Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie



Monatsbericht Februar 2013

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Urheberrechtsreform I+II

Der Februar wartete gleich mit zwei wichtigen Ereignissen in der Urheberrechtspolitik auf: Zum einen stimmte der Bundestag am Freitag, den 1. März, – und damit früher als allgemein erwartet – über eine nochmals geänderte Fassung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger ab. Paradoxerweise lässt sich der Schutzbereich nun nicht mehr klar auf Snippets und Aggregatoren-Geschäftsmodelle anwenden, da “einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte” ausdrücklich nicht lizenzpflichtig werden sollen. Wozu also dieses hochumstrittene Gesetz? Eine Folgenabschätzung gibt Mathias Schindler im Blog. Bereits am 20.2. veröffentlichte das BMJ einen Referentenentwurf für die künftige Behandlung verwaister und vergriffener Werke sowie ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Urheber. Bis Mittwoch, den 6.3., wird Wikimedia Deutschland dazu eine Stellungnahme erarbeiten und veröffentlichen.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Welche Leistung? Welcher Schutz? Welches Recht?

Heute um 9 Uhr wird (live übertragen) der Parlamentspräsident oder eine seiner Stellvertreterinnen die 226. Sitzung des 17.  Deutschen Bundestages eröffnen und den Tagesordnungspunkt 36 aufrufen, ein Gesetz zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes. Die vereinbarte Redezeit für die Abgeordneten ist eine Stunde, es werden dann noch einige Zwischenfragen und vielleicht ein Geschäftsordnungsscharmützel dazukommen. Nach dem Ende der Debatte werden die Abgeordneten des Deutschen Bundestages in namentlicher Abstimmung in Zweiter und Dritter Lesung darüber entscheiden, ob Deutschland ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger (LSR) einführt. Den bisherigen Äußerungen auf Twitter nach verfügt die Koalition aus CDU/CSU und FDP über eine eigene Mehrheit für die Annahme dieses Gesetzes. Eine Zustimmung des Bundesrates ist nicht erforderlich, es ist unklar, ob sich die Bundesländer für die Anrufung des Vermittlungsausschusses entscheiden werden.

Die Abstimmung heute ist das vorläufige Ende der (von uns innig verfolgten und kommentierten) hiesigen Diskussionen und parlamentarischen Beratungen über ein Leistungsschutzrecht, für das bis heute keine überzeugendere Begründung existiert, die über “Aber Google hat so viel Geld und die Verleger haben so wenig” hinausgeht. Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird in der vorgeschlagenen Form von allen namhaften Urheberrechtsexperten abgelehnt, Industrieverbände haben sich dagegen ausgesprochen, zuletzt auch die bis dahin herumeiernden Journalistenverbände (Wenn man ihnen taktisches Verhalten zubilligen möchte, war ihre Aussage ein “Wir sind nicht dafür, aber wenn es kommt, dann wollen wir 50% der Einnahmen”).

Bislang unbekannte Dimensionen der Farce erreicht das Leistungsschutzrecht, als vor zwei Tagen der (federführende) Rechtsausschuss einen Halbsatz in den neu zu schaffenden § 87f Absatz 1 Satz 1 Urheberrechtsgesetz einfügte, der den Geltungsbereich verkleinern wird und – das werden die Gerichte entscheiden – das Anzeigen von Snippets durch “gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen” nun doch wieder erlauben wird. Wenn diese Formulierung tatsächlich so wie beschrieben funktioniert, wird es schlichtweg keinen nennenswerten Anwendungsbereich mehr für das LSR geben, der nicht bereits durch das klassische Urheberrecht abgedeckt wurde. Es wird vermutlich einige Jahre dauern, Rechtssicherheit zu dieser Frage zu erzielen, bis dahin funktioniert das LSR nicht als Schutzrecht für presseverlegerische Leistung.

Sind Wikipedia und ihre Schwesterprojekte diesem LSR direkt und unmittelbar betroffen? Nein, vermutlich nicht. Der Wortlaut des Gesetzes ist in diesem Punkt eindeutig und es kann nach heutigem Stand eigentlich verneint werden, dass Wikimediaprojekte in das Schutzrecht der Presseverleger eingreifen. Ob dennoch ein Verlag Anstoß an einer Handlung nimmt und versucht, sein Verbotsrecht durchzusetzen, weiss auch unsere Glaskugel nicht.

Und was gilt das auch für alle Nachnutzer der frei lizenzierten Inhalte, darunter gewerbliche Anbieter von Spiegeln der Enzyklopädie oder die Anbieter von Mashups von Wikipedia- und anderen Inhalten? Das wird die Zeit zeigen, wir werden über Ereignisse disbezüglich berichten.

Besteht auch nur die abstrakte Hoffnung, dass dieses Gesetz dazu beitragen wird, die wirtschaftliche Situation deutscher Presseverlage zu stabilisieren? Das glaubt niemand mehr. In wenigen Tagen wird es mit Sicherheit gemeinsame Pressemitteilungen von Aggregatoren und Verlagen über Lizenzabkommen geben, deren Reichweite über den eines Leistungsschutzrechts hinausgeht und die Handlungen umfassen wird, die auch nach geltender Gesetzeslage mehr als problematisch waren. Das “Leistungsschutzrecht” gibt es dann für die Lizenznehmer kostenfrei obendrauf und der schöne Nebeneffekt solcher Einigungen wird sein, dass die vom Gesetz geforderte angemessene Beteiligung an der Vergütung für die Urheberinnen ins Leere greift. Es ist zu erwarten, dass beide diese Punkte (kein Geld für Journalisten und Einigung zu Fragen, die weit über ein LSR hinausgehen) in der Berichterstattung der Tagespresse ebensowenig Erwähnung finden werden wie die komplette Leistungsschutzrechtsdebatte selbst.

Folgt jetzt nicht noch auf der Zielgeraden dieser Legislaturperiode ein mittlerer gesetzgeberischer Kraftakt, wird das urheberrechts- und netzpolitische Erbe dieser Koalition fast völlig aus der Einführung eines unsinnigen, entkernten, weltweit einzigartigen und rechtssystematisch problematischen Gesetzes bestehen, dessen Diskussion über drei Jahre lähmende Wirkung bei allen anderen Baustellen entfaltete. Der andere Teil des Erbes ist die Abschaffung eines von der Vorgängerregierung eingeführen unsinnigen, entkernten, weltwelt leider nicht einzigartigen und rechtssystematisch problematischen Gesetzes zur Sperrung von Webseiten (anstelle ihrer Löschung). Wir erwarten Gleiches von der Bundesregierung der 18. Legislaturperiode.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Neues Mitglied im Transparency Beirat

Ein höchstmöglicher Anspruch an Transparenz verbindet Wikimedia Deutschland schon lange mit den Themen der Transparency International. Bereits seit einigen Jahres ist Wikimedia Deutschland Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Umso größer die Freude, dass Pavel Richter – als Vorstand des Vereins – im Januar zum Beiratsmitglied ernannt wurde.

Der im Jahr 2004 gegründete Beirat von Transparency Deutschland hat derzeit 17 Mitglieder; Die Mitglieder des Beirats sollen den Dritten Sektor, unter anderem Universitäten, Gewerkschaften und Medien repräsentieren. Vorsitzende ist seit 14. September 2011 Barbara Stolterfoht.

Pavel Richter: “Ich freue mich über die Ernennung zum Beirat und sehe viele großartige Möglichkeiten des Austauschs mit anderen Mitgliedern von Transparency International. Natürlich bin ich auch neugierig auf die Aufgaben und hoffe, ich kann den Beirat unterstützen, Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Schaffung von Transparenz zusammen zu bringen.”

Transparency International Deutschland e.V. (kurz: “Transparency Deutschland”) arbeitet gemeinnützig und ist politisch unabhängig. Transparency Deutschlands Grundprinzipien sind Integrität, Verantwortlichkeit, Transparenz und Partizipation der Zivilgesellschaft.

Pavel Richter: “Transparency Deutschland arbeitet nicht konfrontativ, sondern sucht Koalitionen mit Regierungen, Verwaltungen und Politikern, mit der Wirtschaft und mit Gruppen der Zivilgesellschaft, die eine transparente, werteorientierte, zivile demokratische Politikkultur vertreten. Genau hier sehe ich auch Wikimedia, denn Demokratie bedeutet gleiche Zugangsmöglichkeiten zu politischen Entscheidungen und setzt den gleichen und freien Zugang zu Informationen voraus. Hierfür setzt sich auch die internationale Wikimedia-Bewegung ein.”

Wir sind sehr gespannt auf die Zusammenarbeit!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

CC PLAY – Das 20. Jahrhundert zum Puzzeln

Im Internet lagert ein Schatz. Hunderttausende von historischen Bildern – verschlagwortet, hochgeladen und dann meist vergessen. Marcus Bösch, einer  der Gewinner im WissensWert-Ideenwettbewerb 2011, will das mit dem digitalen Puzzle-Spiel CC PLAY ändern. CC PLAY ist kostenlos, webbasiert und speist sich aus mehreren tausend Bildern des Bundesarchivs, die mit Informationen der deutschsprachigen Wikipedia verknüpft wurden. 

CC PLAY, The Good Evil via Flickr, CC-BY
CC PLAY, The Good Evil via Flickr, CC-BY

“Spielerisch erfahrbar werden so weite Teile der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Historische und nicht ganz so historische Momente: Vom Hitlerputsch 1923 bis zur Birkensafternte in Colditz 1985. Egal ob Bangemann, Wehner oder Wischnewski – alle mit dabei. Nur eben ein bisschen durcheinander.

CC PLAY wird so zu einem historischen Foto-Puzzle mit angeschlossener Infothek für unterwegs. Egal ob Smartphone, Tablet oder klassischer PC, durch die HTML5-basierte Umsetzung lässt sich das Spiel ohne ergänzende Plugins in allen modernen Webbrowsern ausprobieren.

CC PLAY ist Preisträger des Wettbewerbs WissensWert und wurde von Wikimedia Deutschland e.V. finanziell unterstützt. Alle eigenen und alle verwendeten Inhalte stehen unter freien Lizenzen und können weiterverwendet werden. Möglich gemacht hat das unter anderem eine Kooperation von Bundesarchiv und Wikimedia aus dem Jahr 2008.”

Besonders erfreulich ist außerdem, dass die Entwicklung von CC PLAY für Marcus einer der Beweggründe war, weiter zu machen und direkt ein kleines Game Studio zu gründen: Gemeinsam mit Linda Kruse rief er im Januar 2013 die the Good Evil GmbH ins Leben, die sich auf die Produktion von so genannten Serious Games konzentriert – digitalen Spielen die nicht ausschließlich der Unterhaltung dienen.

Viel Spaß beim Puzzlen!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Gesucht: Leiter (w/m) der Stabsstelle Kommunikation von Wikimedia Deutschland

Liebe Freunde des Freien Wissens,

die Projekte und Programme von Wikimedia Deutschland sind enorm vielfältig – wir unterstützen Communitys, wirken im politischen Bereich, kooperieren mit Bildungseinrichtungen und Wissensinstitutionen, wir entwickeln Software und betreiben Fundraising . Eines ist all diesen Themen gemein: Sie werden unterstützt und zum Teil auch erst möglich durch umfangreiche Kommunikation. Vieles, was wir als Verein erreichen wollen, funktioniert eben nur, wenn wir im öffentlichen Raum, in Medien, in der Politik nicht nur wahrgenommen werden, sondern wenn wir dort unsere Themen auch gezielt platzieren und “im Gespräch” halten können.

Daher kommt der Stabsstelle Kommunikation als einer internen Beratung und einem Kompetenzzentrum des Vereins eine enorme Bedeutung zu. Das derzeitige Team Kommunikation hat in den vergangen Jahren viel dafür getan, dass der Verein öffentlich gut wahrgenommen wird. Da sich die Pressesprecherin des Vereins, Catrin Schoneville, jedoch entschieden hat, in Zukunft ihre Arbeitszeit auf 32 Stunden zu reduzieren, suchen wir als Verstärkung zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Leiter (w/m) der Stabsstelle Kommunikation, in Vollzeit und mit Sitz hier in Berlin. Eine Aufgabenbeschreibung und das Anforderungsprofil  sowie ein Link auf das Bewerbungsformular finden sich in der Stellenanzeige.

Wenn Ihr Interesse an der Stelle habt, dann bewerbt Euch! Freuen würde es mich auch, wenn Ihr die Anzeige möglichst weiterverbreiten würdet.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (15 Bewertungen, Durchschnitt: 2,33 von 5)
Loading ... Loading ...

Monatsbericht Januar 2013

Der Januar begann mit dem Ende der Wikipedia-Spendenkampagne und beinhaltete unter anderem für die Projekte Wikidata und RENDER wichtige Meilensteine. Unser Monatsbericht fasst wie immer auch Aktionen und Förderungen der letzten Wochen zusammen. Zusätzlich erarbeiteten wir die Projektsteckbriefe 2013, die im Meta-Wiki veröffentlicht wurden und Kurzbeschreibungen der für dieses Jahr geplanten Vorhaben sind. Mehr dazu ebenfalls hier im Blog.

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Wahlprüfsteine

Wikimedia Deutschland veröffentlichte am 10. Januar die Antworten der Parteien zu unseren Wahlprüfsteinen für die Landtagswahl in Niedersachsen. Es haben alle Parteien geantwortet, denen die Demoskopen Chancen auf Einzug eingeräumt haben. In vielen Fragen gab es übereinstimmende oder zumindest vereinbare Antworten. Das Ergebnis der Landtagswahl erlaubt drei Koalitionen: Große Koalition, Schwarz-Grün und Rot-Grün. Letztere wird von Beobachtern als derzeit realistischste eingestuft; ein Fahrplan für Koalitionsverhandlungen steht nach Medienberichten bereits. Unserer Einschätzung nach könnte eine Rot-Grüne Landesregierung eine Reihe von für uns wichtigen Projekten umsetzen, insbesondere Open Data, Informationsfreiheit, OER (Open Educational Resources). Außerdem ergibt sich aus einer Rot-Grünen niedersächsischen Landesregierung eine Option für die Anrufung des Vermittlungsausschusses für Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, beispielsweise beim geplanten Leistungsschutzrecht für Presseverleger.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Vortrag mit Jimmy Wales in Mönchengladbach

In der Veranstaltungsreihe “Pioniere der Welt in Mönchengladbach” des Initiativkreises Mönchengladbach wird am 6. März 2013 Jimmy Wales zu Gast sein. Der Wikipedia-Gründer wird einen Vortrag zum Thema “Democracy and the Internet” (mit Simultanübersetzung ins Deutsche) halten, moderiert wird die Veranstaltung vom Fernsehjournalisten Stefan Schulze-Hausmann.

Jimmy Wales, by Lane Hartwell CC-BY-SA-3.0

Die Veranstaltung beginnt mit einem Empfang im Foyer um 19 Uhr, der Vortrag selbst findet um 20 Uhr in der Kaiser-Friedrich-Halle, Hohenzollernstraße 15, 41061 Mönchengladbach statt. Weitere Infos zu der Veranstaltung sowie die Anmeldemöglichkeit findet Ihr hier.

Für Community-Mitglieder haben die Organisatoren 5×2 Freikarten zur Verfügung gestellt. Habt Ihr Lust an der Veranstaltung mit Jimmy teilzunehmen? Dann schreibt uns eine E-Mail an community@wikimedia.de und wir schicken Euch die Einladung per Post zu. Dabei gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Die Anmeldefrist für die Veranstaltung ist der 4. Februar 2013.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Die Server der Wikimedia Foundation ziehen um

Wikimedia-Server
Lizenz: Helpameout, CC-BY-SA 3.0

Diese Woche werden die Server der Wikimedia Foundation in ein neues Datencenter nach Ashburn im US-Bundesstaat Virginia umziehen. Durch diesen Umzug sollen alle Seiten der Wikimedia-Projekte, vor allem Wikipedia, leistungsfähiger und zuverlässiger werden.

Die Techniker der Wikimedia Foundation bereiten diesen Umzug seit Langem vor. So sollen die technischen Einschränkung, die der Umzug mit sich bringt, minimiert werden. Nichtsdestotrotz sind Ausfälle möglich. Es wird erwartet, dass sich die Wikimedia-Projekte zwischenzeitlich nur im Lesemodus befinden werden oder nicht erreichbar sein könnten.

Die Wikimedia Foundation plant derzeit, die Migration vom 22. bis 24. Januar jeweils zwischen 18 und 2 Uhr durchzuführen.

Seit 2004 werden die Server aller Wikimedia-Seiten in Tampa, Florida betrieben. Davor standen einige Server auch in San Diego, Kalifornien. Ashburn in Virginia ist das dritte und neueste Datencenter, das die Wikimedia-Seiten betreibt.

Ursprünglich wurde Tampa ausgewählt, weil es nah am Heimatort von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales war und er zu dieser Zeit noch mehr in die technischen Abläufe von Wikipedia eingebunden war. 2009 begann das Technikteam der Wikimedia Foundation nach einem neuen Standort zu suchen, der eine bessere Datenverbindung bietet. Da Ashburn sich in der Umgebung von Washington, D.C. befindet, bietet es eine schnelle und zuverlässige Datenverbindung nach Tampa. Außerdem gibt es in Virginia weniger Hurrikane.

Ab der nächsten Woche werden alle Bearbeitungen, die an Wikipedia vorgenommen werden, auf den Servern in Ashburn verarbeitet. Die Wikimedia-Seiten werden dann wieder voll funktionstüchtig sein. Das alte Datencenter in Tampa wird allerdings beibehalten und dient als Ausfallsicherung für Notfälle: Die Server werden sich im Standby-Modus befinden und einspringen, wenn es in Ashburn zu Stromausfällen kommt. Die Einstellungen und Daten der beiden Standorte werden synchronisiert, so dass es bei technischen Problemen keine merklichen Störungen geben sollte.

Die gemeinnützige Wikimedia Foundation betreibt derzeit ungefähr 885 Server und verarbeitet monatlich ca. 20 Milliarden Seitenaufrufe. Dies ist ausschließlich durch Spenden möglich.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikivoyage – Offizieller Start als Wikimedia-Projekt

Die freie Enzyklopädie ist gestern 12 Jahre alt geworden und hat zugleich eine neue Schwester bekommen: Passend zum  Jubiläum hat die Wikimedia Foundation als Betreiberin aller Wikimedia-Projekte den freien Reiseführer Wikivoyage offiziell als neuestes Projekt in die Familie aufgenommen. Wir haben dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht und gratulieren den ehrenamtlichen Autoren (jene, die es schon gibt und allen, die noch kommen werden) herzlich!

Das offizielle Logo von Wikivoyage, von F l a n k e r, Yiyi; © & ™ Wikimedia Foundation, Inc.

Um im Sprachbild zu bleiben, unter dem Dach der Wikimedia-Bewegung ist seit 2001 eine echte Großfamilie herangewachsen. Alle Projekte teilen Wikipedias zentrale Merkmale: Jeder kann mitmachen und alle Inhalte stehen unter einer freien Lizenz, so dass sie bearbeitet, geteilt sowie frei weiterverwendet werden können. Im Fall von Wikipedia haben Tausende Ehrenamliche in der ganzen Welt bislang 24 Millionen Artikel erstellt, verbessert und kategorisiert. Ihr Erfolg ist, dass freies Enzyklopädie-Wissen heute in vielen Ländern im besten Sinne alltäglich geworden ist. Nachdem erst mit Wikidata und nun Wikivoyage in kurzer Zeit gleich zwei neue Projekte zu begrüßen sind, zeichnet sich ganz allgemein der Mehrwert des Freien Wissens wieder ein Stück deutlicher ab: Es geht um Vielfalt.

Am Anfang war eine Enzyklopädie. Heute gibt es eine Enzyklopädie, ein Medienarchiv, ein Nachrichten-Portal, ein Wörterbuch, eine Lehrplattform, eine Zitatsammlung, eine Quellensammlung, eine Bibliothek, eine Datenbank, …und nun einen Reiseführer. Alle diese Projekte sind weltweit in vielen Sprachen verfügbar. Wer hätte das vor 12 Jahren erwartet?

Sämtliche Wikimedia-Projekte arbeiten mit der freien MediaWiki-Software. Sie zeigen beispielhaft, dass wunderbare Anwendungen von Menschen durch Spaß, Engagment und viel Fleiß mit Leben befüllt werden – wenn sie auf einer guten Idee beruhen. Und die Idee hinter den Projekten für Freies Wissen ist offensichtlich gut und einfach: mitmachen, um hilfreiche Dinge mit Anderen zu teilen. Einfach so.

Als Wikipedia zehn Jahre alt wurde, hieß es: Wenn du Wikipedia heute magst, stell dir vor, wie es in zehn Jahre aussehen könnte. Zum 12. Geburtstag und dem Start von Wikivoyage stellt sich die reizvolle Frage, welche Projekte zur Verbreitung Freien Wissens wohl in den nächsten zwölf Jahren entstehen werden.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikimedia:Woche 2/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (2/2013) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...