Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie



Von August bis Oktober: unsere Monats- und Quartalsberichte

Zum Ende jedes Monats fassen wir hauptamtlichen Mitarbeiter unsere Arbeit in einem Rückblick auf die letzten vier Wochen zusammen. Der Bericht entsteht gemeinschaftlich, mit Beiträgen aus den einzelnen Teams, und verweist bei allen Themen auf Blogbeiträge oder weiterführende Stellen, wo detaillierte Informationen und Hintergründe nachzulesen sind. Hier ist der Monatsbericht für den Oktober.

In dieser Woche ist außerdem unser dritter Quartalsbericht veröffentlicht worden. Er blickt auf den gesamten Zeitraum Juli, August, und September zurück – und ist damit eine dieser weiterführenden Stellen. Beide Formate, Monats- und Quartalsbericht, haben wie alle Veröffentlichungen des Vereins ihre eigene Funktion im Gesamtbild unserer Berichte. Einzelne Themen aus persönlicher Sicht finden sich in den weit über 200 Blogbeiträgen dieses Jahres wieder. Dort geht es um Terminankündigungen, Rückblicke oder detaillierte Vor-Ort-Geschichten. Der Monatsbericht fasst dann die Vielzahl der Einzelthemen als Übersicht zusammen. In den Quartalsberichten schließlich helfen alle diese Informationen bei der Überprüfung, welchen Stand wir auf dem Weg zu den Zielen des Jahresplans erreicht haben. Was funktioniert gut? Was schaffen wir gegebenfalls nicht, und warum ist das so? In den Quartalsberichten geht es also gleichermaßen um Erkenntnisse für die Zukunft wie um aktuelle Zwischenstände.

Gute Lektüre!

Michael Jahn

Monatsbericht Oktober

TEAM COMMUNITYS

Während das neu aufgestellte Team Communitys im Oktober eine Klausur zu Kommunikation, Förderung & Infrastruktur abhielt sowie die AG “Zukunft CPB” einen antragsfähigen Entwurf zur 13. Mitgliederversammlung erarbeitete und Treffen und Workshops zu regionalen Treffpunkten stattfanden, gab es im Oktober viele weitere Veranstaltungen aus der Community heraus, die Wikimedia Deutschland erfolgreich und ausgesprochen gerne unterstützte:

Jede einzelne Woche gab es Veranstaltungen aus der oder für die Community in der Geschäftsstelle. Neben dem WikiTV-Treffen und dem Redaktionstreffen Physik fanden der Diversitätsworkshop und das Offene Editieren statt.

Der von Wikimedia Deutschland finanzierte Workshop Photoshop intensiv in Kassel versetzte Communitymitglieder in die Lage, freie Fotos hochwertig zu bearbeiten. Das erworbene Wissen soll in weiteren Workshops mit weiteren Freiwilligen geteilt werden.

Beim Jurytreffen des diesjährigen Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments wurden die aus 35.580 hochgeladenen Fotos vorausgewählten 900 Endkandidaten diskutiert und 100 Preisträger gekürt, die zur WikiCon Sachpreise von Wikimedia Deutschland erhalten werden.

Anfang Oktober fand der vom Verein unterstützte Workshop Köln statt, bei dem über den weiteren Ausbau der Unterstützung lokaler Aktivitäten und die Einrichtung eines Community-Stützpunkts in Köln und in anderen Orten diskutiert wurde.

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Ein Community-Stützpunkt / -Space / -whatever. Warum, wo, wie, wann und wer?

Im Wikipedia:Kurier gab es eine Diskussion über den auf dem Workshop:Köln am 6. Oktober 2013 diskutierten Community-Stützpunkt (der auch einen ganz anderen Namen haben könnte). Die Diskussion ist auch aufgrund der Darstellung im Kurier-Artikel so heftig geworden, so dass ich – ganz ohne den Artikel selbst bewerten zu wollen – meine eigene Sicht der Dinge darstellen möchte. Auf Anregung von Sebastian Sooth reblogge ich diesen Beitrag aus meinem privaten Blog nun auch hier.

Warum

Eines der wichtigsten Worte auf dem Workshop war “Bespielen”: Also die Frage, wofür wir so etwas überhaupt brauchen. Natürlich haben wir nicht stundenlang über irgendwelche Strukturen diskutiert, ohne die Inhalte zu kennen, die dort ablaufen könnten; ganz im Gegenteil, die Klärung dieser Frage war sehr wesentlich. Hier eine Auflistung der Dinge, die in einem Community-Dingsda passieren könnten.

  • Gemeinsames Editieren (Edit-a-thon)
  • Redaktionstreffen (damit auch Räumlichkeiten außerhalb Berlins zur Verfügung stehen)
  • Schulungen für Wikipedia-Anfänger verschiedener Zielgruppen
  • Regionale Workshops
  • Lokale GLAM-Aktivitäten (jemanden in den Space einladen)
  • WLM: Jury-Sitzungen, Fotoworkshops, Anwerben von NeuautorInnen, eine kleine Fotoausstellung, die zum Mitmachen anregt und die SiegerInnen und auch diejenigen, die vielleicht keinen Preis gewonnen haben, ehrt
  • Spontane Einzelbetreuung
  • Brückenfunktion Stammtisch und Wikipedia-Arbeit: Jemand, der das erste Mal auf dem Stammtisch aufgeschlagen ist, kann beim nächsten Edit-a-thon einfach mal zugucken
  • Kleine Vortragsreihen, für AutorInnen, damit sie auch auf andere Ideen kommen
  • “Lagerraum” für all die Dinge, die sonst ständig aus Berlin angeschleppt werden müssen
  • Kleine Bibliothek zur Ausleihe
  • “Wikipedia-Sprechstunde” für NeuautorInnen, angekündigt in der Wikipedia
  • “Wikimedia-Sprechstunde” für neue Wikimedia-Aktive, angekündigt auf der Vereinshomepage oder so
  • “Wikimedia Commons-Sprechstunde” für neue FotografInnen, keine Ahnung, wie man das ankündigt
  • Alle Schwesterprojekte können auch solche Workshops anbieten
  • Vor- und Nachbereitung von Exkursionen
  • Einen Raum für die Presse zur Verfügung haben
  • Community-Buildings-Gedöns (gemeinsames Kochen, Spielen, Spaß haben, Plaudern, einen Lesekreis organisieren, Kaffee und Kuchen, gemeinsam kreativ sein und neue Ideen in die Welt setzen …..)

Das ist unheimlich viel und die Liste kann noch um das Dreifache ergänzt werden. Und wenn wir nach der Testphase feststellen: Nichts davon hat dort stattgefunden, der Raum ist verstaubt und das Papier  vergilbt, der/die Zuständige sitzt die ganze Zeit schlafend in der Ecke und die lokale Gruppe von Freiwilligen hat sich verkrümelt, dann schließen wir das Ding. Aber der Gründe, das einmal zu probieren, gibt es wohl genug. Und das war Konsens auf dem Workshop (der-/diejenige, der/die widersprechen will, möge mich hauen).

Ein Wort zu “wie konkret verbessert das die Wikipedia?”: Wie Edit-a-thons und Fotoworkshops die Wikipedia verbessern, will ich hier gar nicht ausführen. Die übrigen Punkte zielen in erster Linie auf die Gewinnung neuer Beitragender und neuer Inhalte bzw. Quellen für Inhalte. Aber auch alle Aktivitäten, die im letzten Punkt “Community-Buildings-Gedöns” zusammengefasst sind, sind elementar wichtig für die Wikimedia-Projekte: Auch wenn viele sich das nicht vorstellen können (und ja auch nicht jede/r daran Gefallen finden muss), so ist die persönliche Bindung an AutorInnen, die mit einem das selbe Ziel verfolgen, für einige die größte Motivation und die kann durch solche Aktionen immens gesteigert werden.

Wo

Aus meiner Sicht – und ich denke, wir waren uns da auf dem Workshop einig – kann ein Community-Stützpunkt überall dort entstehen, wo er gebraucht wird und genügend Träger findet.

Wichtig scheint mir noch die Frage zu sein: “Warum in Köln?”: Nämlich nicht etwa, weil die Kölner mit ihrem übersteigerten Selbstbewusstsein selbst eine große Nummer spielen wollen oder weil sie so gut im Klüngeln sind (dieses Argument kam tatsächlich irgendwo), sondern weil sie die Idee hatten, sie weitergetrieben haben, weil sie eine gut organisierte Community sind, weil es einen offensichtlichen Bedarf gibt und weil eine Entscheidung für Köln langfristig keine Entscheidung gegen [beliebige deutsche Stadt hier einsetzen] ist.

Wie

Das Konzept treibt bereits aus.
(Foto: CC-by-SA 3.0, Hedwig Storch)

Wir haben dann auf dem Workshop drei Gruppen gegründet. Und ja, es gab einein Dissens (inhaltliche Erläuterung folgt gleich). Diesen Dissens herauszustellen, war Zielsetzung dieser Gruppenarbeit. Kein Wunder also, dass das auch passiert ist. Der Dissens war aber viel kleiner, als wir alle angenommen hatten und entsprechend konstruktiv war auch die Präsentation der Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen.
Wir hatten uns vor der Gruppenbildung darauf geeinigt, dass wir unser Bild eines Community-Spaces als Zwiebel verstehen. Tränenfrei, versteht sich. Im Kern, sozusagen als Must-have, war der Basis-Teil, der sich ausschließlich an die Community richten sollte und alle Aktivitäten aus der obigen Liste abdeckte, die sich nur “nach innen” richten sollten. Wir nannten das “Zwiebel 1″ und beauftragten eine Gruppe damit, dieses Szenario konkreter auszugestalten. Die äußere Schicht war optional und sollte auch die Aktivitäten abdecken, die sich mit der Repräsentanz, dem Gewinnen von NeuautorInnen, mit GLAM und Gedankenspielereien zu Ausstellungen beschäftigen – zusammengefasst, sich also auch an “externe Zielgruppen” richten. Wir tauften diese Arbeitsgruppe “Zwiebel 2″ und schickten sie in einen anderen Arbeitsraum. Eine weitere Arbeitsgruppe sollte schon einmal ein grobes zeitliches Raster entwickeln und grundsätzliche Überlegungen anstellen, um die beiden Arbeitsgruppen ggf. wieder zu erden  (wir sprachen hier von einer “Meta-Zwiebel” oder auch vom “Zwiebel-Pflanzen”) und später sollten das erste und das zweite Szenario hier eingefügt werden.

Gesagt getan. Die erste Gruppe entwarf folgendes Szenario:

  • Es gibt ein Space-Team, das für die Bespielung des Community-Space zuständig ist.
  • Es gibt eine/n Facility-Manager/in, der/die überwiegend Hausmeister-Funktionen ausübt.
  • Es soll nur das dort stattfinden, was das lokale Team auch realisieren kann.
  • Es gibt mehrmals wöchentlich Präsenzzeiten im Space, um erreichbar zu sein.
  • Der Raum ist in erster Linie gemütlich ausgerichtet.
  • Das Space-Team ist der/dem Facility-Manager/in weisungsbefugt, aber er/sie ist Angestellter von WMDE.

Das zweite Szenario sah wie folgt aus:

  • Es gibt ein Planungsgremium, das für die Bespielung des Community-Space zuständig ist.
  • Es gibt eine/n Community-Assistant, der/die als “primus inter pares” im Planungsgremium sitzt und in Zusammenarbeit mit dem Planungsgremium die Nutzung des Space plant, Termine koordiniert, ein Lager koordiniert etc.
  • Es soll nur das dort stattfinden, was das lokale Team auch realisieren kann.
  • Es gibt mehrmals wöchentlich Präsenzzeiten im Space, um erreichbar zu sein.
  • Der Raum hat einen gemütlichen und einen offizielleren Teil (Sitzungsräume, kleiner Schulungsraum).
  • Das Space-Team und der/die Community-Assistant arbeiten eng zusammen, letztendlich weisungsbefugt ist, als Arbeitgeber, die GS in Berlin.

Keine von beiden Gruppen klebte an ihren Vorstellungen. Noch im Nachgespräch zu den Gruppenpräsentationen im Plenum spürte ich förmlich die Annäherung, so ähnlich waren ja auch die entworfenen Konzepte. Das war kein spaltender Dissens, sondern der, der zwei unterschiedlichen Grundannahmen des “Warums” entsprang und leicht gelöst werden kann.

Wann

Es folgte noch die Präsentation der Meta-Zwiebel, die sich mit verschiedenen strukturellen Themen befasst hatte und zu folgenden Schlüssen gekommen war:

  • Es muss eine Testphase geben, damit alles wieder eingestellt werden kann, wenn alles sich anders entwickelt, als gedacht.
  • Die Stellenbeschreibung und Weisungsgebundenheit der/des Mitarbeiters/in muss klar sein; die Gruppe empfiehlt die Zusammenarbeit mit WMDE, auch um die Mietverträge für den Raum abzuschließen.
  • Es sollte für den Raum eine Art “Mission statement”, eine Nutzungsideologie geben.
  • Es sollte eine Art Vereinbarung zwischen WMDE und dem Space-Team geben.
  • Die Frage nach der finanziellen Abwicklung (Budget/Einzelanträge etc.) muss noch geklärt werden, ist aber ein Detail, das den Inhalten unterzuordnen ist.

Wer?

Dann gründete sich ein Space-Team, das aus den drei Zwiebeln ein Gesamtkonzept entwickeln und es WMDE vortragen sollte (Sebaso stand dafür zur Verfügung) und ein Meta-Space-Team, das die Entwicklung in Köln und auch an anderen Orten strategisch begleiten und überwachen sollte, um “Lessons learned” und “best practices” für die anderen Teams zu sammeln und aufzubereiten, denn, nochmal: Eine Entscheidung für Köln ist keine Entscheidung gegen Hamburg, München oder sonstwo.

Eine Gruppe von Leuten fand sich für beides. Es sind sozusagen die Gründungs-Space-Teams. Los geht’s!

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WikiCon 2013: Anmeldung läuft!

Die offizielle und verbindliche Anmeldung für die diesjährige WikiCon läuft noch bis zum 23.10.2013. Sie erfolgt über ein Anmeldeportal, das unter wikicon-2013.de zu erreichen ist. Für Teilnehmer, die eine Hotelübernachtung benötigen, bietet Wikimedia Deutschland im Rahmen der verfügbaren Kontingente eine Zimmerbuchung für wahlweise Einzel- oder Doppelzimmer an. Daran Interessierte werden gebeten, die Anmeldung jetzt noch einzureichen. Dasselbe gilt für Teilnehmer, die Bedarf an einer Kinderbetreuung vor Ort haben. Die Konferenzgebühr, in der unter anderem die Verpflegung, ein T-Shirt und Teilnahmeunterlagen enthalten sind, beläuft sich auf 20 Euro. Für Referenten sowie Helfer entfällt diese.

 

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Es ist ein langer Weg

Über die erste Open GLAM Konferenz in Warschau.

Eng und beschwerlich ist der Weg. Hier der Abwasserkanalnachbau im Museum zum Aufstand in Warschau. By Julia Sielicka-Jastrzębska (Julia Sielicka-Jastrzębska) [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Wikimedia Polska hatte gemeinsam mit verschiedenen Partnern Kultureinrichtungen aus ganz Polen eingeladen, sich gemeinsam der Frage zu stellen: Wie weit sind wir auf dem Weg zu einem offenen und freien Museum gekommen? Im Saal circa 50 bis 60 meist junge Kulturmenschen aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Von einer universitären Literatur- und Kulturzeitschrift, die jüngst auch eine Online-Ausgabe gelauncht hat, einer NGO, die sich für die verbesserte Zugänglichkeit von staatlichen Werken in Polen engagiert, einem Archiv für Videoart, über eine Sammlung zeitgenössischer Kunst einer Bank bis hin zu ganz „normalen“ Museen wie dem Jüdischen Museum in Warschau oder dem Regionalmuseum aus dem schlesischen Bytom – das Spektrum war sehr vielseitig. Die diskutierten Präsentationen ergänzten Vorträge aus der Perspektive der Wikimedia-Bewegung in Polen, Schweden, Bulgarien, Deutschland sowie der Europeana. Aber so unterschiedlich die Perspektiven der Vortragenden und des Publikums im Einzelnen waren, mir blieb vor allem dieser Eindruck haften: Es ist noch ein langer Weg bis man tatsächlich von frei zugänglichen GLAM-Einrichtungen sprechen kann. Vielen ist schon der Schritt, die eigene Sammlung online zu präsentieren, damit man sie sich dort anschauen kann, ein zu gewagter. Und nach diesem ersten Schritt stellt sich rasch die Frage nach der Art der Lizenzierung. Das Videoart-Archiv glaubt, die Interessen seiner Künstler am besten durch eine restriktive Interpretation des Urheberrechtes zu vertreten. Die Banker hingegen, haben die Erfahrung gemacht, dass die Künstler, deren Werke sie für die Ausstattung ihrer Bankzentrale erworben haben, ein starkes Interesse an einer Verbreitung ihrer Werke haben. Sie haben daher nach entsprechender Beratung einer Creative Commons Lizenz zugestimmt, jedoch nur für den nicht kommerziellen Gebrauch. Das Bytomer Museum wiederum profitiert auch im wirtschaftlichen Sinne durch die Nutzung der sehr offenen CC BY – Lizenz, nach der jeder das Werk frei weiter nutzen kann auch für kommerzielle Zwecke und es verändern darf so lange er nur den Urheber nennt. Seit der Publikation ihrer Produktionen unter dieser Freien Lizenz und deren damit möglichen Online-Verbreitung ist die Anzahl der Buchungen der kostenpflichtigen Kursprogramme des Museums erheblich gestiegen. Dies stockt den knappen Etat des Museums merklich auf. In Summa: Man probiert sich und die neuen Medien aus. Das zog sich wie ein roter Faden durch die Präsentationen und Diskussionen.

Der Warschauer Kulturpalast By Marcin Białek (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Zwei Warschauer Museen gelang es mir in den Konferenzpausen zu besuchen. So unterschiedlich ihre Thematik war, so sehr knüpften doch auch sie an den roten Faden der Tagung an. Das Chopin Museum, standesgemäß untergebracht in einem Barockpalais, überwältigt den Besucher durch den inszenierten Einsatz aller nur denkbaren Multimedia-Anwendungen. In verwirrender Vielfalt tönte rechts eine Mazurka, blinkte links eine Videoinstallation und hustete unvermutet neben meinem Ohr jemand aus dem Lautsprecher. Letzteres eine Reminiszenz an Chopins Tuberkulose,wie mich der nette Museumswächter beruhigte.  Im Werbefilm schaut das Ganze noch beeindruckend aus, am Ende musste ich jedoch bei Wikipedia nachschlagen, wann Chopin gestorben ist. Auch das Museum zum Aufstand der Warschauer im Zweiten Weltkrieg 1944, nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto 1943, präsentierte sich als eine mediale Leistungsshow. In einem ehemaligen Straßenbahndepot ein paar Bushaltestellen vom Kulturpalast im Zentrum entfernt taucht das bunt gemischte Publikum ein in die Inszenierung einer heldenhaften Schlacht. Kulissen des alten Warschau, Filmaufnahmen von Exekutionen neben Zeitzeugeninterviews, Fliegermotorenlärm, Schüsse und marschierende Stiefel auf dem Pflaster, über das der Besucher selber läuft. Waffen possierlich in weißen Schaukästen sauber wie Schmetterlinge einer naturkundlichen Sammlung aufgereiht und dunkel daneben ein Nachbau der Abwasserkanäle, durch die die Widerständler flüchteten. Kaum Text, im Vordergrund steht das emotionale Erleben. Kinder hasten von einer Installation zu nächsten, Männer streichen ehrfürchtig über dicke Bunkerwände, Touristen knipsen sich neben abgeplatzten Straßenschildern, alte Damen mühen sich die steilen Treppen in der Kino-Arena hoch und dort sitzen sie schließlich alle und schauen den Film auf der Großleinwand. Der Aufstand präsentiert sich in grobkörnigen schwarzweiß Filmaufnahmen als ein heiteres Abenteuer für Helden. Eine Besucherumfrage hat ergeben, dass viele nach dem Museumsbesuch glaubten, die polnischen Kämpfer hätten gesiegt. Der Erzählung zum Trotz war das Gegenteil der Fall. Die deutsche Wehrmacht hat Warschau nach der Niederschlagung des Aufstandes brutal zerstört.

Gerade der Besuch des letzten Museums hat mich sehr nachdenklich werden lassen. Ein Museum hat hier abstrakt gesprochen Daten zusammengetragen und sie durch ihre Inszenierung zu einer Aussage verdichtet. Wären wir als „User“ freier und mündiger, wenn wir freien Zugang zu eben diesen „Daten“ hätten und sie selbst zusammenstellen, gruppieren und mit unseren jeweils eigenen Fragen konfrontieren könnten? Verkürzt, versetzt uns der freie Zugang zu den Daten allein in die Lage sie zu interpretieren? Welche Aufgabe käme dem Museum in dieser Konstellation noch zu? Unter anderem dieser Frage werden wir Ende November in Berlin nachgehen. Auf der Tagung „Zugang gestalten“ werden ca. 200 Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft die Diskussion der polnischen Kollegen fortführen.

 

Fotodokumentation der Konferenz

Weiterer Blogbeitrag in English :)

 

 

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Freiwillige berichten vom Fotoflug im Sauerland

Blick auf das Kloster Grafschaft
(Schmallenberg, Sauerland)
Foto: Teta, CC-BY-SA 3.0* (via Wikimedia Commons)

 

Ein Gastbeitrag von Falkmart

Auf Initiative des Wikiprojekts Sauerland wurde am 6. Juli über dem östlichen Sauerland ein erster Fotoflug durchgeführt. Die Region erstreckt sich über Teile von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Beim ersten Flug wurden unter anderem Berge, Seen, Gebäude und Orte im östlichen Sauerland, insbesondere im Hochsauerlandkreis und Hessischen Upland, abgelichtet. Finanziert wurde der Flug aus dem Community Budget von Wikimedia Deutschland.
Innerhalb von drei Stunden folg die gecharterte Donier Do27 rund 600 Kilometer. An Bord befanden sich neben dem Piloten, ein Navigator und zwei Fotografen. 1350 Fotos wurden danach bei Commons hochgeladen. Abschließend gelang es den Projektmitarbeitern die  enstandenen Bilder innerhalb von fünf Wochen zu lokalisieren, die Fotos zu beschriften und zu kategorisieren. Bis zum 20. August wurden außerdem 268 Fotos in deutschsprachige Artikel der Wikipedia eingefügt. In den nächsten Jahren sollen drei weitere Flüge durchgeführt werden, um die Region vollständig abzudecken, wobei natürlich auch wieder Objekte aufgenommen werden, die knapp außerhalb der Region liegen.

* CC-BY-SA 3.0: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

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Einladung zum Diversitätsworkshop

Gender – Diversität – Wikipedia. Vielfalt gemeinsam gestalten

Die erste Phase im Projekt “Diversität für Wikipedia” ist abgeschlossen. Das Projekt verfolgt das Ziel, nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Geschlechtervielfalt in der Wikipedia gemeinsam mit der Wikipedia-Gemeinschaft zu suchen, Maßnahmen gemeinsam zu entwickeln und einen Beitrag zu mehr Vielfalt in der Wikipedia zu leisten. Nun ist das erste Ergebnis veröffentlicht: Arbeitspapier mit dem Titel “Gender – Diversität – Wikipedia. Vielfalt gemeinsam gestalten”.  Das Papier bündelt Informationen aus Forschung und Praxis, fasst den aktuellen deutsch- und englischsprachigen Forschungsstand zusammen und stellt Ergebnisse explorativer Interviews mit Editorinnen und Editoren der Wikipedia vor. Im Fokus des Arbeitspapiers stehen Fragen nach den Ursachen der geringen Beteiligung durch Frauen, welche Auswirkung dies für die Wikipedia und ihre Inhalte hat und wie dem entgegen gewirkt werden kann.

 

Workshop zum Thema Diversität in der Wikipedia 

Nun möchten wir zusammen mit allen Interessierten in die zweite Projektphase gehen: Dazu laden wir Euch zum Diversitätsworkshop am 12.10.2013 in die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland in die Obentrautstr. 72, 10963 Berlin ein. Der Workshop wird ganztägig von 9:30 Uhr -17:00 Uhr stattfinden. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Als Grundlage für den Workshop wird Ilona Buchem (Beuth Hochschule für Technik) unsere bisherigen Arbeitsergebnisse vorstellen. Danach möchten wir mit Euch weiter diskutieren und in kleinen Gruppen konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Geschlechtervielfalt in der Wikipedia ausarbeiten. Unterstützt werden wir dabei von einer Moderatorin. Zur Vorbereitung des Workshops versenden wir an alle Teilnehmenden die ersten Ideenskizzen für Maßnahmen als Inspiration und Anregung für eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema. Wikimedia Deutschland e.V. wird nach Absprache Fahrtkosten und Unterkunft in Berlin für die Teilnehmenden übernehmen.

Wir freuen uns über Deine Anmeldung unter dieser E-Mail.

 

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Blogpostreihe – Höhepunkte aus dem Programm der OER-Konferenz 2013

Dies ist ein Gastbeitrag von Kristin Narr. Kristin Narr ist freiberufliche Medienpädagogin in Berlin. Innerhalb des Internet & Gesellschaft Collaboratory e.V. koordiniert sie die Arbeitsgruppe (Ohu) “Digitale Integration und Medienkompetenz” und leitete die Initiative „Lernen in der digitalen Gesellschaft – offen, vernetzt, integrativ“. Am Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom) arbeitet sie in den Themenfeldern Medienpädagogik, ePartizipation und Lernen mit digitalen Medien.

Wikimedia Deutschland wird vom 14. bis 15. September 2013 die erste Konferenz zu Open Educational Resources in Deutschland veranstalten. Das Internet & Gesellschaft Collaboratory ist Partner der Konferenz. Bis zur Konferenz werden in loser Folge die Highlights im Programm der Konferenz (#OERde13)  durch die Mitglieder des Review-Teams vorgestellt. Als Vierte in der Reihe stelle ich meinen Favoriten vor: “Media Literacy Lab”: Open Learning in der Medienpädagogik mit Friederike Siller, Tabea Siebertz und Niklas Berend.

CC-BY-SA 3.0 DE by Martina Miocevic

“Media Literacy Lab”: Open Learning in der Medienpädagogik

Sich für einen Favoriten im Programm der OER-Konferenz zu entscheiden, fällt nicht leicht. Auf einen Talk freue ich mich allerdings ganz besonders. Er zeigt, dass OER nicht erst beim fertigen Material und der Bereitstellung dieser Materialien beginnt. In meiner Empfehlung steht der Prozess und das gemeinsame Produzieren von Inhalten in offenen Lernumgebungen im Mittelpunkt.

Das Media Literacy Lab (MLAB) ist an der Universität Mainz angesiedelt und bietet Lernumgebungen in Form von offenen Online-Kursen für den medienpädagogischen Bereich an. Mitte Juni 2013 ging das MLAB mit dem Kurs “Gute Apps für Kinder” an den Start. Die Kursteilnehmenden erarbeiteten innerhalb kurzer Zeit gemeinsam einen Katalog von Qualitätskriterien für die Bewertung von Apps für Kinder und erprobten den Katalog durch die eigene Bewertung von Apps. Am Ende des Kurses stand eine Datenbank, die alle Rezensionen bündelt und für alle Interessierten zugänglich ist.

Der Talk gehört zu meinen Favoriten, weil das MLAB den Wünschen und Forderungen, die im (medien-)pädagogischen Kontext seit langer Zeit oftmals nur diskutiert werden, konkrete, an der Praxis orientierte Lösungen anbietet. Denn im MLAB wird “open” von Anfang bis Ende eines Kurses zu tatsächlicher gelebter Wirklichkeit: Die Kurse sind offen und jede/jeder kann mitmachen. Die Kursmaterialien werden gemeinsam produziert und unter einer freien Lizenz veröffentlicht und zur Weiterbearbeitung zur Verfügung gestellt. Die digitale Zusammenarbeit unter den Teilnehmenden wird ins Zentrum gestellt und allein durch ein eher “organisatorisches Gerüst” unterstützt und beisammen gehalten.

Weblinks: www.medialiteracylab.de , www.gute-apps-fuer-kinder.de

Zu den Speakern

Friederike Siller ist Juniorprofessorin für Medienpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Friederike Siller will wissen, ob und wie die Medienpädagogik von Open Learning-Ansätzen profitieren kann. Sie ist gespannt darauf, zu diskutieren und zu ergründen, ob oder warum unsere Zusammenarbeit über das Internet bedeutungsvoll für eine medienpädagogische Professionalisierung sein kann.

Tabea Siebertz ist Masterandin im Studiengang “Lebenslanges Lernen und Medienbildung” der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Innerhalb des MLab-Teams überlegt, konzeptioniert und kommuniziert sie. Sie fragt sich, wie weit die Öffnung von Bildungsräumen (nicht nur innerhalb der Hochschullehre) gehen kann und gehen soll.

Niklas Berend ist studentische Hilfskraft am Institut für Erziehungswissenschaft der Uni Mainz. Im Rahmen des Open-Learning-Projektes koordiniert er die Wünsche und Ideen rund um die Homepage sowie die Social-Media-Auftritte des MLABs. Er hofft, dass sich Open Learning (nicht nur an der Uni Mainz) etabliert und das MLAB einen Beitrag dazu leisten kann.

 

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Tutoría III: Neues aus Buenos Aires

Vielleicht erinnert sich mancher noch daran: im März war ich als Freiwilliger für zwei Wochen nach Buenos Aires gefahren, um einen Erfahrungsaustausch zwischen Wikimedia Deutschland und Wikimedia Argentinien zu initiieren. Gemeinsam hatten Osmar Valdebenito, Geschäftsführer von WMAR, und ich 18 Handlungsempfehlungen erarbeitet, die dem Chapter zur Professionalisierung den Weg weisen können.

Osmar Valdebenito, Geschäftsführer von Wikimedia Argentinien (von Niccolò Caranti, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Inzwischen sind gut fünf Monate seit meiner Abreise aus Buenos Aires vergangen. Zeit also zurückzublicken und zu schauen, was Wikimedia Argentinien in der Zwischenzeit gemacht hat. In einem langen Skype-Gespräch Mitte Juli und beim Treffen auf der Wikimania in Hongkong konnten Osmar und ich schauen, was seit März geschehen ist.

Osmar führte mir vor Augen, dass die alltägliche Aufgabenlast des Chapters derart hoch ist, dass kaum Zeit für darüber hinausgehende Aufgaben über bleibt. Zusätzlich seien die Anforderungen durch das Funds Dissemination Committee (FDC) nicht zu unterschätzen: die zahlreichen Berichte (Monats-, Quartals- und Jahresberichte) zu erstellen und die Maßgabe, zum 1. Oktober bereits den neuen Jahresplan für 2014 fertiggestellt zu haben, stellten das Chapter auf eine harte Probe. Auch fehle es an Zeit, all die spannenden, tollen und aufregenden Projekte, mit denen auch die Freiwilligen zu gewinnen seien, umzusetzen. Eine doch sehr nüchterne Einschätzung.

Doch zu meinen Handlungsempfehlungen: wir hatten gemeinsam 18 Empfehlungen aus drei Bereichen (Allgemeine Verwaltung & Strategie, Kommunikation und Freiwilligenarbeit) erarbeitet, jeweils in kurz- und mittel-/langfristige Maßnahme unterschieden.

Am weitesten vorangeschritten: Kommunikation

Wie ich bereits in meinem zweiten Blogbeitrag schrieb, stellte Wikimedia Argentinien kurz vor meiner Abreise eine zweite Mitarbeiterin ein: María Cruz übernahm in Teilzeit die Aufgaben einer Pressesprecherin und Kommunikationsbeauftragten (encargada de comunicaciones). Mithilfe von María konnte WMAR den eigenen Anspruch erfüllen, nun auch aktiv zu kommunizieren, beispielsweise zu laufenden und abgeschlossenen Projekten beständig Blogbeiträge zu veröffentlichen und damit über die eigene Arbeit zu informieren. Auch eine komplette Überarbeitung der Webseite war dringlich – diese konnte vor Anfang August veröffentlicht werden und genügt nun auch den Anforderungen an eine moderne Homepage. Inzwischen beschäftigt sich María mit der Entwicklung eines eigenen Corporate Designs und gleichzeitig mit der Frage, welche Informationsmaterialien für die Projektarbeit des Chapters benötigt werden. Auch eine Kontaktdatenbank von Journalisten ist derzeit im Entstehen. Osmar und ich konnten hier das Resumée ziehen: schon durchaus viel geschafft, aber es gibt noch immer genug zu tun!

Ernüchternde Umsetzungen

Im Bereich der Freiwilligenarbeit erklärte mir Osmar selbst, dass noch sehr viel zu tun sei. Von den Handlungsempfehlungen sind praktisch noch keine umgesetzt. Wieso? Wahrscheinlich deswegen, weil diese am meisten Kommunikation mit Freiwilligen erfordern. Im Bereich der Kommunikation selbt sind es dagegen Aufgaben, die vorrangig innerhalb der eigenen Geschäftsstelle erfüllt werden können.

Im Bereich der Verwaltung und Strategieentwicklung gibt es noch viel Entwicklungspotenzial. Einen gemeinsamen Google-Kalender für Vorstand und Mitarbeiter gibt es inzwischen. Es war angedacht, intern Projektfortschritte über ein Projektmanagementsystem (“Redmine”) festzuhalten, das bisher allerdings auf seine Einrichtung wartet. Auch eine Richtlinie für Interessenskonflikte – eine Anforderung seitens der Wikimedia Foundation – ist bisher nur im Anfangsstadium. Die Entwicklung eines Strategieplans bis 2016, der vielleicht wichtigste Teil, wurde – zu meinem Erstaunen – komplett gestrichen und das vor allem aus einem Grund: Zeitmangel. Wie auch bei Wikimedia Deutschland (und der Foundation und anderen vergleichbaren Organisationen) nimmt die Erstellung des Strategieplans extrem viel Zeit in Anspruch. Diese stand bisher einfach nicht zur Verfügung, so Osmar.

Danach war ich doch, ob der erreichten Fortschritte, sehr ernüchtert. Und fragte mich selbst: Hat meine Arbeit überhaupt etwas gebracht?

Oha: Teil der neuen Global South-Strategie

Asaf Bartov, Mitarbeiter der Wikimedia Foundation und Beauftragter für die Entwicklung der Wikimedia-Projekte im sog. Globalen Süden (von HPNadig, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Die Wikimania in Hong Kong war dann doch mein Retter und Beweis für die Sinnhaftigkeit meines Projektchens. Seit Jahren ist die Foundation versucht, die Wikimedia-Projekte, allen voran Wikipedia, in den Ländern des Globalen Südens voranzubringen. Die Projekte in Brasilien und Indien waren bisher von geringem Erfolg gekrönt. Aus diesem Grunde präsentierte Asaf Bartov, Head of Global South Relationships der Foundation, eine „New Global South Strategy“ (pdf). Wichtigstes Element der neuen Strategie: die Foundation engagiert sich nur noch in Ländern mit bereits vorhandenen Strukturen oder zumindest starken Projekt-Communitys.

Zu einem dieser ausgewählten Länder gehört auch Argentinien, in der Präsentation erschienen sogar bereits erste Maßnahmen. Osmar erklärte, wie das Gespräch zwischen Asaf und Wikimedia Argentinien lief: die Frage war „Wie können wir euch unterstützen, abgesehen von finanziellen Zuwendungen?“. Daraufhin antwortete Wikimedia Argentinien mit eben diesen Handlungsempfehlungen, die wir gemeinsam erarbeitet hatten. So wird die Foundation beispielsweise unterstützenden Berater („facilitator”) für die Erarbeitung des Strategieprozesses bereitstellen, so dass auch diese Empfehlung verwirklicht werden kann.

Dieser kleine Erfolg zeigt mir, dass meine Mühe zumindest nicht ganz umsonst gewesen ist.

Fazit: Es wurde nicht so viel erreicht, wie ich mir gewünscht hätte. Aber: das argentinische Chapter hat einen aus meiner Sicht guten Weg eingeschlagen, um auch weitere Schritte der gemeinsam entwickelten Handlungsempfehlungen erfolgreich umzusetzen. :)

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#ZDFcheck – ZDF meets Wikimedia

Die #ZDFcheck-Redaktion bei der Arbeit (Foto: Kristina Hofmann, CC-BY)

Seit Mai 2013 läuft das Projekt #ZDFcheck, in dem das ZDF auf http://zdfcheck.de mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl Statements von Politikern prüft. Als Wikipedian in Residence betreue ich diese Zusammenarbeit und Freiwillige aus Wikimedia-Projekten, die gerne mitchecken möchten. Letzten Freitag fand eine Veranstaltung statt, die den übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin Wikipedia und die Hintergründe etwas näher bringen sollte.

Einen GLAMourösen Touch hatte die „interaktive Präsentation” schon, zu der die #ZDFcheck-Redaktionschefin Sonja Schünemann im Namen der Redaktion und im Namen von Wikimedia Deutschland alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios eingeladen hatte. Daran hatte wohl nicht allein der Prosecco Schuld.

Circa 15 Gäste fanden in der Redaktion des #ZDFcheck in der 7. Etage ein, die nach anfänglichem Kennenlernen unseren Erläuterungen zum Projekt und zu den Hintergründen der Wikipedia gebannt lauschten und kritische, interessierte Rückfragen stellten. Häufig ergab sich so aus einer einzelnen Rückfrage eine ganze Diskussion, etwa über die Eingangskontrolle, die Möglichkeit zur politischen Manipulation von Artikeln und – gerade für die Journalistinnen und Journalisten des ZDF natürlich interessant – die Nutzbarkeit von Wikipedia als Rechercheinstrument. Das Thema „freie Lizenzen“ war den meisten Teilnehmenden kein absolutes Neuland mehr, obwohl sich auch einiges Staunen über die Möglichkeiten des Creative-Commons-Lizenzbaukastens in seiner ganzen Pracht auftat.

Erfreut waren wir darüber, dass auch die Wikipedia-Schwesterprojekte, insbesondere Wikimedia Commons, auf Interesse stießen und teilweise bereits bekannt waren. Nach dem Präsentationsteil bildeten sich noch mehrere Grüppchen, die, teils in der Abendsonne auf der Dachterrasse, teils an Laptops verteilt in der Redaktion selbst, verschiedene Themen noch einmal nachrecherchierten und Detailfragen klärten.

Besonders spannend fand ich ein Projekt zur Erstellung eines abteilungsinternen Wikis, in dem die internen Arbeitsabläufe so zugänglich gemacht werden sollen, dass sie von überall aufgerufen und bei Fehlern direkt von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angepasst werden können – ganz im Wiki-Stil also.

Im Nachgang haben wir viel positive Rückmeldung erhalten und man darf gespannt sein, welche weiteren Aktivitäten sich aus diesem Anstoß ergeben haben.

Bisher sind im Rahmen des Projekts gut 30 Grafiken unter der Freien Lizenz CC-BY entstanden, die von Netzneutralität bis Photovoltaik unterschiedlichste Themen behandeln. Sie können nun in die Wikipedia eingebunden oder anderweitig nachgenutzt werden. Wer Lust hat, sich als Helferin oder Helfer am Check zu beteiligen, kann sich gern über tim-moritz.hector@wikimedia.de an mich wenden – den Ablauf des #ZDFchecks zeigt auch das folgende Video:

 

Der Ablauf des #ZDFcheck – ein Zwischenbericht. Video: ZDF, CC-BY.

 

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Chapters Dialogue beginnt!

Auf der Wikimania in Hong Kong waren unglaubliche viele Menschen des Wikiversums vertreten (von Qweaz, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Für das Kick-Off des Chapters Dialogue hätten wir – die Stabsstelle Internationales – uns keinen besseren Ort als die Wikimania 2013 in Hong Kong wünschen können: Zahlreiche Menschen der Wikimedia-Chapter aus aller Welt sowie Mitglieder der Wikimedia Foundation, des Boards of Trustees, des Funds Dissemination Committees (FDC) und des Affiliation Committees (AffCom) kamen zusammen, um fünf Tage lang das breite Themenspektrum des Wikimedia-Universums zu diskutieren. Die perfekte Gelegenheit für Nicole Ebber und Kira Krämer also, um mit möglichst vielen Leuten über unser neues Projekt „Chapters Dialogue“ zu sprechen. Für Kira bot sich sogar die Möglichkeit, bereits erste Interviews führen zu können.

Was ist Chapters Dialogue nochmal?

Bei dem Projekt Chapters Dialogue geht es darum, Bedürfnisse, Ziele und persönlichen Geschichten von allen Wikimedia-Chaptern und weiteren Organisationen strukturiert zu sammeln und auszuwerten, um ein gemeinsames Verständnis der momentanen Situation des Wikimedia-Universums zu schaffen. Und was könnte einen Dialog besser starten, als ein persönliches Gespräch? Hierfür gab es auf der Wikimania genügend Gelegenheiten.

Vorstellung des Projekts auf der Pre-Conference der Wikimania

Gestartet sind wir mit einer zweistündigen Session auf der sogenannten Pre-Conference, welche die zwei Tage vor der eigentlichen Konferenz stattfand: Nicole Ebber und Kira Krämer stellten das Projekt und die geplante Vorgehensweise vor, um anschließend die Diskussionsrunde zu eröffnen und Feedback von den Teilnehmern einzusammeln. Gerade bei den Fragen, die wir vorab auf Meta-Wiki veröffentlicht haben, gab es viel Diskussionsbedarf:

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