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Archiv für die ‘Alltag’ Kategorie



Wikimedia Deutschland und Creative Commons ziehen zusammen

Wikimedia und Creative Commons sind sich nicht fremd. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen existiert schon seit Jahren, schließlich sind auch viele der Inhalte in den Wikimedia-Projekte unter Creative-Commons-Lizenzen freigegeben. Künftig aber rücken wir noch näher zusammen und teilen uns Büroräume in Berlin. Bereits Anfang November hat sich der Verein in der Eisenacher Straße 2 im Berliner Bezirk Schöneberg nieder gelassen. Jetzt kommt der neue Untermieter und Partner Creative Commons dazu: Heute werden Wikimedia Deutschland und Creative Commons International ihre Lager zusammenlegen.

Wir freuen uns über die neue Bürogemeinschaft und sind überzeugt davon, dass es zahlreiche Möglichkeiten zur engeren Zusammenarbeit geben wird. Neben zwei Zimmern, die Creative Commons bezieht, ermöglicht die Zusammenlegung der Büros eine gemeinsame Nutzung des Konferenzraumes, der Küche und der technischen Einrichtungen, vor allem aber eröffnet es uns die Möglichkeit, Manpower und Know How auszutauschen.

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Was hält Wikipedia* doch gleich am Laufen?

Während der letzten Spendenkampagne hatte ich das „Spendenbapperl“ in der einen oder anderen Signatur untergebracht und dazugeschrieben: Jeder Euro hält Wikipedia am Laufen. Aber was hält Wikipedia eigentlich „am Laufen“?

Ich denke, es ist eine Illusion zu glauben, dass es mit dem Kauf von Servern getan ist. Was nützen die besten Server, wenn’s in der Community kracht, oder niemand mehr Lust aufs Artikelschreiben hat? Nichts ist so wichtig für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Projekts, wie der Zusammenhalt, die Motivation und die Weiterentwicklung der Community: ob in Sachen Kommunikation, Konfliktbewältigung, Bildrechtskenntnisse oder Artikel-Qualität (ja, das gibt’s auch noch!), ohne die Menschen dahinter läuft nichts.

Deshalb hat Wikimedia Deutschland e.V. schon im letzten Jahr begonnen, mit einem festen Budget auch Projektarbeit der Community direkt finanziell zu unterstützen. Das kann das Jurytreffen des Schreibwettbewerbs sein, aus der Community heraus organisierte Workshops und vieles mehr – solange es unser aller Lieblingsprojekt voranbringt.

Das Budget ist für dieses Jahr aufgestockt worden, und für Interessenten gibt es nun auch eine Anlaufstelle in Wikipedia: Wikipedia:Wikimedia Deutschland e.V./Community-Budget. Wer Zuschüsse beantragen möchte oder Fragen hat, kann sich gerne bei mir melden, ich kümmere mich darum.

* Ja: Wikipedia, Commons, Wikisource, Wikinews, Wiktionary, Wikiquote…

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Geschäftsstelle zieht nach Berlin

Am ersten Augustwochenende traf sich der Vorstand zur traditionellen Klausur nach der Mitgliederversammlung. In der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen berieten wir uns über Initiativen wie das Schulprojekt, die Verleihung der Zedler-Medaille, Schulungen für Autoren und die Wikipedia Academy 2009. Zusätzlich wurden aber auch organisatorische Themen besprochen, darunter der Nachtragshaushalt für das aktuelle Geschäftsjahr und die zukünftige Ansiedlung der Geschäftsstelle. Weiterlesen »

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Die WMF-WWM-Verschwörung

WMF = Wikimedia Foundation (Betreiber der Wikipedia)
WWM = Wer wird Millionär? (bekannte TV-Quiz-Show)

RTL nennt es “einen einzigartigen Abend bei Wer wird Millionär?“, in der Wikipedia ist es “business as usual”.

Am 1. Februar verfolgt ein großer Teil der deutschen Fernsehnation gespannt, wie Gabriele Weber bei Günther Jauch bis zur 500.000-Euro-Frage durchmarschiert. Sie war schon dreimal erfolglos in der Auswahlrunde, hatte dafür aber bei ihrem vierten Anlauf am Freitag die gesamte Sendezeit zur Verfügung.

Die Kandidatin beantwortete alle Fragen bis zur 125.000-Euro-Frage ohne auf einen der vier Joker der Risikovariante zurückzugreifen. Hier erst zog sie ihren 50:50-Joker, obwohl sie schon zuvor die Antwort richtig erläutert hatte. Die folgende 500.000-Euro-Frage lautete schließlich:

“In welcher Stadt befindet sich das Generalsekretariat von Interpol?”

A: Palermo
B: Utrecht
C: Lyon
D: Zürich

Ohne Hilfe konnte Frau Weber diese Frage nicht beantworten. Von ihren drei verbleibenden Jokern wählte sie zunächst den erweiterten Publikumsjoker. Nur ein Zuschauer aus dem Publikum traute sich eine Antwort zu – Utrecht. Da er sich nicht zu 100 Prozent sicher war, sollte ein Telefonjoker weitere Hilfe geben. Dieser musste jedoch bei der Frage passen. So kam auch noch der Publikumsjoker zum Einsatz, der folgendes Ergebnis brachte:

A: 1 % (Palermo)
B: 50 % (Utrecht)
C: 9 % (Lyon)
D: 40 % (Zürich)

Obwohl der sehr hohe Prozentsatz der Antwort D (Zürich) ins Auge fiel, entschied sich die Kandidaten zu passen und mit 125.000 Euro das Spiel zu beenden. Daraufhin beglückwünschte Herr Jauch Frau Weber, aber vor der spannenden Auflösung der Frage wurde gegen 21:00 Uhr ein Werbeblock geschaltet, so dass die Fernsehzuschauer die Möglichkeit hatten, die richtige Antwort per SMS-Gewinnspiel abzugeben. Auf diese Weise lassen sich zwar nicht 500.000-Euro, aber immerhin 5.000 Euro gewinnen.

Bis hierhin hatte das Ganze nichts mit der Wikipedia zu tun. Nun hat sich aber herumgesprochen, dass man den einen oder anderen Fakt doch ganz gut in der Online-Enzyklopädie recherchieren kann :-). Und dies wird auch gerne bei Gewinnspielen getan.

Während die korrekte Antwort bereits seit 2004 im Artikel Interpol zu finden war, wurde sie – um 21:00 Uhr – von einem nichtangemeldeten Besucher auf “Utrecht” geändert. Diese Änderung wurde eine Minute später revertiert. Um 21:05 wechselte der angebliche Sitz erneut zu “Utrecht”, eine Minute später zu “Berlin”. Daraufhin folgte ein Revert, danach war “Zürich” an der Reihe. Nach “Penisland”, Grüßen an alle Wer-wird-Millionär?-Seher und einigen weiteren Änderungen wurde der Artikel um 21:10 schließlich revertiert und halbgesperrt, so dass er für nichtangemeldete Benutzer nicht mehr bearbeitbar war.

Obwohl die falsche Antwort “Utrecht” insgesamt nur etwa zwei Minuten im Artikel stand (eine Minute davon mit kleinem ‘u’), wurde er in dieser Zeit von einer Vielzahl Menschen aufgerufen. Zum einen von interessierten RTL-Zuschauern, die für sich selbst gerne eine Antwort haben wollten, zum anderen aber natürlich auch von Teilnehmern des SMS-Gewinnspiels. Vielen dieser Personen ist die Funktionsweise der Wikipedia augenscheinlich nicht bekannt…

Anbei ein kleiner Auszug von Mails, die uns erreicht haben:

gestern wurde im Verlauf einer Fernsehsendung (Wer wird Millionär,RTL). kurzfristig der Standort des Generalskretariats Interpol, von Lion auf Utrecht geändert!!

Ich vermute eine Zusammenarbeit mit Ihnen und dem Sender RTL, da es um eine Menge Geld ging. Ich perönlich halte das für Betrug und werde aus diesem Grund Ihre Plattform nicht mehr aufsuchen.

Leider mußte ich feststellen, das man sich nicht auf eure Informationen verlassen kann. Es geht um eure Information in Bezug auf den Sitz von Interpol. Ich habe bei “Wer wird Millionär” auf Grund eurer Info, 0,50 Cent,ausgegeben um dann festzustellen das es eine falsche Information von eurer Internetseite ist. Da stand Utrecht und nicht Lyon. 2 Minuten später stelle ich fest, das ihr die Seite geändert habt, weil ihr Mist gebaut habt. Zwar gut für die anderen die zukünftig auf eure Seite gehen, aber enttäuschend für mich, weil ich mich auf eure InfoŽs verlassen habe. Ich weiss zwar nicht ob euch das wirklich interessiert,aber ich fühle mich verarscht.

Auf der Diskussionsseite des Artikels wurde vermutet, dass Mitarbeiter von RTL diese Änderung absichtlich vorgenommen haben um Telefonjoker zu irritieren. Dies ist nicht möglich, da die Sendung im Vorfeld aufgezeichnet und nicht live gesendet wird. Die Argumentationsstruktur lässt sich dadurch aber nicht stören:

ich weiß zwar nicht, wie man eine “Falschmeldung” so ohne Weiteres einfügen kann;aber dann ist es wohl auch möglich,das es ein Mitarbeiter von RTL war. Ich meine die Sendung läüft um einen Tag zeitversetzt, demzufolge sind auch Zuschauer und Telefonjoker live dabei.
Fall`s man sich zum manipolieren “einlocken” muss, werden Sie das sicherlich ,in Ihrem eigenen Interresse, rausfinden.
Wenn Sie es überhaupt wollen??

Schlussfolgerung: Wir haben noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Ach, bevor ich es vergesse. Die richtige Antwort ist tatsächlich Lyon. Die Weisheit der Vielen hat hier versagt.

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Alltag aus der Pressearbeit

12:30 Uhr: Mathias regt sich im Chat auf. Er ist gerade auf die Meldung “Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine” im Presseportal gestossen. In der per ots verteilten Vorabmeldung der Zeit steht Unsinn:

Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine

Hamburg (ots) – Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten. Google hatte die Einführung eines kostenlosen Internetlexikons angekündigt, das die Benutzer wie bei Wikipedia selbst zusammenstellen. [...]

Es folgen umgehend (unabhängig voneinander) Anrufe von Mathias und mir bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Welt. Während zuerst gemauert wird “Die Meldung wurde schon gesendet und eine Korrektur wird von uns nicht vorgenommen.” fordern wir umgehende Nachbesserung und weisen daraufhin, dass eine Vielzahl von Punkten schlichweg falsch sind – im besonderen die Aussagen “Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine” und “Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten.”

13:30 Uhr: Während die Zeit (sehr fix) eine Korrekturmeldung herausgibt, verbreitet sich die Falschinformation schnell in den verschiedensten Publikationen und wird auch von der dpa weiterverbreitet.

Wie so häufig besteht die Lösung für das Problem also nicht alleine darin, die Quelle zu korrigieren, sondern auch dafür zu Sorgen, dass sämtliche Drittverwerter ihre Beiträge korrigieren. Dies kann allerdings nicht vorrangig die Aufgabe von uns sein, sondern sollte von dem Verbreiter der Falschmeldung ausgehen. Viele Drittverwerter weigern sich auch, auf “Zuruf von außen” Texte zu korrigieren, die sie in dieser Form von Presseagenturen zugesendet bekommen haben. Hier kann nur der Versender direkt einwirken.

17:00 Uhr: Das Fazit: Bisher viel Arbeit und die Korrekturquote ist zum jetzigen Zeitpunkt noch “übersichtlich”.

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