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	<title>Wikimedia Blog &#187; Marcus Cyron</title>
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	<description>Neues aus dem Wikimedia-Universum</description>
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		<title>Archäologie und Politik &#8211; und ein bischen Wikipedia</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 17:24:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Cyron</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und da dachte ich im September, ich hätte alle wichtigen Veranstaltungen des Jahres hinter mir. Aber wie schon im September verschaffte mir erneut die Gerda Henkel Stiftung einen &#8220;Außeneinsatz&#8221;. Ich war eingeladen zur &#8220;Gerda Henkel Vorlesung&#8221;, die mit Hermann Parzinger der wohl hochrangigste deutsche Kulturbeamte hielt. Thema war &#8220;Archäologie und Politik. Eine Wissenschaft und ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.wikimedia.de/2011/09/16/die-sache-mit-der-deutungshoheit/">Und da dachte ich im September</a>, ich hätte alle wichtigen Veranstaltungen des Jahres hinter mir. Aber wie schon im September verschaffte mir erneut die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerda_Henkel_Stiftung">Gerda Henkel Stiftung</a> einen &#8220;Außeneinsatz&#8221;. Ich war eingeladen zur &#8220;Gerda Henkel Vorlesung&#8221;, die mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Parzinger">Hermann Parzinger </a>der wohl hochrangigste deutsche Kulturbeamte hielt. Thema war &#8220;Archäologie und Politik. Eine Wissenschaft und ihr Weg zum kulturpolitischen &#8216;Global Player&#8217;&#8221;. Hier sprach der vormalige Präsident des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Arch%C3%A4ologisches_Institut">Deutschen Archäologischen Instituts</a> und heutiger Präsident der<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stiftung_Preu%C3%9Fischer_Kulturbesitz"> Stiftung Preußischer Kulturbesitz</a> nicht zuletzt auch aus eigener Erfahrung von den politischen Dimensionen der Archäologie in Vergangenheit, Gegenwart und ein wenig auch der Zukunft.</p>
<p>Wie so oft bei derartigen Veranstaltungen war der Vortrag zwar sehr interessant und gerade auch für mich von großem Interesse, doch noch Interessanter waren die vielen Gespräche rund um die Veranstaltung. Vor allem unterhielten ich und Lyzzy, die mich begleitete, mit Vertretern der Stiftung. Für<a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/"><em> L.I.S.A.</em> &#8211; Das Wissenschaftsportal der Gerda <em>Henkel</em> Stiftung</a> wird Lyzzy beispielsweise demnächst als Interviewpartner zur Verfügung stehen. Insgesamt wurde einmal mehr deutlich, daß die Mitarbeiter der Stiftung ehrliches Interesse an der Wikipedia und ihren Mitarbeitern haben. Vielleicht erwächst daraus ja noch die eine oder andere Zusammenarbeit.</p>
<p>Ein persönlicher Höhepunkt war für mich natürlich das Gespräch mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Walter">Uwe Walter</a>, der in seinem Blog <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/antike/default.aspx?PageIndex=3">Antike und Abendland</a> vor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WtA">Wikipedia trifft Altertum</a> einen sehr wohlwollenden Beitrag verfasst hatte. Sehr spannend waren seine Sichtweisen zum Paradigmenwechsel in seinem Fach, das nach seiner Meinung schon zu starken Veränderungen geführt hat. Und das durchaus nicht zum Schlechtesten.</p>
<p>Am folgenden Tag nutzte ich die Gelegenheiten, die sich mir boten. Zunächst besuchte ich in Bonn das <a href="http://www.aegyptisches-museum.uni-bonn.de/">Ägyptische Museum der Universität Bonn</a> sowie das <a href="http://www.antikensammlung.uni-bonn.de/">Akademische Kunstmuseum, die Antikensammlung der Universität Bonn</a>. Am Abend folgte die Teilnahme am Kölner Stammtisch, meinem immer noch liebsten Stammtisch im Wikimedia-Universum. Neben dem Treffen mit vielen lieben alten Bekannten konnte ich auch endlich die Legende, das &#8220;Phantom&#8221; ;) Tsor kennen lernen. Der Sonnabend brachte noch eine Arbeitssession bei Elya und Raymond, bei der wir das weitere Vorgehen bei den GLAM-Projekten in der deutschsprachigen Wikipedia besprachen. Abschluss meiner &#8220;Dienstreise&#8221; war der Besuch des <a href="http://www.hannover.de/kestner/">Museum August Kestner</a> in Hannover, das praktischerweise an meinem Rückweg lag. Dort war der vorletzte Tag der Sonderausstellung <a href="http://www.hannover.de/kestner/aktuell/lost.html">Lost! Die Ägypten-Sammlung und ihre (Kriegs-)Verluste</a>, die ich mir nicht entgehen lassen wollte, immerhin konnte ich den Kurator Christian E. Loeben bei &#8220;Wikipedia trifft Altertum&#8221; kennen lernen.</p>
<p>Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Dinge man in so wenig Zeit tun kann.</p>
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		<title>GLAM in der Wikipedia</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 16:48:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Cyron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Freies Wissen]]></category>
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		<description><![CDATA[Irgendwie begann es im Herbst 2007 mit der Zusammenarbeit von Wikimedia Deutschland mit dem Bundesarchiv. Die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Wikipedia beziehungsweise den Mitarbeitern der Wikipedia wurde auf eine neue Ebene gehoben. und das Schöne &#8211; dabei profitierte nicht nur die Wikipedia. Weitere Projekte folgten, so mit der Deutschen Fotothek oder dem Tropenmuseum Amsterdam. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie begann es im Herbst 2007 mit der <a href="http://outreach.wikimedia.org/wiki/Fallstudie_Bundesarchiv">Zusammenarbeit von Wikimedia Deutschland mit dem Bundesarchiv</a>. Die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Wikipedia beziehungsweise den Mitarbeitern der Wikipedia wurde auf eine neue Ebene gehoben. und das Schöne &#8211; dabei profitierte nicht nur die Wikipedia. Weitere Projekte folgten, so mit der Deutschen Fotothek oder dem Tropenmuseum Amsterdam. In anderen Ländern ging man andere Wege. So wurde im Juni 2010 der Australier Liam Wyatt &#8220;Wikipedian in Residence&#8221;, also <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GLAM/BM">wikipedianischer Mitarbeiter des British Museum in London</a>. Seitdem konnten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GLAM/Projects">diverse weitere Projekte</a> durchgeführt werden, insbesondere sind sicher Zusammenarbeiten mit dem <a title="Wikipedia:GLAM/Château de Versailles" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GLAM/Ch%C3%A2teau_de_Versailles">Château de Versailles, </a>der British Library, dem Israel Museum, Jerusalem, dem Museum of Modern Art oder der Smithsonian Institution zu nennen. Mittlerweile wurden Projekte unter dem Label &#8220;GLAM&#8221; auf drei Kontinenten durchgeführt. GLAM steht dabei für &#8220;Galleries&#8221;, &#8220;Libraries&#8221;, &#8220;Archives&#8221; und &#8220;Museums&#8221;.</p>
<p>Im DACH-Raum, Deutschland, Österreich und der Schweiz, hinken wir der internationalen Entwicklung mittlerweile etwas hinterher. Um diesem Umstand etwas aktiver entgegen zu treten, gibt es seit gestern in der deutschsprachigen Wikipedia ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GLAM">GLAM-Projekt</a>, das neben den Vereinen Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia CH als zentraler Anlaufpunkt sowohl für Interessierte in den Projekten wie auch für Interessierte aus Museen, Archiven und so weiter dienen soll. Packen wir es zusammen an!</p>
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		<title>Die Sache mit der Deutungshoheit</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 00:34:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Cyron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere Konferenzen]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute ging die für mich wohl letzte größere Veranstaltung des Jahres zu Ende. Nach Wikipedia trifft Altertum im Juni in Göttingen, der Ständigen Ägyptologenkonferenz im Juli in Leipzig, der Wikimania im August in Haifa und der WikiConvention letztes Wochenende in Nürnberg nun am 14. und 15. September .hist 2011 – Geschichte im digitalen Wandel an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ging die für mich wohl letzte größere Veranstaltung des Jahres zu Ende. Nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedia_trifft_Altertum">Wikipedia trifft Altertum</a> im Juni in Göttingen, der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndige_%C3%84gyptologenkonferenz">Ständigen Ägyptologenkonferenz</a> im Juli in Leipzig, der <a title="Wikimania" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikimania">Wikimania</a> im August in Haifa und der <a title="WikiConvention" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiCon">WikiConvention</a> letztes Wochenende in Nürnberg nun am 14. und 15. September <a href="http://www2.hu-berlin.de/historisches-forschungsnetz/tagung/index.php?conference=hist2011&amp;schedConf=hist11">.hist 2011 – Geschichte im digitalen Wandel</a> an der Berliner Humboldt-Universität.</p>
<p>Dank einer Einladung der <a title="Gerda Henkel Stiftung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerda_Henkel_Stiftung">Gerda Henkel Stiftung</a> konnte ich als Vertreter der Wikipedia an der Veranstaltung teilnehmen &#8211; an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön nach Düsseldorf. Die Stiftung war über ihr Webportal <a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/blog.php?nav_id=665">L.I.S.A.</a> gemeinsam mit <a href="http://www.clio-online.de/">Clio online</a>, <a href="http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/">H-Soz-u-Kult</a> und dem <a href="http://www.geschichte.hu-berlin.de/">Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität</a> Organisator und Ausrichter der zum dritten mal durchgeführten Tagung, an der mehr als 100 Personen, meist Historiker, teilnahmen. Das Programm war im doppelten Wortsinne gemischt. Auffällig war die starke Technik-Lastigkeit, die man bei einer derartigen Veranstaltung nicht wirklich erwartet hätte. Das machte das Folgen, insbesondere bei den sogenannten Werkstattberichten, für Technikmuffel wie mich nicht immer leicht. Neben der Begrüßung, der Keynote von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_M%C3%BCnker">Stefan Münker</a> zum Thema &#8220;Jenseits der Technik. Zum Status quo des digitalen Wandels&#8221; waren die beiden Podiumsdiskussionen am Ende der beiden Tage die zentralen Anlaufpunkte für alle Teilnehmer. Sonst war die Tagung in vier Sektionen unterteilt, zu denen jeweils parallel auch Werkstattberichte veranstaltet wurden. Ich möchte das hier nicht alles im einzelnen wieder geben, weiter oben ist das Tagungsprogramm verlinkt. Interessant waren für mich vor allem die Informationen zu den realen Projekten. Ich möchte hier ein paar zumindest einmal nennen:</p>
<p>* <a href="http://www.digiberichte.de/"><span style="font-family: VERDANA,ARIAL,HELVETICA; font-size: small;">www.digiberichte.de</span></a> &#8211; eine digitalisierte Edition von Reiseberichten aus dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit</p>
<p>* der <a href="http://www.uni-leipzig.de/unigeschichte/professorenkatalog/">Professorenkatalog der Universität Leipzig</a></p>
<p>* <a href="http://pdr.bbaw.de/">Repositoriums für biografische Daten historischer Personen des 19. Jahrhunderts</a> &#8211; eine Datenbank zur Sammlung und Strukturierung von Personen des 19. Jahrhunderts</p>
<p>* <a href="http://www.deutschestextarchiv.de/">Deutsches Textarchiv</a> Digitalisierung eines disziplinübergreifenden Kernbestandes deutschsprachiger Texte aus der Zeit von ca. 1650 bis 1900 nach den Erstausgaben</p>
<p>Weil mich die Praxis naturgegeben mehr interessiert, war ich zumeist in den Werkstattgesprächen. Einzig im vierten und letzten Block war ich in den Vorträgen. Thema war &#8220;Grenzverschiebungen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit&#8221; &#8211; und immer wieder schwang Wikipedia mindestens unterschwellig mit, sind wir doch wohl das Paradebeispiel für diese Verschiebung. Zunächst sprach <a href="http://www.spiegel.de/extra/0,1518,632092,00.html">Michail Hengstenberg</a> über das <a href="http://einestages.spiegel.de/page/Home.html">Spiegel-Projekt einestages.de</a>. Interessant hier, daß auch der Spiegel unter dem Problem leidet, das auch die Wikipedia hat: zu wenige Autoren. Die Mär von der Weisheit der Vielen und dem Crowdsourcing funktioniert einfach nicht so, wie man es beim Erfolg etwa von Projekten wie Wikipedia zunächst glauben mag. Danach sprach <a href="http://www.zzf-pdm.de/site/430/default.aspx">Jürgen Danyel</a> vom <a href="http://www.zzf-pdm.de/">Zentrum für Zeithistorische Forschung</a> in Potsdam über deren Projekt <a href="http://docupedia.de/zg/Hauptseite">Dokupedia-Zeitgeschichte</a>. Was mir bei ihm besonders in Erinnerung blieb war das Bedauern, daß man zu Beginn in Abgrenzung von Projekten wie Wikipedia zu restriktiv war &#8211; und das nun auch nicht mehr beheben kann. Dennoch ist es ein sehr erfolgreiches Projekt.</p>
<p>Dritter Beitrag und der dramatische Höhepunkt war der Beitrag von <a href="http://www.univie.ac.at/Geschichte/htdocs/site/arti.php?artiid=90789">Maren Lorenz</a> von der Uni Hamburg. Lorenz Vortrag war von einer großen kulturpessimistischen Grundhaltung geprägt. Sie bemängelte den Kontrollverlust der Historiker über die Geschichte, also den Verlust der Deutungshoheit über die Geschichte, weil im Internet diverse Laien ihr Un- und Halbwissen verbreiten. Das kann funktionieren, doch meist funktioniert es ihrer Meinung nach nicht. Angefangen bei der &#8220;technischen&#8221; Beherrschung der Materie über die häufige Anonymität der Autoren bis hin zur emotionalen Bewertung. Neben der allgegenwärtigen Wikipedia war etwa die <a href="http://www.khanacademy.org/">Khan Academy</a> das beredte Beispiel für diesen Kontrollverlust. Ein letztlich kompletter Laie, der emotional, vereinfachend und mit antiquierten Mitteln (etwa Frontalunterricht) Wissen vermitteln möchte &#8211; und damit einen gewissen Erfolg hat. Ihm wird immerhin zugute gehalten, daß man bei ihm immerhin weiß, wer hinter allem steckt. Dazu kamen auch generelle Problemschilderungen, etwa die aus vielen Gründen fehlende Zeit oder der Legitimationsdruck, der auf Geistes- und Kulturwissenschaften lastet.</p>
<p>Frau Lorenz legte ihren Beitrag durchaus so an, daß sie nicht nur Zustimmung bekommen konnte, kokettierte auch ein wenig damit, den Advocatus diabloli zu geben. Was natürlich nicht bedeutete, daß sie in vielem nicht auch zumindest in Teilen recht hatte. Dennoch mußte ich hinterher ein wenig zur Gegenrede ansetzen. Angefangen damit, daß die Wikipedia-Autoren durchaus zu einem nicht geringen Teil vom Fach sind. Dummerweise ist Lorenz Frühneuzeithistorikerin &#8211; hier findet sie wirklich nicht all zu viel Gutes in der Wikipedia. Dieser Bereich ist ein echtes Sorgenkind. Doch wenn der stete Zeitdruck beschrieben wird, sollte es die Fachwissenschaftler doch freuen, wenn ihnen die Arbeit abgenommen wird. Wie kann man darauf kommen, daß ihnen die Deutungshoheit genommen wird? Sicher nicht in der Wikipedia. Dort wird doch gerade darauf wert gelegt, nicht eigene Forschungen, sondern die der Fachwissenschaftler zu verarbeiten. Ganz im Gegenteil &#8211; gerade wir in der Wikipedia stehen an der vordersten Front und müssen uns der Heimatforscher und Umdeuter erwehren. Die Fachwissenschaft verweigert sich diesen Diskussionen fast immer. Man möge <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Henriette_Fiebig">Henriette</a> doch einmal zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chronologiekritik">Chronologiekritik</a> befragen, zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Illig">Heribert Illig</a> und dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erfundenes_Mittelalter">Erfundenen Mittelalter</a>. Wir erwarten sicher keine Dankbarkeit &#8211; aber etwas mehr Respekt dürfte es manchmal schon sein. Hinzu kommt ja auch die Frage: mit welchem Recht beklagt Lorenz den Kontrollverlust der Wissenschaftler? Es ist eben jener Elfenbeinturm, in dem die deutsche Wissenschaft nahezu fachübergreifend seit dem 19. Jahrhundert fest sitzt. Ein Wissenschaftler der ein Buch für Nichtfachwissenschaftler schreibt wird um es überspitzt zu sagen kaum noch ernst genommen. Man kann auch fragen: hatte denn jemals die Geschichtswissenschaft die Deutungshoheit? In der Diskussion wurde das letztlich verneint und viele Beispiele ins Feld geführt die zeigten, daß es diese nie wirklich gab. Auch etwa <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elmar_Mittler">Elmar Mittler</a> sah weitaus größere Chancen als Risiken und bekam für seinen Wortbeitrag wohl den meisten Applaus. Was mich zudem etwas gestört hat war die unterschwellige Botschaft, daß man als Fachwissenschaftler keine Zeit für die Vermittlung an Laien hat &#8211; aber andere Personen sollen das dennoch nicht übernehmen.</p>
<p>Frau Lorenz, sollten sie das lesen &#8211; wir müssen uns unbedingt einmal in größerer Runde zusammen setzen. Nachdem Wikipedia das Altertum traf, warum nicht auch einmal die Geschichtswissenschaft? Letztlich wollen wir, so glaube ich, doch Dasselbe. Und können sicher von einander profitieren. Und miteinander reden ist vielleicht besser als übereinander. Es würde mich traurig machen, wenn sie weiter diesen pessimistischen Standpunkt vertreten.</p>
<p>Daneben waren die Gespräche am Rande sehr interessant und wichtig. Einerseits mit den Vertretern der Gerda Henkel Stiftung, andererseits aber nicht zuletzt mit Studenten. Hier vor allem mit Mitarbeitern von <a href="http://www.skriptum-geschichte.de/">Skriptum</a>, denen verständlicherweise <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Redaktion_Geschichte#Verweisbarkeit_.28etc..29_auf_Onlineressource">diese Diskussion</a> nicht besonders gefallen hatte. Skriptum veröffentlicht übrigens unter einer Creative-Commons-Lizenz. Auch sonst werden viele der Projekte unter Open Access, Open Source, Open Content oder Open Data-Bedingungen veröffentlicht. Neben Media Wiki waren das wohl die häufigsten Worte aus dem Wikipedia-Umfeld, die bei der Tagung gefallen waren. Und bei einigen Projekten sollten wir mal überlegen, ob eine engere Zusammenarbeit nicht möglich und sogar sinnvoll wäre.</p>
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		<title>Treffen der Archäologen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 22:59:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcus Cyron</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kurzer Bericht, wenngleich etwas verspätet. Am letzten Wochenende im Oktober trafen sich erstmals auf der Saalburg Mitarbeiter des Portals Archäologie, insbesondere des Projektes &#8220;Römischer Limes&#8220;. Da aus organisatorischen Gründen das Treffen immer weiter in den Herbst des Jahres gerückt war, konnten leider nicht mehr alle Interessenten teil nehmen, ebenso weil sich der Termin mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kurzer Bericht, wenngleich etwas verspätet.</p>
<p>Am letzten Wochenende im Oktober trafen sich erstmals auf der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kastell_Saalburg">Saalburg</a> Mitarbeiter des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Arch%C3%A4ologie">Portals Archäologie</a>, insbesondere des Projektes &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Projekt_R%C3%B6mischer_Limes">Römischer Limes</a>&#8220;. Da aus organisatorischen Gründen das Treffen immer weiter in den Herbst des Jahres gerückt war, konnten leider nicht mehr alle Interessenten teil nehmen, ebenso weil sich der Termin mit dem Mentorentreffen in Nürnberg zur gleichen Zeit überschnitten hatte. Dennoch fanden sich an einem sehr angenehmen Tag sieben Personen ein, darunter fünf &#8220;Wikipedia-Archäologen&#8221;, ein Heimatforscher und ein &#8220;ständiger Gast&#8221; auf aller Arten von Wikipedia-Treffen (was dieses Treffen doch auch nicht unwesentlich bereichert hat).</p>
<p>Zu besprechen gab es reichlich, doch zunächst nutze man die Zeit und schaute sich die Saalburg an, was für einen Teil der Teilnehmer auch eine Premiere war. Nach dem ausgedehnten Rundgang und mehreren Stück Kuchen, einer lukanischen Bratwurst und mehreren erworbenen Römerbroten in der örtlichen Gastronomie wurde dann auch noch das Lager umschritten und die &#8220;Grenze&#8221; zwischen Römerreich und Barbaricum bestaunt. Asterix lässt grüßen.</p>
<p>
<a href='http://blog.wikimedia.de/2009/11/12/treffen-der-archaologen/saalburg1/' title='Saalburg1'><img width="150" height="150" src="http://blog.wikimedia.de/wp-content/uploads/Saalburg1-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Wie jetzt? Größer waren se nich, die Römer?" title="Saalburg1" /></a>
<a href='http://blog.wikimedia.de/2009/11/12/treffen-der-archaologen/200910311237mez_saalburg-museum_wp-treffen_02-2/' title='200910311237MEZ_Saalburg-Museum,_WP-Treffen_02'><img width="150" height="150" src="http://blog.wikimedia.de/wp-content/uploads/200910311237MEZ_Saalburg-Museum_WP-Treffen_021-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="An uns kommt Niemand vorbei!" title="200910311237MEZ_Saalburg-Museum,_WP-Treffen_02" /></a>
<a href='http://blog.wikimedia.de/2009/11/12/treffen-der-archaologen/430px-200910311209mez_saalburg-museum_wp-treffen_01/' title='430px-200910311209MEZ_Saalburg-Museum,_WP-Treffen_01'><img width="150" height="150" src="http://blog.wikimedia.de/wp-content/uploads/430px-200910311209MEZ_Saalburg-Museum_WP-Treffen_01-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schau guck wer" title="430px-200910311209MEZ_Saalburg-Museum,_WP-Treffen_01" /></a>
<br />
<span id="more-962"></span>Später am Tage ließ man den Tag in einem netten Wildrestaurant ausklingen. Vor allem dort wurden nochmals die vielen kleinen und größeren Probleme besprochen. Angefangen von der Zusammenarbeit mit Institutionen wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Limeskommission">Deutschen Limeskommission</a> oder dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Arch%C3%A4ologisches_Institut">DAI</a> über Probleme wie die Qualitätssicherung im Arbeitsbereich der &#8220;Archäologen&#8221; bis hin zum Umgang mit auftretenden Problemen.</p>
<p>Ich erlaube mir im Namen aller Teilnehmer zu sagen, daß es ein sehr erfreuliches, konstruktives und auch nutzbringendes Treffen für alle war und sicher viel positive Effekte für die Wikipedia daraus erwachsen werden. Ein Dank an Wikimedia Deutschland, ohne deren Unterstützung bei den Fahrtkosten für ein paar der Teilnehmer aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Elya">Elyas</a> Comunitybudget, dieses Treffen in der Form nicht hätte statt finden können. Gerade hier zeigt sich die sehr positive Wirkung die Wikimedia Deutschland auf die Projekte der Wikipedia nehmen kann. Denn hieraus erwächst die Artikelarbeit, die uns weiter bringt. Ein weiterer Dank an die Organisatoren des Treffens.</p>
<p>Für das nächste Jahr wurde schon verabredet ein weiteres Treffen der Archäologen zu veranstalten, dann so, daß möglichst noch mehr der Mitarbeiter ihren Weg dorthin finden können. Uns Treffen und miteinander reden ist einer der besten Wege, das Projekt konstruktiv, qualitativ und menschlich voran zu bringen.</p>
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