Geschrieben von Delphine Ménard



Wikimedia Chapters Assocation und Chapters Dialogue

Gestern wurde der “Chair” von der Wikimedia Chapters Association (WCA) neu gewählt. Die WCA-Mitglieder haben sich für Markus Glaser, den von der Wikimedia-Deutschland-Mitgliederversammlung gewählten WCA-Repräsentanten, entschieden. Wir freuen uns darüber, besonders im Licht der bisherige Arbeit, die von Markus innerhalb der WCA geleistet wurde. Wir wollen uns auch hier bei Fae bedanken, der die WCA als bisheriger Chair durch nicht immer leichte Zeiten so weit gebracht hat.

Berlin 2011 – Wikimedia Conference – Accountability and Legitimacy – Wir waren schon am diskutieren, lass uns weiter daran arbeiten. – von Anna Lena Schiller – CC-BY-SA

Wenn das Präsidium schweigt…

Bis jetzt haben wir, als Präsidium, ein bisschen über das Thema WCA geschwiegen, zumindest an öffentlichen Stellen. Es gibt dafür mehrere Gründen. Erstmal haben wir nach dem Brief der Wikimedia Foundation an die WCA lange und heftig diskutiert, was die WCA angeht. Wollen wir eine Antwort schreiben? Und wenn ja, was für eine Antwort? Da kam eigentlich der erste schwierige Punkt. Wir waren uns nicht einig. Und zwar, gar nicht einig. Einige hätten gerne die WCA langsam verschwinden lassen, anderen hätten eher die WCA weit und stark voran getrieben. Dann die nächste Frage. Wenn weiter, unter welcher Form? Formell und “nach Satzung”? Oder informell und eher “Grassroots”? Dann die nächste, und die nächste. Im Endeffekt haben wir es nicht unter einem Hut bekommen, und deswegen kamen weder einzelne noch offizielle Positionen aus dem Präsidium. Als Gremium ist es eigentlich ziemlich schwierig, sich von dem Schutz einer “offiziellen” und “einzelnen” Position zu trennen. Es gibt wenige Themen, wo wir uns so uneinig sind. Wenn das Präsidium schweigt, heisst es nicht, dass wir keine Meinung haben. Manchmal eher ganz das Gegenteil.

Also, keine offizielle und einzelne Position vom Präsidium zur WCA selbst. Dafür eine Menge Ideen und, am wichtigsten, eine Richtung, über die wir uns einig sind. Ob durch die WCA oder auf andere Art und Weise wollen wir, dass Wikimedia Deutschland die Zusammenarbeit der Chapters weiter unterstützt. Wir sind davon fest überzeugt, dass die nationalen Wikimedia-Organisationen das Herz der Diversität unserer Bewegung sind. Verschiedene Kulturen, verschiedene Ansichten, verschiedene Erfahrungen, wie man Freies Wissen verbreitet, verteidigt und fördert, sind wichtig. Die wollen wir unterstützen. Die Chapters sollten sich weiter entwickeln, sich organisieren und ihre Zusammenarbeit mit den Communities, der Wikimedia Foundation sowie untereinander weiter verstärken.

Chapters Dialogue

Wie es genau aussehen wird, ist uns nicht ganz klar, da es so viele verschieden Wege zu probieren sind. Man darf aber nicht vergessen, dass Wikipedia sich nach dem Motto “Sei mutig” entwickelt hat. Also wir werden mutig sein, und verschiedene Wege probieren.

Der erste Weg zur weiteren Unterstützung der Chapters heißt “Chapters Dialogue“. Damit wollen wir im Voraus daran arbeiten, mit den Chapters (oder eher, den Menschen in den Chapters) zu sprechen, um heraus zu finden, was sie denken, fühlen und brauchen. Wir werden weit und breit Fragen stellen, sie zusammen fassen, und daran arbeiten, dass ein konkretes Bild entsteht, mit dem Wikimedia in Richtung der weiteren Entwicklung arbeiten kann. Dieses Projekt wird von Nicole Ebber begleitet und von ihr in die nächste Wochen hier und in anderen Stellen vorgestellt. Für die Ausführung suchen wir eine externe Person aus Wikimedia-Organisationen oder -Communities und werden diese Position entsprechend ausschreiben. Eine enge Arbeit mit der Research Gruppe der WCA wird sicher entstehen.

Was die WCA angeht: Wikimedia Deutschland ist weiter Mitglied und arbeitet weiter mit. Wir werden unseres Bestes machen, um die Idee zu unterstützen, aber lassen uns die Freiheit, genug Information zu sammeln, um allen Beteiligten die Entscheidung leichter zu machen, wie genau die internationale Zusammenarbeit innerhalb Wikimedia aussehen wird. Bis wir so weit sind, gibt es schon mehrere Stellen, wo man mitarbeiten kann, wie zum Beispiel einen Prozess entwickeln, wie Chapters “Peer Review” üben können. Die Chapters brauchen eure Ideen. Los!

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WissensWert-Jurysitzung: Der Wert des Austauschs

Was ich an dieser ganzen Wikimedia-Welt liebe ist, dass es immer wieder Überraschungen gibt. Die letzte dieser Überraschungen war die Jurysitzung von WissensWert-Wettbewerb, die am letzten Mittwoch in Berlin stattfand. Kurz gesagt: Ich kannte in der Jury niemanden. Es ist nicht immer leicht, wenn man neue Leute “freiwilligt” an einem solchen Gremium zu arbeiten, die richtige Stimmung zu finden. Man tagt nur ganz kurz und in wenigen Stunden muss man sich einigen, welches die besten Projekte sind. Wir hatten 4 (vier!) Stunden, um durch 30 Projekte durch zu gehen. Wir hatten schon vorher Punkte für anhand verschiedener Kriterien verteilt und haben bei der Sitzung aufgrund dieser ersten und persönlichen Einschätzung diskutiert.

Und diskutiert haben wir reichlich! Aber in so einer Art, die ich mir bei Wikimedia öfter wünsche: Vernünftig, respektvoll, lustig auch, seriös und konstruktiv. Diese Sitzung war einfach toll!

Die WissensWert-Juroren kommen aus alle mögliche Ecken, und die Bereicherung bei den Gesprächen war einfach klasse. Wir waren uns oft nicht auf Anhieb einig, was spezifische Projekte angeht. Aber in der Diskussion hatten wir Gelegenheit, uns alle Projekte in so vielen Details wie möglich und von allen Richtungen anzukucken. Kulturblickwinkel, Wikimediablickwinkel, Aktivismusblickwinkel, Projektmanagementblinkwinkel – so viele Richtungen, in die wir alle gegangen sind, um einander zu verstehen und Projekte mit neuen Augen zu begreifen. Herzlichen Dank dafür an die anderen Juroren und Jurorinnen, das hat wirklich Spaß gemacht!

Der Konsens hat sich ganz natürlich gefunden, und am Ende waren die Ergebnisse da! Die bekommt ihr aber erst am 15. Dezember, wenn der ganze Prozess abgeschlossen ist. In der Zwischenzeit könnt ihr euer Lieblingsprojekt für den Publikumspreis (Übersicht aller Projekte) wählen. Und glaubt ihr mir, es gibt eine Menge Projekte, die eure Lieblingsprojekte sein könnten!

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Auf dem Weg zur neuen Verantwortungsstruktur

Die Zeit vergeht. Die letzte Mitgliederversammlung hat die Satzung geändert. Was schon viel Arbeit auf dem Papier (na gut, im Wiki) war, ist auch viel Arbeit im realen Leben, denn mit ihrem Inkrafttreten am 19. November 2011 wird sich die Struktur unseres Vereins stark verändern.

Dieser Post ist der erste einer „Blog-Serie“, deren Ziel es ist, diesen Änderungprozess zu begleiten, ihn zu erklären, Fragen zu stellen, Kommentare anzuregen. Für die Begleitung dieser Änderungen sind aus dem derzeitigen Vorstand Michail Jungierek, Sebastian Wallroth, Attila Albert und ich, Delphine Ménard, verantwortlich.

Zuerst will ich einen Überblick geben, was alles zu tun ist, damit die Satzungsänderung tatsächlich wirksam werden kann.

Geschäftsordnungen anpassen

Die größte Neuerung liegt darin, dass der heutige ehrenamtliche Vorstand zum ehrenamtlichen Präsidium umgewandelt wird. Wie zuvor wird auch das Präsidium direkt von den Mitgliedern des Vereins gewählt. Die Funktion des Vorstands übernimmt zukünftig hauptamtlich der bisherige Geschäftsführer des Vereins. Die Idee dahinter ist, Verantwortung und persönliche Haftung von Ehrenamtlichen zu Hauptamtlichen zu verschieben. Ein umfangreiche Darstellung und Begründung für dieses Konzept findet sich im Online-Forum (einmalige kostenlose Anmeldung erforderlich).

Damit die neue Struktur auch gelebt werden kann, müssen die Ordnungen des Vereins, die Vorstand oder Geschäftsführer berühren, geändert werden. Das betrifft insbesonders die folgenden Themen:

Einige brauchen nur eine redaktionelle Überarbeitung (da, wo z. B. nur „Vorstand“ in „Präsidium“ geändert wird). Andere müssen stark überarbeit oder komplett neu geschrieben werden, damit sie mit der neuen Satzung in Einklang stehen.

Die erste Bearbeitung erledigt Michail als unser „Satzungsguru“ im Vorstand. Er wird sie in den nächste Wochen ins Online-Forum stellen, damit alle Mitglieder sie prüfen und uns helfen können, sie verständlicher und vollständig zu machen.

Vorbereitung der nächsten Wahl

Die nächste Wahl wird die erste sein, bei der die Mitgliederversammlung keinen Vorstand wählt, sondern ein Präsidium. Das spannende an der Sache ist, dass, obwohl die inhaltliche Verantwortung der Präsidiumsmitglieder sich nicht wirklich verändert (es geht immer noch darum, die strategische Richtung des Vereins zu entscheiden), die rechtliche Haftung aber stark verringert sein wird, und dabei der Druck hoffentlich auch. Meine Hoffnung ist, dass sich auch deswegen mehr Vereinsmitglieder für ein Engagement im Präsidium interessieren und die Chance nutzen werden, unseren Verein vorwärts zu bringen. Das Präsidium besteht aus dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schatzmeister sowie bis zu sechs Beisitzern. Die neue Satzung sieht auch vor, dass zwei Kassenprüfer sowie zwei stellvertretende Kassenprüfer gewählt werden. Eine Menge Rollen, in denen man sich für den Verein engagieren kann.
Für die, die überlegen, zu kandidieren, aber nicht sicher sind, was das genau bedeutet, welche Arbeit dahinter steckt und wie die Erwartungen sind, haben wir die häufigsten Fragen und Antworten darauf aufgelistet, die Liste kann nach euren Wünschen ergänzt werden.

Über diese verschiedenen Aspekte zur Wahl werden wir in den nächsten Wochen sprechen und schreiben. In dieser Blog-Serie wird Pavel erklären, was er von der neuen Strukturierung erwartet, Sebastian Moleski über die Rolle des neuen Präsidium schreiben und Michail die Stichpunkte der Änderungen von Geschäftsordnungen vorlegen und zur Diskussion bringen. Zusammen werden wir versuchen, alle Fragen zu beantworten, sowohl hier als auch im Online-Forum – und wir alle hoffen auf viele interessante Kandidaten für das neue Präsidium.

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Vorstandsklausur im Taunus

Steinbach im Taunus liegt im flachen Taunus. Obwohl ich seit fünf Jahren im Taunus wohne, hatte ich keine Ahnung, dass der Taunus so flach sein könnte. Der Vorstand kam genau zur gleichen Zeit wie der erste Schnee. Wir hatten uns in der Bildungsstätte Steinbach einquartiert. Wir waren fast alleine in diesem riesen Gebäude, zusammen mit alten Fahnen von Gewerkschaften (ich kann mich nur an die Steinarbeiter errinern…) und komischen Pappleuten, die dem Ganzen ein bisschen Leben gaben.

Erster Schnee heißt auch, dass es zu kalt war, um draußen zu bleiben, und es eigentlich ganz gemütlich war, im Tagesraum zu sitzen und zu arbeiten. Was wir auch reichlich gemacht haben.

Operative Kernziele und Maßnahmen

Warm ging es am Samstag früh los, nach einem gemeinsamen Abendessen am Tag vorher. Die Tagesordnung war, wie immer bei der Klausuren, voll. Diese fing mit Pavels Vorstellung der operativen Kernziele und Maßnahmen an. Der Prozess wurde in der Geschäftsstelle begonnen, wo alle Mitarbeiter sich zusammengesetzt hatten, um Ideen und Schwerpunkte für das Jahr 2011 zu entwickeln. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit wurde uns in der Form von einzelnen Projekte vorgestellt und den Zielen, die sie erreichen sollen. Wir haben da die üblichen Verdächtigen wie die Zedler-Medaille, das Support-Team-Treffen oder die Intensivierung des Schulprojekts und Silberwissens, aber auch ein paar spannende, ganz neue Ideen wie die Fortsetzung von WissensWert, das Projekt RENDER und eine Menge Projekte rund um das zehnjährige Jubiläum von Wikipedia. Diese werden am 15. Januar beginnen und das ganze Jahr hindurch laufen. Besonders interessant fand ich die Aussage, dass die Mitarbeiter dieses Jahr in ihrer Projektplanung auch die Aufgabe hatten, sich darüber Gedanken zu machen, wie Freiwillige sich an ihren Projekten beteiligen werden. Es ist hoch spannend zu bemerken, dass ohne Freiwillige irgendwie gar nichts geht, wenn wir wirklich erfolgreich werden wollen.

Haushaltplan

Der zweite Teil war voll Ziffern, als wir den Haushaltplan durchgegangen sind. Ich werde dazu nicht viel sagen, da Pavel in den nächsten Tagen das Ergebnis unserer Diskussionen veröffentlichen wird. Als Bemerkung will ich nur darauf hinweisen, dass es auch hochspannend ist, das Wachstum von unseren Vereinsfinanzen zu beobachten. Das Fundraising hat bis heute schon 50 % mehr als das vom letzten Jahr eingebracht … Was die Zukunft für uns bereit hält, ist noch unklar, aber trotzdem voll Möglichkeiten. Es ist auch ehrlich sehr schwierig, sich im November hinzusetzen und einen Haushaltsplan zu erarbeiten, wenn wir, im Gegenteil zu anderen Organisationen, die genauen Einahmen vom Jahr 2010 nur erahnen können. (Der Fundraiser ist nur halb durch und die Hälfte des Geldes, das wir virtuell „ausgegeben“ haben, ist noch theoretisch.)

Rechtsetzung

Wir haben dann darüber gesprochen, ob und wie Wikimedia Deutschland sich zur Rechtssetzung äußern sollte. Wir sind am Anfang unserer Überlegung, ob und wenn ja, dann wie, Wikimedia Deutschland die Klärung offener Rechtsfragen aktiv unterstützen sollte. Eine schwierige Frage, für die wir noch viel Zeit brauchen werden, um eine umfangreiche, aber auch sehr klare Position zu entwickeln, die im Sinne des Vereins und wichtiger, im Sinne freier Lizenzen sein kann.

Satzungsänderung und außerordentliche MV

Wir haben uns abschließend über die Satzungsänderungen unterhalten und über den Vorschlag der AG Verantwortungsstruktur diskutiert. Zunächst muss ich sagen, dass der Konsenz war, dass die AG einen sehr guten Job gemacht hat, die Fragen, die ihr gestellt wurden, zu beantworten. Dennoch haben wir ein paar Dinge besprochen, die aus unseren Erfahrung heraus vielleicht geklärt sein sollten. Diese werden wir im Forum vorschlagen. Wir brauchen aber viel mehr Feedback von unseren Mitglieder auf die bis jetzt vorgeschlagene Satzungsänderung, da die vorgesehenen Änderungen eine echte andere Struktur des Vereins schaffen werden.

Geschäftsführerbewertung und -vergütung

Am Sonntag haben wir mit den Ergebnissen der Arbeitsgruppe Geschäftsführung angefangen. Deren Auftrag war sich Gedanken darüber zu machen, welche Rahmenbedingungen man entwickeln könnte um die Vergütung des Geschäftsführer für jetzige und künftige Vorstände, sowohl als für den Geschäftsführer, nachvollziehbar zu machen.
Bei diesem Thema ist es extrem interessant festzustellen, dass – obwohl das Spektrum der Vergütung sowohl im öffentlichen Dienst als auch im privaten Sektor eher bekannt sind (Es gibt eine Menge von Dokumenten und Artikeln, die darüber berichten.) – für die Vergütung von Führungskräften im Non-Profit-Sektor keine ordentlichen Vergleichszahlen vorliegen, was eine zusätzliche Herausforderung für die Arbeitsgruppe bedeutet.

METIS

Am Sonntag hat Achim dem Vorstand eine Zusammenstellung von Fakten und Argumenten zum Thema METIS präsentiert. Eine sehr interessante SWOT-Analyse. Nach der Präsentation waren wir alle genauso gespalten wie vorher. In der Diskussion wurde deutlich, dass wir eine Entscheidung dazu nur gemeinsam mit der Community treffen können. Daher haben wir beschlossen, die Diskussion in der Wikipedia aufzugreifen, aktiv zu begleiten und bei Bedarf externe Fachleute und Know-How einzubinden. Das Thema ist viel zu komplex, um schnell eine Position zu entwickeln.

Beziehung Vorstand–Geschäftstelle

Das letzte Thema auf unserer Agenda was die Fortsetzung einer Diskussion, die wir schon auf der letzten Klausur angefangen haben: Wie man die Beziehung zwischen Geschäftsstelle und Vorstand am besten definiert. Die Rolle des Vorstands hat sich in den letzten Jahren stark geändert, während sich auch die Geschäftsstelle stark entwickelt hat. Wie gehen wir damit um? Wie stellen wir sicher, dass sowohl Vorstände und Mitarbeiter der Geschäftsstelle einen gemeinsamen Arbeitsgrund finden, was Frustration (auf beiden Seiten) verhindert, und Synergie fördert? Schon wieder ein langfristiges Thema, und auch spannend, da die Art und Weise kollaborativer Arbeit, die man in einem Wiki findet, nicht immer angemessen für Beziehungen im realen Leben ist.

Das war es. Der Schnee war am Sonntag wieder weg. Ich habe alle anderen auf dem S-Bahn-Gleis verabschiedet und habe mich wieder auf den Weg gemacht in meinen hügeligen Teil des Taunus.

(vielen Dank an Maria, Jürgen et al. für die grammatikalische Korrektur!)

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Meldungen aus dem Wikimedia-Universum September 2010

Der Sommer – Hatten wir einen Sommer? – geht zu Ende und Wikimedia macht weiter. Es gibt von so vielen Veranstaltungen, Initiativen und Ideen zu berichten, dass ich nicht mehr weiß, wo ich anfangen soll.

Fangen wir daher nicht am Anfang der Veröffentlichungen an, sondern versuchen wir ein bisschen Chronologie zu behalten, mit alten Berichten, die neulich erschienen sind. Sue Gardner, Executive Director der Wikimedia Foundation, hat ihre Berichte an das Kuratorium der Foundation veröffentlicht, und zwar die von Februar, März, und Juli 2010. Es fehlen noch April bis Juni, die später kommen sollen. Die Berichte findet man hier:  Februar/März und Juli.

Rund um die Welt bewegt sich viel, nämlich …

Wiki-Conference New York

Ende August fand die Wiki-Conference New York statt, mit den Keynote-Speakers Clay Shirky und Sue Gardner. Es ist über alle Wikimedia-Projekte gesprochen worden, und auch über die Wikimedia Foundation und ihre strategische Planung. Es gab auch eine Open Space session und lightning talks. Clay Shirkys Keynote kann man sich hier anschauen und über sein letztes Buch ein Book report vom Signpost lesen.

Diskussion über “Community vs. centralized development” für Mediawiki

Für die Techniker unter uns hat eine sehr interessante Diskussion auf der Wikitech-Mailing-Liste stattgefunden, die sogar ich verstanden habe ;). Es hat mit diesem Post von Aryeh Gregor angefangen, der die Frage stellte, wie die Entwicklung von Mediawiki weiter gehen sollte, und wie die Community in den Entwicklungsprozess integriert werden könnte. Besonders interessant war die Antwort von Danese Cooper, CTO der Wikimedia Foundation, die ihren Plan für die (Re)Strukturierung des technischen Bereichs schilderte. Wer Lust hat, kann den ganzen Thread in den Archiven lesen, echt lesenswert.

Bücherwürmlein im neuen Video über Wikipedia Autoren

Wikipedia-Videos

In den letzten Tagen hat die Wikimedia Foundation vier Videos veröffentlicht. Die Videos zeigen verschiedene Wikimedianer. Hoffentlich werden sie dem Publikum helfen, uns besser zu verstehen. Wer alle Mitglieder von Wikimedia Deutschland in den Videos findet, gewinnt … die Ehre, sie gefunden zu haben ;)

Chapters Grants

Die Wikimedia Foundation hat bekannt gegeben, welche Zuwendungen im Jahr 2010 von der Wikimedia Foundation an Wikimedia Chapter ausgeschüttet werden. Das Programm „Chapter Grants“ erlaubt existierenden oder angehenden Chaptern, Initiativen zu präsentieren, die von der Foundation finanziert werden können. In diesem Jahr werden 15 Initiativen finanziert. Besonders interessant sind dabei die Teilnahme von Wikimedia CH an dem EU-geförderten TAO-Projekt, an dem Wikimedia Deutschland ebenfalls beteiligt ist, ein von Wikimedia Ungarn, der sich mit bereits bestehenden Fotowettbewerben verbindet und Fotos unter einer freien Lizenz prämiert, und die dritte Edition vom WM-NYC Internship Program, das es Praktikanten ermöglicht, für Wikimedia NYC Initiativen mit lokalen Institutionen fortzuführen.

Eine Million Artikel auf der französischen Wikipedia

Es ist soweit! Nach der englischen und der deutschen, hat die Wikipedia auf französisch den Einmillionsten Artikel erreicht [fr]. Die französische Wikipedia wächst heute mit 300 bis 400 Artikeln pro Tag, rund 800 neue Autoren nehmen an dem Projekt monatlich teil. Die nächsten Wikipedias, die diese Meilenstein erreichen werden, sollten die polnische und die italienische sein, die heute rund 730 000 Artikel haben.

GLAM-Wiki in Europa

Nach der ersten, sehr erfolgreichen Edition in Canberra, Australien in 2009, wird die Konferenz „GLAM-WIKI“ (GLAM steht für Galleries, Libraries, Archives and Museums) mit zwei neuen Editionen in London in November und in Paris in Dezember statt finden, organisiert von Wikimedia UK und Wikimédia France.

Wusstest du?

  • Man kann jetzt alle Berichte und Nachrichten aus allen Ecken der Wikimedia-Welt über die Liste WikimediaAnnounce bekommen. (N.B. Einige alte Listen wurden geschlossen, um die Infos besser zu zentralisieren, prüfe also deine Abonnements!)
  • Cyn Skyberg, ehemaliger Vice President of Partnerships von Linden Labs (Second Life), wurde als Chief Talent and Culture Officer bei der Wikimedia Foundation eingestellt.
  • Die Wikimedia Foundation hat IRC Office Hours, in denen die Angestellten der Foundation eine Stunde mit interessierten Wikimedianern diskutieren. Agenda und Logs von vergangenen Sessions findet man auf Meta.

(und wie immer, vielen Dank an Alice für die grammatikalische Korrektur!)

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Meldungen aus dem Wikimedia-Universum Juli 2010

Wie immer im Wikimedia Universum, es bewegt sich eine Menge. Nicht nur für Wikimedia Deutschland, das sich auf das Sommercamp des Schulprojekts vorbereitet, sondern auch auf internationaler Ebene. Da es ein Infrastruktur-Ressort Wikimedia International gibt, das mit Alice Wiegand, Sebastian Moleski und mir besetzt ist, haben wir uns überlegt, so oft und regelmäßig wie möglich darüber zu berichten, was auf internationaler Ebene bei Wikimedia passiert.

Banner Wikimania Danzig - Airwolf, CC-BY-SA 3.0

Gerade laufen die Vorbereitungen zur Wikimania, der internationalen Wikimedia Konferenz, die dieses Jahr in Danzig stattfindet. Dort werden Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstands anwesend sein, und hoffentlich auch deutsche Community-Mitglieder. Wir werden nach der Konferenz einen kleinen Bericht schreiben, in dem wir euch die Highlights mitteilen.

Aber Wikimania ist nicht das einzige, was die internationale Community beschäftigt. Auf Foundation-Ebene sollte sich man mindestens zwei Sachen merken, die in die letzte Wochen passiert sind.

Erstens, nach langen Debatten um das Löschen und Behalten von „Sexual Implicit Images“ [Darstellungen sexuellen Inhalts] auf Commons und der Mailingliste foundation-l, hat das Board der Wikimedia Foundation eine Resolution zum Thema veröffentlicht. Das Board beauftragt die Geschäftsführerin Sue Gardner, Empfehlungen zu entwickeln, wie mit kontroverse Inhalte auf der Wikimedia Projekte definiert werden können und wie mit ihnen umgegangen werden kann. Diese Empfehlungen soll sie mit der Hilfe der Wikimedia Community, aber auch der Hilfe externe Experten entwickeln, mit dem Ziel, potentielle editorielle oder technische Änderungen beizubringen. Neben der Resolution des Boards gibt es eine FAQ, die das Ganze erklärt.

Zweitens hat die Wikimedia Foundation ihre Jahresplanung (pdf) öffentlich gemacht. Der bezieht sich auf den strategischen Plan, der mit der gesamten Community auf dem Strategy Wiki entwickelt wurde. Der Jahresplan sieht über 40 zusätzlichen Stellen vor (siehe Seite 23 vom pdf), und das Gesamt-Budget verdoppelt sich, die Einnahmen werden mit über 20 Millionen Dollar geplant. (siehe u.a. Seiten 12, 18 und 38 vom pdf). Zur Jahresplanung gibt es auch eine FAQ.

Auch wurde, während wir diese kleinen Neuigkeiten aus dem internationalen Raum bereitstellen, sodass ihr eine Idee bekommt, was anderswo passiert, der Bericht aus der Geschäftsstelle ins Englische übersetzt und auf die „chapters reports“-Mailingliste geschickt. Wikimedia Deutschland wird das zukünftig für jeden Bericht machen, damit auch andere Chapters und alle Beteiligten im Wikimedia-Universum verfolgen können, was der Verein tut.

(vielen Dank an Alice für die grammatikalische Korrektur!)

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