Archiv für die ‘Allgemein’ Kategorie



Das kontrafaktische Spiel mit der Vergangenheit – 5.WMDE-Salon [E = Erinnerung]

Wie verändern sich Mechanismen und Formen des Erinnerns in der vernetzten Gesellschaft?
Darüber sprachen beim 5. Wikimedia-Salon “Das ABC des Freien Wissens”:


Markus Beckedahl führte in den Abend über die tief juristische Thematik Recht auf Vergessenwerden ein. Ein Dilemma bestehe in der Unsicherheit, was z.B. aus rechtlicher oder technischer Sicht das entsprechende Urteil des Europäischen Gerichtshofs eigentlich genau bedeute. Je nach Sichtweise stehe das Interesse der Öffentlichkeit an Informationsfreiheit, Zugänglichkeit und Erinnerung dem Persönlichkeitsrecht unversöhnlich gegenüber. Daneben richtete Beckedahl die Aufmerksamkeit auf eine andere Frage: Warum gibt es eigentlich keine Empörung darüber, dass Google als Organ privatisierter Rechtsdurchsetzung permanent und ungefragt Millionen von Links für potenzielle Urheberrechtsverletzungen automatisiert aus den Suchergebnissen löscht?

Die Autorin und Dramaturgin Dr. Peggy Mädler erzählte aus ihrer künstlerischen Perspektive, wie Erinnerung als Stoff für Narrative funktioniert (siehe Kurzinterview). Häufig thematisiert das von ihr mitgegründete Künstlerkollektiv Labor für kontrafaktisches Denken den persönlichen und gesellschaftlichen Bedarf an Möglichkeitsräumen, die mit Erinnerung verknüpft sind. Kunstaktionen wie etwa die Schaffung fiktiver Vergangenheiten (siehe Projekt “Ich bin nicht da gewesen – Eine performative Ausstellung über den Konjunktiv”) können diesen gedanklichen Raum kreieren und dadurch auch zu neuen Perspektiven auf die Gegenwart verhelfen. Das kontrafaktische Spiel mit der Vergangenheit, so Mädler, kann viel über gegenwärtige Auseinandersetzungen aussagen, Veränderungen hervorrufen, neue Wertschätzung erzeugen oder sogar lehren, Grenzen besser zu akzeptieren.

Der Kulturwissenschaftler Dr. Mathias Berek erläuterte den Prozess des Aushandelns von “erinnerungswerter” Information zwischen Individuen und Gemeinschaften. Subjektives Erinnern und kollektives Gedächtnis stehen immer in Wechselwirkung zueinander und üben auch selektiven Einfluss aufeinander aus. Was schließlich in die gemeinsame Erinnerung eingehe, sei eine Frage der Relevanz, die zwischen Individuen und größeren Zusammenhängen immer wieder neu ausgefochten werde. Eine deutlichere Parallele zu Aushandlungsprozessen in der Wikipedia, was in das Gedächtnisreservoir hineingehört und was nicht, kann es kaum geben. Mit neuen Medien ändere sich zwar die Art der Auswahl von Erinnerung, ob die vernetzte Welt aber auch Einfluss auf die Inhalte des Erinnerns habe, bezweifelte Berek.

Der Künstler Stephan Hann stellte am Veranstaltungsabend eine Arbeit (siehe Foto) aus, die veranschaulichte, wie aus altem Material Neues entstehen kann. Hanns Arbeiten, insbesondere aus Recyclingmaterialien, sind in zahlreichen renommierten Sammlungen zu Mode und Design vertreten. Als Künstler, so Hann, arbeite er bevorzugt mit gebrauchtem Material, das in neuen Kontexten ein ganz neues Potenzial zeige (siehe Kurzinterview). Auch eine Möglichkeit, Vergangenes in Erinnerung zu behalten und ihm doch die Möglichkeit einzuräumen, sich immer wieder zu verändern.

Preview:
Der nächste Wikimedia-Salon findet am 29. Januar zum Thema “F=Fail. Die neue Schönheit des Scheiterns” statt.

Links:

Vollständiges Video der Veranstaltung

Fotos der Veranstaltung

Website der Veranstaltung mit Übersicht über alle Salons

Kontakt: salon@wikimedia.de

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Heute ist der internationale Tag des Ehrenamts

Über das Ehrenamt für Freies Wissen und wie die Arbeit ehrenamtlicher Enzyklopädistinnen und Enzyklopädisten erleichtert werden kann.

Freies Wissen wir wir es tagtäglich nutzen – digital und kollaborativ geschrieben, aufbereitet und zusammengetragen zum größten Wissensfundus der Menschheit – das würde es ohne das ehrenamtliche Engagement vieler tausender Menschen in den Wikimedia-Projekten so nicht geben. Diese Leistung, die erst kürzlich in der polnischen Stadt Słubice ein Denkmal gesetzt bekam, möchten wir am internationalen Tag des Ehrenamtes noch einmal ins Bewusstsein rücken und uns bei all den Freiwilligen für ihr Engagement bedanken.

Beinahe 24.000.000 freie Mediendateien, insgesamt etwa 33.500.000 Artikel in über 280 Sprachen und über 21.000.000 Wörterbucheinträge in über 1.400 Sprachen, weit mehr als 12.000.000 Datensätze, Bücher, Zitatsammlungen, Reiseinformationen, Nachrichtenartikel und vieles, vieles mehr: All diese Informationen stehen unter freien Lizenzen, die eine Weiternutzung für jeden ermöglichen.

Finanzielle Unterstützung erhalten jene Projekte in der Regel durch Spendengelder. Wikimedia Deutschland hat unter anderem diese Projekte durch Spendengelder finanziell unterstützt.

In den Vereinigten Staaten kommt die Politik Ehrenamtlichen mit dem dort geltenden Urheberrecht entgegen, indem sämtliche Werke von Angestellten des Bundes vom Urheberrecht ausgenommen sind und somit weitergenutzt werden dürfen. Dies umfasst auch die Publikationen von Forschern in Bundeseinrichtungen oder die Fotos von NASA-Astronauten. Vergleichbare amtliche und durch Steuergelder finanzierte Werke sind in Deutschland in der Regel mit einem herkömmlichen Urheberrechtsschutz versehen. Auch die freiwillige Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen durch die Institutionen etabliert sich leider nur langsamer als es wünschenswert wäre.

Für ehrenamtlich tätige Wikipedianer und Wikipedianerinnen ist es hierzulande daher mühsam bis unmöglich Materialien von Ämtern, Denkmalbehörden oder anderen staatlichen Einrichtungen, sowie Bilder von Politikern u. ä. für eine Weiternutzung in der Wikipedia und darüber hinaus zu erhalten. Damit dennoch entsprechende Aufnahmen bereit gestellt werden können, ziehen Fotografen und Helfer un­ent­gelt­lich durch die Landtage, den Deutschen Bundestag und das Europaparlament um Bilder der Abgeordneten und politisch zeitgeschichtlich relevante Ereignisse zu dokumentieren, sowie durch Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt um Baudenkmäler, Naturschutzgebiete und vieles andere mehr abzulichten.

Doch damit ist die Arbeit noch lange nicht getan. Im Anschluss muss das Material nachbearbeitet, auf das freie Medienarchiv Commons übertragen, in Artikel und Listen eingebunden, kategorisiert, beschrieben und in Zusammenhänge gesetzt werden.

Eine entsprechende Reform des Urheberrechts würde das Ehrenamt im digitalen Bereich daher deutlich erleichtern. Weitere Informationen dazu siehe hier.

Der kommende 8. Wikipedianische Salon wird das Thema Ehrenamt und Freies Wissen am 8. Januar 2015 behandeln und auf unterhaltsame Weise über die Erfahrungen von Wikipedianerinnen und Wikipedianern berichten. Voraussichtlicher Beginn um 19.00 Uhr in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin. Außerdem wird die Veranstaltung auf dem Kanal von Wikimedia Deutschland im Livestream zu sehen sein. Aktuelle Informationen dazu werden in Kürze in der Wikipedia zu finden sein.

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Wikimedia Deutschland hat ein neues Präsidium

Auf der 15. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland am 29. November in Berlin wurde viel entschieden. Das kommende Protokoll der Mitgliederversammlung informiert im Detail über alle Abstimmungsergebnisse. Herausgehoben sei an dieser Stelle aber die Wahl des neuen ehrenamtlichen Präsidiums. Es gab insgesamt 33 Kandidaturen, die sich auf die zehn verschiedenen Präsidiums-Ämter beworben haben. Verbunden mit dem Dank an alle Bewerberinnen und Bewerber geht ein herzlicher Glückwunsch an das gewählte Präsidium (in alphabetischer Reihenfolge):

Vorsitzender

  • Tim Moritz Hector

Stellvertretende Vorsitzende

  • Kurt Jansson
  • Lukas Mezger

Schatzmeister

  • Sebastian Moleski

Beisitzer

  • Nikolas Becker
  • Sabria David
  • Jürgen Friedrich
  • Harald Krichel
  • Catrin Schoneville

Das gewählte Präsidium wird sich in Kürze mit Fotos und Kurzprofilen vorstellen.

Neben dem Präsidium wurden auch die Kassenprüfer gewählt. Herzliche Glückwünsche gehen an:

  • Daniel Baur
  • Roland Kern
  • Stefan Levko
  • Manuel Schneider

Die Mitgliederversammlung beschloss außerdem die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im ersten Quartal 2015, auf der der Jahresplan 2015 final beschlossen wird. Bis dahin gilt der vom Vorstand vorgelegte Jahresplan 2015 vorläufig.

Ein großes Dankeschön geht auch an die Zählkommission, die Versammlungsleitung, die Helferinnen und Helfer und an alle, die mit ihren Stimmen zur Wahl beigetragen haben.

 

Update: Anja Ebersbach hat ihren Rücktritt als stellvertretende Vorsitzende erklärt. Das Präsidium hat satzungsgemäß Lukas Mezger als zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

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“E=Erinnerung. Zeit des Vergessenwerdens?” Das 5. ABC des Freien Wissens

Karte zum 5. ABC des Freien Wissens, Markus Büsges, leomaria [CC-BY-SA-4.0], via Wikimedia Commons

Dieses Jahr startete Wikimedia Deutschland die Veranstaltungreihe “Das ABC des Freien Wissens”. Diskutiert werden hier Fragen und Konzepte, die wichtig zur Wissenserstellung und- vermittlung sind und gleichzeitig die Breite der Themen illustrieren, die in Verbindung mit Freiem Wissen stehen. Wie der Titel nahelegt, folgt das Salonformat dem Prinzip des Alphabets, jede Veranstaltung trägt einen Namen mit dem entsprechend nächsten Anfangsbuchstaben.

Passend zur 5. und letzen Veranstaltung in 2014, die den Titel  E=Erinnerung trägt, schauen wir kurz zurück und erinnern uns an…

A=Allmende. Quo vadis, Gemeinschaftsprojekte im Netz?” u.a. Silke Helfrich
B=Buchmarkt. Erfolg auch mit offenen Systemen?” u.a. mit Kathrin Passig
C=Crowdrock. Die Zukunft der Musikbranche?”, u.a. mit Johannes Kreidler
D=Datenberg. Datenschatz oder -schutz?” u.a. mit Fukami

Die Dokumentation aller ABC-Salons mit Videos, Fotos und Zusammenfassung ist hier zu finden.

Nun also [E] wie:

“E=Erinnerung. Zeit des Vergessenwerdens?”
Donnerstag, 27. November, Einlass 18:30
Wikimedia Deutschland e.v., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
(U-Bhf. Möckernbrücke)
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Impulsvortrag:
Markus Beckedahl, Journalist und netzpolitischer Aktivist, netzpolitik.org

weitere Gäste:
Dr. Peggy Mädler, Autorin und Dramaturgin, Labor für kontrafaktisches Denken
Dr. Mathias Berek, Kulturwissenschaftler

Moderation: Sabrina Apitz, Berliner Gazette

Modekünstler: Stephan Hann
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Der 5. Wikimedia Salon dreht sich um das Gedächtnis im Informationszeitalter. Wie verändern sich Mechanismen des Erinnerns und des Zeitempfindens dadurch, dass persönliche Momentaufnahmen unmittelbar und “für die Ewigkeit” gespeichert werden? Entsteht die Perspektive, dass wir unser Gedächtnis weitgehend auslagern und uns auf die vermeintliche Faktizität aufbewahrter Fragmente im Web verlassen können?

Remember… Wie entwickelt sich das Erinnern im Informationszeitalter? By Berlin, Irving (Library of Congress[1]) [Public domain], via Wikimedia Commons

Zwischen der Vorstellung eines allgegenwärtigen Netzes, das nichts vergisst, und dem subjektiven Gefühl, dass die Eindrücke immer flüchtiger werden, zieht auch die Frage um das Recht auf Vergessenwerden auf. Ist der Ruf danach, unerwünschte Dinge im Netz entfernen lassen zu können auch Ausdruck des Bedürfnisses, selbst die Form der Konservierung persönlicher und öffentlicher Erinnerung gestalten zu können?
Die Gedächtnisforschung steht bei der Frage, welche Funktion Impulse des Internets für die individuelle und kollektive Gedächtnisbildung haben, noch relativ am Anfang. In der Vergangenheit setzten die Formen des Erinnerns häufig an Repräsentationen der öffentlich-offiziellen Erinnerung an. Ergibt sich nun in der vernetzten Welt eine neue Möglichkeit der Öffnung für vielfältigere, aus der Breite der Gesellschaft stammende Zeitzeugnisse?

Vor Kurzem ging das Portal museum.rechtaufremix.org online. Fragmente, die durch die digitale Welt schnell verbreitet werden können, Textschnipsel, Samples, Meme, werden hier gesammelt, in ihrem Kontext erläutert und für die Zeit nach ihrem Aufkommen in den Timelines der Welt aufgehoben.

Ist diese digitale Musealisierung von flüchtigen Ausschnitten der Informationsgesellschaft eine neue und bisher fehlende Methode, prägende Repräsentationsobjekte des Lebens festzuhalten und in die gesellschaftliche Erinnerung aufzunehmen? Das möchten wir am 27. November im Wikimedia Salon diskutieren.

 

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The Code to Access – Der Schlüssel zum Schatz

Wie wir versuchen, Freie Inhalte für das Wikiversum zu gewinnen.

Internationale Projekte und Gäste auf GLAM Konferenz Zugang gestalten

Die GLAM Konferenz Zugang gestalten beginnt am 13. November im Hamburger Bahnhof zu Berlin.  Bild von David Jacob CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

In der kommenden Woche findet in Berlin Deutschlands größte Konferenz zum Thema “Kultur- und Gedächtnisinstitutionen im Netz” statt: “Zugang gestalten. Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe.” Die Zusammenarbeit von Kulturinstitutionen mit Akteuren im Netz wird international mit dem Akronym GLAM beschrieben. GLAM steht für Galleries, Libraries, Archives and Museums. Wikimedia Deutschland ist eine der mitveranstaltenden zwölf Partnerinnen der GLAM-Konferenz. Bereits jetzt haben sich über 350 Gäste für die Konferenz angemeldet. Im vergangenen Jahr hatten wir an beiden Tagen ca. 250 Teilnehmer. Für Wikimedia Deutschland ist diese Konferenz eine wichtige Gelegenheit, um sich im Kreis der Kultur- und Gedächtnisinstitutionen als interessanter Kooperationspartner zu präsentieren. Wir bestreiten den Programmblock “Kulturerbe 3.0 – Digitale Weiternutzung”. Dazu gehören drei Keynotes aus den Bereichen Wirtschaft (Google, William Patry), Staat (National Library Norway, Roger Jøsevold) und Zivilgesellschaft (Europeana/Wikimedia, Liam Wyatt) sowie die Podiumsdiskussion mit 5 prominenten Vertretern aus der Kultur und den oben genannten Bereichen. Es wird dargestellt, was bislang erreicht wurde und diskutiert, wie die Bedingungen für die digitale Weiternutzung verbessert werden können. Auf dem Podium sitzen für die Wissenschaft der Leiter der Digital Humanities des MIT, Prof. Kurt Fendt, für die Wirtschaft der Projektleiter von EUROPEANA Creatives, Max Kaiser, für das größte gemeinnützige digitale Weiternutzungsprojekt weltweit die Trägerin der Wikipedia, das Board-Mitglied der Wikimedia Foundation Alice Wiegand, und last but not least Dr. Michael Hollman, Bundesarchiv, und Prof. Johannes Vogel, Museum für Naturkunde, für die GLAM-Institutionen. Jan Engelmann, Vorstand WMDE, moderiert die Diskussion. Die große Werkschau im Museum für Naturkunde zeigt schließlich mit neun spannenden internationalen Projekten die unterschiedlichsten Aspekte der digitalen Weiternutzung von Kulturdaten und Anwendungen im GLAM-Bereich auf.
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Geförderte Projekte aus den Communitys im Oktober 2014

Geförderte Projekte aus den Communitys im Oktober 2014

Ambitionierte Freiwillige entwickeln und realisieren fortdauernd Ideen und Projekte zur Schaffung freier Inhalte. Bei einem Teil dieser Aktivitäten ist es Wikimedia Deutschland möglich, ihnen finanzielle und organisatorische Unterstützung zukommen zu lassen. Alleine bei den von WMDE geförderten Projekten sind die Communitys allerdings dermaßen aktiv, dass eine ausreichende Würdigung all ihrer Tätigkeiten den Umfang des Monatsberichts von Wikimedia Deutschland sprengen würde. Wir stellen daher, ergänzend zum Monatsbericht, an dieser Stelle jene Projekte vor, die im Oktober 2014 dank dem Engagement von Freiwilligen und mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland stattgefunden haben.

Fotoprojekte

Begegnung auf dem Israel National Trail. Foto: Jotpe, CC-BY-SA 4.0

Ein außergewöhnliches Fotoprojekt wurde in den Monaten September und Oktober von dem Openstreetmap-Mapper und Wikianer Jotpe durchgeführt. Etwa 450 Kilometer wanderte er  entlang dem Fernwanderweg Israel National Trail. Mit im Gepäck war eine Kamera aus dem Wikimedia-Technikpool. So darf man sich auf viele spannende georeferenzierte Bilder von Land und Leuten freuen.

Linus Torvalds auf der LinuxCon Europe 2014 in Düsseldorf. Foto: Krd, CC-BY-SA 3.0

Vom 13. bis 17. Oktober war Benutzer:Krd mit einem Objektiv aus dem Wikimedia-Technikpool auf LinuxCon und Linux Plumbers Conference. Er brachte sehr gute Aufnahmen der Referenten mit, unter anderem von dem Programmierer Linus Torvalds. Benutzer:2eight besuchte vom 17. bis 19. Oktober das DTM Saisonfinale in Hockenheim, um freie Fotos der Rennserien DTM, FIA F3 European Championship, Porsche Carrera Cup, Volkswagen Scirocco R Cup und von Personen im wie Fahrer und Teamchefs zu schießen.

Community-Räume, Community-Veranstaltungen

Der Monat begann am 1. Oktober mit dem regelmäßigen Women Edit-Treffen im Berliner Community-Raum.

Begrüßungsveranstaltung WikiCon 2014. Foto: Romaine, CC-0

Mit beinahe 230 Teilnehmenden war die WikiCon die größte Veranstaltung der deutschsprachigen Community im Jahr 2014 und mit Sicherheit das Highlight der zahlreichen regionalen und überregionalen Community-Treffen. Die von einem ehrenamtlichen Team bis ins Detail hervorragend organisierte Konferenz, fand vom 3. bis 5. Oktober in Köln statt. Ermöglicht wurde die Veranstaltung auch dank der fast 60 Referentinnen und Referenten und ebenso vielen Helferinnen und Helfern. Die besten Wiki-Projekte des Jahres wurden auf der feierlichen Abendveranstaltung auf einer Schifffahrt auf dem Rhein ausgezeichnet. Auch der Wikipedianische Salon war mit seiner 6. Ausgabe, diesmal zum Thema “Konflikte”, mit dabei und sendete live von der Konferenz. Die Aufzeichnung kann hier angesehen werden. Das Programm bot neben etlichen Workshops und Vorträgen auch Exkursionen, beispielsweise zum Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum des Historischen Archivs der Stadt Köln und Führungen über die Dächer des Kölner Doms.

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OER – wie geht es richtig?

Mit “Best Practice OER” laden Wikimedia Deutschland und die Technologiestiftung Berlin zu einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe zu Freien Bildungsmaterialien. Am 22. Okober geht es um OER-Praxis, am 5. November um Policy Making.

Bild von Libby Levi , CC-BY-SA 2.0 via Flickr

Über Open Educational Resources wird viel diskutiert, nicht zuletzt im Rahmen der OER-Konferenz. Doch viele Diskussionen finden auf eher abstrakter Ebene statt. In der zweiteiligen Veranstaltungsreihe “Best Practice OER” steht daher das konkrete Tun im Vordergrund. Die Reihe ist eine Kooperation zwischen der Technologiestiftung Berlin (TSB) und Wikimedia Deutschland.

Am 22. Oktober steht die Diskussion unter der Überschrift “OER-Praxis”. Im Format einer Talkrunde berichten die Teilnehmenden über ihre persönlichen Erfahrungen, Fehler und Erfolge im Erstellen von Freien Bildungsmaterialien. Auf dem Podium diskutieren:

Am 5. November diskutieren wir dann “Policy Making”. Wie können Politik und Institutionen mit OER umgehen? Welche Ansätze gibt es? Was sind die Schwierigkeiten einer konkreten Umsetzung? Diese Fragen diskutieren:

Auch wer nicht vor Ort dabei sein kann, kann mitmachen: Die Diskussionen werden über die entsprechenden Veranstaltungsseiten der TSB live gestreamt und können aktiv per Chat mitgestaltet werden (hier OER-Praxis, hier Policy Making).

  • Wann: 22. Oktober und 5. November, jeweils 19:00 bis 20:30 Uhr
  • Wo: Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin
  • Eintritt: Frei
  • Anmeldung: Bis zwei Tage vor der Veranstaltung per E-Mail an seitz(at)technologiestiftung-berlin.de
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Digitale Kompetenzen die Vierte: Algorithmus is watching for you – Droht die »Filter Bubble«?

Am 27. Oktober widmen wir uns wieder denDigitale Kompetenzen”. In den bisherigen Veranstaltungen diskutierten Expertinnen und Experten über das Datenschutzbewusstsein, den Begriff der Digital Natives und die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt, dieses Mal steht das Thema Filteralgorithmen auf dem Programm.

Broschüre zur Veranstaltungsreihe herunterladen

Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir uns kritisch mit der sogenannten “Filter Bubble” auseinandersetzen. Mit einem nie dagewesenen Zugang zu Informationen jeder Art ist das Internet heute das Alltagsmedium schlechthin. Gerade Social Media-Kanäle wie Facebook und Twitter sind für viele zur wichtigsten Informationsquelle geworden. Diese Kanäle zeigen uns allerdings häufig nur einen bestimmten Ausschnitt des Meinungsspektrums – und zwar denjenigen, der unsere eigenen Meinungen bestätigt. Was die Algorithmen zu uns durchlassen, hängt vor allem damit zusammen, wem wir folgen, mit wem wir befreundet sind und welche Webseiten wir besuchen. Droht dadurch eine zersplitterte Wahrnehmung der gesellschaftlichen Realität? Braucht es eine Regulierung oder zumindest eine Offenlegung der Filteralgorithmen? Und wie können wir als Nutzer selbst die „Filter Bubble“ zumindest teilweise zum Zerplatzen bringen?

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Wir suchen: 10 Präsidiumsmitglieder (m/w)

Wikimedia Deutschland e.V. sucht ab dem 29.11.2014

 

10 Mitglieder für das ehrenamtliche Kontroll- und Leitungsgremium des Vereins
(Präsidium)

 

Wikimedia Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Förderung Freien Wissens einsetzt. Wir unterstützen Projekte zur Erstellung, Förderung und Verbreitung freier Inhalte. Eines der bedeutendsten Projekte ist Wikipedia, die freie Online-Enzyklopädie. 2004 gegründet, hat der Verein einen rasanten Wachstumsprozess durchlaufen und umfasst heute über 12 000 Mitglieder und eine hauptamtliche Geschäftsstelle mit mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Im Jahre seines 10-jährigen Bestehens steht unser Verein vor wichtigen Weichenstellungen: Im Februar 2014 wurde eine neue Strategie verabschiedet, die es nun mit Leben zu füllen gilt. Zeitgleich werden die Strukturen des Vereins in einem Governance Review einer Prüfung unterzogen und ein neuer geschäftsführender Vorstand gesucht. In all diesen Prozessen wird dem Präsidium eine tragende Rolle zukommen. Das Präsidium ist das ehrenamtliche Leitungs- und Kontrollgremium des Vereins. Jedes aktive Mitglied kann kandidieren. Für die Neuwahlen des Präsidiums auf der 15. Mitgliederversammlung am 29. November 2014 in Berlin werden engagierte Vereinsmitglieder gesucht, die Verantwortung für die weitere Entwicklung des Vereins übernehmen möchten und sich hierfür zur Wahl stellen.

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Podcast „Source Code Berlin“: Hacks and the City zum Mitnehmen

 

Der Podcast für Coder, die sich dafür interessieren, was an Open Source Code in Berlin passiert. Grafik von Sven Sedivy (CC-BY-SA 4.0).

Die Szene um Open Source und die Menschen, die Code schreiben, ist innovativ und mobil. Es gibt gerade in Berlin sehr viele Projekte und Möglichkeiten, zusammen zu arbeiten. So viele, dass es schwer ist, einen Überblick zu bekommen. Der Podcaster Mark Fonseca Rendeiro, vielen bekannt auch als @bicyclemark, führt Interviews zum Thema und stellt einen Audio-Podcast zusammen.

Die Webseite des Projekts mit den Episoden zum Download und zum Abonnieren findet sich unter sourcecode.berlin. Der Audio-Inhalt der ersten Folge ist auch auf Wikimedia Commons zu finden.

Zweiwöchentlich sollen neue Episoden veröffentlicht werden, die sich mit Themen rund um Source Code und Open Source in Berlin beschäftigen. Das heutige Berlin ist ein Magnet für interessante Ideen aus aller Welt geworden. Die erste Episode will einleitend einen breiteren Blick einnehmen und schauen, ob es dafür auch schon historische Bezüge gibt, die Berlin schon früher zu einem Platz der Offenheit und Zusammenarbeit gemacht haben. Aber auch ein Interview mit der Projektmanagerin von Wikidata, Lydia Pintscher, erzählt über die Begeisterung und Vielschichtigkeit von Open Source.

Die kommenden Episoden werden wir Hackerspaces und andere Orte besuchen, an denen Co-Working schon alltäglich ist. Es wird auch gezeigt, wie JavaScript das Internet beeinflusst – weit entfernt von ein paar animierten Schneeflocken. Aber auch andere, teilweise vielleicht etwas versteckte Orte, sollen vorgestellt werden und Codern ganz praktische Tipps geben, was Berlin zu bieten hat. Sei es eine gute Currywurst oder welche Schritte bei einem Umzug in die “Silicon Allee” zu beachten sind.

Da die gebräuchliche Sprache unter Programmiererinnen und Programmierern englisch ist und Berlin immer mehr als internationale Stadt lebt, wird auch der Podcast Source Code Berlin auf englisch veröffentlicht. Wikimedia Deutschland produziert diesen Podcast, um Codern zu helfen, den Source Code von Berlin besser kennenzulernen und Open Content zu entwickeln.

 

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