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Gestaltet die strategischen Ziele von Wikimedia Deutschland mit!

Jedes Jahr im Herbst verabschiedet die Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland den Jahres- und Haushaltsplan des Vereins. Der beschlossene Plan gilt dann für das folgende Jahr. Auf der Webseite des Vereins ist der aktuelle für 2013 nachzulesen. In diesen Plänen stehen nicht nur Angaben zu Einnahmen und Ausgaben, sondern vor allem auch die Ziele, die bis zum nächsten Jahr erreicht werden sollen. Konkret heißt das: Es werden Ziele formuliert, die von der Geschäftsstelle des Vereins mit ihren hauptamtlichen Mitarbeitern erreicht werden sollen.

Wikimedia Deutschland kann aber nicht nur von Jahr zu Jahr planen. Diese Schritte sind zwar wichtig, jedoch nicht ausreichend. Als gemeinnützige Gesellschaft hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht, langfristig auf etwas hinzuarbeiten, das der Allgemeinheit dient. Unsere Satzung erklärt, was genau das ist: Wir wollen Bildung stärken und Chancengleichheit beim freien Zugang zu Wissen. In der Satzung steht auch, was Wikimedia Deutschland dafür tun soll, nämlich die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte fördern.

Wie machen wir das?

Genauer gesagt, wie machen wir das auf dem besten Weg? Denn wir wollen gute, angebrachte und dauerhafte Lösungen, für die wir die Mittel des Vereins verantwortungsvoll und effektiv einsetzen können.

Wie also machen wir das? Durch eine langfristige Strategie. Eine Strategie ist die Brücke zwischen dem, was man erreichen möchte und dem, was man tun kann. Sie ist das “wie” zwischen beiden Punkten. Sie ist eine Wegbeschreibung, die Orientierung und Richtung gibt. Und so etwas braucht Wikimedia Deutschland, denn wir müssen sicherstellen, dass es klare Vorgaben gibt, nach denen die einzelnen Jahrespläne der Geschäftsstelle jeweils ausgerichtet werden können.

Das ist eine der Kernaufgaben des Präsidiums. Als Aufsichtsgremium haben wir uns für dieses Jahr zwei Aufgaben hinsichtlich der Strategie des Vereins gestellt: die Leitmotive des Vereins zu überarbeiten sowie strategische Ziele für die nächsten vier bis fünf Jahre zu beschließen. Ersteres haben wir in den letzten Wochen abgeschlossen, Letzteres startet heute als offener und öffentlicher Prozess. Bis zur Mitgliederversammlung am letzten Novemberwochenende sollen auch die strategischen Ziele ausgearbeitet sein.

Leitmotive und strategische Ziele

Beides gehört zusammen. Die Leitmotive verstehen wir als Werte, denen sich Wikimedia Deutschland verpflichtet. Sie legen fest, was uns als Organisation wichtig ist. Damit sind Leitmotive Grundsatzdokumente, auf die sich Vereinsmitglieder, Mitarbeiter, Präsidium, Spender und jede interessierte Person verbindlich beziehen können, wenn es um das Selbstverständnis des Vereins geht. Anders als Jahresziele haben die fünf jetzt erarbeiteten Leitmotive keine zeitliche Einschränkung. Sie dienen als Prüfmuster dafür, ob die Arbeit des Vereins unseren Grundsätzen entspricht.

Rückblick – Was ist bisher passiert?

Im aktuellen Jahresplan sind drei Leitmotive festgehalten, die das Präsidium auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt hat. Dazu haben wir eine Redaktionsgruppe gebildet, die im Juni Interviews über die Aufgaben von Wikimedia Deutschland mit Externen durchführte. Wir haben außerdem gemeinsam mit Mitarbeitern der Geschäftsstelle die Tacheles-Tour an drei Orten durchgeführt, um Feedback aus der Community zur Arbeit des Vereins zu sammeln. Steffen Prößdorf startete außerdem eine Umfrage in der Wikipedia.

Auf der Präsidiumsklausur in Regensburg berichteten Mitarbeiter der Geschäftsstelle über die Arbeit der Bereiche und es wurde gemeinsam über Grundsatzfragen zu Freiem Wissen diskutiert. Mit all diesen Informationen erarbeiteten wir thematische Eckpunkte, die in den letzten Wochen durch das Präsidium ausformuliert und zu Leitmotiven zu den Stichworten Partnerschaft, Freies Wissen, Offenheit, Austausch und Lösungen verschriftlicht wurden. Die Geschäftsstelle unterstützte diesen redaktionellen Prozess. Jetzt machen wir den nächsten Schritt.

Ausblick – Workshop und Beteiligung

Nach dem Selbstverständnis kommt die Beschreibung des Wegs, den wir mit der Förderung Freien Wissens einschlagen wollen. Seit heute können öffentlich im Meta-Wiki Ideen und Vorschläge für Ziele der nächsten vier bis fünf Jahre eingetragen und gesammelt werden. Die neuen Leitmotive sind dort als Orientierungshilfe direkt eingebunden.

Wir rufen herzlich dazu auf, eigene Vorstellungen beizutragen! Das Präsidium wird sicherstellen, dass die Ideen und das Feedback bis zu einem Workshop am 24. August gesammelt und dort einfließen werden. Dieser Workshop wird in Berlin stattfinden und wie das Format des Offenen Sonntags ein BarCamp sein. An diesem Wochenende soll auch das weitere Vorgehen bis zur finalen Ausarbeitung der strategischen Ziele zur MV geklärt werden.

Eckdaten offener Workshop zu strategischen Zielen:

  • 24. August 2013, in Berlin

  • Format: BarCamp

  • Dauer: 10-18 Uhr, ab 9 Uhr Empfang

  • Anmeldungen: bitte auf der neuen Meta-Wiki-Seite bis zum 21. August eintragen, damit die Größe der Veranstaltung abgeschätzt werden kann.

Das Präsidium wünscht sich eine rege Beteiligung und möglichst viel Interesse am Verlauf dieser Entwicklung. An ihrem Ende werden wir strategische Ziele haben, die als Überarbeitung des Kompass 2020 zu verstehen sind. In den nur wenigen Jahren, die seit der Konzeption des Kompass’ vergangen sind, ist der Verein auf jeder Ebene stark gewachsen: Das betrifft die Zahl der Mitglieder, die Höhe der Spendenmittel, die damit möglichen Aufgaben und der entsprechenden personellen Ressourcen.  Das alles bedeutet für WMDE veränderte Rahmenbedingungen. Und deshalb brauchen wir angepasste Ziele.

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Q2 – Zweiter Quartalsbericht erschienen

Q wie Quartalsbericht. (Bequw, CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Vor drei Monaten erschien der erste Quartalsbericht[1] über die Arbeit der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland. Er war nicht nur der erste Dreimonatsrückblick im Jahr 2013, sondern die erste Ausgabe dieses Formats überhaupt. Heute folgt der zweite Quartalsbericht, veröffentlicht im Meta-Wiki. Damit gibt es neben den regelmäßigen Monatsberichten einen Zwischenstand nach dem ersten Halbjahr über Ziele und Projekte der einzelnen Arbeitsbereiche für 2013.

Wie im Quartalsbericht aus dem Frühjahr, so ist auch dieses Mal die Entstehung des Dokumentes selbst ein eigener Teil des Berichts. Darin wird festgehalten, wie sich Anforderungen und Umsetzung Schritt für Schritt entwickeln. Hier gelten die gleichen Fragen, die sich bei der Auswertung der eigenen Arbeit stellen: Habe ich erreicht, was ich zu diesem Zeitpunkt schaffen wollte? Was habe ich dafür getan? Was hat gut geklappt? Was nicht, und wie kann ich das beim nächsten Mal besser machen? Wie geht es weiter?

Die Quartalsberichte eines Jahres sind mehr Stufen als Ketten. Ihre wichtigste Verbindung ist nicht, dass sie die Arbeit des Kalenderjahres chronologisch nachzeichnen, sondern dass sie aufeinander aufbauen, gerade Wege und Umleitungen aufzeigen sowie Gelungenes und Gescheitertes – so dass die nächsten Schritte eine solide Basis haben. Das betrifft den Inhalt, aber auch das Format. Rückmeldungen und Hinweise zum Quartalsbericht bitte gerne auf der Diskussionsseite!

[1] Zum Vergleich, der erste Quartalsbericht 2013: http://meta.wikimedia.org/wiki/Wikimedia_Deutschland/Q1_2013

 

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Videoschnitt mit Freier Software

Videos aufnehmen wird immer einfacher, aber Videos zu einem Beitrag zusammenzuschneiden, ist immer noch aufwändig. Es gibt immer mehr Freie Software, die einem dabei hilft, aber der Einstieg ist nicht leicht.

kdenlive-Workshop im c-base, Berlin. Foto: Sebastian Wallroth, CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons

Manuel Schneider ist die treibende Kraft hinter WikiTV. Inzwischen wurde einiges an Technik zur Videoaufnahme angeschafft und Mitschnitte von Veranstaltungen wie dem Linux-Tag und der Zedler-Preis-Verleihung liegen vor. Was noch fehlt, sind der Videoschnitt und Freiwillige, die in der Lage sind, diese Arbeit zu erledigen.

Mit Sam Muirhead fand Manuel einen passenden Dozenten, mit der c-base in Berlin einen geeigneten Ort, und über eine Wikipedia-Seite und einen Hinweis in der Mailingliste von Wikimedia Deutschland Interessierte. Wikimedia Deutschland übernahm gern die Kosten für Reise, Übernachtung, Dozenten und Veranstaltungsort aus dem Community-Budget des Vereins.

Am Samstag, den 20. und Sonntag dem 21. Juli 2013 zeigte Sam den dreizehn (männlichen) Teilnehmern die einfachen Grundlagen der Videoproduktion und die Verwendung von kdenlive zum Videoschnitt.

An dem Workshop nahmen nicht nur Wikimedianer, sondern auch Noch-nicht-Wikimedianer teil – zumindest ließen die Fragen zu Wikimedia, Wikipedia, Wikimedia Commons und WikiTV darauf schließen, dass wir bald neue Mitstreiter haben könnten.

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IBM Research spendet Preisgeld des AAAI Feigenbaum-Preises für Watson an die Wikimedia Foundation

Dies ist eine Übersetzung aus dem Wikimedia Blog.

Die AAAI (Association for the Advancement of Artificial Intelligence) verleiht den diesjährigen Feigenbaum-Preis an IBM Research’s Watson Team. Watson wird als eines der eindrucksvollsten Ergebnisse der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz in den letzten Jahren angesehen. Bekannt wurde Watson durch den Sieg in der US-Amerikanischen Quizshow Jeopardy! gegen die früheren Großmeister Brad Rutter und Ken Jennings im Februar 2011. Watson findet nun Einsatz in der Medizin, in der Finanzwelt, und im Einzelhandel.

Um die Rolle, die Wikipedia in dem Erfolg von Watson bei Jeopardy! spielte zu würdigen, bat das IBM Team die AAAI das Preisgeld des Feigenbaum-Preises in Höhe von 10.000 US$ an die Wikimedia Foundation zu geben. IBM Research möchte damit die Arbeit der Wikimedia Foundation würdigen und unterstützen, und betont insbesondere Wikidata und das Ziel, allen – ob Mensch oder Maschine – die Gesamtheit des Wissens zugänglich zu machen.

„Watson verkörpert einen Paradigmenwechsel in der Künstlichen Intelligenz. Die neuartige Architektur des Systems verknüpft Daten und Informationen aus vielen verschiedenen Quellen, darunter auch der vollständige Text der Englischen Wikipedia“, sagt Chris Welty von IBM Research.

Der Text und die strukturierten Inhalte der Wikipedia wurden mit Hilfe von Algorithmen zur Analyse natürlicher Sprache bearbeitet. Auch die strukturierten Elemente der Wikipedia – Links, Infoboxen, Kategorien – wurden der massiven Wissensbasis von Watson hinzugefügt, auf die Watson während dem Jeopardy! Quiz Zugriff hatte.

Wir sind IBM dankbar, und sind gespannt, welche Herausforderungen das Watson Team in Zukunft angehen wird.

Matthew Roth
Wikimedia Foundation

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Ein Mann, ein Ort: Dimitar Dimitrov ist “Wikimedian in Brussels”

1st Wikimedian in Brussels (sailing at Neusiedlersee), Foto: dimi_z, CC-BY-SA 3.0

Wikpedianer sind immer auch Botschafter. Ob sie nun Enzyklopädieartikel erstellen oder Kulturdenkmäler fotografieren – immer repräsentieren sie damit als Individuen zugleich auch die große, gemeinsame Idee: die des Freien Wissens. Manche Wikipedianer beteiligen sich sehr umfassend an den Wikimedia-Plattformen, beraten Hilfesuchende im Support-Team, diskutieren auf Spezialseiten Urheberrechtsfragen oder kommentieren Policy-Richtlinienentwürfe der WMF. Und wieder andere Wikipedianer denken darüber nach, wie man denn die politischen und gesetzgeberischen Voraussetzungen dafür verbessern könnte, dass noch viel, viel mehr kulturelle und staatliche Werke frei verfügbar werden. Ein solcher Botschafter des Freien Wissens ist Dimitar Dimitrov. Er arbeitet im Epizentrum der europäischen Politikmaschinerie, in Brüssel. Und die gute Nachricht ist – er tut dies für uns.

Dimi, so sein bevorzugter Ruf- und Autorenname, kam über verschlungenen Wegen in die belgische Hauptstadt. Seine Biografie, die viel mit Ortswechseln zwischen europäischen Hauptstädten zu tun hat, macht ihn zu einem natürlichen Kosmopoliten. Neben der bulgarischen Muttersprache spricht er auch Englisch und Deutsch fließend, Französisch eignete er sich en passant an. Dies ist auch unerlässlich, um im babylonischen Sprachgewirr der EU-Institutionen zurecht zu kommen und sich Zugänge zu erschließen.

Harte Fragen statt halbgarer Lösungen

Dimi und WMDE fanden durch Zufall zueinander. Während der deutsche Verein gerade seine “Roadmap nach Brüssel” vorlegte, bastelte Dimi bereits im Stillen an einer Seite auf Meta, die in neuer Dringlichkeit darauf hinwies, wie notwendig ein verbessertes Monitorung der Brüsseler Abläufe für den gesamten Wikimedia-Verbund doch sei. Die weitgehende Untätigkeit bei der Urheberrechtsharmonisierung in dieser europäischen Legislaturperiode, die im Ergebnis zu einer ärgerlichen Schutzfristverlängerung und einer halbgaren Lösung für die Nutzung verwaister Werke führte, bedeuteten einen zusätzlicher Antrieb, endlich von der Theorie (“Man müsste mal…”) zur Praxis überzugehen. So kamen wir schnell überein, im April zu einem internationalen Treffen einzuladen, das Dimi hervorragend organisierte und das den Startschuss für die selbsternannte “Free Knowledge Advocacy Group EU” bildete.

Hinter dem Titel verbirgt sich eine virtuelle Gemeinschaft von einigen Wikimedianern aus unterschiedlichen europäischen Ländern, die vornehmlich an politischen Themen arbeiten, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Rahmenbedingungen unserer Plattformen haben:

  • Wie kann der Unternutzung kultureller Werke durch eine “digitalisierungsfreundlichere” Gesetzgebung begegnet werden?

  • Welche im staatlichen Auftrag erhobenen Daten oder produzierten Dokumente sollte man vom Urheberrechtsschutz ganz ausnehmen?

  • Wie könnte eine für Fotografen leicht nachzuvollziehende Panoramafreiheit aussehen, die noch dazu in allen EU-Mitgliedsländern gleich gehandhabt wird?

  • Gibt es – auch angesichts von PRISM – den Bedarf, Datenschutz als Abwehrrecht gegenüber staatlicher Schnüffelei und kommerzieller Verwertung noch stärker auszugestalten?

  • Wie schärfen wir das allgemeine Bewusstsein für Netz-Intermediäre wie Wikipedia, die von Regulationen mitbetroffen sind, die z.B. auf eine verschärftere Haftung privatwirtschaftlicher Betreiber abstellen?

Diese Fragen – vielleicht abgesehen vom Datenschutz – sind gegenwärtig keinesfalls ganz oben auf der Agenda des Politikbetriebs. Es sind aber UNSERE Anliegen, die wir mittelfristig mit viel Geduld und klugen Aktionen bekannter machen möchten. Dabei ist es unerlässlich, Termine mit Beamten aus Generaldirektionen oder Ausschussvertretern des Europaparlaments wahrzunehmen, Stakeholder-Dialoge zu besuchen und die manchmal sehr komplexe Timeline der legislativen Abläufe im Auge zu haben. Eine der erste Maßnahmen, die Dimi eingeleitet hat, ist deshalb die monatliche Veröffentlichung eines kurzen Monitoring-Berichts auf der Mailingliste advocacy_advisors. Durch solch einen Botschafter, der nicht nur nach Außen agiert, sondern vor allem einen Informationsfluss zwischen Freiwilligen, Chapter-Angestellten etabliert, möchten wir eine bessere Grundlage schaffen, um gemeinsam Positionen zu erarbeiten, die in Brüssel Gehör finden. Dies ist sicherlich ein langer, mühevoller Weg – aber wir freuen uns darauf, ihn gemeinsam mit euch zu beschreiten.

Politische Arbeit ist Informationsverarbeitung

Denn mithelfen und sich einbringen kann wirklich jede/r. Ob man nun als Advocacy Advisor auf der entsprechenden Mailingliste seine Expertise preis gibt, für die inhaltlichen Task Forces Infoflyer erstellt oder in den jeweiligen Monitoring-Dossiers (z.B.: Netzneutralität) hilft, kurze Zusammenfassungen von Reden oder Reports zu schreiben – alles bringt uns voran. Politische Arbeit ist im wesentlichen Informationsverarbeitung und Schreibarbeit.

Daneben würde auch die Programmierung kleiner Tools helfen. Ein benutzerfreundlicher, kollaborativer Kalendar für Meta (mit Google-Funktionalitäten, aber free & open Wikicode) würde die alltägliche Arbeit enorm erleichtern. Auch ein Crawler, der die Mitglieder der jeweiligen Ausschüsse im Europaparlament samt Namen und Emails in Tabellen oder WP-Artikel rüberkopiert, wäre mehr als nur nützlich.

Bei einem jener hochprozentigen Biere, denen man bei einem anständigen Brüsselbesuch kaum ausweichen kann, sprach Dimi scherzhaft aus, was eigentlich der treffendere Name für die EU-Arbeitsgruppe wäre: “Wikimedia European Action System for Enthusiastic Lobbying” (W.E.A.S.E.L). Das Akronym passt wie die Faust aufs Auge. Denn ganz so, wie uns der entsprechende Wikipedia-Artikel den Nager präsentiert, stellen wir uns nämlich die Arbeit der nächsten Jahre vor: beharrlich, geschickt und ohne jede Beißhemmung.

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Wein, Wiki und Digital Media Women

Dieser Gastbeitrag ist von  Sie ist aktive Autorin für die Digital Media Women Hamburg, die sich letzte Woche trafen, um mehr über Wikipedia und das Mitmachen zu erfahren. Hier geht es zum Originalbeitrag. Elly Köpf, aus dem Bereich Bildung und Wissen, war mit vor Ort, um gemeinsam mit den anwesenden Autorinnen über Strukturen der Wikipedia zu diskutieren und sich gemeinsam der Frage zu nähern: Warum und wie können oder sollen Frauen die Wikipedia mitgestalten?

An einem schwülheißen Sommerabend letzten Mittwoch traf sich eine reine Frauenrunde der Digital Media Women, um zu erfahren, wie man Autorin bei Wikipedia wird. Kixka Nebraska hatte zu „Wein, Wiki und Digital Media Women“ eingeladen. Die Idee dafür gab ihr ein Artikel von Juliane Leopold auf kleinerdrei über Sarah Stierch. Stierchs Anliegen ist es, mehr weibliche Editoren für Wikipedia zu gewinnen, denn laut einer Umfrage sind neun von zehn „Wikipedianern“ männlich. Um mehr Frauen für Wikipedia zu begeistern, schlägt sie Editierparties mit Wein und Unterstützung von erfahrenen Editorinnen vor.

Ungefähr zwanzig Frauen hatten sich trotz der Hitze in der Akademie für Publizistik eingefunden zur ersten deutschen „Women, Wine and Wikipedia“-Editierparty. Die erfahrene Wikipedia-Autorin „Emma7stern“, Juliane Leopold, die Social Media Redakteurin bei ZEITonline ist und sich des Themas „Frauen in der Wikipedia“ angenommen hat, und Elly Köpf von Wikimedia Deutschland, waren gekommen, um den Teilnehmerinnen zu erklären, wie Wikipedia hinter den Kulissen funktioniert. Weiterlesen »

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Wikipedianer gehen in Braunschweig unter die Römer

Braunschweigisches Landesmuseum (Foto: M. Kruszewski; CC-BY-SA 3.0)

Kommendes Wochenende reisen rund 20 Wikipedianer nach Braunschweig, um im Vorfeld der großen Landesausstellung “Die Römer kommen! Roms vergessener Feldzug” alles über das römische Schlachtfeld am Harzhorn zu erfahren.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts GLAM on Tour statt, das lokale Kulturkooperationen mit Wikipedia-Gruppen fördert. Drei Tage lang öffnet das Braunschweigische Landesmuseum für die Wikipedianer seine Pforten, um einen Überblick über die sensationellen Funde der Grabungsstelle bei Kalefeld zu geben, die in der Fachwelt für Aufsehen sorgen. 2008 wurden hier Fundstücke entdeckt, die auf ein Gefecht zwischen Römern und Germanen im 3. Jhd. n.C. hindeuten.

Ein willkommener Anlass, um GLAM-Aktivisten und Wikipedianer aus dem Raum Braunschweig einzuladen, die Grabungsstelle im Vorfeld zu erkunden, mit Artikelarbeit zu beginnen, zu fotografieren und mit Wissenschaftlern, Archäologen und Museumsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung stehen ein Vortrag zur Wikipedia und ein Musketiertreffen für Interessierte und Wikipedia-Neulinge. Besonders vergnüglich und ertragreich für die Artikel- und Fotoarbeit wird sicherlich die gemeinsame Bus-Exkursion zum Schlachtfeld (einige Plätze sind noch vorhanden, bei Interesse hier anmelden). Das Programm ist umfangreich, die Fachliteratur für die Quellenarbeit und die Fundstücke zum Fotografieren im Museum bereitgestellt, WLAN und Hashtag eingerichtet, die Sinne geschärft. Man darf gespannt sein!

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Die Datenwüste und das Wasser (update 13. Juni)

Michel Vorsprach; Deich in Lostau Lizenz: Creative Commons cc-by-sa 2.0

Tagelange Regenfälle haben seit Mai in Mitteleuropa zu schweren Hochwassern geführt. Während sich Bürger in süddeutschen Ländern schon an die Aufräumarbeiten wagen können, bereiten sich ihre Nachbarn in Niedersachsen auf das Eintreffen der Flutwelle vor. An einigen Orten wurden die höchsten Pegelstände seit Aufzeichnungsbeginn gemessen, nach Behördenangaben verloren bis heute mindestens 21 Menschen ihr Leben, die Zahl der von Evakuierungen betroffenen Menschen ist um ein Vielfaches höher. Zu den Schäden in Milliardenhöhe kommen zusätzliche Kosten für den Bau neuer Deichanlagen, die in Zukunft für Schutz vor dem Wasser bieten sollen.

Zusätzlich zu den vielen Helfern von Feuerwehr, THW, DLRG und Bundeswehr arbeiten Behörden des Bundes und der Länder daran, Hilfe für Betroffene zu organisieren. Ein wichtiger Baustein ist die Beschaffung, Pflege und Verteilung von Informationen zur aktuellen Situation. Für Bürgerinnen stehen Hochwasserportale bereit, die Pegelstände zusammenfassen und auf Länderportale verweisen. Wie die eigentlichen Daten bereitgestellt werden, ist je nach Bundesland höchst unterschiedlich, in den meisten Fällen ist der gedachte Anwendungsfall nur das Ansehen, nicht das Weiternutzen der Daten. Eine für Betroffene besonders interessante Seite ist das Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation, das vom vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums des DLR betrieben wird. Auf den Seiten des ZKI werden tagesaktuell Karten mit Hochwassersituationen betroffener Regionen bereitgestellt. Ein Download der Daten in geringer und mittlerer Auflösung ist erlaubt, die höchste Auflösung ist derzeit für Bürgerinnen nicht verfügbar.

Da die für die Kartenerstellung verwendeten Geodaten nicht ausschliesslich Geodaten des Bundes sind, findet die noch relativ junge Geodatennutzungsverordnung keine Anwendung, die die kostenlose Freigabe von Geodaten des Bundes an jedermann für beliebige – auch kommerzielle – Zwecke vorsieht.  Michel Vorsprach machte uns heute auf einen Emailwechsel zwischen ihm und dem Bundesinnenministerium aufmerksam, in dem er die Freigabe dieses hochauflösenden Kartenmaterials für seine Heimatregion anfragte. Die Antwort des Innenministeriums ist für einen von der Flut betroffenen Bürger nicht erbaulich:

Sofern Sie darüber hinausgehend einen Bedarf an einem ZKI-Produkt in einer höheren Auflösung, wie sie z.B. den Einsatz- und Krisenstäbe oder Hilfsorganisationen vor Ort bereitgestellt werden, begründen können, weise ich vorsorglich darauf hin, dass das BMI nach § 63 Abs. 3 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) dazu verpflichtet ist, Vermögensgegenstände nur zu ihrem vollen Wert zu veräußern. Dazu gehören auch die Dateien (Karten). Wir gehen dabei von einem Wert pro Kartenprodukt von ca. 800 Euro aus.

Wikimedia Deutschland hat mit Michel Vorsprach, dem DLR (das wir als sehr offen gegenüber Freien Lizenzen erleben konnten) und dem Referat O 7 des Bundesinnenministeriums Kontakt aufgenommen. Wir setzen uns für die Bereitstellung von verfügbarem Kartenmaterial für jedermann ein. Dazu gehört kurzfristig das Kartenmaterial für jedermann wenigstens zur Ansicht und mittelfristig unter Verwendung Freier Lizenzen, auch in Vektorformaten und als Rohdaten zur Weiternutzung. Die Rechnung des BMI halten wir für wenig plausibel und haben unsere Gründe dargelegt, warum es bereits auf heutiger Rechtsgrundlage möglich ist, Michel Vorsprach die gewünschte Karte zu einem deutlich niedrigeren Betrag als 800 Euro zu übermitteln; auch eine kostenfreie Abgabe halten wir für rechtlich möglich.

Nach unserer Auffassung gibt es keinen Bedarf nach Spezialvorschriften, die situativ den Datenbedarf stillen, wie beispielsweise ein Hochwasserinformationsweiterverarbeitungsgesetz oder eine Open Data-Verordnung spezifisch für den Katastrophenschutz. Die Weiterentwicklung von Informationsfreiheitsgesetzen (auf europäischer Ebene: Die Direktive über Public Sector Information) und eine Reform des Urheberrechts an staatlichen Werken würde helfen, rechtliche Hürden bei der Weitergabe von allen relevanten Behördendaten zu reduzieren. Im Falle der Geodaten ist das DLR zwar formal ein eingetragener Verein, seine Mittel kommen jedoch überwiegend aus dem Bundeshaushalt und die Arbeit des DLR bei der Erforschung des Alls und der Erde wurden bereits von den Steuerzahlern einmal finanziert.

Weiterführende Links:

[update 13. Juni 2013: Michel Vorsprach schreibt in einem Blog, dass das Bundesinnenministerium ihm kostenfrei eine hochaufgelöstde Version der ZKI-Karte seiner Region zugeschickt hat]

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Monatsbericht Mai 2013

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Zur Bundestagswahl: Faktencheck mit ZDF und Phoenix

Tim Moritz Hector ist nun “Wikipedian in Residence” des Projekts und hat gemeinsam mit der Redaktion aus Mitarbeitern des ZDF und Phoenix die ersten zwei Wochen der Pilotphase des ZDFchecks erfolgreich durchlaufen. Ein Bericht darüber ist im Blog erschienen. Außerdem wurden die ersten Infografiken in Wikimedia Commons hochgeladen. Zum Beispiel beleuchtet eine der Grafiken die Steuereinnahmen in Deutschland in ihrer Verteilung nach Gebietskörperschaften. Für Juni ist ein Vortrag und eine Schulung zu den Wikimedia-Projekten und bevorzugten Lizenzen für die Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios geplant.

Das Vorhaben gehört zum Jahresprojekt Exzellente Partnerschaften.

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14 Tage #ZDFcheck – ein Zwischenbericht

Wie zuletzt an dieser Stelle berichtet, ist vor zwei Wochen der ZDF-Faktencheck (#ZDFcheck) angelaufen. Im Rahmen dieses Projektes arbeiten eine Redaktion im ZDF-Hauptstadtstudio, Phoenix und Wikimedia gemeinsam an einem Faktencheck im Vorfeld der Bundestagswahl, in dem Politikeraussagen geprüft werden. Seit 13. Mai sitze ich nun als Wikipedian in Residence im Hauptstadtstudio des ZDF in Berlin in der ZDFcheck-Redaktion und betreue die Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland e. V.. Alle sind herzlich dazu eingeladen mit zu recherchieren und die Arbeit zu kommentieren und sich so zu beteiligen. Insbesondere freuen wir uns auf Hinweise von Wikipedianern, anderen Wikimedianern und der übrigen Netz-Community.

Im Laufe der letzten beiden Wochen haben wir rund 135 Hinweise von zahlreichen Freiwilligen erhalten, davon waren bereits vier Wikipedianer. Die Testphase des Formats, in der wir unsere Arbeitsweise geklärt haben, ist jetzt abgeschlossen. Fünf Thesen konnten wir bereits durch den Check schicken. Dabei gehen wir in mehreren Schritten vor: Zunächst definieren wir, was wir genau checken, um die Aussage dann nach und nach in ihre Einzelteile zu zerlegen. Diese prüfen wir dann auf ihren Wahrheitsgehalt.

Dr. Eckart Gaddum, ZDF-Hauptredaktionsleiter Neue Medien, fasst die Woche auf heute.de zusammen. Auch der NDR und die RheinZeitung berichten über das Format. Das politische Umfeld hat bereits sensibel auf das neue Format reagiert. Ein vollständiges Medienecho und weitere Informationen findet sich im FAQ in der Wikipedia und im Pressespiegel von Wikimedia.

Beispiel für eine Infografik, hier: Kinder in Kindertagesbetreuung

Eine Besonderheit des Checks ist, dass nicht nur die Möglichkeit zum Mitmachen besteht, sondern, dass alle erstellten Infomaterialien (Texte, Bilder und Videos) unter einer Freien Lizenz stehen. Dazu verwenden wir die Lizenz CC-BY. Gemeinsam mit der Grafikerin des ZDF und der Beratung von Wikipedianern erarbeiten wir so auch gezielt Material, das in der Wikipedia noch fehlt.

Die Kommentare von Wikipedianern und anderen Ehrenamtlichen aus den Wikimedia-Projekten, die die Software dezent hervorhebt, beobachtet die Redaktion mit besonderem Interesse, da wir von dieser Gruppe sehr hochwertige Beiträge erwarten. Bei Rückfragen oder Recherecheanfragen stehe ich besonders dieser Gruppe auf meiner Benutzerseite jederzeit zur Verfügung.

Die erste Runde von Materialien, fünf Infografiken, die im Bereich deutscher Innenpolitik verwendet werden können, wurde am Freitag auf Commons transferiert. Sie stehen unter einer Freien Lizenz und können jetzt weiter kategorisiert und eingebunden werden. Mithilfe dabei ist gern gesehen, auch hier stehe ich für Fragen gern zur Verfügung!

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