Archiv für die ‘Freies Wissen’ Kategorie



Zwei Buchstaben können enttäuschend sein

Eindrücke von der Tagung der FG Dokumentation des DMB in Berlin 14. bis 16. Oktober 2013.

Die letzten beiden Tage war ich auf der Tagung der Fachgruppe Dokumentation den Deutschen Museumsbundes. In den meisten Vorträgen ging es daher um die Dokumentation der Sammlungsbestände in Datenbanken, die Maschinenlesbarkeit und Exportfähigkeit der Metadaten, ihrer Präsentation auf der hauseigenen Website, die Bebilderung der Datenbank, den Einsatz von 3 D Technologie. Ich sah mikroskopische Aufnahmen von Plankton, hörte knarzende MP 3 Files von längst verschollenen geglaubten Tango-Aufnahmen und erfuhr die Faszination, die von sepiafarbenen Fotos aus Afrika ausgehen kann.

Ein Hagel von Abkürzungen prasselte über die Leinwand: AAT, MINT, LIDO, xTree, FLA. Fremd klingender Gebrauch von Ausdrücken wie „kontrolliertes Vokabular“, „Triple set“. Es ist offenbar eine ganz eigene Welt, die der Dokumentation. Die Dokumentaristen beugen sich längst nicht mehr über verstaubte Karteikarten und hocken nicht mehr in den unbedeutenden Räumen des Museums. Sie sind Türöffner geworden. Sie sind öffnen mit den Informationstechnologien das Museum für die Zusammenarbeit mit großen Datenportalen wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder dem europäischen Pendant EUROPEANA und holen über die Webpräsenz ihrer Häuser oft eben so viele Besucher, wie die Ausstellungen mit den Vitrinen und Schautafeln.

Das Technikmuseum in Wien baut eine vollständig neue Datenbank für ihre Sammlungen auf, die in zwei Jahren jedem Besucher der Online-Datenbank eine umfassende Suche von Objekten mit vielen nur denkbaren Querverweisen und umfassenden Erklärungstexten bieten soll. Gibt man den Begriff „Dampflokomotive“ ein, wird man neben einer Galerie mit Abbildungen von Lokomotiven des Museums auch verwandte Schlagworte angezeigt bekommen. Man kann mehr über den Konstrukteur eine bestimmten Lok erfahren und mit ein paar weiteren Klicks welche anderen Objekte dieses Ingenieurs im Museum aufbewahrt werden. Wie schnell wird man sich da nicht gern in den Welten des Museums verlieren, fast ein wenig wie in der Wikipedia, in der man ja auch so schnell von dem einen Begriff zum nächsten Thema kommt. Das im DDR Jargon so genannte „Komplexmuseum“ Bitterfeld entpuppt sich dank einer umfassenden digitalen Datenbank, die online verfügbar ist, zu einem wahren Hort unglaublicher Schätze. Hier lagert zum Beispiel der vergessene Tango  in Form einer Schelllackplatte aus den Beständen einer Gaststätte der Nachbarschaft. Für analog arbeitende Fotografen ist das Museum ein Mekka, Bitterfeld war der Standort von Agfa und ORWO, der Nachlass dieser untergegangenen Riesen lagert im Kreismuseum. Seit der Einrichtung des digitalen Museums, hat das Museum nicht nur seine Besucherzahlen steigern können, sondern Betrachter des Museums haben mit ihrem Spezialwissen den Kuratoren des Museums geholfen, die Bedeutung einzelner Objekte erst richtig einzuschätzen und Fehler zu korrigieren. Das Berliner Museum für Naturkunde erstellt gerade einen umfassenden Katalog für Planktonarten der Meere. Plankton sind zentrale Informanten des Klimawandels und Indikatoren für Erdöl. Sollte jemand die Nützlichkeit dieses Unterfangens in Frage stellen. Es ist ein Mammutprojekt, denn die kleinen Wesen haben nicht nur kaum zählbare Arten, sondern werden auch mit einer noch größeren Vielfalt von Namen belegt. Wissenschaftler aller Welt können sich an der Taxonomie beteiligen. Das Ethnologische Museum in Berlin lädt ihre Online-Besucher mit einer App ein, eine Sammlung früher Fotographien aus Afrika zu verschlagworten, weil sie allein diese Arbeit gar nicht schaffen würden. Ja, das Internet bietet so viele neue Möglichkeiten!

Da geht doch noch ‘was. Bitte zahlen Sie noch einmal für das digitale Kulturgut, sollten Sie eine Abbildung des Kulturgutes in Ihren Blog oder für die Illustration eines Wikipedia Artikels verwenden wollen. Dieses norwegische Mautschild ist jedoch frei.. By Peter J. Acklam converted the original EPS file to PDF with Ghostscript and the PDF file to SVG with Inkscape. [Public domain], via Wikimedia Commons

Wir Kulturliebhaber und Steuerzahler sind natürlich begeistert von all den vielen bunten Bildern, die uns die Museologen zeigen: Doch bitte die Hände auf dem Rücken! All diese schönen Bilder können nicht weiter verwendet werden. Bitt‘ schön, nur für den Nicht kommerziellen Gebrauch. NC – ein enttäuschendes Stoppschild für das Wikimedia-Movement.

 

 

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Es ist ein langer Weg

Über die erste Open GLAM Konferenz in Warschau.

Eng und beschwerlich ist der Weg. Hier der Abwasserkanalnachbau im Museum zum Aufstand in Warschau. By Julia Sielicka-Jastrzębska (Julia Sielicka-Jastrzębska) [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Wikimedia Polska hatte gemeinsam mit verschiedenen Partnern Kultureinrichtungen aus ganz Polen eingeladen, sich gemeinsam der Frage zu stellen: Wie weit sind wir auf dem Weg zu einem offenen und freien Museum gekommen? Im Saal circa 50 bis 60 meist junge Kulturmenschen aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Von einer universitären Literatur- und Kulturzeitschrift, die jüngst auch eine Online-Ausgabe gelauncht hat, einer NGO, die sich für die verbesserte Zugänglichkeit von staatlichen Werken in Polen engagiert, einem Archiv für Videoart, über eine Sammlung zeitgenössischer Kunst einer Bank bis hin zu ganz „normalen“ Museen wie dem Jüdischen Museum in Warschau oder dem Regionalmuseum aus dem schlesischen Bytom - das Spektrum war sehr vielseitig. Die diskutierten Präsentationen ergänzten Vorträge aus der Perspektive der Wikimedia-Bewegung in Polen, Schweden, Bulgarien, Deutschland sowie der Europeana. Aber so unterschiedlich die Perspektiven der Vortragenden und des Publikums im Einzelnen waren, mir blieb vor allem dieser Eindruck haften: Es ist noch ein langer Weg bis man tatsächlich von frei zugänglichen GLAM-Einrichtungen sprechen kann. Vielen ist schon der Schritt, die eigene Sammlung online zu präsentieren, damit man sie sich dort anschauen kann, ein zu gewagter. Und nach diesem ersten Schritt stellt sich rasch die Frage nach der Art der Lizenzierung. Das Videoart-Archiv glaubt, die Interessen seiner Künstler am besten durch eine restriktive Interpretation des Urheberrechtes zu vertreten. Die Banker hingegen, haben die Erfahrung gemacht, dass die Künstler, deren Werke sie für die Ausstattung ihrer Bankzentrale erworben haben, ein starkes Interesse an einer Verbreitung ihrer Werke haben. Sie haben daher nach entsprechender Beratung einer Creative Commons Lizenz zugestimmt, jedoch nur für den nicht kommerziellen Gebrauch. Das Bytomer Museum wiederum profitiert auch im wirtschaftlichen Sinne durch die Nutzung der sehr offenen CC BY – Lizenz, nach der jeder das Werk frei weiter nutzen kann auch für kommerzielle Zwecke und es verändern darf so lange er nur den Urheber nennt. Seit der Publikation ihrer Produktionen unter dieser Freien Lizenz und deren damit möglichen Online-Verbreitung ist die Anzahl der Buchungen der kostenpflichtigen Kursprogramme des Museums erheblich gestiegen. Dies stockt den knappen Etat des Museums merklich auf. In Summa: Man probiert sich und die neuen Medien aus. Das zog sich wie ein roter Faden durch die Präsentationen und Diskussionen.

Der Warschauer Kulturpalast By Marcin Białek (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Zwei Warschauer Museen gelang es mir in den Konferenzpausen zu besuchen. So unterschiedlich ihre Thematik war, so sehr knüpften doch auch sie an den roten Faden der Tagung an. Das Chopin Museum, standesgemäß untergebracht in einem Barockpalais, überwältigt den Besucher durch den inszenierten Einsatz aller nur denkbaren Multimedia-Anwendungen. In verwirrender Vielfalt tönte rechts eine Mazurka, blinkte links eine Videoinstallation und hustete unvermutet neben meinem Ohr jemand aus dem Lautsprecher. Letzteres eine Reminiszenz an Chopins Tuberkulose,wie mich der nette Museumswächter beruhigte.  Im Werbefilm schaut das Ganze noch beeindruckend aus, am Ende musste ich jedoch bei Wikipedia nachschlagen, wann Chopin gestorben ist. Auch das Museum zum Aufstand der Warschauer im Zweiten Weltkrieg 1944, nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto 1943, präsentierte sich als eine mediale Leistungsshow. In einem ehemaligen Straßenbahndepot ein paar Bushaltestellen vom Kulturpalast im Zentrum entfernt taucht das bunt gemischte Publikum ein in die Inszenierung einer heldenhaften Schlacht. Kulissen des alten Warschau, Filmaufnahmen von Exekutionen neben Zeitzeugeninterviews, Fliegermotorenlärm, Schüsse und marschierende Stiefel auf dem Pflaster, über das der Besucher selber läuft. Waffen possierlich in weißen Schaukästen sauber wie Schmetterlinge einer naturkundlichen Sammlung aufgereiht und dunkel daneben ein Nachbau der Abwasserkanäle, durch die die Widerständler flüchteten. Kaum Text, im Vordergrund steht das emotionale Erleben. Kinder hasten von einer Installation zu nächsten, Männer streichen ehrfürchtig über dicke Bunkerwände, Touristen knipsen sich neben abgeplatzten Straßenschildern, alte Damen mühen sich die steilen Treppen in der Kino-Arena hoch und dort sitzen sie schließlich alle und schauen den Film auf der Großleinwand. Der Aufstand präsentiert sich in grobkörnigen schwarzweiß Filmaufnahmen als ein heiteres Abenteuer für Helden. Eine Besucherumfrage hat ergeben, dass viele nach dem Museumsbesuch glaubten, die polnischen Kämpfer hätten gesiegt. Der Erzählung zum Trotz war das Gegenteil der Fall. Die deutsche Wehrmacht hat Warschau nach der Niederschlagung des Aufstandes brutal zerstört.

Gerade der Besuch des letzten Museums hat mich sehr nachdenklich werden lassen. Ein Museum hat hier abstrakt gesprochen Daten zusammengetragen und sie durch ihre Inszenierung zu einer Aussage verdichtet. Wären wir als „User“ freier und mündiger, wenn wir freien Zugang zu eben diesen „Daten“ hätten und sie selbst zusammenstellen, gruppieren und mit unseren jeweils eigenen Fragen konfrontieren könnten? Verkürzt, versetzt uns der freie Zugang zu den Daten allein in die Lage sie zu interpretieren? Welche Aufgabe käme dem Museum in dieser Konstellation noch zu? Unter anderem dieser Frage werden wir Ende November in Berlin nachgehen. Auf der Tagung „Zugang gestalten“ werden ca. 200 Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft die Diskussion der polnischen Kollegen fortführen.

 

Fotodokumentation der Konferenz

Weiterer Blogbeitrag in English :)

 

 

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Bericht aus Brüssel: Wieso Wikipedia doch keine neuen Songs bekommt

Dimitar Dimitrov ist seit Juli lokaler Ansprechpartner für die Wikimedia-Aktivitäten in Brüssel. Im Vereinsblog berichtet er in loser Folge von seinen Erfahrungen vor Ort.

I would’ve smashed it up a bit more than that… Foto: Jes, CC-BY-SA Generic 2.0

Unverhofft kommt oft, vor allem in der Politik, die plötzliche Positionswechsel, taktische Winkelzüge und Strippenzieher im Hintergrund als systemische Begleiterscheinungen kennt. Vor allem von der europäischen Bühne wird das ja gerne behauptet. Einschätzungen von außen, wie eine bestimmte Entscheidung zustande kam oder nicht, fallen schwer, was aber auch damit zu tun haben mag, dass über die Vorgänge in Brüssel allzu selten und vor allem: eher oberflächlich berichtet wird. Gerade Themen, die für den Wikimedia-Verbund von höchstem Interesse sind, schaffen es nur selten über die Aufmerksamkeitsschwelle. Als “Wikimedian in Brussels” möchte ich diesem Umstand gerne abhelfen und abseits des monatlichen Newsletters von Zeit zu Zeit aus dem Nähkästchen plaudern.

Gut hatte es noch Ende April diesen Jahres ausgesehen, als die Berichterstatterin des Rechtsausschusses (JURI) im Europäischen Parlament, Marielle Gallo (EVP, FR), ihren Richtlinienentwurf zur Regelung der kollektiven Rechtewahrnehmung vorlegte. Es geht darin, grob gesprochen, um vereinheitlichte Spielregeln für Verwertungsgesellschaften, was die Lizenzierung urheberrechtlich geschützter Inhalte im EU-Raum vereinfachen soll. Im Gegensatz zum Entwurf der Kommission war Gallo – eine ehemalige Lobbyistin der Musikindustrie – nämlich auf die Wünsche von Musikern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und einigen Parlamentariern eingegangen und hatte vorgeschlagen, dass Künstler ihre Lizenzen Werk für Werk (und nicht, wie im Fall der GEMA, für den gesamten Katalog) vergeben dürfen. Dies hätte es u.a. auch ermöglicht, dass wahrnehmungsberechtigte Musikurheber künftig einen Song problemlos unter eine freie Lizenz stellen könnten.

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Evaluierung von govdata.de und Bitte zur Teilnahme

Anfang des Jahres hat sich Wikimedia Deutschland an der gemeinsamen Erklärung  “Den Standard endlich auf ‘offen’ setzen!” beteiligt. Anlass dieser Erklärung war unsere Kritik an der Lizenzpolitik von govdata.de, dem vom Bundesinnenministerium gestarteten Datenportal für Verwaltungsdaten aus Bund, Ländern und Kommunnen. Acht Monate nach dem Beta-Start von govdata.de soll das Portal einer ausführlichen Evaluation unterzogen werden, ausgeführt von Capgemini. Teil dieser Evaluation ist auch ein Onlinefragebogen, der bis Ende Oktober 2013 beantwortet werden kann. Wir geben gerne die Bitte des Innenministeriums weiter, sich zahlreich an der Beantwortung dieses Fragebogens zu beteiligen.

Der Fragebogen ist sehr kurz, eine Beantwortung innerhalb von unter 10 Minuten möglich. Lizenzfragen werden ausgespart, allerdings gibt es eine letzte offene Frage für weitere Anmerkungen.

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Der Himmel über Berlin…. ist seit heute frei

Zwei Ereignisse sind heute für Berlin von Relevanz: Der 60. Geburtstag des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und das Inkrafftreten der neuen Preise und Bezugsbedingungen für die amtlichen Karten und weiteren Produkte der Geoinformation. Das erste Ereignis erhält die ihm gebührende allgemeine Aufmerksamkeit, wir wollen nun dazu beitragen, Letzteres ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

Die Änderung ist eine kleine Revolution: Seit dem 1. Oktober 2013 ist die Nutzung der Geodaten und Geodatendienste des Landes Berlin sowohl für kommerzielle wie nichtkommerzielle kostenfrei möglich. Die (Meta-)Daten dürfen  insbesondere vervielfältigt, ausgedruckt, präsentiert, bearbeitet sowie an Dritte übermittelt, mit eigenen Daten und Daten Anderer zusammengeführt, zu selbständigen Datensätzen verbunden, in interne und externe Geschäftsprozesse und Anwendungen in öffentlichen und nicht öffentlichen elektronischen Netzwerken eingebunden werden. Dies alles mit Quellenvermerkspflicht.

Berlin (Symbolbild), Ausschnitt aus dem FIS-Broker, Geoportal Berlin / Kartenanzeige Digitale farbige Orthofotos 2011 (DOP20RGB) http://fbinter.stadt-berlin.de/fb/

 

Quelle dieses Wandels ist das Amtsblatt Berlins, Nr. 42 vom 20. September 2013 auf Seite 1977. Eine Open-Data-Version dieses Amtsblattes gibt es ironischerweise unseres Wissens noch nicht, dafür eine zeitlich begrenzt verfügbare Version bei einem Verlag.

Damit ist Berlin im Wortsinne über Nacht zu einem der Spitzenreiter bei der Bereitstellung von Open Data aus dem Geoinformationsbereich geworden. Dies vielleicht auch deshalb, weil es sonst noch größtenteils zappenduster aussieht und gerade bei Geodaten die Bereitschaft zur Freigabe bei der Landesverwaltung erschütternd schwach ist. Begründet wird dies gerne mit der finanziellen Situation, den Einnahmen aus Geodatenlizenzierung und drohenden finanziellen Ausfällen bei einer Freigabe.

Wie gut, dass man diese Einnahmen auch erfragen kann. So geschehen im April 2012 durch den Abgeordneten Dr. Simon Weiß mittels Kleiner Anfrage Drucksache 17/10461. So wissen wir, dass im Jahr 2010 das Land Berlin aus der entgeltlichen Bereitstellung von Geobasisdaten ca 1.072.000 Euro und im Jahr 2011 ca. 1.056.000 Euro erwirtschaftet hat. In der Antwort des Senats wird nicht im Detail ausgeführt, dass ein nicht unerheblicher Teil dieser Einnahmen aus den Lizenzzahlungen von Firmen stammt, die im Eigentum der Öffentlichen Hand sind. Der Fachausdruck hierfür lautet “Linke Tasche, Rechte Tasche”.

Wikimedia Deutschland applaudiert dem Land Berlin zur neuen Freigabepolitik von Geodaten und hofft auf viele Nachahmer, die wahlweise dem Preispolitikmodell des Landes Berlin folgen, dem Modell des Bundes über Änderung des Geodatenzugangsgesetzes oder dem Hamburger Modell einer allgemeinen Freigabeklausel im Transparenzgesetz (§10 Abs 3.). Alle diese Wege haben ihren eigenen Charme und sind grundsätzlich miteinander kompatibel.

Bonuspunkte hätte es für die Landesvermessung für zwei Aspekte gegeben:

  1. Die Daten sind dauerhaft kostenfrei nachnutzbar, allerdings derzeit ohne die Verwendung von Standardlizenzen. Dies schafft Heterogenität und zwingt einen Nachnutzer mit Geodaten aus vielen Ländern, immer wieder wesengleiche aber im Detail unterschiedliche Nutzungsbedingungen zu lesen und zu kombinieren. Das ist kein Drama und es wird mit Sicherheit Lösungen geben, die solche Lizenzen miteinander kombiniert bequem nachnutzbar machen.
  2. Viele der seit heute frei nutzbaren Daten sind derzeit noch nicht im Netz verfügbar oder wenn, nur über Kartenserver und nicht als Komplettpaket zum Download. Obwohl wir schon von diesem Freigabetermin wussten und entsprechende Bitten zur Abgabe auf einem Datenträger formuliert hatten, steht die eigentliche Bereitstellung dieser Daten noch aus. Wer wie wir so lange auf eine Freigabe gewartet hat, der hält auch noch ein paar zusätzliche Wochen aus.

Herzlichen Glückwunsch und Danke an alle innerhalb und außerhalb der Verwaltung, die durch ihre Arbeit diese Freigabe ermöglicht haben, insbesondere auch der Open Knowledge Foundation und den Freunden von Open Data im Abgeordnetenhaus und im Berliner Senat.

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Social Media Week 2013

Photo by Sofiaperesoa [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Wir freuen uns sehr, die Social Media Week 2013 aktiv mitzugestalten! Wir sind dort am 25. September mit einem Wikipedia-Diversity-Schwerpunkt und zwei Veranstaltungen vertreten:

10:00 – 10:45 Uhr: Gender Diversity in der Wikipedia – ein Balanceakt – Vortrag und Diskussion, Prof. Dr. Ilona Buchem, Gastprofessorin für Digitale Medien und Diversität an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Conrad Nutschan, Wikipedianer.

11.00 – 13.00 Uhr: Women edit” goes to Social Media Week, Workshop “Wikipedia für Einsteiger_innen” und Informationen zu “Women edit” mit Silvia Stieneker, Journalistin und Wikipedianerin sowie Sibylle Würz, Konzeptentwicklerin im Bereich Social Media im Frauen Computer Zentrum Berlin

Beide Veranstaltungen finden in der Design Akademie Berlin im Aufbau Haus am U-Bhf Moritzplatz in Kreuzberg statt.

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Raum für Freies Wissen & Friends

Platz für Treffen und Workshops bei Wikimedia Deutschland – Photo by Dr. Bernd Gross [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Die Räume von Wikimedia Deutschland sind nicht nur ein Büro, sondern funktionieren für kleinere Treffen und Workshops auch als Projektspace für die Wikimedia-Communitys und weitere Freundinnen und Freunde freien Wissens.

Bekannt geworden z.B. durch die Offenen Sonntage im Barcamp-Format oder einige Arbeitsgruppentreffen, wird diese Möglichkeit immer häufiger genutzt. Eine kleine Zusammenstellung der nächsten Aktivitäten stelle ich Euch heute vor. Noch mehr spannende Termine findet Ihr auf wikimedia.de/wiki/Veranstaltungen

An diesem Wochenende zum Beispiel haben wir ganz besonders musikalische Gäste. Die musicbrainz singen bei ihrem Summit aber nicht, sondern arbeiten gemeinsam an der Verbesserung der größten freien Datenbanksammlung von Informationen rund um Musik. musicbrainz.org/doc/MusicBrainz_Summit/13

Am Wahlsonntagabend (diesen Sonntag, am 22.9., aber das wisst Ihr ja alle schon) wird der Space dann zu einer temporären Fotoredaktion für das Fotoprojekt zur Bundestagswahlde.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Fotoprojekt/Bundestagswahl_2013

Am Donnerstag, 26. September, findet dann um 19 Uhr die nächste Ausgabe “Offenes Editieren” statt. Ob Neueinsteiger oder alte Häsin, gemeinsam wird an Wikipedia-Artikeln gearbeitet – auch ohne Anmeldung für Gäste offen! de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Berlin#Offenes_Editieren

Am Wochenende danach trifft sich am selben Ort das Board von KDE e.V. zum halbjährlichen Meeting, um die weitere Ausgestaltung der Unterstützung der KDE-Community zu entwickeln. KDE produziert Freie Software für Linux, Mac und Windows, unter anderem einen grafischen Desktop für Linux, ein naturalistisches Zeichenprogramm und einen Desktop-Globus. de.wikipedia.org/wiki/KDE

Am Mittwoch, 16.10. ab 16 Uhr veranstaltet die Open Knowledge Foundation (u.a. Betreiberin von fragdenstaat.de) einen Workshop zum Thema Informationsfreiheit. (Save the Date, noch ohne Link.)

Und Anfang November begrüßen wir dann die  Entwicklercommunity der Videolan Association, die im Space an der Weiterentwicklung von VLC und anderer freier Multimedia-Software arbeiten wird. www.videolan.org/projects/

Und weil es ganz schön aufwendig ist, für ein offenes Abend-Treffen mit Community-Mitglieder kurzfristig z.b. aus NRW extra nach Berlin zu kommen, unterstützen wir aktuell verschiede lokale Gruppen beim Schaffen von weiteren Möglichkeiten für solche Veranstaltungen und Projekträume an Orten außerhalb Berlins. Am Sonntag, 6.10. findet dazu ein Workshop in, nein, nicht in Berlin, sondern in der Jugendherberge Köln-Deutz statt. de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Workshop_Köln

Wenn Ihr selber Ideen für solche Veranstaltungen habt, ob in den Räumen der Geschäftsstelle in Berlin oder in anderen Stadt- oder Landregionen: Meldet Euch gerne. Entweder bei mir direkt sebastian.sooth@wikimedia.de oder bei community@wikimedia.de.

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“Dermaßen selbstverständlich” – Wie die zur Bundestagswahl antretenden Parteien auf unsere Fragen antworten und damit neue aufwerfen

Bild von Nutzer: Rama, Wikimedia Commons, Creative Commons CC-by-sa 2.0 France

Am 22. September ist bekanntlich Bundestagswahl, wenngleich uns an diesen Umstand weniger feurige inhaltliche Debatten und eher drollige Formatinnovationen im Fernsehen erinnern. Auf dem Schreibtisch von Wikimedia Deutschland liegen zehn an der Grenze zur Lesbarkeit eng bedruckte Seiten mit 80.000 Zeichen Wahlprüfsteinantworten. Das Format, das WMDE erstmals vor vier Jahren erprobte, wird mittlerweile recht routiniert gehandhabt. Insgesamt haben uns 11 zur Wahl zugelassene Parteien geantwortet, eine sehr erfreuliche Rücklaufquote.

Für uns sind Wahlprüfsteine eine gute Gelegenheit, eine Konversation mit den Parteien über die uns wichtigen Themen zu eröffnen. Wir können jetzt auch im Zeitverlauf über mehrere Jahre erkennen, wie sich Parteien in den für uns wichtigen Themen aufgestellt haben und welchen Wert sie diesen Themen zusprechen. Es ist nicht unsere Aufgabe, Euch eine Wahlempfehlung zu geben – gleichzeitig nehmen wir uns die Freiheit heraus, die eingegangenen Antworten in Inhalt und Form zu bewerten.

Die Lektüre der kompletten Antworttexte ist bei uns im Meta-Wiki für jede/n möglich. Mit eurer Hilfe hatten wir im Juli eine Prioritätenliste für Themen erstellt, anhand derer wir insgesamt 11 Fragen erstellt haben, die dann an alle zur Wahl zugelassenen Parteien verschickt wurden.

Allgemeine Eindrücke

Viele Parteien haben unterschiedlich ausgeprägte Hemmungen, auf spezifische Fragen eine konkrete Antwort zu geben. Weiterlesen »

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Wikidata quality and quantity

One of the goals of the Wikidata development project is a community that is strong enough to maintain the content in Wikidata. The community is – as with all other Wikimedia projects – the only guarantee of quality and sustainability.

None of the objectives of the Wikidata development project is to be the largest collection of data on the net. The sheer number of statements in Wikidata is not a metric that is indicative of healthy growth or quality. Since it is an easy to get and understandable number it is nontheless used a lot, but we should not attach too much importance to it.

This leads to the question, which metrics are meaningful for quality in Wikidata? And I have to admit: we do not know. This may seem particularly ironic since my dissertation was on the topic of quality measurement of knowledge structures. But it is not surprising: the opportunity to make statements in Wikidata exists since about half a year. The site is in continuous development, and some important pieces for quality assurance that are planned for Wikidata are not yet developed – including, for example, ranks for statements, web links as a data type, the protection of individual statements and aggregated views of the data. How to make quality measurable in Wikidata, which metrics correlate with quality – it has simply not yet been investigated sufficiently. I expect that science will provide some answers in the coming months and years.

To get an overview of the development of Wikidata, we must temporarily take assumptions about what numbers likely indicate quality. I do hereby call the community to make suggestions and discuss. A few first thoughts below.

The number of data elements (items) seems to not be a useful measure. This number is so far almost exclusively characterized in that items are required for the storage of language links. Accordingly, there was initially strong growth, while the links were transferred, and in recent months, the number is relatively stable.

The number of edits per page seems to be more meaningful. Last week it went above 5.0 and is rising quickly. The number of edits alone in Wikidata is less meaningful than in many other Wikimedia projects as an extraordinarily high proportion of the edits are done by bots. Bots are programs written by users to automatically or semi-automatically make changes. The bots are controlled by a group of about 80 users. This leads many to the idea that Wikidata is only written by bots. But that’s not true: every month 600000-1 million edits are performed by human user. These are numbers that can be reached only by the most active Wikipedias – including their own bot edits. Worries about Wkidata’s growth being too fast and that the quality of the data would suffer, have so far, except for anecdotes, not proven true.

Perhaps the simplest metric is the number of active users. Active users in Wikimedia projects are defined as the users who contributed at least five edits in a given month. Wikidata has nearly 4,000 active users, making it rank 6th among the most active of the Wikimedia projects together with the Japanese and Russian Wikipedia behind only the English Wikipedia, Commons, the German, French and Spanish Wikipedia. In other words, Wikidata has more active users than 100 smaller Wikipedias combined! Whenever the smaller Wikipedias access Wikidata, they rely on a knowledge base that is maintained by a much larger community than their own Wikipedia. But the advantages don’t end there: by using the content of Wikidata in the Wikipedias it becomes more visible, gets more attention, and errors are more likely to be found (although we still lack the technical means to then correct the error easily from Wikipedia – but that is on the development plan). This mainly benefits the smaller Wikipedias.

But it also already has useful advantages for the larger Wikipedias: An exciting – and for me completely unexpected – opportunity for quality assurance came when the English Wikipedia decided not to simply take IMDB IDs from Wikidata but instead load them from Wikidata to compare them with the existing numbers in Wikipedia, and in the case of inconsistency to add a hidden category to the article. This way difficult to detect errors and easily vandalisable data got an additional safety net: it may well be that you have a typo in the number on the English Wikipedia, or some especially funny person switched the ID for Hannah Montana’s latest film with that ofNatural Born Killers in the French Wikipedia – but now these situations are detected quickly and automatically. This data that is validated in several ways can then be used by the smaller Wikipedias with little concern.

As mentioned earlier, a lot is still missing and Wikidata is a very young project. Many of the statements in Wikidata are without a source. Even in the German Wikipedia the statement, Paris is the capital of France, does not have a source. We impose much stricter rules on a much smaller project after such a short time? But, then one may interject, if a statement has no source, I can not use it in my Wikipedia. And that is perfectly okay: it is already possible now, to just use data from Wikidata if they have a source of a certain type.

There are two ways to ensure the long term quality of Wikipedia: Allow user to be more effective or attract more users. We should continue to pursue both ways and Wikidata uses both ways very effectively: the mechanisms described above aim to give users the means to make more powerful tools and processes to build quality assurance, simultaneously Wikidata has already brought more than 1300 new users to the Wikimedia projects who had not edited in the other Wikimedia projects before.

Wikidatas main goal is to support the Wikimedia projects: it should enable higher quality of the content and reduce the effort required for the same. We need more metrics that capture this goal, and show how we evolve. The simple metrics all indicate that the initial growth in width has come to an end after months, and that the project is gaining in depth and quality. There are useful applications both for small as well as for large projects. But it is also clear that I am an avid supporter of Wikidata and so have a bias, and therefore start a call for ideas to track Wikidata’s effect critically and accurately.

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Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in Hessen

Zeitgleich zur Bundestagswahl am 22. September dürfen etwas über vier Millionen Wahlberechtigte in Hessen auch über die Zusammensetzung ihres Landtages entscheiden. Wahlumfragen aus Hessen bestätigen den Ruf des Landes, es in Sachen Mehrheitsfindung spannend zu machen. Wikimedia Deutschland hat allen in Hessen antretenden Parteien Wahlprüfsteine mit 10 Fragen geschickt; die Antworten haben wir nun veröffentlicht.

Insgesamt haben wir Antworten von sechs Parteien erhalten: CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und Piratenpartei. Umfang und Form der Antworten unterscheiden sich ganz erheblich. Bemerkenswert ist, dass es auch für größere Parteien mitunter nicht möglich ist, auf eine Frage auch eine inhaltliche Antwort zu geben. Wir sind insbesondere für Meinungen und Vorschläge dankbar, wie wir als Verein mit solch einer Situation umgehen sollen, ohne zu tief in den Bereich der politischen Wertung zu gehen.

Open Data:

Zwei Fragen beschäftigen sich mit Open Government Data: Erstens mit der generellen Lizenzpolitik und der Einhaltung z.B. der Principles of Open Governemnt und zweitens konkret mit dem Umgang mit denjenigen Datensätzen, die nicht unter Freien Lizenzen veröffentlicht werden. Aus dem Antworttext der CDU lassen sich keine Aussagen zu beiden Fragen finden, statt Richtlinien bevorzugt man hier die Einzelfallbetrachtung. SPD, FDP, Grüne, Linke und Piraten benennen klarer die Kriterien, nach denen Daten freigegeben werden sollen, zum Teil mit deutlichen Abstufungen. Nur Linke und Piraten sprechen sich explizit dafür aus, Inhalte unter unfreien Lizenzen aus “Open Data”-Portalen fernzuhalten, sie aber dann separat zu veröffentlichen.

Staatliche Werke:

Wir fragen – über Open Government Data  hinaus – zu allen staatlichen Werken nach der von der Partei befürworteten Lizenzierungspraxis. Die Antworten sind hier relativ heterogen und enthalten quer durch alle Parteien Aussagen zu anderen Themen oder zum Urheberrecht insgesamt. Zur Frage der Notwendigkeit einer Ausweitung des §5 UrhG (Gemeinfreiheit amtlicher Werke) gibt es hingegen eine erfrischende Klarheit: CDU und SPD sehen dazu keine Notwendigkeit, Grüne, Linke möchten dies prüfen, die Piraten sind dafür und die FDP möchte diesen Punkt in den Koalitionsverhandlungen klären.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: 

Nicht nur der Staat schafft Werke, auch der aus einem Gebührensystem finanzierte Öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert die Erstellung von primär audiovisuellen Medien. Von Einzelfällen abgesehen erhalten die Gebührenzahler keine Rechte zur Nutzung, die über den privaten Konsum hinausgehen. Wenn wir nach der Lizenzierung von Öffentlich-rechtlichen Inhalten unter Freien Lizenzen fragen, erhalten wir von SPD und CDU nur allgemeine Ausführungen über den Rundfunk selbst, die FDP sieht Probleme in der Umsetzung, die Grünen in Hessen befürworten immerhin unfreie CC-Lizenzen. Linke und Piraten sind für Freie Lizenzen. Auch bei diesem Thema war es wieder hilfreich, eine sehr klare und binär beantwortbare Frage zu stellen: Abschaffung der Depublikationspflicht. Zustimmung zur Abschaffung kommt von Grünen, Linken und Piraten, von der CDU kommt das Verständnis zum Problem und der abstrakte Wunsch zur Anpassung. Die SPD möchte prüfen, die FDP möchte genau prüfen.

Transparenzgesetz:

Von allen Parteien sticht die CDU mit einer konsequent ablehnenden Haltung zur Informationsfreiheit heraus, sie hält Informationsfreiheit insgesamt für bürokratisch, kostenintensiv und unverhältnismäßig. Zudem reichten laut CDU einzelne spezialgesetzliche Zugangsrechte aus. Alle anderen Parteien sprechen sich für ein Informationsfreiheitsgesetz aus, die FDP allerdings mit einigen Einschränkungen. Linke, SPD und Grüne bieten jeweils Drucksachen für Gesetzesinitiativen der abgelaufenen Legislaturperiode an. Auf die gestellte Frage konkret geantwortet haben hingegen ausschließlich die Grünen. Die Hamburger Regelung zur Nachnutzung unterstützen Grüne, Linke und Piraten.

Werke unter Freier Lizenz:

Unser Fragenkatalog endet mit zwei sehr konkreten Beispielen zur Lizenzpolitik eines Landes. Wir knüpfen hierbei an die Thematik Open Educational Ressources an. Konkret fragen wir nach der Bereitschaft, sich dem im Koalitionsvertrag von NRW festgestellten Modellversuch für OER anzuschliessen. Die Antwort der CDU bezieht sich hingegen auf die Verhandlungen zwischen Kultusministerkonferenz und Verwertungsgesellschaften über die (vergütete) Schranke zur Vervielfältigung von Werken für Unterrichtszwecke. Alle anderen Parteien möchten prüfen bzw. sprechen sich im Fall der Linken und der Piraten für OER aus. Unsere konkrete Frage nach der (freien) Lizenzierung von Luftbildern der Landesvermessung wird positiv von Grünen, Linken und Piraten beantwortet, CDU und FDP lehnen ab.

Fazit:

Es lässt sich für Hessen ein gewisses Gefälle in der Qualität der Antworten im Vergleich zu den (identischen) Fragen für die Parteien zu den Landtagswahlen Bayern und Niedersachsen erkennen. In der Tendenz bleibt es bei inhaltlich ähnlichen Antworten der einzelnen Parteien. Keines der Themen wird für sich genommen in der kommenden Legislaturperiode ein Selbstläufer sein, jedoch sind bei allen denkbaren Wahlausgängen Verbesserungen der jetztigen Situation möglich.

 

 

 

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