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Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie



“Wikipedia und Bildung” – Eine Reise durch die Wikimedia-Welt

By Rock drum, CC-BY-SA 3.0

In Washington dreht sich derzeit einiges um die Frage, wie man neue Unterstützer für die Idee Freien Wissens gewinnen kann. Auf der Wikimania, dem größten Treffen der Wikipedia- und Wikimediabewegung, wird neben technischen Aspekten der Usability auch über die Rolle von Bildungsprojekten für die Gewinnung neuer Autoren diskutiert.

So viele Projekte gibt es in den unterschiedlichen Ländern, dass man kaum einen Überblick über alle Aktivitäten haben kann. Eine Konferenz von dieser Größe bietet hier den perfekten Einstieg in die Recherche internationaler Projekte und Aktivitäten. Da beginnt sie also, meine “Reise”in die Wikimedia-Bildungswelt:

Den Anfang findet meine Reise  – natürlich -  in den USA. In einer Session zum Thema “College Students’ Perceptions of the Wikipedia-Assignment Experience” berichtet Mona Ibrahim von Ihren Erfahrungen, die sie als Psychologieprofessorin am Concordia College in Minnesota gemacht hat. Sie hat einen genauen Ablauf eines Wikipedia-Projekts formuliert. In diesem beschreibt sie genau, worauf ein Dozent achten sollte. Besonders wichtig ist aus ihrer Sicht das direkte Vorführen des Bearbeitens eines Artikels im Kurs und der Hinweis auf fehlende Seiten, die in der Wikipedia noch benötigt weden. Dennoch beschreibt sie das Feedback der Studenten wie folgt:

Ich hatte das Gefühl mehr Schaden anrichten zu können, als Gutes tun zu können.

Meine zweite Station führte mich direkt nach Mexiko. Leigh Thelmadatter berichtete von Ihren Erfahrungen mit Wikipedia in der Universität. Ihr Ansatz in den Sozialwissenschafen ist es, die Vielsprachigkeit ihrer Studenten zu nutzen. “Wikipedia als fremde Kultur” einzuführen, hilft ihr dabei, den Studenten die Eigenheiten zu vermitteln, die bei diesem Kulturschock auftreten können. Sehr spannender Ansatz, der das Schreiben eher als kulturelle Praxis wahnimmt und die Kommunikation in den Vordergrund stellt. Verbunden mit GLAM-Aktionen sieht sie ein großes Potential darin, Studenten durch soziale Aktivitäten zum aktiven Mitmachen zu gewinnen. Ihr Fazit: Schreiben muß Spaß machen und die Studenten persönlich und direkt ansprechen!

Persönliche Ansprache ist wichtig, da konnte ich das “Speed-Dating” gleich dazu nutzen, mit einem Dozenten der Polytechnic of Namibia ins Gespräch zu kommen: Er arbeitet in seinen Seminaren bereits seit 2010 mit Wikipedia. In diesem Kontext beschäftigt er sich mit der Einbindung indigener Sprachen und gesprochenen Quellen. Sein Problem dabei liegt in der schwierigen Belegbarkeit mündlicher Überlieferunen und der Frage, wie er Studenten motiviren kann, weiterhin aktiv zu bleiben. Eine Frage, die in diesem Bereich immer wieder aufkommt.

Next stop: England! Sehr spannend, neben den vielen Aktivitäten rund um Monmouthpedia, ist die Zusammenarbeit von Wikimedia UK mit den Manchester Girl Geek Dinners. Das Konzept dahinter: Frauen treffen sich zum gemeinsamen Abendessen und lernen anschließend gemeinsam, wie man selbst aktiv wird in Wikipedia. Im September wird es zudem in Leicester eine Konferenz zu Wikipedia in Education geben.

Ich lege einen Zwischenstop auf meiner Reise rund um das Wikipedia-Bildungs- Universum ein. Bei unserem “Education Meetup” stellen Denis und ich die Arbeit des Bereiches Bildung und Wissen vor und gemeinsam diskutierten wir Fragen rund um einzelne Aktionen zu Wikipedia im Bildungsbereich. Faszinierend, wie viele Initiativen es gibt! Erfreulicher Weise nutzten alle Teilnehmer diese Gelegenheit dazu, sich gemeinsam über Motivation und Hürden in der Arbeit mit neuen Autoren auszutauschen und zu vernetzen. Zeit für ein Zwischenfazit: Allen Programmen und Initiativen gemeinsam scheint die Erfahrung des negativen (oder gar fehlenden) Fedbacks zu sein und zur gleichen Zeit die Stärker der persönlichen Einladung und Unterstützung. Jedoch, die Reise hat gerde erst begonnen …

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Wiedervereinigung unter grossem Dach? Eure Stimme zählt!

Die Wikimania ist nicht nur ein Ort anregender Vortrage, Ankündigungen und Begegnungen. Manchmal bietet sie auch Ereignissen Raum, die in kein Schema passen und in dieser Weise doch nur hier geschehen können. So hatte ich gestern (gestern? ;)) um die Mittagszeit Gelegenheit, an einer aussergewöhnlichen Runde teilzunehmen, in der verschiedene Communities ihr Zusammengehen vorbereiteten.

Zum Hintergrund: Im Juli 2003 ging wikitravel.org online, Ziel war die kollaborative Erschaffung eines Reiseführers unter Freier Lizenz. Insgesamt bringt es Wikitravel heute auf 19 Sprachversionen mit jeweils bis zu 26.000 Reiseführern, seit 2004 auch einer Version auf Deutsch. 2006 entschieden sich die Gründer, die Marke “Wikitravel” an die Firma Internetbrands zu verkaufen, um Wikitravel ein solides Fundament zu geben. Internetbrands gewährleistete den dauerhaften Betrieb von Wikitravel und die Unabhängigkeit der Communities in inhaltlichen Fragen. Erste Probleme allerdings gab es, als die Firma entschied, Werbung zu schalten. Das führte zu Grundsatzdiskussionen und letztendlich zu einem Fork: die deutschsprachige Community wollte sich nicht in einem kommerziellen Umfeld bewegen. So entstand Wikivoyage, bis heute getragen von einem Verein mit Sitz in Deutschland. Wikivoyage hat in Deutsch den deutlich größeren Artikelbestand (~12.000 zu ~5.000 bei Wikitravel) und eine sehr aktive und gut organisierte Community. Außerdem gibt es noch eine italienische Sprachversion und gemeinsam genutzte Datenbestände für Bilder ähnlich Wikimedia Commons und “Locations”, eine Art WikiData für Ortsangaben.

Aber nach diesen Entscheidungen kehrte nicht dauerhaft Ruhe ein. Auf Dauer gab es Unzufriedenheiten bei der Wikitravel-Community, Vorwürfe standen im Raum, Internetbrands kümmere sich nur unzureichend um das Projekt. Die Entfremdung wuchs und 2012 begann die Community nach neuen Wegen zu suchen. Der kanadische Wikipedianer und Wikimedianer James Heilman nahm diese Bestrebungen auf und bündelte sie, indem er Kontakt zu Wikivoyage wie zur Wikimedia Foundation aufnahm und den Vorschlag aufbrachte, Wikivoyage und Wikitravel sollten sich wiedervereinigen als Projekt unter dem Dach der Wikimedia Foundation.

Hier in Washington trafen nun alle aufeinander: Vertreter von Wikitravel, Wikivoyage und Internetbrands waren ebenso anwesend wie Vertreter des Boards of Trustees der Wikimedia Foundation; Mitarbeiter der Foundation und von Wikimedia Deutschland und natürlich auch Aktive vieler Sprachen und Projekte des Wikimedia-Universums. Der Sprecher von Wikitravel brachte das annähernd einhellige Votum der aktiven Wikitraveller mit, Stefan Fussan hatte zusätzlich den entsprechenden Beschluss der Mitgliederversammlung von Wikivoyage in der Tasche. Die Vertreter der Wikimedia Foundation allerdings machten deutlich, dass dies noch nicht reiche, denn trotz der allgemeinen, bisherigen Übereinstimmung fehle noch eine wichtige Stimme – die der Wikimedia-Communities. Es ist also eure Stimme, die nun zählt. Das entsprechende Meinungsbild läuft bereits und mit Site-Notices in allen betroffenen Sprachen und Hinweisen in internen Medien soll darauf aufmerksam gemacht werden, denn eine hohe Beteiligung der Communities ist ebenso erforderlich wie ein klares Votum. Erst danach werde das Board eine entsprechende Entscheidung treffen können.

Also heisst es nun Wählen gehen! Entscheidet euch bei der Frage nach einem “neuen” Schwesterprojekt, Eure Stimme hier: Requests_for_comment/Travel_Guide

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​Im Land des lächelnden Regierungshandelns

Beth Noveck by Joi Ito, CC-BY 2.0

Wenn man eine Reise tut, verbinden sich mit dem Zielort häufig Bilder im Kopf, die dann nur allzu gerne bestätigt werden. Wer an Washington D.C. denkt, assoziiert damit vermutlich die klassizistische Architektur des Capitols und die reißbrettartigen Straßenverläufe, die dem funktionalen Zusammenhang einer Hauptstadt gehorchen. Schließlich muss hier die geölte Maschinerie des Regierungshandelns mit den zeremoniellen Anforderungen einer präsidentiellen Demokratie versöhnt werden. Und tatsächlich meint man, in jedem Schlipsträger sofort einen hohen Regierungsbeamten oder zumindest einen slicken Lobbyisten zu erkennen. Wer sich – wie einige mir bekannte Wikipedianer – im narrativen Strudel der ultimativen Polit-Serie „The West Wing“ verirrt hat, wird jetzt wohl schmunzeln.

Im Stadtteil „Foggy Bottom“, wo auch das von Hillary Clinton geführte U.S. Department of State seinen Sitz hat, geht es indes legerer zu als erwartet. Khakihosenträger und Jogger säumen die Straßen rings um die George Washington University, die die diesjährige Wikimania beherbergt.  Und bereits in der Opening Session des Tracks Tech@State, der unter der Ägide des Außenministeriums entstand, wird deutlich, warum Washington D.C. eben nicht nur ein architektonische Symbol für staatliche (Selbst-)Repräsentation, sondern eben auch ein politisches Ideenlabor allererster Güte ist.

Beth Simone Noveck, die im Weißen Haus die Stabschefin für Technologie war, spricht über die Open Government Initiative, die sie von 2009-2011 für die Obama-Administration ins Leben gerufen hat. Und Noveck spricht dabei über die Freigabe staatlicher Daten in einer Weise, wie man sie in Good Ol‘ Europe nur allzu häufig vermisst: enthusiastisch. Die Autorin des Buchs „WikiGovernment: How Technology Can Make Government Better, Democracy Stronger  and Citizens More Powerful“ (2009) glaubt nämlich fest an die Erneuerungskraft “smarter” Instiutionen – mithilfe der Leidenschaft und fachlichen Expertise von interessierten Bürgern.

In ihrem Konzept eines „hybriden Wiki“ denkt sie die Freigabe von Verwaltungsdaten und die Partizipationsmöglichkeiten von User Generated Content zusammen. Dabei macht sie nicht bei der aktiven Weiterverarbeitung z.B. von Geodaten Halt, sondern denkt diese Struktur als Grundlage für ein „crowd sourcing of the drafting of politics“. Nicht auszudenken, ein deutscher Staatssekretär würde eine solche Beta-Version von kollaborativer Gesetzesgebung an die Wand malen. Wie erst kürzlich im Open-Data-Papier von Wikimedia Deutschland beschrieben, ist man über zögerliche Mitwirkungsmöglichkeiten wie z.B. virtuellen Sachverständigen in der stärker beamtengeprägten Bundesrepublik noch nicht hinausgekommen.

Bei der sich anschließenden Townhall-Debatte regt sich leiser Widerstand. Wo blieben denn in einem System des „nicht-gewählten Flashmobs“ die notwendigen Checks & Balance, die das natürliche Machtmobile des US-amerikanischen Systems bilden? Noveck muss grinsen. Natürlich kennt sie die Vorbehalte auch ihrer Landsleute: „Government“ ist praktisch ein Schimpfwort, „Demokratie“ steht mindestens unter Generalverdacht. „Wir brauchen ein neues Vokabular“, fordert sie lächelnd. Und neue Bilder im Kopf.

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„Nothing about us without us“ – Mary Gardiners Keynote auf der Wikimania

Mary Gardiner Bildautor: Mary and Andrew @Flickr unter CC-BY-SA 2.0

Gleich am ersten Tag der Wikimania 2012 bekommt ein wichtiges Thema prominenten Raum: “Fostering diversity: not a boring chore, a critical opportunity” lautete die diesjährige Keynote, gehalten von Mary Gardiner. Mary ist die Mitbegründerin der Ada Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen in Open Technology zu unterstützen. Die Initiative wurde nach Ada Lovelace benannt und ehrt damit die erste Programmiererin der Welt. Mary gehört außerdem zum Organisatoren-Team des AdaCamps, welches vor der Wikimania in Washington D.C. stattfand und auf denen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum Wirken von Frauen in Open Culture austauschten. Weit über 250 Sprachversionen zeigen die Vielfalt der Wikipedia auf. In ihrer Keynote wies Mary aber auch auf jene Bereiche hin, die nach mehr Diversität verlangen.

Die Zahl der weiblichen Autorinnen in Wikipedia liegt bei unter 10 Prozent, wenig Vielfalt also unter der Autorenschaft, zumindest was den weiblichen Beitrag angeht. Dass nicht über jene Köpfe hinweg gesprochen und entschieden werden sollte, um die es sich handelt, stellte Mary insbesondere heraus. Auf die kurze Formel gebracht: „Nothing about us without us“. So müssen Fehler identifiziert werden, gleichzeitig aber auch Fragen gestellt und auf die Antworten gehört werden. Mit dem Ziel: Das mehr Vielfalt allen zu Gute kommt, insbesondere dem Projekt Wikipedia.

 

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Hallo Washington!

So, die Wikimania hat begonnen. Die große Eröffnungsveranstaltung ist vorbei, und gerade laufen die ersten Session des regulären Programms. Alle Anwesenden sind sehr hilfreich, und wie immer verbreiten die Teilneher die gute Laune einer Schullandheimfahrt.

Ein paar erste Eindrücke aus Washington und von der Wikimania:

* Washington ist nicht ganz so heiß und schwül wie befürchtet.

* Anscheinend haben alle Teilnehmer aus Deutschland die Einreiseprozedur gut überstanden.

*Die Organisation wirkt bisher gut und professionell, auch wenn es erste Kaffee-Engpässe gibt. Dafür funktioniert das Wlan meistens.

* Der Wikimedia-Deutschland-Stand ist im großen Pausen/Essens/Aufenthaltsraum; etwas arg in die Ecke gedrängt, aber soweit ich hier von schräg gegenüber aus sehen kann, ist der Stand durchaus besucht.

* Die gestrige Reception war eine eindrucksvolle Veranstaltung. Die Räume in der Library of Congress sind schon sehr beeindruckend, ein Haufen Wikipedianer in Hemden, Anzügen und Abendkleidern ein einmaliges Erlebnis. Viele Wikipedianer auf einmal können richtig gut aussehen.

* Die Jimmy-Wales-Rede ist halt die Jimmy-Wales-Rede. Aber Jimbo hatte einen eher guten Tag.

* Die Keynote von Mary Gardiner war inhaltlich sehr spannend, wenn auch etwas unter der Vortragstechnik leidend. Ich hoffe sehr, dass eine schriftiche Fassung existiert.

* Ja, liebe Deutsche, in Washington trifft man Radfahrer und der öffentliche Nahverkehr existiert. Nur ist mir noch unklar, warum die Washingtoner die U-Bahnhöfe im Dämmerlicht halten.

* Als Speaker hat man rot/goldene-Bordüren am Namensschild.

* Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht.

 

 

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Wikimania Takes Manhattan – Eine Vorspeise in drei Gängen

Die Wikimania ist das jährliche Treffen von engagierten Helfern aus den Wikimedia-Projekten. Vom 12.-14. Juli findet die diesjährige Wikimania in Washington, D.C. statt. Am Wochenende vor der Konferenz kamen ca. 50 Wikipedianer aus verschiedenen Ländern nach New York City, um am von Wikimedia New York City organisierten Wilkommensprogramm “Wikimania takes Manhattan” teilzunehmen.

Es berichtet der Wikipedia-Autor mit dem Benutzernamen toblu. Er ist einer von 20 Ehrenamtlichen, die Wikimedia Deutschland mit einem Reisestipendium für die Wikimania unterstützt.

 

Wer im Jahre 1912 von Europa nach Amerika reiste, konnte sicher sein, von der Freiheitsstatue im Land der unbegrenzten Möglichkeiten begrüßt zu werden. Wer im Jahre 2012 nach Amerika reist, hat diese Sicherheit nicht. Wer – so wie dieser Tage einige  hundert Wikipedianer – nach Washington möchte, kann die Küste einfach überfliegen und direkt auf dem Washington Dulles International Airport landen.

Dieser Umstand war einigen New Yorker Wikipedianern Grund genug, die Teilnehmer an der diesjährigen Wikimania ein Wochenende vor Konferenzbeginn nach Manhattan einzuladen. Gut 50 Wikimanians folgten dem Aufruf und freuten sich über eine Vorspeise in 3 Gängen.

Wikipedianer erobern Manhattan. Bildautor: toblu unter CC-BY-SA 3.0.

1. Gang: Sightseeing

Der erste Gang dauerte drei Tage. Sightseeing. Uptown – Downtown – Midtown. Entlang eines von den Organisatoren vorgeschlagenen, auf Anregungen der (stetig wechselnden) Teilnehmer aber immer wieder modifizierten Programms, das versuchte Schlaglichter auf einige ausgewählte Orte zu werfen. Darunter: das American Museum of Natural History, das Metropolitan Museum of Art, die Wall Street, China Town, die UN Headquarters und die New York Public Library. Nicht die schnellste, aber eine spannende und definitiv lustige Methode, Manhattan kennenzulernen.

Höhepunkt – wenigstens für mich, der wie die meisten Teilnehmer nur einen Teil des angebotenen Programms wahrnahm: der Besuch einer Off-Broadway-Production mit dem Titel Too much light makes the baby go blind im East Village. Ein exakt 60-minütiger Auftritt bestehend aus 30 verschiedenen, teilweise für den Abend neu geschriebenen Stücken, deren Reihenfolge spontan durch das Publikum vorgegeben wird. Eintrittspreis: $ 11 + „whatever you roll with the dice“. Bonus für uns: 2 Stunden Warten in der ebenso schlecht beleuchteten wie dubiosen KGB Bar.

2. Gang: Wiknick

Wiknick auf Gouvernor’s Island. Bildautor: toblu unter CC-BY-SA 3.0.

Der zweite Gang bestand aus Pizza. Viel Pizza. Und Chips. Und Limo. Ein Wiknickam Samstagvormittag auf Gouvernor’s Island, zugleich die gemeinsame Errichtung eines „Pavillons“ aus Bambusstäben („That’s no building, that’s a situation“) unter dem Motto Wiki’s World Fair. Nach anfänglichen Motivationsschwierigkeiten (bei Temperaturen bis zu 39° Celsius) dann doch relativ lustig und tatsächlich zu einem Austausch über einzelne Projekte führend.

Besonders spannend: Ideen für ein unabhängiges Mobilfunknetzwerk, das durch Übertragung des Signals über verschiedene (tragbare oder fest installierte) Mini-Sender funktioniert und dank Holzschachtel-Prototyp live vorgeführt wurde. Kein Wiki-Projekt, dafür aber wirklich grass roots.

3. Gang: Wikibus

Der dritte Gang schließlich war eine Fahrt. Gemeinsam im (von Wikimedia New York gesponserten und theoretisch mit W-LAN ausgestatteten) Greyhound nach DC. Abschluss eines tollen Events. Zugleich Höhepunkt einer unglaublichen Flut an „Hey, when exactly do we meet? I got like 5 different times already“-E-Mails über (mindestens) zwei verschiedene Mailinglisten. Twitter ist so 2011. Facebook eh.

Nach einer dennoch erfolgreichen Ankunft zunächst in DC, für mich etwa eine Stunde später dann auch im Hostel, bleibt die Erinnerung an eine tolle Initiative und eine genutzte Gelegenheit, schon vor Beginn der Wikimania nicht nur Manhattan, sondern auch viele Teilnehmer (wenigstens ein bisschen) kennengelernt zu haben.

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Auf nach Olympia

Fünf Wikipedianer haben sich nach Mainz aufgemacht und bei der Einkleidung der Olympiamannschaft Hunderte von Bildern gemacht. Ein Bericht von Ralf Roletschek

Die freundlichen Profikollegen bei der Einkleidung der Olympiamannschaft Bildautor: Ralf Roletschek (talk) – Infos über Fahrräder auf fahrradmonteur.de cc-by-sa 3.0


Kaum in der Kaserne angekommen, haben wir festgestellt, daß wir keine Blitzanlage haben. Das macht sich etwas schlecht… :-( Also suchen wir nach irgendeiner Notlösung. So eine Blitzanlage gibt es nicht um die Ecke, und in der Kaserne bekommt man auch keine ausgeliehen. Aber es stehen zwei Blitzanlagen in der Ecke der Halle. Wir lernen Timo Schaube von der Bilddatenbank Public Address Presseagentur kennen, er macht Bilder fürs Fernsehen. Also die Fotos von Sportlern, die bei Nachrichtensendungen im Hintergrund gezeigt werden. Eine vorsichtige Frage später dürfen wir ihre Anlage mitbenutzen. Das erweist sich im Nachhinein sogar als vorteilhaft, denn die Sportler müssen nicht von Anlage zu Anlage wechseln, nur wir Fotografen haben den Staffelstab zu übergeben. Ein ganz großes Dankeschön für diese Kollegialität!

Freie Lizenzen
Wir kommen auch über unsere Arbeit ins Gespräch, und dass die “Gefahr” in der Luft liege, mit unseren freien Lizenzen den Profis die Arbeit wegzunehmen. Dem sei aber nicht so, sagen sie und weisen darauf hin, andere Fotos als wir zu machen. Das Fernsehen hat andere Anforderungen als eine Enzyklopädie. So haben wir uns prima ergänzt und gegenseitig unterstützt. Das uns von Bettina Kenter empfohlene Schminkpapier hat in der Hitze gute Dienste geleistet und war den Profis noch unbekannt. Viele Sportler fragten nach einem Spiegel, der Autospiegel des Transporters der Bundeswehr war nur eine Notlösung, wir müssen beim nächsten Mal einen Besseren dabeihaben. Die anwesenden Bundeswehrsoldaten haben überhaupt sehr unbürokratisch und schnell geholfen, wenn es mal klemmte. Alle Sportler sollten im Dress der Olympiade abgelichtet werden, viele haben allerdings keine Bekleidung dabei. Ein kurzer Anruf beim Vorgesetzten und wir bekommen die notwendigen Jacken in verschiedenen Größen zur Verfügung gestellt.

Resultate
Und was ist dabei herausgekommen? Gut eingestellte Blitzanlage, total entspannte Sportler und eine gute Organisation haben ergeben, daß von allen Athleten schöne Porträts angefertigt werden konnten. Es waren zwar mit 28 Personen – darunter Jörg Roßkop, Dirk Schimmmelpfennig und Juliane Schenk – nur gut 10% der gesamten Olympioniken – aber von diesen haben wir jetzt gutes Bildmaterial! Die Rolle der Helfer im Hintergrund ist dabei mindestens genauso wichtig wie das eigentliche Fotografieren. Ohne sie wären viele Sportler gar nicht bei uns angekommen. Wir waren nicht zu viele sondern eher zu wenige Leute dort. Und eine technische Erkenntnis: Immer eine Kamera mit X-Kontakt dabeihaben! Wir hatten zwar 3 DSLR dabei aber nur eine, die wir an die Blitzanlage per Kabel anschließen konnten.

Ein ganz großes Danke an alle Beteiligten nicht nur von uns!
- Ralf Roletschek im Namen aller fünf Teilnehmer

Alle Fotos sind unter http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Einkleidung_deutsche_Olympiamannschaft_2012 zu finden

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Wikidata logo: It’s time to pick a winner!

(You can find the German version of this entry here.)

We asked for logo proposals for Wikidata and you delivered. We have received 73 submissions. Thank you so much for all of them. There can only be one Wikidata logo however, so it is time to pick the one.

We have prepared a voting page. You can vote by going there and adding your signature to as many candidates as you want (but only one per candidate). Everyone who has an account on meta (or a global account) that was created before July 1st 2012 can vote. And now go and pick your winner! Voting is open until Thursday July 12th 23:59 UTC.

Feel also free to add comments to the proposals, on how to improve them or making them more usable as a logo. You will notice that we picked a selection for the voting. The selection is based to eliminate variants, in order to counter the decoy effect (see http://en.wikipedia.org/wiki/Predictably_Irrational#The_Truth_about_Relativity ). Since we also plan to produce swag like buttons, shirts, pins, etc., Wikimedia Deutschland e.V. had to make a preselection of the logos based on several criteria like that it should work in black-and-white, that it can be easily zoomed, that it is memorable, that it is squarish, that it is not culturally biased, etc. Those were long discussions as you can imagine.

The winner will be announced in the Wikidata panel at Wikimania on Friday July 13th. After that the winning logo will get a final review from legal and will be revised and finalized by a designer.

PS: In the unlikely case that we notice manipulation of the vote we’re reserving the right to exclude votes from the count. We will document all such cases.

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Wikidata Logo: Es ist an der Zeit einen Gewinner zu wählen!

Wir haben nach Logovorschlägen für Wikidata gefragt und ihr habt geantwortet. Wir haben 73 Einreichungen erhalten. Vielen Dank! Es kann allerdings nur ein Wikidata Logo geben. Es ist also an der Zeit einen Gewinner zu wählen.

Wir haben eine Wahlseite vorbereitet. Du kannst wählen indem du auf die Seite gehst und Deine Signatur unter so viele Vorschläge setzt wie Du willst (allerdings höchstens ein mal pro Vorschlag). Jeder, der ein Benutzerkonto auf Meta (oder ein globales Benutzerkonto) hat, das vor dem 1. Juli angelegt wurde, ist stimmberechtigt. Und jetzt triff Deine Wahl! Die Wahl ist bis Donnerstag den 12. Juli um 23:59 UTC möglich.

Es dürfen auch Kommentare zu den Vorschlägen abgegeben werden, um sie weiter zu verbessern und als Logo verwendbarer zu machen. Wikimedia Deutschland e.V. hat eine Vorauswahl getroffen. Die Vorauswahl hat Varianten aussortiert (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Decoy-Effekt). Um sicherzustellen, dass wir das Logo auf Buttons, T-Shirts, usw. verwenden können, haben wir verschiedene Kriterien verwendet: die Logos müssen Schwarz-Weiß funktionieren, in verschiedenen Größen, gut in ein Rechteck passen, nicht einseitig kulturell geprägt sein, usw.

Der Gewinner wird auf dem Wikidata Forum zur Wikimania am Freitag den 13. Juli bekannt gegeben. Danach wird das Gewinnerlogo von der Rechtsabteilung geprüft und von einem Designer überarbeitet.

PS: Im unwahrscheinlichen Fall, dass wir Wahlmanipulation bemerken, behalten wir uns das Recht vor, Stimmen nicht zu zählen. Wir werden solche Fälle dokumentieren.

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Monatsbericht Juni 2012

POLITIK UND GESELLSCHAFT

ACTA-Broschüre veröffentlicht

Zusammen mit iRights.info hat Wikimedia Deutschland eine Broschüre zu ACTA herausgegeben. Ziel der Veröffentlichung ist, die Entstehungsgeschichte von ACTA umfangreich darzustellen und über die Probleme aufzuklären. Erfreulicher Weise haben alle beteiligten Ausschüsse des EU-Parlaments die Ablehnung von ACTA empfohlen. Es ist jedoch zu befürchten, dass die problematischen Regelungen aus ACTA jetzt in andere Gesetzesvorhaben wie die Änderungen zur IPRED-Richtlinie eingebracht werden.

Unterausschuss Neue Medien: Gespräch über Open Data

Eine Premiere für Wikimedia Deutschland war die Einladung des Unterausschusses Neue Medien des Deutschen Bundestages, an einem Gespräch über Open Data (offene Dateien) am 25. Juni als Sachverständige teilzunehmen. In Vorbereitung auf dieses Gespräch haben wir eine schriftliche Stellungnahme verfasst und veröffentlicht. Der Verlauf dieses Gesprächs war aus unserer Sicht sehr positiv, unter den Sachverständigen herrschte Konsens über die Notwendigkeit von Open Data-Initiativen und ihren gesellschaftlichen Nutzen. Wir haben in einem weiteren Blogposting unsere ersten Eindrücke von dieser Sitzung aufgeschrieben.

Leistungsschutzrecht für Presseverlage

Mit der Veröffentlichung eines Referentenentwurfs zur Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage hat eine seit drei Jahren (von Fachkreisen abgesehen) unbeachtete Debatte ihren Sprung ans Licht einer etwas breiteren Öffentlichkeit geschafft. Wir berichteten im Juni darüber und teilen die Ansicht und Befürchtung der meisten Analysen, dass es sich hier um ein handwerklich problematisches Gesetz ohne Nutzen, dafür mit Schaden für die davon Betroffenen handelt. Ebenfalls müssen wir nach dem gegenwärtigen Stand davon ausgehen, dass auch Projekte wie Wikipedia von einem solchen Presseverlegerleistungsschutzrecht negativ betroffen sein werden.

Berliner Open Data Day im Roten Rathaus

Am 6. Juni fand der 2. Berliner Open Data Day statt, diesmal auf Einladung der Senatskanzlei im Roten Rathaus. Sebastian Sooth bereitete den Tag mit vor und moderierte neben der Werkschau den Workshop “Offene Daten und was jetzt?” mit Jens Best (Open Data Network), Anke Domscheit-Berg (Government 2.0 – Netzwerk Deutschland), Maik Farthmann (INIT AG), Lydia Pintscher (Wikidata) und Prof. Uwe Ulbrich (FU-Messdatennetzwerk). Auch an den gemeinsamen Handlungsempfehlungen zum Umgang mit OpenData, die auf der Veranstaltung veröffentlicht wurde, haben wir mitgearbeitet.

GLAM

Nach einem Monat Tätigkeit können erste Ergebnisse im Programm Wikipedian in Residence vorgezeigt werden. Am 2. Juni präsentierte sich Wikipedia mit ihren Schwesterprojekten den ca. 500 Besuchern der Langen Nacht der Wissenschaften in Berlin: einmal mit dem Wikimedian in Residence Daniel Mietchen im Museum für Naturkunde und mit dem Wikipedian in Residence Marcus Cyron am Deutschen Archäologischen Institut (DAI). Am DAI-Stand konnten die Besucher live die Autorenarbeit weltweit auf einer Leinwand visualisiert verfolgen. Sie konnten selber unter Anleitung der anwesenden Wikipedianer erste Gehversuche in der freien Enzyklpädie unternehmen oder sich in Gesprächen über die Arbeit des Wikipedian in Residence informieren. Letzteres nahmen vor allem Mitarbeiter des DAI wahr. Zum anderen wurden die Vorbereitungen für den ersten gemeinsamen Workshop abgeschlossen, der am 4. Juli für Mitarbeiter des DAI in Berlin stattfinden wird. Auf dem Workshop geht es um die wichtigsten Regeln beim Editieren von Artikeln in der Wikipedia und um allgemeine Hinweise zu den anderen Wikimedia-Projekten.

Die internationale Homepage von Wiki Loves Monuments 2012 wurde Anfang Juni der Öffentlichkeit präsentiert und wird seither regelmäßig unter Mitarbeit von Freiwilligen aus der ganzen Welt redigiert. Parallel wurde eine gemeinsame Kommunikationsstrategie des Wettbewerbes vereinbart, die Anfang Juli auf die Projektseite eingestellt wird.

BILDUNG UND WISSEN

Im Bereich Bildung und Wissen rückt die Frage der Autorengewinnung und die damit einhergehende aktive Vermittlung von Wissen immer mehr in den Fokus. Nach zwei erfolgreichen Editierworkshops mit Schülern fanden im Juni nun die ersten Workshops speziell mit weiblichen Teilnehmern statt (gemeinsam mit Frau und Beruf e.V. und dem Frauen Computer Zentrum Berlin (FCZB)). Der erste Workshop ist auch im Blog von Wikimedia Deutschland dokumentiert. Der Workshop mit “Frau und Beruf” motivierte einige Frauen direkt zur Mitarbeit und brachte weitere konkrete Absprachen für September mit sich. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V. in Bielefeld und Berlin brachte eine Vielfalt an Ideen für Initiativen und Netzwerke zur Gewinnung von Autorinnen mit sich. Aktuell laufen die Planungen für das zweite Referenten-Camp im September, zu dem sich auch eine Reihe neuer (männlicher und weiblicher) Referenten angemeldet haben.

Silberwissen

Projektmanagerin Elvira Schmidt nahm an drei Workshops im Rahmen des Programms Silberwissen teil und beriet mit den jeweiligen Partnern (Chronisten Potsdam-Mittelmark, VHS Bonn in Kooperation mit dem Seniorenbüro „Rat und Tat“ e.V. und der Seniorenuniversität Hannover) über die Weiterführung des Engagements, teilweise mit Terminen in diesem Jahr. Die Auswertung des Mailings der Deutschen Senioren Liga (DSL ) ergab, dass die Zusammenarbeit mit Einrichtungen in kleineren Städten nicht weiter fokussiert wird. Als positiv haben sich Kooperationen mit Seniorenakademien gezeigt. Ein erster Workshop, eine Fortsetzung der Kurse mit der Deutschen Gesellschaft für Post-und Telekommunikationsgeschichte (DGPT), hat in der Geschäftstelle stattgefunden. Ein Ergebnis: längerfristige Zusammenarbeit ist gewünscht.

Elvira Schmidt hielt Vorträge beim Verein ANIMATA über das Programm Silberwissen und das Ziel der Autorengewinnung in Königs Wusterhausen. Beide Themen stießen auf großes Interesse. Die Teilnehmerinnen meldeten Bedarf nach Infomaterial zum Selbstlernen an. Einen zweiten Bericht im Blog gab es daher im Bereich Bildung und Wissen zum aktuellen Stand und den Ergebnissen im Programm Silberwissen.

Schule

In diesem Monat fanden zwei Lehrerfortbildungen im Programm Wikipedia macht Schule statt. Eine davon, im Rahmen des Schulentwicklungstags Schleswig-Holstein, erfreute sich großer Resonanz. Auch das Thema Open Educational Resources (freie Lehrmaterialien) beschäftigte das Team Bildung und Wissen. Inhalte der Lehrerworkshops wurden auf Wikiversity eingestellt. Damit einher geht ein Aufruf für eine Weiterentwicklung der Plattform und ein Kooperationsgespräch mit dem ZUM-Wiki. Einiges ist hier bereits im Umbruch. Das freut uns sehr! Wer Interesse hat, sich hieran zu beteiligen, der wende sich gerne an uns.

Hochschulprogramm

Das Feedback der ersten Runde des Hochschulprogramms wird derzeit eingeholt. Ein Auswertungstreffen mit den Hochschuldozenten ist in Kassel für den 03.08.2012 geplant. Auch die Planungen für das Wintersemester laufen bereits an. Bei Interesse gerne uns direkt anschreiben.

COMMUNITY-BEZIEHUNGEN / FREIWILLIGENFÖRDERUNG

Zedler-Preis für Freies Wissen 2012

Für die Zedler-Preisverleihung am 1. Juli 2012 wurden im letzten Monat intensive Vorbereitungen abgeschlossen. Es wurden Einladungen, Logos, Banner, Urkunden und Pokale entworfen, alle Nominierten, Jurymitglieder und viele Freunde Freien Wissens wurden zur Verleihung eingeladen und die Veranstaltung selber wurde konzipiert. Es musste unter anderem sicher gestellt werden, dass die Zedler-Verleihung gut an das Programm der Wikipedia Academy anschließt und dass alle Preisträger angemessen gewürdigt werden. Von 17 nominierten Artikeln und Projekten wurden letztendlich fünf (drei Preise, zwei Sonderpreise) mit dem Zedler-Preis ausgezeichnet. Im aktuellen Blogbeitrag erfahrt Ihr mehr.

WikiWomenCamp 2012

Rückblickend auf zwei internationale Veranstaltungen haben Anja Ebersbach (Präsidium Wikimedia Deutschland) und Nathalie Köpff Berichte veröffentlicht. Ihre Erfahrungen, Eindrücke und Erkenntnisse vom ersten WikiWomenCamp sowie WikiGénero könnt Ihr bei uns im Blog nachlesen: WikiWomenCamp und WikiGénero.

Redaktions-Treffen

Im Juni trafen sich, von Wikimedia Deutschland finanziell unterstützt, Freiwillige der Redaktion Biologie in der deutschen Wikipedia-Sprachversion. Parallel fand ein kleineres Treffen in Lehnstedt (Thüringen) statt. Die ebenfalls von Wikimedia Deutschland finanziell geförderte  Redaktion Chemie diskutierte am 8. Juni in Dresden über verschiedene Themen ihres Bereichs und die Möglichkeiten zur Förderung der Artikelqualität. Dabei stellten auch einige Studenten des Wikipedianers kompetente Beiträge zur Artikelverbesserung, besonders im Bereich der Formelschemata, vor.

AdminConvention

Vom 1.-3. Juni trafen sich im Sachsen-Anhaltinischen Hedersleben etwa dreißig Administratoren der deutschsprachigen Wikipedia sowie von Wikibooks und Wikisource zur ersten AdminConvention. Wikimedia Deutschland unterstützte die AdminCon finanziell und organisatorisch. In einem ehemaligen Kloster wurde ein Wochenende lang konzentriert und konstruktiv über Rolle und Selbstverständnis der Administratoren, Hilfe für Neuadmins und Konfliktbearbeitung diskutiert – ein wesentlicher Punkt für Einstieg und Verweildauer von Neuautoren. Diese und viele andere Fragen wurden mit viel Engagement diskutiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass diese AdminConvention wiederholt werden sollte. Wikimedia Deutschland steht auch zur Unterstützung eines Folgetreffens gern bereit.

Förderprogramme

Alle Kameras des Technikpools waren im Juni an unterschiedlichsten Orten im Dauereinsatz und haben hochwertige Inhalte für die Wikimedia-Projekte generiert. Für das Fotografieren bei der Einkleidung der deutschen Teilnehmer der Olympischen Spiele wurde ein Make-Up-Koffer angeschafft. Den Auftakt des diesjährigen Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments gab ein durch Wikimedia Deutschland finanziell unterstützter Stand bei 48 Stunden Neukölln, der viel Interesse bei den Besuchern erzeugte und vielfältige Kontakte ermöglichte.

Community-Projektbudget

Der neugewählte Community-Projektbudget-Ausschuss traf sich am 16. Juni in der Wikimedia Deutschland-Geschäftsstelle in Berlin, um die nächste Ausschreibungsrunde vorzubereiten. Zur Beratung von Antragsstellern wird es dieses Mal zwei Workshop-Termine geben.
Die meisten bewilligten CPB-Projekte aus der 2. Förderrunde haben inzwischen ihre Arbeit aufgenommen, aus der 1. Förderrunde sind drei Projekte beendet.

CommunitySpace

Auch im Juni fanden im CommunitySpace in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland verschiedene Treffen von Arbeitsgruppen rund um Freies Wissen statt. Freundinnen und Freunde des Freien Wissens, die sich im CommunitySpace treffen wollen, können sich gerne an Sebastian Sooth wenden.

Toolserver

Für die in Amsterdam stehenden Server wurden im Juni einige Hardwareupgrades (RAM, Verkabelungen, Switches) installiert. Auf dem Berlin Hackathon haben Sebastian Sooth und Marlen Caemmerer mit Nutzern des Toolservers und den Wikilabs-Entwicklern über die Möglichkeiten gesprochen, die Wikilabs in Zukunft auch für Toolserverentwickler bieten wird.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER wurde im Juni weiter am Toolkit gearbeitet. Wir erweiterten die Seite um einen Download-Bereich, in dem Datensets, die im Rahmen des Projekts entstehen, zum Herunterladen bereit stehen. Außerdem besprach das RENDER-Team beim Treffen mit Entwicklern der Wikimedia Foundation im Vorfeld des Berlin Hackathons das Projekt und den aktuellen Entwicklungsstand. Wer mehr darüber nachlesen sowie die Präsentationsfolien einsehen möchte, findet im Meta-Wiki weitere Informationen.

Seit dem 15.6. unterstützt Johannes Kroll als Software-Entwickler das Team bei der Umsetzung der Supporting Tools. Erste Ergebnisse planen wir auf der Wikimania zu präsentieren. Gerrit Holz präsentierte außerdem auf der WebScience2012 das RENDER-Toolkit.

Wikipedia Academy 2012

Nicole Ebber, Angelika Adam, Maria Rößler und Denis Barthel bereiteten im Juni die Wikipedia Academy (29. Juni bis 1. Juli 2012) vor. Gemeinsam mit dem Organisationskomitee war es an ihnen, das Programm zu gestalten, die angenommenen Papers und Poster ins Programm zu integrieren, sie auf der Website zu veröffentlichen (Vorschau dazu im Wikimedia Research Newsletter) und weitere Speaker zu gewinnen. Den beiden Keynotes von Sarah Stierch und Benjamin Mako Hill wurde ein eigener Blogbeitrag gewidmet. Neben der inhaltlichen Arbeit standen außerdem die üblichen logistischen Herausforderungen wie ausreichendes und stabiles WLAN, Strom und Essen, Anreise und Unterkunft der Präsentierenden, Gestalten der Zeitpläne und Teilnehmerinformationen, Bewerbung, Koordinierung von Verantwortlichkeiten und unzähliger E-Mails sowie die Pflege der Webseite auf dem Programm.

Wikidata

Das Wikidata-Team hat im Juni weiter an der Fertigstellung der ersten Projektphase gearbeitet. Dabei geht es darum, Interwiki-Links zentral in Wikidata zu speichern, anstatt sie in allen Sprachen in allen Artikeln im Wikitext zu wiederholen. Zur Wikimania wird es eine voll funktionsfähige Demo geben. Bis dahin gibt es weiterhin das Demosystem zum Testen. Zum besseren Verständnis wurde eine einfachere Version des Datenmodels veröffentlicht sowie eine überarbeitete Version des Storyboards zum Verlinken zwischen Wikipedia und Wikidata.

Anfang des Monats nahm das Team am MediaWiki-Hackathon teil und tauschte sich zu vielen Themen mit anderen Entwicklern aus. Außerdem war Lydia Pintscher auf der AdminCon, dem Berlin Open Data Day und hat Diskussionsrunden zu Wikidata in Dresden und Köln veranstaltet.

Als neues Wikimedia-Projekt braucht Wikidata natürlich auch ein Logo. Die Suche danach hat mit einem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen begonnen. In den nächsten Tagen wird dann eine Wahl starten, um zu entscheiden, welches Logo es werden soll.

Wikidata wird großen Einfluss auf die Wikipedia haben. Projektleiter Denny Vrandečić hat errechnet, wie groß der Anteil der Interwiki-Links an den Inhalten der einzelnen Wikipedias ist.
Da es noch viele weitere Entwicklungsmöglichkeiten für Wikidata nach dem ersten Jahr Entwicklungszeit gibt, haben wir uns entschlossen, eine Einreichung für die Knight News Challenge zu machen. Das Ziel des Vorschlags ist es, Wikidata zu einem allgemeinen, persistenten, zentralen Repositorium für Bezeichner im ganzen Web werden zu lassen.

Berlin Hackathon 2012

Anfang Juni luden Wikimedia Deutschland und die Wikimedia Foundation gemeinsam zum Hackathon Berlin 2012 ein. Es sollten Erfahrungen ausgetauscht, an Verbesserungen und Erweiterungen der MediaWiki-Software gearbeitet und Gespräche über die neuen Technologien und Projekte geführt werden.

Es war außerdem das erste Mal, dass Wikimedia Deutschland Hand in Hand mit der Wikimedia Foundation eine solche Konferenz auf die Beine stellte. WMDE und WMF haben nicht nur die notwendigen finanziellen Mittel gemeinsam aufgebracht, sondern auch die Logistik und Betreuung der Teilnehmer zusammen übernommen. Eine anregende neue Erfahrung, auf die wir in Zukunft gerne aufbauen und derartig konstruktive Zusammenarbeit intensivieren möchten. Ausführlicher Rückblick im Blog von Wikimedia Deutschland und bei der Wikimedia Foundation.

PR-/ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Pressemitteilungen

Im Juni ging fast wöchentlich eine Pressemitteilung über den Medienverteiler. Auftakt war die Vorstellung des Wikipedian in Residence (WiR), denn Wikipedia-Autor Marcus Cyron begann am 1. Juni als einer der ersten deutschen WiR seine sechsmonatige Anstellung beim Deutschen Archäologischen Institut. Am 14. Juni 2012 wurde der Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage veröffentlicht. Einen Tag darauf veröffentlichten wir dazu eine Pressemitteilung. In der zweiten Woche ging eine Pressemitteilung zur Wikimania heraus.Weiter ging es mit der Öffentlichkeitsarbeit für den Zedler-Preis für Freies Wissen. Zahlreiche Blogbeiträge – insgesamt über 30 – begleiteten unsere Themen im Juni.

Der Presseverteiler wurde im Juni grundlegend umstrukturiert, um eine gezieltere Ansprache für Pressemitteilungen zu ermöglichen. Insgesamt wurden mehr als 900 Kontakte überarbeitet.

Wikimedium

Die zweite Ausgabe des Jahres 2012 ist nun erschienen. Groß war die Teilnahme der Community an der Ausgabe. Dafür möchten wir uns bedanken. Diesmal erscheint die Wikimedium nicht nur gedruckt auf Zeitungspapier und als PDF, sondern auch als E-Paper. Um die Meinung der Wikimedium-Leser einzufangen, haben wir zudem eine Online-Umfrage erstellt. Über Teilnahme würden wir uns freuen.

Wie immer freuen wir uns über Ideen, Anregungen und Tipps für die nächste Ausgabe! Bitte schreibt Eure Vorschläge direkt in die Wikipedia-Projektseite oder sendet eine Email an redaktion@wikimedium.de. Nächster Redaktionsschluss ist am 14. August. Die dritte Ausgabe der Vereinszeitung erscheint Mitte September.

Informationsmaterial

Die Wikimania findet vom 12.-14. Juli in Washington statt und animiert zur Internationalität: Im Juni wurde sowohl der Flyer zum RENDER-Projekt ins Englische übersetzt als auch eine englische Version des Tätigkeitberichts 2011 veröffentlicht. Daneben entstanden ein Programm der Wikimania-Veranstaltungen von Wikimedia Deutschland und ein neuer Flyer zu Wikidata. In Kooperation mit der Community wurde ein Flyer zu Wiki Loves Monuments 2012 produziert sowie Infomaterialien zum Zedler-Preis für Freies Wissen und zur Wikipedia Academy 2012 erstellt. Verschiedene weitere Materialien und Give-aways wurden nachbestellt. Eine überarbeitete Version des Wikipedia-Spickzettels steht in den Startlöchern. Auf Wikimedia Deutschlands Webseite findet sich eine Übersicht unseres Informationsmaterials. Materialien können über press-de@wikimedia.org bestellt werden.

FUNDRAISING

Spannend, konstruktiv, kritisch  - so verlief die Diskussion der Teilnehmer der ersten Fokusgruppe aus deutschen Spendern über Wikipedia und unsere Spendenkampagne. Im Juni hatten wir in Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation zu diesem Gruppeninterview eingeladen, an dem zehn unserer Spender teilnahmen. Das Treffen diente der Vorbereitung der kommenden Herbstkampagne und sollte wichtige Erkenntnisse über die Wahrnehmung und Einschätzung unserer Kampagne liefern. Durchgeführt wurde die kleine Studie durch das Marktforschungsinstitut I+E Berlin Market Research. In deren Büroräumen leitete ein Psychologe des Instituts die  gemeinsame Diskussion über Wikipedia, Spenden, Banner und Aufrufe, die ausgesprochen produktiv verlief. Einen ausführlichen Blogbeitrag zur Fokusgruppe mit einigen ersten Ergebnissen findet ihr hier.

Im Rahmen der Vorbereitung auf die nächste Spendenkampagne haben wir uns in diesem Monat darauf konzentriert, unsere neu eingeführte Datenbank zu konsolidieren. Beispiel Mehrfachspender: Die Datenbank muss erkennen, dass es sich um identische Personen handelt und die Zahlungen einem Datensatz zuordnen. Dies mag simpel klingen, ist im Einzelfall aber komplex. Zahlendreher in der Kontoverbindung, fehlende Hausnummern, Schreibfehler – schon ist für die Technik nicht mehr eindeutig klar, ob es sich um die gleiche Person handelt, obwohl  99% der Informationen identisch sind. Hier muss menschliche Urteilskraft entscheiden. Angesichts von 160.000 Einzelspenden allein während der letzten Spendenkampagne wird klar, wie viele Sonderfälle manuell zu bearbeiten sind, um die Datenbasis auf einen gesicherten Stand zu setzen.

Die zusammen mit den Zuwendungsbescheinigungen versandten Aufnahmeanträge erbrachten bis einschließlich Mai einen Rücklauf von 854 Anträgen. Die Aufnahme dieser Mitglieder (immerhin eine Steigerung von 50% auf die Anzahl der Mitglieder bis dahin) und der Versand der Begrüßungsschreiben erfolgte erstmalig aus unserer Datenbank VEWA.

Interessante Termine im Juli

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