf Simons erarbeiteten Modell und seinem daraus resultierenden Antrag auf eine Satzungsänderung. Die Zustimmung zu diesem Modell war deutlich geringer: 50 Ja-Stimmen standen 125 Nein-Stimmen entgegen, Enthaltungen gab es hier 2.

Aufgrund der bereits recht fortgeschrittenen Zeit – auch das ist fast schon eine Tradition bei unseren Mitgliederversammlungen – und der damit beginnenden Ermüdung der Versammlungsteilnehmer, war der letzte Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ schnell abgewickelt und man vertagte sich auf die kommende ordentliche MV im März 2011.

Wie üblich nach einer solchen Veranstaltung, gilt es eine Danksagung auszusprechen. Diese ist verbunden mit der Hoffnung, dass ich diesmal keinen Beteiligten vergesse. Ich danke den Mitarbeitern der Geschäftsstelle für die Organisation der MV und für die Betreuung der Teilnehmer während der MV, Henriette und Cornelius für die Einlasskontrolle, der aus Debora, Ralf und Jens bestehenden Wahlkommission für die flotte Auszählung, Elly und Tobias für fleißiges Protokollieren, Arne und Martin für die Leitung der Versammlung und natürlich allen Anwesenden für die Anreise, die konstruktive Debatte und den ein oder anderen kleinen privaten Plausch in den Pausen.

Nachtrag

Vorwurf des Wahlbetrugs bei der aoMV

Die ersten Reaktionen im Nachgang auf die außerordentliche Mitgliederversammlung ließen nicht lange auf sich warten und kamen – auch in diesem Punkt wollen wir mit Traditionen nicht brechen – von denjenigen, die gar nicht anwesend waren. Es fiel der Begriff Wahlbetrug.

Nun ich will hier nicht lange auf Begrifflichkeiten herumreiten, kann es mir aber trotzdem nicht ganz verkneifen: Eine Wahl fand gar nicht statt! Die außerordentliche Mitgliederversammlung begnügte sich nämlich mit einer Abstimmung. Wahlen werden im März 2011 stattfinden, dann nämlich, wenn die nächste ordentliche Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland stattfindet.

Dennoch dürfen wir diesen Vorwurf nicht ignorieren. Da ich im Gegensatz zu Verfassern solcher Vorwürfe von Anfang bis Ende der Mitgliederversammlung beiwohnte, möchte ich auch hierzu meine Eindrücke ergänzen:

Die Vereinsmitglieder Debora Weber-Wulff, Ralf Bösch und Jens Schmidt haben sich freiwillig gemeldet und wurden von den versammelten Mitgliedern als Zählkommission eingesetzt. Debora Weber-Wulff (WiseWoman) wurde als Leiterin der Zählkommission für eine vereinsinterne Abstimmung von den Mitgliedern der Zählkommission gewählt. Debora stellte in einer WP-Diskussion am Wochenende folgendes klar:

„Ich habe mich freiwillig gemeldet, weil ich a) mein Unterschrift zur Einleitung dieses aoMV gegeben habe, weil ich große Probleme mit dem Kommunikation von wichtigen Dingen innerhalb des Vereins habe und b) bereits als Wahlleiterin bei etliche Universitätswahlen gearbeitet habe und seitdem ich den deutschen Staatsbürgerschaft angenommen habe, immer im Wahlvorstand einer Nachbarbezirk für Bundestag-, Abgeordnetenhaus- und Europawahlen sowie Volksabstimmungen mitmache und c) Beamtin des Landes Berlins bin. Als Dekanin einer großen Fachbereich bin ich es auch gewöhnt, Verwaltungsvorgänge zu überwachen.“

Übrigens sind aus meiner Sicht auch die beiden anderen Mitglieder der Zählkommission eher den Vereins-/Vorstandskritikern zuzuordnen. Weiter schreibt Debora:

„Mir wurden die Briefwahlunterlagen von Pavel Richter übergeben. Ich habe die verschlossene Stimmzettel erhalten, und ein Ordner mit den geprüften Wahlscheine. Wenn gewollt wird, dass wir in der Zählkommission auch die Wahlberechtigung prüfen, dann muss die Wahlordnung geändert werden […].

Es ist ja üblich bei einer Wahl, das die Überprüfung der Wahlberechtigung vor der Auszählung beginnt. Wir haben bei der ersten Auszählung länger gebraucht, weil wir uns erst mal über die unklaren Fälle unterhalten müssten: wo der Wahlschein vermutlich im Stimmzettelumschlag wäre (man spürt, wie dick es ist), oder es gar keinen Wahlschein gab. Wir haben alle Fälle protokolliert. Dann haben wir die Wahlumschläge geöffnet, getrennt nach den 3 Wahlgängen, und die Kartons der anderen beiden verschlossen. Jederzeit war Zugang zum Wahlauszählung, und Martin Zeise (Versammlungsleiter) war teilweise auch dabei. […]“

Der Rechtsanwalt war die ganze Zeit anwesend, es war ja eine offene Auszählung. Er wurde vor allem gebraucht, als nachgerechnet werden musste, ob der zweite Antrag – die von Sebastian Moleski eingebrachte Satzungsänderung – nun erfolgreich war oder nicht, weil ganz genau in der Wahlordnung nachgeschaut werden musste, wie Enthaltungen zu zählen sind. Egal wie man zählte, der Antrag fand keine erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Ich sehe, dass ein seit Jahren funktionierendes und übliches Verfahren plötzlich kritisiert wird und bin eigentlich überrascht, dass uns Wahlbetrug und nicht Dummheit vorgeworfen wird. Denn, mal ganz ehrlich, wenn man bei einer Wahl betrügen will, dann sollte wenigstens das Wunschergebnis dabei raus kommen.

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