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Archiv für die ‘Wikimedia Commons’ Kategorie



Hochzeitsfieber

Dies ist ein Gastbeitrag von Holger (Benutzer:Prolineserver), der seine Erlebnisse als für Wikimedia Deutschland akkreditierter Fotojournalist bei der Hochzeit des Jahres schildert

Als sich am 19. Juni die schwedische Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling in Stockholm das Jawort gaben, waren unter den 500.000 Besuchern auch etwa 10 Wikipedianer, die diese wahrscheinlich größte Hochzeit seit 1981 für Wikimedia Commons dokumentierten. Zwei Fotografen, Jan und ich, hatten mehrere Wochen im voraus durch Empfehlungsschreiben von Wikimedia Sverige bzw. Wikimedia Deutschland zusammen mit etwa 2300 anderen Pressevertretern Akkreditierungen als Fotografen erhalten. Mit diesen war es dann möglich, sich drei Wochen vor der Hochzeit auf Fotopools zu bewerben und dabei zwei Plätze für Wikimedia zu erhalten. Zwei Wochen vor der Hochzeit konnten dann die Akkreditierungsausweise bzw. Poolkarten beim Außenministerium abgeholt werden. Diese ermöglichten u.a. den Zugang zu zwei Pressezentren und einem umfangreichen Programm mit Pressebriefings und -konferenzen, sodass bereits hier mehrere Biografien bebildert werden konnten.

Am Tag vor der Hochzeit wurde es dann endlich ernst: Nach 4 Stunden Wartezeit, unterbrochen durch eine Stunde Gewitterregens und anschließendem unterhaltsamen Reinigens des roten Teppichs durch die Feuerwehr, kamen die ersten Gäste zur Galavorstellung im Konzerthaus vor einigen Duzend Kameras der Weltpresse an. Unter den mehr als 1000 Gästen dürften neben Vertretern aus zahlreichen Königshäusern auch noch zahlreiche weitere relevante Personen sein, die momentan noch auf ihre Identifizierung warten. Am Ende kommt dann auch das Paar und der Rest der Familie, und nach ein paar weiteren Bildern verschwinden alle Fotografen in Windeseile.

Der nächste Tag beginnt unspektakulär: Ein letztes Mal wird die Ausrüstung überprüft, bevor es mit Leiter und optimierter Regenausrüstung in die Stadt geht. Der Weg zum Pressezentrum im Rosenbad ist trotz diverser Absperrungen schneller genommen als erwartet, und auch die Sicherheitskontrolle dort ist sehr zügig. Nach einer Stunde Wartens bringt uns der Bus an die Fotoposition Slottsbacken, an der es dann knapp 5 Stunden zu überbrücken gilt. An dieser Stelle wird der Cortège schließlich das erste mal auf die Menschenmengen an den Straßen treffen, und dieser Fotopool war, nach einem Platz in der Kirche selbst, meine Wunschposition. Um 16:33 ist es dann endlich soweit: Das Brautpaar passiert den Slottsbacken – also etwa 30 Sekunden Zeit zum Fotografieren. Während Jan noch auf seine zweite Fotomöglichkeit zur finalen Ankunft des Paares mit dem Boot wartet, mache ich mich auf den Weg ins Pressezentrum, der mich auf die andere Seite des Schlosses führt. Da dort unerwartet wenig Leute sind, ist es möglch, noch relativ nah an die Terasse am Lejonbacken zu kommen. Mit Leiter und Teleobjektiv ergibt sich also noch eine überraschende Fotogelegenheit, als sich Brautpaar, Königspaar sowie weitere Gäste auf der Terasse zeigen. Im Pressezentrum angekommen beginnt zusammen mit Jan mit dem weiteren Sortieren, Bearbeiten, Beschreiben, Kategorisieren und Hochladen auf Commons der langweiligere Teil des Tages, bis mich schließlich der Hunger nach Hause treibt.

Am Ende stehen dann zahlreiche Stunden an Vor- und Nachbereitung dem Erlebnis, hautnah dabei gewesen zu sein und in einem besonderen Fotoshooting von nur einigen Sekunden Länge Bilder gemacht zu haben, gegenüber. Erwähnenswert hierbei ist, dass, wie bei den meisten Pressekonferenzen, Preisverleihungen und anderen Veranstaltungen auch, Kontakte zu den jeweiligen Pressestellen und Empfehlungsschreiben der Chapter mehr bewegen als ein Presseausweis: Am Ende zählt nur, auf der Liste der akkreditierten Journalisten zu stehen, um exzellente Fotomöglichkeiten zu erhalten.

Soweit Holgers Beitrag; Vielen Dank für die tollen Bilder und die Hintergrundinfos. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und auch mal bei einer Großveranstaltung Fotos für die Wikimedia-Projekte als Teil des Fotografen-Pools machen möchte: Wendet Euch einfach an office(AT)wikimedia.de und stellt Eure Idee vor. Wir helfen gerne und unbürokratisch bei der Akkreditierung. Eine ungefähre Vorstellung davon, wie oft die Bilder aufgerufen wurden liefert diese Statistik – es lohnt sich also!

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FAQ zum Disput National Portrait Gallery / Derrick Coetzee / Wikimedia Commons

Worum geht es genau?

Die “National Portrait Gallery” (NPG) hat am 10. Juli 2009 einem Nutzer der Wikimedia Commons (Derrick Coetzee) durch eine Anwaltskanzlei eine Email zugeschickt, in der diesem rechtliche Schritte angedroht werden. Im Kern geht es um ungefähr 3.000 Bilder, die der Benutzer auf Wikimedia Commons hochgeladen hat. Die NPG fordert von ihm unter anderem, dass er diese Dateien von Wikimedia Commons löscht. Eine Kopie des Schreibens findet sich unter http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Dcoetzee/NPG_legal_threat

Was ist der aktuelle Stand dieses Disputs?

Seit dem 17. Juli 2009 gibt es direkte Kommunikation zwischen der Wikimedia Foundation und der NPG, um den Streit beizulegen. Derrick Coetzee wird anwaltlich durch Fred von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation vertreten, die sich um Rechtsfragen im digitalen Kontext verdient gemacht hat. Es wurden bislang keine umstrittenen Bilder gelöscht. Wir können davon ausgehen, dass die NPG von Abmahnungen oder Prozessen absehen wird, solange noch verhandelt wird.

Worauf begründet die NPG ihren Anspruch?

Die NPG bestreitet nicht, dass die Werke aufgrund ihres Alters nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Allerdings sieht sie in der Digitalisierung der gemeinfreien Werke eine Leistung, die nach britischem Recht geschützt ist. Das Digitalisat eines gemeinfreien Werkes ist damit aus der Sicht der NPG nicht mehr gemeinfrei. In dem anwaltlichen Schreiben verweist die NPG zudem noch auf den Schutz von Datenbankwerken und sieht in dem Zusammenfügen von Bildausschnitten (entstanden durch die Lupen-Funktion der NPG-Webseite) eine Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen. [update 21. Juli 2009: Die NPG ist außerdem der Ansicht, dass durch den Besuch der Seite eine vertragliche Vereinbarung mit dem Besucher der Seite zustande kommt ("browse-wrap license"), deren Bestimmungen hier verletzt worden seien. Danke für den sachdienlichen Hinweis in den Kommentaren. ^ms]

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100.000 Mal ein Bild und 1000 Worte

Ungefähr ein Jahr lang haben drei Wikimedianer mit dem Deutschen Bundesarchiv diskutiert, argumentiert, Pläne geschmiedet und Vertragsentwürfe herumgeschickt, bis das Projekt spruchreif war: Wikimedia Commons erhält vom Bundesarchiv auf einen Schlag knapp 100.000 Bilder unter der freien Lizenz Creative Commons cc-by-sa, die eine umfassende Nutzug der Bilder für beliebige Zwecke erlaubt.

Am 4. Dezember fand in Berlin die Pressekonferenz dazu statt, um die frohe Kunde in die Öffentlichkeit zu bringen. Während die Journalisten also den Erläuterungen der Bundesarchiv-Vizepräsidentin Prof. Dr. Angelika Menne-Haritz, dem Leiter des Bildarchivs Dr. Oliver Sander, dem Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland Sebastian Moleski und Mathias Schindler (der von der FAZ zum Wikipedia-Gründer und vom Tagesspiegel zum Wikimedia Commons-Projektleiter befördert wurde) lauschten, rauschte gleichzeitig die Bilderflut nach Commons.

Grundvoraussetzung für diese Zusammenarbeit ist die konsequente Arbeit von Wikimedia Commons, eine erstklassige Mediendatenbank zu schaffen und zu pflegen, mit größter Rücksichtnahme auf alle urheberrechtlichen Fragen. Hinzu kommt die Erfahrung von Wikipedia, personenbezogene Inhalte mit der Personennamendatei (PND) der Deutschen Nationalbibliothek zu verknüpfen. Dieses Projekt läuft schon seit 2005 und verschafft den Lesern der Wikipedia einen direkten Zugang auf weiterführende Literaturangaben. Auch hier reifen gerade Pläne für den Ausbau der Zusammenarbeit mit dem bibliographischen Zentrum Deutschlands.

Für diesen großartigen Moment waren viele helfende Hände zur Stelle, sowohl Wikimedianer als auch Bundesarchiv-Angestellte und die Dienstleistungsfirmen dieser Behörde und allen gebührt Dank für die Mitarbeit. In Koblenz und Berlin wurden ungezählte Stunden bei der nötigen Arbeit zum Abgleich der Personenlisten von Bundesarchiv, Wikipedia und Nationalbibliothek verbracht, in einer beeindruckend hohen Qualität und noch beeindruckenderen Schnelligkeit. Jetzt, da sich die Kategorien auf Wikimedia Commons füllen und erste Bilder ihren Weg nach Wikipedia finden, beginnt der spannendste Teil der Arbeit: Nutzt die Inhalte!

Weiterführende Links

Gemeinsame Pressemitteilung von Bundesarchiv und Wikimedia Deutschland: Bilder-Buch-Beziehung im Internet

Pressespiegelauszug

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