Geschrieben von raymond



Wikimedia Commons auf der re:publica 2012

1. Seite des PDF
1. Seite des PDF

Auf Einladung von Jan Engelmann war ich drei Tage am Stand von Wikimedia Deutschland auf der re:publica. Es ergaben sich viele wichtige Gespräche über Wikipedia und Wikimedia Commons; u.a. konnte ich einem Entwickler im WissensWert-Projekt “Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons” helfen und lernte den Mitarbeiter des DLR kennen, der die Freigabe der DLR-Fotos unter der cc-by-sa-3.0-Lizenz betreut.

Am 2. und 3. Veranstaltungstag hatte ich dann jeweils Vorträge am Stand über Wikimedia Commons. Diese hatten leicht unterschiedliche Zielsetzungen: Der 1. Vortrag war mehr eine Vorstellung von Wikimedia Commons im allgemeinen und wie man am einfachsten zum Ziel kommt: Passende Fotos für seine eigene Publikation/sein eigenes Blog zu finden (PDF der Präsentation). Leider war dieser Vortrag am späten Nachmittag nicht so gut besucht, trotzdem zeigte sich auch hier, dass a) der Commonscat-Link am Ende der Artikel weitgehend unbekannt ist, b) die Suche in Commons verbesserungswürdig ist. Jan fragte mich noch, was ich mir von der Wikimedia Foundation wünschen würde, hätte ich jetzt 1 Wunsch frei. Nun, es gibt viel zu tun, aber das wichtigste scheinen mir doch maschinenlesbare Metadaten (Urheber, Lizenz, etc.) zu sein. Dann endlich können Tools entwickelt werden, die sauber funktionieren und beispielsweise dem Blogger, der ein Bild von uns nutzen möchte, gute Vorlagen zum Kopieren der Urheber-/Lizenzinformationen zur Verfügung stellen.

Mein Vortrag am 2. Tag lag am Vormittag und hatte mit dem Thema “Wenn die Zeit mal wieder knapp ist: Wikimedia Commons für Bilderprofis” (PDF der Präsentation. Ich bitte um Verzeihung, dass das PDF nicht auf jede lizenztechnische Feinheit eingeht, aber dafür war nicht die Zeit) die Zielsetzung, über klassische Fehler bei der Nachnutzung und die korrekte Form der Nachnutzung zu informieren. Mit 15 Zuhörern hatte ich diesmal ein großes Publikum, das vor allem aus potentiellen Nutzern bestand und die  gezielt Fragen stellten. In vielen Gesprächen im Anschluss an den Vortrag konnten noch Detailfragen geklärt und Wissen vertieft werden.

Fazit: Über die Möglichkeiten von Wikimedia Commons inkl. der korrekten Nutzung ist immer noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.

PS: Gestern Abend, völlig unabhängig von den Vorträgen, erreichte mich eine Frage zu einem meiner Fotos: “Tatsächlich ist es für mich insbesondere auch bei den Lehrbüchern für Piloten, die ich als Autor hauptsächlich verfasse, immer sehr schwierig, die Verwendbarkeit eines Wikipedia Fotos zu beurteilen. Vielfach werden dort Nutzungsbedingungen genannt, die nur die Verwendung im Internet und nicht das Druckmedium berücksichtigen.” Nein, das ist kein verstecktes GFDL-Bashing, sondern O-Ton eines Nutzers.

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Wiki Loves Monuments Köln

Mit freundlicher Genehmigung von Superbass

Der WLM-Stand vor dem Stadtmuseum Köln. Foto: Raimond Spekking/cc-by-sa-3.0
Der WLM-Stand vor dem Stadtmuseum Köln. Foto: Raimond Spekking/cc-by-sa-3.0

Seit 9.00 Uhr heute morgen werkeln wir unter dem Flügelauto von HA Schult vor dem Kölnischen Stadtmuseum an WLM Köln. Die Sonne scheint, herrliches Fotowetter, nur unser Standplatz ist bislang etwas schattig geblieben.

Schon 30 Minuten vor dem offiziellen Start erschienen die ersten Fotografen in ziemlich professioneller Aufmachung. Da lief unser improvisiertes WLan noch gar nicht, mit dessen Hilfe wir den Drucker von mehreren Laptops ansteuern, um die Teilnehmer mit Denkmallisten und Karten auszustatten. Im Laufe des Vormittages kamen rund 50 Leute, von GPS-bewehrten Profis mit Stativhalter am Fahrrad bis zu Familienausflügen mit Kompaktkameras. Einige wurden von wartenden Journalisten abgefangen und bei ihrer Fototour begleitet (u.A. zu hören bei WDR5 Scala, das Kulturmagazin, morgen: 12:00 Uhr).

Die Teilnehmerschaft ist erfreulich bunt hinsichtlich Alter und Geschlecht – verglichen mit der üblichen Wikipedia-Autorenschaft kommen vor allem viele Frauen. Alle werden mit Listen aus der rund 9.600 Denkmäler aus den Stadtteilen, Stiften, Broschüren, Sponsorengutscheinen, Fahrkarten, Brezeln und Produkten eines lokalen Colaherstellers versorgt. Neben WLM kommen wir auch über die Lokalpolitik, die Wikipedia und Bildspenden im Allgemeinen ins Gespräch.

Am frühen Nachmittag wird es etwas leerer am Stand und es gibt Zeit, diese Zeilen zu schreiben und mal die Beobachtungsliste durchzugehen. Ups, da kommt schon wieder einer, ich muss hin… –Superbass 14:45, 25. Sep. 2011 (CEST)

Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Wiki_loves_monuments_2011/Erfahrungen&oldid=94038876

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Museumskonferenz “Communicating the Museum”

Auf Einladung des Veranstalters der Museumskonferenz „Communicating the Museum“ (CTM11) in Düsseldorf waren vom 6. bis 8. Juli 2011 eine internationale Gruppe Wikipedianer, die im GLAM-Bereich aktiv sind, vor Ort und haben in einer Wikipedia-Lounge im Foyer des Robert-Schumann-Saales (der im Museum Kunstpalast integriert ist) mit dem interessierten Fachpublikum gesprochen.

Anwesend waren bis zu 200 Teilnehmer aus aller Welt. Genannt seien hier stellvertretend: Museum of Modern Art, Tate, Louvre, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik, Museum Of Islamic Art (Qatar).

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Communicating_the_museum_conference_-_Wikipedia_booth_%288024%29.jpg
Die Wikipedia-Lounge

Sieben Wikipedianer/Wikimedianer haben die Lounge besetzt: Liam Wyatt (Australien), John Byrne (UK), Gerard Meijssen (Niederlande), Remi Mathis (Frankreich), Alex Hinojo (Spanien), DannyB (Tschechien) und Raimond Spekking (Deutschland). Verstärkung haben wir noch zeitweise erhalten von Alice Wiegand und Achim Raschka (beide im Vorstand von Wikimedia Deutschland) sowie von Jan Engelmann (Leiter Politik und Gesellschaft in der Geschäftsstelle).

Die Wikipedia-Lounge bestand aus mehreren Tischen, Bean bags, Wikipedia/Wikimedia-Aufstellern sowie einem Beamer mit Notebook. Die Haustechniker des Museums hatten uns freundlicherweise einen Switch für Internet zur Verfügung gestellt. Da es kein offenes WLAN für die Kongressteilnehmer gab, wurden die bei uns in der Lounge herumliegenden Ethernet-Kabel gerne in Anspruch genommen, was uns wiederum viele zusätzliche Kontaktmöglichkeiten bescherte. Gerard hat wirklich jeden Besucher unserer Lounge angesprochen, der sich nicht schnell genug wieder abkabeln konnte ;-)

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Communicating_the_museum_conference_-_Liam_Wyatt_presents_Wikimedia_GLAM_%287972%29.jpg
Liam Waytt berichtet über seine
Zeit im BM

Die Konferenz an sich war sehr stark geprägt durch Teilnehmer, die die Öffentlichkeits- und Pressearbeit für ihre Museen machen (siehe Titel: Communicating …). Am ersten Tag hat Matthew Cock vom British Museum (BM) zum Thema „Wikipedia and the British Museum: A love affair?“ von den Erfahrungen berichtet, die das Museum mit dem australischen Wikipedianer Liam Wyatt als „Wikipedian in Residence“ gemacht hat. Danach erzählte Liam Wyatt von seiner Zeit im BM und von seinen GLAM-Aktivitäten.

Liam war im Laufe der drei Tage noch mehrfach auf dem Podium hzw. im Saal, um Fragen zu beantworten.

Vor allem in den Pausen war unsere Lounge gut besucht. Für das internationale Publikum standen GLAM-erfahrene Wikipedianer in 6 Sprachen zur Verfügung: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Niederländisch und Tschechisch. Die Kongressteilnehmer kamen in erster Linie zu uns, um über ihre Artikel in der Wikipedia zu sprechen. Meine deutschen Gesprächspartner hatten u.a. Fragen zu Korrekturen an „ihren“ Wikipedia-Artikeln oder zu den Relevanzkriterien für lebende Künstler. Fast immer konnte ich helfen, nur in einem Fall nicht: Es wurden Fehler im Artikel aufgezeigt: a) ein Kunstwerk sei von einer Leihgabe zu einer Schenkung gewandelt worden und b) eine Jahresangabe dazu stimme nicht. Problem: Weder gab das Museum eine Pressemitteilung zur Schenkung heraus, noch berichteten die lokalen Medien darüber. Zudem verbreitet die Museumswebseite die falsche Jahreszahl auf ihrer Webseite selber. Meine Gesprächspartnerin ging also mit Hausaufgaben nach Hause …

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Communicating_the_museum_conference_-_Wikipedia_booth_%288014%29.jpg
Wikipedianer im Gespräch
mit Kongressteilnehmern

Diese Gespräch nahmen wir natürlich alle zum Anlass, die Museen für eine Zusammenarbeit mit Wikipedia zu begeistern. Konkrete Ergebnisse konnte zumindest ich nicht mit nach Hause nehmen, aber ich weiß schon länger, dass GLAM-Arbeit vor allem im Bohren dicker Bretter besteht.

Wer den englischsprachigen Planeten liest, hat mit Sicherheit schon Beiträge vom Blog-Weltmeister Gerard gesehen. Er hat täglich mehrfach von der Konferenz gebloggt.

Weitere Bilder von der Veranstaltung sind auf Wikimedia Commons zu finden.

Raimond.

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Wikipedianer in der PND-Redaktion der Deutschen Nationalbibliothek

Seit drei Jahren besteht eine Zusammenarbeit zwischen der deutschsprachigen Wikipedia und der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), Standort Frankfurt am Main. Fehlerhafte Daten in der Personennamendatei (PND) oder fehlende individuelle PNDs werden seit November 2005 auf der Projektseite Wikipedia:PND/F von vielen Wikipedianern zusammengetragen und von dort von einem Mitarbeiter der DNB ausgewertet.

Die PND-Redaktion der DNB hatte nun erstmalig einige Wikipedianer zu einem Informationsbesuch in die DNB nach Frankfurt am Main eingeladen. Am 24. November 2008 trafen sich Mathias Schindler, Tim Bartel (Avatar), Daniel Kinzler (Duesentrieb), Christian Thiele (APPER) und Raimond Spekking  (Raymond) mit der PND-Redaktion zu einem Informationsaustausch. Weiterlesen »

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Bericht zur Wikimania

Die Wikimania in Alexandria liegt nun schon wieder einige Zeit hinter mir, der Alltag hat mich eingeholt, und so möchte ich nun meine Eindrücke und Erlebnisse von der Wikimania schildern.

Für mich war es die erste Wikimania überhaupt. Ich flog also voller Vorfreude nach Ägypten, um dort neue Menschen kennenzulernen und altbekannte Freunde zu treffen. Vor allem war ich auf die Menschen gespannt, mit denen ich täglich online zu tun habe.

Die erste Begegnung fand bereits in Kairo statt, wo ich im hoteleigenen Internetcafe den Norweger Jon Harald traf, erkennbar an seinem Wikimania Taipeh T-Shirt. Er ist auch aktiv im Translatewiki, das sich um die Lokalisierung von MediaWiki kümmert.

Schon am Vortag bei der Registrierung im Konferenzzentrum der Bibliotheca Alexendrina war das „Hallo“ groß, als ich Freunde aus Deutschland traf und ich kam auch sogleich ins Gespräch mit Japanern, die ich bisher nur von Wikimedia Commons kannte.

Von der Eröffnungsveranstaltung möchte ich besonders die Rede des Leiters der Bibliothek, Ismail Serageldin, hervorheben, der sich in seiner sehr inspirierenden, wort- und bildreichen Rede „New Paradigms for New Tomorrows“ für die Freiheit des Wissens einsetzte. Diese Rede in Verbindung mit den vielen anderen Gesprächen während der Wikimania machte mir die ungeheure Bedeutung der Wikipedia bewusst; die Verantwortung, die gerade die deutschsprachige Wikipedia mit ihren hohen Qualitätsansprüchen als Vorbild für die Wikipedias in anderen Sprachen hat. Der Zugang zu freiem, enzyklopädisch aufbereitetem Wissen ist die Basis für eine Bildung, die unabhängig von staatlich kontrollierten Schulbüchern und anderen staatlich zensierten Medien macht. Dies ist ein Baustein für eine freiere Welt.

Von den ungefähr 600 Teilnehmern an der Wikimania waren ca. 450 Ägypter, darunter auffallend viele Frauen. Viele der ägyptischen Teilnehmer sind zwar (noch) keine aktiven Wikipedianer, waren jedoch sehr interessiert und haben sich lebhaft an den (viel zu kurzen) Fragerunden nach jedem Vortrag beteiligt. Ich hege die leise Hoffnung, dass die Konferenz wieder ein paar mehr Samenkörner für Freiheit und freies Wissen verstreut hat.

In diesem Zusammenhang ist noch interessant, dass das Sprachenkomitee der Wikimedia Foundation den Antrag auf eine Wikipedia in ägyptisch-arabischer Sprache genehmigt hat. Mit GerardM, Mitglied des Sprachenkomitees, am Omegawiki beteiligt und auch im Translatewiki aktiv, habe ich mich mehrfach intensiv unterhalten. Er legt großen Wert auf eine gute Lokalisierung von MediaWiki in möglichst vielen Sprachen, um die Einstiegshürden für neue Wikipedianer in kleineren Sprachen möglichst niedrig zu halten. Obwohl die deutsche Lokalisierung schon lange sehr gut ist, habe ich diese Gespräche zum Anlass genommen, um weitere Mitarbeiter fürs Translatewiki zu gewinnen.

Die nächsten drei Tage waren ausgefüllt mit einer Vielzahl interessanter Vorträge und Gespräche/Treffen in den Pausen. Endlich lernte ich auch Cary kennen, mit dem ich viel auf Commons und als OTRS-Admin zusammenarbeite, Brion und Tim (MediaWiki-Entwicklern der Wikimedia Foundation) sowie Domas, den MySQL-Experten, die ich bisher auch nur aus dem Chat kannte.

Einen Abend haben wir mit Erik Zachte verbracht. Er wird sich als neuer Teilzeitmitarbeiter der Wikimedia Foundation um statistische Auswertungen kümmern.

Die Party am Abend das letzten Tages war nochmal ein Höhepunkt. Die freiwilligen Helfer der Wikimania haben sie in einer Clubanlage etwas außerhalb von Alexandria veranstaltet. Ägyptischen Tanz- und Musikdarbietungen gingen einem sehr leckerem Bufett voraus. Mit am Tisch saß noch Jay Walsh, ein langjähriger Wikipedianer und seit Januar 2008 Pressesprecher der Wikipedia Foundation. Es gesellte sich noch Jimmy Wales dazu, mit dem ich mich noch kurz unterhielt. Er freute sich vor allem über die vielen deutschen Teilnehmer an der Wikimania.

Ich bin sehr glücklich, dass ich an dieser sehr wichtigen Veranstaltung teilnehmen durfte. Sie hat mir neue Motivation für die weitere Arbeit in der Wikipedia, für MediaWiki und andere Projekte der Wikimedia Foundation gegeben. Auch wenn es sich abgedroschen anhört, so haben mir die internationalen Kontakte die Augen geöffnet, wie lächerlich so mancher Streit um Kleinigkeiten in der deutschsprachigen Wikipedia ist.

Wir haben eine große internationale Verantwortung, lasst sie uns wahrnehmen!

PS: Viele viele Bilder und auch Videos findet ihr auf Wikimedia Commons.

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